{"id":64885,"date":"2015-09-03T17:10:22","date_gmt":"2015-09-03T15:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64885"},"modified":"2015-09-03T17:10:22","modified_gmt":"2015-09-03T15:10:22","slug":"iv-r-1-12-minderheitsbeteiligung-des-kommanditisten-von-weniger-als-10-an-der-komplementaer-gmbh-regelmaessig-kein-notwendiges-sonderbetriebsvermoegen-ii-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-1-12-minderheitsbeteiligung-des-kommanditisten-von-weniger-als-10-an-der-komplementaer-gmbh-regelmaessig-kein-notwendiges-sonderbetriebsvermoegen-ii-2\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;1\/12 &#8211; Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten von weniger als 10 % an der Komplement&auml;r-GmbH regelm&auml;&szlig;ig kein notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen II"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2015, IV R 1\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten von weniger als 10 % an der Komplement&auml;r-GmbH regelm&auml;&szlig;ig kein notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen II<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten an der gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugten Komplement&auml;r-GmbH von weniger als 10 % ist nicht dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen II zuzuordnen, wenn &#8211;ausgehend vom gesetzlich normierten Regelfall&#8211; in den Angelegenheiten der Gesellschaft die Abstimmung nach der Mehrheit der abgegebenen Stimmen erfolgt. Dies gilt auch, wenn die Komplement&auml;r-GmbH au&szlig;ergew&ouml;hnlich hoch am Gewinn der KG beteiligt ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 10. Dezember 2010&nbsp;&nbsp;13 K 1724\/07 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarb im Jahr 1996 Kommanditanteile in H&ouml;he von 5&nbsp;% an der R-GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG (Beigeladene, im Weiteren: R-KG) und 5&nbsp;% der Anteile an deren Komplement&auml;rin, der H-GmbH. Die T&auml;tigkeit der nicht am Verm&ouml;gen beteiligten H-GmbH beschr&auml;nkt sich auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der R-KG, einen eigenen Gesch&auml;ftsbetrieb unterh&auml;lt sie nicht. Am Gewinn der R-KG sind die H-GmbH mit 99&nbsp;% und die beiden Kommanditisten, der Kl&auml;ger und die mit 95&nbsp;% beteiligte X-KG, insgesamt mit 1&nbsp;% entsprechend dem Verh&auml;ltnis ihrer Kommanditanteile beteiligt. Die R-KG ermittelt ihren Gewinn f&uuml;r das abweichende Wirtschaftsjahr vom 1.&nbsp;April bis 31.&nbsp;M&auml;rz. Sie &uuml;bt aufgrund eines Betriebs&uuml;berlassungsvertrags seit Januar 1997 keine eigene aktive T&auml;tigkeit mehr aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 23.&nbsp;November 2001 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger sowohl seinen Gesch&auml;ftsanteil an der H-GmbH (im Weiteren auch: GmbH-Anteil) als auch seinen Kommanditanteil an der R-KG. Die Verkaufserl&ouml;se betrugen 3.728.178,50&nbsp;DM f&uuml;r den GmbH-Anteil und 35.721,50&nbsp;DM f&uuml;r den Kommanditanteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des GmbH-Anteils erfasste die R-KG in der Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r 2002 nicht, da dieser im Privatverm&ouml;gen des Kl&auml;gers angefallen sei. Demgegen&uuml;ber ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung davon aus, dass der GmbH-Anteil dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II des Kl&auml;gers bei der R-KG zuzuordnen sei. Er stellte mit ge&auml;ndertem Bescheid vom 27.&nbsp;Mai 2004 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung 2002 f&uuml;r den Kl&auml;ger einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.922.015&nbsp;EUR fest, von dem 1.904.909&nbsp;EUR auf den GmbH-Anteil und 17.106&nbsp;EUR auf den Kommanditanteil entfielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch und die Klage, mit der sich der Kl&auml;ger gegen die Zuordnung des GmbH-Anteils zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II wendete, hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass die Beteiligung des Kl&auml;gers an der H-GmbH notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II bei der R-KG sei. Denn die Teilhabe des Kl&auml;gers an den Gewinnen der R-KG sei im Wesentlichen aufgrund seiner Beteiligung an der H-GmbH erfolgt. Die Beteiligung an der H-GmbH sei daher als funktional wesentliche Betriebsgrundlage der R-KG zu qualifizieren. Trotz der der H-GmbH zukommenden Abschirmwirkung entspreche bei wirtschaftlicher Betrachtung die &uuml;ber die H-GmbH vermittelte mittelbare Gesellschafterstellung einer wirtschaftlich nicht unbedeutenden Erweiterung der bestehenden Kommanditbeteiligung des Kl&auml;gers bei der R-KG. Die Beteiligung des Kl&auml;gers an der R-KG werde dadurch gest&auml;rkt. Es sei nicht erforderlich, dass die Beteiligung an der Komplement&auml;r-GmbH einen beherrschenden Einfluss vermittele. Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Annahme von Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II best&uuml;nden nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung 2002 vom 27.&nbsp;Mai 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;April 2007 dahingehend zu &auml;ndern, dass der f&uuml;r den Kl&auml;ger festgestellte tarifbeg&uuml;nstigte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus Gewerbebetrieb auf 17.106&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die bisherigen Feststellungen des FG tragen nicht dessen W&uuml;rdigung, dass die Beteiligung des Kl&auml;gers an der H-GmbH als notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II anzusehen und deshalb der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Gesch&auml;ftsanteils an der H-GmbH als tarifbeg&uuml;nstigter (Sonder-)Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des Kl&auml;gers im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung der R-KG f&uuml;r das Streitjahr festzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen einer gewerblich t&auml;tigen Personengesellschaft geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zus&auml;tzlich zu den im Gesamthandseigentum der Mitunternehmer stehenden Wirtschaftsg&uuml;tern auch solche Wirtschaftsg&uuml;ter, die einem Mitunternehmer geh&ouml;ren, wenn sie geeignet und bestimmt sind, dem Betrieb der Personengesellschaft (Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;I) oder der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft (Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II) zu dienen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;Februar 2005 IV&nbsp;R&nbsp;12\/03, BFHE 209, 262, BStBl II 2006, 361, unter&nbsp;I.1. der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat h&auml;lt an der st&auml;ndigen Rechtsprechung fest, dass Wirtschaftsg&uuml;ter, die einem Mitunternehmer geh&ouml;ren und ausschlie&szlig;lich der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft dienen, dem Betriebsverm&ouml;gen der Personengesellschaft als sog. Sonderbetriebsverm&ouml;gens&nbsp;II zuzuordnen sind (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Oktober 1975 I&nbsp;R&nbsp;16\/73, BFHE 117, 164, BStBl II 1976, 188; vom 6.&nbsp;Februar 1976 III&nbsp;R&nbsp;93\/74, BFHE 118, 475, BStBl II 1976, 412; vom 12.&nbsp;November 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;286\/81, BFHE 145, 62, BStBl II 1986, 55; vom 6.&nbsp;Juli 1989 IV&nbsp;R&nbsp;62\/86, BFHE 157, 551, BStBl II 1989, 890; zuletzt vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;13\/08, BFH\/NV 2012, 1112; mit umfangreichen Nachweisen zur Rechtsprechung). Die Einbeziehung des Sonderbetriebsverm&ouml;gens&nbsp;II in die Gewinnermittlung der Mitunternehmerschaft beruht auf einer Auslegung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;4&nbsp;ff. und &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Dezember 1979 I&nbsp;R&nbsp;184\/76, BFHE 129, 169 , BStBl II 1980, 119; in BFHE 157, 551, BStBl II 1989, 890) und bewegt sich innerhalb der Grenzen verfassungsrechtlich zul&auml;ssiger richterlicher Rechtsfortbildung (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22.&nbsp;Dezember 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1333\/89, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1993, 603). Der BFH hat sich mit den vom Kl&auml;ger unter Berufung auf die einschl&auml;gige Kommentarliteratur gegen diese Rechtsprechung vorgebrachten Argumenten (u.a. Knobbe-Keuk, Festschrift f&uuml;r Hugo von Wallis, 1985, 373; Sch&ouml;n, DStR 1993, 185; Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II nur, soweit Sonderverg&uuml;tung vorliegt: Bitz in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;73) bereits ausf&uuml;hrlich auseinandergesetzt. Der Senat kann dem Vorbringen auch keine neuen rechtlichen Gesichtspunkte entnehmen, die eine Aufgabe der gefestigten Rechtsprechung rechtfertigen k&ouml;nnten (vgl. aus j&uuml;ngerer Zeit u.a. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;November 2009 I&nbsp;R&nbsp;72\/08, BFHE 227, 445, BStBl II 2010, 471; vom 17.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;R&nbsp;51\/08, BFH\/NV 2012, 723, und in BFH\/NV 2012, 1112).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II ist anzunehmen, wenn die dem Mitunternehmer geh&ouml;renden Wirtschaftsg&uuml;ter zur Begr&uuml;ndung oder St&auml;rkung seiner Beteiligung eingesetzt werden. Ein solches Wirtschaftsgut kann auch die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft sein (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1112, Rz&nbsp;53&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Beteiligung des Kl&auml;gers an der H-GmbH ersichtlich nicht der Begr&uuml;ndung seiner Mitunternehmerstellung an der R-KG gedient hat, kann im Streitfall eine Zuordnung der Beteiligung zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II nur dann in Betracht kommen, wenn durch die Beteiligung des Kl&auml;gers an der H-GmbH dessen Mitunternehmerstellung in der R-KG gest&auml;rkt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft kann die Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft sowohl dadurch st&auml;rken, dass sie f&uuml;r das Unternehmen der Personengesellschaft wirtschaftlich vorteilhaft ist (BFH-Urteile in BFHE 209, 262, BStBl II 2006, 361, unter&nbsp;I.2. der Gr&uuml;nde, und in BFH\/NV 2012, 1112, Rz&nbsp;54&nbsp;ff., m.w.N.), als auch dadurch, dass sie der Mitunternehmerstellung selbst dient, weil durch die Beteiligung an der Kapitalgesellschaft der Einfluss des Gesellschafters in der Personengesellschaft steigt bzw. gest&auml;rkt wird (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Mai 1976 IV&nbsp;R&nbsp;4\/75, BFHE 119, 256, BStBl II 1976, 617, und in BFH\/NV 2012, 1112, Rz&nbsp;62, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein wirtschaftlicher Vorteil der Kapitalbeteiligung f&uuml;r das Unternehmen der Personengesellschaft wird nach der Rechtsprechung regelm&auml;&szlig;ig nur dann bejaht, wenn zwischen dem Unternehmen der Personengesellschaft und demjenigen der Kapitalgesellschaft eine enge wirtschaftliche Verflechtung besteht, der Mitunternehmer der Personengesellschaft &#8211;ggf. zusammen mit anderen Mitunternehmern&#8211; die Kapitalgesellschaft beherrscht und die Kapitalgesellschaft neben ihren gesch&auml;ftlichen Beziehungen zur Personengesellschaft keinen anderen eigenen Gesch&auml;ftsbetrieb von nicht ganz untergeordneter Bedeutung unterh&auml;lt (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Januar 2001 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/99, BFHE 194, 397, BStBl II 2001, 825; in BFH\/NV 2012, 723, und in BFH\/NV 2012, 1112, jeweils mit umfangreichen Rechtsprechungsnachweisen). In einem besonderen Ausnahmefall hat die Rechtsprechung die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II zugeordnet, obwohl durch die dort in Streit stehende Beteiligung in H&ouml;he von 25&nbsp;% kein beherrschender Einfluss auf die Kapitalgesellschaft vermittelt wurde (BFH-Urteil in BFHE 194, 397, BStBl II 2001, 825). Die dienende Funktion der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft f&uuml;r den Kommanditisten wurde jedoch daraus abgeleitet, dass die Kapitalgesellschaft, die keinen eigenen Gesch&auml;ftsbetrieb unterhielt, ihrerseits als Kommanditistin mit 50&nbsp;% an dem Festkapital der Personengesellschaft beteiligt war und durch deren Hafteinlage die Finanzkraft der Personengesellschaft gest&auml;rkt worden sei. Der Kommanditist habe daher statt durch Erh&ouml;hung seiner Kommanditeinlage mit der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft mittelbar einen Beitrag zur Erreichung des Gesellschaftszwecks der Personengesellschaft erbracht (BFH-Urteil in BFHE 194, 397, BStBl II 2001, 825, unter&nbsp;2.c&nbsp;aa der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter dem Gesichtspunkt der St&auml;rkung der Mitunternehmerstellung des Gesellschafters ist das Vorliegen von Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II insbesondere dann bejaht worden, wenn sich der Kommanditist einer GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG an der Komplement&auml;r-GmbH beteiligt, es sei denn, dass die Komplement&auml;r-GmbH au&szlig;er ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeit f&uuml;r die KG noch einen eigenen Gesch&auml;ftsbetrieb von nicht ganz untergeordneter Bedeutung aus&uuml;bt. Der BFH hat die Zuordnung der Anteile an der Komplement&auml;r-GmbH zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II ma&szlig;geblich damit begr&uuml;ndet, dass diese Beteiligung die Stellung des Kommanditisten als Mitunternehmer bei der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG st&auml;rke, weil er durch die Wahrnehmung seiner Rechte aus der Beteiligung an der Komplement&auml;r-GmbH die M&ouml;glichkeiten seiner Einflussnahme auf die GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG erweitere (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 31.&nbsp;Oktober 1989 VIII&nbsp;R&nbsp;374\/83, BFHE 159, 434, BStBl II 1990, 677, m.w.N., unter&nbsp;1. der Gr&uuml;nde, und vom 15.&nbsp;Oktober 1998 IV&nbsp;R&nbsp;18\/98, BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286). Dem Kommanditisten, der grunds&auml;tzlich von der F&uuml;hrung der Gesch&auml;fte bei der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG ausgeschlossen sei, er&ouml;ffne sich n&auml;mlich auf Grund seiner Stellung als Anteilseigner der gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden GmbH die M&ouml;glichkeit, &uuml;ber diese Beteiligung auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der KG einen besonderen Einfluss auszu&uuml;ben und diese letztlich mitzubestimmen (BFH-Urteile in BFHE 129, 169, BStBl II 1980, 119, und vom 11.&nbsp;Dezember 1990 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/87 BFHE 164, 20, BStBl II 1991, 510).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ungeachtet der von der Rechtsprechung geforderten Einflussnahme des Gesellschafters auf die Komplement&auml;r-GmbH wurde die H&ouml;he der Beteiligungsquote regelm&auml;&szlig;ig nicht weiter thematisiert, entweder deshalb nicht, weil die Gesellschafter der Personengesellschaft in ihrer Gesamtheit die wesentlichen Anteile an der Komplement&auml;r-GmbH hielten, oder aber weil der Anteil an der Komplement&auml;r-GmbH jedenfalls &uuml;ber 20&nbsp;% lag (BFH-Urteile in BFHE 117, 164, BStBl II 1976, 188; in BFHE 118, 475, BStBl II 1976, 412; in BFHE 129, 169, BStBl II 1980, 119; in BFHE 194, 397, BStBl II 2001, 825, und in BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286, zu dem insoweit vergleichbaren Fall der Einbeziehung der GmbH-Beteiligung zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II bei einer atypisch stillen Beteiligung an einer GmbH). Soweit in j&uuml;ngeren Entscheidungen des BFH ausgef&uuml;hrt wird, dass die Beteiligung an der Komplement&auml;r-GmbH (stets) zu dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II des Kommanditisten der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG geh&ouml;re, wenn sich die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der GmbH auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der KG beschr&auml;nke oder daneben ein eigener Gesch&auml;ftsbetrieb der GmbH von ganz untergeordneter Bedeutung bestehe (vgl. u.a. BFH-Urteile in BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286; in BFHE 194, 397, BStBl II 2001, 825, und in BFHE 227, 445, BStBl II 2010, 471), waren diese Ausf&uuml;hrungen nicht entscheidungserheblich. Diese Rechtsprechung wird ganz &uuml;berwiegend von der Literatur (vgl. u.a. Bl&uuml;mich\/Bode, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;461a; Schneider in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;739; Schmidt\/Wacker, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;714; anderer Ansicht Bitz in Littmann\/Bitz\/Pust, a.a.O., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;73, sowie Knobbe-Keuk, Festschrift f&uuml;r Hugo von&nbsp;Wallis, 1985, 373; Sch&ouml;n, DStR 1993, 185, Letztere die Zuordnung von Wirtschaftsg&uuml;tern zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II grunds&auml;tzlich ablehnend) und der Finanzverwaltung (vgl. u.a. Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; M&uuml;nster vom 6.&nbsp;November 2008 S&nbsp;2242-21-St&nbsp;12-33, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2009, 108, unter&nbsp;I.; Senatsverwaltung f&uuml;r Finanzen &#8211;SenFin&#8211; Berlin vom 27.&nbsp;Dezember 2010 III&nbsp;B&nbsp;-S&nbsp;2241- 3\/2003, juris, unter&nbsp;1.; OFD Rheinland vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011, S&nbsp;2242-25-St&nbsp;111, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2011, 489, unter&nbsp;I.) geteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Unter Heranziehung der unter&nbsp;II.1.c&nbsp;bb dargelegten Grunds&auml;tze ist eine Beteiligung des Kommanditisten an der gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugten Komplement&auml;r-GmbH grunds&auml;tzlich nicht dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II zuzuordnen, wenn er auf Grund der H&ouml;he der Beteiligung nicht in der Lage ist, &uuml;ber diese Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der KG zu nehmen. Eine solche Einflussnahme ist jedenfalls bei einem Gesellschafter, dessen Gesch&auml;ftsanteil an der Komplement&auml;r-GmbH unter 10&nbsp;% liegt, regelm&auml;&szlig;ig ausgeschlossen. In diesem Fall ist es, ausgehend von dem in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG) gesetzlich normierten Regelfall, wonach die Abstimmung in der Gesellschaft nach der Mehrheit der abgegebenen Stimmen erfolgt (zu dem atypischen Fall, dass Beschl&uuml;sse einstimmig gefasst werden m&uuml;ssen, siehe unter&nbsp;II.1.c&nbsp;dd), dem Gesellschafter unter keinem denkbaren Gesichtspunkt m&ouml;glich, auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Komplement&auml;r-GmbH und damit mittelbar auf deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungst&auml;tigkeit in der KG Einfluss zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung in der GmbH obliegt ausschlie&szlig;lich dem oder den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer(n) (&sect;&nbsp;6 GmbHG). Die Bestellung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ist zu jeder Zeit widerruflich (&sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 GmbHG). Den Gesellschaftern obliegt die Bestellung, die Abberufung und die Entlastung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (&sect;&nbsp;46 Nr.&nbsp;5 GmbHG) sowie die Bestimmung der Ma&szlig;regeln zur Pr&uuml;fung und &Uuml;berwachung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (&sect;&nbsp;46 Nr.&nbsp;6 GmbHG). Durch diese den Gesellschaftern der GmbH einger&auml;umten Rechte und Befugnisse wird sichergestellt, dass diese ma&szlig;geblichen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung aus&uuml;ben und ihren gesch&auml;ftlichen Willen auch durchsetzen k&ouml;nnen. Ihre Rechte und Befugnisse gegen&uuml;ber der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung nehmen die Gesellschafter, ausgehend von dem in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 GmbHG gesetzlich normierten Regelfall, durch Beschlussfassung nach der Mehrheit der abgegebenen Stimmen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 GmbHG im Rahmen der Gesellschafterversammlung wahr. Die Stimmrechte folgen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 GmbHG der Summe des Gesch&auml;ftsanteils. Will der Gesellschafter Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung nehmen, muss grunds&auml;tzlich die Mehrheit der Gesch&auml;ftsanteile in einer Hand vereint sein. Ein Minderheitsgesellschafter, der weniger als 10&nbsp;% der Gesch&auml;ftsanteile h&auml;lt, kann danach regelm&auml;&szlig;ig keinen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung aus&uuml;ben, was deshalb einer Zuordnung dieser Gesch&auml;ftsanteile zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II dieses Gesellschafters bei der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Ob die Zuordnung der Gesch&auml;ftsanteile zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II bei einem Minderheitsgesellschafter, der mindestens 10&nbsp;% der Gesch&auml;ftsanteile h&auml;lt, gerechtfertigt ist, weil ihm die besonderen Minderheitenrechte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 GmbHG zustehen, oder ob dies (erst) bei einem Gesellschafter zu bejahen ist, der mehr als 25&nbsp;% der Gesch&auml;ftsanteile h&auml;lt und damit &uuml;ber eine Sperrminorit&auml;t i.S. des &sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 GmbHG verf&uuml;gt, braucht der Senat im Streitfall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Anteile an der Komplement&auml;r-GmbH sind bei einem Gesellschafter, der weniger als 10&nbsp;% der Gesch&auml;ftsanteile h&auml;lt, auch dann nicht dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II bei der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG zuzuordnen, wenn die Komplement&auml;r-GmbH am Gewinn der KG beteiligt ist. Vermittelt die Beteiligung an der Komplement&auml;r-GmbH keinen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der KG, kann allein der Umstand, dass der Kommanditist mittelbar &uuml;ber die Komplement&auml;r-GmbH am Gewinn der KG beteiligt ist, seine Mitunternehmerstellung nicht st&auml;rken. Die mittelbare Gesellschafterstellung &uuml;ber die am Gewinn beteiligte Komplement&auml;r-GmbH kann auch nicht im Wege einer wirtschaftlichen Betrachtung als eine Erweiterung der bestehenden Kommanditbeteiligung verstanden und deshalb dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II der KG zugeordnet werden (so aber bei der Einstufung der Komplement&auml;r-Beteiligung als funktional wesentliche Betriebsgrundlage: OFD M&uuml;nster in GmbHR 2009, 108, unter&nbsp;I.; SenFin Berlin vom 27.&nbsp;Dezember 2010 III&nbsp;B&nbsp;-S&nbsp;2241-&nbsp;3\/2003, juris, unter&nbsp;1.; OFD Rheinland in FR 2011, 489, unter&nbsp;I.; anders hingegen OFD Frankfurt am&nbsp;Main vom 13.&nbsp;Februar 2014 S&nbsp;2134&nbsp;A-14-St&nbsp;213, juris, unter Rz&nbsp;13&nbsp;ff.). Eine solche Betrachtung w&uuml;rde die dienende Funktion der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft f&uuml;r die Mitunternehmerstellung des Kommanditisten v&ouml;llig au&szlig;er Acht lassen und die Abschirmwirkung negieren, die eine Kapitalgesellschaft als selbst&auml;ndiges Steuersubjekt entfaltet (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;64\/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639). Die Minderheitsbeteiligung an der am Gewinn beteiligten Komplement&auml;r-GmbH dient daher regelm&auml;&szlig;ig dem Anlageinteresse des Kommanditisten der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG und ist dessen Privatverm&ouml;gen zuzuordnen. Dass der Aspekt der Kapitalanlage in den Vordergrund der Investitionsentscheidung des Kommanditisten tritt, wird umso deutlicher, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die operativen Gewinne aus der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG dem Kommanditisten nahezu vollst&auml;ndig &uuml;ber die Gewinnaussch&uuml;ttungen der Komplement&auml;r-GmbH zuflie&szlig;en (hier Gewinnbeteiligung der Komplement&auml;r-GmbH in H&ouml;he von 99&nbsp;%).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Demgegen&uuml;ber ist eine Minderheitsbeteiligung stets dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen II zuzuordnen, wenn eine Beschlussfassung nur unter Mitwirkung des Minderheitsgesellschafters m&ouml;glich ist. Dazu kommt es, wenn der Gesellschaftsvertrag abweichend von dem in &sect; 47 Abs. 1 GmbHG geregelten Prinzip der einfachen Mehrheit f&uuml;r die Aus&uuml;bung der Rechte und Befugnisse der Gesellschafter nach &sect; 46 Nrn. 5 und 6 GmbHG eine Mehrheit von Stimmen verlangt, die nur unter Einschluss der Stimmen des Minderheitsgesellschafters erreicht werden kann, oder sogar Einstimmigkeit vorschreibt. In diesem Fall vermittelt die Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten an der Komplement&auml;r-GmbH einen erheblichen Einfluss auf deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und damit mittelbar auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der GmbH&nbsp;&#038;&nbsp;Co.&nbsp;KG. Da die Mitunternehmerstellung des Kommanditisten in der KG in diesem Fall durch die Beteiligung an der Komplement&auml;r-GmbH gest&auml;rkt wird, ist die Beteiligung dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II zuzuordnen. Dies gilt auch dann, wenn die Komplement&auml;r-GmbH an dem Gewinn der KG beteiligt ist. Die dann gebotene vorrangige Zuordnung des Anteils an der Komplement&auml;r-GmbH zum Betriebsverm&ouml;gen der KG steht einer Zuordnung dieser Beteiligung zum Privatverm&ouml;gen entgegen. Eine anteilige Zuordnung der Beteiligung zum Betriebs- und zum Privatverm&ouml;gen kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Zu Unrecht hat es die Minderheitsbeteiligung (5&nbsp;%) des Kl&auml;gers an der H-GmbH allein auf Grund der Gewinnbeteiligung der H-GmbH an der R-KG als notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II des Kl&auml;gers bei der R-KG eingestuft. Ausgehend von den unter&nbsp;II.1.c&nbsp;cc und&nbsp;dd dargelegten Grunds&auml;tzen kommt eine Zuordnung der Anteile an der H-GmbH zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen&nbsp;II jedoch nur dann in Betracht, wenn in deren Satzung abweichend von der gesetzlichen Regelung in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 GmbHG die Mehrheitserfordernisse f&uuml;r die den Gesellschaftern in &sect;&nbsp;46 Nrn.&nbsp;5 und&nbsp;6 GmbHG einger&auml;umten Rechte und Befugnisse so weit gesteigert worden w&auml;ren, dass eine Beschlussfassung ohne die Stimmen des Kl&auml;gers nicht m&ouml;glich w&auml;re. Das FG hat ausgehend von seiner Rechtsauffassung diesbez&uuml;gliche Feststellungen nicht getroffen. Es erh&auml;lt durch die Zur&uuml;ckverweisung die Gelegenheit, die insoweit fehlenden Feststellungen nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidung des FG stellt sich auch nicht ganz oder teilweise aus anderen Gr&uuml;nden als richtig dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Anders als das FA im Rahmen der m&uuml;ndlichen Verhandlung erstmals vorgetragen hat, sieht der Senat in der im Streitfall vorliegenden atypischen Gewinnverteilungsabrede keinen Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsm&ouml;glichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;42 der Abgabenordnung, der es rechtfertigen k&ouml;nnte, die hier in Streit stehenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne nach einer anderen Quote auf die Gesellschafter zu verteilen. Im &Uuml;brigen w&auml;re dem Senat eine diesbez&uuml;gliche Entscheidung auch verwehrt, da Gegenstand des Rechtstreits nur die Feststellung des tarifbeg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns des Kl&auml;gers ist. Die Gewinnverteilung als selbst&auml;ndige Besteuerungsgrundlage ist damit bestandskr&auml;ftig festgestellt und in dem vorliegenden Verfahren zu Grunde zu legen (vgl. zur Selbst&auml;ndigkeit der einzelnen Besteuerungsgrundlagen u.a. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764; vom 19.&nbsp;Juli 2011 IV&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFHE 234, 226, BStBl II 2011, 878, und vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;31\/09, BFH\/NV 2012, 1448).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2015, IV R 1\/12 Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten von weniger als 10 % an der Komplement&auml;r-GmbH regelm&auml;&szlig;ig kein notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen II Leits&auml;tze Die Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten an der gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugten Komplement&auml;r-GmbH von weniger als 10 % ist nicht dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen II zuzuordnen, wenn &#8211;ausgehend vom gesetzlich normierten Regelfall&#8211; in den Angelegenheiten der Gesellschaft die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-1-12-minderheitsbeteiligung-des-kommanditisten-von-weniger-als-10-an-der-komplementaer-gmbh-regelmaessig-kein-notwendiges-sonderbetriebsvermoegen-ii-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;1\/12 &#8211; Minderheitsbeteiligung des Kommanditisten von weniger als 10 % an der Komplement&auml;r-GmbH regelm&auml;&szlig;ig kein notwendiges Sonderbetriebsverm&ouml;gen II<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64885","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64885","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64885"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64885\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}