{"id":64896,"date":"2015-09-03T17:11:47","date_gmt":"2015-09-03T15:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64896"},"modified":"2015-09-03T17:11:47","modified_gmt":"2015-09-03T15:11:47","slug":"i-r-47-14-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-einer-oesterreichischen-fluggesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-47-14-besteuerung-von-in-deutschland-ansaessigem-flugzeugfuehrer-einer-oesterreichischen-fluggesellschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;47\/14 &#8211; Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer &ouml;sterreichischen Fluggesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 47\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer &ouml;sterreichischen Fluggesellschaft <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Verg&uuml;tungen f&uuml;r Dienstleistungen, die ein im Inland ans&auml;ssiger Flugzeugf&uuml;hrer eines in &Ouml;sterreich ans&auml;ssigen Unternehmens an Bord eines Luftfahrzeuges im internationalen Verkehr erbringt, werden in Deutschland nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. b Doppelbuchst. ee i.V.m. Art. 15 Abs. 5 DBA-&Ouml;sterreich 2000 abweichend von der im Abkommen ansonsten vereinbarten Freistellungsmethode nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. a Satz 1 DBA-&Ouml;sterreich 2000 unter Anrechnung der &ouml;sterreichischen Steuer besteuert. Die Anwendung der Anrechnungs- statt der Freistellungsmethode ist nicht gleichheitswidrig.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Zuweisung des Besteuerungsrechts an denjenigen Vertragsstaat, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Luftverkehrsunternehmens befindet, umfasst auch den Teil der T&auml;tigkeit des Flugzeugf&uuml;hrers, den er nicht an Bord eines Luftfahrzeuges im internationalen Verkehr, sondern auf dem Boden erbringt, wenn die T&auml;tigkeit am Boden der Arbeit an Bord dient oder der eigentlichen Arbeit an Bord inhaltlich verbunden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 3. Juni 2014&nbsp;&nbsp;13 K 2730\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hatte im Streitjahr 2008 seinen Wohnsitz im Inland. Er war f&uuml;r eine in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Fluglinie als Flugzeugf&uuml;hrer t&auml;tig. Seine Bruttobez&uuml;ge in H&ouml;he von 89.997,88&nbsp;EUR aus dieser T&auml;tigkeit wurden im Streitjahr in &Ouml;sterreich der Besteuerung unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte &#8211;im Ergebnis und nach diversen &Auml;nderungsbescheiden&#8211; die vom Kl&auml;ger vereinnahmten Bez&uuml;ge zu einem Teilbetrag von 21.960&nbsp;EUR (=&nbsp;24,4&nbsp;v.H.) nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik &Ouml;sterreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 24.&nbsp;August 2000 (BGBl II 2002, 734, BStBl I 2002, 584) &#8211;DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000&#8211; als steuerfrei und ber&uuml;cksichtigte diesen Betragsteil nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 bei der Berechnung des Steuersatzes. Den verbleibenden Betragsteil von 68.037&nbsp;EUR (=&nbsp;75,6&nbsp;v.H.) bezog das FA in die Bemessungsgrundlage ein und rechnete die darauf in &Ouml;sterreich gezahlte Einkommensteuer von 13.612&nbsp;EUR (=&nbsp;75,6&nbsp;v.H. von 18.006&nbsp;EUR) nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;ee i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 i.V.m. &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes&nbsp;2002 (EStG&nbsp;2002) auf die hiernach festgesetzte Einkommensteuer an. Den Aufteilungsschl&uuml;ssel von 24,4&nbsp;v.H. zu 75,6&nbsp;v.H. berechnete das FA nach dem Verh&auml;ltnis der Gesamtarbeitszeit des Kl&auml;gers und dessen tats&auml;chlichen Flugeinsatzzeiten &uuml;ber deutschem Hoheitsgebiet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wandte sich der Kl&auml;ger mit seiner Klage, mit welcher er in vollem Umfang die Freistellung seiner Bez&uuml;ge nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 beanspruchte: Die Anwendung von Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 und die daf&uuml;r vereinbarte sog. Anrechnungsmethode in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;ee i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 f&uuml;hrten zu nicht hinnehmbaren Ergebnissen, namentlich einer Doppelbesteuerung mit finanziellen Nachteilen &quot;in H&ouml;he von mehreren tausend Euro pro Jahr&quot; gegen&uuml;ber Arbeitnehmern anderer Berufsgruppen. Es f&uuml;hre gleichzeitig zu einer diskriminierenden Wirkung in Abh&auml;ngigkeit vom Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland). Denn vergleichbare Verg&uuml;tungen in Deutschland ans&auml;ssiger Mitarbeiter von im internationalen Luftverkehr eingesetzten Luftfahrzeugen w&uuml;rden in Deutschland von der Besteuerung freigestellt, wenn das Flugunternehmen seinen Unternehmenssitz in einem Drittstaat habe, mit dem man &#8211;wie das aus deutscher Sicht &uuml;blich sei&#8211; die sog. Freistellungsmethode vereinbart habe. Ein Steuerpflichtiger in seiner Situation werde faktisch gezwungen, zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung &quot;wenige Kilometer hinweg von Deutschland nach &Ouml;sterreich&quot; umzuziehen. Die im DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 getroffene Regelung sei &uuml;berdies ohnehin nicht konsistent. Denn im umgekehrten Fall stehe das Besteuerungsrecht f&uuml;r in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Mitarbeiter an Bord im internationalen Flugverkehr eingesetzter Luftfahrzeuge von in Deutschland ans&auml;ssigen Unternehmen Deutschland zu; in &Ouml;sterreich w&uuml;rden solche Eink&uuml;nfte jedoch nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 freigestellt und unterl&auml;gen dort lediglich dem Progressionsvorbehalt. Aus Gr&uuml;nden des Gleichheitsgebots sei deswegen auch in seinem Fall ausschlie&szlig;lich die sog. Freistellungsmethode anzuwenden. Teile man diese Auffassung nicht und halte man eine Aufteilung f&uuml;r notwendig, sei diese jedenfalls nach der Dienst-\/Arbeitszeit zu berechnen, nicht aber nach den Flugeinsatzzeiten &uuml;ber deutschem Hoheitsgebiet. Eine Aufteilung der Verg&uuml;tung nur anhand der reinen Flugzeiten f&uuml;hre zu unsachgem&auml;&szlig;en Resultaten, da die Verg&uuml;tung nicht nur nach Flugstunden, sondern nach Dienstzeit bezahlt werde, welche auch sog. Briefing-Zeiten, die Bodenzeiten und &Uuml;bernachtungen in vom Arbeitgeber zur Verf&uuml;gung gestellten Hotels, die Zeiten der An- und Abreise u.&Auml;. enthalte, und diese Zeiten w&uuml;rden nicht an Bord der Flugzeuge, sondern in &Ouml;sterreich verbracht. Es sei hiernach lediglich ein Anteil von 7,76&nbsp;v.H. als Arbeitszeit in Deutschland anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen wies sie mit Urteil vom 3.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2730\/11 als unbegr&uuml;ndet ab. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1854 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision st&uuml;tzt der Kl&auml;ger auf Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und den angefochtenen Bescheid dadurch abzu&auml;ndern, dass die Einkommensteuer f&uuml;r 2008 auf Null EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG. Dessen Entscheidung ist in den beiden Streitpunkten &#8211;der Frage nach der gleichheitswidrigen Anwendung der sog. Anrechnungsmethode sowie nach dem Schl&uuml;ssel der anteilig auf die Anrechnungsmethode entfallenden Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers&#8211; nicht zu beanstanden. Ungekl&auml;rt bleibt derzeit aber die Frage danach, ob das FA die &ouml;sterreichische Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung jener Ma&szlig;gaben angerechnet hat, die &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;2002 zwischenzeitlich in Gestalt von &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;34a EStG&nbsp;2009 i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 22.&nbsp;Dezember 2014 &#8211;EStG&nbsp;2009&nbsp;n.F.&#8211; (BGBl I 2014, 2417) r&uuml;ckwirkend auch f&uuml;r das Streitjahr bestimmt. Das muss das FG im zweiten Rechtsgang beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hatte im Streitjahr seinen Wohnsitz in Deutschland. Er unterf&auml;llt deswegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;2002 hier mit seinem Welteinkommen der unbeschr&auml;nkten Einkommensteuerpflicht. Dieser Steuerpflicht ist auch der Arbeitslohn (&sect;&nbsp;19 EStG&nbsp;2002) unterworfen, den er als angestellter Flugzeugf&uuml;hrer f&uuml;r die in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Fluggesellschaft im Streitjahr vereinnahmt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Besteuerungsrecht f&uuml;r diesen Arbeitslohn steht &Ouml;sterreich zu. Auch in Deutschland ist der Lohn aber in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Einkommensteuer einzubeziehen, allerdings unter Anrechnung der &ouml;sterreichischen Steuer, die f&uuml;r diese Eink&uuml;nfte gezahlt worden ist:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich 2000 d&uuml;rfen Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die eine in einem Vertragsstaat ans&auml;ssige Person aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausge&uuml;bt. Wird die Arbeit dort ausge&uuml;bt, so d&uuml;rfen die daf&uuml;r bezogenen Verg&uuml;tungen im anderen Staat besteuert werden (Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000). Ungeachtet der Bestimmungen des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 bis 4 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 d&uuml;rfen Verg&uuml;tungen f&uuml;r unselbst&auml;ndige Arbeit, die an Bord u.a. eines Luftfahrzeuges, das im internationalen Verkehr betrieben wird, ausge&uuml;bt wird, in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet (Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000). Das ist hier f&uuml;r jene Arbeit, die vom Kl&auml;ger an Bord eines von seinem in &Ouml;sterreich ans&auml;ssigen Arbeitgeber im internationalen Verkehr eingesetzten Luftfahrzeuges ausge&uuml;bt wird, &Ouml;sterreich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Deutschland werden bei einer dort ans&auml;ssigen Person &#8211;wie im Streitjahr auch der Kl&auml;ger&#8211; solche Eink&uuml;nfte aus der Republik &Ouml;sterreich nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 ausgenommen, die &#8211;so erfordert es die Vorschrift in ihrer ersten Voraussetzung&#8211; nach dem Abkommen in &Ouml;sterreich besteuert werden d&uuml;rfen; Deutschland beh&auml;lt nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 aber das Recht, die so ausgenommenen Eink&uuml;nfte bei der Festsetzung des Steuersatzes f&uuml;r andere Eink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen. Das alles gilt nach der in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 enthaltenen zweiten Voraussetzung aber nur f&uuml;r solche Eink&uuml;nfte, welche nicht unter Buchst.&nbsp;b der Vorschrift fallen. Und Letzteres betrifft nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;ee DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 Eink&uuml;nfte, die nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 in &Ouml;sterreich besteuert werden d&uuml;rfen, also die Verg&uuml;tungen f&uuml;r unselbst&auml;ndige Arbeit, die an Bord u.a. eines Luftfahrzeuges, das im internationalen Verkehr betrieben wird, ausge&uuml;bt wird, in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung des Unternehmens befindet. Auf solche Eink&uuml;nfte findet Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 keine Anwendung. Vielmehr wird auf die deutsche Steuer vom Einkommen f&uuml;r solche Eink&uuml;nfte unter Beachtung der Vorschriften des deutschen Steuerrechts &uuml;ber die Anrechnung ausl&auml;ndischer Steuern die &ouml;sterreichische Steuer angerechnet, die nach &ouml;sterreichischem Recht und in &Uuml;bereinstimmung mit dem Abkommen f&uuml;r diese Eink&uuml;nfte gezahlt worden ist. Das ist die Situation des Streitfalls und dar&uuml;ber besteht unter den Beteiligten im Grundsatz und &quot;nach den Buchstaben des Gesetzes&quot; auch kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Statt der sog. Freistellungsmethode haben sich die Vertragsstaaten in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;ee DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 f&uuml;r bestimmte Eink&uuml;nfte &#8211;und auch diejenigen des Kl&auml;gers&#8211; hiernach auf die sog. Anrechnungsmethode verst&auml;ndigt, um eine Doppelbesteuerung der abkommensberechtigten und in Deutschland ans&auml;ssigen Personen zu vermeiden. Das h&auml;lt der Kl&auml;ger f&uuml;r gleichheits- und damit nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) f&uuml;r verfassungswidrig. Er sieht sich gegen&uuml;ber anderen Berufsgruppen in einer ihm vergleichbaren Situation ohne tragf&auml;higen Unterscheidungsgrund als benachteiligt. Dem ist nicht beizupflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dabei kann im Kern auf das Erkenntnis des &ouml;sterreichischen Verfassungsgerichtshofs vom 23.&nbsp;Juni 2014 SV2\/2013, ECLI:AT:VFGH:2014:SV2.2013, &lt;abrufbar unter www.ris.bka.gv.at\/Dokument.wxe?Abfrage=Vfgh&#038;Dokumentnummer=JFR_20140623_13SV00002_01&gt; zur&uuml;ckgegriffen werden, das (auf Vorlage des &ouml;sterreichischen Verwaltungsgerichtshofs, s. dazu auch Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;R&nbsp;4\/13, BFHE 244, 1, BStBl II 2014, 791, dort unter B.II.3.b&nbsp;cc&nbsp;aaa der Entscheidungsgr&uuml;nde; Aigner\/Kofler\/Tumpel, Spektrum der Rechtswissenschaft 2014, 1) zu einer mit dem Streitfall vergleichbaren Ausgangsfrage (jedoch im Hinblick auf gewerbliche Eink&uuml;nfte und die daf&uuml;r vereinbarte Anrechnungsmethode einerseits und Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit und die daf&uuml;r vereinbarte Freistellungsmethode andererseits bezogen auf das Abkommen zwischen der Republik &Ouml;sterreich und dem F&uuml;rstentum Liechtenstein zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 5.&nbsp;November 1969, [&ouml;sterreichisches] BGBl Nr.&nbsp;24\/1971) ergangen ist. Dort hei&szlig;t es unter Gliederungspunkt 2.3. der Entscheidungsgr&uuml;nde<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;2.3.1. Doppelbesteuerungsabkommen sind &#8211;idR bilaterale&#8211; v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge, in denen die Vertragspartner innerhalb des pers&ouml;nlichen und des sachlichen Anwendungsbereichs des Abkommens die Verteilung der Besteuerungsrechte zwischen den Vertragstaaten mit dem Ziel der Vermeidung der Doppelbesteuerung regeln. Zu den zentralen Bestimmungen jedes Doppelbesteuerungsabkommens z&auml;hlen Regelungen, welche die Zuteilung der Besteuerungsrechte festlegen (Verteilungsnormen). Diese bestimmen f&uuml;r die jeweiligen im Abkommen angef&uuml;hrten Eink&uuml;nfte, ob der jeweilige Vertragstaat v&ouml;lkerrechtlich berechtigt ist, einen innerstaatlich bestehenden Besteuerungsanspruch durchzusetzen, oder ob er nach diesem Vertrag verpflichtet ist, auf den innerstaatlich bestehenden Anspruch zu verzichten.<br \/>Das DBA Liechtenstein sieht in diesem Zusammenhang sowohl f&uuml;r Unternehmensgewinne (Art.&nbsp;7) wie auch f&uuml;r selbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte (Art.&nbsp;14) vor, dass das Besteuerungsrecht dem Ans&auml;ssigkeitsstaat zukommt und der andere Vertragstaat (Quellenstaat) ein Besteuerungsrecht nur insoweit hat, als die Eink&uuml;nfte einer im anderen Vertragstaat gelegenen Betriebsst&auml;tte bzw. einer festen Einrichtung zugerechnet werden k&ouml;nnen.<br \/>F&uuml;r jene F&auml;lle, in denen ein Doppelbesteuerungsabkommen in einer Verteilungsnorm dem Quellenstaat ein Besteuerungsrecht einr&auml;umt, bestimmen die Methodenartikel eines Doppelbesteuerungsabkommens, nach welcher Methode die Vermeidung der Doppelbesteuerung zu erfolgen hat. Hierbei kommen grunds&auml;tzlich zwei Methoden in Betracht: Nach der Befreiungsmethode verzichtet der Ans&auml;ssigkeitsstaat auf die Besteuerung der im Quellenstaat erzielten Eink&uuml;nfte unter Progressionsvorbehalt; nach der Anrechnungsmethode werden die im Quellenstaat erzielten Eink&uuml;nfte vom Ans&auml;ssigkeitsstaat unter Anrechnung der im Quellenstaat erhobenen Steuer belastet. Welche der beiden Methoden zur Anwendung gelangt, richtet sich nach der v&ouml;lkerrechtlichen Vereinbarung der betroffenen Staaten.<br \/>Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 des DBA Liechtenstein sieht als Ausgangsregelung f&uuml;r eine in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Person die Befreiungsmethode vor: Soweit Eink&uuml;nfte nach dem Abkommen in Liechtenstein besteuert werden, nimmt &Ouml;sterreich diese Eink&uuml;nfte von der Besteuerung aus. F&uuml;r Unternehmensgewinne wird in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 DBA Liechtenstein die Anrechnungsmethode vorgesehen, nach der &Ouml;sterreich die in Liechtenstein f&uuml;r dort steuerpflichtige Eink&uuml;nfte bezahlte Steuer auf die in &Ouml;sterreich einzuhebende Steuer anrechnet. F&uuml;r Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit, die ein in &Ouml;sterreich ans&auml;ssiger Steuerpflichtiger in Liechtenstein im Rahmen einer dort gelegenen festen Einrichtung erzielt, kommt somit die Befreiungsmethode zur Anwendung. W&auml;hrend Unternehmensgewinne unter Anrechnung der in Liechtenstein bezahlten Steuer in &Ouml;sterreich besteuert werden, unterliegen Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit (lediglich) der &#8211; vergleichsweise weit geringeren &#8211; Besteuerung in Liechtenstein.<br \/>&#8230;<br \/>2.3.3. Wenn der Verwaltungsgerichtshof hinsichtlich der Methodenkombination f&uuml;r Unternehmensgewinne und Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit meint, dass es einer sachlichen Rechtfertigung bed&uuml;rfe, wenn innerhalb eines Abkommens von einem Vertragstaat eine Kombination zwischen den beiden Methoden gew&auml;hlt w&uuml;rde, um dadurch eine Gruppe in einem nicht nur untergeordneten Ausma&szlig; zu privilegieren, und er eine solche Rechtfertigung nicht zu erkennen vermag, ist Folgendes zu ber&uuml;cksichtigen:<br \/>Der Verfassungsgerichtshof geht in st&auml;ndiger Rechtsprechung davon aus, dass es dem Gesetzgeber frei steht, f&uuml;r die verschiedenen Einkunftsarten des EStG 1988 auch spezifische Regelungen zu treffen, wenn diese jeweils sachlich gerechtfertigt sind (VfSlg 18.030\/2006). Eine solche Rechtfertigung liegt entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichtshofes im vorliegenden Fall vor. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Ausf&uuml;hrungen macht der erkennende Senat sich vollumf&auml;nglich zu eigen. Sie passen mit den gebotenen Modifikationen auch auf die vom Kl&auml;ger inkriminierte Anrechnungsmethode, auf die sich Deutschland und &Ouml;sterreich im DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 f&uuml;r die in Rede stehenden Eink&uuml;nfte aus der T&auml;tigkeit von Flugpersonal im internationalen Verkehr bei Personen, welche in Deutschland ans&auml;ssig sind, verst&auml;ndigt haben. Die sachlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r diese &#8211;von der sog. Freistellungsmethode als Regelmethode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nach Ma&szlig;gabe von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 abweichende&#8211; Methodenwahl liegen auf der Hand: Sie ist zum einen in den Besonderheiten dieser T&auml;tigkeit des Flugpersonals begr&uuml;ndet, die eine t&auml;tigkeitsortbezogene Besteuerungszuordnung erschweren und die deswegen die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Sonderregelung des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 geben, welche Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen) entspricht. Grund daf&uuml;r ist zum anderen &#8211;damit einhergehend&#8211; die erkennbare Absicht der deutschen Verhandlungsseite, jedenfalls eine Einmalbesteuerung der Eink&uuml;nfte aus jenen T&auml;tigkeiten sicherzustellen. Diese Einmalbesteuerung l&auml;sst sich vermittels der Anrechnungsmethode naturgem&auml;&szlig; eher gew&auml;hrleisten als bei der Freistellungsmethode, die prinzipiell nicht auf einer tats&auml;chlichen, sondern lediglich auf einer virtuellen Besteuerung im anderen Vertragsstaat aufbaut (vgl. dazu umfassend Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 236, 304). Gerade bei im internationalen Verkehr t&auml;tigem Flugpersonal besteht ersichtlich die Bef&uuml;rchtung, dass es aufgrund dessen zu Besteuerungsdefiziten bis hin zur sog. doppelten Nichtbesteuerung kommen kann (s.a. Gosch in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;35a, m.w.N.). Es entspricht deswegen auch und ebenso erkennbar der j&uuml;ngeren Verhandlungspolitik und Verhandlungsstrategie Deutschlands, (u.a.) f&uuml;r derartige Eink&uuml;nfte an Stelle der ansonsten immer noch &uuml;blichen Freistellungsmethode die Anrechnungsmethode vorzuziehen, so beispielsweise in den Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit Algerien, Aserbeidschan, Australien, D&auml;nemark, Kanada, Kasachstan, Korea, Kroatien, Mexiko, Norwegen, Polen, Rum&auml;nien, Schweden, Singapur, Spanien, Ungarn, Tadschikistan, Trinidad-Tobago, Uruguay sowie Wei&szlig;russland und eben auch mit &Ouml;sterreich (s. letzterenfalls &uuml;berdies die wechselseitig vereinbarte sog. Switch over-Klausel von der Freistellung zur Anrechnung in bestimmten, hier nicht einschl&auml;gigen Konstellationen nach Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000). Beide Gr&uuml;nde sind tragf&auml;hig und rechtfertigen den von Deutschland bevorzugten &quot;Methodenmix&quot; im DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit es dadurch zu Ungleichbehandlungen zu den Eink&uuml;nften anderer Berufsgruppen kommen kann, bleiben solche angesichts des erw&auml;hnten weiten (rechtspolitischen) Spielraums, der dem Verhandlungsf&uuml;hrer und in Einklang damit dem Gesetzgeber bei der Umsetzung des geschlossenen Abkommens in nationales Recht zukommt, unbeanstandet: Bei anderen Berufsgruppen treten die beschriebenen Besteuerungserschwernisse typischerweise weniger stark als bei Flugpersonal (und den von der Vorschrift ebenso erfassten Seeleuten) im internationalen Verkehr zutage. Auch dass Deutschland in anderen (zumeist &auml;lteren) Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf einen Wechsel der Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung f&uuml;r die besagten Eink&uuml;nfte verzichtet hat, widerspricht dem nicht. Es obliegt dem Verhandlungsf&uuml;hrer und dem Gesetzgeber auch insoweit, seine Politik bei der Wahl der Methode im Laufe der Zeit abzuwandeln. Der Kl&auml;ger kann sich auch nicht auf derartige andersgelagerte, mit Drittstaaten geschlossene Abkommen berufen; sie sind f&uuml;r ihn nicht einschl&auml;gig, und ein auf eine Meistbeg&uuml;nstigung hinauslaufendes Wahlrecht des Steuerpflichtigen f&uuml;r die eine oder die andere Methode zur Vermeidung der doppelten Besteuerung erfordert deshalb ebensowenig das Unionsrecht (vgl. Senatsurteil vom 9.&nbsp;November 2005 I&nbsp;R&nbsp;27\/03, BFHE 211, 493, BStBl II 2006, 564, unter Bezugnahme auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften, nachfolgend Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; D vom 5.&nbsp;Juli 2005 C-376\/03, Slg. 2005, I-05821); ausschlaggebend ist, dass beide Methoden im Prinzip gleichwertig sind (vgl. dazu ebenfalls aus unionsrechtlicher Sicht EuGH-Urteil Test Claimants in the FII Group Litigation vom 13.&nbsp;November 2012 C-35\/11, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2012, 924, EU:C:2012:707, Rz&nbsp;39 und die dort angef&uuml;hrte Rechtsprechung). Und es ist jedenfalls aus deutscher Sicht auch einerlei, ob &Ouml;sterreich f&uuml;r auf seinem Territorium ans&auml;ssige Personen im DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 f&uuml;r die Besteuerung von Bordpersonal von Luftfahrzeugen im internationalen Verkehr einen gleichgelagerten Methodenwechsel ausgehandelt hat oder &#8211;wie in Gestalt von Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 geschehen&#8211; nicht. Es obliegt jedem Vertragspartner, im Zuge der zwischenstaatlichen Verhandlungen die eine oder die andere Methode zu vertreten. Das Erfordernis einer wechselseitigen Korrespondenz oder einer &quot;Folgerichtigkeit&quot; der beiderseits ausgehandelten Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung besteht nicht. Schlie&szlig;lich kann der Kl&auml;ger nicht erfolgreich geltend machen, das solcherart geschlossene Abkommen &quot;verleite&quot; ihn zum alsbaldigen Umzug nach &Ouml;sterreich. Das mag so sein; es steht in einem freiheitlichen Staat aber allein in seiner autonomen Entscheidung, sich infolge Wegzugs aus Deutschland der Besteuerung eines anderen Staates zu unterwerfen und dadurch ihm missliebigen Abkommensvereinbarungen &quot;auszuweichen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Bleibt es damit bei der in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;ee DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 vorgesehenen Methode der Anrechnung, so richtet sich jene Anrechnung nach Ma&szlig;gabe des deutschen Rechts und damit nach &sect;&nbsp;34c (Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1) EStG&nbsp;2002. Das ist im Streitfall &#8211;jedenfalls im Grundsatz (s. aber nachfolgend sub 5.)&#8211; in ebenfalls nicht zu beanstandender Weise geschehen, und das gilt auch f&uuml;r den vom FA angesetzten und vom FG gutgehei&szlig;enen Aufteilungsschl&uuml;ssel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Orientierung daf&uuml;r bietet allein Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000. Danach unterfallen zwar (nur) jene Verg&uuml;tungen der Besteuerung des Gesch&auml;ftsleitungsstaats des Flugunternehmens, die auf unselbst&auml;ndige Arbeit an Bord eines Luftfahrzeugs im internationalen Verkehr entfallen. Die Tatsache, dass das Bordpersonal einen Teil seiner Aufgaben an Land oder auf dem Boden zu verrichten hat, kann indessen nicht zur Aufspaltung der Verg&uuml;tung mit teilweiser Anwendung der Abs&auml;tze&nbsp;1 und 2 f&uuml;hren, wenn die T&auml;tigkeit an Land oder am Boden der Arbeit an Bord dient oder der eigentlichen Arbeit an Bord inhaltlich verbunden ist (ebenso Kempermann in Flick\/ Wassermeyer\/Kempermann, DBA Deutschland-Schweiz, Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;90; Prokisch in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;107; Bourseaux\/Levedag in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;15 OECD-MA Rz&nbsp;115; s.a. FG Hamburg, Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 1986 V&nbsp;154\/84, EFG 1987, 285, f&uuml;r &quot;Stand-by-Zeiten&quot; und Zeiten f&uuml;r die Teilnahme an Kursen bei einem Seemann; einschr&auml;nkend ggf. Wassermeyer\/Schwenke in Wassermeyer, MA, Art.&nbsp;15 Rz&nbsp;188). Das betrifft auch T&auml;tigkeiten wie hier die Zeiten der An- und Abfahrt des Kl&auml;gers zum und vom Flughafen, des sog. Briefing, der notwendigen &Uuml;bernachtungen, der Abschlussarbeiten nach der Landung sowie der Boden- und Wartezeiten, sofern diese Zeiten mit dem internationalen Flugverkehr und der damit verbundenen (Haupt-)T&auml;tigkeit an Bord des Luftfahrzeugs im Zusammenhang stehen. Nur auf diese Weise kann dem mit Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 DBA-&Ouml;sterreich&nbsp;2000 beabsichtigten und in gewisser Weise typisierenden Vereinfachungszweck entsprochen werden (wiederum ebenso Kempermann, ebenda).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Vorinstanz hat &uuml;bereinstimmend mit dem Vorstehenden entschieden. Dennoch ist ihr Urteil aufzuheben. &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;2002 ist f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume bis 2014 &#8211;und damit auch f&uuml;r das Streitjahr&#8211; zwischenzeitlich in Gestalt des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;34a EStG&nbsp;2009&nbsp;n.F. ge&auml;ndert worden, um unionsrechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen, welche an die Anrechnung ausl&auml;ndischer Steuern zu stellen sind (s. dazu EuGH-Urteil Beker vom 28.&nbsp;Februar 2013 C-168\/11, BStBl II 2015, 431, und daran anschlie&szlig;end Senatsurteil vom 18.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361). Das FG hat keine Feststellungen getroffen &#8211;was ihm (ebenso wie dem FA) bezogen auf das zitierte EuGH-Urteil bereits m&ouml;glich (vgl. auch Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 30.&nbsp;September 2013, BStBl I 2013, 1612, nach &Auml;nderung von &sect;&nbsp;34c EStG&nbsp;2009 aufgehoben durch BMF-Schreiben vom 4.&nbsp;Mai 2015, BStBl I 2015, 452), bezogen auf die zwischenzeitliche Regelungskorrektur naturgem&auml;&szlig; (insoweit anders als dem FA) noch nicht m&ouml;glich gewesen w&auml;re, ob die gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger vollzogene Anrechnung der &ouml;sterreichischen Einkommensteuer damit in Einklang steht. Das ist nachzuholen, weshalb das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur&uuml;ckzuverweisen ist. Da &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;2002 f&uuml;r das Streitjahr noch in Gestalt des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;34a EStG&nbsp;2009&nbsp;n.F. anzuwenden ist, kann das FG dabei unbeantwortet belassen, ob die neuerlich durch das Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften umgesetzten Anrechnungsmodalit&auml;ten in &sect;&nbsp;34c Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;2009&nbsp;n.F. den besagten unionsrechtlichen Anforderungen tats&auml;chlich gen&uuml;gen (s. dazu und teilweise skeptisch z.B. Desens, IStR 2015, 77; Siegle, Deutsches Steuerrecht 2015, 508; Ismer, IStR 2014, 925; Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;34c Rz&nbsp;28a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 47\/14 Besteuerung von in Deutschland ans&auml;ssigem Flugzeugf&uuml;hrer einer &ouml;sterreichischen Fluggesellschaft Leits&auml;tze 1. Verg&uuml;tungen f&uuml;r Dienstleistungen, die ein im Inland ans&auml;ssiger Flugzeugf&uuml;hrer eines in &Ouml;sterreich ans&auml;ssigen Unternehmens an Bord eines Luftfahrzeuges im internationalen Verkehr erbringt, werden in Deutschland nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. b Doppelbuchst. ee i.V.m. 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