{"id":6514,"date":"2012-11-30T16:07:56","date_gmt":"2012-11-30T14:07:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6514"},"modified":"2012-11-30T16:07:56","modified_gmt":"2012-11-30T14:07:56","slug":"iv-r-32-09-uebergang-zur-feststellungsklage-bei-streit-ueber-die-erledigung-der-hauptsache-isolierte-anfechtung-des-veraeusserungsgewinns-bei-gewinnfeststellungsbescheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-32-09-uebergang-zur-feststellungsklage-bei-streit-ueber-die-erledigung-der-hauptsache-isolierte-anfechtung-des-veraeusserungsgewinns-bei-gewinnfeststellungsbescheid\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;32\/09 &#8211; &Uuml;bergang zur Feststellungsklage bei Streit &uuml;ber die Erledigung der Hauptsache. Isolierte Anfechtung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns bei Gewinnfeststellungsbescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 32\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;bergang zur Feststellungsklage bei Streit &uuml;ber die Erledigung der Hauptsache. Isolierte Anfechtung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns bei Gewinnfeststellungsbescheid<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine GbR&#8211; betrieb auf einem eigenen Grundst&uuml;ck ein Tagungshotel und f&uuml;hrte gegen Entgelt verschiedene Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch. Auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten stellte die Kl&auml;gerin den Tagungsbetrieb 1995 ein und verpachtete das gesamte Objekt zun&auml;chst an die B&nbsp;GmbH. Ab Herbst 1998 stand das Objekt leer. Am 21.&nbsp;Oktober 1999 wurde das gesamte Grundst&uuml;ck f&uuml;r 1,4&nbsp;Mio.&nbsp;DM versteigert. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ermittelte f&uuml;r 1999 (Streitjahr) durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) einen laufenden Verlust von 325.090,94&nbsp;DM und in einer &quot;Aufgabeschlussbilanz&quot; zum 31.&nbsp;Dezember 1999 einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust von 497.901,43&nbsp;DM. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;gerin weitgehend erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Auf Grund weiterer aktenkundiger Aufwendungen ber&uuml;cksichtigte es in dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr vom 26.&nbsp;Oktober 2001 bei den laufenden Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb einen Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM und daneben einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust in H&ouml;he von 497.482,34&nbsp;DM. Der Bescheid erging gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Verbindlichkeiten durch den Versteigerungserl&ouml;s nur zum Teil befriedigt werden konnten, kam es in der Folgezeit zu Verhandlungen der Kl&auml;gerin mit den Gl&auml;ubigern, die schlie&szlig;lich zu einem Teilerlass der Restverbindlichkeiten in H&ouml;he von insgesamt 1.776.279&nbsp;DM f&uuml;hrten. Nach Kenntnisnahme von diesem Umstand vertrat das FA die Auffassung, dass der Erlass der Verbindlichkeiten durch die Gl&auml;ubiger r&uuml;ckwirkend zu einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn gef&uuml;hrt habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit &Auml;nderungsbescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 stellte das FA die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb 1999 nunmehr in H&ouml;he von 869.166,32&nbsp;DM fest, die sich &#8211;insoweit unver&auml;ndert&#8211; aus einem laufenden Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM und einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.199.579,26&nbsp;DM zusammensetzten. Gleichzeitig wurde der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den &Auml;nderungsbescheid erhob die Kl&auml;gerin mit Zustimmung des FA Sprungklage, mit der sie die &Auml;nderung des Feststellungsbescheides dahin begehrte, dass ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nicht zu ber&uuml;cksichtigen sei, und hilfsweise, dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn im Wege einer Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO nur in H&ouml;he von 159.549,46&nbsp;DM festgestellt werde. Zur Begr&uuml;ndung des Hauptantrags machte die Kl&auml;gerin insbesondere geltend, dass ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (nunmehr als Aufgabegewinn) bereits im Veranlagungszeitraum 1998 und nicht im Streitjahr zu erfassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA schloss sich w&auml;hrend des Klageverfahrens der Ansicht der Kl&auml;gerin an, dass der Betrieb bereits in 1998 aufgegeben worden und deshalb der Aufgabegewinn in 1998 zu ber&uuml;cksichtigen sei. Im Hinblick auf die bisher im Streitjahr ber&uuml;cksichtigten laufenden Eink&uuml;nfte vertrat es allerdings die Auffassung, dass diese ebenfalls einer neuen rechtlichen Beurteilung zu unterziehen seien. Sie seien nunmehr als nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen, sofern die Kl&auml;gerin den Abfluss der geltend gemachten Aufwendungen nachweise. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor Abschluss des Klageverfahrens erlie&szlig; das FA am 4.&nbsp;April 2005 einen weiteren ge&auml;nderten Feststellungsbescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr (im Weiteren &Auml;nderungsbescheid) und stellte den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn, gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO, sowie die laufenden Eink&uuml;nfte, gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;174 AO, jeweils mit 0&nbsp;DM fest. In den Erl&auml;uterungen zum Bescheid ist u.a. der Hinweis enthalten, dass die laufenden Eink&uuml;nfte mit 0&nbsp;DM gesch&auml;tzt worden seien, weil die Kl&auml;gerin den tats&auml;chlichen Abfluss der Betriebsausgaben in 1999 nicht durch Belege nachgewiesen habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am 4.&nbsp;April 2005 erlie&szlig; das FA einen ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 1998, in dem sie den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.153.003,26&nbsp;DM feststellte. Der &Auml;nderungsbescheid 1998 ist bestandskr&auml;ftig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass sich durch die Herabsetzung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns auf 0&nbsp;DM ihr Klagebegehren erledigt habe. Die Klage habe sich nur gegen die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns gerichtet. Der Feststellungsbescheid 1999 im &Uuml;brigen, also insbesondere die Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte, sei deshalb in Bestandskraft erwachsen. Der &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 sei hinsichtlich der laufenden Eink&uuml;nfte auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des vorliegenden Verfahrens geworden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte daher festzustellen, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt sei; hilfsweise, die laufenden Eink&uuml;nfte wie bisher in H&ouml;he eines Verlustes von 330.412,94&nbsp;DM festzustellen, und weiter hilfsweise, das FA zu verpflichten, einen negativen Feststellungsbescheid f&uuml;r 1999 zu erlassen.&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage insgesamt als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Der Rechtsstreit sei nicht in der Hauptsache erledigt. Das Klagebegehren habe von Anfang an die im Bescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 enthaltenen Feststellungen des laufenden Verlustes und des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns umfasst, da beide Feststellungen untrennbar miteinander verbunden gewesen seien. Eine isolierte Anfechtung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns sei in diesem Fall rechtlich nicht m&ouml;glich gewesen. Die Anfechtung habe sich daher auf beide Feststellungen erstreckt. Der angefochtene Feststellungsbescheid sei mithin in vollem Umfang zur &Uuml;berpr&uuml;fung gestellt worden. Teilbestandskraft in Bezug auf die Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte sei nicht eingetreten. In Folge dessen habe sich der Rechtsstreit in der Hauptsache auch nicht erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erste Hilfsantrag sei unbegr&uuml;ndet. Ein laufender Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM sei nicht zu ber&uuml;cksichtigen gewesen. Der Gewinn habe f&uuml;r das Streitjahr 1999 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG ermittelt werden m&uuml;ssen. Die Sch&auml;tzung der Eink&uuml;nfte durch das FA auf 0&nbsp;DM sei nicht zu beanstanden, da die Kl&auml;gerin den Abfluss der geltend gemachten Aufwendungen nicht nachgewiesen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der weitere Hilfsantrag sei ebenfalls unbegr&uuml;ndet, da eine gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte bis zur Vollbeendigung der Personengesellschaft erforderlich sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe rechtswidrig den Eintritt der Erledigung der Hauptsache verneint. Die Kl&auml;gerin habe nur die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns angefochten. Diese bilde eine gesondert feststellbare Besteuerungsgrundlage, die einer isolierten Anfechtung zug&auml;nglich sei. Durch den Bescheid vom 4.&nbsp;April 2005 sei diesem Klagebegehren vollst&auml;ndig abgeholfen worden, was zu der Erledigung des Rechtsstreits gef&uuml;hrt habe. Die Vorentscheidung sei auch hinsichtlich des Hilfsantrags materiell fehlerhaft. Sie, die Kl&auml;gerin, sei berechtigt gewesen, die Eink&uuml;nfte des Jahres 1999 nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG durch Verm&ouml;gensvergleich zu ermitteln. Insoweit st&uuml;nde ihr ein Wahlrecht zwischen der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG und nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG zu. Sie habe ihr Wahlrecht durch die Aufstellung der Bilanz nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ausge&uuml;bt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Vorentscheidung aufzuheben und festzustellen, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt ist;<br \/><\/br>hilfsweise sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung sowie die Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Mai 2006 aufzuheben und den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 insoweit zu &auml;ndern, als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb mit einem Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, <br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe die Klage zu Recht hinsichtlich des Hauptantrags und der Hilfsantr&auml;ge abgewiesen. Die Feststellung des laufenden Gewinns und die des Aufgabegewinns h&auml;tten nur gemeinsam angefochten werden k&ouml;nnen. Zu Recht habe das FG deshalb angenommen, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache nicht erledigt sei. Die Frage, ob die Betriebsaufgabe im Streitjahr oder in einem fr&uuml;heren Jahr stattgefunden habe, sei untrennbar damit verbunden, ob &uuml;berhaupt noch gemeinschaftlich gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt worden und damit die Voraussetzungen f&uuml;r ein Feststellungsverfahren gegeben seien. Ferner beeinflusse der Aufgabegewinn auch den laufenden Gewinn, da bestimmte Betriebsausgaben durch Bildung einer R&uuml;ckstellung zwingend in der Aufgabebilanz und nicht zu einem sp&auml;teren Zahlungszeitpunkt zu erfassen seien. Die Betriebsaufgabe k&ouml;nne sowohl zu einer &Auml;nderung der Methode als auch der Bemessungsgrundlage der Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) f&uuml;hren, wenn nunmehr nicht mehr die Anschaffungskosten, sondern der Entnahmewert ma&szlig;gebliche Bemessungsgrundlage sei. Eine gegenseitige Abh&auml;ngigkeit von den vorliegend streitigen Feststellungen ergebe sich auch durch die zwangsweise Umstellung der Gewinnermittlungsart auf die Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung zum Zeitpunkt der Betriebsaufgabe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &Auml;nderungsbescheid sei auch materiell rechtm&auml;&szlig;ig. Nach einer Betriebsaufgabe oder -ver&auml;u&szlig;erung sei eine Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG nicht mehr m&ouml;glich, da ab diesem Zeitpunkt kein Betriebsverm&ouml;gen mehr vorhanden sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das FG-Urteil ist aufzuheben und die Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache ist festzustellen. Der Hauptantrag der Kl&auml;gerin hat Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Rechtsstreit &uuml;ber den ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 1999 vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 war in dem von der Kl&auml;gerin angefochtenen Umfang im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung, auf der das angefochtene Urteil beruht, durch den wirksam ergangenen &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 in der Hauptsache erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erkl&auml;rt der Kl&auml;ger den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt und schlie&szlig;t sich der Beklagte dieser Erkl&auml;rung nicht an (sog. einseitige Erledigungserkl&auml;rung des Kl&auml;gers), ist der Rechtsstreit als Streit &uuml;ber die Erledigung fortzuf&uuml;hren. Mit der einseitigen Erledigungserkl&auml;rung nimmt der Kl&auml;ger von seinem bisherigen Klagebegehren Abstand und beantragt stattdessen die Feststellung, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt ist (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;September 1979 IV&nbsp;R&nbsp;70\/72, BFHE 128, 492, BStBl II 1979, 779; vom 30.&nbsp;Juli 1997 I&nbsp;R&nbsp;8\/95, BFH\/NV 1998, 187, mit umfangreichen Nachweisen). Das Gericht hat nur noch &uuml;ber den Feststellungsantrag zu entscheiden. &Uuml;ber den urspr&uuml;nglichen Antrag kann grunds&auml;tzlich nicht mehr entschieden werden, es sei denn, er wurde, wie im Streitfall, hilfsweise aufrechterhalten (vgl. zur Zul&auml;ssigkeit eines solchen Hilfsantrags: BFH-Urteile in BFHE 128, 492, BStBl II 1979, 779, und in BFH\/NV 1998, 187).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein vor dem FG gef&uuml;hrter Rechtsstreit ist in der Hauptsache erledigt, wenn nach Eintritt der Rechtsh&auml;ngigkeit ein Ereignis eingetreten ist, durch welches das gesamte im Verfahren streitige &#8211;nach Ma&szlig;gabe des Klageantrags zu bestimmende&#8211; Klagebegehren objektiv gegenstandslos geworden ist (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Oktober 2004 II&nbsp;R&nbsp;74\/00, BFHE 207, 355, BStBl II 2005, 99, und vom 16.&nbsp;Dezember 2008 I&nbsp;R&nbsp;29\/08, BFHE 224, 195, BStBl II 2009, 539).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall hat sich der Rechtsstreit betreffend den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 1999 vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004, soweit er Gegenstand des Klageverfahrens geworden ist, durch den Erlass des &Auml;nderungsbescheides vom 4.&nbsp;April 2005 in der Hauptsache erledigt. Die Kl&auml;gerin hatte den Feststellungsbescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 nur hinsichtlich der Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns dem Grund und der H&ouml;he nach angefochten. In dem &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 ist der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 0&nbsp;DM festgestellt worden. Das Klagebegehren der Kl&auml;gerin war damit objektiv gegenstandslos geworden. Der Rechtstreit hat sich mithin in der Hauptsache erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird gegen einen Feststellungsbescheid i.S. von &sect;&sect;&nbsp;179, 180 AO Klage erhoben, ist zu beachten, dass Streitgegenstand die einzelnen gesondert festgestellten Besteuerungsgrundlagen sein k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO). Diese sind selbst Regelungsgegenstand des Steuerverwaltungsakts. Das gilt z.B. f&uuml;r Aussagen zur Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung, zur Qualifikation der Eink&uuml;nfte, zum Vorliegen einer Mitunternehmerschaft, zur H&ouml;he des Gesamtgewinns, des laufenden Gewinns, eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns oder eines Sondergewinns (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764, m.w.N.). Der Feststellungsbescheid stellt sich daher als eine Zusammenfassung einzelner Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen dar, die &#8211;soweit sie eine rechtlich selbst&auml;ndige W&uuml;rdigung enthalten&#8211; auch als selbst&auml;ndiger Gegenstand eines Klageverfahrens in Betracht kommen und demgem&auml;&szlig; einem eigenst&auml;ndigen prozessualen Schicksal unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Klage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid kann demzufolge verschiedene Zielsetzungen haben. Welche Besteuerungsgrundlagen der Kl&auml;ger mit seiner Klage angreift und damit zum Streitgegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens gemacht hat, ist in erster Linie durch Auslegung der Klageschrift oder der darin ausdr&uuml;cklich in Bezug genommenen Schriftst&uuml;cke zu ermitteln (BFH-Urteil in BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der BFH kann die Klageschrift ohne Bindung an die Feststellungen des FG selbst auslegen (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/97, BFHE 189, 302, BStBl II 2000, 306, m.w.N.). Als prozessuale Willenserkl&auml;rung ist die Klageschrift in gleicher Weise wie Willenserkl&auml;rungen im Sinne des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) analog &sect;&nbsp;133 BGB auszulegen. Dabei sind zur Bestimmung des Gegenstands des Klagebegehrens (vgl. &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) alle dem FG und dem FA bekannten und vern&uuml;nftigerweise erkennbaren Umst&auml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1996 IV&nbsp;R&nbsp;61\/95, BFH\/NV 1997, 232, m.w.N.). An die Fassung des Klageantrags ist das Gericht nicht gebunden (vgl. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Im Streitfall war nach dem insoweit eindeutigen Wortlaut der Klageschrift das Klagebegehren der Kl&auml;gerin ausschlie&szlig;lich auf die Anfechtung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns dem Grund und der H&ouml;he nach gerichtet. Davon gehen ersichtlich auch das FG und das FA aus, so dass es diesbez&uuml;glich keiner weiteren Ausf&uuml;hrungen bedarf. Gleichwohl ist das FG entgegen dem eindeutigen Wortlaut der Klageschrift und dem weiteren Prozessvorbringen davon ausgegangen, dass der urspr&uuml;ngliche Klageantrag auf &Auml;nderung des Bescheides &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 neben der Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns auch die Feststellung des laufenden Gewinns umfasste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung der prozessualen Willenserkl&auml;rung der Kl&auml;gerin durch das FG basiert dem Grunde nach nicht auf der tats&auml;chlichen Erforschung eines von dem ausdr&uuml;cklichen Inhalt der Prozesserkl&auml;rung abweichenden mutma&szlig;lichen Willens der Kl&auml;gerin. Der Auslegung des FG liegt vielmehr dessen rechtliche W&uuml;rdigung zu Grunde, dass im Streitfall eine isolierte Anfechtung nur des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns verfahrensrechtlich nicht m&ouml;glich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Dieser W&uuml;rdigung vermag der Senat nicht zu folgen. Auch im Streitfall konnte die Kl&auml;gerin den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn isoliert von dem laufenden Gewinn anfechten. Die Selbst&auml;ndigkeit und damit die M&ouml;glichkeit der Teilanfechtung einer gesondert festgestellten Besteuerungsgrundlage hat der BFH ausnahmsweise nur dann verneint, wenn die &Auml;nderung der angefochtenen Besteuerungsgrundlage zwangsl&auml;ufig, im Sinne einer untrennbaren Verkn&uuml;pfung, Auswirkungen auf eine andere Besteuerungsgrundlage hat (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Juni 2000 IV&nbsp;R&nbsp;65\/99, BFHE 192, 207, BStBl II 2001, 89). In dem BFH-Urteil in BFHE 192, 207, BStBl II 2001, 89 ging es um eine Versicherungsleistung, die als Teil eines Aufgabegewinns erfasst worden war. Das FG kam in jenem Verfahren zu der &Uuml;berzeugung, dass eine Aufgabe weder im Vorjahr noch im Streitjahr stattgefunden habe. Diese Annahme hatte dann aber zur notwendigen Konsequenz, dass die bisher dem Aufgabegewinn zugerechnete Versicherungsleistung zwangsl&auml;ufig dem laufenden Gewinn zuzurechnen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von einer derart untrennbaren Verkn&uuml;pfung des laufenden Gewinns mit dem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ist im Streitfall jedoch nicht auszugehen. Die Annahme, dass der Betrieb bereits in 1998 aufgegeben worden ist, hatte f&uuml;r die Besteuerungsgrundlagen, die der Ermittlung des zun&auml;chst f&uuml;r das Streitjahr festgestellten Verlustes (laufende Eink&uuml;nfte) zu Grunde lagen, keine unmittelbare Auswirkung. Von einer solchen w&auml;re nur dann auszugehen, wenn der bisher festgestellte Verlust nunmehr zwangsl&auml;ufig dem Aufgabegewinn 1998 zuzuordnen gewesen und die Feststellung laufender Eink&uuml;nfte im Streitjahr deswegen nicht mehr in Betracht gekommen w&auml;re. Dies war vorliegend indes nicht der Fall. Das FA und auch das FG sind vielmehr zutreffend davon ausgegangen, dass es keineswegs ausgeschlossen ist, dass der urspr&uuml;nglich als laufende Eink&uuml;nfte festgestellte Verlust im Streitjahr jedenfalls teilweise als nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;15 EStG festzustellen ist. Das FA und ihm folgend das FG haben die nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nfte nur deshalb mit 0&nbsp;DM festgestellt, weil ihrer Ansicht nach diese Eink&uuml;nfte nur noch mittels Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG zu ermitteln seien und die Kl&auml;gerin den Abfluss der Aufwendungen nicht nachgewiesen habe. Insoweit hat die rechtliche W&uuml;rdigung, dass im Streitjahr wegen der bereits in 1998 vollzogenen Betriebsaufgabe kein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn festzustellen ist, zwar mittelbar Einfluss auf die H&ouml;he der im Streitjahr festzustellenden (nachtr&auml;glichen) Eink&uuml;nfte. Eine unmittelbare zwangsl&auml;ufige Auswirkung der negativen Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns f&uuml;r das Jahr 1999 auf die Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte im Streitjahr, die es rechtfertigen k&ouml;nnte, diese entgegen dem eindeutigen Klageantrag als Teil des Klagegegenstands auszulegen, liegt insoweit aber nicht vor. Dies gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r das Vorbringen des FA, dass die H&ouml;he der nunmehr festzustellenden nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nfte auch dadurch beeinflusst wird, dass die bisher bei den laufenden Eink&uuml;nften f&uuml;r das Streitjahr gewinnwirksam erfassten Vorg&auml;nge, wie z.B die Inanspruchnahme von AfA, nunmehr bei der Ermittlung der nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nfte nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen, da die in den Verm&ouml;gensvergleich einzubeziehenden Wirtschaftsg&uuml;ter letztmalig in der f&uuml;r 1998 aufzustellenden Aufgabebilanz erfasst worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da die Revision bereits mit dem Hauptantrag Erfolg hat, ist &uuml;ber den Hilfsantrag nicht mehr zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 32\/09 &Uuml;bergang zur Feststellungsklage bei Streit &uuml;ber die Erledigung der Hauptsache. Isolierte Anfechtung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns bei Gewinnfeststellungsbescheid Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine GbR&#8211; betrieb auf einem eigenen Grundst&uuml;ck ein Tagungshotel und f&uuml;hrte gegen Entgelt verschiedene Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch. Auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten stellte die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-32-09-uebergang-zur-feststellungsklage-bei-streit-ueber-die-erledigung-der-hauptsache-isolierte-anfechtung-des-veraeusserungsgewinns-bei-gewinnfeststellungsbescheid\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;32\/09 &#8211; &Uuml;bergang zur Feststellungsklage bei Streit &uuml;ber die Erledigung der Hauptsache. 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