{"id":65101,"date":"2015-11-06T17:06:06","date_gmt":"2015-11-06T15:06:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65101"},"modified":"2015-11-06T17:06:06","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:06","slug":"vii-r-30-14-kein-anspruch-des-leistungsempfaengers-auf-erstattung-nicht-geschuldeter-umsatzsteuer-aus-par-37-abs-2-ao-bei-insolvenz-des-rechnungsausstellers-erstattung-der-vorsteuer-im-wege-eines-bill","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-30-14-kein-anspruch-des-leistungsempfaengers-auf-erstattung-nicht-geschuldeter-umsatzsteuer-aus-par-37-abs-2-ao-bei-insolvenz-des-rechnungsausstellers-erstattung-der-vorsteuer-im-wege-eines-bill\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;30\/14 &#8211; Kein Anspruch des Leistungsempf&auml;ngers auf Erstattung nicht geschuldeter Umsatzsteuer aus &sect; 37 Abs. 2 AO bei Insolvenz des Rechnungsausstellers &#8211; Erstattung der Vorsteuer im Wege eines Billigkeitserweises"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2015, VII R 30\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Anspruch des Leistungsempf&auml;ngers auf Erstattung nicht geschuldeter Umsatzsteuer aus &sect; 37 Abs. 2 AO bei Insolvenz des Rechnungsausstellers &#8211; Erstattung der Vorsteuer im Wege eines Billigkeitserweises<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Dem EuGH-Urteil Reemtsma (EU:C:2007:167) ist kein unionsrechtliches Gebot zu entnehmen, einen Anspruch des Leistungsempf&auml;ngers aus &sect; 37 Abs. 2 AO auf Erstattung zu Unrecht vom Leistenden in Rechnung gestellter Umsatzsteuer gegen den Fiskus anzuerkennen, wenn eine Erstattung vom Leistenden wegen dessen Insolvenz nicht mehr (vollst&auml;ndig) erreicht werden kann.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Regelungen, die das deutsche Umsatzsteuer- und Abgabenrecht zum Schutz des Leistungsempf&auml;ngers bereith&auml;lt, der die zu Unrecht in Rechnung gestellte Umsatzsteuer an den Rechnungsaussteller gezahlt hat, werden den Anforderungen, die der EuGH an eine systemgerechte Abwicklung zu Unrecht erhobener und gezahlter Umsatzsteuer stellt, grunds&auml;tzlich gerecht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 24. April 2014&nbsp;&nbsp;1 K 2015\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens einschlie&szlig;lich der au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bediente sich f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Messen in den Jahren 1999 bis 2005 der Firma E. F&uuml;r ihre Leistungen stellte die E Rechnungen aus, in denen Umsatzsteuer in H&ouml;he von &uuml;ber 4,8&nbsp;Mio.&nbsp;EUR ausgewiesen war. Diesen Betrag f&uuml;hrte die E an den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab und die Kl&auml;gerin machte ihn als Vorsteuer bei dem f&uuml;r sie zust&auml;ndigen Finanzamt X geltend. Im Zuge einer Umsatzsteuerpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin wurde festgestellt, dass die Leistungen der E im Ausland erbracht worden und im Inland nicht umsatzsteuerpflichtig waren. Daraufhin erstattete die Kl&auml;gerin gro&szlig;e Teile der Vorsteuerbetr&auml;ge dem Finanzamt X und forderte von der E die R&uuml;ckzahlung der rechtswidrig gezahlten Umsatzsteuer bzw. die Abtretung deren Erstattungsanspruchs gegen das FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 24.&nbsp;M&auml;rz 2006 wurde das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der E er&ouml;ffnet und der Beigeladene zum Insolvenzverwalter (im Folgenden: Insolvenzverwalter) bestellt. Nachdem eine Umsatzsteuerpr&uuml;fung des FA ergeben hatte, dass die E die in den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer zu Unrecht gezahlt hatte, erstattete das FA den Betrag der Insolvenzmasse und der Insolvenzverwalter erteilte der Kl&auml;gerin berichtigte Rechnungen ohne Ausweis der Umsatzsteuer. Zugleich verwies er sie auf die &#8211;sp&auml;ter auch erfolgte&#8211; Anmeldung des Erstattungsbetrags zur Insolvenztabelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beim FA beantragte die Kl&auml;gerin sodann die Erstattung der zu Unrecht gezahlten Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;17 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Mit dem hier streitigen Abrechnungsbescheid lehnte das FA diesen Antrag ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die f&uuml;r zul&auml;ssig erachtete Sprungklage als unbegr&uuml;ndet ab. &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO biete keine Grundlage f&uuml;r den geltend gemachten Erstattungsanspruch, denn nicht die Kl&auml;gerin, sondern die E habe die in Streit stehende Umsatzsteuer rechtsgrundlos gezahlt. Eine Umqualifizierung der Zahlung nach Insolvenz des Leistenden als eine solche &quot;auf Rechnung&quot; seines Vertragspartners, dem die Umsatzsteuer zu Unrecht in Rechnung gestellt worden war, komme nicht in Betracht. Auch unter unionsrechtlichen Gesichtspunkten bestehe daf&uuml;r keine Notwendigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere ergebe sie sich nicht aus dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Reemtsma vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 C-35\/05 (EU:C:2007:167). Zwar m&uuml;ssten danach die Mitgliedsstaaten, wenn die Erstattung der Mehrwertsteuer durch den Leistungserbringer unm&ouml;glich oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig erschwert sei, die erforderlichen Mittel vorsehen, die es dem Leistungsempf&auml;nger erm&ouml;glichten, die zu Unrecht in Rechnung gestellte Steuer erstattet zu bekommen. Es sei nach diesen Grunds&auml;tzen aber nicht zu beanstanden, wenn das deutsche Umsatzsteuerrecht die Kl&auml;gerin in erster Linie auf die zivilrechtliche Geltendmachung ihres Erstattungsanspruchs verweise. Die Geltendmachung im Insolvenzverfahren k&ouml;nne in diesem Zusammenhang nicht als unm&ouml;glich und auch nicht als wesentlich schwieriger angesehen werden als eine Zivilklage gegen den Leistungserbringer. Lediglich f&uuml;r den auf diese Weise nicht realisierbaren Teil des Erstattungsanspruchs m&uuml;sse das deutsche Recht zus&auml;tzliche Mittel bereitstellen, damit volle Erstattung erm&ouml;glicht werde. Hierzu bed&uuml;rfe es aber nicht einer sinnwidrigen Auslegung des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO. Vielmehr stelle das deutsche Abgabenrecht mit den Billigkeitsregelungen der &sect;&sect;&nbsp;163 und 227 AO ein hinreichend effektives Mittel zur Verf&uuml;gung, um dem Leistungsempf&auml;nger, der dem Leistungserbringer zu Unrecht ausgewiesene Umsatzsteuer gezahlt habe und sie von diesem nicht (vollst&auml;ndig) zur&uuml;ckerlangen k&ouml;nne, volle Erstattung zu erm&ouml;glichen. Diese auf Billigkeit beruhende Erstattung k&ouml;nne in vollem Umfang im Rahmen ihres eigenen Steuerverh&auml;ltnisses, n&auml;mlich im Verfahren der Vorsteuererstattung gew&auml;hrleistet werden. Das Urteil ist in den Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1566 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision verfolgt die Kl&auml;gerin ihr Begehren auf Umsatzsteuererstattung durch das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;14c, &sect;&nbsp;17 UStG weiter. Sie meint, nach der insoweit gefestigten Rechtsprechung des EuGH gebiete eine unionsrechtskonforme Auslegung und Anwendung des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO die Anerkennung eines direkten Anspruchs auf Umsatzsteuererstattung gegen das FA, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch Insolvenz des Leistenden das in sich geschlossene Umsatzsteuer-System gest&ouml;rt und die Effektivit&auml;t und Neutralit&auml;t dieses Systems nicht mehr gew&auml;hrleistet sei. Unter Bezugnahme auf das Reemtsma-Urteil des EuGH macht die Kl&auml;gerin geltend, in F&auml;llen der Zahlungsunf&auml;higkeit des Leistenden, in denen eine zivilrechtliche Klage gegen ihn, der zu Unrecht Umsatzsteuer ausgewiesen habe, im Hinblick auf &sect;&nbsp;87 der Insolvenzordnung (InsO) nicht mehr m&ouml;glich und auf die Insolvenzforderungen nur ein quotaler Ausgleich zu erwarten sei, gebiete es das Unionsrecht, dem Leistungsempf&auml;nger einen Anspruch auf Erstattung der Umsatzsteuer direkt gegen den Staat zuzuerkennen. Eine Anspruchskonkurrenz zwischen dem Leistenden (E) und dem Leistungsempf&auml;nger (Kl&auml;gerin) sei nicht zu bef&uuml;rchten, da der Insolvenzverwalter nicht als Anspruchsberechtigter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO in Betracht komme. Die Umsatzsteuer k&ouml;nne in keinem denkbaren Fall &quot;auf seine Rechnung&quot; gezahlt worden sein. Liege eine vom Insolvenzverwalter berichtigte Rechnung nach &sect;&nbsp;14c UStG vor, sei die Umsatzsteuer dem Leistungsempf&auml;nger zu erstatten, da der Leistende aufgrund der Insolvenz weggefallen sei. Sei gleichwohl vom FA in die Insolvenzmasse zur&uuml;ckgezahlt worden, k&ouml;nne der Betrag als Masseforderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 InsO zur&uuml;ckverlangt werden. Auf ein Billigkeitsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 AO m&uuml;sse sie sich nicht verweisen lassen, es sei kein geeigneter Weg, die Grunds&auml;tze der Neutralit&auml;t und Effektivit&auml;t der Umsatzsteuer zu verwirklichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA und der beigeladene Insolvenzverwalter schlie&szlig;en sich im Wesentlichen der Argumentation des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend weist das FA darauf hin, es sei nicht mehr bereichert. Ein Erstattungsanspruch komme nicht in Betracht, da die zun&auml;chst vereinnahmte Umsatzsteuer nach Rechnungskorrektur rechtm&auml;&szlig;ig an die E zur&uuml;ckgezahlt worden sei. Im Fall der Anerkennung eines Direktanspruchs der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO m&uuml;sse der Fiskus doppelt erstatten. Im &Uuml;brigen sei die Reemtsma-Entscheidung des EuGH mit dem Streitfall nicht vergleichbar, weil sich die Kl&auml;gerin &#8211;anders als im Reemtsma-Urteil&#8211; nicht in einem Vorsteuerverg&uuml;tungsverfahren mit einem in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssigen Unternehmer befinde, in dem sie bereits einen eigenen direkten und unmittelbaren Anspruch auf Erstattung von Vorsteuer gegen das Finanzamt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Insolvenzverwalter hebt hervor, dass die Gl&auml;ubiger mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens wegen des dann geltenden Regimes der Insolvenzordnung und damit des Gebots der Gleichbehandlung aller Gl&auml;ubiger darauf verwiesen seien, ihre Forderungen durch Anmeldung zur Insolvenztabelle geltend zu machen. Besonderheiten f&uuml;r die in Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer und deren Erstattung k&ouml;nne er nicht erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das Urteil des FG entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass der angefochtene Abrechnungsbescheid (&sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 AO) rechtm&auml;&szlig;ig ist. Die Kl&auml;gerin hat gegen das FA keinen Anspruch auf Erstattung des Umsatzsteuerbetrags, der ihr von der E zu Unrecht in Rechnung gestellt und der E gezahlt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin kann ihren Erstattungsanspruch nicht auf &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO st&uuml;tzen. Nach dieser Vorschrift hat nur derjenige einen Erstattungsanspruch aus &Uuml;berzahlungen, <span style=\"text-decoration:underline\">auf dessen Rechnung<\/span> die Zahlung bewirkt worden ist. Das sind hinsichtlich der zu Unrecht gezahlten Umsatzsteuer allein die Rechnungsaussteller, die ihre Rechnungen nach &sect;&nbsp;17 UStG berichtigt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO regelt keinen R&uuml;ckzahlungsanspruch des Leistungsempf&auml;ngers, der die in der ihm gestellten Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer dem Rechnungsaussteller gezahlt hat (Urteil des FG des Saarlandes vom 24.&nbsp;April 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1156\/12, EFG 2013, 1637; Urteil des FG M&uuml;nster vom 3.&nbsp;September 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;939\/11&nbsp;AO, EFG 2014, 1934; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;37 AO Rz&nbsp;60). Die in der Literatur vereinzelt vertretene Auffassung, bei der Umsatzsteuer m&uuml;sse der Leistungsempf&auml;nger als derjenige angesehen werden, auf dessen Rechnung die Zahlung bewirkt worden ist, wenn der Steuerpflichtige zur R&uuml;ckabwicklung nicht in der Lage ist (vgl. von Streit, &quot;Rs. C-35\/05 &#8211; Reemtsma, C-427\/10 &#8211; Banca Antoniana und andere &#8211; Wann bleibt der Steuerpflichtige auf der Mehrwertsteuer sitzen?&quot;, in EU-Umsatzsteuer-Berater 2012, 38, 41), steht nicht nur zu dem klaren Wortlaut des &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO in Widerspruch, sondern auch zur Zielsetzung der Norm, dem Fiskus zur Vereinfachung im Massengesch&auml;ft komplexe Pr&uuml;fungen des &quot;wahren&quot; Leistungserbringers zu ersparen (vgl. Senatsurteil vom 18.&nbsp;September 1990 VII&nbsp;R&nbsp;99\/89, BFHE 162, 279, BStBl II 1991, 47, 48, best&auml;tigt im Urteil vom 26.&nbsp;November 1996 VII&nbsp;R&nbsp;49\/96, BFH\/NV 1997, 537).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat die E die 4,8 Mio.&nbsp;EUR <span style=\"text-decoration:underline\">auf ihre Rechnung,<\/span> n&auml;mlich in Erf&uuml;llung ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld gegen&uuml;ber dem FA, gezahlt. Damit ist sie, die E, diejenige, der nach Berichtigung der Rechnungen nach &sect;&nbsp;17 UStG durch den Insolvenzverwalter der Anspruch auf Erstattung der nunmehr rechtsgrundlos gewordenen Zahlungen an das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO zusteht. Daran &auml;ndert nichts, dass mit der Insolvenzer&ouml;ffnung &uuml;ber das Verm&ouml;gen der E der Insolvenzverwalter in Aus&uuml;bung des auf ihn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 InsO &uuml;bergegangenen Verf&uuml;gungsrechts den Anspruch auf Erstattung in die Insolvenzmasse geltend gemacht hat. Dem Insolvenzschuldner ist lediglich das Verf&uuml;gungs- und Verwaltungsrecht &uuml;ber sein Verm&ouml;gen entzogen, ihm verbleibt aber die Rechtsinhaberschaft, d.h. er bleibt Steuerschuldner und im Fall einer rechtsgrundlosen Steuerzahlung Rechtstr&auml;ger des Erstattungsanspruchs (vgl. Senatsentscheidungen vom 26.&nbsp;November 2014 VII&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFHE 247, 494, BStBl II 2015, 561; vom 1.&nbsp;September 2010 VII&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFHE 230, 490, BStBl II 2011, 336).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, besteht auch unter unionsrechtlichen Gesichtspunkten keine Notwendigkeit, &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO in der von der Kl&auml;gerin gew&uuml;nschten Weise auszulegen, also den Erstattungsanspruch bei Insolvenz des Leistenden auf den Leistungsempf&auml;nger zu &uuml;bertragen. Eine solche Auslegung l&auml;sst sich auch nicht mit den Ausf&uuml;hrungen des EuGH in der Reemtsma-Entscheidung rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Anders als das FG des Saarlandes (Urteil in EFG 2013, 1637) hat der Senat zwar keinen Zweifel, dass die von den Beteiligten er&ouml;rterten Rechtsgrunds&auml;tze dieser Entscheidung, der ein grenz&uuml;berschreitender Sachverhalt zum Verfahren der Vorsteuerverg&uuml;tung entsprechend &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;59&nbsp;ff. der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung des Umsatzsteuergesetzes an nicht im Mitgliedstaat der Erstattung, sondern in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerpflichtige zugrunde lag, f&uuml;r den vorliegenden Fall einschl&auml;gig sind. Denn der EuGH hat im Urteil Marks &#038; Spencer vom 11.&nbsp;Juli 2002 C-62\/00 (EU:C:2002:435, Rz&nbsp;34), dem ein reiner Inlandsachverhalt zugrunde lag, festgestellt: &quot;Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es beim Fehlen einer Gemeinschaftsregelung &uuml;ber die Erstattung rechtsgrundlos erhobener nationaler Abgaben Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung der einzelnen Mitgliedstaaten ist, die zust&auml;ndigen Gerichte zu bestimmen und die Verfahrensmodalit&auml;ten der Klagen zu regeln, die den Schutz der dem Einzelnen aus dem Gemeinschaftsrecht erwachsenden Rechte gew&auml;hrleisten sollen, sofern diese Modalit&auml;ten nicht weniger g&uuml;nstig ausgestaltet sind als die entsprechender innerstaatlicher Klagen (&Auml;quivalenzgrundsatz) und die Aus&uuml;bung der durch die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte nicht praktisch unm&ouml;glich machen oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig erschweren (Grundsatz der Effektivit&auml;t).&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon ergibt sich aus der Reemtsma-Entscheidung (EU:C:2007:167, Rz&nbsp;38), dass die dort er&ouml;rterte Achte Richtlinie 79\/1072\/EWG des Rates vom 6.&nbsp;Dezember 1979 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Verfahren zur Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Inland ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L&nbsp;331\/11), die die Regelung in Art.&nbsp;17 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;145\/1) ausdr&uuml;cklich in Bezug nimmt, keine Erstattungsvorschrift f&uuml;r die Berichtigung zu Unrecht in Rechnung gestellter Umsatzsteuer durch den Aussteller vorsieht und demzufolge die Mitgliedstaaten die Berichtigungsvoraussetzungen f&uuml;r diese F&auml;lle festzulegen haben. Daraus l&auml;sst sich ableiten, dass die zu den nationalen Regelungen getroffenen Aussagen des Urteils auch f&uuml;r den vorliegenden Fall zu beachten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Jedenfalls aber l&auml;sst sich der Entscheidung kein unionsrechtliches Gebot entnehmen, einen Anspruch des Leistungsempf&auml;ngers aus <span style=\"text-decoration:underline\">&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO<\/span> auf Erstattung zu Unrecht vom Leistenden in Rechnung gestellter Umsatzsteuer gegen den Fiskus zu gew&auml;hren, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine Erstattung vom Leistenden wegen dessen Insolvenz nicht mehr (vollst&auml;ndig) erreicht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH f&uuml;hrt vielmehr aus, dass die Grunds&auml;tze der Neutralit&auml;t und Effektivit&auml;t der Mehrwertsteuer im Regelfall beachtet werden, wenn &#8211;wie nach deutschem Steuerrecht&#8211; nur der Dienstleistungserbringer, der die Mehrwertsteuer irrt&uuml;mlich an die Steuerbeh&ouml;rde entrichtet hat, die Erstattung der Mehrwertsteuer verlangen und der Dienstleistungsempf&auml;nger lediglich zivilrechtlich Klage gegen den Dienstleistungserbringer auf R&uuml;ckzahlung einer nicht geschuldeten Leistung erheben kann. Denn ein solches System erm&ouml;gliche es dem Dienstleistungsempf&auml;nger, der mit der irrt&uuml;mlich in Rechnung gestellten Steuer belastet war, die rechtsgrundlos gezahlten Betr&auml;ge erstattet zu bekommen. Nur f&uuml;r den Fall, dass die Erstattung der Mehrwertsteuer vom Leistenden unm&ouml;glich oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig erschwert wird, fordert der EuGH, dass die Mitgliedstaaten die erforderlichen Mittel vorsehen m&uuml;ssen, die es dem Leistungsempf&auml;nger erm&ouml;glichen, zu Unrecht in Rechnung gestellte Steuer erstattet zu bekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten &uuml;berl&auml;sst es der EuGH dem jeweiligen Mitgliedsstaat, die Verfahrensmodalit&auml;ten, die den Schutz der dem B&uuml;rger aus dem Unionsrecht erwachsenden Rechte gew&auml;hrleisten sollen, autonom zu regeln (EuGH-Urteil Reemtsma, EU:C:2007:167, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wie das FG &uuml;berzeugend ausgef&uuml;hrt hat, werden die Regelungen, die das deutsche Umsatzsteuer- und Abgabenrecht zum Schutz des Leistungsempf&auml;ngers bereith&auml;lt, der die zu Unrecht in Rechnung gestellte Umsatzsteuer an den Rechnungsaussteller gezahlt hat, den Anforderungen, die der EuGH an eine systemgerechte Abwicklung zu Unrecht erhobener und gezahlter Umsatzsteuer stellt, grunds&auml;tzlich gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar ist ihm nach der gegenw&auml;rtigen Rechtsprechung der zur Neutralisierung der wirtschaftlichen Belastung mit der Umsatzsteuer f&uuml;hrende Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG &#8211;unabh&auml;ngig von einer sp&auml;teren Rechnungsberichtigung&#8211; versagt, wenn die erbrachten Leistungen &#8211;wie im Streitfall&#8211; in Deutschland nicht steuerbar waren. Denn das Recht auf Vorsteuerabzug besteht nur f&uuml;r diejenigen Steuern, die geschuldet werden, d.h. mit einem der Umsatzsteuer unterworfenen Umsatz in Zusammenhang stehen; das Recht auf Vorsteuerabzug erstreckt sich nicht auf eine Steuer, die ausschlie&szlig;lich deshalb geschuldet wird, weil sie in der Rechnung ausgewiesen ist (EuGH-Urteil Genius vom 13.&nbsp;Dezember 1989 C-342\/87, EU:C:1989:635, Neue Juristische Wochenschrift 1991, 632, Rz&nbsp;13, 19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings bieten die Billigkeitsregelungen der &sect;&sect;&nbsp;163 (abweichende Festsetzung von Steuern aus Billigkeitsgr&uuml;nden) und 227 AO (Erstattung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis) eine hinreichende M&ouml;glichkeit, trotz Nichtvorliegens der materiell-umsatzsteuerrechtlichen Voraussetzungen den Vorsteuerabzug &#8211;jedenfalls im wirtschaftlichen Ergebnis&#8211; geltend zu machen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;April 2009 V&nbsp;R&nbsp;15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744), um auf diesem Weg den im Insolvenzverfahren nicht zu realisierenden Teil der gegen den Rechnungsaussteller gerichteten, zivilrechtlichen Forderung vom Finanzamt gutgebracht zu bekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Verweis auf eine solche Billigkeitsentscheidung gen&uuml;gt den Anforderungen des EuGH zum Ausgleich der Belastung des Leistungsempf&auml;ngers. Nach der Rechtsprechung des BFH kann ein Vorsteuerabzug im Billigkeitsweg zu gew&auml;hren sein, wenn der Gesetzeswortlaut die Entstehung eines Anspruchs auf Vorsteuerabzug an Voraussetzungen kn&uuml;pft, deren Erf&uuml;llung im Einzelfall vom leistungsempfangenden Unternehmer unter Beachtung der Wertungen des Gesetzgebers nicht verlangt werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFH\/NV 2009, 1156, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob der Kl&auml;gerin eine Erstattung ihrer Vorsteuer im Wege eines Billigkeitserweises zuerkannt werden kann, hat der Senat im vorliegenden Rechtsstreit &uuml;ber den Abrechnungsbescheid des FA nicht zu entscheiden. Es liegt bei der Kl&auml;gerin, einen solchen Anspruch ggf. beim Finanzamt X geltend zu machen. Denn nur zu diesem Finanzamt steht die Kl&auml;gerin in einem Steuerschuldverh&auml;ltnis, in dem Anspr&uuml;che nach den Vorschriften der AO geltend gemacht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein Billigkeitserweis erscheint im Fall der Zahlungsunf&auml;higkeit des Leistenden auch nicht von vornherein ausgeschlossen, auch wenn nicht unber&uuml;cksichtigt bleiben d&uuml;rfte, dass der BFH der Reemtsma-Entscheidung (EU:C:2007:167) jedenfalls dann keine Erstattungsverpflichtung des Fiskus zu entnehmen vermochte, wenn die Steuer gar nicht an ihn entrichtet worden war (Urteil in BFH\/NV 2009, 1156; vgl. auch Urteil vom 11.&nbsp;Oktober 2007 V&nbsp;R&nbsp;27\/05, BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438, am Ende). Ob diese Feststellung auch auf den Fall der vorliegenden Erstattung des FA an die Insolvenzmasse nach Rechnungsberichtigung ausgedehnt werden kann, k&ouml;nnte davon abh&auml;ngen, ob der Fiskus zur Erstattung verpflichtet war oder ob er ausnahmsweise die Zustimmung zur Rechnungsberichtigung und damit die Erstattung h&auml;tte verweigern k&ouml;nnen, weil sie zu einer ungerechtfertigten Bereicherung der Insolvenzmasse gef&uuml;hrt h&auml;tte (vgl. EuGH-Urteil Danfoss und Sauer-Danfoss vom 20.&nbsp;Oktober 2010 C-94\/10, EU:C:2011:674, Rz&nbsp;20&nbsp;ff.; Anm.&nbsp;B&uuml;chter-Hole zum Urteil des FG des Saarlandes 1&nbsp;K&nbsp;1156\/12 in EFG 2013, 1640, rechte Spalte). Es erscheint nicht fernliegend, dazu ein neuerliches Vorabentscheidungsersuchen, nicht zuletzt im Hinblick auf das vom Insolvenzverwalter hervorgehobene Gl&auml;ubigergleichbehandlungsgebot des Insolvenzrechts, an den EuGH zu richten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Entscheidung &uuml;ber einen solchen Billigkeitserweis w&auml;re aber nicht im Verfahren &uuml;ber den streitgegenst&auml;ndlichen Abrechnungsbescheid zu treffen, sondern &#8211;wie dargelegt&#8211; in einem beim Finanzamt X durchzuf&uuml;hrenden Verfahren &uuml;ber eine Billigkeitsentscheidung gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Jedenfalls k&ouml;nnte dem Verweis auf eine Billigkeitsentscheidung nicht entgegengehalten werden, dass es sich bei der Entscheidung nach &sect;&nbsp;163 AO grunds&auml;tzlich um eine Ermessensentscheidung handelt (vgl. dazu Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 19.&nbsp;Oktober 1971 GmS-OGB&nbsp;3\/70, BFHE 105, 101, BStBl II 1972, 603, zu &sect;&nbsp;131 der Reichsabgabenordnung; BFH-Urteil vom 21.&nbsp;August 1997 V&nbsp;R&nbsp;47\/96, BFHE 183, 304, BStBl II 1997, 781), die im finanzgerichtlichen Verfahren nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar ist (&sect;&nbsp;102 FGO). Erfordern n&auml;mlich gemeinschaftsrechtliche Regelungen eine Billigkeitsma&szlig;nahme &#8211;was (zumindest) unter Ber&uuml;cksichtigung der vorstehenden Kriterien zun&auml;chst festzustellen w&auml;re&#8211;, ist das in &sect;&nbsp;163 AO einger&auml;umte Ermessen des FA auf null reduziert (BFH-Urteil in BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO. Es entspricht der Billigkeit, der Kl&auml;gerin die au&szlig;ergerichtlichen Kosten des Beigeladenen nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO aufzuerlegen, da er das Verfahren durch Sachvortrag und durch die Stellung eines eigenen Sachantrags gef&ouml;rdert hat (vgl. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Mai 2009 IV&nbsp;B&nbsp;143\/08, BFH\/NV 2009, 1452).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2015, VII R 30\/14 Kein Anspruch des Leistungsempf&auml;ngers auf Erstattung nicht geschuldeter Umsatzsteuer aus &sect; 37 Abs. 2 AO bei Insolvenz des Rechnungsausstellers &#8211; Erstattung der Vorsteuer im Wege eines Billigkeitserweises Leits&auml;tze 1. 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