{"id":64938,"date":"2015-09-03T17:29:05","date_gmt":"2015-09-03T15:29:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64938"},"modified":"2015-09-03T17:29:05","modified_gmt":"2015-09-03T15:29:05","slug":"x-b-30-15-zulageantrag-und-festsetzungsantrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-30-15-zulageantrag-und-festsetzungsantrag\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;30\/15 &#8211; Zulageantrag und Festsetzungsantrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.6.2015, X B 30\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Zulageantrag und Festsetzungsantrag<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 4. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;10 K 10266\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat im Jahre 2005 einen &sect;&nbsp;5 des Altersvorsorgevertr&auml;ge-Zertifizierungsgesetzes entsprechenden Altersvorsorgevertrag abgeschlossen. Auf entsprechende Anregung der Anbieterin bevollm&auml;chtigte sie diese nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), j&auml;hrlich die Zulage zu beantragen. So geschah es. Die Beklagte und Beschwerdegegnerin, die Deutsche Rentenversicherung Bund (Zentrale Zulagenstelle f&uuml;r Altersverm&ouml;gen &#8211;ZfA&#8211;) erteilte daraufhin f&uuml;r die Streitjahre die Bescheinigungen nach &sect;&nbsp;92 EStG, deren letzte auf den 14.&nbsp;M&auml;rz 2011 datiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im August 2012 teilte die Kl&auml;gerin der Anbieterin mit, ihr st&uuml;nden f&uuml;r die Streitjahre Kinderzulagen f&uuml;r zwei Kinder zu. Die Anbieterin leitete das Schreiben der ZfA zu. Die ZfA fasste es als Antrag auf f&ouml;rmliche Festsetzung auf und lehnte diese ab. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) hat ausgef&uuml;hrt, der Antrag auf f&ouml;rmliche Festsetzung sei entgegen &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht binnen Jahresfrist nach Erteilung der Bescheinigung nach &sect;&nbsp;92 EStG gestellt. Anders als die Kl&auml;gerin meine, enthalte die der Anbieterin erteilte Erm&auml;chtigung nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1a EStG nicht zugleich einen Antrag auf f&ouml;rmliche Festsetzung nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG. W&auml;re dies der Fall, w&auml;ren die gesonderten Regelungen &uuml;ber die f&ouml;rmliche Festsetzung &uuml;berfl&uuml;ssig. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sei f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2008 schon wegen Vers&auml;umung der Jahresfrist des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung, f&uuml;r das Jahr 2009 mangels Wiedereinsetzungsgr&uuml;nden nicht zu gew&auml;hren. Die behauptete Unkenntnis des Antragserfordernisses gen&uuml;ge nicht, da die entsprechende Belehrung in der Bescheinigung nach &sect;&nbsp;92 EStG eindeutig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) sowie ein Bed&uuml;rfnis nach Fortbildung des Rechts i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 FGO mit folgenden Fragen geltend:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ist, wenn bei der Gew&auml;hrung der Altersvorsorgezulage in der Bescheinigung nach &sect;&nbsp;92 EStG die Kinderzulage nicht beschieden wurde, der Antrag auf Gew&auml;hrung der Kinderzulage im Dauerzulagenantrag beinhaltet und als noch nicht beschieden anzusehen, wobei die Bescheidung ohne Fristaspekte nachholbar ist oder bedarf es hierzu eines expliziten Antrags auf f&ouml;rmliche Festsetzung i.S. des &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Beinhaltet der Antrag auf Zulage mittels der Dauerzulageantragsbevollm&auml;chtigung i.S. des &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1a EStG zugleich auch den Antrag auf f&ouml;rmliche Festsetzung i.S. von &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese bisher h&ouml;chstrichterlich ungekl&auml;rten Fragen seien nicht ohne Weiteres aus dem Gesetz heraus zu beantworten. Wenn eine Kinderzulage bei der Festsetzung der Zulage nicht ber&uuml;cksichtigt worden sei, sei fraglich, ob dann eigens ein Antrag nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG gestellt werden m&uuml;sse oder ob dieser nicht bereits in dem urspr&uuml;nglichen Antrag nach &sect;&nbsp;89 EStG enthalten sei, so dass die ZfA hier&uuml;ber unabh&auml;ngig von einer Frist noch entscheiden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA h&auml;lt die Rechtslage angesichts des Gesetzes f&uuml;r eindeutig und etwaige Fragen durch das Senatsurteil vom 22.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;R&nbsp;18\/14 (BFHE&nbsp;247, 312, BStBl II&nbsp;2015, 371), welches das dreistufige Verfahren der Zulagegew&auml;hrung im Einzelnen erl&auml;utert habe, f&uuml;r gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist &#8211;zumindest&#8211; unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, so dass auch die Rechtsfortbildungsrevision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 FGO, die ein Spezialfall der Grundsatzrevision ist (vgl. Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;August 2010 X&nbsp;B&nbsp;149\/09, BFH\/NV&nbsp;2011, 266), nicht in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (vgl. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2015 X&nbsp;B&nbsp;127\/14, BFH\/NV 2015, 809). Sie ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn sie eindeutig so zu beantworten ist wie das FG es getan hat (vgl. Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;April 2015 X&nbsp;B&nbsp;156\/14, www.bundesfinanzhof.de\/entscheidungen, Datum der Ver&ouml;ffentlichung: 10.&nbsp;Juni 2015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die beiden in der Sache fast identischen Rechtsfragen sind nach Lage des Gesetzes eindeutig so zu beantworten, wie das FG es getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das EStG sieht f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Zulageanspruch folgendes Verfahren vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zulageberechtigte stellt zun&auml;chst nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1 EStG einen Antrag auf Zulage. Damit kann er nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1a EStG auch den Anbieter bevollm&auml;chtigen. Dann ermittelt die ZfA auf Grund der ihr vorliegenden Daten nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG die H&ouml;he eines Zulageanspruchs. Sie veranlasst nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG die Auszahlung der Zulage, und zwar nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG zun&auml;chst ohne gesonderten Zulagenbescheid. Allerdings teilt die ZfA dem Anbieter nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung der steuerlichen Vorschriften des Einkommensteuergesetzes zur Altersvorsorge und zum Rentenbezugsmitteilungsverfahren sowie zum weiteren Datenaustausch mit der zentralen Stelle (Altersvorsorge-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;AltvDV&#8211;) in der Fassung vom 28.&nbsp;Februar 2005 (BGBl I 2005, 487) das Ermittlungsergebnis nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG mit. Diese Mitteilung steht nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AltvDV unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung, der nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AltvDV mit Zugang der weiteren Mitteilung &uuml;ber die Auszahlung der Zulage entf&auml;llt. Der Anbieter seinerseits erteilt dem Zulageberechtigten eine Bescheinigung nach &sect;&nbsp;92 EStG, aus der sich einzelne Informationen &uuml;ber die Zulage ergeben. Nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG erfolgt erst auf besonderen Antrag des Zulageberechtigten eine Festsetzung der Zulage. Dieser Antrag wiederum ist nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG innerhalb eines Jahres seit Erteilung der Bescheinigung nach &sect;&nbsp;92 EStG zu stellen (vgl. im Einzelnen zur Verfahrensstruktur Senatsurteil in BFHE&nbsp;247, 312, BStBl II&nbsp;2015, 371, unter II.1.d&nbsp;aa&nbsp;(1)).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Angesichts dieser Regelungen ist f&uuml;r die &Uuml;berlegungen der Kl&auml;gerin kein Raum. Es ist gleichg&uuml;ltig, ob ein Antrag nach &sect;&nbsp;89 EStG einen Antrag auch auf Festsetzung einer Kinderzulage allgemein enth&auml;lt oder im konkreten Fall enthielt. Mit Mitteilung und Auszahlung der Zulage nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;1, 2 EStG hat die ZfA eine Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he der Zulage getroffen, die, wie &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AltvDV zeigt, grunds&auml;tzlich der Bestandskraft f&auml;hig ist. Eine &Uuml;berpr&uuml;fung auf deren Richtigkeit kann der Zulageberechtigte nur noch im Verfahren nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG bewirken. Einen anderen Zweck kann der Antrag auf Festsetzung der Zulage nach der Konzeption des Gesetzes schlechterdings nicht haben. W&auml;re es m&ouml;glich, dass auch nach Mitteilung und Auszahlung der Zulage ein noch offener und nicht beschiedener Antrag nach &sect;&nbsp;89 EStG existierte, der folglich ohne zeitliche Begrenzung beschieden werden k&ouml;nnte, so w&auml;re sowohl der Antrag nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;l EStG als auch insbesondere die Frist des &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG &uuml;berfl&uuml;ssig. Aus demselben Grunde kann der Antrag nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1a EStG nicht gleichzeitig den Antrag nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;4 EStG enthalten. Eine Auslegung des Gesetzes, mit der eine bestimmte Vorschrift bedeutungslos wird, ist keine zutreffende Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.6.2015, X B 30\/15 Zulageantrag und Festsetzungsantrag Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 4. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;10 K 10266\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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