{"id":64940,"date":"2015-09-03T17:28:53","date_gmt":"2015-09-03T15:28:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64940"},"modified":"2015-09-03T17:28:53","modified_gmt":"2015-09-03T15:28:53","slug":"xi-r-1-14-kindergeldanspruch-bei-dualer-ausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-1-14-kindergeldanspruch-bei-dualer-ausbildung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;1\/14 &#8211; Kindergeldanspruch bei dualer Ausbildung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.6.2015, XI R 1\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch bei dualer Ausbildung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 21. November 2013&nbsp;&nbsp;8 K 807\/12, die Einspruchsentscheidung der Familienkasse &#8230; vom 16. M&auml;rz 2012 sowie der Kindergeldbescheid der Familienkasse &#8230; vom 14. Februar 2012 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kl&auml;ger f&uuml;r den Zeitraum Januar bis M&auml;rz 2012 Kindergeld f&uuml;r A in gesetzlicher H&ouml;he zu gew&auml;hren.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob dem Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) f&uuml;r seine am &#8230;.&nbsp;August 1990 geborene Tochter A im Streitzeitraum (Januar bis M&auml;rz 2012) noch Kindergeld zusteht, obwohl A bereits im Mai 2011 eine Berufsausbildung zur Fachinformatikerin erfolgreich beendet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A schloss im November 2008 einen Studienvertrag mit einer staatlich anerkannten privaten Hochschule (Hochschule) &uuml;ber das Studium zum &quot;Bachelor of Science&quot; mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der f&uuml;r A geltenden Studienordnung zielt das Bachelorstudium an der Hochschule als berufsqualifizierendes Hochschulstudium auf die organisatorische Verzahnung von wissenschaftlichem Studium und beruflicher Praxis, auf ein Lernen durch die wechselseitige Verkn&uuml;pfung von theoretischen Fragestellungen und praktischen Anwendungen. Der Studiengang mit einer Regelstudienzeit von sieben Semestern gliedert sich in ein Grundstudium von vier Semestern, ein obligatorisches zweiteiliges Auslandsstudium im 5.&nbsp;Semester sowie das Hauptstudium im 6.&nbsp;und 7.&nbsp;Semester. Im &quot;ausbildungsintegrierten Studium&quot; (&sect;&nbsp;6.3 der Studienordnung), das A absolvierte, kann ein Volontariat in Anlehnung an eine berufspraktische Ausbildungsordnung das erforderliche Praktikum ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11.&nbsp;November 2008 erhielt A von einer Bank die erforderliche Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung f&uuml;r das ausbildungsintegrierte Studium zum Bachelor of Science. Hierin best&auml;tigte die Bank der Hochschule, dass A f&uuml;r die Dauer des Studiums bei der Bank besch&auml;ftigt sei. Mit A sei ein Volontariatsvertrag abgeschlossen worden, der es A erm&ouml;gliche, in den ersten vier Semestern des Studiums an den Lehrveranstaltungen und Pr&uuml;fungen der Hochschule teilzunehmen und in den lehrveranstaltungs- und pr&uuml;fungsfreien Zeiten in der Bank die berufspraktische Ausbildung zur Fachinformatikerin zu durchlaufen. A werde die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, parallel zum 4. Fachsemester des Studiums die schriftliche und m&uuml;ndliche Externen-Pr&uuml;fung zur Fachinformatikerin vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abzulegen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der berufspraktischen Ausbildung sei vorgesehen, A in ein Teilzeitarbeitsverh&auml;ltnis zu &uuml;bernehmen, das parallel zum Auslandssemester und zum Hauptstudium angelegt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 2008 wurde zwischen der Bank und A ein Ausbildungsvertrag zur Ausbildung im Ausbildungsberuf der Fachinformatikerin abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dualen Ausbildung liegt eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Bank und der Hochschule zugrunde. Darin verpflichtete sich die Bank, mit allen Mitarbeitern, die in den akademischen Studieng&auml;ngen an der Hochschule eingeschrieben sind, f&uuml;r die Dauer des Studiums einen Volontariats- oder Teilzeitarbeitsvertrag zu schlie&szlig;en und dies der Hochschule anzuzeigen. Die Lage der Arbeitszeiten war so zu gestalten, dass den Studierenden ein uneingeschr&auml;nkter Besuch der Lehrveranstaltungen und Pr&uuml;fungen an der Hochschule erm&ouml;glicht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Hochschule hat bescheinigt, dass A ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik mit parallel laufender Ausbildung zur Fachinformatikerin absolviert und eine parallele Ausbildungs- und Berufst&auml;tigkeit w&auml;hrend des gesamten Studiums notwendig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A legte im Juni 2009 ihr Abitur ab und wurde anschlie&szlig;end zum Wintersemester 2009\/2010 zum Studium an der Hochschule zugelassen, welches sie zum 1.&nbsp;September 2009 tats&auml;chlich aufnahm. Die Ausbildung bei der Bank begann am 1.&nbsp;August 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Mai 2011 schloss A die Ausbildung zur Fachinformatikerin erfolgreich ab. Die Bank teilte der A daraufhin mit, dass sie A ab dem 8.&nbsp;Juni 2011 befristet bis zum 28.&nbsp;Februar 2013 als &#8230; in die Dienste der Bank &uuml;bernehme. Die regelm&auml;&szlig;ige w&ouml;chentliche Arbeitszeit betrage 39&nbsp;Stunden; mit Aufnahme des berufsbegleitenden Studiums an der Hochschule reduziere sich die pers&ouml;nliche Arbeitszeit der A aber bis zum erfolgreichen Abschluss des Studiums auf 60&nbsp;% der jeweils g&uuml;ltigen tariflichen Arbeitszeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A beendete ihr Studium an der Hochschule zu Beginn des Jahres 2013 erfolgreich und wurde von der Bank zum 1.&nbsp;Februar 2013 in ein Vollzeit-Arbeitsverh&auml;ltnis &uuml;bernommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhielt f&uuml;r A zun&auml;chst Kindergeld bis einschlie&szlig;lich Juni 2011. Im Januar 2012 beantragte er unter Hinweis auf das von der Tochter absolvierte Studium die Weitergew&auml;hrung von Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesem Antrag entsprach die Rechtsvorg&auml;ngerin der Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) nur f&uuml;r die Monate Juli bis Dezember 2011. F&uuml;r die Zeit ab Januar 2012 hingegen lehnte die Familienkasse durch Bescheid vom 14.&nbsp;Februar 2012 den Antrag sinngem&auml;&szlig; ab, weil A die Ausbildung zur Fachinformatikerin als Erstausbildung abgeschlossen habe. Die Erwerbst&auml;tigkeit der A sei deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze 2 und 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. ab 1.&nbsp;Januar 2012 (n.F.) kindergeldsch&auml;dlich. Der Einspruch des Kl&auml;gers blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2012).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage, mit der der Kl&auml;ger geltend machte, A habe sich im Streitzeitraum (Januar bis M&auml;rz 2012) noch in ihrer Erstausbildung zum Bachelor of Science befunden, da der duale Studiengang noch nicht beendet gewesen sei, ab. Sein Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 457 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG f&uuml;hrte aus, zwar habe sich A bis zur Verleihung des Bachelor of Science zu Beginn des Jahres 2013 noch &quot;in Ausbildung&quot; befunden. Der Anspruch des Kl&auml;gers sei jedoch nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG n.F. ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A habe bereits vor dem Streitzeitraum im Jahr 2011 eine erstmalige Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;n.F. abgeschlossen; denn zu diesem Zeitpunkt habe sie gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;71 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;76 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ihre Abschlusspr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;37 BBiG zur Fachinformatikerin, einem anerkannten Ausbildungsberuf nach &sect;&nbsp;4 BBiG, erfolgreich abgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Erwerbst&auml;tigkeit der A sei auch nicht nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG unsch&auml;dlich. Denn dabei handele es sich nicht um ein geringf&uuml;giges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis und die regelm&auml;&szlig;ige w&ouml;chentliche Arbeitszeit habe mehr als 20&nbsp;Stunden betragen; es liege auch kein Ausbildungsdienstverh&auml;ltnis vor. Eine Ausbildung der A sei nicht Gegenstand ihres Vertrags mit der Bank aus dem Juni 2011. Es habe sich um ein befristetes Anstellungsverh&auml;ltnis gehandelt, in dem keine Ausbildungsinhalte und -ziele vereinbart worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG. A habe nicht bereits im Juni 2011 ihre Erstausbildung abgeschlossen. Prim&auml;rziel von A sei der Erwerb des Studienabschlusses &quot;Bachelor of Science&quot; gewesen; die Ausbildung zur Fachinformatikerin sei lediglich eine in das Studium integrierte Zusatzausbildung gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Familienkasse unter Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2012 zu verpflichten, ihm f&uuml;r die Monate Januar bis M&auml;rz 2012 Kindergeld f&uuml;r A zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tr&auml;gt vor, der Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers f&uuml;r A scheitere an &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG. Der Begriff der Erstausbildung sei weit auszulegen. Es reiche aus, dass der Abschluss dazu bef&auml;hige, aus der erlernten T&auml;tigkeit Eink&uuml;nfte zu erzielen. Hier habe A mit dem Bestehen der Abschlusspr&uuml;fung zur Fachinformatikerin eine Erstausbildung absolviert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass A bereits im Jahr 2011 eine Erstausbildung abgeschlossen hat; denn ein Kind, das ein duales Studium durchf&uuml;hrt, hat nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;52\/13 (BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152), das das FG bei seiner Urteilsfindung noch nicht ber&uuml;cksichtigen konnte, seine Erstausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG noch nicht mit der erfolgreichen Absolvierung einer studienintegrierten praktischen Ausbildung in einem Lehrberuf (hier: zur Fachinformatikerin) beendet, sondern die Erstausbildung dauert jedenfalls bis zum Abschluss eines parallel durchgef&uuml;hrten Bachelorstudiums fort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass A im Streitzeitraum Januar bis M&auml;rz 2012 als Kind des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG zu ber&uuml;cksichtigen ist, weil sie das 18.&nbsp;Lebensjahr, aber noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hatte und f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wurde. Weder die &Auml;nderung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 1.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2131, BStBl I 2011, 986) noch die erneute &#8211;r&uuml;ckwirkende&#8211; &Auml;nderung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 802, Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz &#8211;AmtshilfeRLUmsG&#8211;) haben an der Auslegung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG etwas ge&auml;ndert (vgl. BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, unter II.1. i.V.m. II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG, der r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2012 in Kraft getreten ist und den das FG seinem Urteil zugrunde gelegt hat, wird ein Kind nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums in den F&auml;llen des Satzes&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 nur ber&uuml;cksichtigt, wenn das Kind keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgeht. Nach der Rechtsprechung des III.&nbsp;Senats des BFH (Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, unter II.3.), der sich der Senat anschlie&szlig;t, gelten f&uuml;r die Auslegung dieser Vorschrift folgende Grunds&auml;tze:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG n.F. ist dahin auszulegen, dass der Begriff des Erststudiums nur einen Unterfall des Oberbegriffes der erstmaligen Berufsausbildung darstellt (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.; BRDrucks 54\/11, S.&nbsp;55&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG n.F. verwendete Berufsausbildungsbegriff ist enger auszulegen als das in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG verwendete Tatbestandsmerkmal &quot;Kind, das &#8230; f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird&quot; (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;22&nbsp;ff.; BRDrucks 54\/11, S.&nbsp;55&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Frage, ob bereits der erste (objektiv) berufsqualifizierende Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang zum Verbrauch der Erstausbildung f&uuml;hren soll oder ob bei einer mehraktigen Ausbildung auch ein nachfolgender Abschluss Teil der Erstausbildung sein kann, ist nach der systematischen Stellung, dem Zweck der Vorschrift und der Funktion des Familienleistungsausgleichs darauf abzustellen, ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;25&nbsp;ff.; Seiler in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32 Rz&nbsp;17). Auch im Rahmen der durch &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG erfolgten Abgrenzung zwischen der steuerrechtlich zu ber&uuml;cksichtigenden Unterhaltsverantwortung der Eltern f&uuml;r &quot;eine&quot; Ausbildung des Kindes und der Verantwortung des Kindes f&uuml;r die eigene Unterhaltssicherung darf bei mehraktigen Ausbildungen das von den Eltern und dem Kind bestimmte Berufsziel nicht au&szlig;er Betracht gelassen werden (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ist aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar, dass das Kind die f&uuml;r sein angestrebtes Berufsziel erforderliche Ausbildung nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss beendet hat, kann auch eine weiterf&uuml;hrende Ausbildung noch als Teil der Erstausbildung zu qualifizieren sein. Abzustellen ist dabei darauf, ob sich die einzelnen Ausbildungsabschnitte als integrative Teile einer einheitlichen Ausbildung darstellen. Insoweit kommt es vor allem darauf an, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang (z.B. dieselbe Berufssparte, derselbe fachliche Bereich) zueinander stehen und in engem zeitlichen Zusammenhang durchgef&uuml;hrt werden (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG n.F. vorgesehene Einschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG&nbsp;n.F. steht dieser Auslegung nicht entgegen (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;31&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) F&uuml;r eine Beschr&auml;nkung des Erstausbildungsbegriffes auf den ersten (objektiv) berufsqualifizierenden Abschluss spricht auch nicht, dass bei Kindern, die nach einem solchen Abschluss einer den Umfang des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;n.F. &uuml;berschreitenden Erwerbst&auml;tigkeit nachgehen, die Freistellung des Existenzminimums des Kindes im Rahmen der Besteuerung der Eink&uuml;nfte des Kindes stattfindet, so dass bei Anwendung der Verwaltungsauffassung eine effektive steuerrechtliche Freistellung des Existenzminimums des Kindes sowohl auf der Ebene der Besteuerung der Eltern als auch auf der Ebene der Besteuerung des Kindes fehlschlagen k&ouml;nnte (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Bei der Auslegung der in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz 2 EStG n.F. verwendeten Begriffe der erstmaligen beruflichen Ausbildung und des Erststudiums besteht keine Bindung an eine ggf. abweichende Auslegung dieser Begriffe im Rahmen des &sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;5 EStG (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;34; s.a. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Mai 2003 VI&nbsp;R&nbsp;33\/01, BFHE 202, 314, BStBl II 2004, 884).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung dieser Rechtsgrunds&auml;tze, die das FG in seinem Urteil noch nicht ber&uuml;cksichtigen konnte, auf den Streitfall ist das FG zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Erstausbildung der A mit der bestandenen Pr&uuml;fung zur Fachinformatikerin beendet war. Denn nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG zum Studienvertrag, zur Studienordnung, zur Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung und zum Ausbildungsvertrag bildete die Ausbildung zur Fachinformatikerin einen integrativen Bestandteil des von A angestrebten Abschlusses &quot;Bachelor of Science (Wirtschaftsinformatik)&quot; im Rahmen des Studiums an der Hochschule. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass die beiden von A angestrebten Abschl&uuml;sse in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang standen, ergibt sich bereits aus der Bescheinigung der Hochschule vom 23.&nbsp;August 2012, wonach es sich bei der Ausbildung der A um ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik mit parallel laufender Ausbildung zur Fachinformatikerin handelte. Eine parallele Ausbildungs- und Berufst&auml;tigkeit w&auml;hrend des gesamten Studiums sei notwendig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Inhalt der Bescheinigung wird durch den Studienvertrag i.V.m. der Studienordnung best&auml;tigt. Die Zulassung zum Studium erfolgte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 des Studienvertrags nur vorbehaltlich der Regelungen des &sect;&nbsp;3. Nach &sect;&nbsp;3 des Studienvertrags setzte die Aufnahme des Studiums den Abschluss eines Volontariatsvertrags mit einem Unternehmen und der Abgabe einer Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung voraus, nach der es dem Studenten u.a. erm&ouml;glicht wird, in den lehrveranstaltungs- und pr&uuml;fungsfreien Zeiten die berufspraktische Ausbildung zu durchlaufen. Nach &sect;&nbsp;4 des Studienvertrags i.V.m. der Studienordnung zielte der Studiengang auf die organisatorische Verzahnung von wissenschaftlichem Studium und beruflicher Praxis (&sect;&nbsp;2 der Studienordnung), wobei im ausbildungsintegrierten Studium ein Volontariat in Anlehnung an eine berufspraktische Ausbildungsordnung ein Praktikum ersetzte (&sect;&nbsp;6.3 der Studienordnung). Die Pr&uuml;fung zum Bachelor of Science war nur dann bestanden, wenn die Praxisnachweise nach &sect;&nbsp;6 erbracht waren (&sect;&nbsp;10.2 der Studienordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zur Erf&uuml;llung der Verpflichtungen aus dem Studienvertrag i.V.m. der Studienordnung sah die Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung der Bank vor, dass es A von der Bank erm&ouml;glicht werde, in den ersten vier Semestern des Studiums an den Lehrveranstaltungen und Pr&uuml;fungen der Hochschule teilzunehmen und in den lehrveranstaltungs- und pr&uuml;fungsfreien Zeiten die berufspraktische Ausbildung zur Fachinformatikerin zu durchlaufen. Die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen an die berufspraktische Ausbildung w&auml;hrend der ersten vier Semester ergaben sich aus der Verordnung &uuml;ber die Berufsausbildung zum IT-Fachinformatiker sowie dem mit der IHK abgestimmten Ausbildungsplan. A wurde die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, parallel zum 4. Fachsemester des Studiums die schriftliche und m&uuml;ndliche Pr&uuml;fung zur Fachinformatikerin abzulegen; im Anschluss war eine Teilzeitbesch&auml;ftigung bei der Bank vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch der &#8211;zeitlich nach dem Studienvertrag abgeschlossene&#8211; Ausbildungsvertrag der A mit der Bank zeigt die sachliche und zeitliche Verzahnung: Er definierte in Ziff.&nbsp;1 zun&auml;chst die Ziele des Studiums an der Hochschule und legte erst danach fest, dass die Bank A parallel zum Studium eine praktische Ausbildung vermittelt, deren Anforderungen sich aus der Verordnung &uuml;ber die Berufsausbildung zur Fachinformatikerin ergeben. Die praktische Ausbildung in der Bank w&auml;hrend der ersten vier Semester erfolgte im &quot;3-Tage-Modell&quot; (drei Wochentage in der Bank, drei Wochentage an der Hochschule). Die Bank verpflichtete sich, A die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen und Pr&uuml;fungen im ausbildungsintegrierten Studium an der Hochschule zu erm&ouml;glichen. A verpflichtete sich nach Ziff.&nbsp;12 des Ausbildungsvertrags (neben der eigentlichen Ausbildung) u.a. auch dazu, an allen Lehrveranstaltungen der Hochschule, die f&uuml;r ihren Studiengang vorgesehen sind, teilzunehmen, der Bank regelm&auml;&szlig;ig den Nachweis eines der Studienordnung entsprechenden Studienverlaufs zu erbringen, an den Pr&uuml;fungen der Hochschule teilzunehmen und der Bank die Ergebnisse der Pr&uuml;fungen unverz&uuml;glich mitzuteilen. Nach Ziff.&nbsp;15 des Ausbildungsvertrags stand dieser unter dem Vorbehalt einer erfolgreichen Teilnahme am Auswahlverfahren der Hochschule.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Verzahnung wird auch dadurch best&auml;tigt, dass beide Abschl&uuml;sse der A sich schwerpunktm&auml;&szlig;ig auf denselben Fachbereich, n&auml;mlich die Informatik, bezogen und damit &#8211;wenn auch auf unterschiedlichen Qualifikationsstufen&#8211; auf dasselbe Berufsfeld vorbereiteten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Das zun&auml;chst parallel betriebene Studium wurde &uuml;berdies nach Beendigung der Ausbildung zur Fachinformatikerin nahtlos fortgef&uuml;hrt und beendet. Der sich an den Ausbildungsvertrag anschlie&szlig;ende Arbeitsvertrag mit der Bank vom Juni 2011 sah bis zum erfolgreichen Abschluss des berufsbegleitenden (Haupt-)Studiums eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 60&nbsp;% sowie besondere Arbeitsbedingungen w&auml;hrend des Praxis- und Auslandssemesters der Hochschule vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Der Senat darf diese W&uuml;rdigung selbst vornehmen. Zwar ist der BFH grunds&auml;tzlich daran gehindert, die festgestellten Tatsachen selbst zu w&uuml;rdigen; eine Ausnahme gilt jedoch dann, wenn das FG alle f&uuml;r die W&uuml;rdigung erforderlichen Tatsachen festgestellt hat und diese nach den Denkgesetzen und allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen f&uuml;r eine bestimmte Schlussfolgerung sprechen, die das FG nicht gezogen hat (vgl. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;August 2007 III&nbsp;R&nbsp;89\/06, BFH\/NV 2008, 351, unter II.2.; vom 5.&nbsp;November 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;20\/11, BFHE 243, 481, BStBl II 2014, 275, Rz 16; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;145; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;57).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ist auch das FG auf Seite&nbsp;22 seines Urteils davon ausgegangen, dass das eigentliche Ausbildungsziel der A der Abschluss zum Bachelor of Science (Wirtschaftsinformatik) war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. Dem Kl&auml;ger steht Kindergeld f&uuml;r A zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da auch das Hauptstudium an der Hochschule bis zum Bachelorabschluss noch Teil der Erstausbildung der A ist, kommt es nicht darauf an, ob A im Streitzeitraum (Januar bis M&auml;rz 2012) einer sch&auml;dlichen Erwerbst&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG&nbsp;n.F. nachgegangen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;36). Insbesondere kann deshalb dahinstehen, ob die w&ouml;chentliche Arbeitszeit der A im Streitzeitraum (Januar bis M&auml;rz 2012) trotz der mit Schreiben vom 27.&nbsp;Mai 2011 von der Bank verf&uuml;gten Freistellung der A &#8211;unter Fortzahlung ihrer Verg&uuml;tung&#8211; f&uuml;r das Auslandssemester und das Auslandspraktikum (Zeit vom 8.&nbsp;Juni 2011 bis 5.&nbsp;M&auml;rz 2012) mehr als 20&nbsp;Stunden betrug, wie das FG angenommen hat und mit der Revision angegriffen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da der Klage auf der Grundlage des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG stattzugeben ist, bedarf keiner Entscheidung, ob dessen r&uuml;ckwirkende Einf&uuml;hrung zum 1.&nbsp;Januar 2012 verfassungsgem&auml;&szlig; ist (ebenso offenlassend BFH in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;15&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat entscheidet mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung durch Urteil (&sect;&nbsp;121 Satz 1, &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.6.2015, XI R 1\/14 Kindergeldanspruch bei dualer Ausbildung Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 21. November 2013&nbsp;&nbsp;8 K 807\/12, die Einspruchsentscheidung der Familienkasse &#8230; vom 16. M&auml;rz 2012 sowie der Kindergeldbescheid der Familienkasse &#8230; vom 14. Februar 2012 aufgehoben. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-1-14-kindergeldanspruch-bei-dualer-ausbildung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;1\/14 &#8211; Kindergeldanspruch bei dualer Ausbildung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64940"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64940\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}