{"id":6478,"date":"2012-11-30T21:53:16","date_gmt":"2012-11-30T19:53:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6478"},"modified":"2012-11-30T21:53:16","modified_gmt":"2012-11-30T19:53:16","slug":"ii-r-32-10-kraftfahrzeugsteuer-bei-sog-tageszulassungen-mit-saisonkennzeichen-vertrauenstatbestand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-10-kraftfahrzeugsteuer-bei-sog-tageszulassungen-mit-saisonkennzeichen-vertrauenstatbestand\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;32\/10 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer bei sog. &quot;Tageszulassungen&quot; mit Saisonkennzeichen &#8211; Vertrauenstatbestand"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2012, II R 32\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Kraftfahrzeugsteuer bei sog. &quot;Tageszulassungen&quot; mit Saisonkennzeichen &#8211; Vertrauenstatbestand<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt einen gewerblichen Handel mit Nutzfahrzeugen. Im Rahmen dieser T&auml;tigkeit schafft sie Fahrzeuge an, meldet diese bei der Zulassungsstelle an und kurz darauf wieder ab (sog. Tageszulassungen) und ver&auml;u&szlig;ert sie danach weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;September 2008 meldete die Kl&auml;gerin einen aus Portugal importierten LKW f&uuml;r den Saisonzeitraum Oktober\/November an. Ihr wurde neben den Zulassungspapieren ein entsprechendes Saisonkennzeichen ausgeh&auml;ndigt. Einen Tag sp&auml;ter, am 9.&nbsp;September 2008, meldete die Kl&auml;gerin das Fahrzeug wieder ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte zun&auml;chst mit Bescheid vom 21.&nbsp;Oktober 2008 die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r den Saisonzeitraum 1.&nbsp;Oktober 2008 bis 30.&nbsp;November 2008 in H&ouml;he von 35&nbsp;EUR fest. Mit einem nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) ge&auml;nderten Bescheid vom 22.&nbsp;Oktober 2008 setzte das FA unter Hinweis auf die Mindeststeuerpflicht von einem Monat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zeit vom 8.&nbsp;September 2008 bis zum 7.&nbsp;Oktober 2008 in H&ouml;he von 17&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage gegen den Bescheid vom 22.&nbsp;Oktober 2008 blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 171 ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, die verkehrsrechtliche Zulassung nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG sei mit dem auf dem Saisonkennzeichen ausgewiesenen Betriebszeitraum des Fahrzeugs nicht gleichzusetzen. Das Saisonkennzeichen begrenze lediglich die Befugnis zum Betrieb des Fahrzeugs, nicht aber die Geltung der Zulassung. L&auml;gen Zulassung\/Anmeldung und Stilllegung\/Abmeldung des Fahrzeugs zeitlich vor Beginn des ersten Saisonzeitraums, trete an Stelle der Steuerfestsetzung f&uuml;r den jeweiligen Saisonzeitraum gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KraftStG die Festsetzung ab dem Datum der Zulassung nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG. Mit dem Halten von Fahrzeugen zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und dem Merkmal der Zulassung zum Verkehr k&ouml;nne nur der Zeitraum gemeint sein, in welchem das Fahrzeug auf der Stra&szlig;e auch benutzt werden d&uuml;rfe. Bei der Erteilung von Saisonkennzeichen d&uuml;rfe das Fahrzeug auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en nur w&auml;hrend des auf dem Kennzeichen angegebenen Zeitraums genutzt werden. Im Streitfall sei das Fahrzeug aber bereits vor Beginn des Verwendungszeitraums wieder abgemeldet worden. Darin liege kein Missbrauch rechtlicher Gestaltungsm&ouml;glichkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung und den Kraftfahrzeugsteuerbescheid vom 22.&nbsp;Oktober 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;Dezember 2008 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend die Voraussetzungen von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG bejaht und die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r einen Monat f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Steuergegenstand der Kraftfahrzeugsteuer ist nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG das Halten von inl&auml;ndischen Fahrzeugen zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en. Die Merkmale dieses Tatbestandes sind nicht erst dann verwirklicht, wenn mit dem Fahrzeug eine &ouml;ffentliche Stra&szlig;e tats&auml;chlich befahren wird, sondern schon dann, wenn das Fahrzeug nach den verkehrsrechtlichen Vorschriften &uuml;ber das Zulassungsverfahren f&uuml;r Kraftfahrzeuge (&sect;&sect;&nbsp;1 ff. der Fahrzeug-Zulassungsverordnung &#8211;FZV&#8211;) &quot;zum Verkehr zugelassen&quot; worden ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;April 2006 VII&nbsp;B&nbsp;332\/05, BFH\/NV 2006, 1519). Denn mit der Zulassung hat der Halter das Recht erlangt, das Fahrzeug &quot;auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en &#8230; in Betrieb&quot; zu setzen (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 FZV). An dieses Recht kn&uuml;pft das Gesetz die Steuer. Das ergibt sich aus dem Wortlaut der Vorschrift (&quot;Halten zum &#8230;&quot;) und ihrem Zusammenhang mit &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KraftStG (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;M&auml;rz 1984 II&nbsp;R&nbsp;40\/80, BFHE 140, 480, BStBl II 1984, 459), wonach &#8211;ausnahmsweise&#8211; auch die widerrechtliche Benutzung des Fahrzeugs auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en den Steuertatbestand erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zulassungsbeh&ouml;rde hat das Fahrzeug der Kl&auml;gerin am 8.&nbsp;September 2008 ordnungsgem&auml;&szlig; zum Stra&szlig;enverkehr zugelassen. Die Kl&auml;gerin war damit berechtigt, das angemeldete Fahrzeug zum Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG zu nutzen. Dies allein ist ma&szlig;geblich f&uuml;r die Besteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dass der Nutzungszeitraum im Streitfall auf die Kalendermonate Oktober und November des Jahres 2008 beschr&auml;nkt war, steht der Anwendung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch die 23. Verordnung zur &Auml;nderung stra&szlig;enverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 12.&nbsp;November 1996 (BGBl I 1996, 1738) wurde mit Wirkung ab dem 1.&nbsp;M&auml;rz 1997 das sog. Saisonkennzeichen eingef&uuml;hrt. Nach dem neu eingef&uuml;gten &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 der Stra&szlig;enverkehrszulassungsordnung a.F. wurde auf Antrag f&uuml;r ein Fahrzeug ein auf einen nach vollen Monaten bemessenen Zeitraum (Betriebszeitraum) befristetes amtliches Kennzeichen zugeteilt, das jedes Jahr in diesem Zeitraum auch wiederholt verwendet werden durfte. Durch die Regelung sollten die Fahrzeughalter von den fr&uuml;her notwendigen Beh&ouml;rdeng&auml;ngen und den Kosten f&uuml;r eine vor&uuml;bergehende Stilllegung des Fahrzeugs und die anschlie&szlig;ende Wiederanmeldung entlastet werden (vgl. Recktenwald, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht &#8211;UVR&#8211; 1997, 225, 234; Bruschke, UVR 2001, 324). Seit dem 1.&nbsp;M&auml;rz 2007 ist das Saisonkennzeichen in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 FZV geregelt. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 FZV d&uuml;rfen Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en nur w&auml;hrend des angegebenen Betriebszeitraums in Betrieb genommen oder abgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Durch die Zuteilung eines Saisonkennzeichens wird die Befugnis zum Betrieb des Fahrzeugs, nicht dagegen die Geltung der Zulassung zeitlich begrenzt. Ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen ist daher ununterbrochen zugelassen, also auch w&auml;hrend des jeweiligen negativen Betriebszeitraums (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2005 VII&nbsp;R&nbsp;12\/04, BFHE 208, 315, BStBl II 2005, 365; Urteil des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts vom 14.&nbsp;August 2001&nbsp;&nbsp;3&nbsp;Bf&nbsp;385\/00, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verkehrsrecht 2002, 150; Dauer in Hentschel\/K&ouml;nig\/Dauer, Stra&szlig;enverkehrsrecht, 40.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 FVZ Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtslage ist vergleichbar mit dem zeitlichen Verbot, das f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Stra&szlig;enverkehr zugelassene Fahrzeug zu nutzen, z.B. aufgrund eines Fahrverbotes f&uuml;r LKW an Sonn- und Feiertagen (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;August 1958 II&nbsp;109\/57&nbsp;U, BFHE 67, 332, BStBl III 1958, 402; Th&uuml;ringer FG, Urteil vom 27.&nbsp;April 1994 I&nbsp;K&nbsp;131\/93, EFG 1994, 982) oder aufgrund eines generellen Fahrverbotes f&uuml;r alle Kfz (Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 23.&nbsp;April 1974 III 26\/74, EFG 1974, 387: Fahrverbot an drei Sonntagen w&auml;hrend der sog. &quot;&Ouml;lkrise&quot; im Herbst 1973). In diesen F&auml;llen besteht die Steuerpflicht auch in dem Zeitraum fort, in dem der Fahrzeughalter tats&auml;chlich und\/oder rechtlich zeitweilig gehindert ist, das Fahrzeug im Stra&szlig;enverkehr zu nutzen. Solange das Fahrzeug f&uuml;r den Verkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en zugelassen ist, handelt es sich um ein &quot;Halten&quot; i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG. Der Begriff des Haltens kn&uuml;pft bei zulassungspflichtigen Fahrzeugen allein an das Innehaben der Zulassung an (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;M&auml;rz 1986 VII&nbsp;R&nbsp;166\/83, BFHE 146, 282, 285, 287, BStBl II 1986, 531; vom 13.&nbsp;Januar 1987 VII&nbsp;R&nbsp;150\/84, BFHE 148, 542, BStBl II 1987, 272), durch die auch die Person des Steuerschuldners bestimmt wird (&sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG; BFH-Urteil in BFHE 148, 542, BStBl II 1987, 272).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zutreffend ist die Steuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG f&uuml;r den Mindestzeitraum von einem Monat in &#8211;unstreitiger&#8211; H&ouml;he von 17&nbsp;EUR festgesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG dauert die Steuerpflicht bei einem inl&auml;ndischen Fahrzeug, solange das Fahrzeug zum Verkehr zugelassen ist, mindestens jedoch einen Monat. Der Begriff der &quot;Zulassung zum Verkehr&quot; wird im KraftStG nicht definiert, sondern richtet sich wiederum gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KraftStG nach den jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften (Strodthoff, Kraftfahrzeugsteuer, &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat das Fahrzeug nach den verkehrsrechtlichen Vorschriften f&uuml;r einen Tag angemeldet. Im Streitzeitraum gab es keine spezielle Regelung f&uuml;r die Dauer der Steuerpflicht bei Saisonkennzeichen. Nach dem Wortlaut der allgemeinen Vorschrift des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG war die Steuer f&uuml;r einen Mindestzeitraum von einem Monat festzusetzen. Die Mindestbesteuerung f&uuml;r einen Monat bei Zulassung eines Fahrzeugs nur f&uuml;r einen Tag ist weder verfassungs- noch unionsrechtswidrig (vgl. FG M&uuml;nster, Urteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2001 13&nbsp;K&nbsp;6759\/00 Kfz, EFG 2001, 925).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Besteuerung f&uuml;r einen Monat steht nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin das Fahrzeug bereits vor dem Saisonzeitraum wieder abgemeldet hat und infolgedessen das Fahrzeug zu keinem Zeitpunkt im &ouml;ffentlichen Stra&szlig;enverkehr nutzen konnte. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG kn&uuml;pft wie &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG allein an die Zulassung und nicht an die Berechtigung zur Nutzung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeachtlich ist, dass die Finanzverwaltung erst ab Beginn des Jahres 2008 bei Tageszulassungen in Verbindung mit dem Antrag auf einen Saisonzeitraum au&szlig;erhalb der tats&auml;chlichen Zulassung die einmonatige Mindeststeuer nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KraftStG festgesetzt hat (vgl. Strodthoff, a.a.O., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;52 ff.). Durch die bis Ende 2007 &uuml;bliche Verwaltungspraxis, in diesen F&auml;llen von einer Steuerfestsetzung abzusehen, ist ein im Streitzeitraum andauernder Vertrauenstatbestand nicht geschaffen worden. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Besteuerung ist allein das Gesetz und nicht die Auslegung desselben durch die Finanzverwaltung. Steuerpflichtige durften nicht darauf vertrauen, dass das Gesetz &uuml;ber die ausdr&uuml;cklich aufgegebene Verwaltungspraxis hinaus nicht weiter angewandt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes folgt auch nicht aus der mit Wirkung ab 5.&nbsp;November 2008 erfolgten &Auml;nderung des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KraftStG und der sp&auml;teren Einf&uuml;hrung des inhaltsgleichen &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 KraftStG. Dadurch hat der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass bei Zuteilung eines Saisonkennzeichens die Kraftfahrzeugsteuer ebenfalls f&uuml;r mindestens einen Monat festzusetzen und zu erheben ist. Es handelt sich um eine gesetzliche Klarstellung (vgl. BTDrucks 16\/10930, S.&nbsp;10; Strodthoff, a.a.O., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;54) und nicht um eine &Auml;nderung der bis dahin bestehenden Rechtslage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2012, II R 32\/10 Kraftfahrzeugsteuer bei sog. &quot;Tageszulassungen&quot; mit Saisonkennzeichen &#8211; Vertrauenstatbestand Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt einen gewerblichen Handel mit Nutzfahrzeugen. Im Rahmen dieser T&auml;tigkeit schafft sie Fahrzeuge an, meldet diese bei der Zulassungsstelle an und kurz darauf wieder ab (sog. 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