{"id":65139,"date":"2015-11-06T17:07:24","date_gmt":"2015-11-06T15:07:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65139"},"modified":"2015-11-06T17:07:24","modified_gmt":"2015-11-06T15:07:24","slug":"viii-r-50-14-antrag-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-a-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-50-14-antrag-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-a-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;50\/14 &#8211; Antrag auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.7.2015, VIII R 50\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Antrag auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Antrag auf Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG ist sp&auml;testens zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den jeweiligen Veranlagungszeitraum zu stellen. Eine entsprechende konkludente Antragstellung aufgrund des rechtzeitig gestellten Antrags auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect; 32d Abs. 6 EStG scheidet bei einem fachkundig beratenen Steuerpflichtigen in der Regel aus.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Befristung des Antrags auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 4 EStG ist verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die mangelnde Kenntnis des Steuerberaters &uuml;ber verfahrensrechtliche Fristen begr&uuml;ndet grunds&auml;tzlich einen Verschuldensvorwurf, den sich der Steuerpflichtige nach &sect; 110 Abs. 1 Satz 2 AO zurechnen lassen muss, so dass eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht in Betracht kommt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 21. August 2014&nbsp;&nbsp;7 K 4608\/11 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr 2009 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Die Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2009 wurde von dem Steuerberater der Kl&auml;ger mit Hilfe eines elektronischen Steuerprogramms erstellt und an den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bermittelt. Die Kl&auml;ger haben eine von ihnen unterschriebene komprimierte (verk&uuml;rzte) Steuererkl&auml;rung in Papierform dem FA nachgereicht. Diese war vom FA mit dem Eingangsstempel 14.&nbsp;Februar 2011 versehen worden. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte in der Zeile&nbsp;7 der Anlage&nbsp;KAP Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von insgesamt 625.155&nbsp;EUR, die dem inl&auml;ndischen Steuerabzug unterlagen. Bei den Kapitalertr&auml;gen handelte es sich in H&ouml;he von 624.755&nbsp;EUR um eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) der I-GmbH, an der die Kl&auml;gerin zu 90&nbsp;% beteiligt war. Die Kl&auml;gerin stellte in den Zeilen 4 und 5 der Anlage KAP den Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung und auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts. Den in Zeile 24 vorgesehenen Antrag auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer, der die Besteuerung der Kapitalertr&auml;ge nach dem Teileink&uuml;nfteverfahren zur Folge gehabt h&auml;tte, enthielt die Erkl&auml;rung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA veranlagte die Kl&auml;ger antragsgem&auml;&szlig; und besteuerte die Kapitaleink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 625.155&nbsp;EUR abz&uuml;glich des Sparer-Pauschbetrags in H&ouml;he von 1.602&nbsp;EUR nach dem gesonderten Steuertarif f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 25&nbsp;%. Die interne Freigabe der Veranlagung durch den Sachbearbeiter des FA erfolgte am 7.&nbsp;April 2011. Der maschinell erstellte Einkommensteuerbescheid wurde vom FA am 18.&nbsp;April 2011 zur Post aufgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit beim FA am 13.&nbsp;April 2011 eingegangenem Schreiben beantragte der Steuerberater der Kl&auml;ger, die Kapitaleink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 624.755&nbsp;EUR gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens zu besteuern. Das FA lehnte dies ab, da der Antrag sp&auml;testens zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen sei. Nachdem die Kl&auml;ger erfolglos Einspruch eingelegt hatten, hat das Finanzgericht (FG) die hiergegen erhobene Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1962 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 21.&nbsp;August 2014&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;4608\/11&nbsp;E abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger tragen zur Begr&uuml;ndung der Revision im Wesentlichen vor, die Fristenregelung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG versto&szlig;e gegen das verfassungsrechtliche Gebot der Normenklarheit, da im Gesetz nicht geregelt sei, zu welchem Zeitpunkt die Einkommensteuererkl&auml;rung im Sinne dieser Vorschrift abgegeben worden sei. Eine Frist, die sich dem Gesetz nicht entnehmen lasse, entspreche nicht den rechtsstaatlichen Anforderungen. Das Wahlrecht habe danach bis zum Erlass des Einkommensteuerbescheides ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen. Zudem sei mit dem Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung eine Aus&uuml;bung des Wahlrechts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG verbunden gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>unter Aufhebung des angefochtenen FG-Urteils, der Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Dezember 2011 und des Ablehnungsbescheids vom 18.&nbsp;April 2011 das FA zu verpflichten, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 18.&nbsp;April 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei der Festsetzung Kapitaleink&uuml;nfte in H&ouml;he von 624.755&nbsp;EUR unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach der tariflichen Einkommensteuer besteuert und die nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG besteuerten Eink&uuml;nfte um diesen Betrag verringert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der von der Kl&auml;gerin erst nach der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellte Antrag auf Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG zu keiner &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2009 f&uuml;hrt. Er ist nicht innerhalb der in &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG geregelten Frist gestellt worden, und die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 der Abgabenordnung (AO) lagen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Einkommensteuer f&uuml;r die Kapitaleink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin wurde im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 zu Recht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG in H&ouml;he von 25&nbsp;% festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus der vGA sind als Kapitaleink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG, die nicht unter &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;8 EStG fallen, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG nach dem gesonderten Tarif f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 25&nbsp;% zu besteuern. Die Regelung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG 2010), nach der eine vGA auch ohne einen Antrag des Steuerpflichtigen nach der tariflichen Einkommensteuer zu besteuern ist, soweit sie das Einkommen der leistenden K&ouml;rperschaft gemindert hat, ist im Streitfall nicht anwendbar, da sie nach &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;15 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des JStG 2010 erstmals f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2011 gilt. Es kann danach offenbleiben, ob die Voraussetzungen dieser Vorschrift im Streitfall erf&uuml;llt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aufgrund des rechtzeitig gestellten Antrags der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts waren die nach der Abgeltungsteuer besteuerten Kapitaleink&uuml;nfte in die Steuerfestsetzung miteinzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA hat zu Recht die Besteuerung nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG abgelehnt, da die Kl&auml;gerin den diesbez&uuml;glichen Antrag erst nach der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellt hat, so dass er aufgrund der Fristenregelung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG nicht mehr zu ber&uuml;cksichtigen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG gilt &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG und somit der gesonderte Tarif f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen auf Antrag nicht f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 2 EStG aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Steuerpflichtige im Veranlagungszeitraum, f&uuml;r den der Antrag erstmals gestellt wird, unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 25&nbsp;% an der Kapitalgesellschaft beteiligt war. In diesem Fall findet nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG das sog. Teileink&uuml;nfteverfahren Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar war die Kl&auml;gerin an der I-GmbH, aus deren Beteiligung sie die Kapitalertr&auml;ge erzielte, mit 90&nbsp;%, d.h. zu mindestens 25&nbsp;% beteiligt. Jedoch ist weitere Voraussetzung f&uuml;r eine Besteuerung nach dem Teileink&uuml;nfteverfahren nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG, dass der Antrag sp&auml;testens zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den jeweiligen Veranlagungszeitraum gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Gesetzgeber hat durch die Verwendung des Wortes &quot;sp&auml;testens&quot; eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass die Aus&uuml;bung des Wahlrechts zeitlich durch die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung befristet ist. Diese Auslegung wird gest&uuml;tzt durch die Gesetzesbegr&uuml;ndung. Danach ist die zeitliche Begrenzung eingef&uuml;hrt worden, um einen auf Steueroptimierung gerichteten st&auml;ndigen Wechsel des Besteuerungsregimes zu verhindern und die Administration der Wahlrechtsaus&uuml;bung, die bis zu einem Widerruf f&uuml;r insgesamt f&uuml;nf Veranlagungszeitr&auml;ume gilt, zu erleichtern. Sie soll der Verfahrensvereinfachung sowohl f&uuml;r den Steuerpflichtigen als auch f&uuml;r die Finanzverwaltung dienen (BTDrucks 16\/7036, S.&nbsp;14). Dass &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG lediglich ein befristetes Wahlrecht gew&auml;hrt, ergibt sich auch aus einer systematischen Auslegung des &sect;&nbsp;32d EStG. So findet sich weder bei der Regelung des Antrags auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG noch auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG, die jeweils nur f&uuml;r einen Veranlagungszeitraum Wirkung entfalten, eine zeitliche Einschr&auml;nkung dahingehend, dass der Antrag &quot;sp&auml;testens&quot; mit der Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch in der Literatur wird einhellig die Auffassung vertreten, dass das Antragsrecht nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG nur bis zur Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung ausge&uuml;bt werden kann (vgl. Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;12; Boochs in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;19; Storg in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;40; Baumg&auml;rtel\/ Lange in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;47; Bl&uuml;mich\/ Werth, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;149; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;16; Koss in Korn, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;74; Oellerich in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;32d EStG Rz&nbsp;96; Schlotter in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;32d Rz&nbsp;39; Harenberg\/Z&ouml;ller, Abgeltungsteuer 2011, 3.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;130; Schlotter\/Jansen, Abgeltungsteuer, S.&nbsp;124).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Auffassung wird auch vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) in seinem Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 2009 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/08\/10004 (BStBl I 2010, 94) Rz&nbsp;141 vertreten. Im BMF-Schreiben vom 9.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/10\/10013 (BStBl I 2012, 953) Rz&nbsp;141 wurde die Verwaltungsauffassung dahingehend konkretisiert, dass f&uuml;r Antragstellung und Einkommensteuererkl&auml;rung ein gleicher Eingangsstempel f&uuml;r den jeweiligen Veranlagungszeitraum erforderlich sei. Eine Nachholung des Antrags sei nur unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;110 AO m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Steuerberater der Kl&auml;gerin hat den Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG erst nach der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellt, so dass er verfristet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar regelt &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG nicht ausdr&uuml;cklich, wann eine &quot;Einkommensteuererkl&auml;rung&quot; vorliegt, die zum Ausschluss des Wahlrechts f&uuml;hrt. Dieses gesetzliche Tatbestandsmerkmal ist jedoch durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) hinreichend gekl&auml;rt. Danach ist eine Steuererkl&auml;rung eine formalisierte, innerhalb einer bestimmten Frist abzugebende Auskunft des Steuerpflichtigen oder seines Vertreters, die dem FA die Festsetzung der Steuer oder die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen erm&ouml;glicht und in der Regel zum Erlass eines Steuerbescheides f&uuml;hrt (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;41\/06, BFHE 221, 498, BStBl II 2009, 2; vom 14.&nbsp;Januar 1998 X&nbsp;R&nbsp;84\/95, BFHE 185, 111, BStBl II 1999, 203, jeweils m.w.N.; s.a. BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;128).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im vorliegenden Fall entsprach die von den Kl&auml;gern beim FA eingereichte Einkommensteuererkl&auml;rung den Anforderungen an Form und Inhalt einer Einkommensteuererkl&auml;rung nach &sect;&nbsp;150 AO i.V.m. &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;3 EStG. Sie enthielt die f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Veranlagung erforderlichen Mindestangaben, stimmte, soweit die komprimierte Form Angaben enthielt, mit dem amtlichen Erkl&auml;rungsvordruck &uuml;berein und war von den Kl&auml;gern eigenh&auml;ndig unterschrieben worden. Danach h&auml;tte der Antrag auf Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte nach der tariflichen Einkommensteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG sp&auml;testens mit der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung am 14.&nbsp;Februar 2011 gestellt werden m&uuml;ssen. Der erst nach diesem Zeitpunkt gestellte Antrag f&uuml;hrt auch nicht aufgrund der Regelung des &sect;&nbsp;153 AO zu der von den Kl&auml;gern begehrten &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung. Zwar ist der Steuerpflichtige nach &sect;&nbsp;153 AO verpflichtet, eine unrichtige oder unvollst&auml;ndige Steuererkl&auml;rung zu berichtigen. Die Nichtaus&uuml;bung eines Wahlrechts f&uuml;hrt jedoch nicht dazu, dass die Steuererkl&auml;rung in diesem Sinne fehlerhaft ist. Mit Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung ist folglich die Frist f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Wahlrechts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG auch dann abgelaufen, wenn die Erkl&auml;rung unrichtig und nach &sect;&nbsp;153 AO zu korrigieren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Es kann bei den steuerlich beratenen Kl&auml;gern auch nicht davon ausgegangen werden, dass mit dem Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG konkludent auch ein Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG gestellt wurde. Zwar f&uuml;hrt die Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens im Streitfall zu einer niedrigeren Steuer. Das FA kann bei einer von einem fachkundigen Berater erstellten Einkommensteuererkl&auml;rung jedoch nicht ohne weitere Anhaltspunkte davon ausgehen, dass mit der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG konkludent auch der f&uuml;r die n&auml;chsten vier Veranlagungszeitr&auml;ume bindende Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG gestellt wird. Ob bei einem nichtberatenen Steuerpflichtigen von einer konkludenten Antragstellung auszugehen sein k&ouml;nnte, ist im vorliegenden Streitfall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nicht entscheidungserheblich ist danach, ob der Antrag, wie von der Kl&auml;gerin behauptet und vom FA bestritten, telefonisch bereits am 7.&nbsp;April 2011 oder erst schriftlich am 13.&nbsp;April 2011 gestellt wurde. Unerheblich ist auch, ob die Veranlagung bereits am 7.&nbsp;April 2011 oder erst mit der Pr&uuml;fberechnung am 8.&nbsp;April 2011 abgeschlossen wurde, da es nicht auf den Abschluss der Veranlagungsarbeiten, sondern auf die Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung am 14.&nbsp;Februar 2011 ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Fristenregelung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG ist verfassungsgem&auml;&szlig;. Sie verst&ouml;&szlig;t weder gegen das verfassungsrechtliche Bestimmtheitsgebot noch gegen den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gesetzliche Ausschlussfristen m&uuml;ssen aus dem Gesetzestext sofort, eindeutig und klar erkennbar sein und d&uuml;rfen sich nicht erst aus dem Sinn und Zusammenhang der Gesetze ergeben (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;April 1975 I&nbsp;R&nbsp;241\/73, BFHE 115, 384, BStBl II 1975, 587, m.w.N.). Dies ist vorliegend, wie bereits unter II.2.c ausgef&uuml;hrt, der Fall, da in &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG eindeutig geregelt ist, dass der Antrag sp&auml;testens zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Weitere Voraussetzung f&uuml;r die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer Fristenregelung ist, dass das betreffende Recht vom Berechtigten binnen angemessener Frist und in einfacher, leicht zu erf&uuml;llender Form in Anspruch genommen werden kann (vgl. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 8.&nbsp;Oktober 1985&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;17\/83, 1&nbsp;BvL&nbsp;19\/83, BVerfGE 70, 278). Auch insoweit bestehen hinsichtlich der Regelung grunds&auml;tzlich keine verfassungsrechtlichen Bedenken, da der Antrag zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung gestellt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Befristung der Antragstellung ist auch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig. Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber aus Gr&uuml;nden der Verfahrensvereinfachung (BTDrucks 16\/7036, S.&nbsp;14) den Antrag befristet hat. Zwar k&ouml;nnen die Antr&auml;ge auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG und auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG nach der gesetzlichen Regelung unbefristet, d.h. bis zur Bestandskraft der Einkommensteuerfestsetzung gestellt werden (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/13, Der Betrieb 2015, 2059). Im Unterschied zu diesen Antr&auml;gen entfaltet der Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG jedoch &#8211;solange er nicht widerrufen wird&#8211; nicht nur Wirkung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum, f&uuml;r den er gestellt wird, sondern auch f&uuml;r die folgenden vier Veranlagungszeitr&auml;ume. Es besteht daher ein berechtigtes Interesse des Gesetzgebers, die M&ouml;glichkeit der Antragstellung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG bis zur Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung zu befristen, um eine &Auml;nderung der Bescheide der Folgejahre auf den Fall des Widerrufs der Antragstellung, der nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG auch sp&auml;testens mit der Einkommensteuererkl&auml;rung erfolgen muss, zu begrenzen. Es ist auch kein milderes, den Steuerpflichtigen weniger belastendes Mittel ersichtlich. Die Veranlagung und damit der Arbeitsablauf der Finanzbeh&ouml;rde w&uuml;rde zwangsl&auml;ufig verz&ouml;gert, wenn durch eine Antragstellung nach Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung ein &Auml;nderungsbedarf f&uuml;r die Folgejahre ausgel&ouml;st werden k&ouml;nnte. Schlie&szlig;lich steht auch der durch die Ausschlussfrist des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG bewirkte Verlust einer niedrigeren Besteuerung nicht au&szlig;er Verh&auml;ltnis zu dem mit der Vorschrift angestrebten Zweck, da dies durch eine rechtzeitige Antragstellung in der Einkommensteuererkl&auml;rung vermieden werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 AO ist unabh&auml;ngig davon, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 AO erf&uuml;llt sind, schon deshalb nicht zu gew&auml;hren, weil die Kl&auml;gerin nicht ohne Verschulden an der Einhaltung der gesetzlichen Frist gehindert war. Sie muss sich das Verschulden ihres fachkundigen Beraters, der den Antrag auf Besteuerung nach der tariflichen Einkommensteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG erst versp&auml;tet gestellt hat, nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO zurechnen lassen. Zwar ergibt sich weder aus der Anlage&nbsp;KAP noch aus deren Anleitung in der Fassung vom August 2009, dass der Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG &quot;sp&auml;testens&quot; zusammen mit der Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen ist. Jedoch begr&uuml;ndet bei berufsm&auml;&szlig;igen Vertretern die mangelnde Kenntnis &uuml;ber verfahrensrechtliche Fristen grunds&auml;tzlich einen Verschuldensvorwurf (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;August 1998 III&nbsp;R&nbsp;47\/95, BFHE 187, 134, BStBl II 1999, 65, m.w.N.). Dies gilt auch im vorliegenden Fall, da sich aus dem Gesetzeswortlaut des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG, der herrschenden Meinung in der Literatur und der in den BMF-Schreiben ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsauffassung eindeutig ergibt, dass der Antrag nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG sp&auml;testens mit der Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung zu stellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.7.2015, VIII R 50\/14 Antrag auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG Leits&auml;tze 1. Der Antrag auf Besteuerung der Kapitaleink&uuml;nfte aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nach der tariflichen Einkommensteuer unter Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-50-14-antrag-auf-anwendung-des-teileinkuenfteverfahrens-nach-par-32d-abs-2-nr-3-satz-1-buchst-a-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;50\/14 &#8211; Antrag auf Anwendung des Teileink&uuml;nfteverfahrens nach &sect; 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65139"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65139\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}