{"id":6494,"date":"2012-11-30T21:53:58","date_gmt":"2012-11-30T19:53:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6494"},"modified":"2012-11-30T21:53:58","modified_gmt":"2012-11-30T19:53:58","slug":"i-r-24-11-sanierungserlass-zustaendigkeit-fuer-die-abweichende-festsetzung-des-gewerbesteuermessbetrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-24-11-sanierungserlass-zustaendigkeit-fuer-die-abweichende-festsetzung-des-gewerbesteuermessbetrags\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;24\/11 &#8211; Sanierungserlass: Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die abweichende Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2012, I R 24\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sanierungserlass: Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die abweichende Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der sog. Sanierungserlass (BMF-Schreiben vom 27. M&auml;rz 2003, BStBl I 2003, 240) ist weder eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung noch eine allgemeine Verwaltungsvorschrift einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde i.S. des &sect; 184 Abs. 2 AO. Aus dem Sanierungserlass kann sich damit bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags grunds&auml;tzlich keine Zust&auml;ndigkeit des FA zur abweichenden Festsetzung aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden nach &sect; 163 Satz 1 AO ergeben; zust&auml;ndig daf&uuml;r sind die Gemeinden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags im Hinblick auf den sog. Sanierungserlass (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; zur ertragsteuerlichen Behandlung von Sanierungsgewinnen vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2003, BStBl I 2003, 240).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) beantragte f&uuml;r das Streitjahr (2003) mehrfach eine abweichende Festsetzung von Steuern nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden. Sie trug vor, in dem Gewerbeertrag f&uuml;r das Streitjahr in H&ouml;he von 1.710.595&nbsp;EUR sei ein Sanierungsgewinn in H&ouml;he von 5.462.906&nbsp;EUR aus dem Erlass von Bankschulden enthalten. Zum Zwecke einer Sanierung h&auml;tten verschiedene Banken auf Forderungen verzichtet. Entsprechende Unterlagen &uuml;ber die Vereinbarungen mit den Banken einschlie&szlig;lich eines Restrukturierungskonzeptes wurden vorgelegt. Hierdurch seien die Voraussetzungen f&uuml;r einen Steuererlass aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden nach dem Sanierungserlass erf&uuml;llt. Der Gewerbesteuermessbetrag sei daher auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen. Zu ber&uuml;cksichtigende vortragsf&auml;hige Fehlbetr&auml;ge zur Gewerbesteuer lagen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war zwar der Auffassung, dass ein Sanierungsgewinn i.S. des Sanierungserlasses vorliege, setzte den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres aber dennoch mit Bescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2010 auf 107.805&nbsp;EUR fest. Das FA berief sich darauf, dass der Sanierungserlass keine allgemeine Verwaltungsvorschrift f&uuml;r die abweichende Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags nach &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO sei. Dies entsprach der Auffassung der Oberfinanzdirektion Rheinland, die auf eine Anfrage des FA mitgeteilt hatte, der Sanierungserlass regele in Randnummer&nbsp;15 in Bezug auf die Gewerbesteuer, dass f&uuml;r Stundung und Erlass der Gewerbesteuer die Gemeinde zust&auml;ndig sei; dies entspr&auml;che der Regelung in Abschn.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 der Gewerbesteuer-Richtlinien 1998. Demnach habe die Gemeinde im Rahmen der Festsetzung und Erhebung der Gewerbesteuer in eigener Zust&auml;ndigkeit zu pr&uuml;fen, ob ein Sanierungsgewinn vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf gab der dagegen erhobenen Klage mit Urteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;3831\/10&nbsp;AO (ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1685) statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. W&auml;hrend des Revisionsverfahrens ist das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen dem Rechtsstreit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Das FA konnte vom FG nicht dazu verpflichtet werden, den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r das Streitjahr im Billigkeitswege niedriger festzusetzen (&sect;&sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 i.V.m. 163 AO); es ist daf&uuml;r nicht zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuern k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO niedriger festgesetzt werden und einzelne Besteuerungsgrundlagen, die die Steuern erh&ouml;hen, bei der Festsetzung der Steuer unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach Lage des einzelnen Falls unbillig w&auml;re. Nach &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO schlie&szlig;t die Befugnis des Betriebsfinanzamtes (&sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 AO), Realsteuermessbetr&auml;ge festzusetzen, auch die Befugnis zu Billigkeitsma&szlig;nahmen i.S. von &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO ein, soweit f&uuml;r solche Ma&szlig;nahmen in einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung oder einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde Richtlinien aufgestellt worden sind. Diese Voraussetzungen des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO liegen im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Sanierungserlass ist weder eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung noch eine allgemeine Verwaltungsvorschrift einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde i.S. des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 AO. Aus dem Sanierungserlass kann sich damit grunds&auml;tzlich keine Zust&auml;ndigkeit des FA zur abweichenden Festsetzung aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden nach &sect;&nbsp;163 AO ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei dem Sanierungserlass handelt es sich zwar um eine allgemeine Anordnung des BMF, in der mit bindender Wirkung f&uuml;r die nachgeordneten Landesfinanzbeh&ouml;rden allgemeine Grunds&auml;tze dazu niedergelegt sind, wann ein sog. Sanierungsgewinn vorliegt und wie ein solcher ertragsteuerlich zu behandeln ist. Dadurch soll eine einheitliche Verwaltungspraxis sichergestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung i.S. der 1.&nbsp;Alternative des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO ist der Sanierungserlass aber nicht. Denn daf&uuml;r bed&uuml;rfte es der Entschlie&szlig;ung der Bundesregierung als Kollegium und einer Zustimmung des Bundesrates (vgl. im Einzelnen Bro&szlig;\/Mayer in: v.&nbsp;M&uuml;nch\/ Kunig, Grundgesetz, 6.&nbsp;Aufl., 2012, Rz&nbsp;45&nbsp;ff. zu Art.&nbsp;84, m.w.N.). Die entsprechenden Erfordernisse ergeben sich aus Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;7, Art.&nbsp;84 Abs.&nbsp;2 sowie Art.&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 des Grundgesetzes (GG), welche auch f&uuml;r das Rechtsverst&auml;ndnis des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO einschl&auml;gig sind. Hier wie dort geht es darum, die Hoheitsbefugnisse zwischen Bund und L&auml;ndern im Bereich der Steuerverwaltung rational und effektiv zu verteilen. Daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber davon abweichend in &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO den Verwaltungserlass eines Bundesministeriums h&auml;tte gen&uuml;gen lassen wollen, ist nichts ersichtlich. Die prinzipiell zu beachtende Einheit der Rechtsordnung gebietet das Gegenteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die einschl&auml;gigen Regelungsanforderungen werden f&uuml;r den Sanierungserlass nicht erf&uuml;llt. Dieser ist weder von der Bundesregierung noch mit Zustimmung des Bundesrates erlassen worden (im Ergebnis ebenso Verwaltungsgericht &#8211;VG&#8211; Halle, Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;5&nbsp;A&nbsp;289\/09, juris, Rz&nbsp;36&nbsp;ff.). Dass in H&nbsp;1.5. Abs.&nbsp;1 im Amtlichen Gewerbesteuer-Handbuch 2009 ausdr&uuml;cklich auf den Sanierungserlass verwiesen wird, &auml;ndert daran nichts. Zum einen ergehen die &quot;Hinweise&quot; im Gegensatz zu den Gewerbesteuer-Richtlinien nicht im Verfahren nach Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;7 GG. Zum anderen gen&uuml;gt der blo&szlig;e Hinweis auf den Sanierungserlass ohnehin nicht, um eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung annehmen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei dem Sanierungserlass handelt es sich auch nicht um eine allgemeine Verwaltungsvorschrift einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde i.S. der 2.&nbsp;Alternative des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 AO. Der Senat muss nicht entscheiden, ob dem Begriff der allgemeinen Verwaltungsvorschrift in diesem Zusammenhang eine andere Bedeutung zukommt als im Zusammenhang mit einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung. Denn Erlassgeber ist jedenfalls keine oberste Landesfinanzbeh&ouml;rde. Der Sanierungserlass ergeht zwar &#8211;ausweislich des Einleitungssatzes&#8211; im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder. Gleichwohl bleibt es dabei, dass Erlassgeber allein das BMF ist und dass dies nicht die obersten L&auml;nderfinanzbeh&ouml;rden sind. Best&auml;tigt wird dies durch die Regelung des &sect;&nbsp;21a des Gesetzes &uuml;ber die Finanzverwaltung (Finanzverwaltungsgesetz). Dort ist ausdr&uuml;cklich vorgesehen, dass das BMF mit Zustimmung der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder einheitliche Verwaltungsgrunds&auml;tze bestimmen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die im Streitfall ma&szlig;gebende Rechtsfrage nach der Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Festsetzung und Erhebung der Gewerbesteuer in Nordrhein-Westfalen sind &uuml;berdies &sect;&sect;&nbsp;1 und 3 des Gesetzes &uuml;ber die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Festsetzung und Erhebung der Realsteuern vom 16.&nbsp;Dezember 1981 (GV NRW 1981, 732) einschl&auml;gig. Darin ist die Zust&auml;ndigkeit der Gemeinden festgelegt und werden der Finanzminister und der Innenminister erm&auml;chtigt, Verwaltungsvorschriften zur Durchf&uuml;hrung dieses Gesetzes zu erlassen. Auch daran fehlt es hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dementsprechend er&uuml;brigen sich die weiteren &Uuml;berlegungen der Vorinstanz, inwieweit der Erlassgeber in Randnummer&nbsp;15 des Sanierungserlasses ausschlie&szlig;lich die Stundung und den Erlass nach &sect;&sect;&nbsp;222, 227&nbsp;AO, nicht aber auch die abweichende Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 184 AO (vgl. Seer, Finanz-Rundschau 2010, 306, 310) regeln wollte und dies auch nur bezogen auf die Gewerbesteuer, nicht aber auf den Gewerbesteuermessbetrag. Gleiches gilt f&uuml;r die Ausf&uuml;hrungen zur Verwaltungs&ouml;konomie (s. auch VG Halle, a.a.O., juris, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeantwortet bleiben k&ouml;nnen ebenso die nach wie vor umstrittenen Fragen danach, ob der Sanierungserlass den Erfordernissen des allgemeinen Gesetzesvorbehalts sowie des unionsrechtlichen Beihilfeverbots (vgl. z.B. Breuninger\/Ernst, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2011, 673 Fu&szlig;n.&nbsp;94; Frey\/M&uuml;ckl, GmbHR 2010, 1193) uneingeschr&auml;nkt gen&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2012, I R 24\/11 Sanierungserlass: Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die abweichende Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags Leits&auml;tze Der sog. Sanierungserlass (BMF-Schreiben vom 27. M&auml;rz 2003, BStBl I 2003, 240) ist weder eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung noch eine allgemeine Verwaltungsvorschrift einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde i.S. des &sect; 184 Abs. 2 AO. 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