{"id":64872,"date":"2015-09-03T17:10:25","date_gmt":"2015-09-03T15:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64872"},"modified":"2015-09-03T17:10:25","modified_gmt":"2015-09-03T15:10:25","slug":"xi-r-10-14-umsatzsteuerrechtliche-behandlung-von-massnahmen-der-arbeitsmarktfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-10-14-umsatzsteuerrechtliche-behandlung-von-massnahmen-der-arbeitsmarktfoerderung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;10\/14 &#8211; Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Ma&szlig;nahmen der Arbeitsmarktf&ouml;rderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.4.2015, XI R 10\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Ma&szlig;nahmen der Arbeitsmarktf&ouml;rderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;hrt ein Verein u.a. f&uuml;r Langzeitarbeitslose Arbeitsf&ouml;rderungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsma&szlig;nahmen durch, die durch Zahlungen eines Landkreises, eines Bundeslandes bzw. der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit finanziert werden, handelt es sich um umsatzsteuerbare Leistungen des Vereins, wenn dessen Leistungen derart mit den Zahlungen verkn&uuml;pft sind, dass sie sich auf die Erlangung der Zahlungen richten.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. F&uuml;r die Annahme eines Leistungsaustauschs ist ohne Bedeutung, ob der (gemeinn&uuml;tzige) Unternehmer damit auch einen seiner Satzungszwecke verwirklicht; die wirtschaftliche T&auml;tigkeit wird nicht durch eine gleichzeitig verfolgte ideelle Bet&auml;tigung verdr&auml;ngt.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Zu dem bei einer Vorsteueraufteilung zwischen steuerbaren und nicht steuerbaren T&auml;tigkeiten im Rahmen einer Sch&auml;tzung ma&szlig;geblichen &quot;Gesamtumsatz&quot; geh&ouml;ren auch Zusch&uuml;sse.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 30. April 2013&nbsp;&nbsp;2 K 2191\/08 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist ein eingetragener Verein. Er realisierte in den Jahren 2003 und 2004 (Streitjahre) Arbeitsf&ouml;rderungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsprojekte f&uuml;r Frauen, Jugendliche, Schwerbehinderte, Langzeitarbeitslose und andere Teilnehmer, die jeweils durch Zusch&uuml;sse des Landkreises X (Landkreis), des Landes Y (Land) und der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit (BA) finanziert wurden (Leistungen&nbsp;I). Im Rahmen der Projekte besch&auml;ftigte der Kl&auml;ger im Jahr mehrere Hundert Teilnehmer beim Kommunalbau, im Rahmen des Naturschutzes sowie bei Projekten, in denen die Teilnehmer in sozialen Fragen oder hinsichtlich ihrer Eignung f&uuml;r berufliche T&auml;tigkeiten geschult und fortgebildet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Verkauf von hergestellten Produkten, der Erteilung von Unterricht f&uuml;r Dritte, dem Betrieb einer Kantine sowie eines &quot;Dritte-Welt-Ladens&quot; (Leistungen&nbsp;II) f&uuml;hrte der Kl&auml;ger daneben weitere Leistungen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab dem Jahr 2003 wurden Verwaltungs- und Projektbearbeitungsleistungen f&uuml;r den Kl&auml;ger von der zu diesem Zweck gegr&uuml;ndeten Z-GmbH (GmbH) &uuml;bernommen, an der der Kl&auml;ger zu 70&nbsp;% beteiligt war. Daneben f&uuml;hrte die GmbH auch Leistungen an externe Auftraggeber aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ging davon aus, dass er nur mit den Leistungen II unternehmerisch t&auml;tig sei, w&auml;hrend es sich bei den Leistungen&nbsp;I um nichtunternehmerische T&auml;tigkeiten handele. Weiter nahm er an, er sei Organtr&auml;ger der GmbH, und nahm u.a. aus den Eingangsleistungen &quot;der GmbH&quot; den vollen Vorsteuerabzug vor. Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung hinsichtlich des vollen Vorsteuerabzugs aus den genannten Leistungen nicht, sondern vertrat die Auffassung, dass die Vorsteuer aufzuteilen sei. Die Pr&uuml;ferin stellte dabei zun&auml;chst auf das Verh&auml;ltnis der nicht steuerbaren Innenums&auml;tze zu den Ausgangsums&auml;tzen der GmbH ab. Dem schloss sich das FA in den Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheiden f&uuml;r die Jahre 2003 und 2004 (Streitjahre) vom 10.&nbsp;Juli 2006 an und lie&szlig; lediglich Vorsteuer in H&ouml;he von 7.522,87&nbsp;EUR (im Jahr 2003) und 8.824,83&nbsp;EUR (im Jahr 2004) zum Abzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che des Kl&auml;gers hatten keinen Erfolg; vielmehr k&uuml;rzte das FA nach vorheriger Androhung in den Einspruchsentscheidungen vom 25.&nbsp;Juli 2008 den Vorsteuerabzug weiter (abziehbare Vorsteuer 2003: 6.240,72&nbsp;EUR; abziehbare Vorsteuer 2004: 7.451,31&nbsp;EUR). Es vertrat zwar nun &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; die Auffassung, bei der Ermittlung der nicht abziehbaren Vorsteuer sei nicht nur auf die Ausgangsums&auml;tze der GmbH, sondern die des gesamten Organkreises abzustellen. F&uuml;r die nicht direkt zuordenbaren Vorsteuerbetr&auml;ge sei analog &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) eine Aufteilung im Wege sachgerechter Sch&auml;tzung vorzunehmen. Einzig sachgerecht sei ein Umsatzschl&uuml;ssel. Ma&szlig;geblich f&uuml;r den Prozentsatz der abziehbaren Vorsteuer sei &#8211;entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers&#8211; auf das Verh&auml;ltnis von umsatzsteuerpflichtigen Ums&auml;tzen (des Kl&auml;gers und der GmbH) im Z&auml;hler zu den Gesamtums&auml;tzen (des Kl&auml;gers und der GmbH) sowie den Zusch&uuml;ssen im Nenner abzustellen. Die Zusch&uuml;sse kennzeichneten den nichtwirtschaftlichen Bereich des Kl&auml;gers. Der Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.&nbsp;April 2008 XI&nbsp;B&nbsp;171\/07 (BFH\/NV 2008, 1215) stehe nicht entgegen, weil es dort um die Aufteilung von Vorsteuerbetr&auml;gen innerhalb des unternehmerischen Bereichs gegangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Laufe des Klageverfahrens, mit dem der Kl&auml;ger im Hauptpunkt sein Begehren nach vollem Vorsteuerabzug weiterverfolgte, reichte er hilfsweise eine eigene Berechnung der aufteilbaren Vorsteuerbetr&auml;ge ein, wobei er im Nenner auf die Innenums&auml;tze der GmbH an den Kl&auml;ger (statt auf die Zusch&uuml;sse) abstellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, die hilfsweise eingereichte Sch&auml;tzung des Kl&auml;gers sei nicht sachgem&auml;&szlig;. Sachgem&auml;&szlig; sei nur die vom FA gew&auml;hlte Methode.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH (Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2003 V&nbsp;B&nbsp;211,&nbsp;220\/02, BFHE 202, 88, BStBl II 2003, 784) sei auf den Gesamtumsatz im Organkreis abzustellen. Der Hinweis des Kl&auml;gers darauf, dass der Leistungsbezug der Eingangsleistungen bei der GmbH erfolgt sei, sei unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers seien die Zusch&uuml;sse in die Berechnung der abziehbaren Vorsteuer einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Sowohl aus &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 UStG als auch aus Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2, Art.&nbsp;19 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) k&ouml;nne geschlossen werden, dass nicht steuerbare &quot;Entgelte&quot; nicht zu einer Vorsteuerk&uuml;rzung f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, es komme f&uuml;r die Nichtsteuerbarkeit von Innenleistungen nicht darauf an, ob der Organtr&auml;ger die von der Organgesellschaft bezogene Leistung f&uuml;r unternehmerische oder nichtunternehmerische Zwecke verwende; allenfalls erfolge die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe. Es sei deshalb zu fragen, ob keine andere wirtschaftliche Zuordnung der abziehbaren Vorsteuer m&ouml;glich sei als durch einen Umsatzschl&uuml;ssel unter Einbeziehung der nicht steuerbaren &quot;Einnahmen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung aufzuheben sowie die Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheide f&uuml;r die Jahre 2003 und 2004 vom 10.&nbsp;Juli 2006 dahin gehend zu &auml;ndern, dass Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von 11.588,75&nbsp;EUR (f&uuml;r 2003) und 11.051,12&nbsp;EUR (f&uuml;r 2004) ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist aus anderen Gr&uuml;nden als geltend gemacht begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung sowie zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger seine Revision auf die Verletzung materiellen Rechts gest&uuml;tzt hat, hat der Senat gem&auml;&szlig; dem Grundsatz der Vollrevision (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;November 2004 V&nbsp;R&nbsp;30\/04, BFHE 207, 560, BStBl II 2005, 802, unter II.1.) das angefochtene Urteil in vollem Umfang auf die Verletzung revisiblen Rechts zu pr&uuml;fen, ohne dabei an die vorgebrachten Revisionsgr&uuml;nde gebunden zu sein (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Oktober 1997 I&nbsp;R&nbsp;42\/97, BFHE 184, 444, BStBl II 1999, 316; vom 7.&nbsp;Mai 2014 X&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFH\/NV 2014, 1736).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach kann die Vorentscheidung keinen Bestand haben. Die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG tragen nicht seine Annahme, der Kl&auml;ger sei mit den Leistungen&nbsp;I nicht unternehmerisch t&auml;tig geworden (dazu 1.). Auch hat das FG keine ausreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen getroffen, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob die Zusch&uuml;sse der BA, des Landes und des Landkreises m&ouml;glicherweise Entgelt von dritter Seite f&uuml;r Leistungen an die Teilnehmer oder die Beg&uuml;nstigten der Projekte sein k&ouml;nnten (dazu 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die konkludente Annahme des FG, die Leistungen&nbsp;I, die durch Zusch&uuml;sse des Landkreises, des Landes und der BA finanziert wurden, seien nicht steuerbar, wird von den bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen nicht getragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein steuerbarer Umsatz in Form einer Leistung gegen Entgelt i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG liegt vor, wenn zwischen dem Leistenden und dem Leistungsempf&auml;nger ein Rechtsverh&auml;ltnis besteht, in dessen Rahmen gegenseitige Leistungen ausgetauscht werden, wobei die vom Leistenden empfangene Verg&uuml;tung den tats&auml;chlichen Gegenwert f&uuml;r die dem Leistungsempf&auml;nger erbrachte Leistung bildet (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2004 V&nbsp;R&nbsp;101\/01, BFHE 205, 342, BStBl II 2004, 798; vom 11.&nbsp;Juli 2012 XI&nbsp;R&nbsp;11\/11, BFHE 238, 560, BFH\/NV 2013, 326; s. auch Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Apple and Pear Development Council vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1988 C-102\/86, EU:C:1988:120, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 1989, 452, Rz&nbsp;11; Mohr vom 29.&nbsp;Februar 1996 C-215\/94, EU:C:1996:72, HFR 1996, 294; Landboden-Agrardienste vom 18.&nbsp;Dezember 1997 C-384\/95, EU:C:1997:627, HFR 1998, 315).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In F&auml;llen, in denen ein anderer die Erf&uuml;llung der Aufgaben einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts &uuml;bernimmt und im Zusammenhang damit Geldzahlungen erh&auml;lt, ist f&uuml;r die Beantwortung der Frage, ob die Leistung des Unternehmers derart mit der Zahlung (Zuschuss) verkn&uuml;pft ist, dass sie sich auf die Erlangung einer Gegenleistung (Zahlung) richtet, in erster Linie auf die Vereinbarungen des Leistenden mit dem Zahlenden (vgl. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;November 1997 V&nbsp;R&nbsp;11\/97, BFHE 184, 137, BStBl II 1998, 169, m.w.N.), den Bewilligungsbescheid (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;November 2008 V&nbsp;R&nbsp;8\/07, BFHE 223, 520, BStBl II 2009, 397, unter II.2.e) oder die Vereinssatzung (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;59\/07, BFHE 223, 493, BFH\/NV 2009, 324) abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Leistungen, zu deren Ausf&uuml;hrung sich die Vertragsparteien in einem gegenseitigen Vertrag verpflichtet haben, liegt der erforderliche Leistungsaustausch grunds&auml;tzlich vor (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;April 2005 V&nbsp;R&nbsp;11\/03, BFHE 211, 50, BStBl II 2007, 63; vom 8.&nbsp;November 2007 V&nbsp;R&nbsp;20\/05, BFHE 219, 403, BStBl II 2009, 483). Zahlungen der &ouml;ffentlichen Hand k&ouml;nnen auch dann Entgelt f&uuml;r eine steuerbare Leistung sein, wenn der Zahlungsempf&auml;nger im Auftrag des Geldgebers eine Aufgabe aus dessen Kompetenzbereich &uuml;bernimmt und die Zahlung damit zusammenh&auml;ngt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 219, 403, BStBl II 2009, 483, m.w.N.; vom 29.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;76\/07, BFH\/NV 2009, 795; BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;Dezember 2010 XI&nbsp;B&nbsp;109\/09, BFH\/NV 2011, 858; vom 14.&nbsp;November 2011 XI&nbsp;B&nbsp;66\/11, BFH\/NV 2012, 460). In der Rechtsprechung des BFH sind daneben vielf&auml;ltige andere &quot;Zusch&uuml;sse&quot; als Entgelt f&uuml;r eine steuerbare Leistung angesehen worden (vgl. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;M&auml;rz 1993 V&nbsp;R&nbsp;84\/89, BFH\/NV 1994, 59, Luftaufsicht; vom 18.&nbsp;Januar 1995 XI&nbsp;R&nbsp;71\/93, BFHE 177, 154, BStBl II 1995, 559, Rettungswache; in BFHE 184, 137, BStBl II 1998, 169, Tiefgarage; vom 20.&nbsp;Dezember 2001 V&nbsp;R&nbsp;81\/99, BFHE 197, 352, BStBl II 2003, 213, Abwasserbeseitigung; vom 11.&nbsp;April 2002 V&nbsp;R&nbsp;65\/00, BFHE 198, 233, BStBl II 2002, 782, unter II.3., Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft; in BFHE 205, 342, BStBl II 2004, 798, Blutspendetermine; in BFHE 211, 50, BStBl II 2007, 63, Betrieb einer Bahnstrecke; BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;September 2005 V&nbsp;B&nbsp;160\/04, BFH\/NV 2006, 144, Konferenzzentrum; BFH-Urteile vom 9.&nbsp;November 2006 V&nbsp;R&nbsp;9\/04, BFHE 215, 372, BStBl II 2007, 285, Erschlie&szlig;ung; in BFHE 219, 403, BStBl II 2009, 483, Bauma&szlig;nahmen f&uuml;r Kommunen; vom 5.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;63\/05, BFH\/NV 2008, 996, Abfallentsorgung; BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Februar 2009 XI&nbsp;B&nbsp;68\/08, BFH\/NV 2009, 975, Befreiung von hoheitlichen Aufgaben; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Juni 2009 V&nbsp;R&nbsp;4\/08, BFHE 226, 382, BStBl II 2010, 310, Tierpark u.a.; vom 20.&nbsp;August 2009 V&nbsp;R&nbsp;30\/06, BFHE 226, 465, BStBl II 2010, 863, Entsorgung von Kl&auml;rschlamm; vom 19.&nbsp;November 2009 V&nbsp;R&nbsp;29\/08, BFH\/NV 2010, 701, Schwimmbad; vom 2.&nbsp;September 2010 V&nbsp;R&nbsp;23\/09, BFH\/NV 2011, 458, Tierk&ouml;rperbeseitigung; vom 19.&nbsp;Juni 2011 XI&nbsp;R&nbsp;8\/09, BFHE 234, 455, BFH\/NV 2011, 2184, Lieferung von Zeitungen gegen Zustellgeb&uuml;hr; in BFHE 238, 560, BFH\/NV 2013, 326, Kammerzeitschrift; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411, Naturschutz; vom 29.&nbsp;Januar 2014 XI&nbsp;R&nbsp;4\/12, BFHE 244, 131, BFH\/NV 2014, 992, Betriebskantine).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Keine Leistung gegen Entgelt liegt vor, wenn der &quot;Zuschuss&quot; lediglich der F&ouml;rderung des Zahlungsempf&auml;ngers im allgemeinen Interesse dienen und nicht Gegenwert f&uuml;r eine steuerbare Leistung des Zahlungsempf&auml;ngers an den Geldgeber sein soll (z.B. BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Oktober 2000 V&nbsp;R&nbsp;10\/00, BFHE 193, 165, BFH\/NV 2001, 400; vom 18.&nbsp;Dezember 2008 V&nbsp;R&nbsp;38\/06, BFHE 225, 155, BStBl II 2009, 749).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) F&uuml;r die Annahme eines Leistungsaustauschs ist ohne Bedeutung, ob der (gemeinn&uuml;tzige) Unternehmer damit auch einen seiner Satzungszwecke verwirklicht; die wirtschaftliche T&auml;tigkeit wird nicht durch eine gleichzeitig verfolgte ideelle Bet&auml;tigung verdr&auml;ngt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 205, 342, BStBl II 2004, 798; vom 24.&nbsp;September 2014 V&nbsp;R&nbsp;54\/13, BFH\/NV 2015, 364, Rz&nbsp;31). Unerheblich ist auch, ob der Unternehmer ein Verein ist; auf die Rechtsform, in der Leistungen gegen Entgelt erbracht werden, kommt es grunds&auml;tzlich nicht an (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;17\/11, BFHE 244, 79, BStBl II 2014, 417; vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;38\/12, BFHE 244, 94, BStBl II 2014, 428). Ebenso nicht von Bedeutung ist die Bezeichnung der Zuwendung (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 V&nbsp;B&nbsp;208\/05, BFH\/NV 2007, 1542, zur &quot;Spende&quot;). Ob das Entgelt dem Wert der Leistung entspricht, ist f&uuml;r das Vorliegen eines Leistungsaustausches ebenfalls unerheblich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 234, 455, BFH\/NV 2011, 2184, Rz&nbsp;11). Nicht entscheidend ist im Fall der Aufgaben&uuml;bernahme auch, ob es sich um eine Pflichtaufgabe oder eine freiwillige Aufgabe der betreffenden K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts handelt (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;August 2010 V&nbsp;R&nbsp;54\/09, BFHE 231, 289, BStBl II 2011, 191; BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Mai 2014 XI&nbsp;B&nbsp;4\/14, BFH\/NV 2014, 1406).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der BFH hat in Anwendung dieser Grunds&auml;tze Leistungen einer als gemeinn&uuml;tzig anerkannten Gesellschaft zur Arbeitsf&ouml;rderung, Besch&auml;ftigung und Strukturentwicklung, die durch Zusch&uuml;sse gef&ouml;rderte Projekte zur Arbeitsf&ouml;rderung durchgef&uuml;hrt hat, als steuerbar angesehen (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Juni 2007 V&nbsp;B&nbsp;28\/06, BFH\/NV 2007, 1938; s. auch BFH-Urteile vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2007 V&nbsp;R&nbsp;28\/04, BFHE 217, 59, BStBl II 2010, 999, zu Fortbildungsma&szlig;nahmen im Auftrag der BA; vom 23.&nbsp;Juli 2009 V&nbsp;R&nbsp;93\/07, BFHE 226, 435, BFH\/NV 2009, 2073, unter II.1., zu Leistungen an das Bundesamt f&uuml;r Zivildienst gegen Aufwendungsersatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die m&ouml;gliche Steuerbarkeit der hier zu beurteilenden Leistungen des Kl&auml;gers belegt das Handeln des Gesetzgebers: Zum 1.&nbsp;Januar 2015 wurde mit &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;15b UStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften (BGBl I 2014, 1266) eine Steuerbefreiung f&uuml;r Eingliederungsleistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch, Leistungen der aktiven Arbeitsf&ouml;rderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch und vergleichbare Leistungen, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder anderen Einrichtungen mit sozialem Charakter erbracht werden, geschaffen. Der Gesetzgeber f&uuml;hrt dazu aus, diese Leistungen seien als &quot;eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundene Leistungen&quot; nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem umsatzsteuerfrei, auch wenn das Verh&auml;ltnis zwischen dem Sozialleistungstr&auml;ger und der leistungserbringenden Einrichtung im Einzelnen unterschiedlich ausgestaltet sei (BTDrucks 18\/1529, S.&nbsp;76&nbsp;f.). Dies zeigt, dass auch der Gesetzgeber von der Steuerbarkeit solcher Leistungen ausgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit demgegen&uuml;ber das Bundesministerium der Finanzen (BMF) Leistungen der Arbeitsf&ouml;rderung bisher ohne Angabe von Gr&uuml;nden in weitem Umfang als nicht steuerbar ansieht (s. bereits BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1983 IV&nbsp;A&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;7200-&nbsp;25\/83, BStBl I 1983, 262; in den Streitjahren Abschn.&nbsp;150 Abs.&nbsp;7 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000; jetzt: Abschn.&nbsp;10.2 Abs.&nbsp;7 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses), handelt es sich um norminterpretierende Verwaltungsanweisungen, die die Gerichte nicht binden (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 243, 419, BStBl II 2014, 411; vom 3.&nbsp;Juli 2014 V&nbsp;R&nbsp;1\/14, BFHE 246, 562, BFH\/NV 2014, 2014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ob angesichts dieser Grunds&auml;tze die &uuml;bereinstimmende Annahme der Beteiligten, die Leistungen&nbsp;I seien nicht steuerbar, zutreffend ist, kann nicht beurteilt werden. Das FG hat n&auml;mlich keine Feststellungen zu dem konkreten Inhalt der Projekte des Kl&auml;gers, zu den zugrunde liegenden Rechtsverh&auml;ltnissen mit den Zahlenden (BA, Land und Landkreis), den (vom FG nicht festgestellten) Beg&uuml;nstigten (eventuell z.B. Kommunen, Vereine oder Landwirte) und den Teilnehmern (z.B. Langzeitarbeitslose) sowie zu den Grundlagen f&uuml;r die &quot;Zusch&uuml;sse&quot; getroffen. Kann anhand der Feststellungen des FG nicht nachgepr&uuml;ft werden, ob das FG zu Recht zu einem bestimmten Ergebnis gelangt ist, liegt ein materieller Fehler vor, der ohne R&uuml;ge zur Aufhebung der Vorentscheidung f&uuml;hrt (vgl. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Februar 2001 III&nbsp;R&nbsp;12\/98, BFH\/NV 2001, 899, unter II.3.; vom 6.&nbsp;Oktober 2004 VI&nbsp;R&nbsp;107\/01, juris; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;100&nbsp;ff., m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch ist das FG nicht der Frage nachgegangen, ob die Zusch&uuml;sse des Landkreises, des Landes und der BA Entgelt von dritter Seite f&uuml;r steuerbare Ums&auml;tze des Kl&auml;gers an die Beg&uuml;nstigten oder die Teilnehmer der Projekte sein k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG geh&ouml;rt &quot;zum Entgelt auch, was ein anderer als der Leistungsempf&auml;nger dem Unternehmer f&uuml;r die Leistung gew&auml;hrt&quot;. Diese Vorschrift setzt Art.&nbsp;11 Teil&nbsp;A Buchst.&nbsp;a Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG um, wonach zur Besteuerungsgrundlage alles z&auml;hlt, was den Wert der Gegenleistung bildet, die der Lieferer oder Dienstleistende f&uuml;r diese Ums&auml;tze vom Abnehmer oder Dienstleistungsempf&auml;nger oder von einem Dritten erh&auml;lt oder erhalten soll, &quot;einschlie&szlig;lich der unmittelbar mit dem Preis dieser Ums&auml;tze zusammenh&auml;ngenden Subventionen&quot; (vgl. dazu auch EuGH-Urteile Office des produits wallons vom 22.&nbsp;November 2001 C-184\/00, EU:C:2001:629, Umsatzsteuer-Rundschau 2002, 177; Kommission\/Schweden vom 15.&nbsp;Juli 2004 C-463\/02, EU:C:2004:455, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 9.&nbsp;Oktober 2003 V&nbsp;R&nbsp;51\/02, BFHE 203, 515, BStBl II 2004, 322, Leitsatz; vom 26.&nbsp;September 2012 V&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFHE 239, 369, BFH\/NV 2013, 486, Rz&nbsp;14; vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 V&nbsp;R&nbsp;4\/13, BFHE 245, 397, BFH\/NV 2014, 1470) geh&ouml;ren Zahlungen der &ouml;ffentlichen Hand an einen Unternehmer, der Leistungen an Dritte erbringt &#8211;unabh&auml;ngig von der Bezeichnung als &quot;Zuschuss&quot;&#8211;, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG zum Entgelt f&uuml;r diese Ums&auml;tze, wenn<br \/>&#8211; der Zuschuss dem Leistungsempf&auml;nger zugutekommt,<br \/>&#8211; der Zuschuss gerade f&uuml;r die Erbringung einer bestimmten Leistung gezahlt wird und<br \/>&#8211; mit der Verpflichtung der den Zuschuss gew&auml;hrenden Stelle zur Zuschusszahlung das Recht des Zahlungsempf&auml;ngers (Unternehmers) auf Auszahlung des Zuschusses einhergeht, wenn er einen steuerbaren Umsatz bewirkt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 1988 V&nbsp;R&nbsp;101\/85 (BFH\/NV 1989, 327) hat der BFH angenommen, dass Zahlungen der Tr&auml;ger der Sozialhilfe an eine gemeinn&uuml;tzige Einrichtung Entgelt f&uuml;r eine Leistung der Einrichtung an die Nutzer der Einrichtung sind. Im BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1996 V&nbsp;R&nbsp;35\/95 (BFH\/NV 1997, 155) hat der BFH dies f&uuml;r Zahlungen an einen Verein als Betriebshelfereinrichtung bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob gemessen daran die Zusch&uuml;sse des Landkreises, des Landes und der BA Entgelt von dritter Seite f&uuml;r eine steuerbare Leistung des Kl&auml;gers an die Teilnehmer oder ggf. an die Beg&uuml;nstigten der Projekte sein k&ouml;nnten, was das FG konkludent verneint hat, kann ebenfalls nicht beurteilt werden; denn das Urteil des FG enth&auml;lt dazu keine ausreichenden Feststellungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG wird die zur Beurteilung der genannten Vorfragen notwendigen tats&auml;chlichen Feststellungen nachholen und die bestehenden Rechtsverh&auml;ltnisse w&uuml;rdigen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sollten die Leistungen des Kl&auml;gers steuerbar sein, wird das FG der Frage nachgehen m&uuml;ssen, ob die Ums&auml;tze nach nationalem Recht (z.B. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 oder 22 UStG) oder &#8211;sollte sich der Kl&auml;ger darauf berufen&#8211; ggf. nach Unionsrecht (z.B. Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g oder i der Richtlinie 77\/388\/EWG) steuerfrei sind. Der als gemeinn&uuml;tzig anerkannte Kl&auml;ger, dem die Kosten von Sozialleistungstr&auml;gern erstattet worden sind, k&ouml;nnte eine anerkannte Einrichtung sein (vgl. BFH-Urteil in BFHE 217, 59, BStBl II 2010, 999, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) K&auml;me es danach f&uuml;r den Erfolg oder Misserfolg der Klage noch auf die zwischen den Beteiligten streitige Rechtsfrage an, weist der Senat auf das BFH-Urteil vom 24.&nbsp;September 2014 V&nbsp;R&nbsp;54\/13 (BFH\/NV 2015, 364, unter II.2.b) hin: Zu dem bei einer Vorsteueraufteilung analog &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG im Rahmen einer Sch&auml;tzung ma&szlig;geblichen &quot;Gesamtumsatz&quot; geh&ouml;ren auch Zusch&uuml;sse, weil sie den Umfang der nicht steuerbaren T&auml;tigkeit des Unternehmers widerspiegeln. Die konkrete W&uuml;rdigung, ob ein dazu vorrangiger, direkter und unmittelbarer Zusammenhang mit besteuerten Ums&auml;tzen besteht, obliegt dem FG (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 364, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 1215, unter 2., Rz&nbsp;3, 4 und 7 folgt insoweit nichts anderes; denn der Senat hat es in Rz&nbsp;7 als nicht hinreichend dargelegt angesehen, aus welchen Rechtsgr&uuml;nden bei der gebotenen sch&auml;tzungsweisen Aufteilung der Vorsteuern von der &ouml;ffentlichen Hand gezahlte, echte Zusch&uuml;sse unber&uuml;cksichtigt bleiben sollten, d.h. die Vorsteuern ausschlie&szlig;lich dem unternehmerischen Bereich zuzuordnen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.4.2015, XI R 10\/14 Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Ma&szlig;nahmen der Arbeitsmarktf&ouml;rderung Leits&auml;tze 1. F&uuml;hrt ein Verein u.a. f&uuml;r Langzeitarbeitslose Arbeitsf&ouml;rderungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsma&szlig;nahmen durch, die durch Zahlungen eines Landkreises, eines Bundeslandes bzw. der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit finanziert werden, handelt es sich um umsatzsteuerbare Leistungen des Vereins, wenn dessen Leistungen derart mit den Zahlungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-10-14-umsatzsteuerrechtliche-behandlung-von-massnahmen-der-arbeitsmarktfoerderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;10\/14 &#8211; Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Ma&szlig;nahmen der Arbeitsmarktf&ouml;rderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64872","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64872"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64872\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}