{"id":65083,"date":"2015-11-06T17:04:12","date_gmt":"2015-11-06T15:04:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65083"},"modified":"2015-11-06T17:04:12","modified_gmt":"2015-11-06T15:04:12","slug":"iii-r-38-14-kindergeld-beibehaltung-des-wohnsitzes-mehrjaehriger-auslandsaufenthalt-auslandsstudium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-38-14-kindergeld-beibehaltung-des-wohnsitzes-mehrjaehriger-auslandsaufenthalt-auslandsstudium\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;38\/14 &#8211; Kindergeld &#8211; Beibehaltung des Wohnsitzes &#8211; mehrj&auml;hriger Auslandsaufenthalt &#8211; Auslandsstudium"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.6.2015, III R 38\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; Beibehaltung des Wohnsitzes &#8211; mehrj&auml;hriger Auslandsaufenthalt &#8211; Auslandsstudium<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. W&auml;hrend eines mehrj&auml;hrigen Auslandsaufenthalts zum Zwecke einer Berufsausbildung beh&auml;lt ein Kind seinen Wohnsitz in der Wohnung der Eltern im Inland im Regelfall nur dann bei, wenn es diese Wohnung zumindest &uuml;berwiegend in den ausbildungsfreien Zeiten nutzt (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 25. September 2014 III R 10\/14, BFHE 247, 239). Nicht erforderlich ist hingegen, dass das Kind den weit &uuml;berwiegenden Teil der ausbildungsfreien Zeit im Inland verbringt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Bei mehrj&auml;hrigen Auslandsaufenthalten zum Zwecke einer Berufsausbildung unterscheiden sich die Anforderungen an das Innehaben der inl&auml;ndischen Wohnung nicht danach, ob es sich um die Anfangsphase der Berufsausbildung oder eine sp&auml;tere Phase handelt.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. F&uuml;r die Frage, ob das Kind w&auml;hrend des Auslandsaufenthalts einen inl&auml;ndischen Wohnsitz beibehalten oder begr&uuml;ndet hat, k&ouml;nnen auch au&szlig;erhalb des jeweiligen kindergeldrechtlichen Streitzeitraums liegende tats&auml;chliche Umst&auml;nde ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 23. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;6 K 441\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist deutscher Staatsangeh&ouml;riger mit chinesischer Herkunft. Er ist der Vater seines im Februar 1994 geborenen Sohnes (S). S beendete seine schulische Ausbildung im Juli 2012. In der Zeit vom 10.&nbsp;September 2012 bis 15.&nbsp;Juli 2013 absolvierte er einen einj&auml;hrigen Sprachkurs in China. Nach dessen Ende entschied sich S f&uuml;r ein im September 2013 beginnendes und voraussichtlich bis Juli 2017 andauerndes Bachelorstudium in China.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Bachelorstudiums wohnte S in einem Studentenwohnheim. Dort stand ihm nur ein Platz zur Unterbringung der notwendigsten Kleidungsst&uuml;cke und Unterrichtsmaterialien zur Verf&uuml;gung. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden am Studienort nicht. Aus vom Kl&auml;ger vorgelegten Flugtickets und -buchungen ergaben sich Inlandsaufenthalte des S vom 15.&nbsp;Juli 2013 bis 30.&nbsp;August 2013 und vom 10.&nbsp;Juli 2014 bis 28.&nbsp;August 2014. Ein weiterer Flug nach Deutschland war f&uuml;r den 11.&nbsp;Januar 2015 geplant. W&auml;hrend der Inlandsaufenthalte war S in der elterlichen Wohnung in seinem Kinderzimmer untergebracht. In der Wohnung lebt auch der Bruder des S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) hob die Kindergeldfestsetzung mit Bescheid vom 22.&nbsp;Januar 2014 ab September 2013 auf und forderte das bereits ausbezahlte Kindergeld vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Der dagegen gerichtete Einspruch blieb ohne Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 233 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt und hob den Aufhebungsbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt die Familienkasse die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, das angegriffene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat sich hierzu nicht ge&auml;u&szlig;ert und keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der Sohn des Kl&auml;gers im Streitzeitraum September 2013 bis M&auml;rz 2014 seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz beibehalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r Kinder, die weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union oder in einem Staat haben, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, und die auch nicht im Haushalt eines Berechtigten i.S. des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG) leben, wird nach &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG (in der im Streitzeitraum geltenden Fassung) kein Kindergeld gew&auml;hrt. Die Grunds&auml;tze, nach denen sich beurteilt, ob ein Kind, das sich zum Zwecke einer Berufsausbildung mehrere Jahre im Ausland aufh&auml;lt, seinen Inlandswohnsitz (&sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) beibeh&auml;lt, hat der Senat in dem zum Zeitpunkt des Ergehens der angegriffenen Entscheidung noch nicht ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 25.&nbsp;September 2014 III&nbsp;R&nbsp;10\/14 (BFHE 247, 239) im Einzelnen dargelegt. Hierauf wird zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die angegriffene Entscheidung entspricht diesen Grunds&auml;tzen zwar nur zum Teil. Die vom FG festgestellten tats&auml;chlichen Umst&auml;nde reichen dennoch aus, um in ihrer Zusammenschau die Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Einklang mit der vorgenannten Senatsentscheidung (in BFHE 247, 239, Rz&nbsp;32, m.w.N.) ist das FG davon ausgegangen, dass der nur vor&uuml;bergehende, weniger als einj&auml;hrige Aufenthalt in China zum Zwecke des Besuchs eines Sprachkurses noch nicht zu einer Aufgabe des Wohnsitzes durch S gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Ergebnis zu Recht hat das FG weiter angenommen, dass der inl&auml;ndische Wohnsitz des S w&auml;hrend des Streitzeitraums auch durch das auf mehrere Jahre angelegte Bachelorstudium in China nicht aufgegeben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dabei hat das FG in seine Gesamtw&uuml;rdigung zu Recht der Dauer der ausbildungsfreien Zeiten und der Dauer und H&auml;ufigkeit der Inlandsaufenthalte ma&szlig;gebliche Bedeutung beigemessen. Hinsichtlich der Dauer der Inlandsaufenthalte ist der Senat im Leitsatz&nbsp;1 und unter den Rz&nbsp;21 und 22 der vorgenannten Entscheidung (in BFHE 247, 239) davon ausgegangen, dass das zu ber&uuml;cksichtigende Kind die ausbildungsfreien Zeiten im Regelfall zumindest &uuml;berwiegend im Inland verbringen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Familienkasse mit ihrer Forderung nach einer &quot;weit &uuml;berwiegend&quot; im Inland verbrachten ausbildungsfreien Zeit auf die Formulierung unter Rz&nbsp;30 der vorgenannten Entscheidung ankn&uuml;pfen sollte, &uuml;bersieht sie, dass es sich insoweit nur um fallbezogene Ausf&uuml;hrungen des Senats handelte, aus denen keine Versch&auml;rfung der allgemein aufgestellten Anforderungen abgeleitet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass S die ausbildungsfreien Zeiten &quot;&uuml;berwiegend&quot; in Deutschland verbracht hat, ergibt sich aus der unter I.2.b der Entscheidungsgr&uuml;nde getroffenen Feststellung des FG, wonach S &quot;die l&auml;nger dauernden Sommerferien bei seinen Eltern verbracht&quot; hat. S war daher mehr als 50&nbsp;% und damit den &uuml;berwiegenden Teil der ausbildungsfreien Zeit im Inland. Von einem &uuml;berwiegenden Aufenthalt des S im Inland w&auml;hrend der ausbildungsfreien Zeit geht im &Uuml;brigen auch die Familienkasse auf S.&nbsp;6&nbsp;f. ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unsch&auml;dlich ist insoweit, dass der Inlandsaufenthalt w&auml;hrend der Sommerferien 2014 erst au&szlig;erhalb des Streitzeitraums stattgefunden hat. F&uuml;r die Frage, ob der Wohnsitz beibehalten wird, k&ouml;nnen auch au&szlig;erhalb des kindergeldrechtlichen Streitzeitraums liegende tats&auml;chliche Umst&auml;nde ber&uuml;cksichtigt werden, da es sonst &#8211;trotz vergleichbarer Sachverhaltskonstellationen&#8211; von den verfahrensm&auml;&szlig;igen Zuf&auml;lligkeiten abhinge, ob die Beibehaltung eines Wohnsitzes zu bejahen oder zu verneinen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu keiner anderen Beurteilung f&uuml;hrt der Hinweis der Familienkasse, wonach der erkennende Senat im Urteil vom 28.&nbsp;April 2010 III&nbsp;R&nbsp;52\/09 (BFHE 229, 270, BStBl II 2010, 1013) eine Aufenthaltsdauer von j&auml;hrlich f&uuml;nf Monaten in der Wohnung der Eltern habe gen&uuml;gen lassen, um einen inl&auml;ndischen Wohnsitz beizubehalten. Dem ist zwar beizupflichten. Soweit die Familienkasse daraus jedoch den Umkehrschluss ziehen wollte, dass in jedem Fall ein Aufenthalt von mindestens f&uuml;nf Monaten zu fordern sei, hat dies der Senat im Urteil in BFHE 229, 270, BStBl II 2010, 1013 ausdr&uuml;cklich abgelehnt (s.a. Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;B&nbsp;100\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu Unrecht hat das FG in seine Abw&auml;gung zwar den Umstand einbezogen, dass f&uuml;r den unterbliebenen Inlandsaufenthalt w&auml;hrend der Wintersemesterferien 2014 finanzielle Gr&uuml;nde ma&szlig;geblich waren. Insofern hat der Senat unter Rz&nbsp;26 der vorgenannten Entscheidung (in BFHE 247, 239) ausgef&uuml;hrt, dass f&uuml;r das Innehaben einer Wohnung allein auf die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse und nicht auf die pers&ouml;nlichen oder finanziellen Beweggr&uuml;nde f&uuml;r die fehlenden Inlandsaufenthalte abzustellen ist. Entsprechend kommt es f&uuml;r die Frage der Wohnsitzbeibehaltung auch nicht auf die vom FG angef&uuml;hrten Beweggr&uuml;nde der gro&szlig;en Entfernung und der damit verbundenen langen Reisedauer an. Die insoweit zu Unrecht angestellten Erw&auml;gungen des FG sind in der Gesamtw&uuml;rdigung aber unsch&auml;dlich, weil sich bereits aus den unter II.2.b&nbsp;aa er&ouml;rterten Gr&uuml;nden ergibt, dass S die ausbildungsfreie Zeit &uuml;berwiegend im Inland verbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Letzteres gilt auch, soweit das FG davon ausgeht, dass f&uuml;r die Anfangsphase eines Studiums andere Anforderungen an die Dauer und H&auml;ufigkeit der Inlandsaufenthalte gelten k&ouml;nnten als f&uuml;r sp&auml;tere Phasen. Da die Wohnsitzdefinition des &sect;&nbsp;8 AO auch bei einem auf einen mehrj&auml;hrigen Zeitraum ausgerichteten Auslandsaufenthalt erfordert, dass das Kind die Wohnung tats&auml;chlich innehat, kann auch ein fehlendes Innehaben in der Anfangsphase eines Auslandsstudiums zum Verlust des Wohnsitzes f&uuml;hren. Hierauf kommt es jedoch im Streitfall nicht entscheidend an, da der vom FG festgestellte Inlandsaufenthalt w&auml;hrend der Sommerferien ausreicht, um dem Kriterium der Dauer und H&auml;ufigkeit der Inlandsaufenthalte w&auml;hrend der ausbildungsfreien Zeiten im Sinne einer Wohnsitzbeibehaltung zu gen&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Zu Recht hat das FG auch die Art der Unterbringung am Ausbildungsort und in der elterlichen Wohnung in seine Gesamtw&uuml;rdigung miteinbezogen (s. hierzu Senatsurteil in BFHE 247, 239, Rz&nbsp;20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Revisionsrechtlich nicht zu beanstanden ist ferner, dass das FG den pers&ouml;nlichen Beziehungen des Kindes am Wohnort der Eltern einerseits und am Ausbildungsort andererseits Bedeutung beigemessen hat (s. hierzu Senatsurteil in BFHE 247, 239, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Es konnte daher als f&uuml;r die Wohnsitzbeibehaltung sprechendes Indiz ber&uuml;cksichtigen, dass im Elternhaus weiterhin pers&ouml;nliche Beziehungen nicht nur zu den Eltern, sondern auch zum Bruder des S bestanden, w&auml;hrend am Ausbildungsort keine verwandtschaftlichen Beziehungen vorhanden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Rechtsfehlerfrei hat das FG schlie&szlig;lich die Herkunft des Kl&auml;gers und damit indirekt die Herkunft des S nicht in seine Gesamtw&uuml;rdigung einbezogen. Dies entspricht der Einordnung des Merkmals der Staatsangeh&ouml;rigkeit durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung (Senatsurteil in BFHE 247, 239, Rz&nbsp;25, m.w.N.; ablehnend gegen&uuml;ber einem Abstellen auf die Herkunft der Eltern und das Heimatland des Kindes auch Reu&szlig;, EFG 2015, 235&nbsp;f.). Anders als die &#8211;gegebenenfalls durch die Herkunft begr&uuml;ndeten&#8211; pers&ouml;nlichen Beziehungen am Ausbildungsort, vermag die Herkunft regelm&auml;&szlig;ig nichts dar&uuml;ber auszusagen, ob das Kind seinen bisherigen Inlandswohnsitz aufgegeben und anstelle dessen einen neuen Wohnsitz am Ausbildungsort begr&uuml;ndet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.6.2015, III R 38\/14 Kindergeld &#8211; Beibehaltung des Wohnsitzes &#8211; mehrj&auml;hriger Auslandsaufenthalt &#8211; Auslandsstudium Leits&auml;tze 1. W&auml;hrend eines mehrj&auml;hrigen Auslandsaufenthalts zum Zwecke einer Berufsausbildung beh&auml;lt ein Kind seinen Wohnsitz in der Wohnung der Eltern im Inland im Regelfall nur dann bei, wenn es diese Wohnung zumindest &uuml;berwiegend in den ausbildungsfreien Zeiten nutzt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-38-14-kindergeld-beibehaltung-des-wohnsitzes-mehrjaehriger-auslandsaufenthalt-auslandsstudium\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;38\/14 &#8211; Kindergeld &#8211; Beibehaltung des Wohnsitzes &#8211; mehrj&auml;hriger Auslandsaufenthalt &#8211; Auslandsstudium<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65083","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65083\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}