{"id":6488,"date":"2012-11-30T21:30:43","date_gmt":"2012-11-30T19:30:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6488"},"modified":"2012-11-30T21:30:43","modified_gmt":"2012-11-30T19:30:43","slug":"vii-r-44-07-grundlage-der-milchpraemienberechnung-bei-hinzuerwerb-einer-quote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-44-07-grundlage-der-milchpraemienberechnung-bei-hinzuerwerb-einer-quote\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;44\/07 &#8211; Grundlage der Milchpr&auml;mienberechnung bei Hinzuerwerb einer Quote"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2012, VII R 44\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Grundlage der Milchpr&auml;mienberechnung bei Hinzuerwerb einer Quote<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) betreiben in Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts Milcherzeugung und verkaufen ihre Milch an eine Molkerei. Den Kl&auml;gern stand im Milchwirtschaftsjahr (Zw&ouml;lfmonatszeitraums) 2004\/2005 zun&auml;chst eine Anlieferungsreferenzmenge (Milchquote) von 553.678&nbsp;kg zur Verf&uuml;gung; eine Referenzmenge von weiteren 50.000&nbsp;kg hatten sie seit 2000 verpachtet. Dieser Pachtvertrag wurde im Februar 2005 aufgel&ouml;st. Das Amt f&uuml;r den l&auml;ndlichen Raum des Landrats erteilte ihnen daraufhin eine Bescheinigung &uuml;ber die R&uuml;ckgew&auml;hr der betreffenden Referenzmenge. In dem Bescheid ist in einem &quot;Hinweis&quot; erg&auml;nzend ausgef&uuml;hrt, dass sie diese Quote im laufenden Milchwirtschaftsjahr 2004\/2005 nur noch insoweit ausnutzen k&ouml;nnten, als der P&auml;chter sie nicht bereits ausgesch&ouml;pft habe; dies werde die Molkerei berechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der P&auml;chter die Quote bereits voll ausgenutzt hatte, teilte die Molkerei den Kl&auml;gern mit, ihre Quote betrage zum 1.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;553.678&nbsp;kg und ab 1.&nbsp;April 2005&nbsp;&nbsp;603.678&nbsp;kg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 3.&nbsp;Juni 2005 erteilte die Molkerei den Kl&auml;gern ferner eine Bescheinigung, ihnen stehe am 31. M&auml;rz 2005 f&uuml;r den Zw&ouml;lfmonatszeitraum 2004\/2005 eine Anlieferungs-Referenzmenge in H&ouml;he von 553.678&nbsp;kg zu. Gegen diese zum Zwecke der Festsetzung einer Milchpr&auml;mie nach Ma&szlig;gabe der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1782\/2003 mit gemeinsamen Regeln f&uuml;r Direktzahlungen im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik und mit bestimmten St&uuml;tzungsregelungen f&uuml;r Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L 270\/1) erteilte Bescheinigung haben die Kl&auml;ger nach erfolglosem Einspruchsverfahren Klage erhoben. Diese f&uuml;hrte zur &Auml;nderung der Bescheinigung dahin, dass den Kl&auml;gern f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;April 2004 bis 28.&nbsp;Februar 2005 eine Anlieferungs-Referenzmenge in H&ouml;he von 553.678&nbsp;kg und f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2005 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2005 eine Anlieferungs-Referenzmenge in H&ouml;he von 603.678&nbsp;kg zur Verf&uuml;gung steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Beklagten und Revisionskl&auml;gers (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) der geltend macht, bei der Berechnung einer Milchpr&auml;mie sei eine w&auml;hrend des vorherigen Zw&ouml;lfmonatszeitraums &uuml;bergegangene Milchquote nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Der erkennende Senat hat hierzu mit Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2009 dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ein Ersuchen um Vorabentscheidung vorgelegt, das der EuGH mit dem Urteil in den verbundenen Rechtssachen C-230\/09 und C-231\/09 vom 5.&nbsp;Mai 2011 (Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2011, 185) wie folgt beantwortet hat:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Der Begriff &quot;pr&auml;mienf&auml;hige einzelbetriebliche Referenzmenge, &uuml;ber die der Betrieb verf&uuml;gt&quot; in Art.&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1782\/2003 des Rates vom 29.&nbsp;September 2003 mit gemeinsamen Regeln f&uuml;r Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und mit bestimmten St&uuml;tzungsregelungen f&uuml;r Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe &#8230;, der dem in Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;k der Verordnung Nr.&nbsp;1788\/2003 in der durch die Verordnung Nr.&nbsp;2217\/2004 ge&auml;nderten Fassung definierten Begriff der &quot;verf&uuml;gbaren Referenzmenge&quot; entspricht, ist so auszulegen, dass er dann, wenn einem Erzeuger w&auml;hrend des ma&szlig;gebenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums eine Referenzmenge &uuml;bertragen worden ist, auf die vom &Uuml;bertragenden w&auml;hrend desselben Zeitraums bereits Milch geliefert worden war, auf Seiten des Empf&auml;ngers nicht den Teil der &uuml;bertragenen Referenzmenge umfasst, auf den vom &Uuml;bertragenden bereits abgabenfrei Milch geliefert worden war.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA sieht sich durch diese Entscheidung in seinem Rechtsstandpunkt best&auml;tigt und beantragt, das Urteil des Finanzgerichts (FG) aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Vorbringen der Kl&auml;ger ergibt sich der Antrag, die Revision des HZA zur&uuml;ckzuweisen; sie haben sich jedoch nach Ergehen der Entscheidung des EuGH zu dem Verfahren nicht mehr ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der Beigetretene hat zu der Vorabentscheidung keine Stellungnahme abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des Urteils des FG und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Vorabentscheidung des EuGH steht einem Milcherzeuger, der w&auml;hrend eines laufenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums eine bereits belieferte Milchquote oder einen Teil einer solchen Milchquote erworben hat, keine Milchpr&auml;mie zu, bei welcher diese Quote mit zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re. Wegen der Einzelheiten dieser rechtlichen W&uuml;rdigung, an die der erkennende Senat bei seiner Entscheidung gebunden ist, wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Vorabentscheidung verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von vorgenanntem Grundsatz ist das HZA in seiner Einspruchsentscheidung ausgegangen. Da die in der angefochtenen Bescheinigung enthaltene Festsetzung mithin rechtm&auml;&szlig;ig ist, ist die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2012, VII R 44\/07 Grundlage der Milchpr&auml;mienberechnung bei Hinzuerwerb einer Quote Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) betreiben in Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts Milcherzeugung und verkaufen ihre Milch an eine Molkerei. Den Kl&auml;gern stand im Milchwirtschaftsjahr (Zw&ouml;lfmonatszeitraums) 2004\/2005 zun&auml;chst eine Anlieferungsreferenzmenge (Milchquote) von 553.678&nbsp;kg zur Verf&uuml;gung; eine Referenzmenge von weiteren 50.000&nbsp;kg &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-44-07-grundlage-der-milchpraemienberechnung-bei-hinzuerwerb-einer-quote\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;44\/07 &#8211; Grundlage der Milchpr&auml;mienberechnung bei Hinzuerwerb einer Quote<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6488"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6488\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}