{"id":6492,"date":"2012-11-30T21:53:59","date_gmt":"2012-11-30T19:53:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6492"},"modified":"2012-11-30T21:53:59","modified_gmt":"2012-11-30T19:53:59","slug":"iii-r-34-11-verbindung-einzelner-maschinen-zu-einer-gesamtanlage-fertigungsstrasse-als-anschaffungs-oder-herstellungsvorgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-34-11-verbindung-einzelner-maschinen-zu-einer-gesamtanlage-fertigungsstrasse-als-anschaffungs-oder-herstellungsvorgang\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;34\/11 &#8211; Verbindung einzelner Maschinen zu einer Gesamtanlage &quot;Fertigungsstra&szlig;e&quot; als Anschaffungs- oder Herstellungsvorgang"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 34\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verbindung einzelner Maschinen zu einer Gesamtanlage &quot;Fertigungsstra&szlig;e&quot; als Anschaffungs- oder Herstellungsvorgang<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Nachdem die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) im Mai 2002 von der X Aktiengesellschaft (AG) einen Auftrag f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige Serienproduktion erhalten hatte, errichtete sie noch im Jahr 2002 aus einzelnen Maschinen verschiedener Hersteller unterschiedliche Fertigungsstra&szlig;en zur Produktion von Achszapfen, Gelenkwellen und sonstigen Kleinteilen. Die einzelnen Maschinen einer solchen Fertigungsstra&szlig;e arbeiten an sich unabh&auml;ngig voneinander, sie sind jedoch durch ein F&ouml;rderband miteinander verbunden, das am Anfang durch eine Beladeeinrichtung best&uuml;ckt wird und das anschlie&szlig;end die Werkst&uuml;cke jeweils hinter oder &uuml;ber den Abnahmestationen der jeweiligen Maschinen entlang f&uuml;hrt, wo sie mittels Greifarmen, Kr&auml;nen, Pufferstationen etc. programmgesteuert entnommen und sp&auml;ter auf &auml;hnliche Weise wieder eingef&uuml;gt werden (Verkettung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zeitgleich mit Erteilung des Serienauftrags vereinbarten die AG und die Kl&auml;gerin, dass die AG das Vorhaben in drei Phasen begleiten sollte, n&auml;mlich bei der Detail- und Realisierungsplanung f&uuml;r die Fertigung bis zur 26.&nbsp;Kalenderwoche 2002 (Phase&nbsp;1), von der Vorserienphase (0-Serie) bis zum Produktionsstart in der 48.&nbsp;Kalenderwoche 2002 (Phase&nbsp;2) und beim Produktionsanlauf nach Inbetriebnahme der Maschinen bis September 2003 (Phase&nbsp;3). Die letzte Phase, die sog. Anlaufbegleitung, sollte insbesondere dazu dienen, das Zusammenspiel der einzelnen Maschinen nach der Verkettung zu optimieren, um die angestrebten St&uuml;ckzahlen f&uuml;r eine wirtschaftlich rentable Gro&szlig;serienproduktion zu erreichen. F&uuml;r die &quot;Planungsleistungen&quot; wurde ein &quot;Planungshonorar&quot; vereinbart, das in mehreren Teilzahlungen f&auml;llig war. Den Probebetrieb, die Vorserienphase und den Produktionsanlauf nahm die Kl&auml;gerin planm&auml;&szlig;ig bis Dezember 2002 auf. Entsprechend aktivierte sie die einzelnen Maschinen in ihrem Anlageverzeichnis. Das Wirtschaftsjahr 2003 bezeichnete die Kl&auml;gerin in ihrer Bilanz als erstes voll produktives Gesch&auml;ftsjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach zwischenzeitlichen Anpassungen der Zahlungsmodalit&auml;ten bezahlte die Kl&auml;gerin die letzten hier streitigen 200.000&nbsp;EUR des Gesamtplanungshonorars erst Anfang 2004 und machte diese Kosten sodann in ihrem Investitionszulagenantrag f&uuml;r das Jahr 2004 geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte diese Kosten nicht an und k&uuml;rzte dementsprechend die Bemessungsgrundlage der von der Kl&auml;gerin f&uuml;r 2004 beantragten Investitionszulage im Investitionszulagenbescheid 2004 vom 14.&nbsp;Juli 2005. Der Einspruch blieb erfolglos. Die Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 163 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Sie ist der Ansicht, dass es sich vorliegend um Herstellungsvorg&auml;nge handele, da sie die erworbenen Maschinen in einem weiteren Prozess zu den verschiedenen Produktionsstra&szlig;en zusammengebaut und diese damit hergestellt habe. Als sog. &quot;unechte Gemeinkosten&quot; seien die Kosten der Anlaufbegleitung aber auch bei Annahme von Anschaffungsvorg&auml;ngen ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und die Investitionszulage 2004 unter Ab&auml;nderung des Bescheides vom 14.&nbsp;Juli 2005 um 50.000&nbsp;EUR zu erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen, denn die streitigen Aufwendungen sind nicht in die Bemessungsgrundlage der Investitionszulage f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004 einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Investitionszulage wird auf Antrag des Investors u.a. f&uuml;r beg&uuml;nstigte Investitionen wie die Anschaffung und die Herstellung von neuen abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 des Investitionszulagengesetzes 1999 (InvZulG 1999) festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aus dem Einkommensteuerrecht &uuml;bernommene Begriffe &#8211;wie Anschaffung oder Herstellung&#8211; sind auch im Investitionszulagenrecht grunds&auml;tzlich nach den f&uuml;r die Einkommensbesteuerung ma&szlig;gebenden Grunds&auml;tzen auszulegen, soweit sich nicht aus dem InvZulG, seinem Zweck und seiner Entstehungsgeschichte etwas anderes entnehmen l&auml;sst (st&auml;ndige Rechtsprechung, Senatsurteil vom 26.&nbsp;Januar 2006 III&nbsp;R&nbsp;5\/04, BFHE 212, 381, BStBl II 2006, 771, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Anschaffen bedeutet dabei den Erwerb eines bestehenden Wirtschaftsguts, eines bereits vorhandenen Wertes; entsprechend besteht das Herstellen im Schaffen oder Schaffenlassen eines noch nicht existierenden Wirtschaftsguts. Im Unterschied zur Anschaffung liegt (bilanz- und bilanzsteuerrechtlich) eine Herstellung immer dann vor, wenn der Steuerpflichtige das Wirtschaftsgut auf eigene Rechnung und Gefahr herstellt oder herstellen l&auml;sst und das Herstellungsgeschehen beherrscht (vgl. z.B. Senatsurteil vom 2.&nbsp;September 1988 III&nbsp;R&nbsp;53\/84, BFHE 154, 413, BStBl II 1988, 1009, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Werden &#8211;wie im Streitfall&#8211; Maschinen einzeln von verschiedenen Herstellern erworben und sodann in der Folge durch den Erwerber &#8211;bzw. in seinem Auftrag durch einen Dritten&#8211; zu einer Gesamtanlage verbunden, kommt es f&uuml;r die Frage, ob eine Anschaffung der einzelnen Maschinen oder ein Herstellen der kompletten Anlage als einheitliches (&uuml;bergeordnetes) Wirtschaftsgut vorliegt, entscheidend darauf an, ob die einzelnen Maschinen trotz ihrer Verbindung weiterhin selbst&auml;ndig bewertbar sind, d.h. ob sie nach der Verkehrsanschauung in ihrer Einzelheit von Bedeutung und bei einer Ver&auml;u&szlig;erung greifbar sind (vgl. z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 1996 III&nbsp;R&nbsp;34\/93, BFH\/NV 1996, 707; Bl&uuml;mich\/Buciek, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;310).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Beim Verbinden einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter ist demzufolge von der Anschaffung einzelner und nicht von einer Herstellung eines Wirtschaftsguts auszugehen, wenn alle oder einzelne Teile auch ohne die Verbindung im Betrieb sinnvoll und zweckbestimmungsgem&auml;&szlig; einsetzbar w&auml;ren und die Verbindung nur vor&uuml;bergehend und nicht von entscheidender Bedeutung f&uuml;r die Funktion der einzelnen Teile ist. Eine Herstellung liegt dagegen vor, wenn die Anschaffung dieser Teile oder Materialien nur mit der Zweckbestimmung erfolgt, erst in der Verbindung dieser Teile das f&uuml;r den Betrieb bestimmte Wirtschaftsgut entstehen zu lassen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 9.&nbsp;November 1990 III&nbsp;R&nbsp;50\/88, BFHE 163, 259, BStBl II 1991, 425).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Verkehrsanschauung wird dabei durch mehrere Kriterien bestimmt. Neben dem Zweck, den zwei oder mehrere bewegliche Sachen gemeinsam zu erf&uuml;llen haben, sind vor allem von Bedeutung: die Festigkeit einer etwaigen Verbindung (&sect;&nbsp;93 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches), der Zeitraum, auf den eine solche Verbindung oder die gemeinsame Nutzung angelegt ist, sowie das &auml;u&szlig;ere Erscheinungsbild. Ist Letzteres dadurch bestimmt, dass die Gegenst&auml;nde f&uuml;r sich allein betrachtet unvollst&auml;ndig erscheinen oder dass gar ein Gegenstand ohne den\/die anderen ein negatives Gepr&auml;ge hat, ist regelm&auml;&szlig;ig von einem einheitlichen Wirtschaftsgut auszugehen (vgl. Senatsurteile vom 28.&nbsp;September 1990 III&nbsp;R&nbsp;77\/89, BFHE 164, 156, BStBl II 1991, 361, und III&nbsp;R&nbsp;178\/86, BFHE 162, 177, BStBl II 1991, 187; in BFH\/NV 1996, 707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Investitionszulage ist sodann die Summe der Anschaffungs- und Herstellungskosten der im Wirtschafts- oder Kalenderjahr abgeschlossenen beg&uuml;nstigten Investitionen (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 InvZulG 1999). Abgeschlossen sind Investitionen in dem Zeitpunkt, in dem die Wirtschaftsg&uuml;ter angeschafft oder hergestellt worden sind (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 InvZulG 1999). Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind in diesem Zeitpunkt zu ermitteln und &#8211;unabh&auml;ngig vom Zeitpunkt der Zahlung&#8211; in dem Wirtschaftsjahr beg&uuml;nstigt, in dem die Investition abgeschlossen ist. Sie umfassen jedoch nicht nur die Aufwendungen, die bis zu diesem Zeitpunkt entstanden sind, sondern auch Kosten, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung des Wirtschaftsguts bzw. in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit dessen Herstellung stehen, d.h. zwangsl&auml;ufig im Gefolge der Anschaffung bzw. mit der Herstellung anfallen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 17.&nbsp;Oktober 2001 I&nbsp;R&nbsp;32\/00, BFHE 197, 58, BStBl II 2002, 349). Somit k&ouml;nnen auch Kosten, die erst nach dem Investitionsabschluss anfallen, noch zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten rechnen, soweit dieser Zusammenhang besteht (vgl. Rosarius, Die neue Investitionsf&ouml;rderung, 4.&nbsp;Aufl. 2002, Tz.&nbsp;4.1.1.3 und 4.1.2.4). Bei Anschaffungskosten wird es von der Finanzverwaltung nicht beanstandet, wenn die in sp&auml;teren Jahren entstehenden Teile der Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts nicht in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Investitionszulage im Jahr der Anschaffung, sondern in die Bemessungsgrundlage des Entstehungsjahres einbezogen werden (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 28.&nbsp;Juni 2001 IV&nbsp;A&nbsp;5-InvZ&nbsp;1271-21\/01, BStBl I 2001, 379, Rz&nbsp;148).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG-Urteil entspricht den vorstehenden Rechtsgrunds&auml;tzen. Die streitigen Kosten der Anlaufbegleitung sind danach nicht in die Bemessungsgrundlage der f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004 festzusetzenden Investitionszulage einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Frage, wann nach der Verkehrsanschauung im Falle der Verbindung einzeln angeschaffter Wirtschaftsg&uuml;ter von einem einheitlichen (&uuml;bergeordneten) Wirtschaftsgut auszugehen ist, liegt auf tats&auml;chlichem Gebiet und ist von dem FG als Tatsacheninstanz im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung zu beurteilen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO &#8211; vgl. auch Senatsurteile vom 8.&nbsp;Februar 1996 III&nbsp;R&nbsp;126\/93, BFHE 180, 480, BStBl II 1996, 542, und III&nbsp;R&nbsp;127\/93, BFH\/NV 1996, 850).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist die W&uuml;rdigung des FG revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die beg&uuml;nstigte Investition nicht die jeweilige Fertigungsstra&szlig;e als einheitliches Wirtschaftsgut ist, sondern die einzelnen Maschinen, aus denen sich eine Fertigungsstra&szlig;e zusammensetzt, beg&uuml;nstigt sind. Dabei hat das FG im Sinne der Rechtsprechung ma&szlig;geblich auf die fortbestehende Eigenst&auml;ndigkeit einer jeden Maschine &#8211;sowohl was ihre Funktion im Rahmen des Fertigungsprozesses als auch was das &auml;u&szlig;ere Erscheinungsbild einer Fertigungsstra&szlig;e anbelangt&#8211; abgestellt und auch die Verbindung der verschiedenen Maschinen im Zuge der Verkettung nicht als un&uuml;berwindliches Hindernis angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Kl&auml;gerin ist urspr&uuml;nglich von Anschaffungsvorg&auml;ngen ausgegangen und hat dementsprechend sowohl die einzelnen Maschinen &#8211;und nicht die kompletten Fertigungsstra&szlig;en&#8211; aktiviert als auch in ihrem Investitionszulagenantrag f&uuml;r 2002 als Beg&uuml;nstigungsfall hinsichtlich der angeschafften Maschinen jeweils &quot;a&quot; f&uuml;r Anschaffung angegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und den Senat deshalb bindenden Feststellungen (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) waren die Maschinen im Wirtschaftsjahr 2004 seit &uuml;ber einem Jahr montiert; die Produktion war nach Probebetrieb und Vorserienphase planm&auml;&szlig;ig im Dezember 2002 angelaufen. Weiter hat das FG festgestellt, dass die Phase der Anlaufbegleitung durch die AG insbesondere dazu dienen sollte, das Zusammenspiel der einzelnen Maschinen nach der Verkettung im Wege einer Feinjustierung so zu optimieren, dass die angestrebten St&uuml;ckzahlen f&uuml;r eine wirtschaftlich rentable Serienproduktion erreicht wurden. Bei dieser Sachlage ist es ebenfalls nicht zu beanstanden, dass das FG eine Einbeziehung der erst nach Investitionsabschluss angefallenen Kosten f&uuml;r die Anlaufbegleitung mangels unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhangs mit der Anschaffung der &#8211;zu diesem Zeitpunkt bereits produzierenden&#8211; Maschinen verneint hat. Die streitigen Kosten der Anlaufbegleitung sind nicht zwangsl&auml;ufig im Gefolge der Anschaffung angefallen, sondern dienten dem Interesse der Kl&auml;gerin an einer wirtschaftlich rentablen Produktion.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die streitigen Kosten sind dar&uuml;ber hinaus aber auch deshalb nicht im Rahmen der Investitionszulage f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004 zu ber&uuml;cksichtigen, weil es &#8211;anders als die Kl&auml;gerin offenbar meint&#8211; nach den Ausf&uuml;hrungen unter II.2. insoweit auf das Jahr des Investitionsabschlusses und nicht auf das Jahr der Zahlung ankommt. Von einem erst im Jahr 2004 erfolgten Investitionsabschluss geht die Kl&auml;gerin in ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung indes selbst nicht mehr aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Waren jedoch die Investitionen bereits vor Beginn des Wirtschaftsjahres 2004 abgeschlossen, konnten hiermit im Zusammenhang stehende Kosten nach dem eindeutigen Wortlaut des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 InvZulG 1999 nicht mehr in die Bemessungsgrundlage der Investitionszulage f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 2004 einbezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Finanzverwaltung in Abweichung von dem Gesetzeswortlaut die Geltendmachung von Kosten in einem sp&auml;teren Jahr nicht beanstandet, gilt dies nur f&uuml;r Anschaffungskosten, die nach Ablauf des Wirtschaftsjahres der Lieferung entstehen. Auch diese m&uuml;ssen dann jedoch jedenfalls im Entstehungsjahr geltend gemacht werden (BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 379, Rz&nbsp;148).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Rechtlich entstanden sind die hier streitigen Kosten in H&ouml;he von 200.000&nbsp;EUR bereits mit Abschluss der vertraglichen Vereinbarung &uuml;ber die &quot;Planungsleistungen&quot; zwischen der Kl&auml;gerin und der AG zeitgleich mit Erteilung des Auftrags f&uuml;r die Serienproduktion im Mai 2002. Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und deshalb f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG waren die von der AG aufgrund dieser Vereinbarung geschuldeten Leistungen in drei Phasen bis September 2003 zu erbringen. Wirtschaftlich entstanden war die letzte Teilzahlung danach im Jahr 2003. Auf die &#8211;nach Anpassung der Zahlungsmodalit&auml;ten&#8211; erst im Januar 2004 gegebene F&auml;lligkeit kommt es insoweit nicht an. Da mithin eine Geltendmachung der Kosten im Streitjahr auch nach Auffassung der Verwaltung nicht in Betracht kommt, braucht der Senat im Streitfall nicht zu entscheiden, ob er sich ihrer Sichtweise anschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 34\/11 Verbindung einzelner Maschinen zu einer Gesamtanlage &quot;Fertigungsstra&szlig;e&quot; als Anschaffungs- oder Herstellungsvorgang Tatbestand 1&nbsp; I. Nachdem die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) im Mai 2002 von der X Aktiengesellschaft (AG) einen Auftrag f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige Serienproduktion erhalten hatte, errichtete sie noch im Jahr 2002 aus einzelnen Maschinen verschiedener Hersteller unterschiedliche &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-34-11-verbindung-einzelner-maschinen-zu-einer-gesamtanlage-fertigungsstrasse-als-anschaffungs-oder-herstellungsvorgang\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;34\/11 &#8211; Verbindung einzelner Maschinen zu einer Gesamtanlage &quot;Fertigungsstra&szlig;e&quot; als Anschaffungs- oder Herstellungsvorgang<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6492\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}