{"id":65128,"date":"2015-11-06T17:06:08","date_gmt":"2015-11-06T15:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65128"},"modified":"2015-11-06T17:06:08","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:08","slug":"x-k-5-13-kostenfestsetzung-bei-einer-mehreren-geschaeften-dienenden-geschaeftsreise-teilnahme-an-mehreren-muendlichen-verhandlungen-vor-dem-bfh-an-einem-tag-kostenerstattungsanspruch-des-wegen-ueberla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-5-13-kostenfestsetzung-bei-einer-mehreren-geschaeften-dienenden-geschaeftsreise-teilnahme-an-mehreren-muendlichen-verhandlungen-vor-dem-bfh-an-einem-tag-kostenerstattungsanspruch-des-wegen-ueberla\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;5\/13 &#8211; Kostenfestsetzung bei einer mehreren Gesch&auml;ften dienenden Gesch&auml;ftsreise &#8211; Teilnahme an mehreren m&uuml;ndlichen Verhandlungen vor dem BFH an einem Tag &#8211; Kostenerstattungsanspruch des wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer verklagten Bundeslandes &#8211; Erstattungsf&auml;higkeit von Aufwendungen einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts &#8211; Kein Anspruch auf Entsch&auml;digung f&uuml;r die Zeitvers&auml;umnis wegen der Wahrnehmung eines Gerichtstermins &#8211; Grundsatz der Kostenminimierung &#8211; Kopierkosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 6.7.2015, X K 5\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Kostenfestsetzung bei einer mehreren Gesch&auml;ften dienenden Gesch&auml;ftsreise &#8211; Teilnahme an mehreren m&uuml;ndlichen Verhandlungen vor dem BFH an einem Tag &#8211; Kostenerstattungsanspruch des wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer verklagten Bundeslandes &#8211; Erstattungsf&auml;higkeit von Aufwendungen einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts &#8211; Kein Anspruch auf Entsch&auml;digung f&uuml;r die Zeitvers&auml;umnis wegen der Wahrnehmung eines Gerichtstermins &#8211; Grundsatz der Kostenminimierung &#8211; Kopierkosten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Die der Kl&auml;gerin entstandenen und vom Beklagten aufgrund der Kostengrundentscheidung im Urteil des Bundesfinanzhofs vom 4. Juni 2014 X K 5\/13 zu erstattenden notwendigen Aufwendungen werden auf 217,27 EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der der Kl&auml;gerin zu erstattende Betrag in H&ouml;he von 217,27 EUR ist ab dem 15. Januar 2015 mit 5 % &uuml;ber dem Basiszinssatz nach &sect; 247 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zu verzinsen (&sect; 155 der Finanzgerichtsordnung, &sect; 104 Abs. 1 Satz 2 der Zivilprozessordnung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4.&nbsp;Juni 2014 X&nbsp;K&nbsp;5\/13 hat die Kl&auml;gerin zu 5\/8 und der Beklagte zu 3\/8 die Kosten des Klageverfahrens zu tragen. Der Streitwert\/Gegenstandswert betr&auml;gt 2.400&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>I. Kostenfestsetzungsantrag der Kl&auml;gerin<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat mit Kostenberechnung vom 15.&nbsp;Januar 2015, beim BFH eingegangen am 15.&nbsp;Januar 2015, zu erstattende Kosten in H&ouml;he von 527,39&nbsp;EUR (Verfahrensgeb&uuml;hr 321,60&nbsp;EUR; Terminsgeb&uuml;hr 241,20&nbsp;EUR; Entgelte f&uuml;r Post und Telekommunikation 20&nbsp;EUR; Fahrtkosten zur m&uuml;ndlichen Verhandlung beim BFH mit dem eigenen PKW von Berlin nach M&uuml;nchen und zur&uuml;ck, insgesamt 1&nbsp;154&nbsp;km x 0,30&nbsp;EUR = 346,20&nbsp;EUR; Tagegeld 60&nbsp;EUR; &Uuml;bernachtungskosten 192,62&nbsp;EUR; Umsatzsteuer 224,55&nbsp;EUR; insgesamt 1.406,37&nbsp;EUR, davon 3\/8) geltend gemacht sowie eine Verzinsung der Kosten mit 5&nbsp;% ab dem 15.&nbsp;Januar 2015 (Antragseingang beim BFH) &uuml;ber dem Basiszinssatz beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenberechnung wurde dem Land Brandenburg (Beklagter) zur Stellungnahme &uuml;bersandt und von diesem mit Schreiben vom 10.&nbsp;Februar 2015 hinsichtlich der H&ouml;he der geltend gemachten Verfahrens- und Terminsgeb&uuml;hr sowie hinsichtlich Fahrtkosten, Abwesenheitsgeld und &Uuml;bernachtungskosten beanstandet. Am Tag der m&uuml;ndlichen Verhandlung, dem 4.&nbsp;Juni 2014, h&auml;tten drei weitere m&uuml;ndliche Verhandlungen beim BFH stattgefunden, in denen der f&uuml;r die bevollm&auml;chtigte Steuerberatungsgesellschaft t&auml;tige Rechtsanwalt andere Kl&auml;ger vertreten habe. In allen vier m&uuml;ndlichen Verhandlungen beim BFH vom 4.&nbsp;Juni 2014 habe jeweils der Bevollm&auml;chtigte Rechtsanwalt R zusammen mit Frau Steuerberaterin S teilgenommen. Die insgesamt von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Auslagen nach den Nrn.&nbsp;7003 bis 7006 des Verg&uuml;tungsverzeichnisses zum Rechtsanwaltsverg&uuml;tungsgesetz (VV-RVG) seien daher zu gleichen Teilen auf die vier am 4.&nbsp;Juni 2014 beim BFH verhandelten Verfahren aufzuteilen. Vorliegend seien daher die Fahrtkosten und das Tagegeld jeweils nur zu einem Viertel anzusetzen. Die geltend gemachten &Uuml;bernachtungskosten beinhalteten zudem ausweislich der dazu vorgelegten Hotelrechnung die Kosten der &Uuml;bernachtung f&uuml;r zwei Personen. Auf den Bevollm&auml;chtigten entfalle daher nur die H&auml;lfte der &Uuml;bernachtungskosten laut Hotelrechnung. Eine Vertretung der Kl&auml;ger durch mehrere Bevollm&auml;chtigte sei nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung (ZPO) nicht notwendig. Von den &quot;halben&quot; Hotelkosten sei nur ein Viertel dem vorliegenden Verfahren zuzurechnen. Erstattungsf&auml;hig sei daher grunds&auml;tzlich nur ein Viertel der geltend gemachten Fahrtkosten (25&nbsp;% von 346,20&nbsp;EUR = 86,55&nbsp;EUR), des Tagegelds (25&nbsp;% von 60&nbsp;EUR = 15&nbsp;EUR) sowie im Ergebnis ein Achtel der &Uuml;bernachtungskosten laut Hotelrechnung (1\/8 von 192,62&nbsp;EUR = 24,08&nbsp;EUR). Die Auslagen nach den Nrn.&nbsp;7003 bis 7006 VV-RVG betr&uuml;gen daher insgesamt 125,63&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Bestimmung der Geb&uuml;hrenh&ouml;he sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 des Rechtsanwaltsverg&uuml;tungsgesetzes (RVG) die Geb&uuml;hrentabelle zum RVG in der vor dem 1.&nbsp;August 2013 g&uuml;ltigen Fassung ma&szlig;geblich, da der unbedingte Auftrag zur Vertretung im Verfahren X&nbsp;K&nbsp;5\/13 vor dem 1.&nbsp;August 2013 erteilt worden sei. Eine 1,6-fache Verfahrensgeb&uuml;hr nach Nr.&nbsp;3200 VV-RVG betrage folglich nur 257,60&nbsp;EUR, eine 1,2-fache Terminsgeb&uuml;hr nur 193,20&nbsp;EUR. Zusammen mit Auslagenpauschale 20&nbsp;EUR, Fahrtkosten 86,55&nbsp;EUR, Abwesenheitsgeld 15&nbsp;EUR, &Uuml;bernachtungskosten 24,08&nbsp;EUR, Umsatzsteuer 113,32&nbsp;EUR betr&uuml;gen die notwendigen Aufwendungen der Kl&auml;gerin somit 709,75&nbsp;EUR, von denen aufgrund der Kostengrundentscheidung des X.&nbsp;Senats tats&auml;chlich 3\/8 <strong>(266,16&nbsp;EUR)<\/strong> vom Beklagten zu erstatten seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>2. <\/strong><strong>Die notwendigen, angemessenen und erstattungsf&auml;higen Aufwendungen der Kl&auml;gerin werden auf 266,16&nbsp;EUR festgesetzt.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Entsch&auml;digungsklageverfahren zu erstattenden Aufwendungen werden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;149 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auf Antrag von dem Urkundsbeamten des BFH als dem Gericht des ersten Rechtszugs festgesetzt. Nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;1 FGO k&ouml;nnen nur die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung <strong>notwendigen<\/strong> Aufwendungen erstattet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Entsch&auml;digungsklage ist vor dem 1.&nbsp;August 2013 beim BFH eingegangen. Der Auftrag zur Erhebung der Entsch&auml;digungsklage ist damit offensichtlich vor dem 1.&nbsp;August 2013 erteilt worden, dem Kostenfestsetzungsantrag der Kl&auml;gerin ist daher wie vom Beklagten zutreffend vorgetragen nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 RVG das RVG i.d.F. vor Inkrafttreten des 2.&nbsp;Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes zugrunde zu legen. Die geltend gemachte <strong>Termins<\/strong>&#8211; und <strong>Verfahrensgeb&uuml;hr<\/strong> betragen damit 257,60&nbsp;EUR bzw. 193,20&nbsp;EUR, sind zusammen mit der Telekommunikationspauschale von 20&nbsp;EUR im Umfang der Kostengrundentscheidung des X.&nbsp;Senats, also zu 3\/8 erstattungsf&auml;hig und werden von der zwischen den Beteiligten ansonsten streitigen teilweisen Zuordnung von Auslagen nach Nrn.&nbsp;7003 bis 7006 VV-RVG zu den anderen Verfahren vom 4.&nbsp;Juni 2014 nicht ber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hinsichtlich <strong>Fahrtkosten, Tagegeld und &Uuml;bernachtungskosten<\/strong> wird der zutreffenden Auffassung des Beklagten gefolgt. Dient eine Reise mehreren Gesch&auml;ften, sind nach Vorbemerkung 7 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 VV-RVG die dabei entstandenen Auslagen nach den Nrn.&nbsp;7003 bis 7006 VV-RVG nach dem <strong>Verh&auml;ltnis der Kosten<\/strong> zu verteilen, die bei gesonderter Ausf&uuml;hrung der einzelnen Gesch&auml;fte entstanden w&auml;ren<strong>. <\/strong>Der Anwendungsbereich der Vorschrift ist auch er&ouml;ffnet, wenn der Rechtsanwalt mehrere Gesch&auml;fte wie vorliegend an ein und demselben Ort erledigt (vgl. Mayer\/ Kroi&szlig;, RVG, 6.&nbsp;Aufl., Vorbemerkung 7 Rz&nbsp;5). Zur Aufteilung sind die tats&auml;chlichen Auslagen nach Nrn. 7003 bis 7006 VV-RVG zun&auml;chst insgesamt f&uuml;r s&auml;mtliche Gesch&auml;fte, vorliegend also f&uuml;r die vier m&uuml;ndlichen Verhandlungen am 4.&nbsp;Juni 2014, zu berechnen. Nunmehr ist f&uuml;r jedes Gesch&auml;ft isoliert zu ermitteln, welche Auslagen ersatzf&auml;hig sind und in welcher H&ouml;he sie angefallen w&auml;ren, wenn ausschlie&szlig;lich diese Angelegenheit erledigt worden w&auml;re. Anschlie&szlig;end sind diese (fiktiven) Einzelkosten zu addieren, so dass sich fiktive Gesamtkosten ergeben. Die tats&auml;chlich angefallenen Auslagen nach Nrn. 7003 bis 7006 VV-RVG sind dann nach dem Verh&auml;ltnis der fiktiven Einzelkosten zu den fiktiven Gesamtkosten auf das einzelne Verfahren aufzuteilen (vgl. z.B. Hartmann, Kostengesetze, 45.&nbsp;Aufl. 2015, Vorbemerkung 7 VV-RVG Rz&nbsp;10; Maser\/Kroi&szlig;, a.a.O., Vorbemerkung 7 Rz&nbsp;7&nbsp;ff., mit Rechenbeispielen; Rehberg\/Schons\/Vogt\/Feller\/ Hellstab\/Jungbauer\/Bestelmayer\/Frankenberg, RVG, 6.&nbsp;Aufl., &quot;Reisekosten des Rechtsanwalts&quot;, Rz&nbsp;7, &quot;Reisen zur Ausf&uuml;hrung mehrerer Gesch&auml;fte&quot;). W&auml;re vorliegend von den vier am 4.&nbsp;Juni 2014 beim BFH durchgef&uuml;hrten vier m&uuml;ndlichen Verhandlungen fiktiv nur eine durchgef&uuml;hrt worden, w&auml;ren die fiktiven streitigen Auslagen nach Nrn. 7003 bis 7006 VV-RVG f&uuml;r jedes einzelne der vier verhandelten Verfahren exakt gleich hoch gewesen (gleich hohe Fahrtkosten zum identischen Gerichtsort, gleich hohes Tagegeld, ggf. gleich hohe &Uuml;bernachtungskosten). Es entf&auml;llt daher wie vom Beklagten zutreffend vorgetragen jeweils ein Viertel der streitigen Auslagen auf jedes der am 4.&nbsp;Juni 2014 verhandelten Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Bevollm&auml;chtigten in Kopie vorgelegte Hotelrechnung f&uuml;r die &Uuml;bernachtung &uuml;ber 192,62&nbsp;EUR bezieht sich ausdr&uuml;cklich auf zwei Personen. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 ZPO sind die Kosten mehrerer Prozessvertreter von der unterliegenden Partei nur insoweit zu erstatten, als sie die Kosten eines Rechtsanwalts nicht &uuml;bersteigen. Die Hotelrechnung rechnet die &Uuml;bernachtung f&uuml;r zwei Personen ab, auf eine Person entf&auml;llt von der Hotelrechnung also ein Betrag von 50&nbsp;% (96,31&nbsp;EUR). Dieser Betrag entf&auml;llt zu gleichen Teilen auf die vier am 4.&nbsp;Juni 2015 verhandelten Verfahren, im vorliegenden Verfahren ist also ein Betrag von (25&nbsp;% von 96,31&nbsp;EUR) 24,08&nbsp;EUR erstattungsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Insgesamt betr&auml;gt der der Kl&auml;gerin zu erstattende Betrag daher wie vom Beklagten im Schriftsatz vom 10.&nbsp;Februar 2015 zutreffend errechnet 266,16&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>II. Kostenfestsetzungsantrag des Beklagten<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beklagter ist das Land Brandenburg, vertreten durch das Ministerium der Justiz des Landes Brandenburg, das die Vertretung in Entsch&auml;digungsklageverfahren durch Verwaltungsanordnung auf den Pr&auml;sidenten bzw. Vizepr&auml;sidenten des Finanzgerichts (FG) Berlin-Brandenburg mit Sitz in Cottbus &uuml;bertragen hat. Das FG Berlin-Brandenburg &uuml;bt jeweils Rechtsprechungsgewalt desjenigen Bundeslandes aus, aus dem das Ausgangsverfahren stammt (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;April 2013 X&nbsp;K&nbsp;3\/12, BFHE 240, 516, BStBl II 2013, 547). Soweit das Land Brandenburg bei den vier m&uuml;ndlichen Verhandlungen beim BFH am 4.&nbsp;Juni 2014 beklagt war, war es jeweils durch den Vizepr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg vertreten. Der Beklagte hat mit Schreiben vom 15.&nbsp;Dezember 2014, beim BFH eingegangen am 15.&nbsp;Dezember 2014, seine Aufwendungen anl&auml;sslich der vier m&uuml;ndlichen Verhandlungen beim BFH am 4.&nbsp;Juni 2014 allen vier Verfahren zu je ein Viertel zugeordnet und im vorliegenden Fall ein Viertel in H&ouml;he von 173,46&nbsp;EUR (Flugkosten 31,96&nbsp;EUR; Bahn 5,85&nbsp;EUR; Fahrtkosten ein Viertel von 270&nbsp;km x 0,25&nbsp;EUR = 16,88&nbsp;EUR; Aufwandsentsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 ZPO, &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 des Justizverg&uuml;tungs- und -entsch&auml;digungsgesetzes &#8211;JVEG&#8211;, 6&nbsp;EUR; &Uuml;bernachtung 29,75&nbsp;EUR; postalische Aufwendungen 4,67&nbsp;EUR; Kopierkosten von 60,85&nbsp;EUR f&uuml;r 289&nbsp;Seiten nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 ZPO, &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 JVEG; Zeitvers&auml;umnis nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 ZPO, &sect;&nbsp;20 JVEG je 8,75&nbsp;EUR f&uuml;r 3.&nbsp;Juni und 4.&nbsp;Juni 2014 = 17,50&nbsp;EUR) geltend gemacht sowie eine Verzinsung der Kosten mit 5&nbsp;% ab Antragseingang (15.&nbsp;Dezember 2014) &uuml;ber dem Basiszinssatz beantragt. Die Kl&auml;gerin erachtet davon mit Schreiben vom 15.&nbsp;Januar 2015 die Positionen &quot;Kopierkosten&quot;, &quot;Zeitvers&auml;umnis&quot; und &quot;PKW-Fahrtkosten&quot; f&uuml;r nicht erstattungsf&auml;hig. Bei den PKW-Kosten handle es sich um die Hin- und R&uuml;ckfahrt des Vizepr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg von seinem Wohnort in X-Stadt zum Flughafen Berlin-Tegel anl&auml;sslich der mit dem Flugzeug durchgef&uuml;hrten Anreise zu den m&uuml;ndlichen Verhandlungen beim BFH. &quot;Sitz&quot; des beklagten Landes Brandenburg sei jedoch Potsdam. Nach dem im Bereich der Kostenerstattung zu beachtenden Grundsatz der Kostenminimierung seien die Reisekosten eines an einem dritten Ort ans&auml;ssigen ausw&auml;rtigen Rechtsanwalts nur bis zur H&ouml;he der fiktiven Reisekosten eines am Wohn- oder Gesch&auml;ftsort der Partei ans&auml;ssigen Rechtsanwalts erstattungsf&auml;hig, wenn dessen Beauftragung zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder -verteidigung erforderlich gewesen w&auml;re. Bei sinngem&auml;&szlig;er Anwendung dieser Grunds&auml;tze h&auml;tte auch das Land Brandenburg mit &quot;Sitz&quot; in Potsdam geeignete Vertreter in Potsdam finden k&ouml;nnen und m&uuml;ssen. Erstattungsf&auml;hig seien daher nur die Reisekosten des Vertreters des Landes Brandenburg von Potsdam nach M&uuml;nchen, nicht aber die Fahrtkosten X-Stadt&#8211;Berlin und zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>2. <\/strong><strong>Die notwendigen, angemessenen und erstattungsf&auml;higen Aufwendungen des Beklagten werden auf 48,89&nbsp;EUR festgesetzt.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird wie vorliegend ein Bundesland wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer an einem FG des Bundeslandes nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;198&nbsp;ff. des Gerichtsverfassungsgesetzes beim BFH als hierf&uuml;r erstinstanzlich zust&auml;ndigem Gericht verklagt, ist das Bundesland keine &quot;Finanzbeh&ouml;rde&quot; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;2 FGO. Zu diesen Finanzbeh&ouml;rden geh&ouml;ren nur die Stellen, die in Abgabenangelegenheiten, also in ihrer steuerverwaltenden Funktion, an einem Klageverfahren beteiligt sind (vgl. Hessisches FG, Beschluss vom 28.&nbsp;Juli 1998&nbsp;&nbsp;12&nbsp;Ko&nbsp;3483\/98, Entscheidungen der Finanzgerichte 1998, 1423; BFH-Beschluss des Urkundsbeamten vom 20.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;K&nbsp;3\/13, juris). Zu den erstattungsf&auml;higen Kosten geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;1 FGO die zur Rechtsverteidigung notwendigen Aufwendungen der Beteiligten. Da in der FGO eine n&auml;here Festlegung fehlt, welche Aufwendungen einer &#8211;nicht in den Anwendungsbereich des RVG fallenden&#8211; juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts im Einzelfall erstattungsf&auml;hig sind, ist nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO die Regelung in &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 ZPO sinngem&auml;&szlig; anzuwenden. Die Kostenerstattung umfasst demnach auch die Entsch&auml;digung des Gegners f&uuml;r die durch notwendige Reisen oder durch die notwendige Wahrnehmung von Terminen entstandene Zeitvers&auml;umnis; die f&uuml;r die Entsch&auml;digung von Zeugen geltenden Vorschriften sind entsprechend anzuwenden. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) ist nicht nur die reine Zeitvers&auml;umnis, sondern sind auch die eigentlichen Reisekosten nach den f&uuml;r die Entsch&auml;digung von Zeugen geltenden Regeln abzurechnen (vgl. Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 1983&nbsp;&nbsp;4&nbsp;A&nbsp;1\/78, Der Deutsche Rechtspfleger 1984, 158). Die Erstattung notwendiger Reisekosten einschlie&szlig;lich Tagegelder eines Vertreters einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts richtet sich somit nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;5, 6 JVEG (vgl. z.B. Verwaltungsgericht M&uuml;nchen, Beschluss vom 22.&nbsp;November 2012 M&nbsp;21&nbsp;M&nbsp;12.4763, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie zwischen den Beteiligten unstreitig ist, sind die vom Beklagten anteilig geltend gemachten Kosten f&uuml;r Hin&#8211; und R&uuml;ckflug nach M&uuml;nchen (31,96&nbsp;EUR), Bahnfahrt (5,85&nbsp;EUR), Tagegeld (6&nbsp;EUR), &Uuml;bernachtung (29,75&nbsp;EUR), postalische Aufwendungen in H&ouml;he von 4,67&nbsp;EUR insgesamt also in H&ouml;he von 78,23&nbsp;EUR, angemessen, notwendig und damit im Umfang der Kostengrundentscheidung des X.&nbsp;Senats zu 5\/8 (48,89&nbsp;EUR) nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 ZPO erstattungsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Frage, ob eine Beh&ouml;rde oder juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts im Rahmen der Kostenerstattung nach &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO Entsch&auml;digung f&uuml;r den Zeitaufwand verlangen kann, der ihr durch die Teilnahme eines Mitarbeiters an einem gerichtlichen Termin entstanden ist, ist in Rechtsprechung und Schrifttum umstritten. Teilweise wird dies mit der Begr&uuml;ndung abgelehnt, bei einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts handele es sich insoweit um steuerfinanzierte Vorhaltekosten, die nicht auf den Prozessgegner abgew&auml;lzt werden k&ouml;nnten. Nach anderer Auffassung soll &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO auch auf Beh&ouml;rden und juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts uneingeschr&auml;nkt anwendbar sein, weil f&uuml;r eine abweichende Behandlung kein Raum sei. Eine Beh&ouml;rde oder eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts k&ouml;nne daher f&uuml;r die durch eine Terminswahrnehmung durch einen gesetzlichen Vertreter oder einen sonstigen Beauftragten entstandene Zeitvers&auml;umnis Verdienstausfall nach &sect;&nbsp;22 JVEG verlangen. Nach Auffassung des BVerwG und des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; (vgl. BGH-Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2014 XII&nbsp;ZB&nbsp;630\/12, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht 2014, 867, mit umfangreichen Nachweisen, unter Anschluss an den BVerwG-Beschluss vom 29.&nbsp;Dezember 2004&nbsp;&nbsp;9&nbsp;KSt&nbsp;6\/04, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2005, 466) haben dagegen juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts und Beh&ouml;rden grunds&auml;tzlich keinen Anspruch auf Entsch&auml;digung f&uuml;r die Zeitvers&auml;umnis wegen der Wahrnehmung eines Gerichtstermins durch einen Bediensteten (&sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO, &sect;&sect;&nbsp;19&nbsp;ff. JVEG). Letzterer Auffassung ist f&uuml;r die beim BFH erstinstanzlich gef&uuml;hrten Verfahren wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer zu folgen, wenn ein Bundesland durch Justizorgane des &ouml;ffentlichen Dienstes vertreten wird. Die geltend gemachte <strong>Zeitvers&auml;umnis<\/strong> des Vertreters des Landes Brandenburg, hier des Vizepr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg infolge der Teilnahme an der m&uuml;ndlichen Verhandlung beim BFH in M&uuml;nchen, ist daher <strong>nicht erstattungsf&auml;hig<\/strong> (vgl. BFH-Beschluss des Urkundsbeamten des BFH vom 20.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;K&nbsp;3\/13, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Von der vorstehend unter II.2.c dargestellten Rechtsprechung wird nur eine Erstattung infolge Zeitvers&auml;umnis erfasst, nicht aber das <strong>Tagegeld<\/strong> nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 JVEG. Mit dem Tagegeld sind die weiteren Kosten abgedeckt, die infolge einer l&auml;ngeren Abwesenheitszeit vom Wohnort oder der Arbeitsstelle entstehen. Davon umfasst sind insbesondere die Kosten f&uuml;r Verpflegung. Zehr- oder Verpflegungskosten sind als allgemeiner Aufwand i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 JVEG erstattungsf&auml;hig, wenn sie infolge des gerichtlich angesetzten Termins objektiv notwendig sind (vgl. Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 21.&nbsp;Mai 2014 L&nbsp;15&nbsp;SF&nbsp;137\/13, juris). Das anteilige geltend gemachte Tagegeld nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 JVEG von <strong>6&nbsp;EUR<\/strong> ist daher <strong>erstattungsf&auml;hig<\/strong>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Hinsichtlich der <strong>PKW-Fahrten<\/strong> hinsichtlich der Hin- und R&uuml;ckfahrt Berlin-X-Stadt wird der Auffassung der Kl&auml;gerin gefolgt. Wenn das beklagte Land Brandenburg sich im Verwaltungswege bei seiner Vertretung in Entsch&auml;digungsklageverfahren f&uuml;r eine Person entscheidet, die rund 140&nbsp;km von Potsdam entfernt wohnt und arbeitet, ist im Bereich der Kostenerstattung nach dem hier beachtenden Grundsatz der Kostenminimierung <strong>nicht<\/strong> von der <strong>kostenrechtlichen &quot;Notwendigkeit&quot;<\/strong> auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die vom Beklagten geltend gemachten Kopierkosten sind ebenfalls nicht erstattungsf&auml;hig. Die Erstattung sonstiger Aufwendungen setzt regelm&auml;&szlig;ig voraus, dass diese gezahlt worden, also bar angefallen sind. Von den Beteiligten selbst hergestellte Ablichtungen sind nur in H&ouml;he der notwendigen tats&auml;chlich entstandenen Kosten zu erstatten; die Ausnahmeregelungen &uuml;ber die Erstattung gerichtlicher bzw. anwaltlicher Schreibauslagen (Nr. 9000 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz, Nr. 7000 des VV-RVG) sind nicht anwendbar. Mangels Verweisung in &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO sind auch die Pauschalen f&uuml;r Kopien und Ablichtungen nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 JVEG nicht (entsprechend) anwendbar. Wenn schon der allgemeine Zeitaufwand der Beh&ouml;rde sowie die Zeitvers&auml;umnis des Vertreters einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts anl&auml;sslich eines Gerichtstermins nicht erstattungsf&auml;hig ist (vgl. unter II.2.c), w&auml;re es auch nicht gerechtfertigt, die Pauschalen nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 JVEG, die angesichts ihrer H&ouml;he &#8211;erste 50&nbsp;Seiten je 0,50&nbsp;EUR, jede weitere Seite 0,15&nbsp;EUR&#8211; offensichtlich einen erheblichen Personalkostenanteil anl&auml;sslich der Fertigung der Kopien enthalten, entsprechend anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen sind Kosten f&uuml;r Ablichtungen, die die Beteiligten ohne gerichtliche Aufforderung von ihnen verf&uuml;gbaren Unterlagen gefertigt haben, etwa f&uuml;r die Ablichtung der dem Gericht pflichtgem&auml;&szlig; vorgelegten Verwaltungsakten, nach herrschender Meinung grunds&auml;tzlich nicht erstattungsf&auml;hig (vgl. hierzu von&nbsp;Eicken\/Hellstab\/Lappe\/Madert\/Dornd&ouml;rfer, Die Kostenfestsetzung, 21.&nbsp;Aufl., unter D&nbsp;136, D&nbsp;141, m.w.N.). Hierbei handelt es sich um einen Teil der sog. Generalunkosten der Partei, also diejenigen pers&ouml;nlichen oder sachlichen Aufwendungen, die sie allgemein f&uuml;r ihre Teilnahme am Rechtsverkehr erbringt und die in der Regel nur anteilig auf den konkreten Rechtsstreit umgelegt werden k&ouml;nnten. Diese Kosten sind auch dann nicht erstattungsf&auml;hig, wenn sie, wie z.B. bei dem f&uuml;r die Kopien verwendeten Schreibpapier, durch einen konkreten Rechtsstreit veranlasst sind und insoweit aufgeschl&uuml;sselt werden k&ouml;nnen. Der mit der sp&auml;teren Geltendmachung von Kopierkosten in Kostenfestsetzungsverfahren verbundene Arbeitsaufwand (Glaubhaftmachung im Kostenfestsetzungsantrag, gegebenenfalls Vorlage gegen&uuml;ber dem Urkundsbeamten, bereits w&auml;hrend des Prozesses Registrierung und Z&auml;hlung der angefertigten Kopien) d&uuml;rfte zudem in der Regel die erstattbaren Kosten bei &ouml;konomischer Betrachtungsweise erreichen oder &uuml;bersteigen, so dass der Allgemeinheit regelm&auml;&szlig;ig kein Nachteil dadurch entstehen d&uuml;rfte, wenn die Kopierkosten unter den nicht erstattungsf&auml;higen sog. Generalunkosten verortet werden. Dies bedeutet bei Beh&ouml;rden, die regelm&auml;&szlig;ig beh&ouml;rdeneigene Fotokopierger&auml;te besitzen und deshalb nicht &#8211;wie etwa Private&#8211; die entstandenen Kosten in einem sog. Copy-Shop geltend machen k&ouml;nnen, dass die Selbstkosten &#8211;ohne Arbeitszeit, die bei Beh&ouml;rdenbediensteten nicht erstattungsf&auml;hig ist&#8211; f&uuml;r die Herstellung von Fotokopien zu ermitteln w&auml;ren. Diese d&uuml;rften bei einem Betrag von drei bis maximal zehn Cent pro Fotokopie liegen (vgl. Verwaltungsgericht Kassel, Beschluss vom 2.&nbsp;August 2001&nbsp;&nbsp;6&nbsp;J&nbsp;1763\/01, juris). Diese in der Regel unbedeutenden Kosten heben sich aus dem allgemeinen Sachaufwand der Beh&ouml;rde nicht heraus (vgl. auch Verwaltungsgerichtshof Baden-W&uuml;rttemberg, Beschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 1994&nbsp;&nbsp;4&nbsp;S&nbsp;317\/94, juris) und lassen eine Einordnung als nicht erstattungsf&auml;hige Generalunkosten der Beh&ouml;rde als zutreffend erscheinen. Die vorstehenden Grunds&auml;tze sind sinngem&auml;&szlig; anzuwenden, wenn ein Justizorgan als Vertreter eines an einem gerichtlichen Verfahren beteiligten Bundeslands Kopierkosten geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Insgesamt sind dem <strong>Beklagten<\/strong> i.S. des &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;1 FGO, &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 ZPO somit <strong>zu erstattende Aufwendungen<\/strong> in H&ouml;he von (siehe unter II.2.b) <strong>48,89&nbsp;EUR<\/strong> entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><strong>III. Einheitliche Kostenfestsetzung<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Kostenentscheidung des X.&nbsp;Senats nach Quoten ist nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;106 ZPO ein einheitlicher Kostenfestsetzungsbeschluss zu erlassen. Als ziffernm&auml;&szlig;iger Gesamtbetrag muss hierbei nur der einer Partei zustehende &Uuml;berschuss festgesetzt werden (vgl. z.B. Thomas\/Putzo, ZPO, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;106 Rz&nbsp;4). Die erstattungsf&auml;higen Kosten der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 266,16&nbsp;EUR (siehe unter I.) &uuml;bersteigen die erstattungsf&auml;higen Kosten des Beklagten in H&ouml;he von 48,89&nbsp;EUR (siehe unter II.). <strong>Zugunsten der Kl&auml;gerin<\/strong> errechnen sich somit insgesamt <strong>erstattungsf&auml;hige Kosten<\/strong> in H&ouml;he von <strong>217,27&nbsp;EUR.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Vollstreckung aus einem Kostenfestsetzungsbeschluss gegen den Bund oder ein Land bedarf es einer Vollstreckungsklausel nicht (&sect;&sect;&nbsp;150, 152, 153 FGO). Eine vollstreckbare Ausfertigung des Beschlusses wird daher nicht erstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 6.7.2015, X K 5\/13 Kostenfestsetzung bei einer mehreren Gesch&auml;ften dienenden Gesch&auml;ftsreise &#8211; Teilnahme an mehreren m&uuml;ndlichen Verhandlungen vor dem BFH an einem Tag &#8211; Kostenerstattungsanspruch des wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer verklagten Bundeslandes &#8211; Erstattungsf&auml;higkeit von Aufwendungen einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts &#8211; Kein Anspruch auf Entsch&auml;digung f&uuml;r die Zeitvers&auml;umnis wegen der Wahrnehmung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-5-13-kostenfestsetzung-bei-einer-mehreren-geschaeften-dienenden-geschaeftsreise-teilnahme-an-mehreren-muendlichen-verhandlungen-vor-dem-bfh-an-einem-tag-kostenerstattungsanspruch-des-wegen-ueberla\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;K&nbsp;5\/13 &#8211; Kostenfestsetzung bei einer mehreren Gesch&auml;ften dienenden Gesch&auml;ftsreise &#8211; Teilnahme an mehreren m&uuml;ndlichen Verhandlungen vor dem BFH an einem Tag &#8211; Kostenerstattungsanspruch des wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer verklagten Bundeslandes &#8211; Erstattungsf&auml;higkeit von Aufwendungen einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts &#8211; Kein Anspruch auf Entsch&auml;digung f&uuml;r die Zeitvers&auml;umnis wegen der Wahrnehmung eines Gerichtstermins &#8211; Grundsatz der Kostenminimierung &#8211; Kopierkosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65128\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}