{"id":64946,"date":"2015-09-03T17:32:04","date_gmt":"2015-09-03T15:32:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=64946"},"modified":"2015-09-03T17:32:04","modified_gmt":"2015-09-03T15:32:04","slug":"v-r-23-14-kein-gutglaubensschutz-an-das-vorliegen-der-voraussetzungen-des-vorsteuerabzugs-im-festsetzungsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-14-kein-gutglaubensschutz-an-das-vorliegen-der-voraussetzungen-des-vorsteuerabzugs-im-festsetzungsverfahren\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;23\/14 &#8211; Kein Gutglaubensschutz an das Vorliegen der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs im Festsetzungsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.7.2015, V R 23\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Gutglaubensschutz an das Vorliegen der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs im Festsetzungsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Merkmal &quot;vollst&auml;ndige Anschrift&quot; in &sect; 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG erf&uuml;llt nur die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten entfaltet.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Sind Tatbestandsmerkmale des Vorsteuerabzugs nicht erf&uuml;llt, kann dieser im Festsetzungsverfahren auch dann nicht gew&auml;hrt werden, wenn der Leistungsempf&auml;nger hinsichtlich des Vorliegens dieser Merkmale gutgl&auml;ubig war.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Kommt der Unternehmer seinen Nachweispflichten gem&auml;&szlig; &sect; 6a Abs. 3 UStG, &sect;&sect; 17a, 17c UStDV nicht nach, ist grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass die Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht erf&uuml;llt sind. Etwas anderes gilt ausnahmsweise dann, wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erf&uuml;llt sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 14. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1 K 4567\/10 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine 1995 gegr&uuml;ndete GmbH, deren alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer A ist&#8211; handelte in den Streitjahren 2007 und 2008 mit Kraftfahrzeugen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anl&auml;sslich einer Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung, die den Veranlagungszeitraum 2007 und die Voranmeldungszeitr&auml;ume Januar bis Juni 2008 umfasste, gelangte die Pr&uuml;ferin ausweislich des Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fungsberichtes vom &#8230; 2010 zu folgenden Feststellungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bisher als umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen an die Firma B in Mallorca behandelte Ums&auml;tze seien steuerpflichtig, was zu Mehrsteuern in H&ouml;he von 84.475,71&nbsp;EUR im Jahr 2007 und 605.377,24&nbsp;EUR in den Voranmeldungszeitr&auml;umen Januar bis Juni 2008 f&uuml;hre. Nach den Feststellungen der Steuerfahndung seien die betroffenen Fahrzeuge tats&auml;chlich nicht nach Spanien verbracht, sondern im Inland weiter vermarktet worden. Zudem seien Vorsteuerbetr&auml;ge aus Rechnungen der D in H&ouml;he von 86.130,67&nbsp;EUR (2007) und 311.159,33&nbsp;EUR (Januar bis Juni 2008) nicht abziehbar, weil es sich bei dieser Firma um eine &quot;Scheinfirma&quot; gehandelt habe, die unter ihrer Rechnungsanschrift keinen Sitz gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer weiteren, nunmehr die Voranmeldungszeitr&auml;ume Juli bis Dezember 2008 umfassenden Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung stellte die Pr&uuml;ferin fest, dass die Kl&auml;gerin in diesem Zeitraum Vorsteuerbetr&auml;ge aus Rechnungen der D in H&ouml;he von 397.690,83&nbsp;EUR geltend gemacht hatte, die ebenfalls nicht abziehbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das seinerseits zust&auml;ndige Finanzamt I (FA&nbsp;I) folgte in einem ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2007 vom 23.&nbsp;Februar 2010 den Feststellungen der Umsatzsteuersonderpr&uuml;fungen. Am 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 legte die Kl&auml;gerin Einspruch &quot;gegen den Umsatzsteuerbescheid vom 23.2.2010&quot; ein und beantragte die Gew&auml;hrung des Vorsteuerabzugs im Billigkeitsverfahren. Ein Einspruchsbescheid erging nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29.&nbsp;Januar 2010 reichte die Kl&auml;gerin die Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung 2008 ein, ohne die Pr&uuml;fungsfeststellungen zu ber&uuml;cksichtigen; am selben Tag erlie&szlig; das FA I f&uuml;r die Voranmeldungszeitr&auml;ume Juni und Dezember 2008 Vorauszahlungsbescheide. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin am 18.&nbsp;Februar 2010 Einspruch ein. Am 23.&nbsp;Februar 2010 stimmte das FA&nbsp;I der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung der Kl&auml;gerin f&uuml;r 2008 zu, erlie&szlig; aber am 1.&nbsp;M&auml;rz 2010 einen ge&auml;nderten Umsatzsteuerjahresbescheid 2008 unter Ber&uuml;cksichtigung der Pr&uuml;fungsfeststellungen. Diesen Bescheid behauptete die Kl&auml;gerin nicht erhalten zu haben. Am 19.&nbsp;November 2010 verwarf das FA I den Einspruch gegen die Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide Juni und Dezember 2008 als unzul&auml;ssig und wies den Einspruch gegen den Umsatzsteuerjahresbescheid 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Am 21.&nbsp;Dezember 2010 erhob die Kl&auml;gerin Klage wegen Umsatzsteuer 2007 und 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 1.&nbsp;April 2011 wurden die Finanz&auml;mter I, II und G zu zwei neuen Finanz&auml;mtern N und G zusammengelegt. Zust&auml;ndig f&uuml;r die Besteuerung der Kl&auml;gerin ist seitdem der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt N &#8211;FA&#8211;). Am 20.&nbsp;Juni 2012 erlie&szlig; das FA einen Umsatzsteuerjahresbescheid 2008 mit demselben Inhalt wie der Bescheid vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) sah die Klage sowohl f&uuml;r 2007 als auch f&uuml;r 2008 als zul&auml;ssig an, wies sie jedoch als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, der Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der D sei zu versagen, weil deren Rechnungen nicht die nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) erforderliche zutreffende vollst&auml;ndige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten h&auml;tten. Bei der in den Rechnungen angegebenen Anschrift habe es sich um einen Briefkastensitz gehandelt, dessen Angabe die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG nicht erf&uuml;lle. Unter der betreffenden Anschrift sei die D lediglich postalisch erreichbar gewesen. Dort haben sich eine Beratungsstelle eines Lohnsteuerhilfevereins und ein Buchhaltungsb&uuml;ro befunden, das die Post der D entgegengenommen und f&uuml;r sie Buchhaltungsarbeiten erledigt habe. Eigene gesch&auml;ftliche Aktivit&auml;ten der D h&auml;tten dort nicht stattgefunden. D habe ab dem 1.&nbsp;Oktober 2007 zwei B&uuml;ror&auml;ume, eine Einbauk&uuml;che, zwei Toiletten und Lagerfl&auml;che unter einer anderen Anschrift angemietet; es spreche einiges daf&uuml;r, dass sich dort auch die von der D gehandelten Fahrzeuge befunden h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es komme auch nicht darauf an, ob die Kl&auml;gerin auf die Richtigkeit der in den Rechnungen der D angegebenen Anschrift habe vertrauen d&uuml;rfen. Denn &sect;&nbsp;15 UStG sehe den Schutz des guten Glaubens an die Erf&uuml;llung der Vorsteuerabzugsvoraussetzungen nicht vor, weshalb Vertrauensschutzgesichtspunkte nicht bei der Steuerfestsetzung, sondern ggf. nur im Rahmen einer Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 der Abgabenordnung (AO) ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA sei auch zu Recht davon ausgegangen, dass es sich bei den in den Rechnungen an die B aufgef&uuml;hrten Ums&auml;tzen um steuerpflichtige Lieferungen gehandelt habe. Die Kl&auml;gerin habe die Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung nicht nachgewiesen. Die Angaben in den Verbringenserkl&auml;rungen, &quot;Das Fahrzeug wird am &#8230; von mir in das Zielland Spanien verbracht&quot;, seien insoweit nicht ausreichend, weil der Bestimmungsort nicht genannt sei und nicht ohne weiteres mit der Unternehmensanschrift der B gleichgesetzt werden k&ouml;nne. Zwar k&ouml;nne sich die erforderliche Angabe des Bestimmungsorts im Einzelfall unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde aus der Rechnungsanschrift des Abnehmers ergeben. Dies gelte jedoch im Grundsatz nur, wenn davon auszugehen sei, dass &#8211;was nicht vorliege&#8211; der Gegenstand der Lieferung auch zum Unternehmenssitz des Abnehmers versendet oder bef&ouml;rdert werde. An welchen Ort die streitgegenst&auml;ndlichen Fahrzeuge tats&auml;chlich verbracht worden seien, sei v&ouml;llig unklar. Daher stehe auch nicht objektiv zweifelsfrei fest, dass die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erf&uuml;llt seien. Die Lieferungen seien schlie&szlig;lich auch nicht nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG steuerfrei: Es fehle an einem belegm&auml;&szlig;igen Nachweis des Bestimmungsortes der streitigen Lieferungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision, mit der sie Verletzung formellen und materiellen Rechts geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gehe unzutreffend davon aus, dass der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mit Urteil Planzer Luxembourg vom 28.&nbsp;Juni 2007 C-73\/06 (EU:C:2007:397) entschieden habe, dass an eine Anschrift i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG dieselben Anforderungen wie an einen &quot;Sitz&quot; im Sinne der Achten Richtlinie 79\/1072\/EWG des Rates vom 6.&nbsp;Dezember 1979 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern zu stellen seien. Eine Anschrift erfordere nur die postalische Erreichbarkeit an der angegebenen Adresse. Die Angabe der Anschrift i.S. des Art.&nbsp;226 Nr.&nbsp;5 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) diene der Identifikation des Rechnungsausstellers. Es sei f&uuml;r einen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer unzumutbar, wenn er zu pr&uuml;fen habe, inwieweit an der Anschrift &uuml;ber die postalische Erreichbarkeit hinaus Aktivit&auml;ten des leistenden Unternehmers stattf&auml;nden. D habe existiert, sei leistender Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;2 UStG und unter der angegebenen Anschrift auch postalisch erreichbar gewesen. Zudem seien dort die Buchhaltungsarbeiten der D vorgenommen und ihre Steuererkl&auml;rungen gefertigt worden. Die in der Rechnung angegebene Anschrift werde auch nicht deshalb unzutreffend, weil ein Unternehmer unter weiteren Adressen erreichbar sei oder betriebliche Aktivit&auml;ten entfalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unangemessene Erschwerung des Vorsteuerabzugs ber&uuml;hre den Kernbestand des von Art.&nbsp;12 des Grundgesetzes (GG) gesch&uuml;tzten Rechts auf freie Berufsaus&uuml;bung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Versagung der Steuerbefreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen sei darauf hinzuweisen, dass es auf die Angabe des Zielorts in den Verbringungsnachweisen nicht ankomme, weil sich dieser bereits aus den Ausgangsrechnungen ergebe, die Teile des Buch- und Belegnachweises seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil der Vorinstanz sei im &Uuml;brigen verfahrensfehlerhaft zustande gekommen, weil das FG den Beweisantr&auml;gen in den Schrifts&auml;tzen vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2013 und 13.&nbsp;M&auml;rz 2014, die sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung wiederholt habe, nicht nachgegangen sei. Das habe sie, die Kl&auml;gerin, zu Protokoll der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch ger&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2007 und 2008 vom 14.&nbsp;August 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2007 auf .\/.&nbsp;658.086,03&nbsp;EUR und f&uuml;r 2008 auf .\/.&nbsp;1.465.863,67&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sinngem&auml;&szlig; regt sie hilfsweise an,<br \/>dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung vorzulegen, ob &quot;&#8230; unter den Umst&auml;nden wie bei der D davon auszugehen (ist), dass sie an ihrem Firmensitz &#8230; auch ihre Anschrift im Sinne der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (Richtlinie 2006\/112\/EG) hatte&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA bezieht sich im Wesentlichen auf die Gr&uuml;nde des FG-Urteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;14 UStG lagen hinsichtlich der aus den Rechnungen der D geltend gemachten Vorsteuerbetr&auml;ge nicht vor. Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes k&ouml;nnen im Festsetzungsverfahren nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Fehlen die f&uuml;r den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG erforderlichen Rechnungsangaben oder sind sie &#8211;wie hier&#8211; unzutreffend, besteht f&uuml;r den Leistungsempf&auml;nger kein Anspruch auf Vorsteuerabzug (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.&nbsp;September 2010 V&nbsp;R&nbsp;55\/09, BFHE&nbsp;231, 332, BStBl II&nbsp;2011, 235, unter II.3.; vom 17.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;62\/07, BFHE 223, 535, BStBl II 2009, 432).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG setzt die Aus&uuml;bung des Vorsteuerabzugs voraus, dass der Unternehmer eine nach &sect;&sect;&nbsp;14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt. Eine solche Rechnung muss gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 UStG die vollst&auml;ndige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage dieser Vorschrift ist Art.&nbsp;178 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL. Danach muss der Steuerpflichtige, um das Recht auf Vorsteuerabzug aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen, eine gem&auml;&szlig; Titel&nbsp;XI Kap.&nbsp;3 Abschn.&nbsp;3 bis 6 (Art.&nbsp;219a bis Art.&nbsp;240 MwStSystRL) ausgestellte Rechnung besitzen. Eine derartige Rechnung muss gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;226 Nr.&nbsp;5 MwStSystRL ebenfalls die vollst&auml;ndige Anschrift des Steuerpflichtigen enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Merkmal &quot;vollst&auml;ndige Anschrift&quot; in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 UStG erf&uuml;llt nur die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten entfaltet. Denn sowohl Sinn und Zweck der Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 UStG als auch das Prinzip des Sofortabzugs der Vorsteuer gebieten es, dass der Finanzverwaltung anhand der Rechnung eine eindeutige und leichte Nachpr&uuml;fbarkeit des Tatbestandsmerkmals der Leistung eines anderen Unternehmers erm&ouml;glicht wird. Deshalb ist der Abzug der in der Rechnung einer GmbH ausgewiesenen Umsatzsteuer nur m&ouml;glich, wenn der in der Rechnung angegebene Sitz der GmbH bei Ausf&uuml;hrung der Leistung und bei Rechnungstellung tats&auml;chlich bestanden hat. Der den Vorsteuerabzug begehrende Leistungsempf&auml;nger tr&auml;gt hierf&uuml;r die Feststellungslast, denn es besteht eine Obliegenheit des Leistungsempf&auml;ngers, sich &uuml;ber die Richtigkeit der Angaben in der Rechnung zu vergewissern (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, unter II.1.b; vom 6.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;61\/05, BFHE 221, 55, BStBl II 2008, 695, unter II.3.b; vom 19.&nbsp;April 2007 V&nbsp;R&nbsp;48\/04, BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315, unter II.C.1.a und II.C.3.b; vom 27.&nbsp;Juni 1996 V&nbsp;R&nbsp;51\/93, BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620, unter II.1.). Die Angabe einer Anschrift, an der im Zeitpunkt der Rechnungstellung keinerlei gesch&auml;ftliche Aktivit&auml;ten stattfinden, reicht als zutreffende Anschrift nicht aus (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Juli 2009 XI&nbsp;R&nbsp;51\/07, BFH\/NV 2010, 256, unter II.1.c; in BFHE 181, 197, BStBl II 1996, 620, Orientierungssatz&nbsp;3 und unter II.1.; anderer Ansicht f&uuml;r die Verwendung eines Postfaches durch den Leistungsempf&auml;nger Abschn.&nbsp;14.5 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses). Soweit der Senat im Urteil in BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315 ge&auml;u&szlig;ert hat, ein &quot;Briefkastensitz&quot; mit nur postalischer Erreichbarkeit k&ouml;nne ausreichen, h&auml;lt er hieran nicht mehr fest. Eine von der Kl&auml;gerin hervorgehobene Pr&uuml;fung anhand von Art.&nbsp;12 GG kommt nicht in Betracht; denn die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) hat keinen Spielraum in der Umsetzung der Richtlinie. Deshalb gelten keine verfassungsrechtlichen Ma&szlig;st&auml;be (vgl. den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 19.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1916\/09, Le&nbsp;Corbusier, Designerm&ouml;bel Urheberrecht, BVerfGE 129, 78).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der von der Kl&auml;gerin angeregten Anrufung des EuGH bedarf es nicht, denn diese Beurteilung steht im Einklang mit dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Recht auf Vorsteuerabzug setzt neben den sonstigen Anforderungen als formelle Aus&uuml;bungsvoraussetzung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;178 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL den Besitz einer Rechnung voraus, die alle gem&auml;&szlig; Titel&nbsp;XI Kap.&nbsp;3 Abschn.&nbsp;3 bis 6 (Art.&nbsp;219a bis Art.&nbsp;240 MwStSystRL) erforderlichen Angaben enth&auml;lt (EuGH-Urteil Mahageb&eacute;n und D&aacute;vid vom 21.&nbsp;Juni 2012 C-80\/11, C-142\/11, EU:C:2012:373, Rz&nbsp;43, 44, 52). Dazu geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;226 Nr.&nbsp;5 MwStSystRL auch der vollst&auml;ndige Name und die vollst&auml;ndige Anschrift des Steuerpflichtigen. Dabei muss die Rechnung alle in Art.&nbsp;226 MwStSystRL genannten Informationen enthalten (EuGH-Urteile Pannon G&eacute;p vom 15.&nbsp;Juli 2010 C-368\/09, EU:C:2010:441, Rz&nbsp;40&nbsp;ff.; Dankowski vom 22.&nbsp;Dezember 2010 C-438\/09, EU:C:2010:818, Rz&nbsp;29 zu der im Wesentlichen inhaltsgleichen Regelung in Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dass die Angabe eines &quot;Briefkastensitzes&quot; nicht ausreicht, folgt auch aus dem EuGH-Urteil Planzer Luxembourg (EU:C:2007:397). Der EuGH hat darin zum Sitz einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit i.S. von Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Dreizehnten Richtlinie 86\/560\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;November 1986 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Verfahren der Erstattung der Mehrwerststeuer an nicht im Gebiet der Gemeinschaft ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Richtlinie 86\/560\/EWG) entschieden, dass sich eine fiktive Ansiedlung in der Form, wie sie f&uuml;r eine &quot;Briefkastenfirma&quot; oder f&uuml;r eine &quot;Strohfirma&quot; charakteristisch ist, nicht als derartiger Sitz ansehen l&auml;sst (EuGH-Urteil Planzer Luxembourg, EU:C:2007:397, Rz&nbsp;62). Das mag sich nicht unmittelbar auf den Begriff der &quot;vollst&auml;ndigen Anschrift&quot; i.S. des Art.&nbsp;226 Nr.&nbsp;5 MwStSystRL &uuml;bertragen lassen. Der EuGH hat im selben Urteil aber auch entschieden, dass die Ber&uuml;cksichtigung der wirtschaftlichen Realit&auml;t ein grundlegendes Kriterium f&uuml;r die Anwendung des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems ist (EuGH-Urteil Planzer Luxembourg, EU:C:2007:397, Rz&nbsp;43). Ein blo&szlig;er &quot;Briefkastensitz&quot; bildet aber die wirtschaftliche Realit&auml;t gerade nicht ab, sondern verschleiert sie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im &Uuml;brigen ist die Frage, die die Kl&auml;gerin dem EuGH zur Vorabentscheidung vorzulegen anregt, n&auml;mlich, ob die D an ihrem Firmensitz auch ihre Anschrift im Sinne der MwStSystRL hatte, nicht entscheidungserheblich. Denn die Rechnung wies nach den Feststellungen des FG als Anschrift gerade nicht den Firmensitz, sondern einen &quot;Briefkastensitz&quot; aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ob der Kl&auml;gerin der Vorsteuerabzug wegen ihres guten Glaubens an die Richtigkeit der Rechnungsangaben der D zu gew&auml;hren ist, ist im vorliegenden Festsetzungsverfahren nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;15 UStG sieht den Schutz des guten Glaubens an die Erf&uuml;llung der Vorsteuerabzugsvoraussetzungen im Festsetzungsverfahren nicht vor. Vertrauensschutz kann aufgrund besonderer Verh&auml;ltnisse des Einzelfalls nach nationalem Recht nicht im Rahmen der Steuerfestsetzung nach &sect;&sect;&nbsp;16, 18 UStG, sondern nur im Rahmen einer Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO gew&auml;hrt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile in BFHE 231, 332, BStBl II 2011, 235; in BFH\/NV 2010, 256; vom 12.&nbsp;August 2009 XI&nbsp;R&nbsp;48\/07, BFH\/NV 2010, 259; vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744). Hieran h&auml;lt der Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem steht das Unionsrecht nicht entgegen. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH sind mangels einer einschl&auml;gigen Unionsregelung die Verfahrensmodalit&auml;ten, die den Schutz der dem B&uuml;rger aus dem Unionsrecht erwachsenden Rechte gew&auml;hrleisten sollen, nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung eines jeden Mitgliedstaats (EuGH-Urteil Reemtsma vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 C-35\/05, EU:C:2007:167, Rz&nbsp;40, m.w.N.; vgl. auch EuGH-Urteil Schmeink &#038; Cofreth und Strobel vom 19.&nbsp;September 2000 C-454\/98, EU:C:2000:469, Rz&nbsp;65, 66, Leitsatz&nbsp;2 zur Berichtigung von zu Unrecht in Rechnung gestellter Mehrwertsteuer). Unionsrechtlichen Belangen wird im Rahmen von Vertrauensschutzgesichtspunkten beim Vorsteuerabzug dadurch Rechnung getragen, dass das dem FA in &sect;&nbsp;163 AO einger&auml;umte Ermessen auf Null reduziert ist, wenn unionsrechtliche Regelungen eine Billigkeitsma&szlig;nahme erfordern (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juli 2008 V&nbsp;R&nbsp;7\/03, BFHE 223, 372, BStBl II 2010, 1075, unter II.5.; vgl. auch BFH-Urteil vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2001 V&nbsp;R&nbsp;61\/97, BFHE 194, 517, BStBl II 2004, 373, unter II.5.). Macht der Steuerpflichtige Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes im Festsetzungsverfahren geltend, wird die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO regelm&auml;&szlig;ig mit der Steuerfestsetzung zu verbinden sein. Hieran h&auml;lt der Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die j&uuml;ngere Rechtsprechung des EuGH gibt keinen Anlass, den Vorsteuerabzug trotz des Fehlens einzelner materieller oder formeller Merkmale wegen des guten Glaubens des Leistungsempf&auml;ngers an deren Vorliegen zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die EuGH-Urteile Mahageb&eacute;n und D&aacute;vid (EU:C:2012:373), Maks Pen vom 13.&nbsp;Februar 2014 C-18\/13 (EU:C:2014:69) und Bonik vom 6.&nbsp;Dezember 2012 C-285\/11 (EU:C:2012:774) begrenzen die Verfahrensautonomie Deutschlands nicht und zwingen nicht dazu, Gutglaubensschutzgesichtspunkte im Festsetzungsverfahren zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die genannten EuGH-Urteile zielen nicht darauf ab, ein nicht vorliegendes Tatbestandsmerkmal des Vorsteuerabzugs durch den guten Glauben des Leistungsempf&auml;ngers an dessen Vorliegen zu ersetzen. Denn in den vom EuGH in den Entscheidungen Mahageb&eacute;n und D&aacute;vid, Maks Pen und Bonik beurteilten Sachverhalten stand aufgrund der Vorlageentscheidungen fest, dass die nach der MwStSystRL vorgesehenen materiellen und formellen Voraussetzungen f&uuml;r die Entstehung und die Aus&uuml;bung des Rechts auf Vorsteuerabzug erf&uuml;llt waren (EuGH-Urteile Mahageb&eacute;n und D&aacute;vid, EU:C:2012:373, Rz&nbsp;43, 44, 52; Maks Pen, EU:C:2014:69, Rz&nbsp;25, und Bonik, EU:C:2012:774, Rz&nbsp;29, 33, 40). Liegen die materiellen und formellen Voraussetzungen der Berechtigung zum Vorsteuerabzug aber vor, so gibt es f&uuml;r Vertrauensschutzgesichtspunkte keinen Anwendungsbereich. Diese k&ouml;nnen erst zum Tragen kommen, wenn eine oder mehrere Voraussetzungen des Rechts auf Vorsteuerabzug fehlen, der Steuerpflichtige aber gutgl&auml;ubig von deren Vorliegen ausging und ausgehen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat in den o.g. Entscheidungen das Recht auf Vorsteuerabzug nicht durch Vertrauensschutzgesichtspunkte erweitert, sondern &#8211;ebenso wie bereits im Urteil Kittel und Recolta Recycling vom 6.&nbsp;Juli 2006 C-439\/04, C-440\/04 (EU:C:2006:446), dem sich der Senat bereits angeschlossen hat (BFH-Urteile in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744; in BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315)&#8211; begrenzt, indem er den Vorsteuerabzug selbst dann versagt, wenn dessen Voraussetzungen zwar tats&auml;chlich vorliegen, jedoch aufgrund objektiver Umst&auml;nde feststeht, dass der Steuerpflichtige wusste oder h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass er sich mit seinem Erwerb an einem Umsatz beteiligt, der in eine vom Lieferer oder von einem anderen Wirtschaftsteilnehmer auf einer vorhergehenden oder nachfolgenden Umsatzstufe der Lieferkette begangene Steuerhinterziehung einbezogen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei den Lieferungen an B hat es sich um steuerpflichtige Lieferungen gehandelt. Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b, &sect;&nbsp;6a UStG kommt f&uuml;r die streitbefangenen Lieferungen nicht in Betracht, weil die Kl&auml;gerin die Voraussetzungen der Steuerbefreiung nicht nachgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b UStG sind die innergemeinschaftlichen Lieferungen (&sect;&nbsp;6a) steuerfrei. Eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung setzt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 UStG u.a. voraus, dass der Unternehmer oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das &uuml;brige Gemeinschaftsgebiet bef&ouml;rdert oder versendet hat. Dabei hat der Unternehmer die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 und 2 UStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;17a&nbsp;ff. der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) beleg- und buchm&auml;&szlig;ig nachzuweisen (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2013 V&nbsp;R&nbsp;28\/11, BFHE 242, 77, BStBl II 2013, 656).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unionsrechtlich beruht die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung auf Art.&nbsp;131 und 138 MwStSystRL. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;131 MwStSystRL wird auch die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung &quot;unbeschadet sonstiger Gemeinschaftsvorschriften und unter den Bedingungen angewandt, die die Mitgliedstaaten zur Gew&auml;hrleistung einer korrekten und einfachen Anwendung dieser Befreiungen und zur Verhinderung von Steuerhinterziehung, Steuerumgehung oder Missbrauch festlegen&quot;. Nach Art.&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL befreien die Mitgliedstaaten die Lieferungen von Gegenst&auml;nden, die durch den Verk&auml;ufer, den Erwerber oder f&uuml;r ihre Rechnung nach Orten au&szlig;erhalb ihres jeweiligen Gebiets, aber innerhalb der Gemeinschaft versandt oder bef&ouml;rdert werden, von der Steuer, wenn diese Lieferung an einen anderen Steuerpflichtigen oder an eine nichtsteuerpflichtige juristische Person bewirkt wird, der\/die als solche\/r in einem anderen Mitgliedstaat als dem des Beginns der Versendung oder Bef&ouml;rderung der Gegenst&auml;nde handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Unternehmer hat die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 UStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;17a&nbsp;ff. UStDV unter Ber&uuml;cksichtigung der von den Mitgliedstaaten nach dem Einleitungssatz in Art.&nbsp;131 MwStSystRL festgelegten Bedingungen nachzuweisen (vgl. EuGH-Urteile VSTR vom 27.&nbsp;September 2012 C-587\/10, EU:C:2012:592, Rz&nbsp;42&nbsp;f. und 47; Mecsek-Gabona vom 6.&nbsp;September 2012 C-273\/11, EU:C:2012:547, Rz&nbsp;36 und 38; R vom 7.&nbsp;Dezember 2010&nbsp;C-285\/09, EU:C:2010:742, Rz&nbsp;43 und 46; BFH-Urteil vom 14.&nbsp;November 2012 XI&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFH\/NV 2013, 596).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Unternehmer soll gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 UStDV in den F&auml;llen, in denen er oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das &uuml;brige Gemeinschaftsgebiet bef&ouml;rdert, den Nachweis f&uuml;hren:<br \/>&quot;&#8230;<br \/>1. durch das Doppel der Rechnung (&sect;&sect;&nbsp;14, 14a des Gesetzes),<br \/>2. durch einen handels&uuml;blichen Beleg, aus dem sich der Bestimmungsort ergibt, insbesondere Lieferschein,<br \/>3. durch eine Empfangsbest&auml;tigung des Abnehmers oder seines Beauftragten sowie<br \/>4. in den F&auml;llen der Bef&ouml;rderung des Gegenstands durch den Abnehmer durch eine Versicherung des Abnehmers oder seines Beauftragten, den Gegenstand der Lieferung in das &uuml;brige Gemeinschaftsgebiet zu bef&ouml;rdern.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin den Belegnachweis nicht erbracht. Zwar kann sich die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;17c Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;9 UStDV erforderliche Angabe des Bestimmungsorts unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde im Einzelfall aus der Rechnungsanschrift des Abnehmers ergeben (vgl. dazu BFH-Urteile vom 14.&nbsp;November 2012 XI&nbsp;R&nbsp;17\/12, BFHE 239, 516, BStBl II 2013, 407; vom 7.&nbsp;Dezember 2006 V&nbsp;R&nbsp;52\/03, BFHE 216, 367, BStBl II 2007, 420). Das gilt jedoch im Grundsatz nur, wenn davon auszugehen ist, dass der Gegenstand der Lieferung auch zum Unternehmenssitz des Abnehmers versendet oder bef&ouml;rdert wird (vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Februar 2011 V&nbsp;R&nbsp;28\/10, BFHE 233, 331; in BFHE 239, 516, BStBl II 2013, 407). Das ist hier nicht der Fall. Denn nach den, den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) ist der Verbleib der streitgegenst&auml;ndlichen Fahrzeuge &quot;v&ouml;llig unklar&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die betreffenden Lieferungen sind auch nicht nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG steuerfrei. Die Frage des Gutglaubensschutzes stellt sich erst dann, wenn der Unternehmer seinen Nachweispflichten nachgekommen ist. Ma&szlig;geblich ist hierf&uuml;r die formelle Vollst&auml;ndigkeit, nicht aber die inhaltliche Richtigkeit der Beleg- und Buchangaben, da &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG das Vertrauen auf unrichtige Abnehmerangaben sch&uuml;tzt (vgl. dazu BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Februar 2012 XI&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFH\/NV 2012, 1188, m.w.N.). Im Streitfall fehlt es aber an einem belegm&auml;&szlig;igen Nachweis des Bestimmungsorts, weil dieser nicht ohne weiteres mit der Unternehmensanschrift des B gleichgesetzt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Kommt der Unternehmer &#8211;wie hier&#8211; seinen Nachweispflichten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 UStG, &sect;&sect;&nbsp;17a, 17c UStDV nicht nach, ist grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass die Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht erf&uuml;llt sind. Etwas anderes gilt ausnahmsweise dann, wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erf&uuml;llt sind (z.B. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Mai 2014 V&nbsp;R&nbsp;34\/13, BFHE 246, 232, BStBl II 2014, 914; in BFHE 239, 516, BStBl II 2013, 407, jeweils m.w.N.). Das ist vorliegend schon deshalb nicht der Fall, weil &#8211;wie bereits dargelegt&#8211; der Verbleib der streitgegenst&auml;ndlichen Fahrzeuge &quot;v&ouml;llig unklar&quot; ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision f&uuml;hrt auch weder aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zum Erfolg noch greifen die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Macht der Steuerpflichtige bereits im Festsetzungsverfahren Vertrauensschutzgesichtspunkte geltend und begehrt den Vorsteuerabzug auch im Rahmen einer Billigkeitsma&szlig;nahme nach &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO (vgl. hierzu unter II.2.a), so ist die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme zwar regelm&auml;&szlig;ig mit der Steuerfestsetzung zu verbinden (BFH-Urteil in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, 3.&nbsp;Leitsatz und Rz&nbsp;48). Das FA konnte vorliegend beide Verfahren schon deshalb nicht verbinden, weil die Kl&auml;gerin den Billigkeitsantrag erst in der Einspruchsbegr&uuml;ndung vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2010 &#8211;und damit nach Bekanntgabe der Steuerfestsetzung&#8211; gestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat auch nicht &#8211;wie von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gt&#8211; seine ihm nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO obliegende Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt. Ein derartiger Verfahrensfehler liegt zwar vor, wenn das FG einen ordnungsgem&auml;&szlig; gestellten Beweisantrag &uuml;bergeht, sofern nicht das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, das Beweismittel unerreichbar bzw. unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist oder die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Juli 2014 V&nbsp;B&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2014, 1763; vom 5.&nbsp;November 2013 VI&nbsp;B&nbsp;86\/13, BFH\/NV 2014, 360; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2013 III&nbsp;B&nbsp;143\/12, BFH\/NV 2013, 963).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen war das FG nicht gehalten, die von der Kl&auml;gerin benannten Zeugen zu vernehmen. Das FG hat sich unter Ber&uuml;cksichtigung der Schrifts&auml;tze der Kl&auml;gervertreter vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2013 und 13.&nbsp;M&auml;rz 2014, mit dem die Zeugen unter Angabe des Beweisthemas benannt worden sind, sowie aufgrund des Vortrags der Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausf&uuml;hrlich mit den von den Zeugen zu bekundenden Tatsachen auseinandergesetzt, diese im Rahmen des Gesamtvortrags der Kl&auml;gerin gew&uuml;rdigt und den Schluss gezogen, es k&ouml;nne sowohl als wahr unterstellt werden, dass der Steuerfahnder in den R&auml;umlichkeiten &#8230;&nbsp;Stra&szlig;e die D betreffenden Unterlagen beschlagnahmt habe, als auch, dass dort Post f&uuml;r die D angekommen sei und die Zeugin S der Steuerfahndung einen Ordner mit Rechnungen der D &uuml;bergeben habe. Hinsichtlich der weiteren Beweisantr&auml;ge ist das FG rechtsfehlerfrei zu der Ansicht gelangt, dass die jeweiligen Beweisthemen nicht entscheidungserheblich waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.7.2015, V R 23\/14 Kein Gutglaubensschutz an das Vorliegen der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs im Festsetzungsverfahren Leits&auml;tze 1. Das Merkmal &quot;vollst&auml;ndige Anschrift&quot; in &sect; 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG erf&uuml;llt nur die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten entfaltet. 2. Sind Tatbestandsmerkmale des Vorsteuerabzugs nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-23-14-kein-gutglaubensschutz-an-das-vorliegen-der-voraussetzungen-des-vorsteuerabzugs-im-festsetzungsverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;23\/14 &#8211; Kein Gutglaubensschutz an das Vorliegen der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs im Festsetzungsverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-64946","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64946\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}