{"id":64895,"date":"2015-09-03T17:11:44","date_gmt":"2015-09-03T15:11:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64895"},"modified":"2015-09-03T17:11:44","modified_gmt":"2015-09-03T15:11:44","slug":"i-r-68-14-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-der-britischen-zweigniederlassung-einer-us-amerikanischen-fluggesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-68-14-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-der-britischen-zweigniederlassung-einer-us-amerikanischen-fluggesellschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;68\/14 &#8211; Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer der britischen Zweigniederlassung einer US-amerikanischen Fluggesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 68\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer der britischen Zweigniederlassung einer US-amerikanischen Fluggesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;r Eink&uuml;nfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind (hier f&uuml;r Arbeitslohn eines Flugzeugf&uuml;hrers nach Art. XVIII Abs. 2 Buchst. a Satz 1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970), wird die Freistellung der Eink&uuml;nfte unbeschadet des in &sect; 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 2 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007 angeordneten Besteuerungsr&uuml;ckfalls auch dann gew&auml;hrt, wenn der andere Vertragsstaat (hier Gro&szlig;britannien) das ihm abkommensrechtlich zugewiesene Besteuerungsrecht an den Eink&uuml;nften im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht des Flugzeugf&uuml;hrers nur f&uuml;r einen Teil der Eink&uuml;nfte wahrnimmt (entgegen BMF-Schreiben vom 12. November 2008, BStBl I 2008, 988; Best&auml;tigung des Senatsbeschlusses vom 19. Dezember 2013 I B 109\/13, BFHE 244, 40).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Verg&uuml;tungen f&uuml;r Dienstleistungen, die an Bord eines Luftfahrzeugs im internationalen Verkehr erbracht werden, k&ouml;nnen nach Art. XI Abs. 5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 in dem Gebiete besteuert werden, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet. An die Stelle der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens kann der Ort einer Zweigniederlassung eines solchen Unternehmens treten, wenn die betreffenden Luftfahrzeuge von dort aus selbst&auml;ndig in Dienst gestellt werden und dort die entsprechenden Leitungsaufgaben wahrgenommen werden. F&uuml;r die Zwecke der Freistellung solcher Verg&uuml;tungen gelten die Dienstleistungen nach Art. XVIII Abs. 3 Buchst. b DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 aber nur als in dem Gebiet erbracht, in dem eine dort ans&auml;ssige Person die Luftfahrzeuge betreibt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 29. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;8 K 369\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr 2008 als Flugzeugf&uuml;hrer bei der britischen Zweigniederlassung einer US-amerikanischen Fluggesellschaft angestellt. Sein Arbeitslohn belief sich auf 137.857&nbsp;EUR. Nach Aktenlage wurde davon in Gro&szlig;britannien ein Anteil von 27&nbsp;v.H., also in H&ouml;he von 38.104&nbsp;EUR, besteuert. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unterwarf den dar&uuml;ber hinausgehenden Arbeitslohn der deutschen Besteuerung; der Betrag von 38.104&nbsp;EUR wurde nach Abzug von Werbungskosten in die Berechnung des Steuersatzes einbezogen. Die Eink&uuml;nfte seien wegen &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG&nbsp;2002) i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 &#8211;EStG 2002\/2007&#8211; (BGBl I 2006, 2878, BStBl I 2007, 28) nicht nach Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 i.V.m. Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten K&ouml;nigreich Gro&szlig;britannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung vom 26. November 1964 (BGBl II 1966, 359, BStBl I 1966, 730) i.d.F. des Revisionsprotokolls vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1970 (BGBl II 1971, 46, BStBl I 1971, 140) &#8211;DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970&#8211; von der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Steuer in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) auszunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage war erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen gab ihr mit Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;369\/14 statt. Es bezieht sich dabei in der Sache auf den (gegen die Verfahrensbeteiligten des Streitfalls ergangenen) Senatsbeschluss vom 19. Dezember 2013 I&nbsp;B&nbsp;138\/13 (nicht ver&ouml;ffentlicht) sowie den darin in Bezug genommenen und ebenfalls unter dem 19.&nbsp;Dezember 2013 datierenden Senatsbeschluss I&nbsp;B&nbsp;109\/13 (BFHE 244, 40). Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 733 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zuvor war das Klageverfahren vom FG zweifach gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung zum Ruhen gebracht worden, zun&auml;chst auf Antrag beider Beteiligten im Hinblick auf die seinerzeit anh&auml;ngige Revision I&nbsp;R&nbsp;27\/11, nachdem der Senat durch Urteil vom 11.&nbsp;Januar 2012 (BFHE 236, 327) &uuml;ber jene Revision entschieden hatte, sodann ohne Einverst&auml;ndnis des Kl&auml;gers aufgrund des Vorlagebeschlusses des Senats vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09 (BFHE 236, 304) und des dadurch beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anh&auml;ngigen Normenkontrollverfahrens 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/12. Letzterem hatte sich der Kl&auml;ger widersetzt. Das FG hatte das Verfahren daraufhin bis zum Ergehen einer abschlie&szlig;enden Entscheidung des BVerfG in der besagten anh&auml;ngigen Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO ausgesetzt (Beschluss vom 5.&nbsp;Juli 2013&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;3773\/10) und dazu gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 FGO einen Hinweis gegeben: Das Senatsurteil in BFHE 236, 327 k&ouml;nne einer Entscheidung &uuml;ber die Klage infolge der r&uuml;ckwirkenden &Auml;nderung von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;2002\/2007 durch &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 (i.V.m. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9) EStG&nbsp;2009 i.d.F. der &Auml;nderung durch das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften &#8211;Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz (AmtshilfeRLUmsG)&#8211; vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 790) &#8211;EStG&nbsp;2009\/2013&#8211; vermutlich nicht mehr zugrunde gelegt werden. Denn es spreche einiges daf&uuml;r, dass die r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderung wirksam sei. Davon ausgehend werde dann aber &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 nicht mehr von der spezielleren Regelung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG&nbsp;2002 i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften vom 15.&nbsp;Dezember 2003 (Steuer&auml;nderungsgesetz 2003 &#8211;St&Auml;ndG&nbsp;2003&#8211;, BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710) &#8211;EStG&nbsp;2002\/2003&#8211; verdr&auml;ngt und komme es infolgedessen insoweit auf die grunds&auml;tzliche Frage nach der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit eines sog. Treaty override an. Das Normenkontrollersuchen betreffe zwar &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG&nbsp;2002\/2003 und nicht &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 EStG&nbsp;2002\/2007, dennoch sei das Verfahren hier wie dort vorgreiflich, weil in der zugrundeliegenden Rechtsfrage Gleiches gelten m&uuml;sse. Auf die dagegen gerichtete Beschwerde des Kl&auml;gers hatte der Senat den Aussetzungsbeschluss des FG durch den zitierten Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;B&nbsp;138\/13 und unter Hinweis auf seinen Beschluss in BFHE 244, 40 aufgehoben; es konnte danach &quot;einfach-rechtlich&quot; zugunsten des Kl&auml;gers entschieden werden. Auf diese beiden Beschl&uuml;sse hat sich das FG im Streitfall in dem hier angefochtenen Urteil, wie schon gesagt, ausdr&uuml;cklich bezogen und sich ihnen nunmehr in der Sache angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner auf Verletzung materiellen Rechts gest&uuml;tzten Revision beantragt das FA, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG. Diesem ist zwar in der eigentlichen Streitfrage nach der Reichweite von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 beizupflichten; ein sog. Besteuerungsr&uuml;ckfall wird dadurch unter den Gegebenheiten des Streitfalls nicht ausgel&ouml;st. Doch ist derzeit ungewiss, ob das Gehalt unabh&auml;ngig davon &uuml;berhaupt von der deutschen Bemessungsgrundlage der Steuer auszunehmen ist. Dazu bedarf es weiterer tatrichterlicher Aufkl&auml;rung zur Ans&auml;ssigkeit des Arbeitgebers des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hatte im Streitjahr seinen Wohnsitz in Deutschland. Er unterf&auml;llt deswegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;2002 hier mit seinem Welteinkommen der unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht. Dieser Steuerpflicht ist auch der Arbeitslohn (&sect;&nbsp;19 EStG&nbsp;2002) unterworfen, den er als Flugzeugf&uuml;hrer f&uuml;r die in Gro&szlig;britannien belegene Zweigniederlassung der US-amerikanischen Fluggesellschaft im Streitjahr vereinnahmt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Besteuerungsrecht f&uuml;r diesen Arbeitslohn steht allerdings &#8211;insgesamt und abweichend von Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 nicht nur in jenem Umfang, in dem die Arbeit in Gro&szlig;britannien ausge&uuml;bt wird&#8211; nach Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 Gro&szlig;britannien zu. In Deutschland k&ouml;nnte der Lohn hingegen nach Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 von der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einkommensteuer auszunehmen sein, wenn es sich hierbei um Eink&uuml;nfte aus Quellen innerhalb Gro&szlig;britanniens handelt, die in &Uuml;bereinstimmung mit dem Abkommen in Gro&szlig;britannien besteuert werden k&ouml;nnen; Deutschland verbliebe dann lediglich die M&ouml;glichkeit, die Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32b EStG&nbsp;2002 dem sog. Progressionsvorbehalt zu unterwerfen. Letzteres &#8211;die Freistellung des Lohns in Deutschland&#8211; l&auml;sst sich nach den bisherigen tatrichterlichen Feststellungen jedoch nicht beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die als Arbeitslohn gezahlten Verg&uuml;tungen f&uuml;r Dienstleistungen, die an Bord eines Luftfahrzeugs im internationalen Verkehr erbracht werden, k&ouml;nnen nach Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet. Das ist im Streitfall in Gro&szlig;britannien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar war der Kl&auml;ger ausweislich der Vorentscheidung bei der englischen &quot;Zweigstelle&quot; einer US-amerikanischen Fluggesellschaft angestellt und hat das FG zu deren Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung keine weiteren Feststellungen getroffen. Doch ist das insoweit &#8211;anders als im anderen Zusammenhang der Einkunftsfreistellung in Deutschland (s. dazu nachfolgend unter b)&#8211; ohne Belang. Denn der Senat geht davon aus, dass das Luftfahrtunternehmen jedenfalls diejenigen Flugzeuge, an deren Bord der Kl&auml;ger t&auml;tig geworden ist, von der englischen Zweigniederlassung aus selbst&auml;ndig in Dienst gestellt hat und dass dort die entsprechenden Leitungsaufgaben wahrgenommen worden sind. Anderes ist nicht ersichtlich oder dargetan, auch nicht von Seiten des FA. Die Zweigniederlassung als Betriebsst&auml;tte (nach Art.&nbsp;II Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;l Unterabs.&nbsp;(ii) Doppelbuchst.&nbsp;bb i.V.m. Buchst.&nbsp;i DBA-Gro&szlig;britannien&nbsp;1964\/1970) tritt f&uuml;r die insoweit eingesetzten Luftfahrzeuge dann f&uuml;r die Anwendung des Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 modifizierend an die Stelle des Orts der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Gesamtunternehmens; ma&szlig;gebend ist im Ergebnis sonach der Ort der Betriebsst&auml;tte (s. ebenso Hemmelrath in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;8 Rz&nbsp;26; Kempf\/Wolter in Gosch\/Kroppen\/ Grotherr, DBA, Art.&nbsp;8 OECD-MA Rz&nbsp;58; Erhard in Flick\/ Wassermeyer\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art.&nbsp;8 Rz&nbsp;56; anders Rauert in Sch&ouml;nfeld\/ Ditz, DBA, Art.&nbsp;8 OECD-MA Rz&nbsp;38). Das entspricht der Musterkommentierung der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-MustKomm) in Nr.&nbsp;21 zu Art.&nbsp;8 des OECD-Musterabkommens (OECD-MustAbk) &#8211;und zwar sowohl in der fr&uuml;heren und hier f&uuml;r das DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 relevanten Fassung der Kommentierung bis zum 21.&nbsp;Juli 2010, als auch in der seitdem geltenden Fassung&#8211;, der indiziell best&auml;tigende Wirkung f&uuml;r Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk (und damit Art.&nbsp;V Abs.&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970), aber ebenso f&uuml;r den insoweit gleichlautenden Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 OECD-MustAbk (und damit Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970) zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daraus folgt indessen nicht zwangsl&auml;ufig, dass die betreffenden Verg&uuml;tungen in Deutschland auch von der Bemessungsgrundlage auszunehmen sind. Das vorstehende Regelungsverst&auml;ndnis des Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 DBA-Gro&szlig;britannien&nbsp;1964\/1970 sichert lediglich das britische Besteuerungsrecht. Ob es sich hierbei tats&auml;chlich um solche aus britischen Quellen handelt, die dann in Deutschland zur Freistellung f&uuml;hren, h&auml;ngt ausweislich der f&uuml;r die Anwendungszwecke des Art.&nbsp;XVIII DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 in dessen Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b bestimmten Herkunftsfiktion davon ab, ob das Luftverkehrsunternehmen eine in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssige Person ist. Die Ma&szlig;st&auml;be daf&uuml;r ergeben sich aus Art.&nbsp;II Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;i i.V.m. Buchst.&nbsp;f sowie Buchst.&nbsp;h Unterabs.&nbsp;(i) und (iii) DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/ 1970. Das FG wird im zweiten Rechtsgang deshalb zu pr&uuml;fen haben, wie sich das bezogen auf das US-amerikanische Luftverkehrsunternehmen verh&auml;lt, bei deren britischer Zweigniederlassung der Kl&auml;ger im Streitjahr angestellt war. Das beantwortet sich nach innerstaatlichem britischen Recht und richtet sich vermutlich danach, wo sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet (s. dazu bereits oben unter a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Sollte sich nach jener Pr&uuml;fung ergeben, dass das Luftverkehrsunternehmen ein nicht in Gro&szlig;britannien, sondern ein in den Vereinigten Staaten von Amerika ans&auml;ssiges Unternehmen ist, w&uuml;rde das Besteuerungsrecht f&uuml;r den vom Kl&auml;ger vereinnahmten Arbeitslohn ohnehin Deutschland als Wohnsitzstaat des Arbeitnehmers zustehen, sei es nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 jedenfalls in jenem Umfang, in dem die Arbeit nicht in Gro&szlig;britannien erbracht worden ist, sei es ausschlie&szlig;lich nach Ma&szlig;gabe von Art. 15 Abs.&nbsp;3 des dann gegebenenfalls (s. aber auch z.B. Senatsurteil vom 10. Januar 2012 I R 36\/11, BFH\/NV 2012, 1138 zum Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz 1971\/1992) einschl&auml;gigen Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern i.d.F. der Bekanntmachung vom 4. Juni 2008 (BGBl II 2008, 611, BStBl I 2008, 783). Handelt es sich hingegen um ein in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssiges Unternehmen und w&auml;ren die Verg&uuml;tungen des Kl&auml;gers deshalb in Deutschland von der Besteuerung auszunehmen, w&uuml;rde der in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/ 2007 unilateral und &quot;abkommens&uuml;berschreibend&quot; angeordnete Besteuerungsr&uuml;ckfall daran nichts &auml;ndern; die entgegenstehende Annahme der Finanzverwaltung (vgl. bezogen auf die Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugpersonal u.a. britischer Fluggesellschaften Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 12.&nbsp;November 2008, BStBl I 2008, 988; Bayerisches Landesamt f&uuml;r Steuern, Verf&uuml;gung vom 8.&nbsp;Juni 2011, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 1714) findet im Gesetz keine St&uuml;tze (ebenso z.B. FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 24.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;4033\/13, EFG 2015, 410; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;3653\/12, EFG 2015, 652; Gosch in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;41d; Chr.&nbsp;Korn, DStR 2008, 2317; Zech\/Reinhold, Internationale Wirtschafts-Briefe 2014, 384; M&auml;rtens, juris PraxisReport Steuerrecht 12\/2014 Anm.&nbsp;1; Kempermann, Internationale Steuer-Rundschau 2014, 124; Fink, EFG 2015, 654; J.&nbsp;Becker, Betriebs-Berater 2014, 744; anders FG Berlin-Brandenburg, Zwischenurteil vom 29.&nbsp;April 2014&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3227\/13, EFG 2014, 1278; Weinsch&uuml;tz, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2014, 534).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 wird die Freistellung jener Eink&uuml;nfte nach Ma&szlig;gabe des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ungeachtet des Abkommens nicht gew&auml;hrt, wenn die Eink&uuml;nfte in dem anderen Staat nur deshalb nicht steuerpflichtig sind, weil sie von einer Person bezogen werden, die in diesem Staat nicht aufgrund ihres Wohnsitzes, st&auml;ndigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Gesch&auml;ftsleitung, des Sitzes oder eines &auml;hnlichen Merkmals unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig ist. Mit dieser Formulierung will das Gesetz erreichen, dass das Besteuerungsrecht an Deutschland zur&uuml;ckf&auml;llt, falls der andere Vertragsstaat als Quellenstaat von dem ihm abkommensrechtlich zugestandenen Besteuerungsrecht an bestimmten Eink&uuml;nften im Rahmen seiner beschr&auml;nkten Steuerpflicht rechtlich keinen Gebrauch macht. Eine derartige Situation ist im Streitfall nach den tatrichterlichen und den Senat bindenden (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen des FG zu der britischen Rechtslage indessen nicht gegeben. Denn die Arbeitsl&ouml;hne des Kl&auml;gers wurden in Gro&szlig;britannien besteuert. Die Besteuerung erfolgte dort zwar im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht, und die L&ouml;hne wurden auch (nur) infolge der fehlenden Ans&auml;ssigkeit des Kl&auml;gers in Gro&szlig;britannien lediglich zu einem Teil erfasst, n&auml;mlich demjenigen Teil, der eine territoriale Zuordnung der erbrachten Arbeit zum britischen Staatsgebiet erm&ouml;glichte. Doch tut dies nichts zur Sache, weil der angeordnete Besteuerungsr&uuml;ckfall f&uuml;r die betreffenden Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 tatbestandlich nur dann ausgel&ouml;st wird, &quot;wenn&quot; &#8211;nicht aber &quot;soweit&quot;&#8211; die betreffenden Eink&uuml;nfte aus den Gr&uuml;nden der fehlenden Ans&auml;ssigkeit im anderen Vertragsstaat nicht steuerpflichtig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Unterscheidung nach der Einkunftsart &#8211;wie das FA meint (und dem anschlie&szlig;end auch das FG Berlin-Brandenburg im Zwischenurteil in EFG 2014, 1278 folgt)&#8211; h&auml;ngt das nur indirekt und insofern ab, als es sich ausweislich des bezugnehmenden Eingangssatzteils in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG&nbsp;2002\/2007 f&uuml;r die dadurch bewirkte Rechtsfolge &#8211;den Besteuerungsr&uuml;ckfall&#8211; um &quot;Eink&uuml;nfte&quot; handeln muss, welche nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen &quot;sind&quot;. Das aber sind die Eink&uuml;nfte, f&uuml;r die das Abkommen dem anderen Vertragsstaat das Besteuerungsrecht gew&auml;hrt, und diese Eink&uuml;nfte qualifizieren sich regelm&auml;&szlig;ig aus den jeweiligen abkommensrechtlichen Einkunftsarten (Art.&nbsp;6 bis Art.&nbsp;21 OECD-MustAbk). Im Streitfall sind das nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 (i.V.m. Art.&nbsp;XVIII Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1) DBA-Gro&szlig;britannien 1964\/1970 die an den Kl&auml;ger f&uuml;r dessen Dienstleistungen an Bord eines Luftfahrzeugs im internationalen Verkehr als Arbeitslohn geleisteten Verg&uuml;tungen, welche infolge der abkommensrechtlich vereinbarten Zuordnung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Einkommensteuer auszunehmen sind, und zwar insgesamt und nicht nur teilweise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Letzteres &#8211;die Einbeziehung der im Streitjahr vom Kl&auml;ger bezogenen Eink&uuml;nfte in ihrer Gesamtheit&#8211; kann nicht dadurch unterlaufen werden, dass &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/ 2007 in der dort gefundenen Negativformulierung (&quot;&#8230; nicht auf Grund ihres Wohnsitzes &#8230; unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig ist&quot;) im Umkehrschluss die beschr&auml;nkte Steuerpflicht in dem anderen Staat ins Visier nimmt. Es trifft zwar zu, dass die (jeweilige nationale) beschr&auml;nkte Steuerpflicht &#8211;jedenfalls nach deutscher Regelungslage (vgl. &sect; 49 Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;2002)&#8211; an irgendwelche, n&auml;her umschriebene inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte ankn&uuml;pft, welche einen bestimmten Inlandsbezug haben und durch bestimmte Sachkriterien qualifiziert sind. Darin spiegelt sich das sog. objektsteuerartige Zugriffsprinzip der beschr&auml;nkten Steuerpflicht wider. Und so gesehen k&ouml;nnen aus Sicht der beschr&auml;nkten Steuerpflicht die einbezogenen Eink&uuml;nfte naturgem&auml;&szlig; auch Einkunftsteile einer bestimmten Einkunftsart und m&uuml;ssen das nicht zwingend und stets s&auml;mtliche betreffenden Eink&uuml;nfte des Steuerpflichtigen sein. Doch ist das f&uuml;r die vorliegende Regelungssituation unbeachtlich, weil &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 nach seinen tatbestandlichen Erfordernissen den Besteuerungsr&uuml;ckfall f&uuml;r &quot;die Eink&uuml;nfte&quot; ausl&ouml;st und damit nach Sinn wie Syntax erkennbar an jene &quot;Eink&uuml;nfte&quot; eines unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen ankn&uuml;pft, welche nach dem einleitenden Satzteil &quot;nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind&quot;. Mit anderen Worten: Die Vorschrift bezieht jene Eink&uuml;nfte in den Besteuerungsr&uuml;ckfall ein, die abkommensrechtlich der Freistellung unterfallen; eine tatbestandliche Verbindung mit den beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Eink&uuml;nften im anderen Vertragsstaat &#8211;und den dortigen tatbestandlichen Erfordernissen&#8211; wird hingegen erkl&auml;rterma&szlig;en nicht gezogen (s.a. FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil in EFG 2015, 410; FG M&uuml;nchen, Urteil in EFG 2015, 652; Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;41d; Fink, EFG 2015, 654; Wassermeyer, IStR 2010, 324). Aus diesem Grunde l&auml;sst sich der angeordnete Besteuerungsr&uuml;ckfall ebensowenig &#8211;so aber das FA&#8211; als &quot;Kehrseite&quot; der objektsteuerartigen Einkunftsbeschreibung in den (inl&auml;ndischen) Zugriffstatbest&auml;nden der &sect;&nbsp;34d und &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;2002 qualifizieren. Das wiederum aber hat zur Folge, dass die besagten, nach Ma&szlig;gabe des einschl&auml;gigen Abkommens &quot;an sich&quot; freizustellenden Eink&uuml;nfte gemeint sind, und das sind eben die Eink&uuml;nfte des Steuerpflichtigen aus der entsprechenden Einkunftsart in toto, nicht nur in Teilen davon. Der Senat hat Letzteres in seinem Urteil vom 27.&nbsp;August 1997 I&nbsp;R&nbsp;127\/95 (BFHE 184, 326, BStBl II 1998, 58, dort zum DBA-Kanada) klar zum Ausdruck gebracht und daran h&auml;lt er uneingeschr&auml;nkt fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>H&auml;tte der Gesetzgeber des mit &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 geschaffenen Treaty override demgegen&uuml;ber eine solche blo&szlig;e Teilmenge der Eink&uuml;nfte erfassen wollen, so w&auml;re ihm das leichthin m&ouml;glich gewesen: Entweder dadurch, dass er die Subject&nbsp;to&nbsp;tax-Klausel explizit auf Eink&uuml;nfte und Einkunftsteile erstreckt. So beabsichtigt er beispielsweise in der (ministeriellen) &quot;Verhandlungsgrundlage f&uuml;r Doppelbesteuerungsabkommen im Bereich der Steuern vom Einkommen und Verm&ouml;gen&quot;, BMF-Schreiben vom 17.&nbsp;April 2013, Stand: 22.&nbsp;August 2013 (abgedruckt in IStR, Beihefter&nbsp;10\/2013 unter II. und berichtigt in IStR 2013, 440), dort in Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;e Doppelbuchst.&nbsp;bb, vorzugehen (s. zu einer derartigen &quot;Atomisierung einzelner Einkunftsquellen&quot; &#8211;kritisch&#8211; z.B. Sch&ouml;nfeld\/Ditz\/H&auml;ck in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Anh.&nbsp;4 Rz&nbsp;169; Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect; 50d Rz&nbsp;41a, 41e, jeweils m.w.N.; derselbe, BFH\/PR 2014, 173; s.a. das BMF-Schreiben vom 20.&nbsp;Juni 2013, BStBl I 2013, 980, insbes. Tz.&nbsp;2.3&nbsp;ff., zur &quot;Anwendung von Subject&nbsp;to&nbsp;tax-, Remittance base- und Switch over-Klauseln nach den Doppelbesteuerungsabkommen&quot;). Oder aber er erreicht ein solches Ergebnis durch die quantitative Konditionierung auf das Wort &quot;soweit&quot;. Genau so ist er denn auch z.B. in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG&nbsp;2002 (i.d.F. des St&Auml;ndG&nbsp;2003) &#8211;EStG&nbsp;2002\/2003&#8211; verfahren (s. dazu beil&auml;ufig Senatsurteil in BFHE 236, 327). In &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 (und auch Nr.&nbsp;1) EStG&nbsp;2002\/2007 hat der Gesetzgeber hingegen weder den einen noch den anderen Weg gew&auml;hlt. Er hat sich stattdessen vielmehr f&uuml;r ein qualitativ-konditionales &quot;Wenn&quot; entschieden, obschon hier wie dort Bezugsgr&ouml;&szlig;e eine &quot;objektsteuerartige&quot; Einkunft ist, welche in dem anderen Vertragstaat (lediglich) einen quellenbezogenen Zugriff im Rahmen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht erm&ouml;glicht. Daran l&auml;sst sich auch durch Normauslegung nichts &auml;ndern, etwa dadurch, dass man, um der Vorschrift zu einer gr&ouml;&szlig;eren Durchschlagskraft zu verhelfen, den Terminus der Eink&uuml;nfte als Ankn&uuml;pfungsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r den erstrebten Besteuerungsr&uuml;ckfall unter R&uuml;ckgriff auf einen vermeintlichen Normsinn in besagte Teilmengen zerlegt (so aber j&uuml;ngst Cloer\/ Hagemann, IStR 2015, 489). Das hier gefundene Auslegungsergebnis liegt sowohl nach &uuml;blichem Sprachgebrauch als auch unter Anwendung juristischer Auslegungsmethodik auf der Hand und ist letzten Endes eindeutig. Es gibt deswegen auch keine Veranlassung, von dem Senatsbeschluss in BFHE 244, 40 abzur&uuml;cken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Gegenwart kommt all dem bezogen auf Flugpersonal, das f&uuml;r ein in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssiges Luftfahrtunternehmen t&auml;tig ist und daf&uuml;r Verg&uuml;tungen vereinnahmt, ohnehin keine Bedeutung mehr zu: Im Hinblick auf Gro&szlig;britannien hat sich die zwischenstaatlich vereinbarte Besteuerungszuordnung der Verg&uuml;tungen ge&auml;ndert. Das Besteuerungsrecht geb&uuml;hrt nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 des neu verhandelten DBA-Gro&szlig;britannien 2010 seit dessen Inkrafttreten zum 30.&nbsp;Dezember 2010 (vgl. Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb DBA-Gro&szlig;britannien 2010) dem Wohnsitzstaat der jeweiligen nat&uuml;rlichen Person; auf den Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Luftfahrtunternehmens kommt es seitdem nicht mehr an (vgl. BMF-Schreiben vom 5. Dezember 2012, BStBl I 2012, 1248).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Bleibt &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz 1 Nr. 2 EStG 2002\/2007 f&uuml;r die Konstellation des Streitfalls damit aber unanwendbar, kann der Streit &uuml;ber das Verh&auml;ltnis dieser Vorschrift einerseits und &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG&nbsp;2002\/2003 andererseits, um das es in dem Senatsurteil in BFHE 236, 327 ging, dahinstehen. Es d&uuml;rfte allerdings &#8211;jedenfalls f&uuml;r die Gegenwart nach der Neuregelung in &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;2009\/2013&#8211; auch gekl&auml;rt sein, und zwar im Sinne eines Nebeneinander beider Vorschriften (s. Vorlagebeschluss des Senats an das BVerfG vom 20.&nbsp;August 2014 I&nbsp;R&nbsp;86\/13, BFHE 246, 486, BStBl II 2015, 18). Problematisch ist allerdings, dass die nunmehr konstitutiv justierte Verh&auml;ltnisbestimmung in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;59a Satz&nbsp;9 EStG&nbsp;2009\/2013 in besagter Gesetzesfassung r&uuml;ckwirkend angeordnet wird, was aus Sicht des Senats seinerseits verfassungswidrig sein d&uuml;rfte (so der Vorlagebeschluss des Senats in BFHE 246, 486, BStBl II 2015, 18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Dass ein Besteuerungsr&uuml;ckfall isoliert nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG 2002\/2003 ausgel&ouml;st w&uuml;rde, behauptet auch das FA nicht. Das w&auml;re auch unangebracht, weil &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG&nbsp;2002\/2003 die abkommensrechtlich vereinbarte Freistellung von Arbeitslohn nur versagt, soweit der Steuerpflichtige nicht nachweist, dass der Staat, dem nach dem Abkommen das Besteuerungsrecht zusteht, auf dieses Besteuerungsrecht verzichtet hat oder dass die in diesem Staat auf die Eink&uuml;nfte festgesetzten Steuern entrichtet wurden. Beiden tatbestandlichen Anforderungen wird im Streitfall aber gen&uuml;gt: Der Kl&auml;ger hat nach den tatrichterlichen Feststellungen sowohl nachgewiesen, dass er die in Gro&szlig;britannien auf den Arbeitslohn festgesetzte Steuer entrichtet hat, als auch, dass Gro&szlig;britannien dar&uuml;ber hinaus keinen Besteuerungsanspruch erhebt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Schlie&szlig;lich braucht auch nicht mehr darauf eingegangen zu werden, ob &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;2002\/2007 als sog. Treaty override verfassungsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;gt (das verneint der Senat in seinem Vorlagebeschluss in BFHE 246, 486, BStBl II 2015, 18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Wegen der erforderlichen Sachverhaltsaufkl&auml;rung zur Ans&auml;ssigkeit des Arbeitgebers des Kl&auml;gers ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 68\/14 Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer der britischen Zweigniederlassung einer US-amerikanischen Fluggesellschaft Leits&auml;tze 1. F&uuml;r Eink&uuml;nfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind (hier f&uuml;r Arbeitslohn eines Flugzeugf&uuml;hrers nach Art. 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