{"id":65157,"date":"2015-11-06T17:07:46","date_gmt":"2015-11-06T15:07:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65157"},"modified":"2015-11-06T17:07:46","modified_gmt":"2015-11-06T15:07:46","slug":"xi-r-6-13-rueckwirkend-zum-1-juli-2004-geaenderte-bemessungsgrundlage-fuer-unentgeltliche-wertabgabe-in-sog-seeling-faellen-unionsrechtskonform-und-verfassungsgemaess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-6-13-rueckwirkend-zum-1-juli-2004-geaenderte-bemessungsgrundlage-fuer-unentgeltliche-wertabgabe-in-sog-seeling-faellen-unionsrechtskonform-und-verfassungsgemaess\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;6\/13 &#8211; R&uuml;ckwirkend zum 1. Juli 2004 ge&auml;nderte Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgabe in sog. &quot;Seeling-F&auml;llen&quot; unionsrechtskonform und verfassungsgem&auml;&szlig;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, XI R 6\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckwirkend zum 1. Juli 2004 ge&auml;nderte Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgabe in sog. &quot;Seeling-F&auml;llen&quot; unionsrechtskonform und verfassungsgem&auml;&szlig;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ordnet ein Unternehmer ein privat und unternehmerisch (gemischt)genutztes Geb&auml;ude in vollem Umfang seinem Unternehmen zu, kann er in vollem Umfang den Vorsteuerabzug aus den Bauerrichtungskosten in Anspruch nehmen und hat f&uuml;r den privat genutzten Geb&auml;udeteil eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern (sog. Seeling-Rechtsprechung vor Inkrafttreten der Neuregelung in &sect; 15 Abs. 1b UStG).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltliche Wertabgabe in diesen F&auml;llen dahingehend, dass ab dem 1. Juli 2004&nbsp;&nbsp;10 % der Herstellungskosten des Geb&auml;udes &uuml;ber einen Zeitraum von zehn Jahren zugrunde zu legen sind, ist unionsrechtskonform und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das verfassungsrechtliche R&uuml;ckwirkungsverbot.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 29. November 2012&nbsp;&nbsp;1 K 2535\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die H&ouml;he der Bemessungsgrundlage der f&uuml;r die Jahre 2004 bis 2007 (Streitjahre) anzusetzenden unentgeltlichen Wertabgabe f&uuml;r die Privatnutzung eines dem Unternehmen zugeordneten Geb&auml;udes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Rechtsanwalt und Gesellschafter der Rechtsanwalts- und Wirtschaftspr&uuml;fungskanzlei. F&uuml;r die Errichtung eines von ihm (&uuml;berwiegend) privat genutzten Wohnhauses schloss er im September 2003 einen Generalunternehmervertrag. In seiner im Oktober 2003 abgegebenen Umsatzsteuervoranmeldung f&uuml;r den Monat September 2003 ordnete er das Geb&auml;ude voll seinem Unternehmensverm&ouml;gen zu und machte in den Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2003 und 2004 den vollen Vorsteuerabzug geltend. Von der Gesamtnutzfl&auml;che des Wohnhauses von 410,62&nbsp;qm sollten &#8211;jeweils umsatzsteuerpflichtig&#8211; 19,89&nbsp;qm Keller an einen Dritten als Archiv sowie ein Drittel der in das Haus integrierten Garage an die Rechtsanwalts- und Wirtschaftspr&uuml;fungskanzlei vermietet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Geb&auml;ude wurde im Juni 2004 fertiggestellt. Die unternehmerische Nutzung des Geb&auml;udes betrug 10,89&nbsp;% der Gesamtnutzfl&auml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Streitjahre 2004 bis 2007 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger f&uuml;r die Privatnutzung des Hauses eine unentgeltliche Wertabgabe. Als Bemessungsgrundlage der Privatnutzung setzte er in allen Streitjahren auf der Grundlage des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes in der bis einschlie&szlig;lich 30.&nbsp;Juni 2004 geltenden Fassung des Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (Steuer&auml;nderungsgesetz 2003 &#8211;St&Auml;ndG 2003&#8211;) vom 15.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) &#8211;UStG a.F.&#8211; 1&nbsp;% der Herstellungskosten des Geb&auml;udes an. Die Umsatzsteuer wurde zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden f&uuml;r 2005 und 2006 vom 18.&nbsp;November 2008 sowie f&uuml;r 2004 und 2007 vom 7.&nbsp;August 2009 &auml;nderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Umsatzsteuerfestsetzungen im Hinblick auf die Bemessung der unentgeltlichen Wertabgabe. Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte in der Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Juni 2011 nur soweit Erfolg, als bei der Berechnung der Bemessungsgrundlage der unentgeltlichen Wertabgabe bislang von zu hohen Nettoherstellungskosten ausgegangen worden sei. Anstatt der vom Kl&auml;ger errechneten Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltliche Wertabgabe in H&ouml;he von 1.846&nbsp;EUR setzte das FA zuletzt einen Betrag f&uuml;r 2004 von 22.125&nbsp;EUR und im &Uuml;brigen von j&auml;hrlich 44.251&nbsp;EUR an, den es f&uuml;r den Zeitraum ab 1.&nbsp;Juli 2004 unter Heranziehung der neu eingef&uuml;hrten Vorschrift des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Steuerrecht und zur &Auml;nderung weiterer Vorschriften (Richtlinien-Umsetzungsgesetz &#8211;EURLUmsG&#8211;) vom 9.&nbsp;Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3310) ermittelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage ab. Es f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass die vom FA (der H&ouml;he nach zutreffend) vorgenommene Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG den unionsrechtlichen Vorgaben entspreche. Die gesetzliche Neuregelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG versto&szlig;e auch nicht gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) folgende R&uuml;ckwirkungsverbot. Denn der Kl&auml;ger habe kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen in den Fortbestand der alten Rechtslage f&uuml;r sich beanspruchen k&ouml;nnen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 469 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner hiergegen eingelegten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von Verfassungsrecht und verweist insbesondere auf die neuere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zum R&uuml;ckwirkungsverbot (Beschluss vom 17.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;5\/08, BVerfGE 135, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe sich im Streitfall nicht damit befasst, ob es sich vorliegend um eine echte oder unechte R&uuml;ckwirkung handele, ob er, der Kl&auml;ger, mit einer &uuml;ber der tats&auml;chlichen Inanspruchnahme liegenden Besteuerung wirklich habe rechnen m&uuml;ssen und ob selbst dann, wenn eine unechte R&uuml;ckwirkung zwar grunds&auml;tzlich m&ouml;glich sei, bei einer Interessen- und G&uuml;terabw&auml;gung unter Ber&uuml;cksichtigung des Vertrauensschutzes, der Grundrechte und vom Sinn und Zwecke des Gesetzes z.B. durch &Uuml;bergangsregelungen dem Betroffenen Vertrauensschutz dann zu gew&auml;hren sei, wenn sein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf den bisherigen Rechtszustand &uuml;berwiege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber regele investitionsrelevante Aufwendungen seit jeher stets in der Weise, dass der Steuerpflichtige bereits bei Vornahme seiner Investition steuerliche Planungssicherheit erhalte. Als Beispiel sei auf die Abschreibungss&auml;tze des &sect;&nbsp;7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) hingewiesen, der f&uuml;r die Zukunft die vollst&auml;ndige Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) regele. Damit werde dem verfassungsrechtlichen Grundsatz Rechnung getragen, dass der Bauherr bereits im Zeitpunkt der Entscheidung &uuml;ber seine Investition die steuerliche Belastung im Wesentlichen kennen m&uuml;sse. Gerade bei langfristig angelegten Investitionen in Immobilien genie&szlig;e der Steuerpflichtige einen deutlich erh&ouml;hten Vertrauensschutz, so wie er u.a. in &sect;&nbsp;7 EStG deutlich zum Ausdruck komme. Bei der Umsatzsteuer d&uuml;rfe nichts anderes gelten, soweit es um langfristige Investitionen in Immobilien gehe. Demgegen&uuml;ber orientiere sich das FG &#8211;ohne sich zu diesem zentralen Punkt zu &auml;u&szlig;ern&#8211; zu Unrecht an einer pauschalen Sichtweise, wonach die Abgrenzung zwischen echter und unechter R&uuml;ckwirkung allein nach dem wirkungsrelevanten Besteuerungszeitraum zu beurteilen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Richtigerweise k&ouml;nne der Steuerpflichtige stets darauf vertrauen, dass zumindest das Prinzip der leistungsgerechten Besteuerung vom Gesetzgeber beachtet werde. Der durch den vor&uuml;bergehend gew&auml;hrten vollen Vorsteuerabzug entstandene Liquidit&auml;tsvorteil rechtfertige es demgegen&uuml;ber nicht, von diesem h&ouml;herrangigen Prinzip mittels r&uuml;ckwirkender Gesetze abzur&uuml;cken. Damit w&uuml;rde das Risiko rechtswidriger Gesetze systemwidrig, einseitig und pauschal auf den Steuerpflichtigen zur&uuml;ckverlagert, was vom Verbot der Gesetzesr&uuml;ckwirkung gerade nicht bezweckt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide 2004 bis 2007 in Gestalt der hierzu ergangenen Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Juni 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die unentgeltliche Wertabgabe unter Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 UStG a.F. mit einem AfA-Satz von 1&nbsp;% festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Vorentscheidung f&uuml;r zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht erkannt, dass die unentgeltliche Wertabgabe aus der Privatnutzung des dem Unternehmen des Kl&auml;gers zugeordneten Geb&auml;udes ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG mit 10&nbsp;% seiner Herstellungskosten anzusetzen ist. Dabei hat das FG zutreffend entschieden, dass diese Regelung weder unionsrechtswidrig ist noch gegen die Verfassung verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9a Nr.&nbsp;1 UStG wird einer sonstigen Leistung gegen Entgelt gleichgestellt u.a. die Verwendung eines dem Unternehmen zugeordneten Gegenstands, der zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt hat, durch einen Unternehmer f&uuml;r Zwecke, die au&szlig;erhalb des Unternehmens liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unionsrechtliche Grundlage dieser Vorschrift ist f&uuml;r die Streitjahre 2004 bis 2006 Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) und f&uuml;r das Streitjahr 2007 Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach wird die Verwendung eines dem Unternehmen zugeordneten Gegenstands f&uuml;r den privaten Bedarf eines Steuerpflichtigen oder allgemein f&uuml;r unternehmensfremde Zwecke den Dienstleistungen gegen Entgelt gleichgestellt, wenn dieser Gegenstand zum vollen oder teilweisen Abzug der Mehrwertsteuer berechtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der sog. Seeling-Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) sind die entsprechenden unionsrechtlichen Vorgaben so auszulegen, dass ein Steuerpflichtiger, der sich daf&uuml;r entscheidet, ein Geb&auml;ude insgesamt seinem Unternehmen zuzuordnen, und sp&auml;ter einen Teil dieses Geb&auml;udes f&uuml;r seinen Bedarf verwendet, zum Abzug der auf die gesamten Herstellungskosten dieses Geb&auml;udes entrichteten Vorsteuerbetr&auml;ge berechtigt und dementsprechend verpflichtet ist, die Mehrwertsteuer auf den Betrag der Ausgaben f&uuml;r diese Verwendung zu zahlen (EuGH-Urteil Seeling vom 8.&nbsp;Mai 2003 C-269\/00, EU:C:2003:254, BStBl II 2004, 378). Der Bundesfinanzhof (BFH) hat danach gekl&auml;rt, dass ein Unternehmer, der ein Geb&auml;ude errichtet, das er teilweise unternehmerisch und teilweise nichtunternehmerisch (zu eigenen Wohnzwecken) nutzt, das Geb&auml;ude insgesamt seinem Unternehmen zuordnen und die auf das gesamte Geb&auml;ude &#8211;einschlie&szlig;lich des nichtunternehmerisch genutzten Teils&#8211; entfallenden Vorsteuerbetr&auml;ge nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 UStG abziehen kann und dass die nichtunternehmerische Verwendung des Geb&auml;udes als steuerpflichtiger Eigenverbrauch (nunmehr unentgeltliche Wertabgabe) der Umsatzbesteuerung unterliegt (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Juli 2003 V&nbsp;R&nbsp;39\/99, BFHE 203, 206, BStBl II 2004, 371; vom 8.&nbsp;Oktober 2008 XI&nbsp;R&nbsp;58\/07, BFHE 223, 487, BStBl II 2009, 394, unter II.1.a&nbsp;aa, Rz&nbsp;14; vom 17.&nbsp;Dezember 2008 XI&nbsp;R&nbsp;64\/06, BFH\/NV 2009, 798, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 598, unter II.3.c, Rz&nbsp;27; vom 23.&nbsp;September 2009 XI&nbsp;R&nbsp;18\/08, BFHE 227, 226, BStBl II 2010, 313, unter II.1.a, Rz&nbsp;15; vom 19.&nbsp;Juli 2011 XI&nbsp;R&nbsp;21\/10, BFHE 235, 14, BStBl II 2012, 434, Rz&nbsp;31; vom 19.&nbsp;Juli 2011 XI&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFHE 234, 556, BStBl II 2012, 430, Rz&nbsp;23, jeweils m.w.N.; vgl. zum Zuordnungswahlrecht allgemein auch EuGH-Urteile Vereniging Noordelijke Land- en Tuinbouw Organisatie &#8211;VNLTO&#8211; vom 12.&nbsp;Februar 2009 C-515\/07, EU:C:2009:88, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2009, 199, Rz&nbsp;32; Gemeente&#8217;s Hertogenbosch vom 10.&nbsp;September 2014 C-92\/13, EU:C:2014:2188, Mehrwertsteuerrecht 2014, 686, Rz&nbsp;25; Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;Juni 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/13, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, Deutsches Steuerrecht 2015, 1734, Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausgehend hiervon hat das FG zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger berechtigt war, das von ihm teilweise unternehmerisch verwendete Geb&auml;ude insgesamt seinem Unternehmen zuzuordnen und dementsprechend den vollen Vorsteuerabzug aus den Bauerrichtungskosten in Anspruch zu nehmen. Mit der teilweisen Nutzung f&uuml;r private Wohnzwecke verwendete der Kl&auml;ger das Geb&auml;ude in den Streitjahren f&uuml;r Zwecke, die au&szlig;erhalb des Unternehmens &#8211;der gewerblichen Vermietung&#8211; liegen. Dementsprechend hatte der Kl&auml;ger insoweit eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern (vgl. auch BFH-Urteil vom 19.&nbsp;April 2007 V&nbsp;R&nbsp;56\/04, BFHE 217, 76, BStBl II 2007, 676).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zu Recht angenommen, dass die unentgeltliche Wertabgabe f&uuml;r den Zeitraum ab Juli 2004 in H&ouml;he von 10&nbsp;% der Herstellungskosten des Geb&auml;udes anzusetzen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. war dieser Umsatz nach den bei der Ausf&uuml;hrung dieser Ums&auml;tze entstandenen Kosten zu bemessen, soweit sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben; nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift geh&ouml;rte die Umsatzsteuer nicht zur Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der damals einhelligen Auslegung des Begriffs der &quot;Kosten&quot; i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. war dabei grunds&auml;tzlich von den bei der Einkommensteuer zugrunde gelegten Kosten, d.h. von den nach Ma&szlig;gabe der j&auml;hrlichen AfA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 EStG auf 50&nbsp;Jahre zu verteilenden Herstellungskosten auszugehen (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 217, 76, BStBl II 2007, 676, unter II.2., Rz&nbsp;21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r nach dem 30.&nbsp;Juni 2004 ausgef&uuml;hrte Ums&auml;tze ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG der Umsatz bei sonstigen Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9a Nr.&nbsp;1 UStG nach den bei der Ausf&uuml;hrung dieser Ums&auml;tze entstandenen Ausgaben zu bemessen, soweit sie zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben. Zu diesen Ausgaben geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG auch die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts, soweit das Wirtschaftsgut dem Unternehmen zugeordnet ist und f&uuml;r die Erbringung der sonstigen Leistung verwendet wird. Betragen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindestens 500&nbsp;EUR, sind sie gleichm&auml;&szlig;ig auf einen Zeitraum zu verteilen, der dem f&uuml;r das Wirtschaftsgut ma&szlig;geblichen Berichtigungszeitraum nach &sect;&nbsp;15a UStG entspricht (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG). Nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG betr&auml;gt der Berichtigungszeitraum bei Grundst&uuml;cken zehn Jahre, weshalb die unentgeltliche Wertabgabe grunds&auml;tzlich in H&ouml;he von 10&nbsp;% der Geb&auml;udeherstellungskosten anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dementsprechend hat das FG zutreffend angenommen, dass die vom FA vorgenommene Berechnung der Bemessungsgrundlage der unentgeltlichen Wertabgabe nach Ma&szlig;gabe der vorstehenden Vorschriften zutreffend erfolgt ist &#8211;was im &Uuml;brigen zwischen den Beteiligten auch au&szlig;er Streit steht&#8211; und dass insoweit ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 die Neuregelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG zugrunde zu legen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat au&szlig;erdem zu Recht dargelegt, dass die Neuregelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG den Vorgaben des Unionsrechts entspricht (vgl. EuGH-Urteil Wollny vom 14.&nbsp;September 2006 C-72\/05, EU:C:2006:573, BStBl II 2007, 32). Dies wird vom Kl&auml;ger mit seiner Revision auch nicht beanstandet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die gesetzliche Neuregelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG nicht gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) folgende R&uuml;ckwirkungsverbot verst&ouml;&szlig;t (so auch FG M&uuml;nster, Urteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;3484\/08&nbsp;U, EFG 2010, 994, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2011&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;210\/08, EFG 2011, 1660, Rz&nbsp;21&nbsp;ff.; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;2285\/10, EFG 2013, 1174, Rz&nbsp;48&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das BVerfG unterscheidet bei r&uuml;ckwirkenden Gesetzen in st&auml;ndiger Rechtsprechung zwischen Gesetzen mit echter R&uuml;ckwirkung, die grunds&auml;tzlich nicht mit der Verfassung vereinbar sind und solchen mit unechter R&uuml;ckwirkung, die grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig sind (vgl. z.B. Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;40, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Rechtsnorm entfaltet echte R&uuml;ckwirkung, wenn sie nachtr&auml;glich in einen abgeschlossenen Sachverhalt &auml;ndernd eingreift (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;41, m.w.N.). Dies ist insbesondere der Fall, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (&quot;R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen&quot;; vgl. z.B. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;41, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von dem grunds&auml;tzlichen Verbot echt r&uuml;ckwirkender Gesetze bestehen Ausnahmen (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;64, m.w.N.). Das R&uuml;ckwirkungsverbot gilt nicht, soweit sich kein Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte oder ein Vertrauen auf eine bestimmte Rechtslage sachlich nicht gerechtfertigt und daher nicht schutzw&uuml;rdig war (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;64, m.w.N.). F&uuml;r die Frage, ob mit einer r&uuml;ckwirkenden &Auml;nderung der Rechtslage zu rechnen war, ist von Bedeutung, ob die bisherige Regelung bei objektiver Betrachtung geeignet war, ein Vertrauen der betroffenen Personengruppe auf ihren Fortbestand zu begr&uuml;nden (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;64, m.w.N.). Eine Ausnahme vom Grundsatz der Unzul&auml;ssigkeit echter R&uuml;ckwirkungen ist beispielsweise gegeben, wenn die Betroffenen schon im Zeitpunkt, auf den die R&uuml;ckwirkung bezogen wird, nicht auf den Fortbestand einer gesetzlichen Regelung vertrauen durften, sondern mit deren &Auml;nderung rechnen mussten (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;65, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine unechte R&uuml;ckwirkung liegt vor, wenn eine Norm auf gegenw&auml;rtige, noch nicht abgeschlossene Sachverhalte und Rechtsbeziehungen f&uuml;r die Zukunft einwirkt und damit zugleich die betroffene Rechtsposition entwertet, so wenn belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk&uuml;ndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel&ouml;st werden (&quot;tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung&quot;, vgl. BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932, Rz&nbsp;43, m.w.N.). Sie ist grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig. Allerdings k&ouml;nnen sich aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes und dem Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip Grenzen der Zul&auml;ssigkeit ergeben. Diese Grenzen sind erst &uuml;berschritten, wenn die vom Gesetzgeber angeordnete unechte R&uuml;ckwirkung zur Erreichung des Gesetzeszwecks nicht geeignet oder erforderlich ist oder wenn die Bestandsinteressen der Betroffenen die Ver&auml;nderungsgr&uuml;nde des Gesetzgebers &uuml;berwiegen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932, Rz&nbsp;43, m.w.N.). Dabei geht der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz nicht so weit, vor jeder Entt&auml;uschung zu bewahren; soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die blo&szlig; allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932, Rz&nbsp;45, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Steuerrecht liegt eine echte R&uuml;ckwirkung nur vor, wenn der Gesetzgeber eine bereits entstandene Steuerschuld nachtr&auml;glich ab&auml;ndert (vgl. z.B. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;42; in BVerfGE 132, 302, BStBl II 2012, 932, Rz&nbsp;44, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) F&uuml;r den Bereich des Einkommensteuerrechts bedeutet dies beispielsweise, dass die &Auml;nderung von Normen mit Wirkung f&uuml;r den laufenden Veranlagungszeitraum jedenfalls in formaler Hinsicht der Kategorie der unechten R&uuml;ckwirkung zuzuordnen ist; denn nach &sect;&nbsp;38 der Abgabenordnung i.V.m. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG entsteht die Einkommensteuer erst mit dem Ablauf des Veranlagungszeitraums, das hei&szlig;t des Kalenderjahres (&sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 EStG; vgl. z.B. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;42, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann im Streitfall offenlassen, ob es sich bei der in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG getroffenen Neuregelung bezogen auf die f&uuml;r die Monate ab Juli 2004 streitbefangene Besteuerung der unentgeltlichen Wertabgabe um eine echte R&uuml;ckwirkung im Sinne der Rechtsprechung des BVerfG handelt, oder ob &#8211;wie jedenfalls f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2007&#8211; insoweit eine unechte R&uuml;ckwirkung anzunehmen ist. Eine echte R&uuml;ckwirkung k&auml;me nur in Betracht, als nicht auf den bei Verk&uuml;ndung des EURLUmsG noch nicht abgeschlossenen Besteuerungszeitraum: das Kalenderjahr (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG), sondern auf den einzelnen Voranmeldungszeitraum (&sect;&nbsp;18 UStG) abzustellen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dies kann vorliegend aber unentschieden bleiben, weil die streitbefangene gesetzliche Regelung auch bei Annahme einer echten R&uuml;ckwirkung (so FG M&uuml;nster in EFG 2010, 994, Rz&nbsp;24; FG M&uuml;nchen in EFG 2011, 1660, Rz&nbsp;25; FG Rheinland-Pfalz in EFG 2013, 1174, Rz&nbsp;54) den verfassungsrechtlichen Vorgaben gen&uuml;gt. Denn der Kl&auml;ger konnte schon im Zeitpunkt, auf den die R&uuml;ckwirkung bezogen wird &#8211;hier ab dem 1.&nbsp;Juli 2004&#8211;, nicht mehr auf den Fortbestand der fr&uuml;heren gesetzlichen Regelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. vertrauen, sondern musste mit einer &Auml;nderung der Gesetzeslage rechnen (vgl. dazu z.B. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz&nbsp;65, m.w.N).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dies ergab sich f&uuml;r die Zeit ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 jedenfalls aus dem vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) ver&ouml;ffentlichten Schreiben vom 13.&nbsp;April 2004, wonach ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 bei der Ermittlung der Kosten i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gegenstands abweichend von den ertragsteuerrechtlichen Grunds&auml;tzen gleichm&auml;&szlig;ig auf den nach &sect;&nbsp;15a UStG f&uuml;r diesen Gegenstand jeweils ma&szlig;geblichen Berichtigungszeitraum zu verteilen waren (BMF-Schreiben vom 13.&nbsp;April 2004 IV&nbsp;B&nbsp;7 -S&nbsp;7206- 3\/04, BStBl I 2004, 468, UR 2004, 331, Der Betrieb 2004, 960). Diese Regelung entsprach damit inhaltlich der zum 1.&nbsp;Juli 2004 r&uuml;ckwirkend in Kraft gesetzten Neufassung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG. Dem Kl&auml;ger als Angeh&ouml;rigen der in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 des Steuerberatungsgesetzes angef&uuml;hrten Berufe musste daher schon im Mai oder Juni 2004 bekannt sein, dass sich ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 die Ermittlung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltliche Wertabgabe in den sog. Seeling-F&auml;llen ver&auml;ndern w&uuml;rde. Er durfte daher insoweit f&uuml;r die Zeit ab dem 1.&nbsp;Juli 2004 nicht mehr auf den Fortbestand der gesetzlichen Regelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. vertrauen (ebenso FG M&uuml;nster in EFG 2010, 994, Rz&nbsp;27&nbsp;f.; vgl. auch FG M&uuml;nchen in EFG 2011, 1660, Rz&nbsp;26&nbsp;ff.; FG Rheinland-Pfalz in EFG 2013, 1174, Rz&nbsp;55&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies gilt unabh&auml;ngig von der sp&auml;ter ergangenen Rechtsprechung des BFH, dass die in diesem Verwaltungserlass vorgesehene R&uuml;ckwirkung auf Zeitr&auml;ume vor dem 1.&nbsp;Juli 2004 in Ermangelung einer Rechtsgrundlage unzul&auml;ssig war (vgl. BFH-Urteil in BFHE 217, 76, BStBl II 2007, 676; s. dazu BMF-Schreiben vom 10.&nbsp;August 2007 IV&nbsp;A&nbsp;5-S&nbsp;7206\/07\/0003, BStBl I 2007, 690). Denn die Anwendung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. auf diese Zeitr&auml;ume steht vorliegend au&szlig;er Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch wenn entsprechend dem Vorbringen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Pr&uuml;fung des aus seiner Sicht bestehenden Vertrauensschutzes auf den Zeitraum seiner Investitionsentscheidung Ende 2003 abgestellt w&uuml;rde, durfte der Kl&auml;ger damals nicht darauf vertrauen, &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. werde f&uuml;r die n&auml;chsten 50&nbsp;Jahre unver&auml;ndert bleiben (vgl. dazu z.B. BVerfG-Beschluss vom 5.&nbsp;Februar 2002&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;305\/93, 2&nbsp;BvR&nbsp;348\/93, BVerfGE 105, 17, Leitsatz&nbsp;2 und Rz&nbsp;63&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dabei ist zun&auml;chst zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Kl&auml;ger bis zum Bekanntwerden der sog. Seeling-Rechtsprechung des EuGH (Urteil Seeling, EU:C:2003:254, BStBl II 2004, 378) nach der seinerzeit geltenden Rechtslage ohnehin keinen Anspruch auf den Vorsteuerabzug auch f&uuml;r die anteiligen Bauerrichtungskosten f&uuml;r den privat genutzten Geb&auml;udeteil hatte. Denn damals wurde nach der Rechtsprechung des BFH und der entsprechenden Verwaltungsauffassung die anteilige Privatnutzung von Geb&auml;udeteilen als steuerfreie Vermietung i.S. von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;12 UStG behandelt, so dass der Vorsteuerabzug aus den entsprechenden Anschaffungs- und Herstellungskosten nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG ausgeschlossen war (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 1994 V&nbsp;R&nbsp;33\/92, BFHE 174, 258, BStBl II 1994, 668, unter II.5.b und c, Rz&nbsp;30&nbsp;f.). Es lag insoweit von vornherein keine steuerpflichtige unentgeltliche Wertabgabe vor, so dass auch kein Bed&uuml;rfnis f&uuml;r die Anwendung der in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. geregelten Bemessungsgrundlage bestand. F&uuml;r die Zeit vor dem Ergehen der sog. Seeling-Rechtsprechung am 8.&nbsp;Mai 2003 konnte somit kein Vertrauenstatbestand dahingehend entstehen, dass bei entsprechender anteiliger Privatnutzung eines errichteten Geb&auml;udes eine unentgeltliche Wertabgabe anzunehmen w&auml;re, deren Bemessungsgrundlage sich nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. bestimmte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers konnte sich auch nach Ergehen der sog. Seeling-Rechtsprechung (EuGH-Urteil Seeling, EU:C:2003:254, BStBl II 2004, 378) bis zum Inkrafttreten der Neuregelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG zum 1.&nbsp;Juli 2004 kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf den Fortbestand der Regelung in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. entwickeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar ergab sich f&uuml;r die anteiligen Bauerrichtungskosten im Hinblick auf die beabsichtigte Nutzung des w&auml;hrend dieses Zeitraums errichteten Geb&auml;udes zu privaten Wohnzwecken nun infolge der Zuordnung des gesamten Geb&auml;udes zum Unternehmen des Kl&auml;gers ein Vorsteuerabzugsrecht in vollem Umfang (EuGH-Urteil Seeling, EU:C:2003:254, BStBl II 2004, 378). Diesen hat der Kl&auml;ger allerdings erhalten. Sein Vertrauen wurde insoweit nicht entt&auml;uscht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dies hatte aber zugleich zur Folge, dass hinsichtlich der beabsichtigten anteiligen Privatnutzung des Geb&auml;udes nunmehr eine unentgeltliche Wertabgabe nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;9a UStG vorlag. Mit der Anwendung der seinerzeit vorgesehenen Bemessungsgrundlage von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. hat einem vollem Vorsteuerabzug eine &#8211;aufgrund der einkommensteuerrechtlichen Regelung in &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 EStG vorgesehene Verteilung der Herstellungskosten auf 50&nbsp;Jahre&#8211; im Verh&auml;ltnis nur geringf&uuml;gige anteilige Besteuerung der Privatnutzung gegen&uuml;bergestanden. Da der Berichtigungszeitraum des &sect;&nbsp;15a UStG lediglich zehn Jahre betrug, drohte das Entstehen eines unversteuerten Letztverbrauchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtslage hat der BFH zwar in seiner Nachfolgerechtsprechung f&uuml;r Wertabgaben bis zum 30.&nbsp;Juni 2004 dem Grunde nach best&auml;tigt (z.B. BFH-Urteile in BFHE 203, 206, BStBl II 2004, 371; in BFHE 217, 76, BStBl II 2007, 676). Dies bedeutet aber nicht, dass der Kl&auml;ger uneingeschr&auml;nkt auf den Fortbestand von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG a.F. f&uuml;r die n&auml;chsten 50&nbsp;Jahre vertrauen durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Das FG ist deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger aus Sicht Ende 2003 mit einer zuk&uuml;nftigen &Auml;nderung der Rechtslage rechnen musste. Ansonsten h&auml;tte er langfristig einen ungerechtfertigten Vorteil gegen&uuml;ber dem Endverbraucher erhalten, der einen Gegenstand kauft und daf&uuml;r Mehrwertsteuer entrichtet; insoweit w&auml;re eine unzul&auml;ssige Ungleichbehandlung des Steuerpflichtigen im Verh&auml;ltnis zum Endverbraucher entstanden, was nach der Rechtsprechung des EuGH unzul&auml;ssig ist (Urteil Wollny, EU:C:2006:573, BStBl II 2007, 32, Rz&nbsp;32, m.w.N.; vgl. auch Dziadkowski, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2004, 339; Nieskens, Der Umsatz-Steuer-Berater &#8211;UStB&#8211; 2003, 311). Au&szlig;erdem h&auml;tte dies langfristig die Logik des im Mehrwertsteuersystem bestehenden Zusammenhangs zwischen Vorsteuerabzug und Erhebung der Mehrwertsteuer in Frage gestellt (EuGH-Urteil Wollny, EU:C:2006:573, BStBl II 2007, 32, Rz&nbsp;32, m.w.N.). Dies ist seinerzeit auch in der Fachwelt er&ouml;rtert worden (vgl. z.B. Dziadkowski, IStR 2004, 339; Nieskens, UStB 2003, 311), was insbesondere dem fachkundigen Kl&auml;ger bekannt sein musste. Das Interesse des Staates, die durch die Rechtsprechung des EuGH entstandene Besteuerungsl&uuml;cke zu schlie&szlig;en, &uuml;berwiegt insoweit das Interesse des Kl&auml;gers, zumal der Gesetzgeber an die Frist des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 468 angekn&uuml;pft hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Soweit der Kl&auml;ger sinngem&auml;&szlig; ausf&uuml;hrt, der Gesetzgeber habe mit der Neuregelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1b UStG durch das Jahressteuergesetz 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768), die nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;16 UStG auf ab dem 1.&nbsp;Januar 2011 hergestellte Geb&auml;ude anzuwenden ist, das sog. &quot;Seeling-Modell&quot; zur G&auml;nze abgeschafft, was die Neuregelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG entbehrlich gemacht habe, f&uuml;hrt dies zu keinem anderen Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 UStG schr&auml;nkt f&uuml;r den Fall der (beabsichtigten) gemischten Nutzung eines Grundst&uuml;cks den Vorsteuerabzug von vornherein auf die Verwendung des Grundst&uuml;cks f&uuml;r unternehmerische Zwecke ein. Diese erst nach den Streitjahren eingef&uuml;hrte Regelung beruht auf einer entsprechenden &Auml;nderung der MwStSystRL durch die Einf&uuml;gung von Art.&nbsp;168a MwStSystRL durch die Richtlinie 2009\/162\/EU vom 22.&nbsp;Dezember 2009 zur &Auml;nderung verschiedener Bestimmungen der Richtlinie 2006\/112\/EG &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2010 Nr.&nbsp;L&nbsp;10\/14). Erst nach Inkrafttreten von Art.&nbsp;168a MwStSystRL war es dem deutschen Gesetzgeber m&ouml;glich, diese Regelung mit &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 UStG umzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies geschah mithin unabh&auml;ngig von der mit &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG geschaffenen &Auml;nderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.8.2015, XI R 6\/13 R&uuml;ckwirkend zum 1. Juli 2004 ge&auml;nderte Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgabe in sog. &quot;Seeling-F&auml;llen&quot; unionsrechtskonform und verfassungsgem&auml;&szlig; Leits&auml;tze 1. Ordnet ein Unternehmer ein privat und unternehmerisch (gemischt)genutztes Geb&auml;ude in vollem Umfang seinem Unternehmen zu, kann er in vollem Umfang den Vorsteuerabzug aus den Bauerrichtungskosten in Anspruch nehmen und hat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-6-13-rueckwirkend-zum-1-juli-2004-geaenderte-bemessungsgrundlage-fuer-unentgeltliche-wertabgabe-in-sog-seeling-faellen-unionsrechtskonform-und-verfassungsgemaess\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;6\/13 &#8211; R&uuml;ckwirkend zum 1. 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