{"id":65143,"date":"2015-11-06T17:06:19","date_gmt":"2015-11-06T15:06:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65143"},"modified":"2015-11-06T17:06:19","modified_gmt":"2015-11-06T15:06:19","slug":"vii-r-64-13-erstreckung-des-abgabenbewehrten-beimischungszwangs-auf-alkylatbenzin-nicht-unionrechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-64-13-erstreckung-des-abgabenbewehrten-beimischungszwangs-auf-alkylatbenzin-nicht-unionrechtswidrig\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;64\/13 &#8211; Erstreckung des abgabenbewehrten Beimischungszwangs auf Alkylatbenzin nicht unionrechtswidrig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2015, VII R 64\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Erstreckung des abgabenbewehrten Beimischungszwangs auf Alkylatbenzin nicht unionrechtswidrig<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 17. Oktober 2013&nbsp;&nbsp;1 K 1232\/09 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) bringt gewerbsm&auml;&szlig;ig Kraftstoffe in Verkehr, die sie aus Schweden bezieht. Der Ottokraftstoff, den sie als Spezialbenzin &quot;Sonderkraftstoff &#8230;&quot; oder Alkylatbenzin bezeichnet, ist f&uuml;r handgef&uuml;hrte Ger&auml;te, wie Motors&auml;gen, Motorsensen, Motorm&auml;her und dergleichen bestimmt. Im Jahr 2007 meldete sie beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) insgesamt 5.485.380&nbsp;l Benzine nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) zur Versteuerung an. In der beim HZA eingereichten Jahresquotenanmeldung wies sie eine in Verkehr gebrachte Menge mit einem 2&nbsp;%igen Anteil biologisch abbaubaren 2-T-&Ouml;ls von insgesamt 5.384.030&nbsp;l aus. Nachdem im Rahmen des nach &sect;&nbsp;37c Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) in der Fassung des Gesetzes zur Einf&uuml;hrung einer Biokraftstoffquote durch &Auml;nderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und zur &Auml;nderung energie- und stromsteuerrechtlicher Vorschriften (Biokraftstoffquotengesetz) vom 18.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 3180) vorgesehenen Anh&ouml;rungsverfahrens weder eine Beimischung von Biokraftstoff noch eine sonstige Erf&uuml;llung der Quotenpflicht festgestellt werden konnte, setzte das HZA mit Bescheid vom 25.&nbsp;September 2008 die nicht erf&uuml;llte Biokraftstoffquote nach &sect;&nbsp;37a BImSchG mit einer nach dem Energiegehalt berechneten Fehlmenge Biokraftstoffs in H&ouml;he von 91.933,21&nbsp;EUR fest. Dabei ging das HZA davon aus, dass das Alkylatbenzin in die Unterpos. 2710&nbsp;11&nbsp;41 der Kombinierten Nomenklatur (KN) einzureihen sei und damit ein Energieerzeugnis nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch erhob die Kl&auml;gerin Klage, in deren Rahmen sie eine Herstellererkl&auml;rung eines franz&ouml;sischen Unternehmens vorlegte, die sich auf einen aus Raps&ouml;l erzeugten Ester bezog, der dem Alkylatkraftstoff beigemischt worden war. Daraufhin erlie&szlig; das HZA einen &Auml;nderungsbescheid, in dem die Ausgleichsabgabe nach Neuberechnung der Biokraftstoffquote auf 62.178,35&nbsp;EUR herabgesetzt wurde. Die nunmehr gegen den &Auml;nderungsbescheid gerichtete Klage hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, bei Alkylatbenzin handele es sich um ein Leicht&ouml;l, das in die Unterpos. 2710&nbsp;11&nbsp;41&nbsp;KN einzureihen sei. Unter Hinweis auf den Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;Februar 2011 VII&nbsp;B&nbsp;220\/10 (BFH\/NV 2001, 987) f&uuml;hrte es aus, es spiele f&uuml;r die Einreihung keine entscheidende Rolle, ob es sich um ein besonders umweltschonendes und gesundheitsfreundliches Produkt handele. Im Interesse einer einfachen Administrierbarkeit l&ouml;se allein das Inverkehrbringen fossiler Kraftstoffe die Quotenpflicht aus, so dass es unerheblich sei, ob das Erzeugnis im Verkehrssektor oder im Forstbereich verwendet werde. Infolgedessen sei die Frage nach der Umweltvertr&auml;glichkeit oder Gesundheitssch&auml;dlichkeit von Alkylatbenzin nicht entscheidungserheblich, weshalb von der beantragten Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens abgesehen werden k&ouml;nne. Zudem sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass auch bei der Verbrennung von Alkylatbenzin umweltsch&auml;dliches CO<sub>2<\/sub> freigesetzt werde, so dass eine Ausnahme von der Quotenregelung nicht gerechtfertigt erscheine.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Festsetzung der Ausgleichsabgabe stehe auch das Unionsrecht nicht entgegen. Die in den &sect;&sect;&nbsp;37a bis d BImSchG getroffenen Regelungen dienten der Umsetzung der Richtlinie 2003\/30\/EG (RL&nbsp;2003\/30\/EG) des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 8.&nbsp;Mai 2003 zur F&ouml;rderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L 123\/42) und der Richtlinie 2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;283\/51). Zwar seien die Vorgaben der RL&nbsp;2003\/30\/EG sehr viel &quot;weniger anspruchsvoll&quot; als die zur Umsetzung getroffenen nationalen Regelungen, doch seien die Mitgliedstaaten in der Verfolgung umweltpolitischer Ziele weitgehend frei. Nach der RL 2003\/30\/EG bestehe keine Verpflichtung, die eingef&uuml;hrte Biokraftstoffquote auf den Verkehrssektor zu beschr&auml;nken. Denn &uuml;ber die Art und Weise der Quotenerf&uuml;llung treffe die Richtlinie keine konkrete Aussage, so dass den Mitgliedstaaten ein weiter Gestaltungsspielraum verbleibe. Etwas anderes k&ouml;nne dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Plantanol vom 10.&nbsp;September 2009 C-201\/08 (EU:C:2009:539) nicht entnommen werden. Dort habe der EuGH ausgef&uuml;hrt, durch die Bestimmungen der RL&nbsp;2003\/30\/EG werde keine Pflicht der Mitgliedstaaten zur Einf&uuml;hrung oder Beibehaltung eines Steuerbefreiungsregimes f&uuml;r Biokraftstoffe begr&uuml;ndet. Somit bestehe auch nach der Rechtsprechung des EuGH ein weiter Gestaltungsspielraum hinsichtlich der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen. Das Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211; (Beschluss vom 25.&nbsp;Juli 2007&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1031\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2007, 1024) und der Bundesfinanzhof (Beschluss vom 14.&nbsp;April 2008 VII&nbsp;B&nbsp;216\/07, BFHE 221, 361, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2008, 213) h&auml;tten die R&uuml;ckf&uuml;hrung der steuerlichen Subvention und die Einf&uuml;hrung eines Beimischungszwangs unbeanstandet gelassen. Damit sei dem nationalen Gesetzgeber durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung ein weiter Entscheidungsspielraum bei der Wahl der Mittel zur F&ouml;rderung umweltpolitischer Ziele zugestanden worden. Soweit die nationalen Regelungen, die sich im Rahmen der Zielsetzung des BImSchG bewegten, &uuml;ber den Verkehrssektor hinausgingen, sei dies nicht zu beanstanden. Ebenfalls k&ouml;nne unbeanstandet bleiben, dass die Kl&auml;gerin von vornherein nicht in der Lage sei, mit dem von ihr vertriebenen Alkylatbenzin die Quote zu erf&uuml;llen. Nach der Intention des Gesetzgebers sei es unerheblich, ob der Quotenverpflichtete seine Verpflichtung selbst oder durch Dritte erf&uuml;lle (BTDrucks&nbsp;16\/2709, S. 22). Nicht ersichtlich sei, dass die Auferlegung der Quotenverpflichtung gegen Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) versto&szlig;e. Selbst eine Beschr&auml;nkung der Berufsfreiheit sei durch Belange des Allgemeinwohls, n&auml;mlich der Ressourcenschonung und der Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>, legitimiert. Ebenfalls sei keine Verletzung des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG erkennbar. Die behauptete erdrosselnde Wirkung der Abgabe und ein Eingriff in die von Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG garantierte Eigentumsfreiheit k&ouml;nnten nicht festgestellt werden. Schlie&szlig;lich sei der Gesetzgeber nach dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) nicht gehalten gewesen, eine Ausnahmeregelung f&uuml;r Alkylatbenzin zu schaffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, das FG habe &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;3 BImSchG nicht richtlinienkonform ausgelegt. Dem Wortlaut der RL&nbsp;2003\/30\/EG und ihrer Begr&uuml;ndung sei zu entnehmen, dass sich ihr Anwendungsbereich nur auf den Verkehrssektor erstrecke, was der deutsche Gesetzgeber &uuml;bersehen habe. Die Auslegung einer nationalen Bestimmung habe sich soweit wie m&ouml;glich am Wortlaut und Zweck des Unionsrechtsakts auszurichten. Bei der Ausf&uuml;llung seines Gestaltungsspielraums d&uuml;rfe der Gesetzgeber das Ziel der Richtlinie nicht verfehlen. Die Diskussion der Rechtsfrage, ob ein Bereich des BImSchG au&szlig;erhalb des Regelungsbereichs der RL&nbsp;2003\/30\/EG liege, habe das FG konsequent &quot;umschifft&quot;. H&auml;tte der Gesetzgeber bewusst und gewollt umweltpolitische Ziele au&szlig;erhalb des Verkehrssektors mit steuerpolitischen Ma&szlig;nahmen beeinflussen wollen, so h&auml;tte er hierzu ein eigenes Gesetzgebungsverfahren in Gang setzen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Alkylatbenzin sei die Beimischung ungeeignet, da Biokraftstoffe f&uuml;r Kleinmotoren nicht verwendbar seien. Es gebe deutliche Differenzierungsmerkmale, die den Gesetzgeber h&auml;tten veranlassen m&uuml;ssen, die besonderen Einsatzgebiete von Alkylatbenzin und von den im Verkehrssektor &uuml;blichen fossilen Kraftstoffen zu unterscheiden. Das BImSchG n&ouml;tige den Verwender von Benzin f&uuml;r Kleinmotoren, aus wirtschaftlicher Sicht kein Alkylatbenzin, sondern gesundheitssch&auml;dliches Normalbenzin zu verwenden. Der Gesetzgeber h&auml;tte Ausnahmen von der Einreihung von Alkylatbenzin in die KN vorsehen m&uuml;ssen. Schlie&szlig;lich verletze das BImSchG das Prinzip der Rechtsvereinheitlichung in der Europ&auml;ischen Union, indem es anders als in anderen Mitgliedstaaten keine Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r Alkylatbenzin vorsehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das erstinstanzliche Urteil sowie die angefochtenen Verwaltungsentscheidungen aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbestritten sei, dass die RL 2003\/30\/EG prinzipiell auf eine st&auml;rkere Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich abziele. Diese Umsetzungsvorgabe hindere die jeweiligen Mitgliedstaaten jedoch keineswegs daran, &uuml;ber den Anwendungsbereich der Richtlinie hinausgehende Ma&szlig;nahmen zur Steigerung des Einsatzes von Biokraftstoffen einzuf&uuml;hren. Es sei daher mit dem Unionsrecht vereinbar, dass der Gesetzgeber weitere Tatbest&auml;nde der Quotenregelung unterworfen habe. Dabei sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass das Biokraftstoffquotengesetz &uuml;ber die von der Richtlinie verfolgten Ziele hinausgehe. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin m&uuml;sse das zul&auml;ssige Kriterium der Minimierung des Verwaltungsaufwands keinesfalls hinter anderen Regelungszwecken zur&uuml;ckstehen. Es erschlie&szlig;e sich nicht, weshalb f&uuml;r die Einbeziehung von Alkylatbenzin ein eigenst&auml;ndiges Gesetzgebungsverfahren erforderlich gewesen sein sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das erstinstanzliche Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO). Das HZA hat die Kl&auml;gerin zu Recht auf Zahlung einer Ausgleichsabgabe wegen Nichterf&uuml;llung der Biokraftstoffquote nach &sect;&nbsp;37c Abs.&nbsp;2 BImschG in Anspruch genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit ein nach &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BImSchG Verpflichteter seiner Pflicht zur Sicherstellung eines Mindestanteils von Biokraftstoff in den von ihm in Verkehr gebrachten und nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 4 EnergieStG zu versteuernden Otto- oder Dieselkraftstoffen nicht nachkommt, ist gegen ihn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BImSchG eine Abgabe festzusetzen, die sich nach dem Energiegehalt der berechneten Fehlmenge Biokraftstoffs bemisst. Im Streitjahr 2007 hatten Verpflichtete, die Ottokraftstoff in Verkehr bringen, einen Biokraftstoffanteil von 1,2&nbsp;% sicherzustellen (&sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BImSchG). Dabei kann der Mindestanteil von Biokraftstoff nach &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 BImSchG sowohl durch Beimischung zu Ottokraftstoff als auch durch Inverkehrbringen reinen Biokraftstoffs sichergestellt werden. Auch die vertragliche &Uuml;bertragung der Verpflichtung auf Dritte ist zur Erf&uuml;llung der Quote zul&auml;ssig (&sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 BImSchG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den Feststellungen des FG, die mit Verfahrensr&uuml;gen nicht angegriffen worden und daher f&uuml;r den erkennenden Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind, bringt die Kl&auml;gerin im Steuergebiet Ottokraftstoff in Form von Alkylatbenzin in den Verkehr, das f&uuml;r den Einsatz in Motoren zum Antrieb von im Gartenbau und in der Forstwirtschaft eingesetzten Kleinger&auml;ten &#8211;insbesondere S&auml;gen, Sensen und M&auml;her&#8211; geeignet und auch bestimmt ist. Nach seinen Beschaffenheitsmerkmalen ist davon auszugehen, dass es sich um Leicht&ouml;l handelt, das in die Unterpos. 2710&nbsp;11&nbsp;41&nbsp;KN &#8211;in der am 1.&nbsp;Januar 2002 geltenden Fassung (&sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;2 EnergieStG)&#8211; einzureihen ist und daher von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG erfasst wird. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (vgl. EuGH-Urteil Kurcum Metal vom 15.&nbsp;November 2012 C-558\/11, EU:C:2012:721, ZfZ 2013, 41 Rz&nbsp;29, m.w.N.) ist im Interesse der Rechtssicherheit und der leichten Nachpr&uuml;fbarkeit das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen der KN und der Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln festgelegt sind (s. Allgemeine Vorschriften f&uuml;r die Auslegung der Kombinierten Nomenklatur 1 und 6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Beachtung dieser Grunds&auml;tze sind f&uuml;r die Einreihung eines aliphatischen Kohlenwasserstofferzeugnisses in die Pos.&nbsp;2710 KN die bei der Verbrennung des Kraftstoffs freigesetzten Emissionen sowie andere Umwelteigenschaften des Kraftstoffs keine Unterscheidungsmerkmale. Auch der im Vergleich zu normalem Benzin erh&ouml;hte Preis von Alkylatbenzin ist f&uuml;r die anhand der objektiven Beschaffenheitsmerkmale und Eigenschaften vorzunehmende Einreihung unbeachtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG in der Urteilsbegr&uuml;ndung ausf&uuml;hrt, hat die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung die vom HZA vorgenommene Einreihung des von ihr vertriebenen Kraftstoffs in die Unterpos. 2710&nbsp;11&nbsp;41&nbsp;KN nicht mehr in Frage gestellt. Soweit die Revision nunmehr beanstandet, das FG habe die Pr&uuml;fung unterlassen, ob die Einreihung s&auml;mtlicher Kohlenwasserstofferzeugnisse in die Pos. 2710&nbsp;KN &#8211;unabh&auml;ngig von ihrer Verwendung im Verkehrssektor oder zum Antrieb von Kleinmotoren&#8211; richtig sein k&ouml;nne, kann diesem Einwand nicht gefolgt werden, weil die Pos. 2710&nbsp;KN Erd&ouml;l und &Ouml;l aus bitumin&ouml;sen Mineralien sowie bestimmte Zubereitungen aufgrund ihrer objektiven Beschaffenheit erfasst und keine Unterscheidung zwischen dem Einsatz dieser Erzeugnisse in Fahrzeugen oder in Motoren zum Antrieb von Kleinger&auml;ten trifft. Auch ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass es sich bei der KN als Bestandteil des in der Europ&auml;ischen Union geltenden Zolltarifs (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a des Zollkodex) um einen Anhang der Verordnung Nr.&nbsp;2658\/87 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L 256\/1) handelt, die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar anzuwendendes Recht schafft, an dessen &Auml;nderung der nationale Gesetzgeber gehindert w&auml;re. Das FG hatte somit keinen Anlass die Vorgaben der KN in Bezug auf die Einreihung von Alkylatbenzin in Frage zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Kl&auml;gerin im Streitjahr gewerbsm&auml;&szlig;ig einen nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG zu versteuernden Ottokraftstoff in Verkehr gebracht hat, unterlag sie dem in &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 BImSchG angeordneten Beimischungszwang, und zwar unabh&auml;ngig von der konkreten Verwendung des Kraftstoffs, denn eine Beschr&auml;nkung auf bestimmte Verwendungszwecke ist den gesetzlichen Bestimmungen nicht zu entnehmen. Vielmehr ist bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe die Gesamtmenge der Ottokraftstoffe zugrunde zu legen, die vom Verpflichteten in Verkehr gebracht wird. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung wurde aus Gr&uuml;nden der Verwaltungsvereinfachung auf eine Differenzierung verzichtet, so dass der gesamte nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 4 EnergieStG zu versteuernde Kraftstoffabsatz unabh&auml;ngig von der sp&auml;teren Verwendung die Grundlage f&uuml;r die Quotenpflicht bildet (BTDrucks 16\/2709, S. 20). Wie bereits ausgef&uuml;hrt, hatten Verpflichtete, die Ottokraftstoff in Verkehr bringen, im Streitjahr einen Biokraftstoffanteil von 1,2&nbsp;% sicherzustellen (&sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BImSchG). Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin dem Alkylatbenzin zwar ein Zweitakt&ouml;l beigemischt, dessen Bestandteil ein aus Raps&ouml;l hergestellter Ester war, doch f&uuml;hrte der Einsatz dieses Biokraftstoffs noch nicht zur vollst&auml;ndigen Erf&uuml;llung der Quote, so dass das HZA mit &Auml;nderungsbescheid vom 26.&nbsp;Juli 2010, der nach &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 FGO zum Gegenstand des Klageverfahrens geworden ist, zu Recht eine Ausgleichsabgabe nach &sect;&nbsp;37c Abs.&nbsp;2 Satz 1 BImSchG festgesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin erweisen sich die angefochtenen Verwaltungsentscheidungen nicht deshalb als rechtswidrig, weil die Einbeziehung von Alkylatbenzin in den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 Satz 1 BImSchG gegen die Vorgaben der RL&nbsp;2003\/30\/EG verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schlussfolgerung der Revision, die Mitgliedstaaten seien daran gehindert, den Beimischungszwang auf andere Bereiche als den Verkehrssektor auszudehnen, geht fehl. Ein solches Verbot ist den Richtlinienbestimmungen nicht zu entnehmen. Ausweislich der Abs&auml;tze 6, 7 und 10 ihrer Erw&auml;gungsgr&uuml;nde zielt die RL&nbsp;2003\/30\/EG auf eine F&ouml;rderung des Einsatzes von Biokraftstoffen im Verkehr ab. Mit der st&auml;rkeren Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich soll die Einhaltung des f&uuml;r das Kyoto-Protokoll erforderlichen Ma&szlig;nahmenpakets erf&uuml;llt, die Abh&auml;ngigkeit von Energieeinfuhren verringert und auf die Energieversorgungssicherheit Einfluss genommen werden. Hierzu sollen die Mitgliedstaaten nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a RL&nbsp;2003\/30\/EG sicherstellen, dass ein Mindestanteil an Biokraftstoffen und anderen erneuerbaren Kraftstoffen auf ihren M&auml;rkten in Verkehr gebracht wird. &Uuml;ber die Art und Weise der Quotenerf&uuml;llung trifft die Richtlinie keine konkreten Aussagen. Daraus ergibt sich, dass den Mitgliedstaaten ein weiter Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung des nur in seinen Zielen verbindlichen Gemeinschaftsrechtsakts verbleiben sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allein der Umstand, dass sich die Biokraftstoffrichtlinie nur auf den Verkehrssektor bezieht, l&auml;sst keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf eine Bindung der Mitgliedstaaten dahin zu, dass in anderen Bereichen eingesetzte Kraftstoffe zwingend von Ma&szlig;nahmen zur F&ouml;rderung von Biokraftstoffen ausgenommen werden m&uuml;ssten. Dass der Unionsgesetzgeber zun&auml;chst den Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich geregelt hat, beruht auf dem Umstand, dass auf diesen Sektor mehr als 30&nbsp;% des Energieverbrauchs in der Europ&auml;ischen Union entf&auml;llt und dass die Kommission im Wei&szlig;buch &quot;Die Europ&auml;ische Verkehrspolitik bis 2010: Weichenstellung f&uuml;r die Zukunft&quot; konkrete Vorschl&auml;ge zur Verringerung der Abh&auml;ngigkeit des Verkehrssektors vom Erd&ouml;l gemacht hat (Abs&auml;tze&nbsp;4 und 5 der Erw&auml;gungsgr&uuml;nde der RL&nbsp;2003\/30\/EG). Zudem l&auml;sst sich aus der Formulierung in Abs.&nbsp;10 der Erw&auml;gungsgr&uuml;nde, die F&ouml;rderung des Einsatzes von Biokraftstoffen sei ein Schritt in Richtung einer st&auml;rkeren Nutzung der Biomasse, was dazu f&uuml;hre, dass in Zukunft, ohne Vernachl&auml;ssigung anderer Optionen, vermehrt Biokraftstoffe entwickelt werden k&ouml;nnten, auf den Willen des Unionsgesetzgebers schlie&szlig;en, generell die Verwendung von Biomasse zu f&ouml;rdern und auszubauen. Mit dieser Intention lie&szlig;e es sich schwerlich vereinbaren, die RL&nbsp;2003\/30\/EG dahin zu verstehen, dass den Mitgliedstaaten die Verpflichtung auferlegt wird, einen Beimischungszwang f&uuml;r Biokraftstoffe auf den Verkehrsbereich zu beschr&auml;nken. Vielmehr liegt eine Deutung der unionsrechtlichen Vorgaben im Sinne der Festlegung eines Mindeststandards n&auml;her, den die Mitgliedstaaten gew&auml;hrleisten m&uuml;ssen, ohne weitergehenden Restriktionen unterworfen zu sein. Den Mitgliedstaaten kann es im Rahmen ihrer Umweltpolitik nicht verwehrt werden, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;193 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union ambitioniertere Ma&szlig;nahmen zur F&ouml;rderung von Biokraftstoffen zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diese Richtung weist auch das Urteil des EuGH Plantanol (EU:C:2009:539, Rz 35 und 37), in dem er ausdr&uuml;cklich darauf hinweist, dass die RL&nbsp;2003\/30\/EG den Mitgliedstaaten die freie Wahl der zu ergreifenden Ma&szlig;nahmen l&auml;sst, so dass sie &uuml;ber einen weiten Wertungsspielraum verf&uuml;gen, um u.a. der Verf&uuml;gbarkeit der Ressourcen und Rohstoffe sowie den einzelstaatlichen Ma&szlig;nahmen zur F&ouml;rderung von Biokraftstoffen Rechnung zu tragen. In Bezug auf Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 RL&nbsp;2003\/30\/EG hat der EuGH zudem darauf hingewiesen, dass die Mitgliedstaaten auch in Bezug auf die Erzeugnisse, die sie im Rahmen der Umsetzung des Unionsrechts zu f&ouml;rdern beabsichtigten, einen weiten Wertungsspielraum h&auml;tten, da sie sich daf&uuml;r entscheiden k&ouml;nnten, vorrangig bestimmte Arten von Biokraftstoffen zu f&ouml;rdern und dabei deren gesamte Klima- und &Ouml;kobilanz, ihre Rentabilit&auml;t sowie die Wettbewerbssicherheit und die Versorgungssicherheit zu ber&uuml;cksichtigen. Damit erkennt auch der EuGH an, dass es neben den zur Umsetzung der RL&nbsp;2003\/30\/EG erforderlichen Ma&szlig;nahmen weitere Ma&szlig;nahmen geben kann, mit denen die Mitgliedstaaten den Anteil an Biokraftstoffen erh&ouml;hen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die angefochtenen Verwaltungsentscheidungen verletzen die Kl&auml;gerin nicht in ihren Grundrechten. Die behaupteten Verfassungsverst&ouml;&szlig;e liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Abgabenrechtliche Vorschriften sind an Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG zu messen, wenn sie in engem Zusammenhang zur Aus&uuml;bung eines Berufs stehen und objektiv eine berufsregelnde Tendenz erkennen lassen. Deshalb k&ouml;nnen sie Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG grunds&auml;tzlich auch dann ber&uuml;hren, wenn sie nicht unmittelbar auf die Berufsfreiheit abzielen, sondern nur in ihrer tats&auml;chlichen Auswirkung geeignet sind, diese zu beeintr&auml;chtigen (BVerfG-Beschluss vom 29.&nbsp;November 1989&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1402\/87, 1&nbsp;BvR&nbsp;1528\/87, BVerfGE 81, 108). Zwar steht die Erhebung der Ausgleichsabgabe in einem gewissen Zusammenhang mit der Berufsaus&uuml;bung desjenigen, der Alkylatbenzin herstellt und vertreibt, doch beschr&auml;nkt &sect;&nbsp;37c BImSchG nicht unmittelbar die Aufnahme und Aus&uuml;bung dieser T&auml;tigkeit. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Erhebung der Ausgleichsabgabe und ihre Belastungswirkung die Aufgabe der Berufst&auml;tigkeit als einzig wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung nahelegt, zumal der nach &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BImSchG Verpflichtete seine Inanspruchnahme dadurch vermeiden kann, dass er reine Biokraftstoffe in den Verkehr bringt oder die Verpflichtung auf einen Dritten &uuml;bertr&auml;gt. Aber selbst wenn der vom Gesetzgeber angeordnete Beimischungszwang eine berufsaus&uuml;bungsregelnde Tendenz haben sollte, w&auml;re eine solche Einschr&auml;nkung der von Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG garantierten Berufsfreiheit durch Belange des Allgemeinwohls legitimiert. Nach der Intention des Gesetzgebers dient die F&ouml;rderung von Biokraftstoffen vor dem Hintergrund der Ersch&ouml;pfung fossiler Brennstoffe der Ressourcenschonung und im Hinblick auf die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz von Biokraftstoffen dem Umweltschutz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch der Schutzbereich des Art.&nbsp;14 GG, der das Ergebnis einer beruflichen Bet&auml;tigung sch&uuml;tzt, wird durch die Erhebung der Ausgleichsabgabe grunds&auml;tzlich nicht betroffen. Die Pflicht zur Entrichtung der Abgabe trifft den Verpflichteten in seiner Eigenschaft als Unternehmer, nicht in seiner Eigenschaft als Eigent&uuml;mer eines Unternehmens. Die Aus&uuml;bung von Eigent&uuml;merbefugnissen wird von &sect;&nbsp;37c BImSchG nicht geregelt. Ein direkter Zugriff auf das sachliche Substrat des eingerichteten und ausge&uuml;bten Gewerbebetriebs findet somit nicht statt (vgl. BVerfG-Entscheidung vom 16.&nbsp;M&auml;rz 1971&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;52, 665, 667, 754\/66, BVerfGE 30, 292, 335, zur Erd&ouml;lbevorratungsabgabe). Im &Uuml;brigen ist auch nicht ersichtlich, dass die Ausgleichsabgabe eine erdrosselnde Wirkung entfaltet und sich daher als &uuml;berm&auml;&szlig;ig erweist (vgl. zum &Uuml;berma&szlig;verbot Entscheidung des BVerfG vom 18.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2194\/99, BVerfGE 115, 97).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin wird durch die Einbeziehung von Alkylatbenzin in die Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;37a ff. BImSchG nicht in gleichheitswidriger Weise gegen&uuml;ber anderen Verpflichteten belastet, die normales Benzin in den Verkehr bringen. Im Steuerrecht kommt es f&uuml;r die am Ma&szlig;stab des Gleichheitssatzes vorzunehmende Pr&uuml;fung insbesondere darauf an, ob die vom Gesetzgeber vorgenommene Differenzierung auf sachgerechten finanzpolitischen, volkswirtschaftlichen, sozialpolitischen oder steuertechnischen Erw&auml;gungen beruht (BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 1987&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;18\/81 und 1&nbsp;BvL&nbsp;20\/82, BVerfGE 74, 182, 200, m.w.N.) und ob durch die Differenzierung eine Gruppe von Steuerpflichtigen ohne hinreichenden sachlichen Grund st&auml;rker belastet wird als andere und dadurch in eine empfindlich ung&uuml;nstigere Wettbewerbslage ger&auml;t, so dass die gesetzlichen Auswirkungen der getroffenen Differenzierung weiter greifen, als es der die Ungleichbehandlung legitimierende Zweck rechtfertigt, und schutzw&uuml;rdige Belange der Nichtbeg&uuml;nstigten ohne hinreichenden sachlichen Grund vernachl&auml;ssigt werden (BVerfG-Beschluss vom 11.&nbsp;Februar 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;29\/87, BVerfGE 85, 238, 245, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter diesen Gesichtspunkten erweist sich die Einbeziehung von Alkylatbenzin in die von &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BImSchG erfassten Produkte nicht als gleichheitswidrig. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin war der Gesetzgeber nicht verpflichtet, Alkylatbenzin von der Ausgleichsabgabe auszunehmen, weil es gegen&uuml;ber anderen fossilen Kraftstoffen &#8211;etwa aufgrund geringerer Benzol und NO<sub>2<\/sub>-Emissionen&#8211; weniger gesundheitssch&auml;dlich ist. Kriterien des Gesundheitsschutzes und der Luftreinhaltung waren bei der Einf&uuml;hrung des Beimischungszwangs nicht die einzigen Motive, von denen der Gesetzgeber sich hat leiten lassen. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, dienen die Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;37a&nbsp;ff. BImSchG u.a. der Umsetzung der RL&nbsp;2003\/30\/EG, die insbesondere darauf abzielt, durch die F&ouml;rderung des Einsatzes von Biokraftstoffen im Verkehr zur Reduzierung des CO<sub>2<\/sub>-Aussto&szlig;es und zur Ressourcenschonung sowie zur Versorgungssicherung beizutragen. Diese Ziele, die sich auch der Gesetzgeber zu eigen gemacht hat, sind geeignet, die abgabenrechtliche Belastung der mit Alkylatbenzin handelnden Verpflichteten zu legitimieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus sind auch das vom Gesetzgeber angef&uuml;hrte Interesse an einer einfachen Administrierbarkeit (BTDrucks 16\/2709, S.&nbsp;20) und damit steuertechnische Erw&auml;gungen geeignet, die Erfassung aller in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 4 EnergieStG aufgef&uuml;hrten Kraftstoffe zu rechtfertigen. Denn die Quotenpflicht kn&uuml;pft an das Inverkehrbringen zu versteuernder Kraftstoffe und damit an die Steuerentstehung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 EnergieStG an. Bei der Entfernung von Kraftstoffen aus einem Steuerlager steht jedoch vielfach noch nicht fest, zu welchen Zwecken die Energieerzeugnisse konkret eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Erzeugnisse &uuml;ber Zwischenh&auml;ndler gehandelt werden. Aus diesem Grund w&auml;re die Beschr&auml;nkung des Beimischungszwangs nur auf solche Kraftstoffe, die in Fahrzeugmotoren im Verkehrssektor eingesetzt werden, mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden, der mit der in &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;1 Satz 1 BImSchG getroffenen Regelung vermieden wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2015, VII R 64\/13 Erstreckung des abgabenbewehrten Beimischungszwangs auf Alkylatbenzin nicht unionrechtswidrig Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 17. Oktober 2013&nbsp;&nbsp;1 K 1232\/09 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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