{"id":6505,"date":"2012-11-30T21:30:45","date_gmt":"2012-11-30T19:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6505"},"modified":"2012-11-30T21:30:45","modified_gmt":"2012-11-30T19:30:45","slug":"iii-r-85-11-verletzung-von-zustaendigkeitsregeln-in-zusammenhang-mit-einer-ermessensentscheidung-rechtsfolgen-bei-uebertragung-der-zustaendigkeit-nach-par-17-abs-2-satz-3-fvg-nicht-revisibles-landesre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-85-11-verletzung-von-zustaendigkeitsregeln-in-zusammenhang-mit-einer-ermessensentscheidung-rechtsfolgen-bei-uebertragung-der-zustaendigkeit-nach-par-17-abs-2-satz-3-fvg-nicht-revisibles-landesre\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;85\/11 &#8211; Verletzung von Zust&auml;ndigkeitsregeln in Zusammenhang mit einer Ermessensentscheidung &#8211; Rechtsfolgen bei &Uuml;bertragung der Zust&auml;ndigkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 3 FVG &#8211; Nicht revisibles Landesrecht &#8211; Formelle Beschwer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 85\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung von Zust&auml;ndigkeitsregeln in Zusammenhang mit einer Ermessensentscheidung &#8211; Rechtsfolgen bei &Uuml;bertragung der Zust&auml;ndigkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 3 FVG &#8211; Nicht revisibles Landesrecht &#8211; Formelle Beschwer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) lebt mittlerweile in Frankreich und ist in Deutschland seit dem 1.&nbsp;Januar 2006 nur noch beschr&auml;nkt steuerpflichtig. W&auml;hrend der Zeit seiner unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht wurde der Kl&auml;ger steuerlich bei dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 25.&nbsp;April 2007 beantragte der Kl&auml;ger beim FA den Erlass von r&uuml;ckst&auml;ndigen Steuern und steuerlichen Nebenleistungen, soweit diese einen Betrag von 20.000&nbsp;EUR &uuml;berstiegen. Das FA lehnte den Erlassantrag wegen fehlender sachlicher und pers&ouml;nlicher Billigkeit ab. Der Einspruch blieb erfolglos. Im Klageverfahren machte der Kl&auml;ger u.a. geltend, mittlerweile sei das FA X &ouml;rtlich f&uuml;r ihn zust&auml;ndig, so dass der Ablehnungsbescheid und die Einspruchsentscheidung des FA bereits aus diesem Grund aufzuheben seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es u.a. aus, im Hinblick auf &sect;&nbsp;127 der Abgabenordnung (AO) mache der Kl&auml;ger ohne Erfolg geltend, dass das FA f&uuml;r die Entscheidung &ouml;rtlich nicht mehr zust&auml;ndig gewesen sei. Da die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;227 erster Halbsatz AO nicht erf&uuml;llt seien, habe keine andere Entscheidung in der Sache getroffen werden k&ouml;nnen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und das FA zu verpflichten, den Einspruch dem FA X zur Entscheidung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es tr&auml;gt vor, im Land Berlin sei das FA X f&uuml;r die Besteuerung der beschr&auml;nkt steuerpflichtigen nat&uuml;rlichen Personen zust&auml;ndig. Dies gelte allerdings nur f&uuml;r die Zeit der beschr&auml;nkten Steuerpflicht. In F&auml;llen des Wechsels von der unbeschr&auml;nkten zur beschr&auml;nkten Steuerpflicht bleibe das bisher zust&auml;ndige FA f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume, in denen ausschlie&szlig;lich eine unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht bestanden habe, weiter zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten sind mit einer Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung einverstanden (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Revision ist begr&uuml;ndet, soweit der Kl&auml;ger beantragt hat, das angefochtene FG-Urteil und die Einspruchsentscheidung aufzuheben. Sie f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat sich zu Unrecht nicht mit der Frage der &#8211;&ouml;rtlichen und sachlichen&#8211; Zust&auml;ndigkeit des FA f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den von dem Kl&auml;ger gestellten Erlassantrag auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar kann &#8211;wie auch das FG ausgef&uuml;hrt hat&#8211; die Aufhebung eines Verwaltungsakts, der nicht nach &sect;&nbsp;125 AO nichtig ist, nicht allein deshalb beansprucht werden, weil er unter Verletzung von Vorschriften &uuml;ber das Verfahren, die Form oder die &ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit zustande gekommen ist, wenn keine andere Entscheidung in der Sache h&auml;tte getroffen werden k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;127 AO). Die Vorschrift bezieht sich jedoch nur auf gebundene Verwaltungsakte. Bei Ermessensentscheidungen kann dagegen grunds&auml;tzlich nicht angenommen werden, dass keine andere Entscheidung in der Sache h&auml;tte getroffen werden k&ouml;nnen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Oktober 1998 V&nbsp;R&nbsp;77\/97, BFH\/NV 1999, 585, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um eine derartige Ermessensentscheidung handelt es sich nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH bei der Entscheidung &uuml;ber einen Billigkeitserlass nach &sect;&nbsp;227 AO (vgl. grundlegend den Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 Gms-OGB&nbsp;3\/70, BFHE 105, 101, BStBl II 1972, 603; BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Mai 1981 VII&nbsp;R&nbsp;64\/79, BFHE 133, 262, BStBl II 1981, 608; a.A. Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;227 AO Rz&nbsp;20&nbsp;ff., der die Unbilligkeit der Einziehung als gerichtlich in vollem Umfang &uuml;berpr&uuml;fbaren unbestimmten Gesetzesbegriff qualifiziert).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Von vornherein nicht anwendbar ist &sect;&nbsp;127 AO im Falle der Verletzung der sachlichen Zust&auml;ndigkeit. Ein solcher Verfahrensfehler ist stets beachtlich (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;April 1993 X&nbsp;R&nbsp;112\/91, BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649, unter B.II.2.d, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zwischen den Beteiligten ist indes streitig, ob der durch den Wegzug des Kl&auml;gers ausgel&ouml;ste &Uuml;bergang von der unbeschr&auml;nkten zur beschr&auml;nkten Steuerpflicht zu einem &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; Wechsel der &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeit oder &#8211;worauf sich das FA beruft&#8211; zu einer neu begr&uuml;ndeten sachlichen Zust&auml;ndigkeit des FA X unter gleichzeitig fortbestehender (&ouml;rtlicher und sachlicher) Zust&auml;ndigkeit des FA f&uuml;r die noch nicht vollst&auml;ndig abgewickelten Veranlagungszeitr&auml;ume der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die sachliche Zust&auml;ndigkeit der Finanzbeh&ouml;rden richtet sich, soweit nichts anderes bestimmt ist, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 AO nach dem Gesetz &uuml;ber die Finanzverwaltung (FVG). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Grunds&auml;tzlich ist das einzelne FA in seinem nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 FVG bestimmten Bezirk f&uuml;r die Verwaltung aller durch das Bundesland verwalteten Steuern zust&auml;ndig (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;17 FVG Rz&nbsp;5). Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FVG k&ouml;nnen indes durch Rechtsverordnung einem FA Zust&auml;ndigkeiten f&uuml;r die Bezirke mehrerer F&Auml; &uuml;bertragen werden, soweit es sich um Aufgaben der Finanzverwaltung handelt und dadurch der Vollzug der Aufgaben verbessert oder erleichtert wird. Dieses FA wird damit f&uuml;r die &uuml;bertragene Aufgabe sachlich &#8211;und in seinem Bezirk zugleich &ouml;rtlich&#8211; zust&auml;ndig (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1991 IX&nbsp;R&nbsp;39\/88, BFHE 163, 514, BStBl II 1991, 439; Schmieszek in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;17 FVG Rz&nbsp;14, 17 und 30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Von dieser Erm&auml;chtigung hat die Senatsverwaltung f&uuml;r Finanzen durch die Verordnung &uuml;ber besondere Zust&auml;ndigkeitsregelungen im Bereich der Finanzverwaltung des Landes Berlin (Finanz&auml;mter-Zust&auml;ndigkeitsverordnung &#8211;F&Auml;ZustVO&#8211;) vom 3.&nbsp;Dezember 2003 in der zum 1.&nbsp;Juli 2004 ge&auml;nderten Fassung vom 2.&nbsp;Juni 2004 (Gesetz- und Verordnungsblatt f&uuml;r Berlin &#8211;GVBl&nbsp;Bln&#8211; 2003, 594, GVBl&nbsp;Bln 2004, 241) und ersetzt durch die F&Auml;ZustVO vom 13.&nbsp;September 2007 (GVBl&nbsp;Bln 2007, 322, GVBl&nbsp;Bln 2010, 259) Gebrauch gemacht. Nach &sect;&nbsp;2 F&Auml;ZustVO i.V.m. Nr.&nbsp;5 der Anlagen ist dem FA X die (sachliche) Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Besteuerung der beschr&auml;nkt steuerpflichtigen nat&uuml;rlichen Personen f&uuml;r den Bereich aller Berliner F&Auml; &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf diese &Uuml;bertragung (nur) der sachlichen Zust&auml;ndigkeit auf das FA X beruft sich das FA. Zugleich schlie&szlig;t es hieraus, dass es f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume vor dem Eintritt der beschr&auml;nkten Steuerpflicht weiterhin f&uuml;r die Besteuerung des Kl&auml;gers und damit auch f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Erlass der aus dieser Zeit herr&uuml;hrenden Steuern und steuerlichen Nebenleistungen zust&auml;ndig geblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Pr&uuml;fung, ob die Interpretation der F&Auml;ZustVO durch das FA zutreffend ist &#8211;und es demzufolge zu Recht als die &ouml;rtlich und sachlich zust&auml;ndige Beh&ouml;rde &uuml;ber den Erlassantrag des Kl&auml;gers entschieden h&auml;tte&#8211;, ist dem erkennenden Senat jedoch verwehrt. Insoweit handelt es sich um nichtrevisibles Landesrecht (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;M&auml;rz 1982 VII&nbsp;B&nbsp;148\/81, BFHE 135, 169, BStBl II 1982, 327; BFH-Urteile in BFHE 163, 514, BStBl II 1991, 439; vom 11.&nbsp;September 1991 XI&nbsp;R&nbsp;16\/90, BFHE 165, 466, BStBl II 1992, 132). Die Feststellung nichtrevisiblen Rechts ist grunds&auml;tzlich Sache des FG (BFH-Urteil in BFHE 163, 514, BStBl II 1991, 439, m.w.N.). Dieses wird im zweiten Rechtsgang deshalb die Auswirkungen des Wegzugs des Kl&auml;gers auf die &#8211;sachlichen und &ouml;rtlichen&#8211; Zust&auml;ndigkeiten der F&Auml; Y und X insbesondere anhand der F&Auml;ZustVO zu w&uuml;rdigen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger im Revisionsverfahren erstmals begehrt, das FA zu verpflichten, seinen Einspruch dem FA X zur Entscheidung vorzulegen, ist die Revision unzul&auml;ssig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 FGO), da eine Erweiterung des Klageantrags im Revisionsverfahren nicht zul&auml;ssig ist (&sect;&nbsp;123 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Klage hatte der Kl&auml;ger vor dem FG lediglich die Aufhebung der von dem FA erlassenen Verwaltungsakte begehrt. Hier&uuml;ber hat das FG entschieden. &Uuml;ber das erstmals im Revisionsverfahren durch Erweiterung des Klageantrags erhobene Begehren ist gerichtlich dagegen nicht entschieden. Es fehlt insoweit an einem Gegenstand der revisionsrechtlichen Nachpr&uuml;fung (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juli 1987 I&nbsp;R&nbsp;297\/83, BFH\/NV 1988, 673) und damit an der erforderlichen formellen Beschwer (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;56, m.w.N.). Letztere als Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzung einer Revision ist nur gegeben, soweit das FG dem Klagebegehren nicht voll entsprochen oder &uuml;ber dieses nicht befunden hat (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Juni 1976 IV&nbsp;R&nbsp;236\/71, BFHE 120, 348, BStBl II 1977, 62).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.4.2012, III R 85\/11 Verletzung von Zust&auml;ndigkeitsregeln in Zusammenhang mit einer Ermessensentscheidung &#8211; Rechtsfolgen bei &Uuml;bertragung der Zust&auml;ndigkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 3 FVG &#8211; Nicht revisibles Landesrecht &#8211; Formelle Beschwer Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) lebt mittlerweile in Frankreich und ist in Deutschland seit dem 1.&nbsp;Januar &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-85-11-verletzung-von-zustaendigkeitsregeln-in-zusammenhang-mit-einer-ermessensentscheidung-rechtsfolgen-bei-uebertragung-der-zustaendigkeit-nach-par-17-abs-2-satz-3-fvg-nicht-revisibles-landesre\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;85\/11 &#8211; Verletzung von Zust&auml;ndigkeitsregeln in Zusammenhang mit einer Ermessensentscheidung &#8211; Rechtsfolgen bei &Uuml;bertragung der Zust&auml;ndigkeit nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 3 FVG &#8211; Nicht revisibles Landesrecht &#8211; Formelle Beschwer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6505"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6505\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}