{"id":64732,"date":"2015-07-10T16:27:04","date_gmt":"2015-07-10T14:27:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64732"},"modified":"2015-07-10T16:27:04","modified_gmt":"2015-07-10T14:27:04","slug":"vi-b-143-14-anspruch-auf-den-pflegepauschbetrag-nur-bei-foermlichem-nachweis-der-hilflosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-143-14-anspruch-auf-den-pflegepauschbetrag-nur-bei-foermlichem-nachweis-der-hilflosigkeit\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;143\/14 &#8211; Anspruch auf den Pflegepauschbetrag nur bei f&ouml;rmlichem Nachweis der Hilflosigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2015, VI B 143\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf den Pflegepauschbetrag nur bei f&ouml;rmlichem Nachweis der Hilflosigkeit<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 24. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;3 K 2765\/13 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat den geltend gemachten Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r eine schl&uuml;ssige (substantiierte) Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache muss der Beschwerdef&uuml;hrer eine bestimmte, f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen und substantiiert darauf eingehen, inwieweit diese Rechtsfrage im allgemeinen Interesse an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung bedarf (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;November 2014 VI&nbsp;B&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2015, 332, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32, m.w.N.). Dazu ist auszuf&uuml;hren, dass die Beurteilung der aufgeworfenen Rechtsfrage von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngt. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer insbesondere mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ggf. ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen. Hat der BFH &uuml;ber die Rechtsfrage bereits entschieden, so ist zus&auml;tzlich darzulegen, weshalb eine erneute Entscheidung des BFH f&uuml;r erforderlich gehalten wird. Eine weitere bzw. erneute Kl&auml;rung der Rechtsfrage kann z.B. geboten sein, wenn gegen die bisherige Rechtsprechung gewichtige Einwendungen erhoben worden sind, mit denen sich der BFH bislang noch nicht auseinandergesetzt hat (vgl. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 XI&nbsp;B&nbsp;136\/13, BFH\/NV 2014, 1095).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von ihr als grunds&auml;tzlich bedeutsam aufgeworfene Frage, wie die &quot;Hilflosigkeit&quot; im Sinne des Pflegepauschbetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu definieren und nachzuweisen ist, ist durch die Rechtsprechung gekl&auml;rt. Danach kann der Pflegepauschbetrag nur gew&auml;hrt werden, wenn der Steuerpflichtige die Behinderung entsprechend den Vorgaben des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) belegt. Nach dieser Bestimmung hat der Steuerpflichtige das gesundheitliche Merkmal &quot;hilflos&quot; durch einen Ausweis nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch, der mit dem Merkzeichen &quot;H&quot; gekennzeichnet ist, oder durch einen Bescheid der f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Bundesversorgungsgesetzes zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde, der die entsprechenden Feststellungen enth&auml;lt, nachzuweisen. Dem Merkmal &quot;H&quot; steht die Einstufung als Schwerstpflegebed&uuml;rftiger in Pflegestufe&nbsp;III nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch, dem Zw&ouml;lften Buch Sozialgesetzbuch oder diesen entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen gleich; dies ist durch Vorlage des entsprechenden Bescheides nachzuweisen. &sect;&nbsp;33b EStG verwendet den Begriff der Hilflosigkeit an zwei Stellen, n&auml;mlich in Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 und in Abs.&nbsp;6. Wie das Finanzgericht zu Recht ausf&uuml;hrt, sind keine Anhaltspunkte daf&uuml;r ersichtlich, dass der Gesetzgeber f&uuml;r den Nachweis ein und derselben Behinderung unterschiedliche Ma&szlig;st&auml;be aufstellen wollte. Hierf&uuml;r geben weder der Wortlaut des &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;7 EStG noch der des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 EStDV einen Anhaltspunkt. Die Erm&auml;chtigung des &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;7 EStG steht am Ende der Vorschrift und schlie&szlig;t damit auch die Regelungen f&uuml;r den Pflegepauschbetrag mit ein. H&auml;tte der Gesetzgeber nur eine Regelung hinsichtlich des Nachweises der Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Pauschbetr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;3 EStG treffen wollen, h&auml;tte es nahe gelegen, die Erm&auml;chtigungsvorschrift im Anschluss daran einzuf&uuml;gen. Die Stellung des &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;7 EStG am Schluss der gesamten Regelung spricht daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber eine Erm&auml;chtigung zur Regelung des Nachweises f&uuml;r alle Pauschbetr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;33b EStG treffen wollte. Auch &sect;&nbsp;65 EStDV l&auml;sst keine Einschr&auml;nkung erkennen. Vielmehr bezieht sich die Vorschrift &#8211;wie bereits aus der &Uuml;berschrift erkennbar&#8211; insgesamt auf &sect;&nbsp;33b EStG. Ebenso wenig beschr&auml;nkt sich der Wortlaut des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 EStDV auf den Nachweis der Hilflosigkeit nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 EStG (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Februar 2003 III&nbsp;R&nbsp;9\/02, BFHE 201, 511, BStBl II 2003, 476). Auch die Literatur h&auml;lt einhellig einen Nachweis entsprechend den Vorgaben des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 EStDV f&uuml;r erforderlich (Bl&uuml;mich\/K.&nbsp;Heger, &sect;&nbsp;33b EStG Rz&nbsp;114; Schmidt\/Loschelder, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33b Rz&nbsp;43; Hufeld in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;33b Rz&nbsp;A&nbsp;54&nbsp;f., B&nbsp;57; Sch&uuml;ler-T&auml;sch in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;33b EStG Rz&nbsp;116; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33b Rz&nbsp;19; St&ouml;cker in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;33b EStG Rz&nbsp;196).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat keine neuen Gesichtspunkte angef&uuml;hrt, die eine neuerliche Entscheidung zur Frage des Nachweises der Voraussetzungen f&uuml;r die Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrags erforderten. Der Einwand der Kl&auml;gerin, der Pflegepauschbetrag m&uuml;sse auch f&uuml;r die Pflege von Menschen, die in Pflegestufe&nbsp;I oder&nbsp;II eingestuft seien, gew&auml;hrt werden, weil dies zu den in der Gesetzesbegr&uuml;ndung prognostizierten Steuermindereinnahmen f&uuml;hren w&uuml;rde, gen&uuml;gt hierf&uuml;r ebenso wenig wie die Bezugnahme auf die Ausf&uuml;hrungen des Herrn X. Im &Uuml;brigen hat dieser lediglich mitgeteilt, dass der Pflegepauschbetrag nicht nur bei einer Eingruppierung des Gepflegten in Pflegestufe&nbsp;III, sondern auch bei einer niedrigeren Pflegestufe und Hilflosigkeit im Sinne des Nachteilsausgleichs&nbsp;&quot;H&quot; in Anspruch genommen werden k&ouml;nne. Eine Best&auml;tigung der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin vermag der Senat darin nicht zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 FGO Satz&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2015, VI B 143\/14 Anspruch auf den Pflegepauschbetrag nur bei f&ouml;rmlichem Nachweis der Hilflosigkeit Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 24. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;3 K 2765\/13 wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. 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