{"id":65138,"date":"2015-11-06T17:07:30","date_gmt":"2015-11-06T15:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65138"},"modified":"2015-11-06T17:07:30","modified_gmt":"2015-11-06T15:07:30","slug":"xi-r-35-13-zur-umsatzsteuerrechtlichen-anerkennung-einer-privaten-arbeitsvermittlerin-als-sonstige-einrichtung-mit-sozialem-charakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-35-13-zur-umsatzsteuerrechtlichen-anerkennung-einer-privaten-arbeitsvermittlerin-als-sonstige-einrichtung-mit-sozialem-charakter\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;35\/13 &#8211; Zur umsatzsteuerrechtlichen Anerkennung einer privaten Arbeitsvermittlerin als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.7.2015, XI R 35\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur umsatzsteuerrechtlichen Anerkennung einer privaten Arbeitsvermittlerin als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine private Arbeitsvermittlerin, die in den Jahren 2004 bis 2006 Vermittlungsleistungen an Arbeitsuchende mit einem Vermittlungsgutschein nach &sect; 421g SGB III erbracht und ihr Honorar deshalb unmittelbar von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erhalten hat, ist eine anerkannte Einrichtung mit sozialem Charakter i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 77\/388\/EWG. Sie kann sich &#8211;mangels entsprechender Steuerbefreiung im UStG&#8211; f&uuml;r die von ihr erbrachten Arbeitsvermittlungsleistungen an Arbeitsuchende unmittelbar auf die in dieser Bestimmung vorgesehene Steuerbefreiung berufen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 17. Juli 2013&nbsp;&nbsp;4 K 32\/11 und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 18. Januar 2011 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Umsatzsteuer wird unter &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide des Beklagten f&uuml;r die Jahre 2004, 2005 und 2006 vom 10. Oktober 2008 f&uuml;r das Jahr 2004 auf &#8230; EUR, f&uuml;r das Jahr 2005 auf &#8230; EUR und f&uuml;r das Jahr 2006 auf &#8230; EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erbrachte in den Besteuerungszeitr&auml;umen 2004 bis 2006 (Streitjahre) u.a. Leistungen als Arbeitsvermittlerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Leistungen bestanden darin, Arbeitsuchende durch Vermittlung eines geeigneten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisses wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu schloss die Kl&auml;gerin einen &quot;Vermittlungsvertrag&quot; mit dem jeweiligen Arbeitsuchenden ab, in dem sie sich verpflichtete, diesen mittels ihres Internetsystems bei der Erstellung eines umfassenden Bewerberprofils zu unterst&uuml;tzen und ihm nach Erstellung des Bewerberprofils geeignete Stellen vorzuschlagen. Die Leistung der Kl&auml;gerin umfasste neben der Erstellung des Profils der beruflichen F&auml;higkeiten des Bewerbers und der Suche nach geeigneten Arbeitspl&auml;tzen au&szlig;erdem ein individuelles Bewerbungstraining, die Optimierung der Bewerbungsunterlagen, die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespr&auml;ch sowie die Vor- und Nachbereitung von Bewerbungen. Der Arbeitsuchende verpflichtete sich zur Zahlung eines Vermittlungshonorars in bestimmter H&ouml;he; der Anspruch darauf entstand mit Abschluss des Arbeitsvertrages zwischen ihm und einem von der Kl&auml;gerin vorgeschlagenen Unternehmen. Au&szlig;erdem best&auml;tigte er u.a., dass er seit mehr als drei Monaten arbeitslos gemeldet und im Besitz eines von seinem zust&auml;ndigen Arbeitsamt erteilten Vermittlungsgutscheins sei. Er verpflichtete sich, der Kl&auml;gerin im Fall einer erfolgreichen Vermittlung eine von dem neuen Arbeitgeber ausgef&uuml;llte und unterschriebene Vermittlungsbest&auml;tigung zur&uuml;ckzugeben und wurde darauf hingewiesen, dass die Kl&auml;gerin diese Best&auml;tigung und den Vermittlungsgutschein dem Arbeitsamt vorlegen m&uuml;sse, weil andernfalls die Vermittlungsprovision nicht vom Arbeitsamt gezahlt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein vertragliches Verh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) bestand nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolgreicher Vermittlung beantragte die Kl&auml;gerin bei der BA mit einem von dieser herausgegebenen Vordruck unter Vorlage der Vermittlungsbest&auml;tigung und des Vermittlungsgutscheins die direkte Zahlung der vereinbarten Vermittlungsprovision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;III) &#8211;Arbeitsf&ouml;rderung&#8211; durch die BA. Die Kl&auml;gerin behandelte die ihr daraufhin von der BA gezahlten Vermittlungsprovisionen als Entgelte f&uuml;r umsatzsteuerfreie Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung sah der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die den von der Kl&auml;gerin vereinnahmten Vermittlungsprovisionen zu Grunde liegenden Ums&auml;tze als zum Regelsteuersatz steuerpflichtig an und erlie&szlig; am 10.&nbsp;Oktober 2008 ge&auml;nderte Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2004 bis 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das klageabweisende Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1615 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG f&uuml;hrte aus, f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber den Arbeitsuchenden erbrachten Vermittlungsleistungen komme keine Steuerbefreiung nach nationalem Recht in Betracht; ihre Leistungen seien keine Vortr&auml;ge, Kurse oder andere Veranstaltungen belehrender Art i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;22 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG), noch dienten sie unmittelbar dem Schul- oder Bildungszweck i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich auch nicht auf Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) berufen, da die dort genannten Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt seien. Zwar erbringe sie eine Leistung, die eng mit der Sozialf&uuml;rsorge oder der sozialen Sicherheit verbunden sei. Sie sei jedoch keine anerkannte Einrichtung mit sozialem Charakter im Sinne dieser Bestimmung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG sei f&uuml;r ihre Anerkennung als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter i.S. von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht erforderlich, dass unmittelbare vertragliche Beziehungen zwischen ihr und einem Tr&auml;ger der sozialen Sicherheit best&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung des FA vom 18.&nbsp;Januar 2011 aufzuheben sowie die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2004 bis 2006 vom 10.&nbsp;Oktober 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die festgesetzte Umsatzsteuer f&uuml;r 2004 um &#8230;&nbsp;EUR, f&uuml;r 2005 um &#8230;&nbsp;EUR und f&uuml;r 2006 um &#8230;&nbsp;EUR vermindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Vorentscheidung f&uuml;r zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, deren Leistungen &#8211;wie das FG zu Recht dargelegt hat&#8211; in den Streitjahren nach nationalem Recht nicht von der Umsatzsteuer befreit waren, kann sich &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; unmittelbar auf die in Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG vorgesehene Steuerbefreiung berufen (vgl. zur Berufungsm&ouml;glichkeit auf diese Bestimmung z.B. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012 C-174\/11, EU:C:2012:716, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 35, Rz&nbsp;31 bis 33; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;November 2007 V&nbsp;R&nbsp;2\/06, BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634, unter II.2., Rz&nbsp;27 und 28; vom 25.&nbsp;April 2013 V&nbsp;R&nbsp;7\/11, BFHE 241, 475, BStBl II 2013, 976, Rz&nbsp;13&nbsp;ff.; vom 16.&nbsp;Oktober 2013 XI&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFH\/NV 2014, 190, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG befreien die Mitgliedstaaten von der Steuer die &quot;eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundenen Dienstleistungen &#8230; durch Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder andere von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtungen mit sozialem Charakter anerkannte Einrichtungen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Richtlinienbestimmung war in den Streitjahren lediglich dadurch &quot;umgesetzt&quot; worden, dass das UStG die bereits bei Inkrafttreten der Richtlinie 77\/388\/EWG vorhandenen, teilweise bereits im UStG 1951 enthaltenen Steuerbefreiungstatbest&auml;nde im Wesentlichen unver&auml;ndert weitergef&uuml;hrt hat (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;August 2005 V&nbsp;R&nbsp;71\/03, BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143, unter II.2.d, Rz&nbsp;40; vom 17.&nbsp;Februar 2009 XI&nbsp;R&nbsp;67\/06, BFHE 224, 183, BFH\/NV 2009, 869, unter II.2., Rz&nbsp;34; vom 8.&nbsp;Juni 2011 XI&nbsp;R&nbsp;22\/09, BFHE 234, 448, BFH\/NV 2011, 1804, Rz&nbsp;24; in BFH\/NV 2014, 190, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Umsetzung erfolgte f&uuml;r den Bereich der Arbeitsf&ouml;rderung nach dem SGB&nbsp;III erst mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2015 durch die Einf&uuml;gung von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;15b UStG (vgl. Art.&nbsp;9 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a i.V.m. Art.&nbsp;28 Abs.&nbsp;5 des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wie das FG zutreffend im Einzelnen dargelegt hat und auch zwischen den Beteiligten nicht umstritten ist, sind die streitgegenst&auml;ndlichen Leistungen der Kl&auml;gerin eng mit der Sozialf&uuml;rsorge oder der sozialen Sicherheit verbundene Ums&auml;tze (vgl. auch FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 21.&nbsp;April 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;998\/05, EFG 2010, 2037, Rz&nbsp;46&nbsp;f. sowie die Gesetzesbegr&uuml;ndung zu dem ab 2015 geltenden &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;15b UStG, BTDrucks 18\/1529, S.&nbsp;76).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung des FG war die Kl&auml;gerin in den Jahren 2004 bis 2006 mit den streitgegenst&auml;ndlichen Ums&auml;tzen als Einrichtung mit sozialem Charakter anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff der &quot;Einrichtung&quot; i.S. von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH und des BFH weit genug, um auch nat&uuml;rliche Personen, die &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben, zu erfassen (vgl. z.B. EuGH-Urteile Gregg vom 7.&nbsp;September 1999 C-216\/97, EU:C:1999:390, UR 1999, 419, Rz&nbsp;17 und&nbsp;21; Kingscrest Associates und Montecello vom 26.&nbsp;Mai 2005 C-498\/03, EU:C:2005:322, UR 2005, 453, Rz&nbsp;35 und 36; &quot;go fair&quot; Zeitarbeit vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2015 C-594\/13, EU:C:2015:164, UR 2015, 351, Rz&nbsp;27; ebenso BFH-Urteile in BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143, unter II.2.d&nbsp;cc&nbsp;(2), Rz&nbsp;49; vom 1.&nbsp;Dezember 2010 XI&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFHE 232, 232, BFH\/NV 2011, 712, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &quot;Anerkennung&quot; einer Einrichtung als Einrichtung mit sozialem Charakter kann sich ergeben aus spezifischen Vorschriften &#8211;seien es nationale oder regionale, Rechts- oder Verwaltungsvorschriften, Steuervorschriften oder Vorschriften im Bereich der sozialen Sicherheit&#8211;, dem mit den T&auml;tigkeiten des betreffenden Steuerpflichtigen verbundenen Gemeinwohlinteresse, der Tatsache, dass andere Steuerpflichtige mit den gleichen T&auml;tigkeiten bereits in den Genuss einer &auml;hnlichen Anerkennung kommen, und dem Gesichtspunkt, dass die Kosten der fraglichen Leistungen unter Umst&auml;nden zum gro&szlig;en Teil von Krankenkassen oder anderen Einrichtungen der sozialen Sicherheit &uuml;bernommen werden (vgl. z.B. EuGH-Urteile K&uuml;gler vom 10.&nbsp;September 2002 C-141\/00, EU:C:2002:473, UR 2002, 513, Rz&nbsp;57 und 58; Kingscrest Associates und Montecello, EU:C:2005:322, UR 2005, 453, Rz&nbsp;52 und 53; Zimmermann, EU:C:2012:716, UR 2013, 35, Rz&nbsp;31; &quot;go fair&quot; Zeitarbeit, EU:C:2015:164, UR 2015, 351, Rz&nbsp;20). Die Mitgliedstaaten verf&uuml;gen insoweit &uuml;ber ein Ermessen (vgl. z.B. EuGH-Urteile Zimmermann, EU:C:2012:716, UR 2013, 35, Rz&nbsp;26; &quot;go fair&quot; Zeitarbeit, EU:C:2015:164, UR 2015, 351, Rz&nbsp;19, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Hierzu hat der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung entschieden, dass die Anerkennung eines Unternehmers als eine Einrichtung mit sozialem Charakter auch aus der &Uuml;bernahme der Kosten f&uuml;r seine Leistungen durch Krankenkassen oder andere Einrichtungen der sozialen Sicherheit abgeleitet werden kann (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143, unter II.2.d&nbsp;cc&nbsp;(2), Rz&nbsp;52; in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634, unter II.2.b&nbsp;cc, Rz&nbsp;41; in BFHE 232, 232, BFH\/NV 2011, 712, Rz&nbsp;34; in BFHE 234, 448, BFH\/NV 2011, 1804, Rz&nbsp;38; vom 8.&nbsp;August 2013 V&nbsp;R&nbsp;8\/12, BFHE 242, 548, BFH\/NV 2014, 119, Rz&nbsp;40, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Anerkennung der Kl&auml;gerin folgte aus der in &sect;&nbsp;421g und &sect;&nbsp;296 SGB&nbsp;III geregelten Kosten&uuml;bernahme durch die BA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Beide Vorschriften wurden durch das Gesetz zur Vereinfachung der Wahl der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2002 (BGBl I 2002, 1130) zur Einf&uuml;hrung des sog. Vermittlungsgutscheins ge&auml;ndert, wodurch f&uuml;r arbeitslose Leistungsbezieher die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet werden sollte, auf Kosten des Arbeitsamtes einen (privaten) Vermittler zu beauftragen (Gesetzesbegr&uuml;ndung zu &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;III, BTDrucks 14\/8546, S.&nbsp;10). Dieses Verfahren trat an die Stelle der ansonsten kostenfreien Vermittlung durch die BA selbst (Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 6.&nbsp;April 2006 B&nbsp;7a&nbsp;AL&nbsp;56\/05&nbsp;R, BSGE 96, 190, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2007, 1902, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 SGB&nbsp;III (in der in den Streitjahren 2004 und 2005 geltenden Fassung) haben bestimmte Personen Anspruch auf Erteilung eines Vermittlungsgutscheins gegen&uuml;ber der BA (Satz&nbsp;1). Mit diesem Vermittlungsgutschein verpflichtet sich die BA, den Verg&uuml;tungsanspruch eines vom Anspruchsberechtigten eingeschalteten Vermittlers, der diesen in eine sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung mit einer Arbeitszeit von mindestens 15&nbsp;Stunden w&ouml;chentlich vermittelt hat, nach Ma&szlig;gabe bestimmter Bestimmungen zu erf&uuml;llen (Satz&nbsp;2; ab 2005: &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 SGB&nbsp;III). Die Zahlung erfolgt unmittelbar an den Vermittler (&sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 SGB&nbsp;III; ab 2005: &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 SGB&nbsp;III).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erg&auml;nzend bestimmte &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;4 SGB&nbsp;III: &quot;Ein Arbeitsuchender, der dem Vermittler einen Vermittlungsgutschein vorlegt, kann die Verg&uuml;tung abweichend von &sect;&nbsp;266 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs in Teilbetr&auml;gen zahlen. Die Verg&uuml;tung ist nach Vorlage des Vermittlungsgutscheins bis zu dem Zeitpunkt gestundet, in dem die Agentur f&uuml;r Arbeit nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;421g gezahlt hat.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn mithin einerseits der Arbeitsvermittler seinen privatrechtlichen Anspruch gegen den Vermittelten nicht durchsetzen kann (&sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;4 SGB&nbsp;III), andererseits an die Stelle dieses privatrechtlichen Anspruchs eine Verpflichtung der BA zur unmittelbaren Zahlung an den Vermittlungsmakler tritt (&sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;III; ab 2005: &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 SGB&nbsp;III), so wird der Vermittler selbst Inhaber eines &ouml;ffentlich-rechtlichen gesetzlichen Zahlungsanspruchs gegen die BA (vgl. BSG-Urteil in BSGE 96, 190, NJW 2007, 1902, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin in allen streitgegenst&auml;ndlichen F&auml;llen Zahlungen der insoweit als Tr&auml;ger der sozialen Sicherheit handelnden BA aufgrund von Vermittlungsgutscheinen erhalten. Die Kosten wurden demgem&auml;&szlig; in vollem Umfang &#8211;aufgrund eines entsprechenden &ouml;ffentlich-rechtlichen gesetzlichen Zahlungsanspruchs&#8211; tats&auml;chlich von einer Einrichtung der sozialen Sicherheit &uuml;bernommen. Das reicht f&uuml;r eine Anerkennung i.S. von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 77\/388\/EWG aus (vgl. auch Meyer, EFG 2013, 1617, 1618).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem vom FG f&uuml;r seine Auffassung angef&uuml;hrten Urteil in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634 lag ein anderer Sachverhalt zu Grunde. Denn die dortigen Kl&auml;ger waren als Sozialarbeiter selbst&auml;ndig in der ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Auftrag eines als gemeinn&uuml;tzig anerkannten Vereins t&auml;tig; sie erhielten &#8211;im Gegensatz zur Kl&auml;gerin im Streitfall&#8211; keine direkten Zahlungen aufgrund eines entsprechenden &ouml;ffentlich-rechtlichen gesetzlichen Zahlungsanspruchs von einem Tr&auml;ger der sozialen Sicherheit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hat der BFH in seinem Urteil in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634 ausgef&uuml;hrt, die Anerkennung lasse sich nicht schon daraus ableiten, dass die Einrichtung (hier der Verein), an die die Kl&auml;ger als deren Subunternehmer ihre Leistungen erbracht haben, vom Mitgliedstaat ausdr&uuml;cklich oder zumindest aufgrund unmittelbarer vertraglicher Beziehungen zu dem &ouml;rtlichen Tr&auml;ger der Sozialversicherung anerkannt worden sei. Die Anerkennung des betreffenden Mitgliedstaates als eine &quot;Einrichtung mit vergleichbarer Zielrichtung&quot; &#8211;hierauf bezieht sich das FG in Rz&nbsp;36 seines Urteils&#8211; setze &quot;zumindest eine unmittelbare vertragliche &#8211;Inhalt, Umfang sowie Verantwortung f&uuml;r die vertragsgem&auml;&szlig;e Durchf&uuml;hrung konkretisierende&#8211; Beziehung zwischen diesem bzw. seinen Untergliederungen und dem Unternehmer voraus&quot; (vgl. unter II.2.b&nbsp;cc, Rz&nbsp;43 der Entscheidungsgr&uuml;nde). Diese Formulierung des BFH bezog sich aber erkennbar allein auf das im dortigen Streitfall vorliegende Subunternehmerverh&auml;ltnis (vgl. auch II.2.b&nbsp;cc, Rz&nbsp;42 der Entscheidungsgr&uuml;nde). Zudem hatte der BFH vor dieser Aussage die Rechtsprechung wiedergegeben, die Anerkennung eines Unternehmers als eine Einrichtung mit sozialem Charakter k&ouml;nne auch aus der &Uuml;bernahme der Kosten f&uuml;r seine Leistungen durch Krankenkassen oder andere Einrichtungen der sozialen Sicherheit abgeleitet werden (vgl. unter II.2.b&nbsp;cc, Rz&nbsp;41 der Entscheidungsgr&uuml;nde). Wenn der BFH dort fortf&auml;hrt, &quot;so&quot; k&ouml;nne &quot;f&uuml;r die Anerkennung auch gew&uuml;rdigt werden, dass der Leistende die beg&uuml;nstigten Leistungen aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit Tr&auml;gern der Sozialversicherung erbracht&quot; habe, bedeutet dies nicht, dass nur bei Vorliegen (unmittelbarer) vertraglicher Vereinbarungen eine Anerkennung in Betracht komme. Eine derartige Einschr&auml;nkung st&uuml;nde auch nicht im Einklang mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des EuGH, die &#8211;wie unter II.3.b dargelegt&#8211; (lediglich) darauf abstellt, ob &quot;die Kosten der fraglichen Leistungen &#8230; von Einrichtungen der sozialen Sicherheit &uuml;bernommen werden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem BFH-Urteil in BFHE 219, 428, BStBl II 2008, 634 l&auml;sst sich deshalb nicht entnehmen, dass die Kl&auml;gerin im vorliegenden Streitfall zwingend ein Vertragsverh&auml;ltnis mit den zust&auml;ndigen Tr&auml;gern der Arbeitsverwaltung h&auml;tte haben m&uuml;ssen, um als &quot;Einrichtung mit sozialem Charakter&quot; anerkannt zu werden (zutreffend Weigel, Der Umsatz-Steuer-Berater &#8211;UStB&#8211; 2013, 257, 258).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Einer Anerkennung der Kl&auml;gerin steht auch nicht der vom FG ferner genannte BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Januar 2012 V&nbsp;R&nbsp;52\/10 (BFH\/NV 2012, 817) entgegen, wonach die nachtr&auml;gliche Kosten&uuml;bernahme nach Einzelfallpr&uuml;fung f&uuml;r eine Anerkennung als Einrichtung mit sozialem Charakter nicht gen&uuml;gt, da bereits im Zeitpunkt der Leistung feststehen m&uuml;sse, ob die Leistungen steuerbefreit seien oder nicht (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2012, 817, Rz&nbsp;4). Denn im Streitfall war die BA aufgrund des Vermittlungsgutscheins &#8211;bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen&#8211; zur Zahlung verpflichtet, ein Ermessen bestand nicht (vgl. &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 SGB&nbsp;III bzw. ab 1.&nbsp;Januar 2005: &sect;&nbsp;421g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 SGB&nbsp;III; ebenso Weigel, UStB 2013, 257, 258).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es liegen auch keine sonstigen Gr&uuml;nde vor, die einer Berufung der Kl&auml;gerin auf das Unionsrecht entgegenstehen. Die Leistungen der Kl&auml;gerin sind keine solchen, die i.S. von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG als f&uuml;r die soziale Sicherheit &quot;nicht unerl&auml;sslich&quot; anzusehen sind oder die im Wesentlichen dazu bestimmt sind, der Einrichtung zus&auml;tzliche Einnahmen durch Ums&auml;tze zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb mit Ums&auml;tzen von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen bewirkt werden (vgl. dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 190, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ob sich f&uuml;r private Arbeitsvermittler die Voraussetzungen f&uuml;r eine Anerkennung als Einrichtung mit sozialem Charakter durch die Notwendigkeit einer vorherigen Zulassung in &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;178 SGB&nbsp;III mit Wirkung vom 1.&nbsp;April 2012 ge&auml;ndert haben, hat der Senat im Streitfall nicht zu entscheiden. Eine vergleichbare Zulassung war f&uuml;r private Arbeitsvermittler in den Streitjahren 2004 bis 2006 nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.7.2015, XI R 35\/13 Zur umsatzsteuerrechtlichen Anerkennung einer privaten Arbeitsvermittlerin als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter Leits&auml;tze Eine private Arbeitsvermittlerin, die in den Jahren 2004 bis 2006 Vermittlungsleistungen an Arbeitsuchende mit einem Vermittlungsgutschein nach &sect; 421g SGB III erbracht und ihr Honorar deshalb unmittelbar von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erhalten hat, ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-35-13-zur-umsatzsteuerrechtlichen-anerkennung-einer-privaten-arbeitsvermittlerin-als-sonstige-einrichtung-mit-sozialem-charakter\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;35\/13 &#8211; Zur umsatzsteuerrechtlichen Anerkennung einer privaten Arbeitsvermittlerin als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65138"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65138\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}