{"id":65086,"date":"2015-11-06T17:00:08","date_gmt":"2015-11-06T15:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65086"},"modified":"2015-11-06T17:00:08","modified_gmt":"2015-11-06T15:00:08","slug":"x-r-27-13-bildung-einer-rueckstellung-wegen-erfuellungsrueckstand-auslegung-von-willenserklaerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-27-13-bildung-einer-rueckstellung-wegen-erfuellungsrueckstand-auslegung-von-willenserklaerungen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;27\/13 &#8211; Bildung einer R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand; Auslegung von Willenserkl&auml;rungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2015, X R 27\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Bildung einer R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand; Auslegung von Willenserkl&auml;rungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 4. Juni 2013&nbsp;&nbsp;6 K 2289\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden im Streitjahr 2005 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist als selbst&auml;ndiger Versicherungskaufmann f&uuml;r die A-Versicherung t&auml;tig. Folgeprovisionen sind nur f&uuml;r Sachversicherungen, nicht jedoch f&uuml;r Lebensversicherungen vertraglich vorgesehen worden. Die Anwendung der allgemeinen Vertragsbestimmungen f&uuml;r hauptberufliche Vertreter und der allgemeinen Provisionsbestimmungen war vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ziff. 50 der allgemeinen Vertragsbestimmungen lautet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Um die bestehenden Versicherungen zu erhalten, pflegt der Vertreter im Rahmen seiner M&ouml;glichkeiten laufend Kontakt mit den Versicherungsnehmern, ber&auml;t sie aus eigener Initiative oder auf deren Wunsch. Ziel ist es dabei immer, dass der Kunde umfassend versichert ist und bleibt.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Nachbetreuung der Versicherungsvertr&auml;ge sind drei Mitarbeiter des Kl&auml;gers betraut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ermittelt seinen Gewinn nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Im Streitjahr 2005 erkl&auml;rte er einen Verlust aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 126.281&nbsp;EUR. Gewinnmindernd hatte er eine R&uuml;ckstellung in H&ouml;he von 284.609&nbsp;EUR f&uuml;r die Kosten der Betreuung von Lebens- und Sachversicherungen gebildet. Je Wirtschaftsjahr und Vertrag setzte er einen Nachbetreuungsaufwand von zwei Stunden an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die R&uuml;ckstellung nicht und legte dem Einkommensteuerbescheid einen Gewinn in H&ouml;he von 158.328&nbsp;EUR zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren ber&uuml;cksichtigte das FA eine Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung und wies den Einspruch im &Uuml;brigen zur&uuml;ck. Die dagegen erhobene Klage hatte teilweise Erfolg. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit Urteil vom 28.&nbsp;Juli 2004 XI&nbsp;R&nbsp;63\/03 (BFHE 207, 205, BStBl II 2006, 866) entschieden, ein Versicherungsvertreter, der f&uuml;r die Vermittlung von Lebensversicherungen Provisionen erhalte, mit denen auch die k&uuml;nftige Betreuung dieser Vertr&auml;ge abgegolten sei, habe eine R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands zu bilden. Das Finanzgericht (FG) sch&auml;tzte den Nachbetreuungsaufwand auf 20&nbsp;Minuten je Vertrag und Jahr. Auf die Revision der Kl&auml;ger und des FA hob der Senat das Urteil auf und verwies die Sache nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ck (Urteil vom 19.&nbsp;Juli 2011 X&nbsp;R&nbsp;8\/10, BFH\/NV 2011, 2035), da die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht die W&uuml;rdigung trugen, der Kl&auml;ger sei rechtlich zur Nachbetreuung verpflichtet. F&uuml;r den Fall, dass sich im weiteren Verfahren eine solche Rechtspflicht feststellen lasse, stellte der Senat Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die Bemessung der R&uuml;ckstellung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang haben die Kl&auml;ger vorgetragen, aus der bereits im ersten Rechtsgang vorgelegten Liste erg&auml;ben sich die vom BFH geforderten Angaben. F&uuml;r das Jahr 2011 habe der Kl&auml;ger die Liste komplett gef&uuml;hrt; es handele sich um ca. 2&nbsp;400&nbsp;Seiten. Diese k&ouml;nne auf Anforderung vorgelegt werden. Neuere Vertr&auml;ge mit der A-Versicherung w&uuml;rden ausdr&uuml;cklich eine Nachbetreuungsverpflichtung vorsehen. Der Kl&auml;ger bestehe nur deshalb nicht auf der Erg&auml;nzung seiner Vertr&auml;ge, weil die A-Versicherung dies als Neuabschluss werte mit der Folge, dass er die neuen, wesentlich ung&uuml;nstigeren Konditionen akzeptieren m&uuml;sste. Berufsunf&auml;higkeitsversicherungen seien Untergliederungen der Sparte Lebensversicherung und in der Liste erfasst. Zur geforderten Prognose der vorzeitig gek&uuml;ndigten Vertr&auml;ge hat der Kl&auml;ger angemerkt, er habe die R&uuml;ckstellung erstmalig im Jahr 2005 gebildet. In den Folgejahren habe er die R&uuml;ckstellung fortgeschrieben und eventuelle Ver&auml;nderungen stets ber&uuml;cksichtigt. Das erste Jahr sei nicht in Abzug zu bringen, da es sich um von seinem Vorg&auml;nger &uuml;bernommene Best&auml;nde handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat im finanzgerichtlichen Verfahren darauf hingewiesen, der BFH habe mit Urteil vom 19.&nbsp;Juli 2011 X&nbsp;R&nbsp;26\/10 (BFHE 234, 239, BStBl II 2012, 856) entschieden, dass sich aus Ziff.&nbsp;50 der Vertragsbestimmungen keine rechtliche Verpflichtung zur Nachbetreuung ergebe. Ferner folge aus dem Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;R&nbsp;41\/08 &#8211;richtig wohl X&nbsp;R&nbsp;41\/07&#8211; (BFH\/NV 2010, 860), dass f&uuml;r eine Obliegenheit keine R&uuml;ckstellung gebildet werden k&ouml;nne. Die im ersten Rechtsgang vorgelegten Listen &uuml;ber die Nachbetreuung der verschiedenen Vertr&auml;ge seien zudem nach Auffassung des BFH nicht ausreichend aussagekr&auml;ftig gewesen und k&ouml;nnten nicht als Sch&auml;tzungsgrundlage dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage abgewiesen. Die nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung erforderliche Rechtspflicht zur Nachbetreuung ergebe sich vorliegend weder aus dem Gesetz noch aus den vertraglichen Vereinbarungen mit der A-Versicherung. Dies habe der BFH zu den im ersten Rechtsgang vorgelegten Vertragsunterlagen bereits mit Bindungswirkung f&uuml;r den zweiten Rechtsgang festgestellt. Gegenteiliges folge weder aus den im zweiten Rechtsgang abgegebenen Erkl&auml;rungen des auf Seiten der A-Versicherung beteiligten Herrn (X) noch aus der Auskunft der A-Versicherung vom 27.&nbsp;April 2012, da sich eine konkrete Rechtspflicht nicht im Vertrag niedergeschlagen habe. Auch die mit den Kunden abgeschlossenen Versicherungsvertr&auml;ge verpflichteten den Kl&auml;ger nicht zur Nachbetreuung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verletzung materiellen Rechts. Das FG M&uuml;nster habe zwischenzeitlich im Urteil vom 13.&nbsp;Juni 2013&nbsp; 13&nbsp;K&nbsp;4827\/08&nbsp;F (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2013, 1479) die Rechtsauffassung der Kl&auml;ger best&auml;tigt, wonach eine Rechtspflicht zur Nachbetreuung gegeben sei. Zus&auml;tzlich weisen sie darauf hin, die A-Versicherung und der Kl&auml;ger seien &uuml;bereinstimmend von einer Rechtspflicht zur Nachbetreuung ausgegangen. Dies sei nach &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) f&uuml;r Gerichte und das FA bindend, da sie nicht Vertragsparteien seien. Es sei Wesen eines Handelsvertretervertrags, dass der Vertreter die Betreuung der Kunden &uuml;bernehme. Die Zentrale der A-Versicherung w&auml;re hierzu nicht in der Lage, da sie weder die Kunden noch die &ouml;rtlichen Gegebenheiten kenne. Der Kl&auml;ger w&auml;re mit Sanktionen &#8211;bis hin zur Vertragsaufl&ouml;sung&#8211; belegt worden, w&auml;re er seinen Nachbetreuungspflichten nicht nachgekommen. Das FG habe auch anerkannt, dass ein Rechtsanspruch der Kunden auf Nachbetreuung bestehe. Es habe dazu ausgef&uuml;hrt, dies k&ouml;nne wahlweise durch die A-Versicherung oder den Kl&auml;ger geschehen. Das FG habe damit festgestellt, dass der Kl&auml;ger sehr wohl zur Nachbetreuung verpflichtet sei. In der Versicherungspolice werde der betreuende Versicherungsvertreter genannt. Wegen des Kundenschutzes sei die A-Versicherung auch gehindert, die Aufgaben an einen anderen Vertreter zu delegieren. Wenn die A-Versicherung durch einen Kunden in Anspruch genommen werde und der einzig handelnde Vertreter der Kl&auml;ger sei, begr&uuml;nde dies eine Rechtspflicht des Kl&auml;gers zur Nachbetreuung. Das FG habe zudem nicht bedacht, dass man seinen Agenturvertrag nur durch einvernehmliche Aufl&ouml;sung oder K&uuml;ndigung verlieren k&ouml;nne. Eine K&uuml;ndigung sei jedoch nur dann m&ouml;glich, wenn gegen vertragliche Rechtspflichten versto&szlig;en werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2005 dahingehend abzu&auml;ndern, dass R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Nachbetreuungskosten in H&ouml;he von 284.609&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr 2005 keine R&uuml;ckstellung bilden konnte, da er sich am Bilanzstichtag in keinem Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand befand. Er war der A-Versicherung gegen&uuml;ber weder gesetzlich noch vertraglich verpflichtet, die von ihm vermittelten Lebensversicherungsvertr&auml;ge zu betreuen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) sind f&uuml;r ungewisse Verbindlichkeiten R&uuml;ckstellungen zu bilden. Zwar d&uuml;rfen Anspr&uuml;che und Verbindlichkeiten aus einem schwebenden Gesch&auml;ft in der Bilanz grunds&auml;tzlich nicht ausgewiesen werden. Ein Bilanzausweis ist u.a. aber dann geboten, wenn das Gleichgewicht der Vertragsbeziehungen durch Vorleistungen oder Erf&uuml;llungsr&uuml;ckst&auml;nde eines Vertragspartners gest&ouml;rt ist (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 23.&nbsp;Juni 1997 GrS&nbsp;2\/93, BFHE 183, 199, BStBl II 1997, 735, m.w.N.). Es entspricht gefestigter BFH-Rechtsprechung, dass eine R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands zu bilden ist, wenn ein Versicherungsvertreter die Abschlussprovision nicht nur f&uuml;r die Vermittlung der Versicherung, sondern auch f&uuml;r die weitere Betreuung des Versicherungsvertrags erh&auml;lt. Ein Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand setzt hiernach voraus, dass der Steuerpflichtige zur Betreuung der Versicherungen rechtlich verpflichtet ist. Leistungen, die ohne Rechtspflicht erbracht werden, sind f&uuml;r die Bemessung der R&uuml;ckstellung irrelevant (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Februar 2014 III&nbsp;R&nbsp;14\/11, BFHE 246, 45, BStBl II 2014, 675, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das FG im Streitfall zu Recht davon ausgegangen, dass eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand nicht gebildet werden kann. Der Kl&auml;ger war weder gesetzlich noch vertraglich zur Nachbetreuung der von ihm vermittelten Lebensversicherungsvertr&auml;ge verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine gesetzliche Verpflichtung zur Kundenbetreuung f&uuml;r einen Versicherungsvertreter nach &sect;&nbsp;86 i.V.m. &sect;&nbsp;92 HGB besteht nicht (BFH-Urteil in BFHE 246, 45, BStBl II 2014, 675). Auch aus &sect;&nbsp;34d der Gewerbeordnung ergibt sich keine derartige Verpflichtung; die Vorschrift regelt eine berufsrechtliche Erlaubnispflicht und keine nachlaufende Betreuungspflicht (Senatsurteil vom 16.&nbsp;September 2014 X&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFH\/NV 2015, 195).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Rahmen der Vertragsfreiheit k&ouml;nnen zwar vertragliche Zusatzpflichten eines Versicherungsvertreters vereinbart werden, so z.B. Pflichten zur allgemeinen Markt-, Bestands- und Kundenpflege, genauso wie einem Versicherungsvertreter verbindliche Vorgaben f&uuml;r Kundenbesuche in bestimmten Zeitabst&auml;nden gemacht werden k&ouml;nnen. Es bedarf dann einer entsprechenden inhaltlich eindeutigen Vereinbarung (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 860). Im Streitfall fehlt es nach den Feststellungen des FG jedoch an einer solchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Auslegung von Willenserkl&auml;rungen geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich zu der dem FG obliegenden Feststellung der Tatsachen. Der BFH kann als Revisionsinstanz die Auslegung des FG nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;fen, ob die gesetzlichen Auslegungsregeln (&sect;&sect;&nbsp;133, 157 BGB), die Denkgesetze und die gesetzlichen Erfahrungss&auml;tze zutreffend angewandt worden sind (vgl. z.B. Senatsurteil vom 18.&nbsp;August 2009 X&nbsp;R&nbsp;22\/07, BFH\/NV&nbsp;2010, 208). Das Revisionsgericht untersucht auch, ob das FG die f&uuml;r die Vertragsauslegung bedeutsamen Begleitumst&auml;nde erforscht hat, da nach der Rechtsprechung bei der Vertragsauslegung auch au&szlig;erhalb der Vertr&auml;ge liegende Umst&auml;nde beachtet werden m&uuml;ssen. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Interessenlage der Beteiligten (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 860).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist der wirkliche Wille des Erkl&auml;renden zu ermitteln; es ist nicht an dem buchst&auml;blichen Sinne des Ausdrucks haften zu bleiben. Empfangsbed&uuml;rftige Willenserkl&auml;rungen sind so auszulegen, wie sie der Erkl&auml;rungsempf&auml;nger nach Treu und Glauben mit R&uuml;cksicht auf die Verkehrssitte unter Ber&uuml;cksichtigung aller ihm bekannten Umst&auml;nde verstehen musste (Empf&auml;ngerhorizont). Entspricht die finanzgerichtliche Auslegung diesen Grunds&auml;tzen, ist sie f&uuml;r den erkennenden Senat bindend, auch wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich war (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 860).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies zugrunde gelegt, hat das FG im Streitfall weder gegen die Auslegungsregeln noch gegen die Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en. Die Begr&uuml;ndung des FG ist vielmehr gut nachvollziehbar und &uuml;berzeugend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das FG kam in &Uuml;bereinstimmung mit dem Senatsurteil in BFHE 234, 239, BStBl II 2012, 856 zu dem Ergebnis, die Formulierung in Ziff.&nbsp;50 der allgemeinen Vertragsbestimmungen &quot;Um die bestehenden Versicherungen zu erhalten, pflegt der Vertreter im Rahmen seiner M&ouml;glichkeiten laufend Kontakt mit den Versicherungsnehmern, ber&auml;t sie aus eigener Initiative oder auf deren Wunsch. Ziel ist es dabei immer, dass der Kunde umfassend versichert ist und bleibt&quot;, sei keine inhaltlich eindeutige Individualvereinbarung, aus der sich eine Betreuungspflicht ergebe. Sie sei zu allgemein gehalten, um daraus konkrete Verpflichtungen zu bestimmten Nachbetreuungsleistungen ableiten zu k&ouml;nnen. Nach Auffassung des erkennenden Senats in seinem Urteil in BFHE 234, 239, BStBl II 2012, 856 deutet diese Vertragsklausel sogar eher darauf hin, die laufende Kontaktaufnahme solle dem Abschluss weiterer Vertr&auml;ge dienen. Die Formulierung &quot;im Rahmen seiner M&ouml;glichkeiten&quot; spricht zudem eindeutig gegen eine rechtliche Verpflichtung des Versicherungsvertreters zur Nachbetreuung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der BFH hatte bereits im ersten Rechtsgang entschieden, die vom Kl&auml;ger im finanzgerichtlichen Verfahren eingereichte Best&auml;tigung der A-Versicherung, wonach er zur Betreuung und Erhaltung des Bestandes von Sach-, Lebens- und Rentenversicherungsvertr&auml;gen verpflichtet sei, sei zu vage, als dass hieraus die von ihm behaupteten umfangreichen Rechtspflichten gegen&uuml;ber der A-Versicherung abgeleitet werden k&ouml;nnten. Nach den &#8211;vom Kl&auml;ger nicht angegriffenen&#8211; Feststellungen des FG ergibt sich aus den Schreiben der A-Versicherung vom 26.&nbsp;November 2012 und vom 27.&nbsp;April 2012 inhaltlich nichts Neues. Die Schreiben sind nach den Feststellungen des FG lediglich ausf&uuml;hrlicher gehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dass die Nachbetreuung nach Auskunft des bei den Vertragsverhandlungen auf Seiten der A-Versicherung beteiligten X zur Sprache kam, besagt nicht, dass diese vertraglich vereinbart war. Hierf&uuml;r ist die Aussage des X viel zu vage. Die Aussage l&auml;sst offen, mit welchem Ergebnis bei den Vertragsverhandlungen &uuml;ber die Nachbetreuung der Lebensversicherungsvertr&auml;ge gesprochen wurde. Seiner Aussage l&auml;sst sich nicht entnehmen, ob der Kl&auml;ger die Nachbetreuung zugesagt hat, es eine reine Obliegenheit sein sollte, deren Erf&uuml;llung in dessen eigenem Interesse liegt und dessen berufliche Entwicklung f&ouml;rdern soll, oder ob der Kl&auml;ger jegliche Nachbetreuung abgelehnt hat. Nur bei einer verbindlichen Vereinbarung der Nachbetreuung k&ouml;nnte eine R&uuml;ckstellung gebildet werden (vgl. z.B. Senatsurteil in BFH\/NV&nbsp;2015, 195).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auch die Auffassung des FG, dass sich aus den mit Kunden geschlossenen einzelnen Versicherungsvertr&auml;gen keine rechtliche Verpflichtung zur Nachbetreuung ergibt, verst&ouml;&szlig;t weder gegen Auslegungsregeln noch gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom Kl&auml;ger vorgelegte Mustervertrag bezieht sich offensichtlich auf die neueren Vertr&auml;ge der A-Versicherung (vgl. S.&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 der Entscheidungsgr&uuml;nde des FG). Dass Vertragsanpassungen &#8211;nicht nur bei neueren Vertr&auml;gen&#8211; Betreuungsaufwand ausl&ouml;sen, steht au&szlig;er Frage und nach den Feststellungen des FG hat der Versicherungsnehmer bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen hierauf einen Rechtsanspruch. Auch wenn im Mustervertrag der Versicherungsvertreter neben der A-Versicherung als Ansprechpartner genannt ist, ist die Annahme des FG, um eine Rechtspflicht auf Nachbetreuung gegen&uuml;ber dem Versicherungsnehmer zu begr&uuml;nden, reiche die Erw&auml;hnung des Versicherungsvertreters nicht aus, f&uuml;r den Senat gut nachvollziehbar. Ein vertraglicher Anspruch kann sich stets nur gegen den Vertragspartner wenden; Vertragspartner des Versicherungsnehmers ist aber ausschlie&szlig;lich die A-Versicherung. Zutreffend ging das FG deshalb davon aus, dass es Sache der A-Versicherung ist, die Anpassungsarbeiten selbst vorzunehmen oder diese an den Versicherungsvertreter zu delegieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einwand der Kl&auml;ger in der Revisionsbegr&uuml;ndung, die A-Versicherung w&auml;re aufgrund des Kundenschutzes des Kl&auml;gers daran gehindert, entsprechende Aufgaben an einen anderen Vertreter zu delegieren, geht fehl. Bei diesem Einwand &uuml;bersehen die Kl&auml;ger, dass auch dann, wenn die A-Versicherung Vertragsanpassungen an den Kl&auml;ger delegiert, diesen keine Rechtspflicht zur Nachbetreuung trifft. Er ist hierzu gegen&uuml;ber der A-Versicherung vertraglich nicht verpflichtet und erf&uuml;llt, so er dennoch die Vertragsanpassungen vornimmt, eine Obliegenheit im eigenen Interesse zur F&ouml;rderung seiner Gesch&auml;ftsbeziehungen zur A-Versicherung und\/oder zum Versicherungsnehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zutreffend weist das FA in der Revisionserwiderung darauf hin, dass aus den Urteilsgr&uuml;nden des FG M&uuml;nster in EFG&nbsp;2013, 1479 nicht abgeleitet werden kann, auch im Streitfall bestehe eine Rechtspflicht zur Nachbetreuung. Die vertragliche Formulierung der Nachbetreuung im Fall des FG M&uuml;nster weicht von der Ziff.&nbsp;50 der allgemeinen Vertragsbestimmungen im Streitfall ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Hinweis der Kl&auml;ger, die A-Versicherung und der Kl&auml;ger seien &uuml;bereinstimmend von einer Rechtspflicht des Kl&auml;gers zur Nachbetreuung ausgegangen und daran seien nach &sect;&nbsp;133 BGB sowohl das FA als auch die Gerichte gebunden, geht fehl. Zwar ist nach &sect;&nbsp;133 BGB bei der Auslegung einer Willenserkl&auml;rung der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchst&auml;blichen Sinne des Ausdrucks zu haften. An die Auslegung von Willenserkl&auml;rungen durch die Vertragsparteien sind aber weder Gerichte noch Finanzbeh&ouml;rden gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ob die Zentrale der A-Versicherung zur Nachbetreuung in der Lage ist oder nicht, kann offen bleiben. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ist jedenfalls diese zur Betreuung der Versicherungsnehmer verpflichtet und hat dies vertraglich nicht auf den Kl&auml;ger &uuml;bertragen. Dass sich eine Weigerung des Kl&auml;gers, die Versicherungsnehmer nach Vertragsschluss weiter zu beraten, nicht g&uuml;nstig auf seine Gesch&auml;ftsbeziehungen sowohl zur A-Versicherung als auch zum Versicherungsnehmer auswirken w&uuml;rde, steht au&szlig;er Frage. Dennoch ist die Nachbetreuung der Versicherungsvertr&auml;ge h&ouml;chstens eine Obliegenheit im eigenen Interesse des Kl&auml;gers, jedoch keine Rechtspflicht. Eine Weigerung des Kl&auml;gers, Versicherungsnehmer zu Altvertr&auml;gen zu beraten, berechtigt die A-Versicherung nach Auffassung des Senats nicht zur K&uuml;ndigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r einen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand hinsichtlich des vom Vorg&auml;nger &uuml;bernommenen Versicherungsbestands nur dann gebildet werden kann, wenn die rechtliche Verpflichtung zur Pflege dieses Bestandes auf ihn &uuml;bergegangen und wirtschaftlich noch nicht vollst&auml;ndig erf&uuml;llt worden ist (Senatsurteil vom 19.&nbsp;Juli 2011 X&nbsp;R&nbsp;48\/08, BFH\/NV&nbsp;2011, 2032). In keinem Schriftsatz haben die Kl&auml;ger bislang nachgewiesen oder zumindest behauptet, der Kl&auml;ger habe sich auch zur Pflege des auf ihn von seinem Vorg&auml;nger &uuml;bergegangenen Bestandes rechtlich verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2015, X R 27\/13 Bildung einer R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand; Auslegung von Willenserkl&auml;rungen Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 4. Juni 2013&nbsp;&nbsp;6 K 2289\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden im &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-27-13-bildung-einer-rueckstellung-wegen-erfuellungsrueckstand-auslegung-von-willenserklaerungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;27\/13 &#8211; Bildung einer R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand; Auslegung von Willenserkl&auml;rungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65086","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65086"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65086\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}