{"id":64933,"date":"2015-09-03T17:28:29","date_gmt":"2015-09-03T15:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64933"},"modified":"2015-09-03T17:28:29","modified_gmt":"2015-09-03T15:28:29","slug":"viii-b-20-15-sachlicher-anwendungsbereich-von-par-32a-kstg-ernstliche-zweifel-an-der-rechtmaessigkeit-der-aenderung-eines-bestandskraeftig-gewordenen-einkommensteuerbescheides","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-20-15-sachlicher-anwendungsbereich-von-par-32a-kstg-ernstliche-zweifel-an-der-rechtmaessigkeit-der-aenderung-eines-bestandskraeftig-gewordenen-einkommensteuerbescheides\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;20\/15 &#8211; Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 32a KStG &#8211; Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftig gewordenen Einkommensteuerbescheides"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.6.2015, VIII B 20\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 32a KStG &#8211; Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftig gewordenen Einkommensteuerbescheides<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Antragstellers wird der Beschluss des Finanzgerichts des Saarlandes vom 7. Januar 2015&nbsp;&nbsp;1 V 1407\/14 aufgehoben und die die Vollziehung des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides 2010 vom 30. Juni 2014 bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung ausgesetzt, soweit dessen Steuerfestsetzung &uuml;ber die im Einkommensteuerbescheid vom 17. M&auml;rz 2014 erfolgte Festsetzung hinausgeht.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Antragsgegner zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein bestandskr&auml;ftiger Einkommensteuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32a des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) ge&auml;ndert werden kann, um eine auf Gesellschafterebene bereits erfasste verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) zu erh&ouml;hen, obwohl diese vGA bei der K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung der Gesellschaft im Zeitpunkt des Erlasses des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides bereits in entsprechender H&ouml;he ber&uuml;cksichtigt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) war im Streitjahr 2010 alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Er nutzte &#8211;ohne dass dies im Anstellungsvertrag vorgesehen war&#8211; ein Fahrzeug der GmbH auch f&uuml;r private Zwecke. Seine Ehefrau nutzte ebenfalls ein Fahrzeug der GmbH (Audi Q5). Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass sich aus den Fahrzeug&uuml;berlassungen dem Antragsteller zuzurechnende vGA ergeben. Streitig ist insoweit allein die Bewertung der durch die Fahrzeug&uuml;berlassung an die Ehefrau des Antragstellers resultierenden vGA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine bei der GmbH durchgef&uuml;hrte Betriebspr&uuml;fung, die sich u.a. auf das Jahr 2009 bezog, gelangte zu dem Ergebnis, dass die infolge der PKW-Nutzung durch die Ehefrau des Antragstellers anzunehmende vGA mit den der Gesellschaft entstandenen Fahrzeugkosten zu bewerten sei. In ihrer K&ouml;rperschaftsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2010 folgte die GmbH dieser Beurteilung. Dementsprechend erfasst der unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehende K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2010 vom 28.&nbsp;Dezember 2012 die streitige vGA in H&ouml;he der Fahrzeugkosten von 33.276,73&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller ist demgegen&uuml;ber der Auffassung, die Bewertung jener vGA m&uuml;sse unter Zugrundelegung der sog. 1&nbsp;%-Regelung erfolgen. Er ermittelte so f&uuml;r das Jahr 2010 Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von insgesamt 21.882&nbsp;EUR. Aus der zur Einkommensteuererkl&auml;rung &uuml;berlassenen Anlage zur &quot;Ermittlung des Privatanteils PKW Kosten&quot; ergibt sich, dass der Antragsteller diesen Betrag aus dem &quot;Privatanteil&quot; der an ihn selbst erfolgten Fahrzeug&uuml;berlassung in H&ouml;he von insgesamt 13.590&nbsp;EUR und dem &quot;Privatanteil&quot; f&uuml;r den Audi Q5 in H&ouml;he von 1&nbsp;% des Bruttolistenpreises des Fahrzeuges (= 8.292&nbsp;EUR) ermittelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &auml;nderte hierauf den zun&auml;chst ergangenen, unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid 2010, der auf einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen beruhte und ber&uuml;cksichtigte die erkl&auml;rten Eink&uuml;nfte des Antragstellers aus Kapitalverm&ouml;gen im &Auml;nderungsbescheid vom 10.&nbsp;Februar 2014 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Zugleich hob es den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf. Gegen diesen &Auml;nderungsbescheid legte der Antragsteller Einspruch ein und beantragte, die erfassten vGA der Abgeltungsteuer zu unterwerfen. Dem entsprach das FA mit dem weiteren &Auml;nderungsbescheid vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem dem FA eine vom 4.&nbsp;Juni 2014 datierende Kontrollmitteilung zugegangen war, wonach der Antragsteller im Streitjahr eine vGA in H&ouml;he von 46.866&nbsp;EUR erhalten hat, erlie&szlig; es am 30.&nbsp;Juni 2014 unter Verweis auf &sect;&nbsp;32a KStG einen weiteren Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem es der Besteuerung des Antragstellers nunmehr Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von insgesamt 46.866&nbsp;EUR zugrunde legte. Die streitgegenst&auml;ndliche vGA war darin mit der H&ouml;he der Fahrzeugkosten von 33.276,73 EUR ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wandte sich der Antragsteller mit seinem Einspruch vom 9.&nbsp;Juli 2014, &uuml;ber den das FA nach Aktenlage noch nicht entschieden hat. Der zugleich beim FA gestellte Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat eine AdV mit Beschluss vom 7.&nbsp;Januar 2015 abgelehnt, jedoch die Beschwerde zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde, der das FG nicht abgeholfen hat, macht der Antragsteller geltend, im Streitfall seien bereits die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung des streitigen Einkommensteuerbescheides gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32a KStG nicht gegeben. Die &Auml;nderungsnorm solle nach ihrem Sinn und Zweck die verfahrensrechtliche M&ouml;glichkeit geben, bei nachtr&auml;glich festgestellten vGA auf der Ebene der Gesellschaft korrespondierende &Auml;nderungen auf der Ebene der Gesellschafter herbeizuf&uuml;hren. Hieran fehle es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller ist au&szlig;erdem der Meinung, die Bewertung des durch die Fahrzeug&uuml;berlassung gew&auml;hrten Vorteils sei unzutreffend. Der Wertansatz der streitigen vGA sei entgegen der Auffassung des FG zwingend nach den Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, 6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) durchzuf&uuml;hren und daher nach der 1&nbsp;%-Regelung zu bemessen. Dies habe das FG des Landes Brandenburg (Urteil vom 26.&nbsp;Oktober 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1763\/02, Entscheidung der Finanzgerichte 2006, 115) zutreffend entschieden. Zudem sei &#8211;selbst wenn eine Bewertung nach Fremdvergleichsgrunds&auml;tzen zu erfolgen h&auml;tte&#8211; der Vorteil nicht in der vom FA festgestellten H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen, da in den Fahrzeugaufwendungen ca. 15.000&nbsp;EUR f&uuml;r au&szlig;erordentliche Reparaturen (Motorschaden) enthalten seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich wendet der Antragsteller nunmehr ein, das fragliche Fahrzeug sei im Streitjahr auch von ihm selbst genutzt worden, und zwar betrieblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den Beschluss des FG des Saarlandes vom 7.&nbsp;Januar 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;V&nbsp;1407\/14 aufzuheben und die Vollziehung des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r 2010 vom 30.&nbsp;Juni 2014 bis einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung auszusetzen, soweit dessen Steuerfestsetzung &uuml;ber die im Einkommensteuerbescheid vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2014 erfolgte Festsetzung hinausgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist der Meinung, die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;32a KStG sei anwendbar. Sie setze voraus, dass ein Steuerbescheid gegen&uuml;ber einer K&ouml;rperschaft erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert werde. Diese &Auml;nderung sei hier mit an die GmbH gerichtetem Bescheid vom 28.&nbsp;Dezember 2012 erfolgt. Entgegen der Auffassung des Antragstellers sei es nicht erforderlich, dass zum Zeitpunkt dieser &Auml;nderung der daraufhin zu &auml;ndernde Einkommensteuerbescheid bereits vorgelegen haben m&uuml;sse. Eine solche Einschr&auml;nkung lasse sich dem Gesetzeswortlaut nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;32a KStG solle eine korrespondierende Besteuerung von K&ouml;rperschaften und Anteilseignern in Bezug auf vGA und so die materiell-rechtlich zutreffende Besteuerung auf der Ebene der K&ouml;rperschaft und des Anteilseigners gew&auml;hrleisten. Daher sei es unsch&auml;dlich, dass nach &Auml;nderung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides die vGA im Einkommensteuerbescheid zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; mit einem niedrigeren Wert erfasst worden sei. Einschr&auml;nkungen dahin, dass ein &quot;Verbrauch&quot; eintrete, wenn eine Korrektur der vGA auf der Gesellschafterebene zun&auml;chst unterbleibe, enthalte die Vorschrift nicht. Hinzu komme, dass bei Durchf&uuml;hrung der Einkommensteuerveranlagung zun&auml;chst keine Information der K&ouml;rperschaftsteuerstelle hinsichtlich der zutreffenden H&ouml;he der vGA vorgelegen habe. Aufgrund der Kontrollmitteilung habe nicht nur eine Berechtigung, sondern sogar eine Verpflichtung bestanden, die Einkommensteuerfestsetzung zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bez&uuml;glich der Bewertung der vGA m&uuml;sse es bei der allgemeinen Regelung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bleiben. Das FG habe dies zutreffend erkannt und entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem im Rahmen des Einspruchsverfahrens gegen die Ablehnung der &Auml;nderung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides 2010 erhobenen Einwand, das fragliche Fahrzeug sei auch vom Antragsteller selbst betrieblich genutzt worden, sei man mangels Nachweis bzw. Glaubhaftmachung nicht gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssige Beschwerde des Antragstellers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur AdV des angefochtenen Bescheides.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bestehen ernstliche Zweifel i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz 2 FGO an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides vom 30.&nbsp;Juni 2014. Denn bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung treten neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige, gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Gr&uuml;nde zutage, die Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung der zugrunde liegenden Rechtsfragen bewirken (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; seit dem Beschluss vom 10.&nbsp;Februar 1967 III&nbsp;B&nbsp;9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Diese Zweifel ergeben sich bereits in Bezug auf das verfahrensrechtliche Problem, ob der Erlass des streitigen Einkommensteuerbescheides vom 30.&nbsp;Juni 2014 von einer entsprechenden &Auml;nderungsvorschrift gedeckt ist. Vor diesem Hintergrund kann die Frage nach der Bewertung der streitigen vGA &#8211;die zudem eine weitere Sachaufkl&auml;rung in Bezug auf die tats&auml;chliche Fahrzeugnutzung voraussetzte&#8211; im Beschwerdeverfahren offenbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz 1 KStG kann ein Steuerbescheid oder ein Feststellungsbescheid gegen&uuml;ber dem Gesellschafter, dem die vGA zuzurechnen ist, erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert werden, soweit gegen&uuml;ber einer K&ouml;rperschaft ein Steuerbescheid hinsichtlich der Ber&uuml;cksichtigung einer vGA erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung des &sect;&nbsp;32a KStG enth&auml;lt eine formelle &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit, begr&uuml;ndet jedoch keine materielle Bindung der Steuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem Gesellschafter (z.B. BFH-Urteile vom 2.&nbsp;Dezember 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;45\/11, BFH\/NV 2015, 683; vom 18.&nbsp;September 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/09, BFHE 238, 512, BStBl II 2013, 149; BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;170\/08, BFHE 224, 439, BFH\/NV 2009, 1029). Sie dient dem Ziel, die verfahrensrechtlichen Hemmnisse, die einer zutreffenden materiellen Besteuerung von K&ouml;rperschaften und Anteilseignern entgegenstehen, zu beseitigen (BTDrucks&nbsp;16\/2712, S. 71; BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;August 2012 VIII&nbsp;B&nbsp;45\/12, BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839). Die Regelung ist danach im Ergebnis auf die Kongruenz der Besteuerung der Ebenen der Gesellschaft und des Anteilseigners angelegt (BFH-Beschluss in BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839; BFH-Urteil vom 6.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFH\/NV 2012, 269, 270) und gew&auml;hrt einer materiell richtigen Einkommensteuerfestsetzung Vorrang gegen&uuml;ber dem Vertrauen des Steuerpflichtigen in die Bestandskraft der bereits erfolgten Steuerfestsetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl folgt hieraus nicht, dass &sect;&nbsp;32a KStG eine uneingeschr&auml;nkte Anpassungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r bestandskr&auml;ftige Bescheide er&ouml;ffnet, denn &sect;&nbsp;32a KStG regelt &#8211;anders als &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO)&#8211; nicht die Anpassung eines Folgebescheides an den Grundlagenbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend stellt sich zumindest die Frage, ob eine auf &sect;&nbsp;32a KStG gest&uuml;tzte Korrektur eines bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerbescheides des Gesellschafters jedenfalls dann ausgeschlossen ist, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; dem FA nicht nur das Vorliegen der vGA dem Grunde nach bekannt war, sondern zudem der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid, an dessen Festsetzung eine Anpassung erfolgen soll, im Zeitpunkt des Erlasses des bestandskr&auml;ftig gewordenen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides bereits vorlag. Folgt das FA in einem solchen Fall der in Bezug auf die H&ouml;he der vGA abweichenden Erkl&auml;rung des Steuerpflichtigen und setzt dessen Einkommensteuer unter Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest, so erscheint es zumindest fraglich, ob es eine sp&auml;tere Durchbrechung der eingetretenen Bestandskraft dieses Bescheides auf &sect;&nbsp;32a KStG st&uuml;tzen kann, ohne dass der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid ge&auml;ndert wird (zweifelnd wohl auch Intemann in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;32a KStG Rz&nbsp;9; Bl&uuml;mich\/Rengers, &sect;&nbsp;32a KStG Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ernstliche, die Aussetzung rechtfertigende Zweifel bestehen auch daran, dass der Erlass des streitigen &Auml;nderungsbescheides von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gedeckt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Nachtr&auml;glich werden Tatsachen oder Beweismittel bekannt, wenn deren Kenntnis nach dem Zeitpunkt erlangt wird, in dem die Willensbildung &uuml;ber die Steuerfestsetzung abgeschlossen ist. Ma&szlig;geblich ist die Kenntnis der zur Bearbeitung des Steuerfalls organisatorisch berufenen Dienststelle. Dieser ist allerdings grunds&auml;tzlich das bekannt, was sich aus den bei ihr gef&uuml;hrten Akten ergibt, ohne dass es auf die individuelle Kenntnis des Bearbeiters ankommt (z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;April 1998 IX&nbsp;R&nbsp;49\/96, BFHE 185, 370, BStBl II 1998, 458). Tatsache im Sinne dieser Vorschrift ist alles, was Merkmal oder Teilst&uuml;ck eines gesetzlichen Steuertatbestandes sein kann, also Zust&auml;nde, Vorg&auml;nge, Beziehungen und Eigenschaften materieller oder immaterieller Art. Keine Tatsachen in diesem Sinne sind Schlussfolgerungen aller Art, insbesondere juristische Subsumtionen (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Dezember 1988 VIII&nbsp;R&nbsp;121\/83, BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585; vom 27.&nbsp;Oktober 1992 VIII&nbsp;R&nbsp;41\/89, BFHE 170, 1, BStBl II 1993, 569).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Tatsache ist der Kontrollmitteilung, auf die das FA sich im Zusammenhang mit dem Erlass des streitgegenst&auml;ndlichen &Auml;nderungsbescheides bezieht, nicht zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Tatsache i.S. des &sect;&nbsp;173 AO k&ouml;nnte zwar in der Nutzung des Audi Q5 durch die Ehefrau des Antragstellers zu sehen sein. Allerdings ist derzeit nicht zweifelsfrei feststellbar, wann dem FA diese Tatsache bekannt geworden ist, insbesondere ob ihm diese bereits im Zeitpunkt des Erlasses des streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides bekannt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Frage ist auch streiterheblich. Denn w&auml;re diese Tatsache dem FA bereits bekannt gewesen, so l&auml;ge kein von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO erfasster Fall einer &Auml;nderung aufgrund einer nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Tatsache, sondern einer abweichenden rechtlichen Beurteilung der Bewertung der dem Antragsteller zuzurechnenden streitgegenst&auml;ndlichen vGA durch das FA vor. F&uuml;r eine so begr&uuml;ndete &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftigen Bescheides fehlte es indes im Streitfall an einer &Auml;nderungsnorm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.6.2015, VIII B 20\/15 Sachlicher Anwendungsbereich von &sect; 32a KStG &#8211; Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftig gewordenen Einkommensteuerbescheides Tenor Auf die Beschwerde des Antragstellers wird der Beschluss des Finanzgerichts des Saarlandes vom 7. Januar 2015&nbsp;&nbsp;1 V 1407\/14 aufgehoben und die die Vollziehung des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides 2010 vom 30. 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