{"id":65126,"date":"2015-11-06T17:06:59","date_gmt":"2015-11-06T15:06:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65126"},"modified":"2015-11-06T17:06:59","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:59","slug":"viii-r-50-13-beweiskraft-der-zustellungsurkunde-anforderungen-an-einen-gegenbeweis-zur-erschuetterung-der-behauptung-ordnungsgemaesser-zustellung-verfahrensfehlerhafte-beweiswuerdigung-durch-das-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-50-13-beweiskraft-der-zustellungsurkunde-anforderungen-an-einen-gegenbeweis-zur-erschuetterung-der-behauptung-ordnungsgemaesser-zustellung-verfahrensfehlerhafte-beweiswuerdigung-durch-das-fg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;50\/13 &#8211; Beweiskraft der Zustellungsurkunde &#8211; Anforderungen an einen Gegenbeweis zur Ersch&uuml;tterung der Behauptung ordnungsgem&auml;&szlig;er Zustellung &#8211; Verfahrensfehlerhafte Beweisw&uuml;rdigung durch das FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.7.2015, VIII R 50\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Beweiskraft der Zustellungsurkunde &#8211; Anforderungen an einen Gegenbeweis zur Ersch&uuml;tterung der Behauptung ordnungsgem&auml;&szlig;er Zustellung &#8211; Verfahrensfehlerhafte Beweisw&uuml;rdigung durch das FG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 18. M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;3 K 467\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob die als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) fristgerecht gegen einen Einkommensteuerbescheid des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Klage erhoben haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist Eigent&uuml;mer eines Grundst&uuml;cks, das mit einem Vorder- und einem Hinterhaus bebaut ist. Im Vorderhaus befinden sich drei vermietete Wohneinheiten. Im Hinterhaus wohnen die Kl&auml;ger selbst; zudem befindet sich dort der Sitz eines vom Kl&auml;ger gef&uuml;hrten Unternehmens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr (2008) keine Einkommensteuererkl&auml;rung abgegeben hatten, setzte das FA die Einkommensteuer f&uuml;r dieses Jahr aufgrund einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (VdN) auf 15.824&nbsp;EUR fest. Auf den dagegen eingelegten Einspruch der Kl&auml;ger und deren zeitgleich vorgelegte Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2008 &auml;nderte das FA die Einkommensteuerfestsetzung unter teilweiser Abweichung von der Einkommensteuererkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung und setzte die Einkommensteuer &#8211;unter gleichzeitiger Aufhebung des VdN&#8211; auf 16.498&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Kl&auml;ger angeforderte Unterlagen nicht vorgelegt hatten, wies das FA den Einspruch der Kl&auml;ger mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;September 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspruchsentscheidung wurde am 25.&nbsp;September 2012 zur Post gegeben und gegen Zustellungsurkunde am Mittwoch, dem 26.&nbsp;September 2012 zugestellt. Die Zustellungsurkunde enth&auml;lt den Vermerk des Zustellers, dass er die Sendung zu &uuml;bergeben versucht und &#8211;weil die &Uuml;bergabe in der Wohnung nicht m&ouml;glich gewesen sei&#8211; das Schriftst&uuml;ck in den zur Wohnung geh&ouml;renden Briefkasten eingelegt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben per Fax vom 27.&nbsp;Oktober 2012, 19:15&nbsp;Uhr, Klage erhoben und erkl&auml;rt, dass ihnen die Einspruchsentscheidung am 27.&nbsp;Oktober 2012 von einem ihrer &#8211;im Vorderhaus wohnenden&#8211; Mieter (H) &uuml;berreicht worden sei, da sie in dessen Briefkasten gelegen habe und &#8211;nach langer Abwesenheit in den Semesterferien&#8211; in der umf&auml;nglichen Post untergegangen sei. Da ihnen die Einspruchsentscheidung erst sp&auml;ter bekannt gegeben worden sei, sei die Klagefrist gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Best&auml;tigung haben die Kl&auml;ger eine Bescheinigung des Mieters mit dessen Erkl&auml;rung vorgelegt, dass ein Einschreiben f&uuml;r die Kl&auml;ger zwischen der Post f&uuml;r seine Wohngemeinschaft in einer Zeitschrift versteckt gelegen habe. Das sei ihm erst nach R&uuml;ckkehr aus den Semesterferien am 27.&nbsp;Oktober 2012 aufgefallen. Nachdem er den Brief dem Kl&auml;ger ausgeh&auml;ndigt habe, habe dieser ihn sofort ge&ouml;ffnet und festgestellt, dass es sich um ein termingebundenes Schreiben des FA gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat den Mieter wie auch den Zusteller als Zeugen vernommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf der Grundlage des Ergebnisses der Beweisaufnahme hat das FG die Klage wegen Vers&auml;umnis der Klagefrist als unzul&auml;ssig abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung des &sect;&nbsp;47 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zeuge H habe die Post bei seiner R&uuml;ckkehr aus den Semesterferien am 20. oder 21.&nbsp;Oktober 2012 mit in seine Wohnung genommen, die Einspruchsentscheidung in dieser Post erst bei der eine Woche sp&auml;ter vorgenommenen Durchsicht aufgefunden und ihnen sodann gleich ausgeh&auml;ndigt. Da das FG diese Aussage im Rahmen seiner Beweisw&uuml;rdigung f&uuml;r glaubhaft erachtet habe, sei seine (hypothetische) Erw&auml;gung fehlerhaft, damit sei der Gegenbeweis gegen eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung am 26.&nbsp;September 2012 nicht erbracht, weil auch jemand anderes den Briefkasten der Kl&auml;ger h&auml;tte leeren und die Post auf der Kiste der Mieter h&auml;tte deponieren k&ouml;nnen. Denn sie, die Kl&auml;ger, seien weder in der fraglichen Zeit im Urlaub gewesen noch h&auml;tten sie einer anderen Person den Schl&uuml;ssel f&uuml;r den Briefkasten gegeben. Abgesehen davon habe das FG die Voraussetzungen f&uuml;r eine solche Annahme weder gepr&uuml;ft noch zum Gegenstand der Anh&ouml;rung oder Beweisaufnahme gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp; 3&nbsp;K&nbsp;467\/12 aufzuheben und die Einkommensteuer unter &Auml;nderung des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids f&uuml;r 2008 vom 24.&nbsp;Juni 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung entsprechend der eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG stehe im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), nach der die Beweiswirkung der Zustellungsurkunde durch einen Gegenbeweis vollst&auml;ndig entkr&auml;ftet und jede M&ouml;glichkeit der Richtigkeit der in ihr bezeugten Tatsachen ausgeschlossen werden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die M&ouml;glichkeit, dass der Postzusteller im Streitfall den richtigen Briefkasten ausgew&auml;hlt habe, sei eine ausreichende Grundlage f&uuml;r die angefochtene Entscheidung. Deshalb habe es keiner weiteren Recherchen dar&uuml;ber bedurft, auf welche Weise die Postsendung vom Briefkasten der Kl&auml;ger in den Poststapel gelangt sei, so dass die diesbez&uuml;glichen &Uuml;berlegungen des FG mangels Entscheidungserheblichkeit f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Entscheidung ohne Belang seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine willk&uuml;rliche Entscheidung k&ouml;nne dem FG nicht vorgeworfen werden. Nach der Aussage des Zeugen H m&uuml;sse sich der Brief nicht zwingenderweise im Briefkasten der Mieter befunden haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand habe sich f&uuml;r das FG bei dieser Sachlage nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache &#8211;wegen fehlender Spruchreife&#8211; nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 FGO ist die Klage gegen einen Steuerbescheid innerhalb eines Monats nach (rechtswirksamer) Bekanntgabe zu erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Klagefrist l&auml;uft nicht an, wenn die anzufechtende Entscheidung nicht wirksam bekannt gegeben wird (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Oktober 1987 VII&nbsp;R&nbsp;19\/87, BFHE 151, 24, BStBl II 1988, 97) und dieser Mangel auch nicht geheilt wird (vgl. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Januar 1994 VIII&nbsp;R&nbsp;45\/92, BFHE 173, 213, BStBl II 1994, 603, sowie vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/10, BFHE 245, 484, BStBl II 2014, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Pr&uuml;fung, ob eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung zutreffend durch den Zusteller in der dar&uuml;ber erstellten Zustellungsurkunde dokumentiert ist, ist auch im finanzgerichtlichen Verfahren nach der Beweisregel des &sect;&nbsp;418 der Zivilprozessordnung (ZPO) vorzunehmen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Januar 2011 IV&nbsp;B&nbsp;53\/09, BFH\/NV 2011, 812; vom 2.&nbsp;Dezember 2011 VII&nbsp;B&nbsp;98\/11, BFH\/NV 2012, 744).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach streitet f&uuml;r den Ablauf der Frist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;418 i.V.m. &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO die im Streitfall &uuml;ber die Zustellung erstellte Zustellungsurkunde als &ouml;ffentliche Urkunde, soweit nicht aufgrund von Beweismitteln der Gegenbeweis nach &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO erbracht ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14.&nbsp;Februar 2007 XI&nbsp;B&nbsp;108\/05, BFH\/NV 2007, 1158; vom 10.&nbsp;Juli 2013 VII&nbsp;B&nbsp;11\/13, BFH\/NV 2013, 1787; vom 3.&nbsp;November 2010 I&nbsp;B&nbsp;104\/10, BFH\/NV 2011, 809).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dieser Gegenbeweis kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO mit Beweismitteln jeder Art &#8211;auch durch die Aussage von Zeugen (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 14.&nbsp;Oktober 2004 VII&nbsp;ZR&nbsp;33\/04, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2005, 75)&#8211; gef&uuml;hrt werden (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Mai 2009 V&nbsp;B&nbsp;37\/08, BFH\/NV 2009, 1656).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei d&uuml;rfen an den Gegenbeweis i.S. des &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO keine &uuml;berspannten Anforderungen gestellt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BGH-Urteile vom 2.&nbsp;November 2006 III&nbsp;ZR&nbsp;10\/06, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2007, 603, unter II.1.; vom 17.&nbsp;Februar 2012 V&nbsp;ZR&nbsp;254\/10, NJW-RR 2012, 701, Rz&nbsp;7; BGH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Oktober 2000 X&nbsp;ZB&nbsp;13\/00, NJW-RR 2001, 571; vom 15.&nbsp;September 2005 III&nbsp;ZB&nbsp;81\/04, NJW 2005, 3501, unter II.; vom 3.&nbsp;Juli 2008 IX&nbsp;ZB&nbsp;169\/07, NJW 2008, 3501, unter II.1.c; vom 8.&nbsp;Oktober 2013 VIII&nbsp;ZB&nbsp;13\/13, NJW-RR 2014, 179).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere hat das Gericht in der gebotenen umfassenden W&uuml;rdigung die Beweiskraft der Zustellungsurkunde der Beweiskraft der Gegenbeweismittel gegen&uuml;berzustellen und beide &#8211;unter inhaltlicher Auseinandersetzung mit den zum Gegenbeweis angebotenen Beweismitteln und der von ihnen ausgehenden &Uuml;berzeugungskraft&#8211; gegeneinander abzuw&auml;gen. Der Hinweis auf die von der Urkunde ausgehende Beweiskraft allein ist nicht ausreichend, weil anderenfalls &#8211;so zu Recht der BGH&#8211; der gesetzlich in &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO vorgesehene und er&ouml;ffnete Gegenbeweis praktisch nicht gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gegenbeweis ist nach dieser Rechtsprechung erbracht, wenn nach dem Ergebnis einer Beweisaufnahme &uuml;ber die Tatsachenbehauptungen des Zustellungsempf&auml;ngers, wonach der Zustellungsvorgang falsch beurkundet worden sei, diesen Behauptungen bei der Beweisw&uuml;rdigung mehr Glauben zu schenken ist als der Zustellungsurkunde (BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;August 2000 VII&nbsp;B&nbsp;181\/00, BFH\/NV 2001, 318).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend schlie&szlig;t auch der Beweiswert eines gerichtlichen Eingangsstempels als &ouml;ffentliche Urkunde nicht aus, dass das Gericht im Wege des Freibeweises trotz eines solchen Eingangsstempels von der Rechtzeitigkeit einer Rechtsmitteleinlegung &uuml;berzeugt ist (BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2005 IX&nbsp;B&nbsp;236\/02, juris; ebenso BGH-Beschluss vom 17.&nbsp;April 1996 XII&nbsp;ZB&nbsp;42\/96, NJW 1996, 2038); insbesondere wenn der darauf bezogene Vortrag des Rechtsbehelfsf&uuml;hrers &quot;in den Details plausibel und widerspruchsfrei ist und konkrete Zweifel an der Glaubw&uuml;rdigkeit nicht bestehen&quot; (BGH-Urteil in NJW-RR 2012, 701).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ma&szlig;geblich ist die jeweilige tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Oktober 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/00, BFHE 193, 392, BStBl II 2001, 156), die nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bei fehlendem Versto&szlig; gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze f&uuml;r die Rechtsmittelinstanz bindend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Bindung fehlt allerdings, wenn das Gericht &#8211;rechtsfehlerhaft&#8211; keine umfassende W&uuml;rdigung vornimmt, dabei der Beweiskraft der Urkunde nicht diejenige des Gegenbeweismittels gegen&uuml;berstellt und beides nicht ausreichend gegeneinander abw&auml;gt (BGH-Beschluss in NJW-RR 2001, 571).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Beweisw&uuml;rdigung des FG zur Zustellung der Einspruchsentscheidung verfahrensfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn den Ausf&uuml;hrungen im Urteil fehlt jedweder Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass die (angeblich) in den Briefkasten des Kl&auml;gers eingelegte Einspruchsentscheidung in einer ihm zuzurechnenden Weise auf den f&uuml;r die Wohngemeinschaft bestimmten Poststapel gelangt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat weder Feststellungen &uuml;ber einen ungesicherten Briefkasten des Kl&auml;gers oder &uuml;ber den Kl&auml;gern zurechenbare Zugriffsm&ouml;glichkeiten Dritter getroffen noch Anhaltspunkte f&uuml;r eine &#8211;vom Kl&auml;ger verneinte&#8211; Briefkastenschl&uuml;ssel&uuml;bergabe an Dritte ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein rechtsmissbr&auml;uchliches Verhalten des Kl&auml;gers ist angesichts der &quot;Post&uuml;bernahme&quot; durch den Angeh&ouml;rigen der Wohngemeinschaft eine Woche vor Klagefristablauf auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne solche Feststellungen bestehen keine hinreichenden Grundlagen, den Vortrag der Kl&auml;ger als nicht plausibel und widerspruchsfrei anzusehen und ihre Glaubw&uuml;rdigkeit zu bezweifeln (vgl. BGH-Urteil in NJW-RR 2012, 701).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Ergebnis der Beweisaufnahme h&auml;tte das FG im Rahmen der ihm obliegenden umfassenden Beweisw&uuml;rdigung der Zustellungsurkunde und der inhaltlich uneingeschr&auml;nkt als glaubhaft angesehenen Zeugenaussage zumindest zum Anlass weiterer Sachaufkl&auml;rung nach &sect;&nbsp;76 FGO zu der Frage nehmen m&uuml;ssen, ob die Einspruchsentscheidung in einer dem Kl&auml;ger zurechenbaren Weise aus seinem Briefkasten auf den f&uuml;r die Wohngemeinschaft bestimmten Poststapel geraten sein k&ouml;nnte und ob nicht gegebenenfalls von Amts wegen Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Frist nach &sect;&nbsp;56 FGO gew&auml;hrt werden m&uuml;sste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn auf der Grundlage der vom FG als glaubhaft angesehenen Zeugenaussage (Post&uuml;bernahme durch den Zeugen eine Woche vor Ablauf der Klagefrist) fehlte bereits offensichtlich ein Interesse der Kl&auml;ger, die ihnen nach der Behauptung des FA zugegangene Einspruchsentscheidung zur Wahrung der Klagefrist der f&uuml;r die Mieter bestimmten Postsendungen beizumischen, weil die Klagefrist im Zeitpunkt der Mitnahme der Post durch den Zeugen noch nicht abgelaufen war. Ebenso ergeben sich aus den bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG keine Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme, Dritte h&auml;tten die im Briefkasten der Kl&auml;ger eingelegte Einspruchsentscheidung &#8211;mit oder ohne Veranlassung durch die Kl&auml;ger&#8211; der f&uuml;r den Zeugen H und seine Mitbewohner bestimmten Post beigef&uuml;gt; nach dem Vortrag der Kl&auml;ger hatten sie im Streitzeitraum niemandem ihren Briefkastenschl&uuml;ssel &uuml;berlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG lassen mit Blick auf die Abw&auml;gungsdefizite der vorinstanzlichen Entscheidung und den dadurch veranlassten Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect;&nbsp;76 FGO keine abschlie&szlig;ende Beurteilung des Senats zu, ob die Einspruchsentscheidung aus dem Briefkasten der Kl&auml;ger in ihnen zurechenbarer Weise auf den f&uuml;r die Wohngemeinschaft bestimmten Poststapel gelangt sein kann, obwohl diese &uuml;ber einen eigenen Briefkasten verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechende Feststellungen wird das FG nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Solche Feststellungen w&auml;ren nur entbehrlich, wenn den Kl&auml;gern selbst bei unterstelltem Zugang der Einspruchsentscheidung entsprechend den Angaben der Zustellungsurkunde eine Fristvers&auml;umnis wegen Anspruchs auf Wiedereinsetzung von Amts wegen in die vers&auml;umte Frist nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO nicht entgegengehalten werden k&ouml;nnte. Auf der Grundlage der bisherigen Feststellungen des FG k&ouml;nnen die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung indessen nicht abschlie&szlig;end beurteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO ist Wiedereinsetzung zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden an der Einhaltung der gesetzlichen Frist gehindert war (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO). Hiernach schlie&szlig;t jedes Verschulden &#8211;also auch einfache Fahrl&auml;ssigkeit&#8211; die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Oktober 1991 VII&nbsp;R&nbsp;32\/90, BFH\/NV 1994, 553; vom 25.&nbsp;April 2005 VIII&nbsp;B&nbsp;42\/02, BFH\/NV 2005, 1821; vom 18.&nbsp;Januar 2007 III&nbsp;R&nbsp;65\/05, BFH\/NV 2007, 945). Der Beteiligte muss sich ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 ZPO; vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;36\/04, BFHE 223, 166, BStBl II 2009, 190).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Insbesondere kommt eine Wiedereinsetzung nach der Rechtsprechung auch in den F&auml;llen in Betracht, in denen dem Rechtsbehelfsf&uuml;hrer der Gegenbeweis i.S. des &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO nicht gelingt (vgl. BGH-Beschluss in NJW-RR 2001, 571, mit dem Hinweis, dass dem Empf&auml;nger das &Uuml;bersehen des zugestellten Schriftst&uuml;cks in der nicht immer sorgf&auml;ltig durchgesehenen Werbung nicht generell vorgeworfen &#8211;und damit keine Fahrl&auml;ssigkeit angenommen&#8211; werden kann).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt nach der Rechtsprechung nur dann nicht, wenn weitere Umst&auml;nde hinzutreten, die zu erh&ouml;hter Sorgfalt Anlass geben (BGH-Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 2004 AnwZ&nbsp;(B) 92\/03, juris: Gebot erh&ouml;hter Sorgfalt bei zu erwartender Zustellung des Schriftst&uuml;cks).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ob es im Streitfall solche Umst&auml;nde gibt, die einer Wiedereinsetzung entgegenst&uuml;nden, hat das FG aufgrund seiner abweichenden Rechtsauffassung bislang nicht festgestellt, so dass dem Senat auch insoweit eine abschlie&szlig;ende Beurteilung nicht m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechende Feststellungen hat das FG mithin im zweiten Rechtsgang nachzuholen, sofern es im Rahmen seiner weiteren Sachaufkl&auml;rung weiterhin zu dem Ergebnis kommen sollte, dass der Zusteller die Einspruchsentscheidung tats&auml;chlich in den Briefkasten der Kl&auml;ger eingelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung bleibt dem FG vorbehalten (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.7.2015, VIII R 50\/13 Beweiskraft der Zustellungsurkunde &#8211; Anforderungen an einen Gegenbeweis zur Ersch&uuml;tterung der Behauptung ordnungsgem&auml;&szlig;er Zustellung &#8211; Verfahrensfehlerhafte Beweisw&uuml;rdigung durch das FG Tenor Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 18. M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;3 K 467\/12 aufgehoben. Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen. 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