{"id":64930,"date":"2015-09-03T17:28:40","date_gmt":"2015-09-03T15:28:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64930"},"modified":"2015-09-03T17:28:40","modified_gmt":"2015-09-03T15:28:40","slug":"x-r-40-14-altersvorsorgezulage-versaeumung-der-frist-fuer-die-erteilung-der-einwilligung-von-beamten-in-die-uebermittlung-von-besoldungsdaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-40-14-altersvorsorgezulage-versaeumung-der-frist-fuer-die-erteilung-der-einwilligung-von-beamten-in-die-uebermittlung-von-besoldungsdaten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;40\/14 &#8211; Altersvorsorgezulage: Vers&auml;umung der Frist f&uuml;r die Erteilung der Einwilligung von Beamten in die &Uuml;bermittlung von Besoldungsdaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2015, X R 40\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Altersvorsorgezulage: Vers&auml;umung der Frist f&uuml;r die Erteilung der Einwilligung von Beamten in die &Uuml;bermittlung von Besoldungsdaten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Mai 2014&nbsp;&nbsp;10 K 14205\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) schloss im Jahr 2002 mit einem Anbieter einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag, auf den er in den Folgejahren eigene Beitr&auml;ge einzahlte. Im M&auml;rz 2004 wechselte der Kl&auml;ger vom Angestellten- in ein Beamtenverh&auml;ltnis; der Altersvorsorgevertrag blieb unver&auml;ndert bestehen. Die bei Beamten gegen&uuml;ber der Besoldungsstelle abzugebende Einwilligungserkl&auml;rung (&sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) betreffend die &Uuml;bermittlung von Besoldungsdaten an den Beklagten und Revisionsbeklagten (Deutsche Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle f&uuml;r Altersverm&ouml;gen &#8211;ZfA&#8211;) erteilte der Kl&auml;ger zun&auml;chst nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 reichte der Kl&auml;ger den Antrag auf Altersvorsorgezulage f&uuml;r das Beitragsjahr 2004 beim Anbieter ein. Da sich die Frage nach dem Bestehen eines Beamtenverh&auml;ltnisses im Antragsvordruck auf das Vorjahr 2003 bezog, kreuzte der Kl&auml;ger das entsprechende Feld nicht an. Er bevollm&auml;chtigte den Anbieter im Antragsformular zugleich, die Zulage auch f&uuml;r die Folgejahre in seinem Namen zu beantragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anbieter beantragte die Zulage f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2008 in dem auf das jeweilige Beitragsjahr folgenden Jahr mittels der vorgeschriebenen elektronischen Datens&auml;tze bei der ZfA. Dabei gab der Anbieter an, der Kl&auml;ger sei kein Beamter. Die ZfA zahlte die Zulagebetr&auml;ge in H&ouml;he von 76&nbsp;EUR (2005), 114&nbsp;EUR (2006 und 2007) bzw. 154&nbsp;EUR (2008) jeweils noch im Jahr der Beantragung an den Anbieter aus, der sie dem Vertragskonto des Kl&auml;gers gutschrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2010 und 2011 f&uuml;hrte die ZfA die &Uuml;berpr&uuml;fung der Zulage (&sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 EStG) mittels eines Datenabgleichs durch. Da keine Einwilligung des Kl&auml;gers in die Daten&uuml;bermittlung vorlag, forderte sie die Zulagen vom Anbieter zur&uuml;ck, der wiederum das Vertragskonto des Kl&auml;gers belastete. Der Anbieter teilte dies dem Kl&auml;ger mit Schreiben vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 mit. Mit einem am 29.&nbsp;April 2011 beim Anbieter eingegangenen Schreiben beantragte der Kl&auml;ger f&uuml;r die Streitjahre die f&ouml;rmliche Festsetzung der Zulage nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG. Am 11.&nbsp;Mai 2011 gab er die Einwilligungserkl&auml;rung gegen&uuml;ber der f&uuml;r ihn zust&auml;ndigen Besoldungsstelle ab. Mit Schreiben vom 9.&nbsp;September 2011 erkl&auml;rte er gegen&uuml;ber der ZfA, er sei sich jahrelang sicher gewesen, alles getan zu haben, was zur Erlangung der Zulage erforderlich sei. In diesem Eindruck sei er durch die umstandslose Gew&auml;hrung der Zulagen best&auml;rkt worden. Dass die R&uuml;ckforderung erst zu einem Zeitpunkt vorgenommen werde, in dem es f&uuml;r die Nachholung der Einwilligung zu sp&auml;t sei, widerspreche rechtsstaatlichen Grunds&auml;tzen. Ein Gesetz, das dies zulasse, w&auml;re verfassungswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden vom 21.&nbsp;September 2011 (f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007) und vom 6.&nbsp;Oktober 2011 (f&uuml;r 2008) lehnte die ZfA die Festsetzung von Altersvorsorgezulage ab. Der Kl&auml;ger habe die Einwilligung erst nach Ablauf der gesetzlichen Zwei-Jahres-Frist erteilt; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden. Am 6.&nbsp;Oktober 2011 stellte der Kl&auml;ger einen Wiedereinsetzungsantrag. Zu dessen Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, der Anbieter habe ihm mitgeteilt, die Zulagen w&uuml;rden erst nach Pr&uuml;fung durch die ZfA ausgezahlt. Er sei weder auf die f&uuml;r die Einwilligung geltende Zwei-Jahres-Frist noch darauf hingewiesen worden, dass die ZfA die Auszahlung tats&auml;chlich zun&auml;chst ungepr&uuml;ft vornehme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren erkl&auml;rte der Kl&auml;ger, er habe seinem Anbieter am 29.&nbsp;November 2005 den Wechsel in das Beamtenverh&auml;ltnis mitgeteilt, sei aber nie auf das Einwilligungserfordernis hingewiesen worden. Als er erstmals im Jahr 2009 f&uuml;r das Beitragsjahr 2008 wieder einen Zulageantrag ausgef&uuml;llt habe, habe er dort zwar seine Beamteneigenschaft angegeben, aber darauf vertraut, dass er die im Antragsvordruck erw&auml;hnte Einwilligungserkl&auml;rung im Zweifel bereits abgegeben habe, da ihm die Zulage in allen Vorjahren gew&auml;hrt worden sei. Dass die Zulagegew&auml;hrungen kraft Gesetzes unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gestanden h&auml;tten, sei aus den ihm zugegangenen Schreiben des Anbieters nicht erkennbar gewesen. Obwohl die ZfA die Zulage bereits im Jahr 2010 zur&uuml;ckgefordert habe, habe der Anbieter ihm dies erst im Jahr 2011 mitgeteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte aus, Ursache der umgehenden Auszahlung der Zulage sei die &#8211;objektiv unzutreffende&#8211; Angabe des Anbieters in den Zulageantr&auml;gen gewesen, der Kl&auml;ger sei kein Beamter. Die ZfA sei nicht zu einer sofortigen Pr&uuml;fung der Angaben des Anbieters verpflichtet gewesen. Vielmehr h&auml;tte der Kl&auml;ger sich &uuml;ber die Anspruchsvoraussetzungen informieren m&uuml;ssen. Sp&auml;testens mit dem Hinweis im Zulageantrag f&uuml;r 2004 sei der Mutma&szlig;ung des Kl&auml;gers, er k&ouml;nne die Einwilligung schon im Versicherungsantrag erteilt haben, der Boden entzogen worden. Erst recht sei im Antragsformular f&uuml;r 2008, das der Kl&auml;ger wieder pers&ouml;nlich ausgef&uuml;llt habe, ein deutlicher Hinweis auf das Einwilligungserfordernis enthalten gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wiedereinsetzung in den vorigen Stand k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden. F&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007 scheitere dies schon daran, dass die Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) abgelaufen sei. Ein Fall h&ouml;herer Gewalt sei nicht gegeben. F&uuml;r 2008 habe der Kl&auml;ger schuldhaft gehandelt. Er habe lediglich vorgetragen, das Einwilligungserfordernis nicht gekannt zu haben. Irrt&uuml;mer &uuml;ber materielles Recht k&ouml;nnten aber nicht zur Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision begehrt der Kl&auml;ger die Gew&auml;hrung von Vertrauensschutz. Die getroffene Entscheidung sei lebensfremd und b&uuml;rgerfern; sie missachte den Verbraucherschutz. Die Anforderungen an den B&uuml;rger d&uuml;rften nicht &uuml;berspannt werden; die ZfA sei verpflichtet, den B&uuml;rger &#8211;insbesondere &uuml;ber das Erfordernis der rechtzeitigen Vorlage einer Einwilligungserkl&auml;rung&#8211; zu informieren. Eine solche Information k&ouml;nne nicht formularm&auml;&szlig;ig erteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil, die Einspruchsentscheidung vom 20.&nbsp;Juni 2012 und die Ablehnungsbescheide vom 21.&nbsp;September 2011 und 6.&nbsp;Oktober 2011 aufzuheben und die ZfA zu verpflichten, zu seinen Gunsten Altersvorsorgezulage f&uuml;r das Jahr 2005 in H&ouml;he von 76&nbsp;EUR, f&uuml;r die Jahre 2006 und 2007 in H&ouml;he von jeweils 114&nbsp;EUR und f&uuml;r das Jahr 2008 in H&ouml;he von 154&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zwar zu Recht eine unmittelbare Zulageberechtigung des Kl&auml;gers verneint, weil er die Frist f&uuml;r die Erteilung der Einwilligung vers&auml;umt hat (dazu unten 1.). In Betracht kommt aber eine mittelbare Zulageberechtigung, so dass die Sache zur Nachholung entsprechender Feststellungen an das FG zur&uuml;ckgeht (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger ist nicht unmittelbar zulageberechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Satz 1 EStG haben nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigte unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Personen Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage. Nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG sind u.a. Empf&auml;nger von Besoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz oder &#8211;seit 30.&nbsp;September 2006&#8211; einem Landesbesoldungsgesetz beg&uuml;nstigt, was in den Streitjahren auf den Kl&auml;ger zutraf. Die Beg&uuml;nstigung von Besoldungsempf&auml;ngern setzt allerdings nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 EStG zus&auml;tzlich voraus, dass &quot;sie sp&auml;testens bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, das auf das Beitragsjahr (&sect;&nbsp;88) folgt, gegen&uuml;ber der zust&auml;ndigen Stelle (&sect;&nbsp;81a) schriftlich eingewilligt haben, dass diese der zentralen Stelle (&sect;&nbsp;81) j&auml;hrlich mitteilt, dass der Steuerpflichtige zum beg&uuml;nstigten Personenkreis geh&ouml;rt, dass die zust&auml;ndige Stelle der zentralen Stelle die f&uuml;r die Ermittlung des Mindesteigenbeitrags (&sect;&nbsp;86) und die Gew&auml;hrung der Kinderzulage (&sect;&nbsp;85) erforderlichen Daten &uuml;bermittelt und die zentrale Stelle diese Daten f&uuml;r das Zulageverfahren verwenden darf&quot;. Die zust&auml;ndige Stelle, gegen&uuml;ber der die Einwilligung abzugeben ist, ist im Fall des Kl&auml;gers die die Besoldung anordnende Stelle (&sect;&nbsp;81a Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Regelungslage h&auml;tte der Kl&auml;ger die Einwilligung f&uuml;r die Beitragsjahre 2005 bis 2008 jeweils bis zum Ende des &uuml;bern&auml;chsten Kalenderjahres &#8211;f&uuml;r 2008 also bis zum 31.&nbsp;Dezember 2010&#8211; schriftlich gegen&uuml;ber seiner Besoldungsstelle erkl&auml;ren m&uuml;ssen. Tats&auml;chlich hat er diese Erkl&auml;rung erst am 11.&nbsp;Mai 2011 abgegeben. Die gesetzliche Zwei-Jahres-Frist ist damit &#8211;was zwischen den Beteiligten zu Recht nicht streitig ist&#8211; f&uuml;r alle Streitjahre vers&auml;umt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect;&nbsp;110 AO) kann dem Kl&auml;ger im Streitfall nicht gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) War jemand ohne Verschulden verhindert, eine gesetzliche Frist einzuhalten, so ist ihm auf Antrag &#8211;ggf. auch von Amts wegen, wie aus &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 AO folgt&#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Der Antrag ist innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses zu stellen. Die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung des Antrags sind bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft zu machen. Innerhalb der Antragsfrist ist die vers&auml;umte Handlung nachzuholen (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 bis 3 AO). Nach einem Jahr seit dem Ende der vers&auml;umten Frist kann die Wiedereinsetzung nicht mehr beantragt oder die vers&auml;umte Handlung nicht mehr nachgeholt werden, au&szlig;er wenn dies vor Ablauf der Jahresfrist infolge h&ouml;herer Gewalt unm&ouml;glich war (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Beitragsjahre 2005 bis 2007 scheitert die Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung bereits an der Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Vorliegend endete die Einwilligungsfrist f&uuml;r das Beitragsjahr 2007 am 31.&nbsp;Dezember 2009, die Jahresfrist am 31.&nbsp;Dezember 2010. Die Fristen f&uuml;r die Beitragsjahre 2005 und 2006 endeten dementsprechend fr&uuml;her. Der Kl&auml;ger hat aber erst im Jahr 2011 die vers&auml;umte Rechtshandlung nachgeholt und den Wiedereinsetzungsantrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Eine Ausnahme von der Jahresfrist gilt nur, wenn deren Wahrung infolge h&ouml;herer Gewalt unm&ouml;glich war. Auch diese Voraussetzung ist im Streitfall aber nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff der &quot;h&ouml;heren Gewalt&quot; ist enger als der Begriff &quot;ohne Verschulden&quot;; er entspricht nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) im Wesentlichen dem der &quot;unabwendbaren Zuf&auml;lle&quot; in der bis zum 30.&nbsp;Juni 1977 geltenden Fassung des &sect;&nbsp;233 der Zivilprozessordnung. Unter h&ouml;herer Gewalt ist danach ein Ereignis zu verstehen, das unter den gegebenen Umst&auml;nden auch durch die gr&ouml;&szlig;te nach den Umst&auml;nden des gegebenen Falles vern&uuml;nftigerweise von dem Betroffenen unter Anlegung subjektiver Ma&szlig;st&auml;be &#8211;also unter Ber&uuml;cksichtigung seiner Lage, Erfahrung und Bildung&#8211; zu erwartende und zumutbare Sorgfalt nicht abgewendet werden konnte (BVerfG-Beschluss vom 16.&nbsp;Oktober 2007&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;51\/05, BVerfGK 12, 303, unter III., mit zahlreichen weiteren Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Anwendung dieses strengen Ma&szlig;stabs war der Kl&auml;ger nicht durch h&ouml;here Gewalt an der Wahrung der Jahresfrist f&uuml;r die Stellung eines Wiedereinsetzungsantrags gehindert. In dem amtlichen Formular des von ihm im Jahr 2006 ausgef&uuml;llten Zulageantrags f&uuml;r 2004 war sowohl im Antragsvordruck als auch in den dazugeh&ouml;rigen amtlichen Erl&auml;uterungen (jeweils bekanntgegeben mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 27.&nbsp;Oktober 2004, BStBl I 2004, 951) auf eine von Beamten zu erteilende Einverst&auml;ndnis- bzw. Einwilligungserkl&auml;rung hingewiesen. Zwar war die Formulierung dieser Hinweise noch nicht ebenso deutlich wie in den amtlichen Vordrucken f&uuml;r die Folgejahre (dazu noch unten cc). Auch brauchte der Kl&auml;ger im Zulageantrag f&uuml;r 2004 die f&uuml;r Beamten geltenden Rubriken nicht anzukreuzen, weil die dort einzutragenden Angaben sich auf das Jahr 2003 bezogen, in dem er noch kein Beamter war. Gleichwohl wusste er beim Ausf&uuml;llen dieses Vordrucks im Jahr 2006 bereits, dass er im M&auml;rz 2004 zum Beamten ernannt worden war, und konnte dem Vordruck entnehmen, dass f&uuml;r Beamte Sonderregeln hinsichtlich der Altersvorsorgezulage galten. Auch wenn die Hinweise im Antragsvordruck 2004 m&ouml;glicherweise nicht so eindeutig waren, dass sie schon f&uuml;r sich genommen die volle Kenntnis von der geltenden Rechtslage bewirkten, so ging von ihnen doch eine hinreichende Ansto&szlig;funktion aus, die jedenfalls bei Beachtung der gr&ouml;&szlig;ten dem Kl&auml;ger zumutbaren Sorgfalt dazu h&auml;tte f&uuml;hren m&uuml;ssen, dass er sich hinsichtlich des Zulageanspruchs f&uuml;r die Folgejahre zumindest nach dem Inhalt der f&uuml;r Beamten geltenden Sonderregelungen h&auml;tte erkundigen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Hinsichtlich des Beitragsjahres 2008 hat das FG die Gew&auml;hrung von Wiedereinsetzung schon deshalb verneint, weil es das Einwilligungserfordernis als materiell-rechtliches Tatbestandsmerkmal angesehen hat und Irrt&uuml;mer &uuml;ber materielles Recht grunds&auml;tzlich die Wiedereinsetzung ausschl&ouml;ssen. Dies erweist sich insofern als rechtsfehlerhaft, als es sich bei dem Einwilligungserfordernis lediglich um ein verfahrensrechtliches Merkmal handelt (Senatsurteil vom 22.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;R&nbsp;18\/14, BFHE 247, 312, BStBl II 2015, 371, Rz&nbsp;73&nbsp;ff.), und Irrt&uuml;mer &uuml;ber Verfahrensrecht &#8211;insbesondere &uuml;ber die Existenz einer gesetzlichen Frist&#8211;, sofern sie ohne Verschulden des Antragstellers bestanden, einer Wiedereinsetzung nicht entgegen stehen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;vom 22.&nbsp;Mai 2006 VI&nbsp;R&nbsp;51\/04, BFHE 214, 145, BStBl II 2006, 833).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl ist die Entscheidung des FG im Ergebnis zutreffend, da der Kl&auml;ger an der Einhaltung der zweij&auml;hrigen f&uuml;r die Erteilung der Einwilligung geltenden gesetzlichen Frist nicht &quot;ohne Verschulden&quot; gehindert war. Der Kl&auml;ger hat erkl&auml;rt, im Jahr 2009 den Zulageantrag f&uuml;r 2008 &#8211;erstmals seit dem Dauerzulageantrag f&uuml;r 2004, der auch f&uuml;r die Folgejahre wirkte&#8211; pers&ouml;nlich ausgef&uuml;llt zu haben. In diesem Vordruckmuster (bekanntgegeben mit Schreiben des BMF vom 7.&nbsp;Januar 2009, BStBl I 2009, 19) hei&szlig;t es im Abschnitt E f&uuml;r Beamte aber ausdr&uuml;cklich: &quot;in diesem Fall m&uuml;ssen Sie ihrem Dienstherrn oder der die Versorgung anordnenden Stelle eine <strong>Einwilligungserkl&auml;rung<\/strong> zur &Uuml;bermittelung der ma&szlig;geblichen Einkommensdaten an die ZfA erteilt haben&quot;. In den amtlichen Erl&auml;uterungen zum Antragsvordruck hei&szlig;t es unter 2.: &quot;Zu den unmittelbar Zulageberechtigten geh&ouml;ren auch &#8230; Beamte, &#8230; wenn sie eine <strong>Einwilligung <\/strong><strong>fristgem&auml;&szlig;<\/strong> gegen&uuml;ber der zust&auml;ndigen Stelle (z.B. Dienstherrn, die Versorgung anordnende Stelle) abgegeben haben&quot; (Fettdruck bereits im Originalvordruck enthalten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit ist der Kl&auml;ger in dem von ihm pers&ouml;nlich ausgef&uuml;llten amtlichen Vordruck mit hinreichender Deutlichkeit (sogar unter optischer Hervorhebung durch Fettdruck) sowohl auf das Erfordernis der Abgabe einer Einwilligungserkl&auml;rung als auch auf deren Fristgebundenheit hingewiesen worden. Wenn er diese deutlichen Hinweise nicht zum Anlass zum Handeln &#8211;zumindest zum Anlass f&uuml;r n&auml;here Erkundigungen beim Dienstherrn, dem Anbieter oder der ZfA&#8211; nimmt, sondern &#8211;so sein Vorbringen&#8211; darauf vertraut, die Einwilligungserkl&auml;rung &quot;im Zweifel&quot; bereits abgegeben zu haben, gereicht ihm dies zum Verschulden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt ungeachtet des Umstands, dass die ZfA die Zulagen f&uuml;r die Vorjahre auf die vom Anbieter gestellten Antr&auml;ge hin zun&auml;chst gew&auml;hrt hatte. Diese Gew&auml;hrung stand kraft Gesetzes unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Altersvorsorge-Durchf&uuml;hrungsverordnung); sie beruhte nur auf den von der ZfA erhobenen oder den ihr &uuml;bermittelten Daten (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG). Sind die vom Anbieter &uuml;bermittelten und von der ZfA in rechtlich nicht zu beanstandender Weise der Zulagegew&auml;hrung zugrunde gelegten Daten &#8211;wie hier&#8211; fehlerhaft, f&uuml;hrt dies auf der ersten Stufe des Zulageverfahrens zu fehlerhaften Entscheidungen, die erst auf der zweiten Stufe &#8211;im sp&auml;teren &Uuml;berpr&uuml;fungsverfahren (&sect;&nbsp;91 EStG)&#8211; erkannt werden. Ein Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung verhindert nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH grunds&auml;tzlich das Entstehen schutzw&uuml;rdigen Vertrauens (vgl. Senatsurteil vom 18.&nbsp;August 2009 X&nbsp;R&nbsp;8\/09, BFH\/NV 2010, 161; BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Dezember 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;136\/11, BFH\/NV 2012, 550, m.w.N.). Eine solche materiell-rechtlich ungepr&uuml;fte und verfahrensrechtlich kraft Gesetzes unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehende Zulagegew&auml;hrung kann deshalb den Zulageberechtigten nicht von der erforderlichen Pr&uuml;fung entbinden, ob er eine Erkl&auml;rung, auf die im Antragsvordruck ausdr&uuml;cklich hingewiesen wird, tats&auml;chlich abgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Im &Uuml;brigen kann Wiedereinsetzung schon deshalb nicht gew&auml;hrt werden, weil der Kl&auml;ger nicht innerhalb eines Monats nach Wegfall des Hindernisses Tatsachen zur Begr&uuml;ndung seines Wiedereinsetzungsantrags vorgetragen hat. Die st&auml;ndige und vom BVerfG gebilligte h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung verlangt eine solche fristgerechte Begr&uuml;ndung, sofern Wiedereinsetzung &#8211;wof&uuml;r hier allerdings nichts spricht&#8211; nicht bereits von Amts wegen zu gew&auml;hren ist (vgl. zu &sect;&nbsp;110 AO BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 2011 XI&nbsp;B&nbsp;3\/11, BFH\/NV 2012, 707, unter II.2.c, mit zahlreichen Nachweisen auch auf die Rechtsprechung der anderen obersten Bundesgerichte und des BVerfG; Senatsurteil in BFHE 247, 312, BStBl II 2015, 371, Rz&nbsp;34; zur insoweit identischen Rechtslage bei &sect;&nbsp;56 FGO BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;August 2010 X&nbsp;B&nbsp;190\/09, BFH\/NV 2010, 2285, und vom 2.&nbsp;Dezember 2014 III&nbsp;B&nbsp;36\/14, BFH\/NV 2015, 505, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend hat der Kl&auml;ger sp&auml;testens bei Nachholung seiner Einwilligungserkl&auml;rung (11.&nbsp;Mai 2011) von diesem gesetzlichen Erfordernis gewusst, so dass das Hindernis weggefallen war. Einwendungen hat er jedoch erstmals mit Schreiben vom 9.&nbsp;September 2011 &#8211;lange nach Ablauf der Monatsfrist&#8211; vorgebracht, ohne dass der Senat entscheiden m&uuml;sste, ob sich aus diesen Einwendungen &uuml;berhaupt tragf&auml;hige Wiedereinsetzungsgr&uuml;nde ergeben k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat hat bereits in seinem Urteil in BFHE 247, 312, BStBl II 2015, 371 (Rz&nbsp;37&nbsp;ff.), auf das zur Vermeidung von Wiederholungen insoweit Bezug genommen wird, ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet, dass die auch im vorliegenden Fall ma&szlig;gebenden Normen verfassungsgem&auml;&szlig; sind. Aus den vom Kl&auml;ger in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung angef&uuml;hrten Stichworten &quot;Lebensn&auml;he&quot;, &quot;B&uuml;rgerferne&quot; und &quot;Verbraucherschutz&quot; ergeben sich keine verfassungsrechtlich erheblichen Gesichtspunkte, die der Senat nicht bereits in der angef&uuml;hrten Entscheidung gepr&uuml;ft hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In Betracht kommt allerdings eine mittelbare Zulageberechtigung des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;79 Satz 2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;79 EStG in der f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2008 ma&szlig;gebenden Fassung lautet: &quot;Nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 beg&uuml;nstigte unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Personen haben Anspruch auf eine Altersvorsorgezulage (Zulage). Liegen bei Ehegatten die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 vor und ist nur ein Ehegatte nach Satz&nbsp;1 beg&uuml;nstigt, so ist auch der andere Ehegatte zulageberechtigt, wenn ein auf seinen Namen lautender Altersvorsorgevertrag besteht.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Wortlaut dieser Norm w&auml;re der Kl&auml;ger mittelbar zulageberechtigt, wenn &#8211;was bisher allerdings nicht festgestellt ist&#8211; seine Ehefrau nach &sect;&nbsp;79 Satz&nbsp;1 EStG unmittelbar zulageberechtigt w&auml;re und die Eheleute die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llen w&uuml;rden. Entscheidend f&uuml;r die mittelbare Zulageberechtigung ist, dass der Kl&auml;ger nicht selbst nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigt ist. Die Erf&uuml;llung des Tatbestands der zuletzt genannten Norm scheitert in Bezug auf den Kl&auml;ger f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2008 aber gerade am Fehlen einer fristgerechten Einwilligungserkl&auml;rung (s. oben unter 1.). Zur n&auml;heren rechtlichen Begr&uuml;ndung verweist der Senat auf sein Urteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2015 X&nbsp;R&nbsp;20\/14 (seit dem 15.&nbsp;Juli 2015 ver&ouml;ffentlicht unter www.bundesfinanzhof.de).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die mittelbare Zulageberechtigung des Kl&auml;gers ist danach im Ergebnis davon abh&auml;ngig, ob seine Ehefrau in den Streitjahren nach &sect;&nbsp;10a Abs.&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigt war und die Eheleute die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llten. Zur Nachholung der entsprechenden Feststellungen geht die Sache an das FG zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat entscheidet mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;121 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2015, X R 40\/14 Altersvorsorgezulage: Vers&auml;umung der Frist f&uuml;r die Erteilung der Einwilligung von Beamten in die &Uuml;bermittlung von Besoldungsdaten Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Mai 2014&nbsp;&nbsp;10 K 14205\/12 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen. 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