{"id":65131,"date":"2015-11-06T17:06:24","date_gmt":"2015-11-06T15:06:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65131"},"modified":"2015-11-06T17:06:24","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:24","slug":"vi-r-46-14-aufwendungen-eines-arbeitnehmers-fuer-die-feier-des-geburtstages-und-der-bestellung-zum-steuerberater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-14-aufwendungen-eines-arbeitnehmers-fuer-die-feier-des-geburtstages-und-der-bestellung-zum-steuerberater\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;46\/14 &#8211; Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier des Geburtstages und der Bestellung zum Steuerberater"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2015, VI R 46\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier des Geburtstages und der Bestellung zum Steuerberater<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r eine Feier aus beruflichem und privatem Anlass k&ouml;nnen teilweise als Werbungskosten abziehbar sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der als Werbungskosten abziehbare Betrag der Aufwendungen kann anhand der Herkunft der G&auml;ste aus dem beruflichen\/privaten Umfeld des Steuerpflichtigen abgegrenzt werden, wenn die Einladung der G&auml;ste aus dem beruflichen Umfeld (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst ist. Hiervon kann insbesondere dann auszugehen sein, wenn nicht nur ausgesuchte G&auml;ste aus dem beruflichen Umfeld eingeladen werden, sondern die Einladungen nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien (z.B. alle Auszubildenden, alle Zugeh&ouml;rigen einer bestimmten Abteilung) ausgesprochen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 19. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1 K 3541\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Aufwendungen f&uuml;r eine Feier anl&auml;sslich eines runden Geburtstages und der Bestellung zum Steuerberater als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abziehbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2009 Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit aus seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r die X in Y. Im Streitjahr war er in Z wohnhaft. Am &#8230; 2009 wurde er zum Steuerberater bestellt. Am &#8230; 2009 war sein XX.&nbsp;Geburtstag. Er lud f&uuml;r den &#8230; 2009 Kollegen, Verwandte und Bekannte zu einer Feier in die ZZ ein. In der Einladungskarte sprach er eine Einladung zur Feier seiner bestandenen Steuerberaterpr&uuml;fung und zu seinem XX.&nbsp;Geburtstag aus. In der Benutzungserlaubnis der Stadt Z wurde die Veranstaltung als Geburtstagsfeier und der Kl&auml;ger als Veranstalter bezeichnet. Die Feier begann um 18:30&nbsp;Uhr. Sie wurde von einem 21-k&ouml;pfigen Posaunenchor umrahmt. Die Men&uuml;karte war mit &quot;XX &#038; StB&quot; &uuml;berschrieben. Von den 99 erschienenen G&auml;sten waren 46 Arbeitskollegen und 32 Verwandte und Bekannte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung 2009 vom 13.&nbsp;August 2010 machte der Kl&auml;ger die Aufwendungen f&uuml;r die Feier zun&auml;chst nicht geltend. Die Einkommensteuer wurde erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; festgesetzt. Mit dem Einspruch begehrte der Kl&auml;ger nunmehr den teilweisen Abzug der Aufwendungen f&uuml;r die Feier als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Die Gesamtaufwendungen von 3.413,69&nbsp;EUR (f&uuml;r Hallenmiete und Bewirtung) teilte er dabei unter Hinweis auf den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672) und das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 6.&nbsp;Juli 2010 (BStBl I 2010, 614) nach K&ouml;pfen auf, wobei er 46&nbsp;Personen (Gesch&auml;ftsleitung und Berufskollegen) dem beruflichen Bereich und 53&nbsp;Personen (private G&auml;ste einschlie&szlig;lich Posaunenchor) dem privaten Bereich zuordnete. Hieraus ergab sich ein Betrag in H&ouml;he von 1.586,34&nbsp;EUR (3.413,69&nbsp;EUR x 46,47&nbsp;%), den der Kl&auml;ger als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend machte. W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens wurde der Einkommensteuerbescheid aus hier nicht streitigen Gr&uuml;nden ge&auml;ndert. Mit Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Oktober 2012 wies der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 370 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;3541\/12 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Oktober 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass f&uuml;r den beruflich veranlassten Anteil der Feier Werbungskosten in H&ouml;he von 1.586,34&nbsp;EUR anerkannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG tragen nicht dessen W&uuml;rdigung, die Aufwendungen f&uuml;r die Feier in der ZZ seien insgesamt privat veranlasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den steuerpflichtigen Einnahmen ein Veranlassungszusammenhang besteht. Davon ist auszugehen, wenn die Aufwendungen mit der Eink&uuml;nfteerzielung objektiv zusammenh&auml;ngen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind, d.h. wenn sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit stehen. Ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die &#8211;wertende&#8211; Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re. Dabei bilden die Gr&uuml;nde, die den Steuerpflichtigen zu den Aufwendungen bewogen haben, das ausl&ouml;sende Moment.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergibt die Pr&uuml;fung, dass die Aufwendungen nicht oder in nur unbedeutendem Ma&szlig;e auf privaten, der Lebensf&uuml;hrung des Steuerpflichtigen zuzurechnenden Umst&auml;nden beruhen, so sind sie grunds&auml;tzlich als Werbungskosten abzuziehen. Beruhen die Aufwendungen hingegen nicht oder in nur unbedeutendem Ma&szlig;e auf beruflichen Umst&auml;nden, so sind sie nicht abziehbar (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672). Ist der erwerbsbezogene Anteil nicht von untergeordneter Bedeutung, kann eine Aufteilung und ein Abzug des beruflich veranlassten Teils der Kosten in Betracht kommen, sofern der den Beruf f&ouml;rdernde Teil der Aufwendungen sich nach objektiven Ma&szlig;st&auml;ben zutreffend und in leicht nachpr&uuml;fbarer Weise abgrenzen l&auml;sst (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672; Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2014, 500).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist auch zu kl&auml;ren, ob und in welchem Umfang die von einem Arbeitnehmer f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung einer Veranstaltung oder Feier getragenen Kosten als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in Abzug gebracht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die danach erforderliche Beurteilung, ob die Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, ist nach der Rechtsprechung des Senats in erster Linie auf den Anlass der Feier abzustellen. Indes ist der Anlass einer Feier nur ein erhebliches Indiz, nicht aber das allein entscheidende Kriterium f&uuml;r die Beurteilung der beruflichen oder privaten Veranlassung der Bewirtungsaufwendungen. Trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses kann sich aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergeben, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Feier beruflich veranlasst sind. Umgekehrt begr&uuml;ndet ein Ereignis in der beruflichen Sph&auml;re allein nicht die Annahme, die Aufwendungen f&uuml;r eine Feier seien (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst. Denn auch diese Ereignisse werden h&auml;ufig im Rahmen eines privaten Festes unter Einschluss befreundeter Arbeitskollegen begangen. Ob die Aufwendungen Werbungskosten sind, ist daher anhand weiterer Kriterien zu beurteilen. So ist von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die G&auml;steliste bestimmt, ob es sich bei den G&auml;sten um Kollegen, Gesch&auml;ftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angeh&ouml;rige des Steuerpflichtigen handelt. Zu ber&uuml;cksichtigen ist au&szlig;erdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist (Senatsurteile vom 11.&nbsp;Januar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;52\/03, BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317; vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;25\/03, BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459; vom 10.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;R&nbsp;26\/07, BFH\/NV 2008, 1831; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 500).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da Personen, die zusammen arbeiten, h&auml;ufig auch private Kontakte untereinander pflegen, kann f&uuml;r die Zuordnung der Aufwendungen zum beruflichen oder privaten Bereich ferner bedeutsam sein, ob nur ausgesuchte Arbeitskollegen eingeladen werden oder ob die Einladung nach allgemeinen Kriterien ausgesprochen wird. Werden Arbeitskollegen wegen ihrer Zugeh&ouml;rigkeit zu einer bestimmten betrieblichen Einheit (z.B. alle Arbeitnehmer einer Abteilung) oder nach ihrer Funktion, die sie innerhalb des Betriebes aus&uuml;ben (z.B. alle Au&szlig;endienstmitarbeiter oder Auszubildenden), eingeladen, legt dies den Schluss nahe, dass die Aufwendungen f&uuml;r diese G&auml;ste (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst sind, und zwar auch dann, wenn der Steuerpflichtige zu einzelnen dieser nach abstrakten berufsbezogenen Gr&uuml;nden eingeladenen Kollegen freundschaftlichen Kontakt pflegen sollte. Werden demgegen&uuml;ber nur einzelne Arbeitskollegen eingeladen, kann dies auf eine nicht nur unerhebliche private Mitveranlassung der Aufwendungen f&uuml;r diese G&auml;ste schlie&szlig;en lassen und ein Abzug deshalb ausscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sind Aufwendungen f&uuml;r eine Feier gemischt veranlasst, weil daran sowohl G&auml;ste aus dem privaten als auch dem beruflichen Umfeld teilgenommen haben, sind die Gesamtkosten anteilig nach G&auml;sten aufzuteilen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672). Die auf den einzelnen Gast entfallenden Kosten sind aber bei einer Feier wie unter den im Streitfall gegebenen Umst&auml;nden mangels eines objektiven Aufteilungsma&szlig;stabs entweder zur G&auml;nze der beruflichen oder aber der privaten Sph&auml;re zuzurechnen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672, Rz&nbsp;125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dabei obliegt die Beurteilung, ob Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, in erster Linie der tatrichterlichen W&uuml;rdigung des FG. Das FG hat anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu bestimmen, wo die Grenze zwischen betrieblichem und privatem Bereich verl&auml;uft und welche Indizien f&uuml;r sich allein ausreichend sind, um eine betriebliche Veranlassung zu bejahen (Senatsentscheidungen vom 26.&nbsp;Januar 2010 VI&nbsp;B&nbsp;95\/09, BFH\/NV 2010, 875; vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;33\/07, BFHE 222, 359, BStBl II 2009, 11; in BFH\/NV 2014, 500).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil kann deshalb keinen Bestand haben. Zum einen hat es seiner W&uuml;rdigung die unzutreffende Pr&auml;misse zugrunde gelegt, dass die Bestellung zum Steuerberater eher ein privates als ein berufliches Ereignis sei. Zum anderen hat es bei seiner W&uuml;rdigung nicht gepr&uuml;ft, ob die eingeladenen Kollegen nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien eingeladen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bestellung zum Steuerberater ist Voraussetzung f&uuml;r die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Steuerberater und stellt gleichsam den ersten Akt im Rahmen dieser T&auml;tigkeit dar. Diesem Ereignis kann ungeachtet der Tatsache, dass es auch ein pers&ouml;nliches Ereignis im Leben des Kl&auml;gers darstellt, der &uuml;berwiegend berufsbezogene Charakter nicht abgesprochen werden (vgl. Senatsurteil in BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317, zur Zurruhesetzung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wird im zweiten Rechtsgang erneut pr&uuml;fen, ob die allein streitigen Aufwendungen f&uuml;r die G&auml;ste aus dem beruflichen Umfeld (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst sind. Diese Annahme wird auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Gestaltung der Feier im Streitfall insbesondere dann naheliegen, wenn die Einladung der Kollegen prim&auml;r in der bestandenen Steuerberaterpr&uuml;fung gr&uuml;ndete und nicht von privaten Neigungen bestimmt war. Der Schluss auf rein berufliche Erw&auml;gungen f&uuml;r die Einladung einzelner oder aller Arbeitskollegen wird insbesondere dann in Betracht kommen, wenn und soweit diese nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien eingeladen wurden, z.B. wenn der Kl&auml;ger s&auml;mtliche Steuerberater des Unternehmens oder der Niederlassung, bei der er t&auml;tig ist, eingeladen haben sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.7.2015, VI R 46\/14 Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier des Geburtstages und der Bestellung zum Steuerberater Leits&auml;tze 1. Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r eine Feier aus beruflichem und privatem Anlass k&ouml;nnen teilweise als Werbungskosten abziehbar sein. 2. Der als Werbungskosten abziehbare Betrag der Aufwendungen kann anhand der Herkunft der G&auml;ste aus dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-14-aufwendungen-eines-arbeitnehmers-fuer-die-feier-des-geburtstages-und-der-bestellung-zum-steuerberater\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;46\/14 &#8211; Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier des Geburtstages und der Bestellung zum Steuerberater<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65131","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65131"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65131\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}