{"id":6515,"date":"2012-11-30T16:08:12","date_gmt":"2012-11-30T14:08:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6515"},"modified":"2012-11-30T16:08:12","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:12","slug":"iv-r-31-09-teilanfechtung-eines-gewinnfeststellungsbescheides-gewinnermittlung-nach-par-4-abs-3-estg-fuer-nachtraegliche-einkuenfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-31-09-teilanfechtung-eines-gewinnfeststellungsbescheides-gewinnermittlung-nach-par-4-abs-3-estg-fuer-nachtraegliche-einkuenfte\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;31\/09 &#8211; Teilanfechtung eines Gewinnfeststellungsbescheides; Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG f&uuml;r nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 31\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Teilanfechtung eines Gewinnfeststellungsbescheides; Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG f&uuml;r nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine GbR&#8211; betrieb auf einem eigenen Grundst&uuml;ck ein Tagungshotel und f&uuml;hrte gegen Entgelt verschiedene Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch. Auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten stellte die Kl&auml;gerin den Tagungsbetrieb 1995 ein und verpachtete das gesamte Objekt zun&auml;chst an die B&nbsp;GmbH. Ab Herbst 1998 stand das Objekt leer. Am 21.&nbsp;Oktober 1999 wurde das gesamte Grundst&uuml;ck f&uuml;r 1,4&nbsp;Mio.&nbsp;DM versteigert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ermittelte f&uuml;r 1999 (Streitjahr) durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) einen laufenden Verlust von 325.090,94&nbsp;DM und in einer &quot;Aufgabeschlussbilanz&quot; zum 31.&nbsp;Dezember 1999 einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust von 497.901,43&nbsp;DM. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;gerin weitgehend erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Auf Grund weiterer aktenkundiger Aufwendungen ber&uuml;cksichtigte es in dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr vom 26.&nbsp;Oktober 2001 bei den laufenden Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb einen Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM und daneben einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust in H&ouml;he von 497.482,34&nbsp;DM. Der Bescheid erging gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Verbindlichkeiten durch den Versteigerungserl&ouml;s nur zum Teil befriedigt werden konnten, kam es in der Folgezeit zu Verhandlungen der Kl&auml;gerin mit den Gl&auml;ubigern, die schlie&szlig;lich zu einem Teilerlass der Restverbindlichkeiten in H&ouml;he von insgesamt 1.776.279&nbsp;DM f&uuml;hrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Kenntnisnahme von diesem Umstand vertrat das FA die Auffassung, dass der Erlass der Verbindlichkeiten durch die Gl&auml;ubiger r&uuml;ckwirkend zu einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit &Auml;nderungsbescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 stellte das FA die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb 1999 nunmehr in H&ouml;he von 869.166,32&nbsp;DM fest, die sich &#8211;insoweit unver&auml;ndert&#8211; aus einem laufenden Verlust in H&ouml;he von 330.412,94&nbsp;DM und einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.199.579,26&nbsp;DM zusammensetzten. Gleichzeitig wurde der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den &Auml;nderungsbescheid erhob die Kl&auml;gerin mit Zustimmung des FA Sprungklage, die unter dem Aktenzeichen 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 beim Finanzgericht K&ouml;ln (FG) anh&auml;ngig war. Mit dieser Klage begehrte sie die &Auml;nderung des Feststellungsbescheides dahin, dass ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nicht zu ber&uuml;cksichtigen sei und hilfsweise, dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn im Wege einer Billigkeitsma&szlig;nahme gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO nur in H&ouml;he von 159.549,46&nbsp;DM festgestellt werde. Zur Begr&uuml;ndung des Hauptantrags machte die Kl&auml;gerin insbesondere geltend, dass ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn (nunmehr als Aufgabegewinn) bereits im Veranlagungszeitraum 1998 und nicht im Streitjahr zu erfassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA schloss sich w&auml;hrend des Klageverfahrens 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 der Ansicht der Kl&auml;gerin an, dass der Betrieb bereits in 1998 aufgegeben worden und deshalb der Aufgabegewinn in 1998 zu ber&uuml;cksichtigen sei. Im Hinblick auf die bisher im Streitjahr ber&uuml;cksichtigten laufenden Eink&uuml;nfte vertrat es allerdings die Auffassung, dass diese ebenfalls einer neuen rechtlichen Beurteilung zu unterziehen seien. Sie seien nunmehr als nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen, sofern die Kl&auml;gerin den Abfluss der geltend gemachten Aufwendungen nachweise. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor Abschluss des Klageverfahrens 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 erlie&szlig; das FA am 4.&nbsp;April 2005 einen weiteren ge&auml;nderten Feststellungsbescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr (im Weiteren &Auml;nderungsbescheid) und stellte darin den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn, gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO, sowie die laufenden Eink&uuml;nfte, gest&uuml;tzt auf &sect;&nbsp;174 AO, jeweils mit 0&nbsp;DM fest. In den Erl&auml;uterungen zum Bescheid ist u.a. der Hinweis enthalten, dass die laufenden Eink&uuml;nfte mit 0&nbsp;DM gesch&auml;tzt worden seien, weil die Kl&auml;gerin den tats&auml;chlichen Abfluss der Betriebsausgaben in 1999 nicht durch Belege nachgewiesen habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass sich durch die Herabsetzung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns auf 0&nbsp;DM ihr Klagebegehren in dem Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 erledigt habe, da die Klage nur gegen die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns gerichtet gewesen sei. Der Feststellungsbescheid im &Uuml;brigen, also insbesondere die Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte, sei deshalb in Bestandskraft erwachsen. Der &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 sei hinsichtlich der laufenden Eink&uuml;nfte auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des vorliegenden Verfahrens geworden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FA einer Erledigung des Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 widersprach, beantragte die Kl&auml;gerin in diesem Verfahren, die Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache festzustellen, hilfsweise, die laufenden Eink&uuml;nfte wie erkl&auml;rt in H&ouml;he eines Verlustes von 330.412,94&nbsp;DM festzustellen und weiter hilfsweise, das FA zu verpflichten, einen negativen Feststellungsbescheid f&uuml;r 1999 zu erlassen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 in vollem Umfang abgewiesen. &Uuml;ber die dagegen unter dem Aktenzeichen IV&nbsp;R&nbsp;32\/09 anh&auml;ngige Revision hat der erkennende Senat mit Urteil vom 23. Februar 2012 ebenfalls entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend ihrer in dem Klageverfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 vertretenen Rechtsansicht legte die Kl&auml;gerin am 15.&nbsp;April 2005 Einspruch gegen den &Auml;nderungsbescheid ein, soweit darin die laufenden Eink&uuml;nfte unter Ab&auml;nderung des Feststellungsbescheides vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 mit 0&nbsp;DM festgestellt worden sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verwarf diesen Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Mai 2006 als unzul&auml;ssig. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage, mit der die Kl&auml;gerin begehrte, den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 in Gestalt der Ein-spruchsentscheidung insoweit zu &auml;ndern, als laufende Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb mit einem Verlust von 330.412,94&nbsp;DM ber&uuml;cksichtigt werden und hilfsweise, einen negativen Feststellungsbescheid f&uuml;r 1999 zu erlassen, hatte keinen Erfolg. Das FG ging davon aus, dass der Einspruch gegen den &Auml;nderungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;2 FGO unzul&auml;ssig gewesen und deshalb auch die dagegen erhobene Klage ohne weitere Sachpr&uuml;fung als unbegr&uuml;ndet abzuweisen sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts. Der Einspruch gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005, der sich nur gegen den Ansatz des laufenden Gewinns gerichtet habe, sei nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;2 FGO unzul&auml;ssig, da sie, die Kl&auml;gerin, in dem Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 nur die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns angefochten habe. F&uuml;r eine &Auml;nderung des Feststellungsbescheides vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 hinsichtlich des laufenden Gewinns fehle es an einer verfahrensrechtlichen Grundlage. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO l&auml;gen im Streitfall hinsichtlich des laufenden Gewinns nicht vor. Ungeachtet dessen w&auml;re der Klage aber auch deshalb stattzugeben, weil sie, die Kl&auml;gerin, unter Aus&uuml;bung des ihr zustehenden Wahlrechts den Gewinn nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG habe ermitteln d&uuml;rfen. Dieses Wahlrecht habe der Kl&auml;gerin auch dann zugestanden, wenn im Streitfall nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte nach Beendigung der gewerblichen T&auml;tigkeit anzunehmen w&auml;ren. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung und den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005, soweit er die laufenden Eink&uuml;nfte aus Gewerbetrieb betrifft, sowie die Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Mai 2006 aufzuheben. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe den Einspruch zu Recht als unzul&auml;ssig angesehen, weil die ge&auml;nderte Feststellung des laufenden Gewinns Gegen-stand des anh&auml;ngigen Klageverfahrens 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 geworden sei. Die Feststellung des laufenden Gewinns und des Aufgabegewinns h&auml;tten nur gemeinsam angefochten werden k&ouml;nnen. Zu Recht habe das FG den Klageantrag in dem Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 entsprechend ausgelegt. Die Frage, ob die Betriebsaufgabe im Streitjahr oder in einem fr&uuml;heren Jahr stattgefunden habe, sei untrennbar damit verbunden, ob &uuml;berhaupt noch gemeinschaftlich gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt worden seien und damit die Voraussetzungen f&uuml;r ein Feststellungsverfahren gegeben seien. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &Auml;nderungsbescheid sei auch materiell rechtm&auml;&szlig;ig. Nach Betriebsaufgabe oder Ver&auml;u&szlig;erung sei eine Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG nicht mehr m&ouml;glich. Denn ab diesem Zeitpunkt sei kein Betriebsverm&ouml;gen mehr vorhanden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Senat geht auf Grund der Feststellungen des FG in dem Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 davon aus, dass die Kl&auml;gerin gegenw&auml;rtig noch nicht vollbeendet ist. Demzufolge war die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO klagebefugt. Die Klage gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen kann daher im Streitfall nur von den gemeinschaftlich zur Vertretung berechtigten Gesellschaftern namens der Kl&auml;gerin erhoben werden (vgl. dazu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;Juni 2004 IX&nbsp;R&nbsp;39\/03, BFH\/NV 2004, 1371). Es ist nicht ersichtlich, dass die Gesellschafter daneben auch pers&ouml;nlich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 oder 5 FGO klagebefugt sind. Der Senat hat das Rubrum daher entsprechend ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Die Vorentscheidung ist aufzuheben, da das FG die Klage gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 und die Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;Mai 2006 zu Unrecht ohne weitere Sachpr&uuml;fung als unbegr&uuml;ndet abgewiesen hat. Der von der Kl&auml;gerin gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 eingelegte Einspruch, soweit er die Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte betrifft, war nicht nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;2 FGO unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;2 FGO ist ein Einspruch gegen einen neuen Verwaltungsakt insoweit ausgeschlossen, als dieser gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO einen angefochtenen Verwaltungsakt nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung &auml;ndert und deshalb Gegenstand des laufenden Klageverfahrens wird. Nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO wird der neue Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens, wenn der angefochtene Verwaltungsakt nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung ge&auml;ndert oder ersetzt wird. Die Vorschrift setzt voraus, dass beide Bescheide dieselbe Steuersache betreffen. Der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;68 FGO ist nicht er&ouml;ffnet, wenn ein teilbarer Verwaltungsakt nur teilweise angefochten wird und sich der &Auml;nderungsbescheid nur auf den nicht angefochtenen Teil bezieht (BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764, und vom 14.&nbsp;April 2011 IV&nbsp;R&nbsp;36\/08, BFH\/NV 2011, 1361). Auch der Gewinnfeststellungsbescheid ist wegen der in ihm enthaltenen selbst&auml;ndigen Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen ein teilbarer Verwaltungsakt (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/01, BFH\/NV 2004, 1372). Ein nachtr&auml;glich ge&auml;nderter Gewinnfeststellungsbescheid wird daher nach &sect;&nbsp;68 FGO nur hinsichtlich der in zul&auml;ssiger Weise mit der Klage angefochtenen Besteuerungsgrundlagen (partiell) Gegenstand des anh&auml;ngigen Verfahrens (BFH-Urteil in BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764). Wird eine in einem nachtr&auml;glichen &Auml;nderungsbescheid ge&auml;nderte Besteuerungsgrundlage nicht nach &sect;&nbsp;68 FGO Gegenstand des Verfahrens, kann der Steuerpflichtige innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist bei der Finanzbeh&ouml;rde Einspruch einlegen (BFH-Urteil in BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie der Senat in dem Revisionsverfahren IV&nbsp;R&nbsp;32\/09 mit Urteil vom 23. Februar 2012 entschieden hat, hat die Kl&auml;gerin den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1999 vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 in dem vor dem FG K&ouml;ln unter dem Aktenzeichen 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 anh&auml;ngigen Klageverfahren nur hinsichtlich des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns angefochten. Zur Begr&uuml;ndung nimmt der Senat auf die Ausf&uuml;hrungen in dem Urteil IV&nbsp;R&nbsp;32\/09 vom 23. Februar 2012 Bezug. Der &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005, mit dem sowohl die Feststellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns als auch die des laufenden Gewinns ge&auml;ndert worden sind, ist daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO nur bez&uuml;glich der Feststellungen des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns zum Gegenstand des Verfahrens 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 geworden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764). Da die in dem &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005 festgestellten laufenden Eink&uuml;nfte nicht nach &sect;&nbsp;68 FGO Gegenstand des Verfahrens 6&nbsp;K&nbsp;1864\/04 geworden sind, konnte die Kl&auml;gerin, wie geschehen, innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist bei dem FA Einspruch einlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat ausgehend von seiner Rechtsansicht keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Voraussetzungen f&uuml;r den Erlass des &Auml;nderungsbescheides vorlagen, soweit darin die laufenden Eink&uuml;nfte mit 0&nbsp;DM festgestellt worden sind. Der Senat kann deshalb nicht in der Sache selbst entscheiden. Er verweist die Sache daher an das FG zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der weiteren Sachbehandlung weist der Senat ohne Bindungswirkung auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG wird zun&auml;chst zu kl&auml;ren haben, ob der &Auml;nderungsbescheid vom 4.&nbsp;April 2005, soweit er die hier alleine streitige Feststellung der laufenden Eink&uuml;nfte 1999 betrifft, auf eine die Bestandskraft durchbrechende &Auml;nderungsnorm gest&uuml;tzt werden konnte. In Betracht kommen insoweit insbesondere die Regelungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO und des &sect;&nbsp;173 AO. Das Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;173 AO w&auml;re insbesondere dann im Einzelnen zu pr&uuml;fen, wenn die Tatsachen, die das FA veranlasst haben, die Betriebsaufgabe in 1998 anzunehmen, diesem erst nachtr&auml;glich &#8211;etwa im Klageverfahren&#8211; bekannt geworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die Regelung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist anzumerken, dass eine &Auml;nderung oder Aufhebung eines Steuerbescheides zugunsten des Steuerpflichtigen wegen der irrigen Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts nur dann zum Anlass f&uuml;r die Aufhebung oder die &Auml;nderung eines weiteren Steuerbescheides genommen werden kann, wenn der zuerst ge&auml;nderte Bescheid in seiner urspr&uuml;nglichen Fassung objektiv rechtswidrig war (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2009 I&nbsp;R&nbsp;1\/08, BFHE 225, 312, BStBl II 2010, 407). Insoweit bedarf es der Feststellung, ob der Ver&auml;u&szlig;erungs- bzw. Aufgabevorgang zutreffend in 1998 statt wie in dem Feststellungsbescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2004 in 1999 zu erfassen war. Ist der Betrieb, wie von der Kl&auml;gerin vorgetragen und vom FA den beiden &Auml;nderungsbescheiden vom 4.&nbsp;April 2005 f&uuml;r 1998 und 1999 zu Grunde gelegt, in 1998 aufgegeben worden, kommt es jedenfalls f&uuml;r die Ermittlung der laufenden Eink&uuml;nfte im Streitjahr nicht darauf an, ob ein etwaiger Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Grundst&uuml;cke nach allgemeinen Gewinnrealisierungsgrunds&auml;tzen als beg&uuml;nstigter Aufgabegewinn im Streitjahr zu erfassen gewesen w&auml;re. Denn f&uuml;r die Frage, ab welchem Zeitpunkt nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;15 EStG vorliegen, kommt es auf den Zeitpunkt der Erstellung der Aufgabebilanz an. Diese ist aber auf den Zeitpunkt der Beendigung der betrieblichen T&auml;tigkeit und nicht auf den Zeitpunkt der jeweiligen Aufgabehandlung, hier den Zeitpunkt der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung, aufzustellen (vgl. dazu BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 2005 IV&nbsp;R&nbsp;17\/02, BFHE 209, 384, BStBl II 2005, 637).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Hinblick auf die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen &Auml;nderungsbescheides weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass die laufenden Eink&uuml;nfte des Streitjahres in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG zu ermitteln sind (dazu unter aa). Davon ausgehend w&auml;re es unter Ber&uuml;cksichtigung des gegenw&auml;rtigen Erkenntnisstandes nicht zu beanstanden, wenn das FG die laufenden Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin mit 0&nbsp;DM sch&auml;tzt (dazu unter bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit nach einer Betriebsaufgabe noch steuerrelevante Ereignisse eintreten, k&ouml;nnen diese zu nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;15 EStG f&uuml;hren. Dies betrifft auch nachtr&auml;gliche Verluste aus der ehemaligen gewerblichen T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin. Die nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nfte sind indes nicht mehr nach den Grunds&auml;tzen des Verm&ouml;gensvergleichs (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG), sondern in sinngem&auml;&szlig;er Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG unter Ber&uuml;cksichtigung des Zu- und Abflussprinzips gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 EStG zu ermitteln (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Februar 1978 I&nbsp;R&nbsp;137\/74, BFHE 125, 42, BStBl II 1978, 430; vom 21.&nbsp;Dezember 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;315\/84, BFH\/NV 1994, 626, und vom 2.&nbsp;Dezember 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;42\/96, BFHE 185, 1, BStBl II 2008, 177; offengelassen in den BFH-Urteilen vom 24.&nbsp;Oktober 1979 VIII&nbsp;R&nbsp;49\/77, BFHE 129, 334 , BStBl II 1980, 186, und vom 6.&nbsp;M&auml;rz 1997 IV&nbsp;R&nbsp;47\/95, BFHE 183, 78, BStBl II 1997, 509).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG liegt eine Bewertung von Bilanzpositionen unter Bildung stiller Reserven zu Grunde. Die in den Verm&ouml;gensvergleich einzubeziehenden Wirtschaftsg&uuml;ter werden letztmalig im Zeitpunkt der Betriebsver&auml;u&szlig;erung bzw. Betriebsaufgabe in der Schlussbilanz erfasst. Soweit in den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Wirtschaftsg&uuml;tern stille Reserven enthalten sind, erh&ouml;hen diese den Aufgabe- bzw. Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn. Aktive Wirtschaftsg&uuml;ter gelten, soweit sie nicht ver&auml;u&szlig;ert werden, als in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt. Ein Betriebsverm&ouml;gensvergleich im Sinne einer Gegen&uuml;berstellung des Aktiv- und des Passivverm&ouml;gens ist deshalb ab dem Zeitpunkt einer Betriebsver&auml;u&szlig;erung oder einer Betriebsaufgabe nicht mehr m&ouml;glich. Auch sind bei einem Betriebsverm&ouml;gensvergleich die Bewertungsvorschriften des EStG anzuwenden. Der danach ggf. anzusetzende Teilwert gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG beruht aber z.B. auf der Annahme, dass der Betrieb unver&auml;ndert fortgef&uuml;hrt wird (vgl. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Februar 1999 XI&nbsp;S&nbsp;14\/98, BFH\/NV 1999, 926). Dieser W&uuml;rdigung steht auch die Rechtsprechung nicht entgegen, wonach die Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich als Grundform nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG immer dann einschl&auml;gig ist, wenn der Steuerpflichtige keine (wirksame) Wahl f&uuml;r die eine oder andere Gewinnermittlungsart getroffen hat (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;R&nbsp;57\/07, BFHE 224, 513, BStBl II 2009, 659). Denn dabei wird vorausgesetzt, dass ein Betriebsverm&ouml;gensvergleich noch durchgef&uuml;hrt werden kann. Dies ist vorliegend aber f&uuml;r das Streitjahr zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wenig kann aus dem Umstand, dass die nach der Betriebsaufgabe noch fortbestehenden Verbindlichkeiten dem negativen Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin zuzuordnen sind, ein Argument f&uuml;r die Notwendigkeit der Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich abgeleitet werden. Denn &Auml;nderungen im Bestand der Verbindlichkeit sind, soweit sie auf Tilgungsleistungen beruhen, steuerlich irrelevant. Soweit sie durch den Erlass der Verbindlichkeit bedingt sind, haben sie nur (r&uuml;ckwirkend) Einfluss auf die H&ouml;he des Aufgabegewinns. Die Erfassung der f&uuml;r die fortbestehenden Verbindlichkeiten aufgewandten Schuldzinsen erfordert deshalb keinen &quot;partiellen&quot; Bestandsvergleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt eine Gewinnermittlung nach Betriebsverm&ouml;gensvergleich nicht in Betracht, ist der Gewinn zwingend entsprechend den Grunds&auml;tzen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG zu ermitteln. Zwar scheidet eine unmittelbare Anwendung aus, weil die Vorschrift voraussetzt, dass eine Buchf&uuml;hrungspflicht nicht besteht und der Steuerpflichtige auch nicht freiwillig B&uuml;cher f&uuml;hrt und Abschl&uuml;sse macht. Der Grundgedanke der Vorschrift muss aber auch dann zur Anwendung kommen, wenn es sich um betriebliche Eink&uuml;nfte handelt, diese aber nicht nach den Grunds&auml;tzen des Betriebsverm&ouml;gensvergleichs ermittelt werden d&uuml;rfen und es demgem&auml;&szlig; unerheblich ist, ob der Steuerpflichtige etwa freiwillig B&uuml;cher f&uuml;hrt (BFH-Urteil in BFHE 125, 42, BStBl II 1978, 430). Soweit der erkennende Senat in der Entscheidung in BFHE 183, 78 BStBl II 1997, 509 f&uuml;r die Ermittlung nachtr&auml;glicher gewerblicher Eink&uuml;nfte lediglich ein Wahlrecht zur Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG erwogen hat, h&auml;lt er daran nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es ist nach dem gegenw&auml;rtigen Erkenntnisstand revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG in Aus&uuml;bung seiner eigenen Sch&auml;tzungsbefugnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO in Anlehnung an die Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen durch das FA gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;162, 181 AO die laufenden Eink&uuml;nfte mit 0&nbsp;DM festgestellt hat. Die nachtr&auml;glichen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin sind wie dargelegt unter Ber&uuml;cksichtigung des Zu- und Abflussprinzips gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 EStG zu ermitteln. Die Kl&auml;gerin hat den tats&auml;chlichen Abfluss der Betriebsausgaben weder dem FA noch dem FG nachgewiesen. Sollte der Kl&auml;gerin ein entsprechender Nachweis im 2.&nbsp;Rechtsgang nicht gelingen, h&auml;tte der Senat keinen Anlass, das gefundene Sch&auml;tzungsergebnis in Frage zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 31\/09 Teilanfechtung eines Gewinnfeststellungsbescheides; Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG f&uuml;r nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine GbR&#8211; betrieb auf einem eigenen Grundst&uuml;ck ein Tagungshotel und f&uuml;hrte gegen Entgelt verschiedene Aus- und Fortbildungsveranstaltungen durch. 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