{"id":6516,"date":"2012-11-30T16:09:45","date_gmt":"2012-11-30T14:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6516"},"modified":"2012-11-30T16:09:45","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:45","slug":"vii-r-9-09-keine-mineraloelsteuerbefreiung-fuer-fluege-im-werkverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-9-09-keine-mineraloelsteuerbefreiung-fuer-fluege-im-werkverkehr\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;9\/09 &#8211; Keine Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Fl&uuml;ge im Werkverkehr"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2012, VII R 9\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Fl&uuml;ge im Werkverkehr<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Setzt ein Unternehmen ein eigenes Flugzeug f&uuml;r Fl&uuml;ge zu anderen Firmen und zu Messen ein, hat es keinen Anspruch auf Befreiung von der Mineral&ouml;lsteuer f&uuml;r das in diesem Zusammenhang verwendete Mineral&ouml;l.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), die ein Unternehmen zur Entwicklung und zum Vertrieb elektronischer Komponenten und Software betreibt, ist Eigent&uuml;merin eines Flugzeugs. Dieses wird von ihrem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer sowohl f&uuml;r private Zwecke als auch f&uuml;r Fl&uuml;ge zu anderen Firmen und zu Messen, sowie f&uuml;r Wartungs- und Schulungsfl&uuml;ge eingesetzt. &Uuml;ber eine luftverkehrsrechtliche Betriebsgenehmigung verf&uuml;gt die Kl&auml;gerin nicht; sie ist kein Luftfahrtunternehmen. Lediglich in einem Fall vercharterte die Kl&auml;gerin das Flugzeug und stellte daf&uuml;r eine Rechnung aus. &Uuml;ber die Nutzung des Flugzeugs f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin monatliche Aufzeichnungen, in denen das Datum, die Flugstrecke, die Flugdauer und der Zweck des Flugs angegeben wurden. F&uuml;r eine Menge von insgesamt &#8230; Liter Flugbenzin (AVGAS 100 LL), das 2004 in Deutschland auf Fl&uuml;gen f&uuml;r Zwecke des Unternehmens verbraucht worden ist, beantragte die Kl&auml;gerin die Verg&uuml;tung der Mineral&ouml;lsteuer. Den Antrag lehnte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit der Begr&uuml;ndung ab, die Kl&auml;gerin betreibe kein Luftfahrtunternehmen. Den Einspruch wies das HZA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die daraufhin erhobene Klage hatte zum &uuml;berwiegenden Teil Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass der Kl&auml;gerin hinsichtlich der betrieblich veranlassten Fl&uuml;ge &#8211;mit Ausnahme der Wartungs- und Schulungsfl&uuml;ge&#8211; ein Anspruch auf Verg&uuml;tung der Mineral&ouml;lsteuer unmittelbar aus Art. 14 Abs. 1 Buchst. b Satz 1 der Richtlinie 2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27. Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 283\/51) zustehe. Eine Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung auf Luftfahrtunternehmen oder ein Ausschluss des Werkverkehrs sei dieser Vorschrift nicht zu entnehmen. Infolgedessen habe Deutschland das Gemeinschaftsrecht nur unvollst&auml;ndig umgesetzt, da gem&auml;&szlig; &sect; 50 Abs. 1 der Mineral&ouml;lsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (Min&ouml;StV) i.V.m. &sect; 4 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a des Mineral&ouml;lsteuergesetzes (Min&ouml;StG 1993) nur Luftfahrtunternehmen eine Entlastung beantragen k&ouml;nnten, bei denen der Hauptzweck ihrer T&auml;tigkeit die Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen bzw. die Erbringung von Dienstleistungen sei. Die Nutzung eines Flugzeugs im Werkverkehr zur Anbahnung von Gesch&auml;ften verfolge einen kommerziellen Zweck, so dass die gemeinschaftsrechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung gegeben seien. Dies treffe jedoch nicht auf Wartungs- und Schulungsfl&uuml;ge zu. Der Ausschluss der Steuerbeg&uuml;nstigung f&uuml;r Fl&uuml;ge zur Werkstatt und wieder zur&uuml;ck sowie f&uuml;r Fl&uuml;ge, die zur Wartung und &Uuml;berpr&uuml;fung der Funktionsf&auml;higkeit erforderlich seien, ergebe sich daraus, dass in Art. 15 Abs. 1 Buchst. j EnergieStRL nur die M&ouml;glichkeit einer Beg&uuml;nstigung f&uuml;r Kraftstoffe er&ouml;ffnet werde, die bei der Wartung verwendet w&uuml;rden. Das Urteil ist in der Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2009, Beilage 2, 24 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das HZA, die Entscheidung des FG widerspreche dem klaren Wortlaut der nationalen Vorschriften. Die Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung f&uuml;r Flugbenzin auf Luftfahrtunternehmen und der Ausschluss des Werkverkehrs entspr&auml;chen den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben. Die in Art. 14 Abs. 1 EnergieStRL festgelegte Beg&uuml;nstigung trage den Regelungen in internationalen Abkommen &#8211;insbesondere dem Abkommen &uuml;ber die internationale Zivilluftfahrt vom 7. Dezember 1944 (Chicagoer Abkommen)&#8211; Rechnung und erfasse mit dem Ziel der Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen nur die Luftverkehrsbranche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben seien die Mitgliedstaaten lediglich zur Befreiung von Flugturbinenkraftstoff verpflichtet. Es stehe ihnen somit frei, auch eine Befreiung f&uuml;r Flugbenzin zu gew&auml;hren und diese auf bestimmte Unternehmen zu beschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schlie&szlig;t sich hinsichtlich der Steuerbefreiung f&uuml;r die Fl&uuml;ge zu Firmen und Messen weitgehend der Auffassung des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat das Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; &sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mit Beschluss vom 1. Dezember 2009 VII R 9, 10\/09 (BFHE 227, 564) gem&auml;&szlig; Art. 267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union mehrere Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt. Auf diese Fragen hat der EuGH mit Urteil vom 1. Dezember 2011 C-79\/10 Folgendes geantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Art. 14 Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 2003\/96\/EG des Rates vom 27. Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom ist dahin auszulegen, dass die in dieser Vorschrift vorgesehene Steuerbefreiung f&uuml;r Kraftstoff, der f&uuml;r die Luftfahrt verwendet wird, einem Unternehmen wie dem im Ausgangsverfahren in Rede stehenden, das zur Anbahnung von Gesch&auml;ften ein ihm geh&ouml;rendes Flugzeug nutzt, um Mitarbeiter zu Kunden und Messen zu bef&ouml;rdern, nicht zugutekommt, da diese Bef&ouml;rderung nicht unmittelbar der entgeltlichen Erbringung von Luftfahrt-Dienstleistungen durch dieses Unternehmen dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Art. 15 Abs. 1 Buchst. j der Richtlinie 2003\/96 ist dahin auszulegen, dass Kraftstoffe, die f&uuml;r Fl&uuml;ge zu einer Flugzeugwerft und wieder zur&uuml;ck verwendet werden, nicht in den Anwendungsbereich dieser Vorschrift fallen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt unter Abweisung der Klage zur Aufhebung des Urteils des FG, soweit dieses das HZA verpflichtet hat, der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 2004 Mineral&ouml;lsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR zu verg&uuml;ten. Die Kl&auml;gerin hat keinen Anspruch auf Befreiung von der Mineral&ouml;lsteuer, denn sie betreibt kein Luftfahrtunternehmen, dessen Gegenstand die gewerbsm&auml;&szlig;ige Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen oder die entgeltliche Erbringung von Dienstleistungen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 4 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a Min&ouml;StG 1993 i.V.m. &sect; 50 Abs. 1 Min&ouml;StV wird eine steuerliche Beg&uuml;nstigung nur f&uuml;r Luftfahrtbetriebsstoffe gew&auml;hrt, die von Luftfahrtunternehmen f&uuml;r die gewerbsm&auml;&szlig;ige Bef&ouml;rderung von Personen oder Sachen oder f&uuml;r die entgeltliche Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Die Kl&auml;gerin besitzt weder luftverkehrsrechtliche Genehmigungen nach &sect; 20 Abs. 1 i.V.m. &sect; 21 Abs. 1 des Luftverkehrsgesetzes noch steht der Gesch&auml;ftszweck des Unternehmens der Kl&auml;gerin in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Einsatz von Flugzeugen. Hauptzweck ihrer gewerblichen Bet&auml;tigung ist die Entwicklung und der Vertrieb elektronischer Komponenten und Software f&uuml;r die Industrieelektronik. Nach dem insoweit eindeutigen Wortlaut von &sect; 4 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a Min&ouml;StG 1993 kommt eine Steuerbefreiung somit nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG ergibt sich ein Anspruch auf die mineral&ouml;lsteuerliche Freistellung von Werkfl&uuml;gen auch nicht aus der unmittelbaren Anwendung von Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. b Satz 1 EnergieStRL sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, unter den Voraussetzungen, die sie zur Sicherstellung der korrekten und einfachen Anwendung der Steuerbeg&uuml;nstigung und zur Verhinderung von Steuerhinterziehung und -vermeidung oder Missbrauch festlegen, Lieferungen von Energieerzeugnissen zur Verwendung als Kraftstoff f&uuml;r die Luftfahrt mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Luftfahrt von der Steuer zu befreien. Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen jedoch die Steuerbefreiung auf Lieferungen von Flugturbinenkraftstoff (KN-Code 2710 19 21) beschr&auml;nken (Art. 14 Abs. 1 Buchst. b EnergieStRL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG begehrt die Kl&auml;gerin eine Befreiung f&uuml;r das von ihr auf Werkfl&uuml;gen eingesetzte Flugbenzin (AVGAS 100 LL). Dabei handelt es sich nicht um Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) der Unterpos. 2710 19 21 der Kombinierten Nomenklatur, so dass die gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben eine Steuerverschonung nicht erzwingen. Auf Flugbenzin oder leichten Flugturbinenkraftstoff kann eine Steuer erhoben werden. Bereits aus diesem Grund scheitert die Annahme des FG, der von der Kl&auml;gerin begehrte Verg&uuml;tungsanspruch lasse sich ohne weiteres unmittelbar aus Art. 14 Abs. 1 Buchst. b Satz 1 EnergieStRL ableiten. Da den Mitgliedstaaten ein steuerlicher Gestaltungsspielraum zusteht, ist diese Bestimmung in Bezug auf Flugbenzin inhaltlich nicht unbedingt und hinreichend so genau, dass der Einzelne sich auf eine unmittelbare Geltung des Unionsrechts berufen k&ouml;nnte (vgl. EuGH-Urteil vom 17. Juli 2008 C-226\/07, Slg. 2008, I-5999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aber selbst wenn diese Erw&auml;gung aufgrund der im Vorlagebeschluss aufgezeigten Umsetzungsdefizite unbeachtet gelassen werden k&ouml;nnte und sich Deutschland aufgrund der nicht fristgerechten Umsetzung der EnergieStRL nicht auf sein Unterlassen berufen k&ouml;nnte, um der Kl&auml;gerin die Steuerbefreiung zu verwehren, scheitert der Anspruch daran, dass die Kl&auml;gerin keine vom EuGH geforderte entgeltliche Luftfahrt-Dienstleistung erbringt. Wie der EuGH ausgef&uuml;hrt hat, verlangt der Begriff &quot;Luftfahrt&quot;, dass die entgeltliche Dienstleistung unmittelbar mit dem Flug des Luftfahrzeugs zusammenh&auml;ngt. Dies ist jedoch bei Fl&uuml;gen eines unternehmenseigenen Flugzeugs zu anderen Firmen und Messen nicht der Fall. Die tatbestandlichen Voraussetzungen der Befreiungsvorschrift sind somit nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG zu einer davon abweichenden Rechtsauffassung gelangt ist, war das erstinstanzliche Urteil insoweit aufzuheben, als das FG der Kl&auml;gerin einen Anspruch auf Steuerbefreiung f&uuml;r die von ihr im Streitjahr durchgef&uuml;hrten Fl&uuml;ge zu Firmen und Messen gew&auml;hrt hat, und die Klage auch insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2012, VII R 9\/09 Keine Mineral&ouml;lsteuerbefreiung f&uuml;r Fl&uuml;ge im Werkverkehr Leits&auml;tze Setzt ein Unternehmen ein eigenes Flugzeug f&uuml;r Fl&uuml;ge zu anderen Firmen und zu Messen ein, hat es keinen Anspruch auf Befreiung von der Mineral&ouml;lsteuer f&uuml;r das in diesem Zusammenhang verwendete Mineral&ouml;l. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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