{"id":64924,"date":"2015-09-03T17:29:50","date_gmt":"2015-09-03T15:29:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64924"},"modified":"2015-09-03T17:29:50","modified_gmt":"2015-09-03T15:29:50","slug":"x-b-28-15-mussinhalt-einer-klage-bezeichnung-des-klaegers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-28-15-mussinhalt-einer-klage-bezeichnung-des-klaegers\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;28\/15 &#8211; Mussinhalt einer Klage &#8211; Bezeichnung des Kl&auml;gers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.6.2015, X B 28\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Mussinhalt einer Klage &#8211; Bezeichnung des Kl&auml;gers<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 15. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;13 K 13321\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hatte sich mit der im Dezember 2001 bei dem Finanzgericht (FG) eingegangenen Klage gegen Bescheide des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung gewehrt. Als Anschrift war die B-Stra&szlig;e in X angegeben. Eine Ladung unter dieser Anschrift im Jahre 2007 war erfolgreich. Im Jahre 2007 stellte der Kl&auml;ger auch einen Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) unter der Anschrift B-Stra&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von 2007 bis 2010 ruhte das Verfahren nach &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;251 der Zivilprozessordnung mit R&uuml;cksicht auf eine weitere beim FG anh&auml;ngige Klage. Auf Anfrage des FG, ob und mit welcher Begr&uuml;ndung das Klageverfahren weitergef&uuml;hrt werden solle, bat der Prozessbevollm&auml;chtigte (P) mit Schreiben vom 5.&nbsp;Januar 2011 um eine Fristverl&auml;ngerung und teilte hierzu u.a. mit, die neue Anschrift &quot;der Partei&quot; habe ermittelt werden m&uuml;ssen. Mit Verf&uuml;gung vom 21.&nbsp;April 2011, zugestellt am 28.&nbsp;April 2011, forderte der Berichterstatter des FG den P u.a. unter Hinweis auf &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO mit ausschlie&szlig;ender Wirkung auf, bis zum 23.&nbsp;Mai 2011 die ladungsf&auml;hige Anschrift des Kl&auml;gers zu bezeichnen. Ein Eingang erfolgte nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf entsprechende &#8211;an P adressierte&#8211; Aufforderung des FG reichte der Kl&auml;ger im Jahre 2013 einen aktualisierten PKH-Antrag ein, nunmehr unter der Anschrift F-Stra&szlig;e in X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Gerichtsbescheid vom 13.&nbsp;Oktober 2014 wies der Berichterstatter die Klage wegen unterbliebener Angabe einer ladungsf&auml;higen Anschrift ab. Im Rahmen des Antrags auf m&uuml;ndliche Verhandlung teilte P die F-Stra&szlig;e als Anschrift des Kl&auml;gers mit und bemerkte, er sei der Ansicht, diese Anschrift dem FG auch bereits mit den PKH-Unterlagen mitgeteilt zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &Uuml;bertragung des Rechtsstreits auf den Einzelrichter wies dieser nach m&uuml;ndlicher Verhandlung vom 15.&nbsp;Dezember 2014, innerhalb derer der Kl&auml;ger sich darauf berief, aufgrund seiner anwaltlichen Vertretung habe es der Anschriftenangabe nicht bedurft, die Klage ab. Am 16.&nbsp;Dezember 2014 wies das FG auch den PKH-Antrag zur&uuml;ck. Die Klage sei unzul&auml;ssig geworden. Der Kl&auml;ger habe trotz Fristsetzung seine ge&auml;nderte gegenw&auml;rtige ladungsf&auml;hige Anschrift nicht mitgeteilt. Diese sei Bestandteil einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Klage. Nach &Auml;nderung der Anschrift habe es dem Kl&auml;ger oblegen, von sich aus seine neue Anschrift mitzuteilen, erst recht nach Aufforderung durch das Gericht. Die &quot;wolkige Darstellung&quot; des Kl&auml;gers, seine Wohnanschrift doch bereits mit den PKH-Unterlagen mitgeteilt zu haben, belege die Erf&uuml;llung der gerichtlichen Aufforderung bis zum 23.&nbsp;Mai 2011 nicht. Die Anschrift erscheine erstmals im Juli 2013. F&uuml;r einen Ausnahmefall, in dem aus Geheimhaltungsgr&uuml;nden auf die Angabe der ladungsf&auml;higen Anschrift verzichtet werden k&ouml;nne, habe der Kl&auml;ger nicht vorgetragen. Die Vertretung durch P &auml;ndere an der Verpflichtung zur Angabe der Anschrift nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger die Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs geltend. Nachdem das FG die aus dem Jahre 2001 stammende Klage erst &uuml;ber viele Jahre gar nicht bearbeitet habe, habe es sich dann mit der Sache nicht befasst. Zu Recht gehe der Bundesgerichtshof (BGH) davon aus, dass die Klage nicht allein deshalb als unzul&auml;ssig abgewiesen werden d&uuml;rfe, weil eine angegebene ladungsf&auml;hige Anschrift im Laufe des Prozesses unrichtig wird (Urteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2004 VIII&nbsp;ZR&nbsp;107\/02, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht &#8211;MDR&#8211; 2004, 1014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger f&uuml;hrt weiterhin zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Bescheide aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist teils unzul&auml;ssig, teils unbegr&uuml;ndet und daher insgesamt als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit der Kl&auml;ger im Klageverfahren die Aufhebung der abgelehnten Aussetzung der Vollziehung begehrt hat, ist die Beschwerde nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im &Uuml;brigen ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet. Eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs liegt nicht vor. Wendet das FG &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO fehlerhaft an und weist die Klage deshalb durch Prozessurteil als unzul&auml;ssig ab, ohne sich mit dem kl&auml;gerischen Vortrag in der Sache befasst zu haben, so stellt dies zwar einen Verfahrensmangel durch Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO dar (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2003 XI&nbsp;B&nbsp;213\/01, BFH\/NV 2004, 514; vom 22.&nbsp;Februar 2005 III&nbsp;S&nbsp;17\/04 (PKH), BFH\/NV 2005, 1124, und vom 25.&nbsp;Juni 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;40\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;). Das FG hat die Vorschrift jedoch zutreffend angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO muss die Klage u.a. den Kl&auml;ger, den Beklagten und den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH geh&ouml;rt zur Bezeichnung des Kl&auml;gers vorbehaltlich besonderer Umst&auml;nde, die dies unzumutbar erscheinen lassen (etwa drohende Verhaftung), die Angabe des tats&auml;chlichen Wohnorts als ladungsf&auml;higer Anschrift, und zwar auch dann, wenn der Kl&auml;ger durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vertreten ist (vgl. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Januar 1997 VII&nbsp;R&nbsp;33\/96, BFH\/NV 1997, 585; vom 11.&nbsp;Dezember 2001 VI&nbsp;R&nbsp;19\/01, BFH\/NV 2002, 651; vom 17.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;R&nbsp;53\/07, BFH\/NV 2011, 264; BFH-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Dezember 2007 VII&nbsp;S&nbsp;17\/07 (PKH), BFH\/NV 2008, 589, und vom 20.&nbsp;Dezember 2012 I&nbsp;B&nbsp;38\/12, BFH\/NV 2013, 746). Dies entspricht der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zu &sect;&nbsp;82 der Verwaltungsgerichtsordnung &#8211;VwGO&#8211; (Urteil vom 13.&nbsp;April 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;C&nbsp;24\/97, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1999, 2608, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2000, 382; Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;September 2005&nbsp;&nbsp;1&nbsp;B&nbsp;79\/05, 1&nbsp;B&nbsp;79\/05 (1&nbsp;PKH&nbsp;22\/05), Buchholz 310 &sect;&nbsp;82 VwGO Nr.&nbsp;22, und vom 14.&nbsp;Februar 2012&nbsp;&nbsp;9&nbsp;B&nbsp;79\/11, 9&nbsp;PKH&nbsp;7\/11, 9&nbsp;VR&nbsp;1\/12, 9&nbsp;PKH&nbsp;1\/12, NJW 2012, 1527), der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zu &sect;&nbsp;92 des Sozialgerichtsgesetzes &#8211;SGG&#8211; (Beschluss vom 18.&nbsp;November 2003 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;1\/02&nbsp;S, SozR&nbsp;4-1500 &sect;&nbsp;90 Nr.&nbsp;1) und auch der Rechtsprechung des BGH zu &sect;&nbsp;253 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; (vgl. Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 1987 IVb&nbsp;ZR&nbsp;4\/87, BGHZ 102, 332, MDR 1988, 393, NJW 1988, 2114, sowie das von dem Kl&auml;ger selbst zitierte Urteil in MDR 2004, 1014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschriften des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO zu den notwendigen Angaben einer Klage sowie des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO zu der M&ouml;glichkeit einer Ausschlussfrist beziehen sich auch auf F&auml;lle, in denen eine zun&auml;chst zutreffend angegebene Anschrift nachtr&auml;glich unrichtig wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Allerdings scheint sowohl der Wortlaut des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO (&quot;Die Klage&quot;) als auch seine systematische Stellung zwischen den Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;64 und 66 FGO, die beide &#8211;unter Verwendung desselben Terminus &quot;Die Klage&quot;&#8211; eindeutig nur auf den Klage(erhebungs)schriftsatz bezogen sind, darauf hinzudeuten, dass die in &sect;&nbsp;65 FGO gestellten Anforderungen nur f&uuml;r die Klageerhebung gelten und eine sp&auml;tere &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse die &#8211;einmal gegebene&#8211; Zul&auml;ssigkeit der Klage nicht mehr ber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Indes entspricht es sowohl der Rechtsprechung des BFH als auch des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), dass &sect;&nbsp;65 FGO auch dann anwendbar ist, wenn die zun&auml;chst zutreffende Anschrift im weiteren Prozessverlauf unrichtig wird. So hat der VII.&nbsp;Senat ausdr&uuml;cklich entschieden, dass ein Kl&auml;ger ver&auml;nderten Umst&auml;nden in seinen pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen durch eine Erg&auml;nzung der Klageschrift Rechnung tragen muss, und hierf&uuml;r auch eine Ausschlussfrist gesetzt werden kann (BFH-Urteil in BFH\/NV 1997, 585, unter 3.). Der III.&nbsp;Senat ist mit seinem Urteil in BFH\/NV 2011, 264 dieser Herangehensweise gefolgt. Ebenso hat das BVerfG ausgef&uuml;hrt, dass die Obliegenheit des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 FGO nicht nur die Angabe einer ladungsf&auml;higen Anschrift im Zeitpunkt der Klageerhebung betreffe, sondern der Kl&auml;ger auch daf&uuml;r Sorge tragen m&uuml;sse, durch die Angabe seines tats&auml;chlichen Wohnorts und Lebensmittelpunkts f&uuml;r das Gericht erreichbar zu bleiben (BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;November 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;4\/07, BVerfGK 16, 349, unter B.2.a). Weitere Stimmen haben sich dem angeschlossen (vgl. Urteile des S&auml;chsischen FG vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;1573\/00, n.v.; des FG Hamburg vom 19.&nbsp;April 2007&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;193\/06, Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1263; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;65 FGO Rz&nbsp;44; Paetsch in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;65 Rz&nbsp;27; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;65 FGO Rz&nbsp;7; zu &sect;&nbsp;82 VwGO mit &auml;hnlicher Begr&uuml;ndung, wenn auch nicht tragend, BVerwG in NJW 1999, 2608, HFR 2000, 382; ausdr&uuml;cklich ebenso &#8211;zu &sect;&nbsp;82 VwGO&#8211; Urteil des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts vom 14.&nbsp;Februar 2006&nbsp;&nbsp;3&nbsp;Bf&nbsp;245\/02, NJW 2006, 3082, f&uuml;r das Unbekanntwerden einer Anschrift w&auml;hrend des Berufungsverfahrens).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat h&auml;lt an dieser Rechtsprechung fest. Zwar hat der BGH &#8211;zeitlich vor der erw&auml;hnten Entscheidung des BVerfG&#8211; in seinem Urteil in MDR 2004, 1014 zur Vorschrift des &sect;&nbsp;253 ZPO die gegenteilige Auffassung vertreten. Indes besteht insofern ein Unterschied zwischen den Verfahrensordnungen, als die f&uuml;r die &ouml;ffentlich-rechtlichen Gerichtsbarkeiten geltenden Vorschriften zwar ebenfalls Pflichtangaben f&uuml;r die Klage verlangen, aber die nachtr&auml;gliche Erg&auml;nzung erm&ouml;glichen, falls die Klage diese Angaben zun&auml;chst nicht oder nicht vollst&auml;ndig enth&auml;lt. Eine entsprechende Regelung fehlt in der ZPO. Daran zeigt sich, dass der Inhalt der &quot;Klage&quot; als Entscheidungsgrundlage f&uuml;r das Urteil, so wie &sect;&nbsp;65 FGO, &sect;&nbsp;82 VwGO und &sect;&nbsp;92 SGG ihn verstehen, in einem gewissen Rahmen durch nachtr&auml;gliche Angaben ausgef&uuml;llt werden kann und gerade nicht auf den ersten, verfahrenseinleitenden Schriftsatz fixiert ist. Dann ist es zumindest vertretbar, anders als im Geltungsbereich der ZPO auch nachtr&auml;gliche Ver&auml;nderungen der Verh&auml;ltnisse in den Mussinhalt der Klage nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO einzubeziehen, so dass diese schlie&szlig;lich auch Gegenstand einer Ausschlussfrist nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO sein k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die konkrete Anwendung der Vorschriften im Streitfall entsprach den gesetzlichen Vorschriften. Nachdem P mitgeteilt hatte, er habe zun&auml;chst die neue Anschrift des Kl&auml;gers ermitteln m&uuml;ssen, stand fest, dass die urspr&uuml;nglich angegebene Anschrift in der B-Stra&szlig;e nicht mehr zutreffend war. Das FG konnte daher nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen eine Ausschlussfrist zur Beibringung der Anschrift setzen. Innerhalb dieser Frist wurde die Anschrift nicht angegeben, so dass die Klage unheilbar unzul&auml;ssig wurde. Die Angabe der Anschrift in der F-Stra&szlig;e zwei Jahre sp&auml;ter im Rahmen des aktualisierten PKH-Antrags vermochte daran nichts mehr zu &auml;ndern. Es &auml;ndert ebenfalls nichts, dass das FG selbst zun&auml;chst wohl &#8211;nur so l&auml;sst sich die Aufforderung zur Erg&auml;nzung des urspr&uuml;nglichen PKH-Antrags erkl&auml;ren&#8211; die Vers&auml;umung der Frist &uuml;bersehen oder falsch beurteilt hatte. Es &auml;ndert schlie&szlig;lich auch nichts, dass das FG erst ein weiteres Jahr sp&auml;ter &#8211;2014&#8211; die Entscheidung &uuml;ber die Unzul&auml;ssigkeit der Klage traf, die es auch unmittelbar nach Ablauf der Ausschlussfrist im Jahre 2011 h&auml;tte treffen k&ouml;nnen. Weder die zwischenzeitlich irrige Beurteilung durch das FG noch der Zeitablauf k&ouml;nnen die tats&auml;chlich unzul&auml;ssig gewordene Klage wieder in die Zul&auml;ssigkeit hineinwachsen lassen, auch wenn der Kl&auml;ger danach nicht mehr mit der Abweisung der Klage wegen Unzul&auml;ssigkeit gerechnet haben mag. Es verh&auml;lt sich insoweit nicht anders als bei einer unter Vers&auml;umung der Klagefrist eingereichten Klage, die ebenfalls niemals mehr zul&auml;ssig werden kann, gleich, zu welchem Zeitpunkt das FG oder der BFH dar&uuml;ber (abschlie&szlig;end) entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit den Ausf&uuml;hrungen zur materiell-rechtlichen Rechtslage wird kein selbst&auml;ndiger Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.6.2015, X B 28\/15 Mussinhalt einer Klage &#8211; Bezeichnung des Kl&auml;gers Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 15. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;13 K 13321\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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