{"id":6506,"date":"2012-11-30T21:30:42","date_gmt":"2012-11-30T19:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6506"},"modified":"2012-11-30T21:30:42","modified_gmt":"2012-11-30T19:30:42","slug":"vii-r-31-09-nachtraegliche-ueberpruefung-von-ursprungsnachweisen-im-ausfuhrland-und-nacherhebung-der-einfuhrabgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-31-09-nachtraegliche-ueberpruefung-von-ursprungsnachweisen-im-ausfuhrland-und-nacherhebung-der-einfuhrabgaben\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;31\/09 &#8211; Nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen im Ausfuhrland und Nacherhebung der Einfuhrabgaben"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2012, VII R 31\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen im Ausfuhrland und Nacherhebung der Einfuhrabgaben<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) geh&ouml;rt zu einer Firmengruppe mit Hauptsitz in Hongkong, die auf Jamaika Unternehmen gegr&uuml;ndet hat, in denen aus Vormaterialien mit Ursprung in der Volksrepublik China (China) Textilien hergestellt und in die Europ&auml;ische Union ausgef&uuml;hrt werden. Von der zu diesen Unternehmen geh&ouml;renden Fa. X bezog die Kl&auml;gerin im Jahr 2002 mehrere Sendungen Textilien, welche sie unter Angabe des Ursprungslands Jamaika und Vorlage entsprechender Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 zum Zollsatz &quot;frei&quot; gem&auml;&szlig; dem Partnerschaftsabkommen zwischen den Mitgliedern der Staaten in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean einerseits und der Europ&auml;ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits (AKP-EG-Partnerschaftsabkommen), unterzeichnet in Cotonou am 23.&nbsp;Juni 2000 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;317\/3), in den freien Verkehr der Union &uuml;berf&uuml;hren lie&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer durch den Verdacht auf Unregelm&auml;&szlig;igkeiten veranlassten Missionsreise der Kommission (Europ&auml;isches Amt f&uuml;r Betrugsbek&auml;mpfung &#8211;OLAF&#8211;) nach Jamaika im M&auml;rz 2005 wurden alle im Zeitraum 2002 bis 2004 ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen &uuml;berpr&uuml;ft. Dabei wurde festgestellt, dass die jamaikanischen Ausf&uuml;hrer (darunter die Fa. X) gegen die Bestimmungen des AKP-EG-Partnerschaftsabkommens versto&szlig;en h&auml;tten, weil die ausgef&uuml;hrten Erzeugnisse nicht ausschlie&szlig;lich aus Garn chinesischen Ursprungs, sondern die meisten oder alle in die Union ausgef&uuml;hrten Waren entweder aus fertigen Wirk-\/ Strickteilen aus China hergestellt worden oder Reexporte von aus China stammenden fertigen Textilien gewesen seien. In Anbetracht geringer Garnlieferungen aus China h&auml;tten zwar einige der in die Union ausgef&uuml;hrten Waren aus diesen Garnen hergestellt worden sein k&ouml;nnen; die genaue Menge der so gefertigten Erzeugnisse habe aber von den Ausf&uuml;hrern nicht nachgewiesen werden k&ouml;nnen. Die jamaikanischen Ausf&uuml;hrer h&auml;tten mit ihren Antr&auml;gen auf Ausstellung der Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 falsche Erkl&auml;rungen &uuml;ber den Ursprung der in die Union exportierten Waren abgegeben, was wegen der professionellen Weise der Verschleierung des Warenursprungs f&uuml;r die jamaikanischen Beh&ouml;rden nur schwer aufzudecken gewesen sei. Die jamaikanische Zollverwaltung habe daraus geschlossen, dass die ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen zwar echt, aber hinsichtlich des bescheinigten Warenursprungs nicht korrekt und deshalb ung&uuml;ltig seien. Ihr habe aber seitens des Untersuchungsteams best&auml;tigt werden k&ouml;nnen, dass sie in gutem Glauben und mit geb&uuml;hrender Sorgfalt gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die Feststellungen der Mission und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen wurde unter dem 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 ein Protokoll verfasst, das von den Missionsteilnehmern sowie f&uuml;r die jamaikanische Regierung vom st&auml;ndigen Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel unterzeichnet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einfuhrabgabenbescheid vom 3.&nbsp;Mai 2005 erhob der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) den auf die Einfuhrsendungen entfallenden Zoll nach. Auf die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hob das Finanzgericht (FG) den Abgabenbescheid auf. Das FG urteilte, die f&uuml;r die Einfuhrsendungen vorgelegten Warenverkehrsbescheinigungen seien nicht wirksam f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden. Die getroffenen Feststellungen, die zur Nacherhebung gef&uuml;hrt h&auml;tten, beruhten nicht, wie es das zum AKP-EG-Partnerschaftsabkommen geh&ouml;rende Protokoll Nr.&nbsp;1 (Protokoll Nr.&nbsp;1) &uuml;ber die Bestimmung des Begriffs &quot;Erzeugnisse mit Ursprung in&quot; oder &quot;Ursprungserzeugnisse&quot; und &uuml;ber die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen (ABlEG 2000 Nr.&nbsp;L&nbsp;317\/94) vorsehe, auf einem an die jamaikanische Zollverwaltung gerichteten Nachpr&uuml;fungsersuchen und auf ihren Ermittlungen, sondern auf Ermittlungen der Gemeinschaftsmission. Dementsprechend gebe es keine Mitteilung der jamaikanischen Zollbeh&ouml;rden &uuml;ber das Ergebnis der &Uuml;berpr&uuml;fung der Ursprungsnachweise. Im &Uuml;brigen handele es sich nur um Schlussfolgerungen aufgrund bestimmter Informationen, nicht aber um eindeutige Feststellungen, ob die ausgef&uuml;hrten Textilien als jamaikanische Ursprungserzeugnisse angesehen werden k&ouml;nnten. Die Ermittlungsergebnisse lie&szlig;en einen zuverl&auml;ssigen Schluss, dass die Einfuhrwaren der Kl&auml;gerin nicht jamaikanischen Ursprungs gewesen seien, nicht zu. Es sei zumindest m&ouml;glich, dass diese Waren in Jamaika aus chinesischem Garn hergestellt worden seien. Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich jedenfalls auf Vertrauensschutz berufen, da sich den Ermittlungsergebnissen der Mission nicht entnehmen lasse, dass die unzutreffenden Warenverkehrsbescheinigungen auf falschen Angaben seitens der Ausf&uuml;hrer beruhten. Es sei daher von einem f&uuml;r die Kl&auml;gerin nicht erkennbaren Irrtum der Zollbeh&ouml;rden auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision hat das HZA geltend gemacht, bereits der Umstand, dass sich im Rahmen der Untersuchungen der Missionsreise der jamaikanische Warenursprung nicht habe best&auml;tigen lassen, f&uuml;hre zur Ung&uuml;ltigkeit der ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen. Vertrauensschutz sei nicht zu gew&auml;hren. In Anbetracht der wirtschaftlichen und personellen Verflechtung des Ausf&uuml;hrers, der Fa. X, mit der Kl&auml;gerin m&uuml;sse davon ausgegangen werden, dass diese von dem fehlenden Pr&auml;ferenzursprung der von ihr eingef&uuml;hrten Textilien gewusst habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA hat beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat das Verfahren mit Beschluss vom 29.&nbsp;Juni 2010 (BFH\/NV 2010, 2145), auf den verwiesen wird, ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens die im Streitfall ma&szlig;gebenden, die nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Pr&auml;ferenznachweisen sowie den Vertrauensschutz betreffenden Fragen vorgelegt, die der EuGH mit Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2011 C-409\/10 (Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2012, 79) wie folgt beantwortet hat: <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Art.&nbsp;32 des Protokolls Nr.&nbsp;1 in Anhang&nbsp;V des am 23.&nbsp;Juni 2000 in Cotonou unterzeichneten Partnerschaftsabkommens zwischen den Mitgliedern der Gruppe der Staaten in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean einerseits und der Europ&auml;ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits, im Namen der Union genehmigt mit Beschluss 2003\/159\/EG des Rates vom 19.&nbsp;Dezember 2002, ist dahin auszulegen, dass die Ergebnisse einer nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung, die sich auf die Richtigkeit des in von einem AKP-Staat ausgestellten EUR.1-Bescheinigungen angegebenen Warenursprungs bezieht und die im Wesentlichen in einer von der Kommission, genauer vom OLAF, in diesem Staat und auf dessen Einladung durchgef&uuml;hrten Untersuchung besteht, die Beh&ouml;rden des Mitgliedstaats binden, in den die Waren eingef&uuml;hrt wurden, sofern diese Beh&ouml;rden ein Dokument erhalten haben, in dem unmissverst&auml;ndlich anerkannt wird, dass der betreffende AKP-Staat sich diese Ergebnisse zu eigen macht, was zu beurteilen Sache des vorlegenden Gerichts ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2913\/92 des Rates vom 12.&nbsp;Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften in der durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;2700\/2000 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 16.&nbsp;November 2000 ge&auml;nderten Fassung ist dahin auszulegen, dass sich der Einf&uuml;hrer in dem Fall, dass die zur Einfuhr von Waren in die Union ausgestellten EUR.1-Bescheinigungen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt wurden, weil es bei ihrer Ausstellung zu Unregelm&auml;&szlig;igkeiten gekommen ist und der in ihnen angegebene Pr&auml;ferenzursprung bei einer nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung nicht best&auml;tigt werden konnte, der Nacherhebung von Einfuhrabgaben nicht damit widersetzen kann, dass nicht auszuschlie&szlig;en sei, dass einige dieser Waren in Wirklichkeit den genannten Pr&auml;ferenzursprung h&auml;tten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat daraufhin das ausgesetzte Revisionsverfahren wieder aufgenommen. Die Beteiligten hatten Gelegenheit, sich zu der Vorabentscheidung des EuGH zu &auml;u&szlig;ern. Sie halten an ihren bisherigen Antr&auml;gen fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA sieht seinen Standpunkt durch das EuGH-Urteil best&auml;tigt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin meint unter Berufung auf von ihr eingeholte und vorgelegte Rechtsgutachten einer jamaikanischen Rechtsanw&auml;ltin, der Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel sei nicht befugt gewesen, das Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 f&uuml;r die jamaikanische Regierung zu unterzeichnen und die ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen f&uuml;r ung&uuml;ltig zu erkl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der angefochtene Einfuhrabgabenbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen des Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;1 des Zollkodex (ZK), dem zufolge gesetzlich geschuldete, jedoch nicht buchm&auml;&szlig;ig erfasste Einfuhrabgaben nachzuerheben sind, liegen im Streitfall vor, weil die bei der Einfuhrabfertigung seinerzeit vorgelegten, den jamaikanischen Warenursprung best&auml;tigenden Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 von den jamaikanischen Beh&ouml;rden f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden sind. Die Einfuhrwaren sind somit zu Unrecht zum Pr&auml;ferenzzollsatz &quot;frei&quot; abgefertigt worden. Die gesetzlich geschuldeten Einfuhrabgaben sind nachzuerheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom FG ge&auml;u&szlig;erten Bedenken, ob die Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 in &Uuml;bereinstimmung mit Vorschriften des Protokolls Nr.&nbsp;1 f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden seien, erweisen sich nach der Antwort des EuGH auf das Vorabentscheidungsersuchen des Senats als unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der EuGH mit dem Urteil in ZfZ 2012, 79 entschieden hat, steht es mit Art.&nbsp;32 Protokoll Nr.&nbsp;1 im Einklang, wenn der AKP-Ausfuhrstaat &#8211;wie im Streitfall&#8211; die nachtr&auml;gliche Pr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen von den Teilnehmern der zu diesem Zweck eingereisten Mission der Kommission (hier: OLAF) durchf&uuml;hren l&auml;sst. F&uuml;r die Frage, ob das Ergebnis einer solchen nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung durch die Kommission der genannten Vorschrift des Protokolls Nr.&nbsp;1 entspricht und die Beh&ouml;rden des Einfuhrstaats bindet, ist entscheidend, ob der AKP-Ausfuhrstaat in Erf&uuml;llung seiner Funktion als f&uuml;r die nachtr&auml;gliche Pr&uuml;fung verantwortliche Stelle sich das Pr&uuml;fungsergebnis zu eigen macht und es unmissverst&auml;ndlich schriftlich anerkennt (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;33, 34). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist im Streitfall geschehen. Das Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 &uuml;ber die Missionsreise des OLAF, dem zufolge die jamaikanische Zollverwaltung aufgrund der anl&auml;sslich dieser Missionsreise gewonnenen Erkenntnisse in Konsultationen mit dem Ministerium f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel, dem Trade Board Ltd. sowie der jamaikanischen Promotion Corporation zu dem Schluss gelangt ist, die bis dahin seit dem 1.&nbsp;Januar 2002 ausgestellten EUR.1 seien bez&uuml;glich des bescheinigten Warenursprungs unzutreffend und deshalb ung&uuml;ltig, ist f&uuml;r die jamaikanische Regierung vom st&auml;ndigen Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel unterzeichnet worden. Entgegen der vom FG vertretenen Ansicht, ist dabei der Umstand, dass das Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 unter dem Briefkopf des OLAF erstellt wurde, ohne Belang (vgl. EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Anders als die Kl&auml;gerin meint, bestehen auch keine begr&uuml;ndeten Zweifel, ob der Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel zur Abgabe der Erkl&auml;rung im Namen des Ausfuhrlands Jamaika befugt war. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat nicht nur in seinem Urteil in ZfZ 2012, 79 (Rz&nbsp;28), sondern auch bereits fr&uuml;her bez&uuml;glich &auml;hnlicher Pr&auml;ferenzabkommen darauf hingewiesen, dass das in den Pr&auml;ferenzabkommen vorgesehene System der Zusammenarbeit der Verwaltungen auf einer Verteilung der Aufgaben sowie auf einem gegenseitigen Vertrauen zwischen den Beh&ouml;rden der Einfuhr- und der Ausfuhrstaaten beruhe und daher die dem Ausfuhrland obliegende Beurteilung der G&uuml;ltigkeit ausgestellter Ursprungsnachweise von den Beh&ouml;rden des Einfuhrlands anzuerkennen sei (vgl. EuGH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2006 C-23 bis 25\/04 &#8211;Sfakianakis&#8211;, Slg. 2006, I-1265, Rz&nbsp;21&nbsp;ff.). Gibt daher im Fall der nachtr&auml;glichen &Uuml;berpr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen das Ausfuhrland eine Erkl&auml;rung zu deren G&uuml;ltigkeit ab, so widerspr&auml;che es diesem auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden System der Zusammenarbeit, wenn die Beh&ouml;rden des Einfuhrlands systematisch die Befugnis desjenigen pr&uuml;fen m&uuml;ssten, der diese Erkl&auml;rung im Namen des Ausfuhrlands abgegeben hat (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;37). Eine solche Pr&uuml;fungspflicht der Beh&ouml;rden des Einfuhrlands ist daher nur anzunehmen, falls an der Befugnis des Erkl&auml;renden Zweifel bestehen (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;38). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall bestand allerdings f&uuml;r das HZA kein Anlass zu pr&uuml;fen, ob der Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel erm&auml;chtigt war, sich im Namen Jamaikas die Ergebnisse der nachtr&auml;glichen &Uuml;berpr&uuml;fung der Ursprungsnachweise durch OLAF zu eigen zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG Zweifel an der Erm&auml;chtigung des Sekret&auml;rs ge&auml;u&szlig;ert hat, hat es diese nicht nachvollziehbar begr&uuml;ndet, weshalb der erkennende Senat an die zugrunde liegende tatrichterliche W&uuml;rdigung nicht gebunden ist (vgl. dazu: Senatsurteil vom 17.&nbsp;Mai 2005 VII&nbsp;R&nbsp;76\/04, BFHE 210, 70, ZfZ 2005, 341). Dass es sich &#8211;wie das FG meint&#8211; bei der Zollverwaltung &quot;typischerweise nicht um eine ausw&auml;rtige Angelegenheit, sondern um eine Angelegenheit der Finanzverwaltung handelt&quot;, besagt hinsichtlich der Befugnis des Sekret&auml;rs, Erkl&auml;rungen zu Ursprungsnachweisen abzugeben, zun&auml;chst einmal wenig. Im &Uuml;brigen l&auml;sst die Behauptung des FG unber&uuml;cksichtigt, dass die Bezeichnung des Ministeriums, dem der Sekret&auml;r angeh&ouml;rte, auch den &quot;ausw&auml;rtigen Handel&quot; erfasst. Es erscheint aber keineswegs fernliegend, den gesamten Bereich des aufgrund internationaler Abkommen geregelten Exports von Waren aus Jamaika in die Union zu Pr&auml;ferenzbedingungen als eine Angelegenheit des &quot;ausw&auml;rtigen Handels&quot; anzusehen, der in die Zust&auml;ndigkeit des entsprechenden jamaikanischen Ministeriums f&auml;llt, zumal dieses Ministerium &#8211;wie sich aus dem Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 ergibt&#8211; auch Jamaikas Einfuhrstatistiken verwaltet. Dass die Ausstellung von Ursprungsnachweisen typischerweise eine Aufgabe der Finanzverwaltung ist, l&auml;sst sich ebenfalls nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht auch nicht entgegen, dass Art.&nbsp;32 Protokoll Nr.&nbsp;1 von einer Pr&uuml;fung erteilter Ursprungsnachweise durch die &quot;Zollbeh&ouml;rden&quot; des Ausfuhrlands spricht. Damit ist nicht gemeint, dass zur nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung nur diejenige Beh&ouml;rde befugt sein soll, die in dem betreffenden Ausfuhrland als Zollbeh&ouml;rde bezeichnet wird oder der die &Uuml;berwachung des grenz&uuml;berschreitenden Warenverkehrs obliegt. Es spricht auch nichts daf&uuml;r, dass das Protokoll Nr.&nbsp;1 Beh&ouml;rdenzust&auml;ndigkeiten in den am Pr&auml;ferenzabkommen beteiligten Ein- bzw. Ausfuhrl&auml;ndern regeln wollte. Entsprechend dem Sinn und Zweck einer ordnungsgem&auml;&szlig;en nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung, ob Ursprungsnachweise gem&auml;&szlig; den Ursprungsregeln erteilt wurden, haben vielmehr diejenigen Beh&ouml;rden zweifelhafte Ursprungsnachweise zu pr&uuml;fen, die am besten in der Lage sind, die Tatsachen von denen der Ursprung des betreffenden Erzeugnisses abh&auml;ngt, unmittelbar festzustellen (EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-1265, Rz&nbsp;23). Zu diesen Beh&ouml;rden wird in erster Linie diejenige geh&ouml;ren, welche die fraglichen Ursprungsnachweise ausgestellt hat (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-1265, Rz&nbsp;22). Nach den in jedem Ausfuhrland unterschiedlichen Beh&ouml;rdenzust&auml;ndigkeiten ist diejenige Beh&ouml;rde, der die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Ausstellung von Warenverkehrsbescheinigungen obliegt, aber nicht in jedem Fall &#8211;auch nicht im Streitfall&#8211; die Zollbeh&ouml;rde dieses Landes. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Angaben im Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 sind die im Streitfall als zweifelhaft angesehenen Warenverkehrsbescheinigungen sogar unter Beteiligung von Regierungsvertretern mehrerer jamaikanischer Beh&ouml;rden bzw. Stellen, n&auml;mlich der jamaikanischen Zollabteilung, dem Trade Board Ltd. und der Jamaica Promotion Corporation (die die Ursprungsnachweise ausgestellt hatten) sowie dem Ministerium f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel gepr&uuml;ft worden, wobei das letztgenannte zudem dasjenige Ministerium war, welches die OLAF-Mission nach Jamaika eingeladen hatte. Wenn aber unter diesen Umst&auml;nden &#8211;wie es im Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 hei&szlig;t&#8211; die Schlussfolgerungen aus den Pr&uuml;fungen in Konsultationen mit s&auml;mtlichen Regierungsvertretern getroffen wurden und die beteiligten jamaikanischen Beh&ouml;rden es f&uuml;r ausreichend erachteten, dass das schriftlich festgehaltene Pr&uuml;fungsergebnis nur vom Sekret&auml;r des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel (des einladenden Ministeriums) unterzeichnet wurde, der in seiner weiteren Eigenschaft als Botschafter ohnehin zur Vertretung seines Landes gegen&uuml;ber anderen Staaten berechtigt war, gibt es keine begr&uuml;ndeten Zweifel an der Wirksamkeit der im Namen Jamaikas abgegebenen Erkl&auml;rung, denen das HZA h&auml;tte nachgehen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weitere Anhaltspunkte, welche die Befugnis des Sekret&auml;rs des Ministeriums f&uuml;r ausw&auml;rtige Angelegenheiten und ausw&auml;rtigen Handel, das Protokoll f&uuml;r Jamaika zu unterzeichnen, zweifelhaft erscheinen lassen k&ouml;nnten, hat das FG nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob sich solche Zweifel &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; aus den von ihr im Revisionsverfahren vorgelegten Gutachten einer jamaikanischen Rechtsanw&auml;ltin und ihren Ausf&uuml;hrungen zum jamaikanischen Staatsrecht ergeben, kann offenbleiben, weil es sich insoweit um im Revisionsverfahren nicht zul&auml;ssiges neues Tatsachenvorbringen handelt. Im finanzgerichtlichen Verfahren hat die Kl&auml;gerin die Zust&auml;ndigkeit und Befugnis des Sekret&auml;rs lediglich pauschal infrage gestellt, ohne insoweit Tatsachen zu benennen, welche dem HZA bzw. dem FG Anlass zu weiteren Ermittlungen gegeben h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch dem weiteren Argument des FG, die Warenverkehrsbescheinigungen seien nicht wirksam f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden, weil kein dem Protokoll Nr.&nbsp;1 entsprechendes Nachpr&uuml;fungsersuchen an die jamaikanischen Zollbeh&ouml;rden gerichtet worden sei, ist nicht zu folgen. Nach Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;2 und 3 Protokoll Nr.&nbsp;1 werden die Warenverkehrsbescheinigungen auf Ersuchen der Zollbeh&ouml;rden des Einfuhrlands von den Zollbeh&ouml;rden des Ausfuhrlands &uuml;berpr&uuml;ft. Allerdings kann ein solches Ersuchen zum einen auch von der Kommission (OLAF) ausgehen (vgl. EuGH-Urteil vom 14.&nbsp;Mai 1996 C-153\/94 und C-204\/94 &#8211;Faroe Seafood u.a.&#8211;, Slg. 1996, I-2465). Zum anderen kann das Ausfuhrland entsprechende Untersuchungen, ob die Bestimmungen des Protokolls Nr.&nbsp;1 eingehalten worden sind, auch von sich aus oder auf Ersuchen der Union durchf&uuml;hren (Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;7 Protokoll Nr.&nbsp;1). Auf diese Vorschriften hat der EuGH in seiner im Streitfall eingeholten Vorabentscheidung hingewiesen (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;29 bis 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach dem f&uuml;r Jamaika mit unterzeichneten Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 &uuml;ber die Missionsreise des OLAF sind die an der nachtr&auml;glichen Untersuchung beteiligten und konsultierten jamaikanischen Beh&ouml;rden aufgrund der anl&auml;sslich dieser Missionsreise gewonnenen Erkenntnisse zu dem Schluss gelangt, die bis dahin seit dem 1.&nbsp;Januar 2002 ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 seien bez&uuml;glich des bescheinigten Warenursprungs unzutreffend und deshalb ung&uuml;ltig. In Anbetracht des Wortlauts dieses Protokolls erweist sich die W&uuml;rdigung des FG, es handele sich &quot;eindeutig um Schlussfolgerungen der Kommission und nicht um solche der jamaikanischen Regierung&quot;, als nicht haltbar. Es besteht deshalb kein Zweifel, dass mit dem seitens der jamaikanischen Regierung unterzeichneten Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 von jamaikanischen Beh&ouml;rden f&uuml;r Wirk- und Strickwaren ausgegebene Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 eines bestimmten Zeitraums wirksam f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden sind. Hierin liegt &#8211;anders als das FG meint&#8211; die Mitteilung des Pr&uuml;fungsergebnisses i.S. des Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Protokoll Nr.&nbsp;1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der vom FG vertretenen Ansicht, das Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 entspreche auch inhaltlich nicht den Anforderungen des Art.&nbsp;32 Abs.&nbsp;5 Protokoll Nr.&nbsp;1, ist ebenfalls nicht zu folgen. Wenn das FG insoweit &#8211;wie den Urteilsgr&uuml;nden entnommen werden kann&#8211; meint, das Ergebnis der Pr&uuml;fung m&uuml;sse sich auf jede konkrete Warenverkehrsbescheinigung beziehen und feststellen, die von dieser jeweils betroffenen Waren seien nicht jamaikanischen Ursprungs gewesen, w&auml;hrend aber eine gewisse, wenn auch geringe Menge Garn chinesischen Ursprungs in Jamaika verarbeitet worden und es also zumindest m&ouml;glich sei, dass die im Streitfall von der Kl&auml;gerin eingef&uuml;hrten Waren jamaikanischen Ursprungs gewesen seien, so verkennt es, dass eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 bereits dann eine unrichtige Bescheinigung ist, wenn der in der Bescheinigung angegebene Warenursprung aufgrund einer nachtr&auml;glichen Pr&uuml;fung nicht best&auml;tigt werden kann, da in einem solchen Fall die Ware unbekannten Ursprungs ist (vgl. EuGH-Urteile vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2006 C-293\/04 &#8211;Beemsterboer&#8211;, Slg. 2006, I-2263, Rz&nbsp;34, 35, m.w.N., und in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;44, 45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da im Streitfall die nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung die Richtigkeit der in einem bestimmten Zeitraum f&uuml;r Wirk- und Strickwaren ausgestellten Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 nicht best&auml;tigen konnte, sind somit s&auml;mtliche Warenverkehrsbescheinigungen dieses Zeitraums zu Recht f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt worden (vgl. zur Nacherhebung aufgrund eines Widerrufs s&auml;mtlicher Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 eines Zeitraums: EuGH-Beschluss vom 1.&nbsp;Oktober 2009 C-552\/08&nbsp;P &#8211;Agrar-Invest-Tatschl&#8211;, Slg. 2009, I-9265). Daran vermag auch das Vorbringen der Kl&auml;gerin nichts zu &auml;ndern, die den Warenursprung betreffenden Unterlagen der Fa. X seien in Jamaika durch einen Hurrikan zerst&ouml;rt worden. Selbst wenn dies zutr&auml;fe und als ein Fall h&ouml;herer Gewalt anzusehen w&auml;re &#8211;wof&uuml;r es allerdings an entsprechenden Feststellungen des FG fehlt&#8211;, bliebe es bei dem Ergebnis eines in der Warenverkehrsbescheinigung angegebenen, jedoch aufgrund nachtr&auml;glicher Pr&uuml;fung nicht best&auml;tigten jamaikanischen Warenursprungs. Die Ursprungsregeln erlauben es nicht, den angegebenen Warenursprung als zutreffend anzusehen, falls er sich aus Gr&uuml;nden h&ouml;herer Gewalt nicht nachtr&auml;glich best&auml;tigen l&auml;sst. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beh&ouml;rden des Einfuhrlands (im Streitfall das HZA) haben dieses Ergebnis der gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;32 Protokoll Nr.&nbsp;1 im Ausfuhrland durchgef&uuml;hrten Pr&uuml;fungen der Ursprungsnachweise anzuerkennen und ihren weiteren zollrechtlichen Ma&szlig;nahmen zugrunde zu legen, was grunds&auml;tzlich die Nacherhebung der bei der Einfuhr nicht gezahlten Z&ouml;lle durch das Einfuhrland bedeutet (EuGH-Urteile vom 7.&nbsp;Dezember 1993 C-12\/92 &#8211;Huygen u.a.&#8211;, Slg. 1993, I-6381, und in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auf Vertrauensschutz kann sich die Kl&auml;gerin nicht mit Erfolg berufen. Die nachtr&auml;gliche buchm&auml;&szlig;ige Erfassung der gesetzlich geschuldeten Einfuhrabgaben hat nicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ZK zu unterbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Unterabs.&nbsp;1 dieser Vorschrift erfolgt keine nachtr&auml;gliche buchm&auml;&szlig;ige Erfassung, wenn der gesetzlich geschuldete Abgabenbetrag aufgrund eines Irrtums der Zollbeh&ouml;rden nicht buchm&auml;&szlig;ig erfasst worden ist, sofern dieser Irrtum vom Zollschuldner vern&uuml;nftigerweise nicht erkannt werden konnte und dieser gutgl&auml;ubig gehandelt und alle geltenden Vorschriften &uuml;ber die Zollanmeldung eingehalten hat. Nach Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b Unterabs.&nbsp;2 ZK, der mit den folgenden Unterabs.&nbsp;3 bis 5 durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;2700\/2000 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 16.&nbsp;November 2000 zur &Auml;nderung der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2913\/92 des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;311\/17) eingef&uuml;gt worden ist, gilt im Rahmen eines Systems der administrativen Zusammenarbeit unter Beteiligung einer drittl&auml;ndischen Beh&ouml;rde die Ausstellung einer Pr&auml;ferenzbescheinigung durch diese Beh&ouml;rde, falls sich die Bescheinigung sp&auml;ter als unrichtig erweist, als ein Irrtum, der vern&uuml;nftigerweise nicht erkannt werden konnte. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; Unterabs.&nbsp;3 dieser Vorschrift stellt allerdings die Ausstellung einer unrichtigen Bescheinigung keinen Irrtum dar, wenn die Bescheinigung auf einer unrichtigen Darstellung der Fakten seitens des Ausf&uuml;hrers beruht. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat das FG im Streitfall zu Unrecht verneint. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat auch insoweit gemeint, es k&ouml;nne nicht ausgeschlossen werden, dass die konkreten Warenverkehrsbescheinigungen des Streitfalls den Warenursprung korrekt ausgewiesen h&auml;tten und somit nicht feststehe, ob der Ausf&uuml;hrer in diesem jeweils konkreten Fall falsche Angaben gemacht habe. Dieser Ausgangspunkt ist jedoch &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; unzutreffend. Da durch die Nachpr&uuml;fung der jamaikanische Warenursprung aller Ausfuhrwaren des betreffenden Zeitraums nicht best&auml;tigt werden konnte, sind vielmehr alle in diesem Zeitraum ausgestellten Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1, also auch die die Waren des Streitfalls betreffenden Warenverkehrsbescheinigungen, als unrichtige Bescheinigungen i.S. des Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ZK anzusehen. Dementsprechend hat der EuGH auf das Vorabentscheidungsersuchen des erkennenden Senats entschieden, der Einf&uuml;hrer k&ouml;nne der Nacherhebung der Einfuhrabgaben nicht unter Berufung darauf entgehen, dass der Warenursprung unbekannt sei und daher nicht ausgeschlossen werden k&ouml;nne, dass die f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rte Warenverkehrsbescheinigung den Pr&auml;ferenzursprung zutreffend ausgewiesen habe (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;45). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem im Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 festgehaltenen und von der jamaikanischen Regierung best&auml;tigten Nachpr&uuml;fungsergebnis ist der Umstand, dass die Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 seinerzeit ausgestellt wurden, obwohl sich der dort angegebene Pr&auml;ferenzursprung &#8211;wie die sp&auml;teren Ermittlungen zeigten&#8211; in Wahrheit nicht best&auml;tigen lie&szlig;, auf unrichtige Angaben der Ausf&uuml;hrer &uuml;ber die angebliche Herstellung der Waren in Jamaika aus importiertem Garn zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Demgegen&uuml;ber kann die Kl&auml;gerin nicht unter Berufung auf das EuGH-Urteil in Slg. 2006, I-2263 geltend machen, das HZA m&uuml;sse f&uuml;r jeden einzelnen konkreten Ausfuhrfall des Streitfalls beweisen, dass der Ausf&uuml;hrer den jamaikanischen Beh&ouml;rden unrichtige Angaben zum Warenursprung gemacht habe. Denn w&auml;ren die Angaben des Ausf&uuml;hrers &uuml;ber die Herstellung der Strickwaren in Jamaika aus importiertem Garn zutreffend gewesen, w&auml;re auch die ihm erteilte Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 richtig. Die Frage der Richtigkeit der Warenverkehrsbescheinigung und die Frage der richtigen Darstellung der Fakten durch den Ausf&uuml;hrer sind somit untrennbar miteinander verkn&uuml;pft und lassen sich daher nicht unterschiedlich beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass ein Irrtum der die Warenverkehrsbescheinigungen ausstellenden jamaikanischen Beh&ouml;rden deshalb anzunehmen ist, weil der Ausf&uuml;hrer, die Fa. X, die Herstellung der Ausfuhrwaren aus aus China importierten Fertigteilen seinerzeit offenbarte, die jamaikanischen Beh&ouml;rden jedoch die Warenverkehrsbescheinigungen gleichwohl ausstellten, behauptet selbst die Kl&auml;gerin nicht. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus hat der EuGH mit seiner Antwort auf das Vorabentscheidungsersuchen des Streitfalls darauf hingewiesen, die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich hinsichtlich der Frage der Beweislast nicht mit Erfolg darauf berufen, es sei dem Ausf&uuml;hrer wegen des Hurrikans, also aufgrund h&ouml;herer Gewalt, unm&ouml;glich gewesen, seine Pflicht zur Aufbewahrung der Unterlagen (Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;1 Protokoll Nr.&nbsp;1) zu erf&uuml;llen. Dass die Erkl&auml;rungen zum Warenursprung der Fa. X gegen&uuml;ber den jamaikanischen Beh&ouml;rden falsch gewesen sein mussten, habe sich n&auml;mlich schon anhand der Frachtpapiere sowie der im Besitz der jamaikanischen Beh&ouml;rden befindlichen und der von den chinesischen Zollbeh&ouml;rden &uuml;bermittelten Unterlagen ergeben (EuGH-Urteil in ZfZ 2012, 79, Rz&nbsp;52, 53). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme, es sei offensichtlich gewesen oder die jamaikanischen Beh&ouml;rden h&auml;tten gewusst oder wissen m&uuml;ssen, dass die Ausfuhrwaren die Voraussetzungen f&uuml;r eine Pr&auml;ferenzbehandlung nicht erf&uuml;llten (Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b Unterabs.&nbsp;3 letzter Halbsatz ZK), bestehen nicht. Weder das Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 noch andere Feststellungen erlauben den Schluss, die jamaikanischen Beh&ouml;rden h&auml;tten Warenverkehrsbescheinigungen ausgestellt, obwohl sie dar&uuml;ber informiert waren, dass sich die ursprungsbegr&uuml;ndende Herstellung der Wirk- und Strickwaren aus importiertem Garn in Wahrheit nicht nachweisen lie&szlig;. Vielmehr wird in dem Protokoll vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 als Untersuchungsergebnis festgehalten, dass der durch falsche Angaben gegen&uuml;ber den Beh&ouml;rden begangene Betrug wegen der professionellen Art der Verschleierung des Warenursprungs der in die Freizone verbrachten Waren f&uuml;r die jamaikanischen Beh&ouml;rden nur schwer aufzudecken gewesen sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem stellt die Ausstellung unrichtiger Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 durch die jamaikanischen Beh&ouml;rden nach Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b Unterabs.&nbsp;3 ZK keinen die Nacherhebung der Einfuhrabgaben ausschlie&szlig;enden Irrtum dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2012, VII R 31\/09 Nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen im Ausfuhrland und Nacherhebung der Einfuhrabgaben Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) geh&ouml;rt zu einer Firmengruppe mit Hauptsitz in Hongkong, die auf Jamaika Unternehmen gegr&uuml;ndet hat, in denen aus Vormaterialien mit Ursprung in der Volksrepublik China (China) Textilien hergestellt und in die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-31-09-nachtraegliche-ueberpruefung-von-ursprungsnachweisen-im-ausfuhrland-und-nacherhebung-der-einfuhrabgaben\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;31\/09 &#8211; Nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ursprungsnachweisen im Ausfuhrland und Nacherhebung der Einfuhrabgaben<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6506\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}