{"id":65096,"date":"2015-11-06T17:00:05","date_gmt":"2015-11-06T15:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65096"},"modified":"2015-11-06T17:00:05","modified_gmt":"2015-11-06T15:00:05","slug":"i-b-3-14-zweigniederlassung-betriebsstaette-betriebsfuehrungsvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-3-14-zweigniederlassung-betriebsstaette-betriebsfuehrungsvertrag\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;3\/14 &#8211; Zweigniederlassung &#8211; Betriebsst&auml;tte &#8211; Betriebsf&uuml;hrungsvertrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.6.2015, I B 3\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zweigniederlassung &#8211; Betriebsst&auml;tte &#8211; Betriebsf&uuml;hrungsvertrag<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 11. November 2013&nbsp;&nbsp;6 K 1483\/12 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. F&uuml;r die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine Kapitalgesellschaft niederl&auml;ndischen Rechts (A-B.V.), die Urlaubsreisen in Europa veranstaltet und vertreibt&#8211; wurde im November 2003 im Handelsregister des Amtsgerichts in X eine Zweigniederlassung unter der Firma &quot;&#8230; (A-B.V.)&quot; eingetragen und zum Niederlassungsleiter F bestellt. Die Kl&auml;gerin unterhielt in X keine Gesch&auml;ftsr&auml;ume und besch&auml;ftigte auch kein eigenes Personal. Die F&uuml;hrung der Zweigniederlassung wurde auf der Grundlage eines Kooperationsvertrags der A-GmbH &uuml;bertragen, deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gleichfalls F war. Nach dem Kooperationsvertrag, der die Rechte und Pflichten der Beteiligten sowie die Planungsvorgaben der Kl&auml;gerin im Einzelnen regelte, wurde die A-GmbH auf Kosten und im Namen der Kl&auml;gerin t&auml;tig und mit der treuh&auml;nderischen Verwaltung des Bankkontos der Kl&auml;gerin beauftragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging f&uuml;r die Streitjahre (2003 bis 2005) davon aus, dass die Kl&auml;gerin im Inland nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.V.m. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes 2002 beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig war und erlie&szlig; entsprechende Sch&auml;tzungsbescheide (zu versteuerndes Einkommen 10.000&nbsp;EUR [2003] und 15.000&nbsp;EUR [2004 und 2005]). Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Nach Ansicht des Finanzgerichts (FG) hat die Kl&auml;gerin mit ihrer Zweigniederlassung eine inl&auml;ndische Betriebsst&auml;tte i.S. von &sect;&nbsp;12 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) und Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie verschiedener sonstiger Steuern und zur Regelung anderer Fragen auf steuerlichem Gebiete vom 16.&nbsp;Juni 1959 (BGBl II 1960, 1782, BStBl I 1960, 382) &#8211;DBA-Niederlande 1959&#8211; unterhalten. Dass die Kl&auml;gerin im Inland nicht &uuml;ber eigene Gesch&auml;ftsr&auml;ume verf&uuml;gt habe, sei unerheblich, da die A-GmbH nach dem Kooperationsvertrag, der als Betriebsf&uuml;hrungsvertrag zu qualifizieren sei, im Auftrag und entsprechend den Vorgaben und der Kontrolle der Kl&auml;gerin in deren Namen die Zweigniederlassung betrieben habe; zudem sei die A-GmbH aufgrund der Bindungen des Kooperationsvertrags nicht mehr in der Lage gewesen, ohne Zustimmung der Kl&auml;gerin ihre R&auml;umlichkeiten zu wechseln. Auch sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r den Betrieb der Zweigniederlassung das Vorhalten von R&auml;umlichkeiten nicht erforderlich gewesen sei, da der Kontakt mit den Kunden prim&auml;r &uuml;ber das Internet bestanden und eine pers&ouml;nliche Beratung nur telefonisch stattgefunden habe. Demgem&auml;&szlig; brauche nicht der Frage nachgegangen zu werden, ob im Streitfall auch die tatbestandlichen Voraussetzungen einer sog. Vertreterbetriebsst&auml;tte (&sect;&nbsp;13 AO; Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c DBA-Niederlande 1959) vorliegen; ebenso wenig komme es auf die Gewinnabgrenzung im Falle einer Vertreterbetriebsst&auml;tte nach der sog. Nullsummentheorie an. Im Hinblick auf die der inl&auml;ndischen Niederlassung zuzuordnenden Gewinne hat sich die Vorinstanz der Sch&auml;tzung des FA angeschlossen. Die Revision ist vom FG nicht zugelassen worden (FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 11.&nbsp;November&nbsp;2013&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1483\/12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gegen die Nichtzulassung der Revision erhobene Beschwerde ist zu verwerfen. Sie gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Zulassungsgr&uuml;nde (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vortrag, der Frage, welche &quot;Anforderungen an die Begr&uuml;ndung einer Betriebsst&auml;tte unter Ber&uuml;cksichtigung einer Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber fremde R&auml;umlichkeiten&quot; zu stellen sind, komme i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO grunds&auml;tzliche Bedeutung zu, ist offensichtlich unschl&uuml;ssig. Die Kl&auml;gerin hat es nicht nur mit R&uuml;cksicht darauf, dass sie nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO in einem Revisionsverfahren bindenden Feststellungen der Vorinstanz die A-GmbH faktisch an einem Wechsel ihrer R&auml;umlichkeiten hindern konnte, vers&auml;umt, die Entscheidungserheblichkeit ihres Vorbringens darzulegen. Hinzu kommt vor allem, dass &#8211;wie in der Beschwerdeschrift selbst ausgef&uuml;hrt&#8211; nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) eine Betriebsst&auml;tte auch durch die Beauftragung einer Managementgesellschaft ohne Verf&uuml;gungsrecht &uuml;ber deren R&auml;umlichkeiten begr&uuml;ndet werden kann; Letzteres gilt insbesondere dann, wenn &#8211;wie vorliegend im Sinne einer Identit&auml;t der Leitungsorgane&#8211; die in Frage stehenden Gesellschaften von den n&auml;mlichen Personen gef&uuml;hrt werden (z.B. Senatsurteile vom 23.&nbsp;Februar 2011 I&nbsp;R&nbsp;52\/10, BFH\/NV 2011, 1354; vom 24.&nbsp;August 2011 I&nbsp;R&nbsp;46\/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764; vom 18.&nbsp;September 1996 I&nbsp;R&nbsp;59\/95, BFHE 181, 419; BFH-Urteil vom 9.&nbsp;November 1999 II&nbsp;R&nbsp;107\/97, BFH\/NV 2000, 688; s.a. Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;12 AO Rz&nbsp;25). Demgem&auml;&szlig; w&auml;re es f&uuml;r eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge erforderlich gewesen, dass die Beschwerdeschrift ausgehend von den konkreten Umst&auml;nden des anh&auml;ngigen Streitfalls aufzeigt, ob und mit welchen Auswirkungen f&uuml;r ein etwaiges Revisionsverfahren die vorgenannte Rechtsprechung zu &uuml;berpr&uuml;fen ist. Allgemeine Erw&auml;gungen zu deren Geltungsgrenzen oder die blo&szlig;e Behauptung einer rechtlich fehlerhaften Vorentscheidung gen&uuml;gen dem erkennbar nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen sieht der Senat von einer Begr&uuml;ndung dieses Beschlusses ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.6.2015, I B 3\/14 Zweigniederlassung &#8211; Betriebsst&auml;tte &#8211; Betriebsf&uuml;hrungsvertrag Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 11. November 2013&nbsp;&nbsp;6 K 1483\/12 wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. F&uuml;r die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-3-14-zweigniederlassung-betriebsstaette-betriebsfuehrungsvertrag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;3\/14 &#8211; Zweigniederlassung &#8211; Betriebsst&auml;tte &#8211; Betriebsf&uuml;hrungsvertrag<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65096"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65096\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}