{"id":64901,"date":"2015-09-03T17:11:37","date_gmt":"2015-09-03T15:11:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64901"},"modified":"2015-09-03T17:11:37","modified_gmt":"2015-09-03T15:11:37","slug":"iii-r-8-14-kindergeld-kein-einspruch-gegen-die-in-der-einspruchsentscheidung-enthaltene-kostenentscheidung-unrichtigkeit-einer-rechtsbehelfsbelehrung-is-des-par-55-abs-2-satz-1-fgo-kostenquote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-8-14-kindergeld-kein-einspruch-gegen-die-in-der-einspruchsentscheidung-enthaltene-kostenentscheidung-unrichtigkeit-einer-rechtsbehelfsbelehrung-is-des-par-55-abs-2-satz-1-fgo-kostenquote\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;8\/14 &#8211; Kindergeld &#8211; Kein Einspruch gegen die in der Einspruchsentscheidung enthaltene Kostenentscheidung &#8211; Unrichtigkeit einer Rechtsbehelfsbelehrung i.S. des &sect; 55 Abs. 2 Satz 1 FGO &#8211; Kostenquote"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2015, III R 8\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; Kein Einspruch gegen die in der Einspruchsentscheidung enthaltene Kostenentscheidung &#8211; Unrichtigkeit einer Rechtsbehelfsbelehrung i.S. des &sect; 55 Abs. 2 Satz 1 FGO &#8211; Kostenquote<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Wendet sich der Einspruchsf&uuml;hrer isoliert gegen die im Rahmen einer Einspruchsentscheidung ergangene Kostenentscheidung nach &sect; 77 Abs. 1 und 2 EStG, ist statthafter Rechtsbehelf hiergegen ausschlie&szlig;lich die Klage, nicht (auch) der Einspruch.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 26. September 2012&nbsp;&nbsp;7 K 470\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Beklagte zu tragen.&#038;<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) lehnte gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r seine beiden Kinder mit Bescheid vom 25.&nbsp;Februar 2011 f&uuml;r die Zeit ab September 2008 ab. Der dagegen eingelegte Einspruch des Kl&auml;gers, der durch Prozessbevollm&auml;chtigte vertreten war, war teilweise erfolgreich. Die Familienkasse setzte mit Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 E&nbsp;739\/11 Kindergeld f&uuml;r beide Kinder f&uuml;r die Zeitr&auml;ume September 2008 bis M&auml;rz 2009 sowie November 2009 bis April 2010 fest und wies den Einspruch im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zugleich entschied sie in der Einspruchsentscheidung unter Bezugnahme auf &sect;&nbsp;77 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung (EStG), dass die dem Kl&auml;ger im Rechtsbehelfsverfahren ggf. entstandenen Aufwendungen nicht &uuml;bernommen w&uuml;rden (sog. Kostengrund- oder Kostenlastentscheidung; nachfolgend Kostenentscheidung). Die Einspruchsentscheidung wurde den inl&auml;ndischen Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers am 29.&nbsp;Juli 2011 gegen Empfangsbekenntnis zugestellt. Sie enthielt die einheitliche Rechtsbehelfsbelehrung, dass gegen diese Entscheidung Klage beim Finanzgericht (FG) erhoben werden k&ouml;nne. In der Rechtsbehelfsbelehrung war u.a. &uuml;ber den Beginn der Klagefrist Folgendes ausgef&uuml;hrt: &quot;&#8230; Sie beginnt mit Ablauf des Tages, an dem diese Entscheidung bekannt gegeben worden ist. Bei Zusendung durch einfachen Brief oder Zustellung durch eingeschriebenen Brief gilt die Bekanntgabe einen Monat nach Aufgabe zur Post als bewirkt, es sei denn, dass die Entscheidung nicht oder zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt zugegangen ist. Bei Zustellung durch Einschreiben gegen R&uuml;ckschein ist Tag der Bekanntgabe der Tag der Zustellung &#8230; .&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Prozessbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers legte f&uuml;r diesen mit Schreiben vom 16.&nbsp;August 2011 ausschlie&szlig;lich gegen die Kostenentscheidung der Familienkasse Einspruch ein. Er begehrte u.a., die dem Kl&auml;ger entstandenen Kosten zu 1\/3 der Familienkasse aufzuerlegen und die Zuziehung des Prozessbevollm&auml;chtigten im Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren. Die Familienkasse verwarf diesen Rechtsbehelf mit Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Januar 2012 E&nbsp;1727\/11 als unzul&auml;ssig, weil gegen die Kostenentscheidung in einem Fall wie hier allein die Klage statthaft sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen am 3.&nbsp;Februar 2012 beim FG eingegangene Klage, mit welcher der Kl&auml;ger sein Begehren weiter verfolgte, war erfolgreich. Das FG hob die Kostenentscheidung auf und verpflichtete die Familienkasse, dem Kl&auml;ger 1\/3 der im Einspruchsverfahren entstandenen Aufwendungen sowie 1\/3 der Geb&uuml;hren und Auslagen seines Bevollm&auml;chtigten zu erstatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse macht mit ihrer Revision eine Verletzung des &sect;&nbsp;348 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) und des &sect;&nbsp;77 EStG geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage als unzul&auml;ssig, hilfsweise als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Berichterstatter des erkennenden Senats hat die Beteiligten darauf hingewiesen, dass bei der Entscheidung ggf. auch der Umstand von Bedeutung sein kann, dass die die Kostenentscheidung enthaltende Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 m&ouml;glicherweise mit einer unrichtigen Rechtsbehelfsbelehrung wegen des darin genannten Beginns der Klagefrist versehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Familienkasse ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat im Ergebnis zu Recht erkannt, dass die Klage zul&auml;ssig ist (dazu unter 1.). Ebenso hat es die Familienkasse zutreffend nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG verpflichtet, dem Kl&auml;ger seine im Einspruchsverfahren entstandenen Aufwendungen sowie Geb&uuml;hren und Auslagen seines Prozessbevollm&auml;chtigten anteilig zu erstatten (dazu unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat im Ergebnis zutreffend kein Prozessurteil, sondern ein Sachurteil erlassen, weil der Kl&auml;ger seine Klage mit Schriftsatz vom 31.&nbsp;Januar 2012 innerhalb der im Streitfall geltenden Jahresfrist des &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO rechtzeitig beim FG erhoben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ergeht die Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG &#8211;wie hier&#8211; im Rahmen der Einspruchsentscheidung, ist hiergegen &#8211;entgegen der Rechtsauffassung des FG&#8211; ausschlie&szlig;lich die Klage, nicht (auch) der Einspruch statthaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der im Fachschrifttum &uuml;berwiegend vertretenen Auffassung ist der Einspruch (vgl. &sect;&nbsp;347 AO) auch dann der statthafte Rechtsbehelf, wenn die Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG im Rahmen der Einspruchsentscheidung ergeht (Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;28; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach&nbsp;A, I.&nbsp;Kommentierung, &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;12; Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;31; D&uuml;rr in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;14; Felix, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;D&nbsp;7; Greite in Korn, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;6; so auch FG Baden-W&uuml;rttemberg, Beschluss vom 9.&nbsp;August 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1648\/11, Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 344, Rz&nbsp;13). Dies wird im Wesentlichen damit begr&uuml;ndet, dass trotz &auml;u&szlig;erlicher Verbindung in einem Bescheid die Kostenentscheidung ein eigenst&auml;ndiger Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 AO bleibe, der nicht Einspruchsentscheidung i.S. des &sect;&nbsp;348 Nr.&nbsp;1 AO sei. Nach einer Mindermeinung im Fachschrifttum (Reu&szlig; in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;15&nbsp;f.; Cla&szlig;en in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;8) und nach der Verwaltungsauffassung (Kapitel R&nbsp;7.5 Abs.&nbsp;3 der Dienstanweisung zum Kindergeld nach dem Einkommensteuergesetz &#8211;DA-KG&#8211;, Stand 2014, BStBl I 2014, 918) ist eine in der Einspruchsentscheidung ergehende Kostenentscheidung hingegen ausschlie&szlig;lich mit der Klage anzugreifen. Zur Begr&uuml;ndung hierf&uuml;r wird im Wesentlichen vorgetragen, dass die von Amts wegen ergehende Kostenentscheidung Teil der Einspruchsentscheidung sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat schlie&szlig;t sich aus folgenden Gr&uuml;nden der zweitgenannten Auffassung an:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wird die Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG im Rahmen der Einspruchsentscheidung (z.B. bei Teilstattgabe oder Zur&uuml;ckweisung des Einspruchsbegehrens) getroffen, ist sie Teil der Einspruchsentscheidung, die nach &sect;&nbsp;348 Nr.&nbsp;1 AO nicht mit einem erneuten Einspruch anfechtbar ist. Zutreffend weist zwar die herrschende Meinung darauf hin, dass die Kostenentscheidung ein Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 AO ist. Dies bedeutet aber nicht, dass dieser Verwaltungsakt nicht Teil der Einspruchsentscheidung ist. Die Familienkasse hat nach Abschluss des Einspruchsverfahrens von Amts wegen die Kostenentscheidung zu treffen (vgl. den Wortlaut des &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG: &quot;&#8230; hat &#8230;&quot;). Hierbei ist auch dar&uuml;ber zu befinden, ob die Zuziehung eines Bevollm&auml;chtigten notwendig war (&sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG). Die Kostenentscheidung wird in der Einspruchsentscheidung tenoriert und begr&uuml;ndet; sie ist Bestandteil der Einspruchsentscheidung. Dem steht nicht entgegen, dass weder die AO noch die FGO eine dem &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) entsprechende Regelung enthalten, wonach &quot;der Widerspruchsbescheid bestimmt &#8230;, wer die Kosten tr&auml;gt&quot;. Im Kindergeldrecht hat der Einspruchsf&uuml;hrer gerade wegen &sect;&nbsp;77 EStG nicht nur einen Anspruch auf Entscheidung seines Rechtsschutzbegehrens in der Hauptsache, sondern auch auf Entscheidung &uuml;ber die Erstattung seiner Kosten f&uuml;r das Einspruchsverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen l&auml;sst sich &#8211;entgegen der Ansicht des FG&#8211; nicht einwenden, dass die zur Hauptsache ergangene Einspruchsentscheidung und die Kostenentscheidung unterschiedliche Regelungsgegenst&auml;nde h&auml;tten, oder dass in F&auml;llen der Teilstattgabe kein innerer Zusammenhang zwischen der Einspruchsentscheidung (erfolgloser Teil des Einspruchs) und der Kostenentscheidung (erfolgreicher Teil des Einspruchs) bestehe. Die Kostenentscheidung steht allein schon deshalb in einem Zusammenhang mit dem erfolglosen Teil des Einspruchs, weil die Kostenquote im Grundsatz vom Verh&auml;ltnis des Erfolgs zum Misserfolg des Einspruchs abh&auml;ngt (vgl. dazu unter 2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dieser Beurteilung steht nicht entgegen, dass die Kostenentscheidung ein Erstbescheid ist, die den Einspruchsf&uuml;hrer erstmalig beschwert. Denn in einem derartigen Fall kann der Betroffene unmittelbar Klage gegen die Kostenentscheidung erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die FGO enth&auml;lt zwar keine dem &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2, Abs.&nbsp;2 VwGO korrespondierende Vorschrift, wonach es eines au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahrens nicht bedarf, &quot;wenn &#8230; der Widerspruchbescheid erstmalig eine Beschwer enth&auml;lt&quot;. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) h&auml;ngt aber die Zul&auml;ssigkeit einer Klage in F&auml;llen, in denen die Einspruchsentscheidung eine erstmalige Beschwer f&uuml;r den Kl&auml;ger enth&auml;lt, nicht von der erfolglosen Durchf&uuml;hrung eines Vorverfahrens ab (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Juli 1998 I&nbsp;R&nbsp;123\/97, BFHE 186, 540, unter II.1.b, m.w.N.). Ebenso geht der Senat in Kindergeldangelegenheiten unausgesprochen davon aus, dass die Klage gegen eine den Kindergeldanspruch in der Sache versagende Einspruchsentscheidung zul&auml;ssigerweise auch den Zeitraum nach dem Monat der Bekanntgabe des Ausgangsbescheids bis zum Ende des Monats der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung umfasst, obwohl f&uuml;r diesen Zeitraum kein erfolgloses Vorverfahren durchgef&uuml;hrt wurde. Auch nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) kann gegen eine im Widerspruchsbescheid enthaltene Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;63 des Zehnten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;X) sofort Klage erhoben werden (BSG-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2013 B&nbsp;14&nbsp;AS&nbsp;68\/12&nbsp;R, Sozialrecht 4-1300 &sect;&nbsp;63 Nr.&nbsp;20, Rz&nbsp;11&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Etwas anderes ergibt sich auch nicht daraus, dass f&uuml;r die Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG keine dem &sect;&nbsp;145 FGO vergleichbare Regelung besteht, wonach eine isolierte Anfechtung der Kostenentscheidung im Rechtsmittelverfahren unzul&auml;ssig ist. Gerade weil die Kostenentscheidung unabh&auml;ngig von der Hauptsache wie auch zusammen mit dieser angegriffen werden kann (vgl. dazu nachfolgend unter b), ist im letztgenannten Fall eine Zweigleisigkeit des Rechtsschutzes &#8211;Klage gegen die Einspruchsentscheidung in der Hauptsache, Einspruch gegen die Kostenentscheidung&#8211; weder sinnvoll noch geboten (ebenso Reu&szlig; in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;15a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Der Senat sieht es mit Blick auf Sinn und Zweck des Vorverfahrens und aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit nicht als sachgerecht an, dem Betroffenen in derartigen F&auml;llen ein Wahlrecht zwischen Einspruch und Klage einzur&auml;umen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das der Klageerhebung vorgeschaltete Einspruchsverfahren hat drei Funktionen: Erstens bedeutet es f&uuml;r den Rechtssuchenden zus&auml;tzlichen Rechtsschutz, zweitens f&uuml;r die Finanzbeh&ouml;rde die M&ouml;glichkeit der Selbstkontrolle und drittens f&uuml;r die Steuergerichte eine Entlastung von vermeidbaren Klagen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 21.&nbsp;Januar 1985 GrS&nbsp;1\/83, BFHE 143, 112, BStBl II 1985, 303, unter III.2.). Durch den Erlass der &#8211;mit einer Kostenentscheidung versehenen&#8211; Einspruchsentscheidung ist das Verwaltungsverfahren abgeschlossen und die vorstehend genannten Funktionen des Vorverfahrens sind erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem bestimmt &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 FGO, dass die Klagefrist mit Bekanntgabe der Entscheidung &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf beginnt. Danach soll der Betroffene keine Wahl zwischen der Einlegung eines (erneuten) Einspruchs oder der Klageerhebung haben. Au&szlig;erdem spricht auch der Gesichtspunkt der Rechtssicherheit f&uuml;r eine Auslegung, die zu klaren und eindeutigen Regelungen &uuml;ber den statthaften Rechtsbehelf f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(5) Schlie&szlig;lich entspricht das hier gefundene Ergebnis der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG), nach der ein Widerspruch gegen eine in dem Widerspruchsbescheid enthaltene Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;80 des Verwaltungsverfahrensgesetzes nicht statthaft ist (BVerwG-Urteil vom 12.&nbsp;August 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;C&nbsp;2\/14, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht Rechtsprechungsreport 2014, 869, unter 2.1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger war befugt, seine Klage allein gegen die Kostenentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 zu richten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsschutzsuchende kann sein Klagebegehren auf einzelne in der Einspruchsentscheidung enthaltene Verwaltungsakte beschr&auml;nken (vgl. Paetsch in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;65 Rz&nbsp;74). Da es f&uuml;r die Kostenentscheidung nach &sect;&nbsp;77 EStG im &Uuml;brigen an einer dem &sect;&nbsp;145 FGO vergleichbaren Regelung fehlt, steht es dem Einspruchsf&uuml;hrer frei, sich mit seiner Klage allein gegen die Kostenentscheidung zu wenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte daher die Verwaltungsanweisung in Kapitel R&nbsp;7.5 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 DA-KG (BStBl I 2014, 918), nach der die in der Einspruchsentscheidung ergangene Kostenentscheidung &quot;nicht selbst&auml;ndig &#8230;, sondern nur zusammen mit der Einspruchsentscheidung mit Klage vor dem Finanzgericht (&sect;&nbsp;348 Nr.&nbsp;1 AO&quot; anfechtbar ist, dahingehend zu verstehen sein, dass eine isolierte Klage gegen die Kostenentscheidung nicht m&ouml;glich ist, k&ouml;nnte sich der Senat dem aus den genannten Gr&uuml;nden nicht anschlie&szlig;en. Dass sich der Kl&auml;ger im Streitfall mit seiner Klage gegen die Kostenentscheidung &quot;in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 16.01.2012&quot; gewendet hat, war aus seiner Sicht zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Kl&auml;ger hat die Klagefrist nicht vers&auml;umt, weil die in der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 enthaltene Rechtsbehelfsbelehrung unrichtig war. Damit lief nicht die Monatsfrist des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 FGO, sondern die Jahresfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO, die mit dem Eingang der Klageschrift vom 31.&nbsp;Januar 2012 am 3.&nbsp;Februar 2012 beim FG gewahrt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Voraussetzungen f&uuml;r ein Sachurteil des FG vorlagen, hat der BFH von Amts wegen zu pr&uuml;fen. Er kann hierzu auch eigene Feststellungen anhand der im Revisionsverfahren vorgelegten Akten treffen (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juli 2013 III&nbsp;R&nbsp;59\/11, BFHE 242, 228, BStBl II 2014, 843, Rz&nbsp;14); die Sachurteilsvoraussetzung der fristgerechten Klageerhebung ist daher vom BFH von Amts wegen und ohne Bindung an die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO ist die Einlegung der Klage innerhalb eines Jahres (seit Bekanntgabe) zul&auml;ssig, wenn die Rechtsbehelfsbelehrung unterblieben oder unrichtig erteilt ist. Die Unrichtigkeit kann sich zum einen daraus ergeben, dass die Belehrung zu wenige Informationen enth&auml;lt. Insofern ist es allerdings nicht erforderlich, dass die Belehrung alle zur Berechnung der Klagefrist im Einzelfall erforderlichen Informationen enth&auml;lt. Ausreichend ist vielmehr, wenn die Rechtsbehelfsbelehrung den Gesetzeswortlaut der einschl&auml;gigen Bestimmung wiedergibt und verst&auml;ndlich &uuml;ber die allgemeinen Merkmale des Fristbeginns unterrichtet (vgl. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Mai 2010 VIII&nbsp;B&nbsp;228\/09, BFH\/NV 2010, 2080, unter 2.b&nbsp;bb, m.w.N.). Die Unrichtigkeit kann sich aber zum andern auch daraus ergeben, dass die Belehrung Informationen enth&auml;lt, die &uuml;ber den gesetzlich erforderlichen Mindestinhalt hinausgehen, sofern diese Informationen bei objektiver Betrachtung dazu geeignet sind, die M&ouml;glichkeit der Fristwahrung zu gef&auml;hrden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 2080, unter 2.b&nbsp;bb, m.w.N.). Bei einer unrichtigen Rechtsbehelfsbelehrung greift die Jahresfrist unabh&auml;ngig davon ein, ob die fehlerhafte Rechtsbehelfsbelehrung f&uuml;r die Fristvers&auml;umnis urs&auml;chlich war (BFH-Zwischenurteil vom 18.&nbsp;Juli 1987 VIII&nbsp;R&nbsp;30\/89, BFHE 158, 107, BStBl II 1989, 1020, unter 2.c). Zudem ist es unerheblich, ob der Rechtsschutzsuchende den zutreffenden Rechtsbehelf und die Voraussetzungen f&uuml;r dessen Einlegung kennt oder ob er sachkundig vertreten ist (Spindler in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;55 FGO Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die in der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 enthaltene Rechtsbehelfsbelehrung &uuml;ber die einzuhaltende Klagefrist unrichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist auf F&auml;lle zugeschnitten, in denen die Einspruchsentscheidung im Ausland bekanntgegeben wird. So wurde insbesondere f&uuml;r den Fall einer Zusendung durch einfachen Brief auf die f&uuml;r Auslands&uuml;bermittlungen geltende Vorschrift des &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO hingewiesen. Weiter war f&uuml;r den Fall einer Zustellung durch Einschreiben mit R&uuml;ckschein offensichtlich auf die f&uuml;r Auslandszustellungen geltende Vorschrift des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Verwaltungszustellungsgesetzes Bezug genommen. Tats&auml;chlich erfolgte im Streitfall jedoch eine Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung im Inland durch Zustellung gegen Empfangsbekenntnis. Damit war die Rechtsbehelfsbelehrung unter Zugrundelegung der im Streitfall konkret gew&auml;hlten Bekanntgabeform objektiv fehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Unrichtigkeit ist bei objektiver Betrachtung geeignet, die Fristwahrung zu gef&auml;hrden. In der Rechtsbehelfsbelehrung wird &#8211;ohne darzulegen, dass die darin genannten Bekanntgabezeitpunkte Auslands&uuml;bermittlungen betreffen&#8211; ausgef&uuml;hrt, dass bei Zustellung durch eingeschriebenen Brief die Bekanntgabe einen Monat nach Aufgabe zur Post als bewirkt gilt, bei Zustellung durch Einschreiben mit R&uuml;ckschein der Tag der Zustellung der Tag der Bekanntgabe ist. Diese Erl&auml;uterungen sind irref&uuml;hrend, weil sie andere als die konkret gew&auml;hlte Bekanntgabeform (Zustellung gegen Empfangsbekenntnis) betrafen und damit unklar blieb, was im Streitfall gelten soll. Dass der Kl&auml;ger fachkundig vertreten und die fehlerhafte Rechtsbehelfsbelehrung nicht urs&auml;chlich f&uuml;r die Vers&auml;umung der Monatsfrist war, ist unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In der Sache hat das FG zutreffend entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG hat die Familienkasse dem Einspruchsf&uuml;hrer die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Aufwendungen zu erstatten, soweit der Einspruch gegen die Kindergeldfestsetzung erfolgreich ist. Aufwendungen, die durch das Verschulden eines Erstattungsberechtigten entstanden sind, hat dieser selbst zu tragen; das Verschulden eines Vertreters ist dem Vertretenen zuzurechnen (&sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG). Dabei sind nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;2 EStG die Geb&uuml;hren und Auslagen eines bevollm&auml;chtigten Rechtsanwalts erstattungsf&auml;hig, wenn dessen Zuziehung notwendig war; ob diese Zuziehung notwendig war, bestimmt die Kostenentscheidung (&sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem Kl&auml;ger steht ein Erstattungsanspruch nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG sind gegeben, weil der Kl&auml;ger mit seinem Einspruch gegen die Ablehnung der Kindergeldfestsetzung teilweise erfolgreich war. Der Erstattungsanspruch ist auch nicht wegen eines Verschuldens i.S. des &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO ausgeschlossen. Nach den f&uuml;r den Senat bindenden &#8211;von der Familienkasse nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen&#8211; Feststellungen des FG (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hat der Kl&auml;ger seine Mitwirkungspflichten im Verwaltungsverfahren nicht verletzt (vgl. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;73\/00, BFH\/NV 2003, 25, unter II.). Ebenso ist die Entscheidung des FG nicht zu beanstanden, dass die Hinzuziehung eines Bevollm&auml;chtigten nach &sect;&nbsp;77 Abs.&nbsp;2 EStG notwendig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es verbleibt bei der vom FG ermittelten Kostenquote von 1\/3.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kostenquote richtet sich nach dem Verh&auml;ltnis des Erfolgs zum Misserfolg des Einspruchs, wobei sich das Ma&szlig; des Unterliegens und Obsiegens nach dem Antragsbegehren und seinem endg&uuml;ltigen Erfolg richtet (Wendl in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;3; Felix, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;D&nbsp;7; Reu&szlig; in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;77 EStG Rz&nbsp;8; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach&nbsp;A, I.&nbsp;Kommentierung, &sect;&nbsp;77 Rz&nbsp;6). F&uuml;r diese Zwecke ist die H&ouml;he des begehrten Kindergeldes ins Verh&auml;ltnis zur H&ouml;he des tats&auml;chlich zugesprochenen Kindergeldes zu setzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall begehrte der Kl&auml;ger im Einspruchsverfahren Kindergeld ab September 2008 (vgl. Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011). Da der Kl&auml;ger sein Antragsbegehren in dem Einspruchsschreiben vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 nicht weiter zeitlich eingrenzte, ist davon auszugehen, dass er im &Uuml;brigen die zeitliche Konkretisierung der begehrten Kindergeldregelung der Familienkasse &uuml;berlie&szlig; (vgl. Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juni 2014 III&nbsp;R&nbsp;6\/13, BFHE 246, 315, BStBl II 2015, 149, Rz&nbsp;12). Danach regelte die Familienkasse &#8211;mangels abweichender Anhaltspunkte&#8211; mit der in der Sache ergangenen Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 die Kindergeldanspr&uuml;che f&uuml;r zwei Kinder f&uuml;r den Zeitraum September 2008 bis Juli 2011, dem Ende des Monats der Bekanntgabe dieser Entscheidung (vgl. Senatsurteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 236, 144, BStBl II 2012, 681, Rz&nbsp;41). Hiervon ausgehend ergibt sich f&uuml;r den Kl&auml;ger keine niedrigere als die vom FG erkannte Erstattungsquote.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach alledem hat die Revision der Familienkasse in der Sache keinen Erfolg. Eine Klageabweisung (im &Uuml;brigen) kam auch insoweit nicht in Betracht, als bei isolierter Betrachtung die Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Januar 2012 E&nbsp;1727\/11 rechtm&auml;&szlig;ig war. Der Kl&auml;ger hat mit seiner Klage nicht isoliert diese Einspruchsentscheidung angegriffen, sondern eine Entscheidung zur Sache (Kostenentscheidung) beantragt, die er im begehrten Umfang erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Tenor in Ziff.&nbsp;1 des FG-Urteils wird nach &sect;&nbsp;107 FGO wegen einer offenbaren Unrichtigkeit dahingehend berichtigt, dass anstelle des dort aufgef&uuml;hrten Einspruchsverfahrens &quot;&#8230; &#8211; E 1727\/11&quot; das Einspruchsverfahren &quot;&#8230; &#8211; E 739\/11&quot; als das die Kostenentscheidung betreffende Vorverfahren genannt wird. Der erkennende Senat ist f&uuml;r diese Berichtigung zust&auml;ndig (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 IV&nbsp;R&nbsp;11\/06, BFH\/NV 2009, 937, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.5.2015, III R 8\/14 Kindergeld &#8211; Kein Einspruch gegen die in der Einspruchsentscheidung enthaltene Kostenentscheidung &#8211; Unrichtigkeit einer Rechtsbehelfsbelehrung i.S. des &sect; 55 Abs. 2 Satz 1 FGO &#8211; Kostenquote Leits&auml;tze Wendet sich der Einspruchsf&uuml;hrer isoliert gegen die im Rahmen einer Einspruchsentscheidung ergangene Kostenentscheidung nach &sect; 77 Abs. 1 und 2 EStG, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-8-14-kindergeld-kein-einspruch-gegen-die-in-der-einspruchsentscheidung-enthaltene-kostenentscheidung-unrichtigkeit-einer-rechtsbehelfsbelehrung-is-des-par-55-abs-2-satz-1-fgo-kostenquote\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;8\/14 &#8211; Kindergeld &#8211; Kein Einspruch gegen die in der Einspruchsentscheidung enthaltene Kostenentscheidung &#8211; Unrichtigkeit einer Rechtsbehelfsbelehrung i.S. des &sect; 55 Abs. 2 Satz 1 FGO &#8211; Kostenquote<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64901","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64901\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}