{"id":6486,"date":"2012-11-30T16:09:31","date_gmt":"2012-11-30T14:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6486"},"modified":"2012-11-30T16:09:31","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:31","slug":"iii-r-1-11-zuordnung-des-uebertragenen-pauschbetrages-fuer-behinderte-menschen-bei-getrennter-veranlagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-1-11-zuordnung-des-uebertragenen-pauschbetrages-fuer-behinderte-menschen-bei-getrennter-veranlagung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;1\/11 &#8211; Zuordnung des &uuml;bertragenen Pauschbetrages f&uuml;r behinderte Menschen bei getrennter Veranlagung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 1\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuordnung des &uuml;bertragenen Pauschbetrages f&uuml;r behinderte Menschen bei getrennter Veranlagung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Zuordnungsregelung in &sect; 26a Abs. 2 EStG geht anderen Zuordnungsregeln vor. Der einem gemeinsamen Kind zustehende Behinderten-Pauschbetrag, der auf Antrag der Eltern vollst&auml;ndig einem von ihnen &uuml;bertragen wurde, ist daher bei getrennter Veranlagung bei beiden Elternteilen je zur H&auml;lfte abzuziehen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) und ihr Ehemann haben sich im Laufe des Streitjahres 2007 getrennt. Ihr gemeinsamer Sohn ist schwerbehindert (Merkzeichen G, aG und H). Er lebt im Haushalt der Kl&auml;gerin und wird seit seiner Geburt im Jahre 1992 vollst&auml;ndig von ihr betreut und versorgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eheleute sind f&uuml;r das Streitjahr antragsgem&auml;&szlig; getrennt veranlagt worden. Der Einkommensteuererkl&auml;rung der Kl&auml;gerin war eine Bescheinigung des Ehemannes beigef&uuml;gt, dass er die ihm zustehenden Freibetr&auml;ge wegen der Behinderung des gemeinsamen Sohnes f&uuml;r das Kalenderjahr 2007 auf seine Ehefrau &uuml;bertrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte in dem die Kl&auml;gerin betreffenden Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2007 den Behindertenpauschbetrag f&uuml;r den Sohn in H&ouml;he von 3.700&nbsp;EUR nur zur H&auml;lfte und wies den dagegen gerichteten Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, die Kl&auml;gerin habe Anspruch auf Gew&auml;hrung des vollen Behindertenpauschbetrages in H&ouml;he von 3.700&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung des &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG). Der nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 EStG &uuml;bertragene Pauschbetrag sei nach dem eindeutigen Wortlaut des &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG jedem Ehegatten zur H&auml;lfte zu gew&auml;hren; dabei handele es sich um eine abschlie&szlig;ende Regelung. &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG beruhe auch nicht auf einem redaktionellen Versehen, denn die Regelung sei seit 1979 trotz mehrfacher &Auml;nderungen (z.B. durch das Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 22.&nbsp;Dezember 1999, BGBl I 1999, 2552; dazu BRDrucks 476\/99, S.&nbsp;22 und 25) unangetastet geblieben. F&uuml;r die Absicht des Gesetzgebers, den Pauschbetrag beiden Elternteilen je zur H&auml;lfte zuzuordnen, spreche auch die Unterhaltspflicht beider Elternteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass dem Sohn der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 EStG ein Pauschbetrag f&uuml;r behinderte Menschen in H&ouml;he von 3.700&nbsp;EUR zusteht, der &#8211;da ihn der Sohn nicht in Anspruch nimmt&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 EStG auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen werden konnte, da sie f&uuml;r das Kind einen Freibetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG oder Kindergeld (&sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG) erh&auml;lt. Zwar steht der Pauschbetrag grunds&auml;tzlich beiden Elternteilen je zur H&auml;lfte zu (&sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG). Da auf deren gemeinsamen Antrag aber auch eine andere Aufteilung m&ouml;glich ist (&sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG), konnte er vollst&auml;ndig der Kl&auml;gerin zugeordnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG allein der Kl&auml;gerin zugeordnete Pauschbetrag des Sohnes ist jedoch nach &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG bei der Kl&auml;gerin und ihrem Ehemann jeweils zur H&auml;lfte abzuziehen, da es sich bei &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG um die speziellere Zuordnungsregelung handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte und das Einkommen (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 und 4 EStG) werden bei getrennter Veranlagung f&uuml;r jeden Ehegatten individuell ermittelt. Steuerverg&uuml;nstigungen sind deshalb nur bei dem Ehegatten zu ber&uuml;cksichtigen, der die Voraussetzungen des Beg&uuml;nstigungstatbestandes erf&uuml;llt (Pfl&uuml;ger in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;36). Daher sind z.B. Sonderausgaben getrennt veranlagter Eheleute grunds&auml;tzlich nur bei demjenigen Ehegatten abzuziehen, der sie getragen hat und die Voraussetzungen f&uuml;r ihre steuerliche Ber&uuml;cksichtigung erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r einige Steuerverg&uuml;nstigungen normiert &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 EStG jedoch besondere Zuordnungsregeln. Als Sonderausgaben abziehbare Kinderbetreuungskosten (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 und 8 EStG) sowie au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen (&sect;&sect;&nbsp;33 bis 33b EStG) werden nach &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bei den getrennt veranlagten Ehegatten jeweils zur H&auml;lfte abgezogen, &quot;wenn die Ehegatten nicht gemeinsam eine andere Aufteilung beantragen&quot;. Dasselbe gilt nach &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 EStG f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a EStG (Aufwendungen f&uuml;r haushaltsnahe Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen). Auf die Frage, welcher Ehegatte den Beg&uuml;nstigungstatbestand erf&uuml;llt und wer die Aufwendungen getragen hat, kommt es dann nicht an. Die Zuordnungsregeln des &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 EStG beschr&auml;nken sich auch nicht auf den Zeitraum, in dem die Ehegatten (schon oder noch) in einer Wirtschaftsgemeinschaft leben, sondern gelten auch f&uuml;r Aufwendungen in den Monaten vor ihrer Eheschlie&szlig;ung oder nach ihrer dauernden Trennung. Daher sind z.B. allein der Mutter entstandene Kinderbetreuungskosten (vgl. dazu das Senatsurteil vom 25.&nbsp;November 2010 III&nbsp;R&nbsp;79\/09, BFHE 232, 331, BStBl II 2011, 450) nicht bei ihr, sondern grunds&auml;tzlich bei beiden Ehegatten zur H&auml;lfte abzuziehen; auf Antrag k&ouml;nnen sie stattdessen auch bei ihrem getrennt veranlagten Ehemann abgezogen werden. Dies gilt auch f&uuml;r Krankheitskosten eines behinderten Ehemanns (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG) und einen ihm zustehenden Pauschbetrag nach &sect;&nbsp;33b EStG: Diese sind zur H&auml;lfte bei seiner Ehefrau abzuziehen, wenn die Eheleute nichts anderes beantragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der die nach &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 EStG &uuml;bertragbaren Pauschbetr&auml;ge betreffende &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG verdr&auml;ngt ebenfalls anderweitige Zuordnungsregeln. Er bestimmt, dass die Pauschbetr&auml;ge beiden Ehegatten zur H&auml;lfte gew&auml;hrt werden, ohne &#8211;wie die S&auml;tze 1 und 4&#8211; den Eheleuten eine andere Aufteilung zu erm&ouml;glichen. Nach seinem insoweit eindeutigen Wortlaut kann der der Kl&auml;gerin zugeordnete Pauschbetrag bei ihr mithin lediglich zur H&auml;lfte abgezogen werden; das freie Zuordnungsrecht des &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG ist bei getrennter Veranlagung der Elternteile wirkungslos (gl.A. Seiler in Kirchhof, EStG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;26a Rz&nbsp;4; Mellinghoff in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;33b Rz&nbsp;13; HHR\/Pfl&uuml;ger, &sect;&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;66; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;28; a.A. Schmidt\/Loschelder, EStG, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33b Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG ist nicht etwa deshalb unma&szlig;geblich, weil ihm ein redaktionelles Versehen zugrunde liege. Zwar sollte durch das Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 22.&nbsp;Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2552, BStBl I 2000, 4) der &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 EStG an &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;5 und 6 EStG angepasst werden (BRDrucks 476\/99, S.&nbsp;25), nach deren Neufassung jedem Elternteil die H&auml;lfte des Abzugsbetrages zustand, wenn die Eltern nicht eine andere Aufteilung beantragten. Andererseits wurde aber auch &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 EStG durch das Gesetz zur Familienf&ouml;rderung ge&auml;ndert, was gegen ein gesetzgeberisches Versehen spricht, zumal &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG auf &sect;&nbsp;33b Abs.&nbsp;5 EStG verweist und die unterschiedlichen Zuordnungsregeln in beiden Vorschriften nicht zu &uuml;bersehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat hat keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die zwingende Halbteilung des &uuml;bertragenen Pauschbetrages. Die insoweit fehlende Gestaltungsm&ouml;glichkeit der getrennt veranlagten Ehegatten gilt zwar nicht f&uuml;r die &uuml;brigen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen. Sie betrifft auch nicht Ehegatten, die die Voraussetzungen der Ehegattenveranlagung (&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) nicht erf&uuml;llen. Diese Differenzierung ist aber nicht willk&uuml;rlich und verst&ouml;&szlig;t auch nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;), den in Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG verankerten besonderen Schutz der Familie oder das Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da im Streitfall der Ehemann der Vater des behinderten Kindes ist, braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob f&uuml;r den Zeitraum nach dauernder Trennung der Eheleute eine teleologische Reduktion des &sect;&nbsp;26a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG von Verfassungs wegen geboten ist und die Ehegatten den Pauschbetrag dann allein der das Kind betreuenden Mutter zuordnen k&ouml;nnen (vgl. Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 12.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;160\/06, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2009, 1303).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 1\/11 Zuordnung des &uuml;bertragenen Pauschbetrages f&uuml;r behinderte Menschen bei getrennter Veranlagung Leits&auml;tze Die Zuordnungsregelung in &sect; 26a Abs. 2 EStG geht anderen Zuordnungsregeln vor. 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