{"id":64893,"date":"2015-09-03T17:11:26","date_gmt":"2015-09-03T15:11:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64893"},"modified":"2015-09-03T17:11:26","modified_gmt":"2015-09-03T15:11:26","slug":"ix-r-32-14-gleitende-vermoegensuebergabe-anwendung-des-neuen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-32-14-gleitende-vermoegensuebergabe-anwendung-des-neuen-rechts\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;32\/14 &#8211; Gleitende Verm&ouml;gens&uuml;bergabe &#8211; Anwendung des neuen Rechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2015, IX R 32\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Gleitende Verm&ouml;gens&uuml;bergabe &#8211; Anwendung des neuen Rechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Versorgungsleistungen im Zusammenhang mit der gleitenden &Uuml;bergabe von Privatverm&ouml;gen k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich auch weiterhin als Rente oder dauernde Last abgezogen werden, wenn die Verm&ouml;gens&uuml;bertragung vor dem 1. Januar 2008 vereinbart worden ist und wenn die Voraussetzungen von &sect; 52 Abs. 23e Satz 2 EStG i.d.F. durch das JStG 2008 nicht vorliegen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Es kommt insofern nicht darauf an, in welchem Zeitpunkt der Nie&szlig;brauch abgel&ouml;st und die Versorgungsleistung vereinbart worden sind. Unerheblich ist auch, ob die Abl&ouml;sung des Nie&szlig;brauchs und der Zeitpunkt bereits im &Uuml;bergabevertrag verbindlich vereinbart waren (entgegen BMF-Schreiben vom 11. M&auml;rz 2010, BStBl I 2010, 227, Rz 85).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 13. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;4 K 298\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) Altenteilsleistungen als Sonderausgaben abziehen darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vater des Kl&auml;gers gab 1998 seinen landwirtschaftlichen Betrieb auf und &uuml;berf&uuml;hrte den Grundbesitz in sein Privatverm&ouml;gen. Im M&auml;rz 2007 &uuml;bertrug er den verpachteten Grundbesitz im Wege vorweggenommener Erbfolge unentgeltlich auf den Kl&auml;ger und behielt sich und der Mutter des Kl&auml;gers den Nie&szlig;brauch daran vor. Im Vertrag ist f&uuml;r den Fall des Verzichts auf den Nie&szlig;brauch vorgesehen, dass der Kl&auml;ger an den ehemaligen Nie&szlig;braucher einen monatlich wiederkehrenden Betrag zu zahlen hat, der der H&ouml;he nach etwa den erzielbaren Netto-Pachteinnahmen des &uuml;bertragenen Grundbesitzes entsprechen und als dauernde Last vereinbart werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im November 2010 verzichteten die Eltern des Kl&auml;gers auf den Nie&szlig;brauch und vereinbarten mit ihm ein j&auml;hrliches Baraltenteil von 15.000&nbsp;EUR beginnend ab dem 1.&nbsp;Januar 2011 mit wechselseitigen Anpassungsverpflichtungen. Im Streitjahr erzielte der Kl&auml;ger aus der Verpachtung des &uuml;bertragenen Grundbesitzes steuerbare Eink&uuml;nfte von 24.603&nbsp;EUR. Die Altenteilszahlungen leistete er vereinbarungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2011) machten der Kl&auml;ger und seine mit ihm zusammen veranlagte Ehefrau (Kl&auml;gerin) die Altenteilsleistungen als Sonderausgaben geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den Abzug ab und wies den dagegen gerichteten Einspruch zur&uuml;ck. Bei der &Uuml;bertragung von Privatverm&ouml;gen vereinbarte Altenteilsleistungen seien nach dem im Zeitpunkt der Vereinbarung geltenden Recht nicht mehr als Sonderausgaben abzugsf&auml;hig. Zwar sei die Rechtslage im Zeitpunkt der Verm&ouml;gens&uuml;bertragung noch anders gewesen. Darauf komme es jedoch nur an, wenn im &Uuml;bertragungsvertrag ein konkreter Zeitpunkt f&uuml;r den Verzicht auf das Nie&szlig;brauchsrecht vereinbart gewesen sei (Rz.&nbsp;85 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2010, BStBl I 2010, 227), was hier nicht der Fall sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 1088). Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; (2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Ergebnis zu Recht hat das FG erkannt, dass &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 (JStG 2008; EStG n.F.) vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) auf die im Streitfall zu beurteilenden Versorgungsleistungen nicht anwendbar ist, sondern &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG in der davor geltenden Fassung (EStG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das neue Recht, wonach Versorgungsleistungen im Zusammenhang mit der &Uuml;bertragung von Privatverm&ouml;gen grunds&auml;tzlich nicht mehr als Sonderausgaben abgezogen werden k&ouml;nnen, ist auf die im Streitfall zu beurteilende Versorgungsleistung nicht anwendbar, weil die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r seine Anwendung nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die &Uuml;bergangsvorschrift in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23e EStG i.d.F. des JStG 2008 (EStG 2008; im Streitjahr: &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23g EStG; heute: &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;18 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG) regelt die Anwendung des neuen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23e Satz&nbsp;1 EStG 2008 ist &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG n.F. auf Versorgungsleistungen anzuwenden, die auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2007 vereinbarten Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen beruhen. Diese Voraussetzung ist im Streitfall schon deshalb nicht erf&uuml;llt, weil die hier allein in Betracht kommende Verm&ouml;gens&uuml;bertragung nicht nach dem 31.&nbsp;Dezember 2007 vereinbart worden ist, sondern im M&auml;rz 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf vor dem 1.&nbsp;Januar 2008 geschlossene &Uuml;bergabevertr&auml;ge ist &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG n.F. nur dann anwendbar, wenn das &uuml;bertragene Verm&ouml;gen nur deshalb ausreichenden Ertrag bringt, weil ersparte Aufwendungen mit Ausnahme des Nutzungsvorteils eines zu eigenen Zwecken vom Verm&ouml;gens&uuml;bernehmer genutzten Grundst&uuml;cks zu den Ertr&auml;gen des Verm&ouml;gens gerechnet werden (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;23e Satz&nbsp;2 EStG 2008). Auch diese Voraussetzung ist im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG ist die Anwendung des alten Rechts nach dem eindeutigen Wortlaut der Anwendungsvorschrift nicht davon abh&auml;ngig, dass die&nbsp;&nbsp;Versorgungsleis- tung&nbsp;&nbsp;auf einer vor dem 1.&nbsp;Januar 2008 vereinbarten Verm&ouml;gens&uuml;bertragung beruht. Diese Annahme hat das Urteil jedoch nicht beeinflusst, da das FG im Ergebnis zu Recht die Anwendbarkeit des neuen Rechts verneint hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Frage, ob altes oder neues Recht anwendbar ist, kommt es nicht darauf an, wann die&nbsp;&nbsp;Versorgungsleistung&nbsp;&nbsp;vereinbart worden ist. Das alte Recht ist vielmehr auf alle Versorgungsleistungen (Renten, dauernde Lasten) anzuwenden, f&uuml;r die das neue Recht nach Ma&szlig;gabe der abschlie&szlig;end formulierten &Uuml;bergangsvorschrift nicht zur Anwendung gelangt. Der Gesetzgeber hat sich insofern bewusst daf&uuml;r entschieden, auf Altvertr&auml;ge ohne zeitliche Einschr&auml;nkung das alte Recht weiter anzuwenden (vgl. BTDrucks 16\/7036, S.&nbsp;18). Das schlie&szlig;t die F&auml;lle der gleitenden Verm&ouml;gens&uuml;bergabe ein. Aus der Formulierung der &Uuml;bergangsvorschrift und der Gesetzesbegr&uuml;ndung ergibt sich, dass es hierf&uuml;r allein auf den Zeitpunkt des&nbsp;&nbsp;&Uuml;bergabevertrags&nbsp;&nbsp;ankommen soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die hiervon abweichende Auffassung der Finanzverwaltung, wonach in derartigen F&auml;llen das alte Recht nur gelten soll, wenn die Abl&ouml;sung des Nie&szlig;brauchsrechts gegen Versorgungsleistungen und der Zeitpunkt bereits im &Uuml;bertragungsvertrag verbindlich vereinbart waren (vgl. Rz.&nbsp;85 des BMF-Schreibens in BStBl I 2010, 227), findet im Gesetz keine St&uuml;tze. Es bedarf keiner Entscheidung, ob sie, w&auml;re sie Gesetz geworden, mit der Verfassung in Einklang st&uuml;nde (R&uuml;ckwirkung, Gleichheit, Vertrauensschutz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Rechtsfehlerfrei ist das FG davon ausgegangen, dass die im Streitfall zu beurteilenden Zahlungen des Kl&auml;gers in dem f&uuml;r die Anwendung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG nach altem wie nach neuem Recht erforderlichen sachlichen Zusammenhang mit einer (unentgeltlichen) Verm&ouml;gens&uuml;bertragung stehen und dass es sich deshalb i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG a.F. um dauernde Lasten handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der f&uuml;r die Abziehbarkeit als dauernde Last erforderliche sachliche Zusammenhang mit der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe wird nicht dadurch unterbrochen, dass sich der &Uuml;bergeber zun&auml;chst den Nie&szlig;brauch an dem &uuml;bertragenen Verm&ouml;gen vorbehalten hat und der Nie&szlig;brauch aufgrund eines sp&auml;ter gefassten Entschlusses durch wiederkehrende Leistungen ersetzt wird (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;Juni 1992 X&nbsp;R&nbsp;147\/88, BFHE 169, 127, BStBl II 1993, 98). In diesem Fall ist es nicht erforderlich, dass die Abl&ouml;sung bereits im &Uuml;bergabevertrag vereinbart ist. Es kommt vielmehr darauf an, ob die Versorgungsrente &#8211;wenn auch betragsm&auml;&szlig;ig eingeschr&auml;nkt&#8211; den urspr&uuml;nglich vereinbarten Vorbehaltsnie&szlig;brauch ersetzt (gleitende Verm&ouml;gens&uuml;bergabe; BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Juni 2004 X&nbsp;R&nbsp;50\/01, BFHE 207, 114, BStBl II 2005, 130). An diesen Grunds&auml;tzen hat der Gesetzgeber bei der Neufassung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG durch das JStG 2008 nichts ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Davon ausgehend, hat das FG im Streitfall zu Recht den sachlichen Zusammenhang der Versorgungsleistung mit der Verm&ouml;gens&uuml;bergabe bejaht und insbesondere keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine entgeltliche Abl&ouml;sung des Nie&szlig;brauchs erkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r die von den Beteiligten hilfsweise angestellten &Uuml;berlegungen, ob die Zahlungen des Kl&auml;gers an seinen Vater als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen oder als Anschaffungskosten behandelt werden m&uuml;ssten, verbleibt danach kein Raum. Die Beteiligten und das FG sind insofern &uuml;bereinstimmend und zu Recht davon ausgegangen, dass es sich im Streitfall um (privat veranlasste) Versorgungsleistungen handelt, die unter &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG fallen. Hiervon w&auml;re unter den vom FG festgestellten Umst&auml;nden sogar im Zweifel auszugehen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 207, 114, BStBl II 2005, 130, unter II.2.). Dies schlie&szlig;t die Annahme einer entgeltlichen Verm&ouml;gens&uuml;bertragung (Anschaffungskosten) ebenso aus wie die Annahme, dass die Zahlungen durch die werbende T&auml;tigkeit des Verm&ouml;gens&uuml;bernehmers veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2015, IX R 32\/14 Gleitende Verm&ouml;gens&uuml;bergabe &#8211; Anwendung des neuen Rechts Leits&auml;tze 1. Versorgungsleistungen im Zusammenhang mit der gleitenden &Uuml;bergabe von Privatverm&ouml;gen k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich auch weiterhin als Rente oder dauernde Last abgezogen werden, wenn die Verm&ouml;gens&uuml;bertragung vor dem 1. Januar 2008 vereinbart worden ist und wenn die Voraussetzungen von &sect; 52 Abs. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-32-14-gleitende-vermoegensuebergabe-anwendung-des-neuen-rechts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;32\/14 &#8211; Gleitende Verm&ouml;gens&uuml;bergabe &#8211; Anwendung des neuen Rechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64893","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64893\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}