{"id":65142,"date":"2015-11-06T17:06:17","date_gmt":"2015-11-06T15:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65142"},"modified":"2015-11-06T17:06:17","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:17","slug":"vii-r-65-13-geltung-des-ermaessigten-steuersatzes-auch-fuer-in-einem-futtermittelbetrieb-getrocknete-schweineohren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-65-13-geltung-des-ermaessigten-steuersatzes-auch-fuer-in-einem-futtermittelbetrieb-getrocknete-schweineohren\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;65\/13 &#8211; Geltung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auch f&uuml;r in einem Futtermittelbetrieb getrocknete Schweineohren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2015, VII R 65\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Geltung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auch f&uuml;r in einem Futtermittelbetrieb getrocknete Schweineohren<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 4. Dezember 2012&nbsp;&nbsp;2 K 1568\/10 aufgehoben und die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2006 und 2007, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. September 2010, dahin ge&auml;ndert, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 um &#8230; EUR und f&uuml;r 2007 um &#8230; EUR niedriger festgesetzt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat das Finanzamt zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) betreibt einen Lebensmittelhandel. Dabei verkauft sie unter anderem getrocknete Schweineohren. F&uuml;r die Streitjahre 2006 und 2007 unterwarf sie die Lieferung getrockneter Schweineohren in den Umsatzsteuererkl&auml;rungen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2&nbsp;Nr.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Den Feststellungen einer im Jahr 2009 durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung folgend wandte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auf die Lieferung getrockneter Schweineohren ab 1.&nbsp;November 2006 den Regelsteuersatz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 UStG an und erh&ouml;hte die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 und 2007 entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, f&uuml;r die Lieferung getrockneter Schweineohren komme eine Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG weder i.V.m. Nr.&nbsp;2 noch i.V.m. Nr.&nbsp;37 der Anlage&nbsp;2 in Betracht. Mit der Trocknung der im frischen Zustand genie&szlig;baren Schweineohren in Futtermittelbetrieben seien die Schweineohren keine genie&szlig;baren Schlachtnebenerzeugnisse i.S. der Nr.&nbsp;2 der Anlage&nbsp;2 zu &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG mehr. Eine erm&auml;&szlig;igte Besteuerung als &quot;R&uuml;ckst&auml;nde und Abf&auml;lle der Lebensmittelindustrie; zubereitetes Futter&quot; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. Nr.&nbsp;37 der Anlage&nbsp;2 komme mangels einer Zubereitung im Sinne der Verarbeitung eines Erzeugnisses ebenfalls nicht in Betracht. Die Schweineohren seien vielmehr in Kap.&nbsp;5 der Kombinierten Nomenklatur (KN) einzuordnen. Die Ums&auml;tze seien daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 UStG nach dem Regelsteuersatz zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die Unterscheidung zwischen genie&szlig;baren getrockneten Schweineohren i.S. des Kap.&nbsp;2 KN und ungenie&szlig;baren getrockneten Schweineohren i.S. des Kap.&nbsp;5 KN sei nicht anhand des Ortes der Trocknung und der damit verbundenen Frage nach der Einhaltung lebensmittel- und hygienerechtlicher Vorschriften zu treffen. Die gegenteilige Ansicht des FG weiche von der Rechtsprechung des Senats sowie anderer FG ab. Auf die Verwendung der getrockneten Schweineohren als Tierfutter komme es ebenfalls nicht an. Solange sie nicht verdorben und deshalb ungenie&szlig;bar seien, m&uuml;ssten getrocknete Schweineohren als genie&szlig;bare Schlachtnebenerzeugnisse in Kap.&nbsp;2 KN und nicht in Kap.&nbsp;5 KN eingeordnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2006 und 2007, jeweils in der Fassung des letzten &Auml;nderungsbescheids, dahin zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 um &#8230;&nbsp;EUR und die Umsatzsteuer f&uuml;r 2007 um &#8230;&nbsp;EUR niedriger festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es teilt die Auffassung des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und ist auch nicht im Ergebnis richtig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Die Vorentscheidung ist aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2006 und 2007, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung, sind zu &auml;ndern. F&uuml;r die Lieferung getrockneter Schweineohren gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. Nr.&nbsp;2 der Anlage&nbsp;2 der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz in H&ouml;he von 7&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die von der Kl&auml;gerin vertriebenen getrockneten Schweineohren sind in die Unterpos. 0210&nbsp;99&nbsp;49 KN einzureihen. Sie geh&ouml;ren als genie&szlig;bare Schlachtnebenerzeugnisse deshalb zu Nr.&nbsp;2 der Anlage&nbsp;2 zu &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Auslegung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. Anlage&nbsp;2 kommt es allein auf die zolltariflichen Vorschriften und Begriffe an (Senatsurteil vom 3.&nbsp;Februar 2004 VII&nbsp;R&nbsp;33\/03, BFH\/NV 2004, 849, 850, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2004, 200, m.w.N., und Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.&nbsp;Dezember 2008 V&nbsp;R&nbsp;55\/06, BFHE 223, 539, BFH\/NV 2009, 673, 675). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH), der sich der Senat angeschlossen hat, ist das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der KN und in den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln rechtsverbindlich festgelegt sind (vgl. Allgemeine Vorschriften f&uuml;r die Auslegung der KN&nbsp;1 und 6). Dazu gibt es nach dem &Uuml;bereinkommen zum Harmonisierten System Erl&auml;uterungen (ErlHS) und Einreihungsavise, die ebenso wie die Erl&auml;uterungen zur KN ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f&uuml;r die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen darstellen (vgl. EuGH-Urteile TNT Freight Management vom 12.&nbsp;Juli 2012 C-291\/11, EU:C:2012:459, Rz&nbsp;30&nbsp;ff., und Metherma vom 27.&nbsp;November 2008 C-403\/07, EU:C:2008:657, ZfZ 2009, 15, 16, sowie Senatsurteile vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2010 VII&nbsp;R&nbsp;35\/09, BFHE 229, 399, BStBl II 2011, 74, 75, Rz&nbsp;7, und vom 4.&nbsp;November 2003 VII&nbsp;R&nbsp;58\/02, BFHE 204, 375, 377, ZfZ 2004, 165, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Getrocknete Schweineohren sind &quot;Fleisch und genie&szlig;bare Schlachtnebenerzeugnisse&quot; i.S. der Nr.&nbsp;2 der Anlage&nbsp;2 zu &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 UStG, wenn es sich um Waren des Kap.&nbsp;2 KN handelt. Von der Unterpos. 0210&nbsp;99&nbsp;49 KN werden insbesondere ganze oder halbe K&ouml;pfe von Hausschweinen sowie Teile davon erfasst, wozu auch Ohren geh&ouml;ren (Zus&auml;tzliche Anmerkung 2&nbsp;C zu Kap.&nbsp;2 KN). Nach den ErlHS zu Kap.&nbsp;2&nbsp;KN sind unter Schlachtnebenerzeugnissen u.a. solche zu verstehen, &quot;die haupts&auml;chlich zur menschlichen Ern&auml;hrung verwendet werden (einschlie&szlig;lich Ohren)&quot;; diese bleiben, ob &quot;frisch, gek&uuml;hlt, gefroren, gesalzen, in Salzlake, getrocknet oder ger&auml;uchert&quot;, in Kap.&nbsp;2 KN, &quot;au&szlig;er in den F&auml;llen, in denen sie, da verdorben und zur menschlichen Ern&auml;hrung nicht geeignet, der Position&nbsp;0511 zuzuweisen sind&quot; (Rz&nbsp;03.0, 04.0 und 08.0).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiermit &uuml;bereinstimmend stellt auch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1125\/2006 (VO Nr.&nbsp;1125\/2006) der Kommission vom 21.&nbsp;Juli 2006 zur Einreihung von bestimmten Waren in die Kombinierte Nomenklatur (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L 200\/3) klar, dass genie&szlig;bare getrocknete Schweineohren &#8211;entgegen der im Bericht des Bundesrechnungshofs nach &sect;&nbsp;99 BHO &uuml;ber den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz (Umsatzsteuer-Rundschau 2010, 566, 570) zitierten Ansicht der Zolltechnischen Pr&uuml;f- und Lehranstalt&#8211; unabh&auml;ngig von ihrem Trocknungsgrad zu Kap.&nbsp;2 geh&ouml;ren, auch wenn sie als Tierfutter verwendet werden, da das Trocknen von Schweineohren nicht deren Eignung f&uuml;r den menschlichen Verzehr beeintr&auml;chtigt. Entsprechend werden laut Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 16.&nbsp;Oktober 2006 IV&nbsp;A&nbsp;5-S&nbsp;7221-1\/06 (BStBl I 2006, 620) genie&szlig;bare getrocknete Schweineohren (Schlachtnebenerzeugnisse) &#8211;auch wenn als Tierfutter verwendet&#8211; in die Unterpos. 0210&nbsp;99&nbsp;49 KN eingereiht. Nur getrocknete Schweineohren (Schlachtnebenerzeugnis), die nicht genie&szlig;bar sind, sind in die Unterpos. 0511&nbsp;99&nbsp;85 KN (2007) bzw. die Unterpos. 0511&nbsp;99&nbsp;90 KN (2006) einzureihen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG kommt es somit f&uuml;r die Einreihung in das Kap.&nbsp;2 nicht ma&szlig;geblich auf die Bestimmungen des nationalen (Lebensmittel-)Rechts, auf hygienerechtliche Vorschriften oder den Verwendungszweck der Schweineohren (als Tierfutter oder f&uuml;r den menschlichen Verzehr) an, sondern nur darauf, ob sie &quot;genie&szlig;bar&quot;, d.h. f&uuml;r den menschlichen Verzehr geeignet, sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall sind die getrockneten Schweineohren nach ihren objektiven Merkmalen und Eigenschaften als f&uuml;r den menschlichen Verzehr geeignet anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie sich aus der Einreihungsverordnung VO Nr.&nbsp;1125\/2006 ergibt, beeintr&auml;chtigt das Trocknen der im frischen Zustand genie&szlig;baren Schweineohren nicht deren Eignung zum menschlichen Verzehr. Durch das Trocknen wird die Vermehrung von Keimen und das Verderben der Schweineohren gehemmt. Dies gilt grunds&auml;tzlich auch dann, wenn sie in einer Anlage au&szlig;erhalb der Lebensmittelkette getrocknet werden. Da Schweineohren von Menschen ohnehin regelm&auml;&szlig;ig nicht in getrocknetem Zustand, sondern erst nach einem Garvorgang verzehrt werden k&ouml;nnen, verlieren die Ohren ihre Eignung f&uuml;r den menschlichen Verzehr auch nicht allein deshalb, weil sie in einem den Anforderungen des deutschen Lebensmittelrechts nicht unterliegenden Betrieb getrocknet wurden. Vielmehr m&uuml;ssten weitere Umst&auml;nde hinzukommen, durch die die Eignung der Schweineohren f&uuml;r den menschlichen Verzehr aufgehoben wird (wie z.B. F&auml;ulnis, Schimmel oder sonstige ein Verderben und damit die Ungenie&szlig;barkeit herbeif&uuml;hrende Umst&auml;nde; zum Begriff der Genie&szlig;barkeit vgl. auch Senatsentscheidung vom 24.&nbsp;September 2014 VII&nbsp;R&nbsp;54\/11, BFHE 247, 378, BStBl II 2015, 169). Hierf&uuml;r bestehen jedoch im Streitfall keine Anhaltspunkte. Vielmehr wurde vom FG festgestellt, dass die Schweineohren urspr&uuml;nglich uneingeschr&auml;nkt genie&szlig;bar waren. Dass sie durch den Trocknungsvorgang in einem Futtermittelbetrieb &#8211;&uuml;ber das blo&szlig;e Trocknen hinaus&#8211; objektiv ungenie&szlig;bar wurden, hat das FG hingegen nicht festgestellt. Eine Einreihung der als genie&szlig;bare Schlachtnebenerzeugnisse zu qualifizierenden Schweineohren in Kap.&nbsp;5 KN scheidet demnach aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangels Ver&auml;nderung der wesentlichen Merkmale des Ausgangsstoffes scheidet eine Einreihung als zubereitetes Futter i.S. des Kap.&nbsp;23 KN nach der Einreihungsverordnung Nr.&nbsp;1125\/2006 ebenfalls aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die bisherige Rechtsprechung des Senats steht hierzu nicht im Widerspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Senatsurteil in BFH\/NV 2004, 849, 850, ZfZ 2004, 200, 201 erging vor Erlass der VO Nr.&nbsp;1125\/2006. Das Senatsurteil vom 10.&nbsp;Februar 2009 VII&nbsp;R&nbsp;16\/08 (BFH\/NV 2009, 979) betraf zur&uuml;ckliegende Streitjahre, weshalb der Senat diese Einreihungsverordnung gleichfalls nicht anzuwenden hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2015, VII R 65\/13 Geltung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auch f&uuml;r in einem Futtermittelbetrieb getrocknete Schweineohren Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 4. Dezember 2012&nbsp;&nbsp;2 K 1568\/10 aufgehoben und die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2006 und 2007, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. 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