{"id":64907,"date":"2015-09-03T17:11:38","date_gmt":"2015-09-03T15:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64907"},"modified":"2015-09-03T17:11:38","modified_gmt":"2015-09-03T15:11:38","slug":"vii-r-63-13-versagung-von-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-vorschriften-beim-eisenbahntransport-von-lebenden-rindern-kein-anspruch-auf-ausfuhrerstattung-aus-vertrauensschu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-63-13-versagung-von-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-vorschriften-beim-eisenbahntransport-von-lebenden-rindern-kein-anspruch-auf-ausfuhrerstattung-aus-vertrauensschu\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;63\/13 &#8211; Versagung von Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Vorschriften beim Eisenbahntransport von lebenden Rindern &#8211; Kein Anspruch auf Ausfuhrerstattung aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.5.2015, VII R 63\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Versagung von Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Vorschriften beim Eisenbahntransport von lebenden Rindern &#8211; Kein Anspruch auf Ausfuhrerstattung aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 8. November 2013&nbsp;&nbsp;4 K 109\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) meldete im Oktober 2000 lebende Rinder zur Ausfuhr nach &Auml;gypten an. Die Tiere waren Teil einer Gesamtsendung, die mit der Bahn von A nach B (Kroatien) transportiert und anschlie&szlig;end verschifft wurde. Die Tiere wurden am 12.&nbsp;Oktober 2000 von 11:30&nbsp;Uhr bis 18:00&nbsp;Uhr verladen. Gegen 20:10&nbsp;Uhr fuhr die Bahn in A ab. Nach einem Zwischenaufenthalt, an dem die Tiere getr&auml;nkt und versorgt wurden, erreichte der Transport am 14.&nbsp;Oktober 2000 gegen 5:30&nbsp;Uhr B. Dort wurden die Tiere am 15.&nbsp;Oktober 2000 auf das Schiff verladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag der Kl&auml;gerin auf Zahlung von Ausfuhrerstattung lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt<br \/>&#8211;HZA&#8211;) mit der Begr&uuml;ndung ab, die Tierschutzbestimmungen seien w&auml;hrend des Transports nicht eingehalten worden. Aus dem Transportplan ergebe sich, dass mit dem Bahntransport die maximale Transportzeit &uuml;berschritten worden sei. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren legte das Finanzgericht (FG) dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Fragen zur Auslegung des Unionsrechts vor, die der EuGH mit Urteil Viamex Agrar Handel vom 30.&nbsp;Juni 2011 C-485\/09 (EU:C:2011:440, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2011, 243) wie folgt beantwortete:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;1. Kapitel VII Nr.&nbsp;48.5 des Anhangs der Richtlinie 91\/628\/EWG des Rates vom 19.&nbsp;November 1991 &uuml;ber den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur &Auml;nderung der Richtlinien 90\/425\/EWG und 91\/496\/EWG in der durch die Richtlinie 95\/29\/EG des Rates vom 29.&nbsp;Juni 1995 ge&auml;nderten Fassung ist u. a. auf Eisenbahntransporte anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r den Fall, dass der Versto&szlig; gegen die Richtlinie 91\/628 in der durch die Richtlinie 95\/29 ge&auml;nderten Fassung nicht zum Verenden der transportierten Tiere gef&uuml;hrt hat, sind die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden der Mitgliedstaaten und deren Gerichte bei der Aus&uuml;bung ihrer Kontrolle verpflichtet, Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;3 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;615\/98 der Kommission vom 18.&nbsp;M&auml;rz 1998 mit Durchf&uuml;hrungsbestimmungen zur Ausfuhrerstattungsregelung in Bezug auf den Schutz lebender Rinder beim Transport in einer Weise anzuwenden, die im Einklang mit dem Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz steht, indem sie die Zahlung der Ausfuhrerstattung f&uuml;r die Tiere ablehnen, bei denen die ihr Wohlbefinden betreffenden Bestimmungen der Richtlinie nicht eingehalten worden sind.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies daraufhin die Klage ab. Die Zahlung von Ausfuhrerstattung f&uuml;r die Ausfuhr lebender Rinder setze nach Art.&nbsp;1 der Verordnung (EG)&nbsp;Nr.&nbsp;615\/98 (VO Nr.&nbsp;615\/98) der Kommission vom 18.&nbsp;M&auml;rz 1998 mit Durchf&uuml;hrungsbestimmungen zur Ausfuhrerstattungsregelung in Bezug auf den Schutz lebender Rinder beim Transport (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;82\/19) die Einhaltung der Vorschriften dieser Verordnung sowie der Vorschriften der Richtlinie 91\/628\/EWG (RL&nbsp;91\/628\/EWG) des Rates vom 19.&nbsp;November 1991 &uuml;ber den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur &Auml;nderung der Richtlinien 90\/425\/EWG und 91\/496\/EWG (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;340\/17) i.d.F. der Richtlinie 95\/29\/EG des Rates vom 29.&nbsp;Juni 1995 zur &Auml;nderung der Richtlinie 91\/628\/EWG &uuml;ber den Schutz von Tieren beim Transport (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;148\/52) voraus. Im Streitfall habe der Transport der Tiere gegen die RL&nbsp;91\/628\/EWG versto&szlig;en, weil die maximale Transportdauer von 28 Stunden &uuml;berschritten worden sei. Bei Ber&uuml;cksichtigung der zum Transport z&auml;hlenden Zeiten des Be- und Entladens ergebe sich im Streitfall eine Gesamttransportdauer von 40 Stunden und 30 Minuten. Auf einen durch eine fehlerhafte Umsetzung der RL&nbsp;91\/628\/EWG in nationales Recht begr&uuml;ndeten Vertrauensschutz k&ouml;nne sich die Kl&auml;gerin nicht berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, der Versto&szlig; gegen die RL&nbsp;91\/628\/EWG werde nicht bestritten, allerdings sei der Versto&szlig; als geheilt anzusehen. Jedenfalls sei ihr aus Gr&uuml;nden des Vertrauensschutzes Ausfuhrerstattung zu gew&auml;hren. Mit der fehlerhaften Umsetzung der RL&nbsp;91\/628\/EWG in nationales Recht durch die Tierschutztransportverordnung &#8211;TierSchTrV&#8211; (i.d.F. der Bekanntmachung vom 11.&nbsp;Juni 1999, BGBl I 1999, 1337), nach deren damaligem &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;5 die Vorschriften &uuml;ber (u.a.) die Transportdauer nicht auf Schienentransporte anzuwenden gewesen seien, sei ein Vertrauenstatbestand geschaffen worden. Es sei einem Wirtschaftsteilnehmer nicht zumutbar, s&auml;mtliche nationalen Gesetze auf ihre Vereinbarkeit mit Unionsrecht zu untersuchen. Im &Uuml;brigen k&ouml;nne man die unionsrechtlichen Tierschutzvorschriften der RL&nbsp;91\/628\/EWG nicht als klare oder eindeutige Regelungen bezeichnen. Sie seien mehrfach Gegenstand von an den EuGH gerichteten Vorabentscheidungsersuchen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung sowie den ablehnenden Bescheid vom 9.&nbsp;August 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Mai 2006 aufzuheben und das HZA zu verpflichten, die beantragte Ausfuhrerstattung zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der die Ausfuhrerstattung versagende Bescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;101 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, setzt (der auf den Streitfall anzuwendende) Art.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;615\/98 f&uuml;r die Zahlung der Ausfuhrerstattung (u.a.) die Einhaltung der RL&nbsp;91\/628\/EWG voraus. Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin jedoch die Vorschrift der RL&nbsp;91\/628\/EWG &uuml;ber die maximale Transportdauer nicht eingehalten, die nach dem EuGH-Urteil Viamex Agrar Handel (EU:C:2011:440, ZfZ 2011, 243) auch auf Eisenbahntransporte anzuwenden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision stellt dies nicht in Abrede, h&auml;lt aber einen Anspruch auf Ausfuhrerstattung f&uuml;r gegeben, weil die &Uuml;berschreitung der maximalen Transportdauer als geheilt anzusehen, jedenfalls aber Ausfuhrerstattung aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden zu gew&auml;hren sei, denn die Kl&auml;gerin habe seinerzeit annehmen d&uuml;rfen, die tierschutzrechtlichen Transportvorschriften der RL&nbsp;91\/628\/EWG f&auml;nden bei Eisenbahntransporten keine Anwendung. Dem kann nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit das FG in Umsetzung der eingeholten Vorabentscheidung des EuGH Viamex Agrar Handel (EU:C:2011:440, ZfZ 2011, 243) ausgef&uuml;hrt hat,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Vorschrift der RL&nbsp;91\/628\/EWG &uuml;ber die maximale Transportdauer betreffe das Wohlbefinden der Tiere w&auml;hrend der Bef&ouml;rderung,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Nichtbeachtung dieser Vorschrift habe im Streitfall s&auml;mtliche Tiere des Transports betroffen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">dieser Versto&szlig; sei nicht geheilt worden und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">eine vollst&auml;ndige Versagung der Ausfuhrerstattung sei daher nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table style=\"margin-left:36\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ist dem nichts hinzuzuf&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ansicht der Revision, auch bei einem &Uuml;berschreiten der maximalen Transportdauer sei eine Heilung des Versto&szlig;es gegen die Richtlinie&nbsp;91\/628\/EWG m&ouml;glich, wenn nachgewiesen sei, dass dadurch keine Gef&auml;hrdungslage, also keine Situation geschaffen worden sei, die das Wohlbefinden der Tiere h&auml;tte beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnen, ist nicht zu folgen. Auf die Ausf&uuml;hrungen des FG wird insoweit verwiesen. Im &Uuml;brigen l&auml;sst die Revision jegliche Ausf&uuml;hrungen vermissen, weshalb im konkreten Fall eine Gef&auml;hrdung des Wohlbefindens der Tiere ausgeschlossen werden kann, obwohl die maximal zul&auml;ssige Zeit der Bef&ouml;rderung um mehr als 12 Stunden &uuml;berschritten wurde. Ihre Behauptung, Bahntransporte seien f&uuml;r das Wohlbefinden der Tiere im Allgemeinen schonender als LKW-Transporte, hat keinen Bezug zu der konkreten, mehr als 40-st&uuml;ndigen Bef&ouml;rderung lebender Tiere im Streitfall und l&auml;sst sich au&szlig;erdem nicht mit der RL&nbsp;91\/628\/EWG vereinbaren, deren Vorschrift &uuml;ber die maximal zul&auml;ssige Transportdauer sowohl f&uuml;r LKW-Transporte als auch f&uuml;r Bahntransporte gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Grundsatz des Vertrauensschutzes kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH, der sich der erkennende Senat angeschlossen hat, nicht gegen eine klare unionsrechtliche Bestimmung angef&uuml;hrt werden und das unionsrechtswidrige Verhalten einer f&uuml;r die Anwendung des Unionsrechts zust&auml;ndigen nationalen Beh&ouml;rde kann kein berechtigtes Vertrauen eines Wirtschaftsteilnehmers darauf begr&uuml;nden, in den Genuss einer unionsrechtswidrigen Behandlung zu kommen (EuGH-Urteil Agroferm vom 20.&nbsp;Juni 2013 C-568\/11, EU:C:2013:407, ZfZ 2013, 249, Rz&nbsp;52, m.w.N.; Senatsurteil vom 18.&nbsp;Mai 1993 VII&nbsp;R&nbsp;70\/92, BFH\/NV 1994, 208).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Art.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;615\/98 handelt es sich um eine klare unionsrechtliche Bestimmung, die f&uuml;r die Zahlung der Ausfuhrerstattung f&uuml;r ausgef&uuml;hrte lebende Rinder verlangt, dass w&auml;hrend des Transports der Tiere die tierschutzrechtlichen Vorschriften der RL&nbsp;91\/628\/EWG eingehalten worden sind. Es kommt daher eindeutig nicht auf die Einhaltung nationaler Transportvorschriften an. Dass der nationale Verordnungsgeber &#8211;wie die Revision geltend macht&#8211; mit &sect;&nbsp;24 Abs.&nbsp;5 TierSchTrV die Richtlinie fehlerhaft umgesetzt hat, ist somit f&uuml;r den Streitfall ohne Belang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, dass die tierschutzrechtlichen Transportvorschriften der RL&nbsp;91\/628\/EWG insgesamt unklar gewesen seien und mehrfach zu Vorabentscheidungsersuchen Anlass gegeben h&auml;tten. Eine &#8211;nachdem die Auslegung der ma&szlig;gebenden unionsrechtlichen Vorschriften gekl&auml;rt ist&#8211; unionsrechtswidrige Behandlung zu seinen Gunsten kann der Wirtschaftsbeteiligte nicht verlangen, was erst recht dann gelten muss, wenn die Ausfuhrerstattung &#8211;wie im Streitfall&#8211; noch gar nicht gew&auml;hrt worden ist, sondern erst dar&uuml;ber zu entscheiden ist, ob der Ausf&uuml;hrer seinen Erstattungsanspruch nachgewiesen hat (Senatsurteil vom 24.&nbsp;August 2010 VII&nbsp;R&nbsp;47\/09, BFHE 231, 437, ZfZ 2010, 334).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die seitens der Revision vertretene Rechtsansicht liefe darauf hinaus, einen Anspruch auf Zahlung von Ausfuhrerstattung, dessen Voraussetzungen nicht gegeben sind, gleichwohl f&uuml;r begr&uuml;ndet zu halten, weil der Ausf&uuml;hrer seinerzeit glaubte, die Voraussetzungen f&uuml;r den Erstattungsanspruch zu erf&uuml;llen. Dieses Ergebnis l&auml;sst sich mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes nicht begr&uuml;nden. Wer eine aufgrund &ouml;ffentlich-rechtlicher Vorschriften gew&auml;hrte Subvention in Anspruch zu nehmen gedenkt und entsprechende Dispositionen trifft, tr&auml;gt das Risiko, dass die ma&szlig;gebenden Vorschriften durch die zust&auml;ndigen Gerichte anders als zuvor von ihm vermutet ausgelegt werden und er die beantragte Subvention nicht erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.5.2015, VII R 63\/13 Versagung von Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Vorschriften beim Eisenbahntransport von lebenden Rindern &#8211; Kein Anspruch auf Ausfuhrerstattung aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 8. November 2013&nbsp;&nbsp;4 K 109\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-63-13-versagung-von-ausfuhrerstattung-wegen-verstosses-gegen-tierschutzrechtliche-vorschriften-beim-eisenbahntransport-von-lebenden-rindern-kein-anspruch-auf-ausfuhrerstattung-aus-vertrauensschu\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;63\/13 &#8211; Versagung von Ausfuhrerstattung wegen Versto&szlig;es gegen tierschutzrechtliche Vorschriften beim Eisenbahntransport von lebenden Rindern &#8211; Kein Anspruch auf Ausfuhrerstattung aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64907"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64907\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}