{"id":65177,"date":"2015-11-06T16:59:48","date_gmt":"2015-11-06T14:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65177"},"modified":"2015-11-06T16:59:48","modified_gmt":"2015-11-06T14:59:48","slug":"xi-r-2-13-zur-anwendung-der-sog-versandhandelsregelung-auf-arzneimittellieferungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-2-13-zur-anwendung-der-sog-versandhandelsregelung-auf-arzneimittellieferungen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;2\/13 &#8211; Zur Anwendung der sog. Versandhandelsregelung auf Arzneimittellieferungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, XI R 2\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Anwendung der sog. Versandhandelsregelung auf Arzneimittellieferungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;hrt eine in einem anderen EU-Mitgliedstaat ans&auml;ssige Apotheke Arzneimittellieferungen an in Deutschland wohnhafte Privatpersonen aus, k&ouml;nnen diese Lieferungen nach der sog. Versandhandelsregelung in Deutschland selbst dann steuerbar und steuerpflichtig sein, wenn die Abnehmer eine formularm&auml;&szlig;ige Vollmacht zur Beauftragung eines Kurierdienstes zum Transport der bestellten Medikamente in ihrem Namen und f&uuml;r ihre Rechnung erteilt haben.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 23. November 2012&nbsp;&nbsp;1 K 1808\/09 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine niederl&auml;ndische Kapitalgesellschaft, die zum 1.&nbsp;April 2008 eine Apothekenzulassung nach niederl&auml;ndischem Recht erhielt. Ihr damaliger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war Herr A. Alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin war die in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans&auml;ssige B&nbsp;GmbH (B) mit A als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Ab April 2008 verkaufte die Kl&auml;gerin in Deutschland an private Kunden Medikamente in Zusammenarbeit mit f&uuml;nf in Deutschland ans&auml;ssigen Apotheken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Vor dem Erwerb der Medikamente f&uuml;llten die Kunden in der jeweiligen deutschen Apotheke einen an die Kl&auml;gerin gerichteten Bestellschein aus. Dieser hatte auf der ersten Seite folgenden Text:<\/p>\n<p>&quot;Mir ist bekannt, dass ein Kaufvertrag erst zustande kommt, wenn die X (Anm.: die Kl&auml;gerin) die Annahme der Bestellung binnen 2 Werktagen ab Abgabe der Bestellung best&auml;tigt oder die bestellte Ware innerhalb der vorgenannten Frist zur Abholung bereitstellt.<br \/>0 Ich hole die Medikamente nach der Bereitstellung durch die X selbst in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen der X ab.<br \/>oder<br \/>0 Hiermit bevollm&auml;chtige ich die X unwiderruflich, in meinem Namen und auf meine Rechnung einen Kurierdienst mit dem Transport der oben bestellten Medikamente von der X zur C&nbsp;Apotheke zum Preis von 0,50&nbsp;EUR pro Bestellung zu beauftragen.&quot;<br \/>Auf der R&uuml;ckseite des Bestellscheins befinden sich allgemeine Gesch&auml;ftsbedingungen, u.a.:<\/p>\n<p>&quot;&sect;&nbsp;7 Erf&uuml;llungsort und Gefahr&uuml;bergang<br \/>Erf&uuml;llungsort ist der Gesch&auml;ftssitz des Ver&auml;u&szlig;erers (Holschuld). Die Gefahr eines zuf&auml;lligen Untergangs oder einer zuf&auml;lligen Verschlechterung der Ware geht auf den K&auml;ufer &uuml;ber, sobald die X dem K&auml;ufer mitgeteilt hat, dass die Ware ausgesondert und zur Abholung bereit steht.<br \/>&#8230;<br \/>&sect;&nbsp;9 Lieferung und Verzug<br \/>Gegenstand des Vertrags ist ausdr&uuml;cklich nicht auch die Lieferung der vom K&auml;ufer bestellten Medikamente. Der Verk&auml;ufer stellt diese Medikamente vielmehr in seinen Gesch&auml;ftsr&auml;umen zur Abholung f&uuml;r den K&auml;ufer bereit und informiert den K&auml;ufer dar&uuml;ber. Der K&auml;ufer hat aber die M&ouml;glichkeit, der X eine Vollmacht zu erteilen, dass diese im Namen und auf Rechnung des K&auml;ufers einen Kurierdienst mit dem Versand der Medikamente beauftragt. In dem Fall erfolgt die Lieferung nicht unmittelbar an den Kunden, sondern an die den Kaufvertrag vermittelnde deutsche Apotheke.<br \/>&#8230;<br \/>&sect;&nbsp;11 Vermittlung eines Transportunternehmers<br \/>In den F&auml;llen des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 dieser Bedingungen wird die X die bestellte Ware im Namen und f&uuml;r Rechnung des K&auml;ufers an einen Transportunternehmer &uuml;bergeben, der die Ware zu der den Kaufvertrag vermittelnden deutschen Apotheke bef&ouml;rdert.<br \/>Der K&auml;ufer entrichtet &#8230; f&uuml;r den Warentransport einen Gesamtbetrag von 0,50&nbsp;EUR. F&uuml;r die Vermittlung der Transportleistung erh&auml;lt die X eine Bruttoprovision in H&ouml;he des positiven Unterschiedsbetrages zwischen dem vom K&auml;ufer zu zahlenden Betrag von 0,50&nbsp;EUR und den tats&auml;chlichen Bruttotransportkosten. Die tats&auml;chlichen Bruttotransportkosten wird die X nach Weiterleitung des Betrags durch die den Kaufvertrag vermittelnde deutsche Apotheke im Namen und f&uuml;r Rechnung des K&auml;ufers an den Transportunternehmer weiterleiten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In aller Regel w&auml;hlte der jeweilige Kunde per &quot;Ankreuzen&quot; den Transport durch den Kurierdienst und unterschrieb den Bestellschein. In der deutschen Apotheke wurden das Rezept und der Bestellschein &quot;eingescannt&quot; und per Computer &quot;online&quot; an die Kl&auml;gerin &uuml;bermittelt. Dem Kunden wurde von der Apotheke ein Abholschein ausgeh&auml;ndigt, der auch dort wieder eingel&ouml;st werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschlie&szlig;end bestellte die Kl&auml;gerin die Medikamente bei einem deutschen Medikamentengro&szlig;h&auml;ndler, der diese an das Lager am Sitz der Kl&auml;gerin in den Niederlanden auslieferte, sofern die Medikamente dort nicht vorr&auml;tig waren. Ein Mitarbeiter der Kl&auml;gerin verpackte und adressierte die Medikamente f&uuml;r die einzelnen Kunden. Einmal t&auml;glich holte ein Mitarbeiter der B die Medikamente in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen der Kl&auml;gerin ab und transportierte sie nach dem in Deutschland gelegenen Z. In Z wurden die Medikamente an die N &uuml;bergeben und durch diese an den Bestimmungsort zur jeweiligen deutschen Apotheke weiterbef&ouml;rdert. Dort wurden die Medikamente ausgegeben und von den Kunden bezahlt, soweit die entsprechenden Kosten nicht von den deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen (GKVen) &uuml;bernommen wurden. Die deutsche Apotheke &uuml;berwies monatlich die erhaltenen Geldbetr&auml;ge und die Transportkosten an die Kl&auml;gerin. Die Kl&auml;gerin machte bei den gesetzlich versicherten Kunden die Verkaufspreise f&uuml;r die Medikamente abz&uuml;glich der Zuzahlungen der Kunden &uuml;ber eine in Deutschland ans&auml;ssige Apothekenverrechnungsstelle bei den deutschen GKVen geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin stellte beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Dezember 2007 einen Antrag auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft hinsichtlich der umsatzsteuerrechtlichen Behandlung ihres Gesch&auml;ftsmodells. Sie war der Auffassung, die sog. Versandhandelsregelung in &sect;&nbsp;3c des Umsatzsteuergesetzes (UStG), wonach der Ort der Lieferung dort liegt, wo eine Bef&ouml;rderung oder Versendung endet, sei nicht anwendbar, da der jeweilige Kunde die Versendung der Arzneimittel in Auftrag gebe, so dass der Ort der Lieferung nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG in den Niederlanden sei. Die Erteilung der verbindlichen Auskunft wurde mit Bescheid vom 23.&nbsp;Januar 2008 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im M&auml;rz 2008 teilte die Kl&auml;gerin der niederl&auml;ndischen Finanzverwaltung mit, sie wolle f&uuml;r ihre Arzneimittellieferungen nach Deutschland trotz &Uuml;berschreitens der sog. Lieferschwelle von 100.000&nbsp;EUR die (niederl&auml;ndische) Versandhandelsregelung in Anspruch nehmen. Dies genehmigte die niederl&auml;ndische Finanzverwaltung im Mai 2008. Daraufhin erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin die vorliegend streitigen Ums&auml;tze von Beginn an als in den Niederlanden nicht steuerbare Versandhandelsums&auml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch gegen&uuml;ber dem FA erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin die an ihre Kunden in Deutschland ausgef&uuml;hrten Lieferungen als nicht steuerbar. Das FA beurteilte diese Ums&auml;tze hingegen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c UStG als steuerbar und erlie&szlig; entsprechende Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide f&uuml;r Mai bis Dezember 2008 sowie am 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 einen Bescheid &uuml;ber die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung f&uuml;r 2009. Die Ums&auml;tze des Voranmeldungszeitraums April 2008 lie&szlig; das FA in voller H&ouml;he und die des Monats Mai 2008 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR brutto wegen Unterschreitens der Lieferschwelle von 100.000&nbsp;EUR au&szlig;er Ansatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen die Bescheide eingelegten Einspr&uuml;che wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;April 2009 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28.&nbsp;Mai 2010 erlie&szlig; das FA einen Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2008, in dem es auf der Grundlage von &sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung (AO) im Wege der Sch&auml;tzung die Umsatzsteuer auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte. Dieser Bescheid wurde nach &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 13.&nbsp;August 2010 reichte die Kl&auml;gerin eine Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r 2008 beim FA ein, in der sie nicht steuerbare Ums&auml;tze in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR erkl&auml;rte. Diese Steuererkl&auml;rung wurde vom FA nicht bearbeitet. Laut zuletzt erteilter Auskunft des FA mit Schreiben vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2015 blieb es vielmehr bei der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 2008 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR; die festgesetzte Steuer ist inzwischen auch bezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 26.&nbsp;M&auml;rz 2012 erlie&szlig; das FA einen Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2009, in dem es ausgehend von steuerbaren und steuerpflichtigen Ums&auml;tzen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR die Umsatzsteuer auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Soweit die Kl&auml;gerin den Bescheid &uuml;ber die Sondervorauszahlung f&uuml;r 2009 angegriffen habe, sei die Klage als Fortsetzungsfeststellungsklage zul&auml;ssig. Die Klage sei aber sowohl betreffend die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r 2008 als auch hinsichtlich der Sondervorauszahlung f&uuml;r 2009 im Ergebnis unbegr&uuml;ndet. Denn die streitbefangenen Ums&auml;tze seien &uuml;berwiegend nach Ma&szlig;gabe der Lieferortbestimmung in &sect;&nbsp;3c UStG in Deutschland steuerbar und mangels Steuerbefreiung steuerpflichtig; im &Uuml;brigen seien Saldierungen vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts und tr&auml;gt im Wesentlichen vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG unrichtig ausgelegt. Entgegen seiner Auffassung sei nach den im Streitfall getroffenen zivilrechtlichen Vereinbarungen von sog. Abholf&auml;llen auszugehen. Die Kl&auml;gerin sei im Namen und auf Rechnung der Abnehmer zur Durchf&uuml;hrung der Medikamententransporte erm&auml;chtigt worden. Nach der zivilrechtlichen Gestaltung h&auml;tten die Abnehmer die Transporte veranlasst. Eine Anwendung der Versandhandelsregelung sei daher nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe eine unzutreffende und unzul&auml;ssige weite Auslegung von &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG unter Bezugnahme u.a. auf Art.&nbsp;33 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) vorgenommen. Es habe das gefundene &quot;formaljuristische Ergebnis&quot; f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer korrigiert und im Rahmen der Gesamtschau auf eine wirtschaftliche Betrachtungsweise abgestellt. Danach sei ein indirektes Versenden durch den Lieferer z.B. durch Organisieren des Transports ebenfalls vom Sinn und Zweck der Versandhandelsregelung erfasst. Abzustellen sei dabei auf die &quot;wirtschaftliche Einheit&quot;, die namentlich &quot;etwa Schwestergesellschaften, Muttergesellschaften und Gesellschafter&quot; einbeziehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar stehe der Wortlaut des &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG einer Auslegung dahingehend, dass eine Versendung durch den Lieferer &quot;direkt oder indirekt&quot; erfolgen k&ouml;nne, nicht entgegen. Es seien aber noch andere anerkannte Auslegungsmethoden heranzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der Entstehungsgeschichte der Norm ergebe sich, dass Deutschland seinerzeit massiv auf eine Ursprungslandbesteuerung gedr&auml;ngt habe. Daher sei anzunehmen, dass die Anwendung der &#8211;eine Besteuerung im Bestimmungsland vorsehende&#8211; Versandhandelsregelung &quot;restriktiv&quot; erfolgen solle. Ein &quot;indirektes&quot; Versenden k&ouml;nne daher nicht in den Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;3c UStG fallen. Ma&szlig;gebliches Kriterium f&uuml;r die Anwendung der Versandhandelsregelung sei, dass der Lieferer aus dem Transportauftrag berechtigt und verpflichtet werde; auf die tats&auml;chliche Kostentragung (in Anspielung auf die unionsrechtliche Formulierung &quot;auf dessen Rechnung&quot;) komme es hingegen nicht an. Im &Uuml;brigen unterscheide sich der deutsche Gesetzestext deutlich von der niederl&auml;ndischen Formulierung, in der die Worte &quot;direct or indirect&quot; in die niederl&auml;ndische Versandhandelsregelung aufgenommen worden sei (Art.&nbsp;5a van de Wet op de omzetbelasting).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch eine unionsrechtskonforme Auslegung f&uuml;hre nicht zu einer Anwendung der Versandhandelsregelung im konkreten Fall. Denn das Unionsrecht enthalte insoweit keine verbindlichen Vorgaben. Das FG habe die fehlende Erw&auml;hnung der Formulierungen in der Richtlinie auf dieselbe &#8211;fehlerhafte&#8211; Art und Weise auszugleichen versucht, wie zuvor schon ein &ouml;sterreichisches Gericht (Entscheidungen des &Ouml;sterreichischen Verwaltungsgerichtshofs &#8211;VwGH&#8211; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;2003\/15\/0014, und vom 22.&nbsp;April 2009&nbsp;&nbsp;2008\/15\/0181 &quot;Pflanzenschutzmittel &#8211; PSM&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide versuchten, die Intention des Richtliniengebers unter R&uuml;ckgriff auf die Protokollerkl&auml;rung des Rates der Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN-Rat) vom 16.&nbsp;Dezember 1991 zur Binnenmarkt-Richtlinie zu ergr&uuml;nden bzw. hiermit ihre Auffassung zu belegen. Diese Protokollerkl&auml;rung entfalte aber keine Bindungswirkung, weil sie im Unionsrecht letztlich keinen Ausdruck gefunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG k&ouml;nnten die vom Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) in der zum Verbrauchsteuerrecht ergangenen Entscheidung EMU Tabac aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tze (EuGH-Urteil EMU Tabac vom 2.&nbsp;April 1998 C-296\/95, EU:C:1998:152, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 1998, 599) nicht auf die Versandhandelsregelung &uuml;bertragen werden. Denn abweichend von Art.&nbsp;33 MwStSystRL enthalte die einschl&auml;gige Regelung in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 92\/12\/EWG des Rates vom 25.&nbsp;Februar 1992 &uuml;ber das allgemeine System, den Besitz, die Bef&ouml;rderung und die Kontrolle verbrauchsteuerpflichtiger Waren (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;76 vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1992, S.&nbsp;1 &#8211;Richtlinie 92\/12\/EWG&#8211;) die Wendung &quot;direkt oder indirekt&quot;. Ein Rechtsbegriff aus einem anderen Rechtsgebiet k&ouml;nne aber nicht &quot;willk&uuml;rlich&quot; auf das Umsatzsteuerrecht &uuml;bertragen werden. Auch der vom FG aus diesem Urteil &uuml;bernommene Begriff der &quot;wirtschaftlichen Einheit&quot; im Rahmen der indirekten Versendung durch den Lieferer sei daher nicht zur Begr&uuml;ndung des Entscheidungsergebnisses geeignet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zweck der Versandhandelsregelung (Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen) rechtfertige das vom FG gefundene Ergebnis nicht. Auch wenn vorliegend eine Konstellation gew&auml;hlt worden sei, die die Versandhandelsregelung im Einzelfall faktisch leerlaufen lasse, liege keine missbr&auml;uchliche Steuerumgehung vor. Denn die daf&uuml;r vom EuGH aufgestellten Voraussetzungen (EuGH-Urteile Halifax u.a. vom 21.&nbsp;Februar 2006 C-255\/02, EU:C:2006:121, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2006, 232; RBS Deutschland Holding vom 22.&nbsp;Dezember 2010 C-277\/09, EU:C:2010:810, UR 2011, 222) seien im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Auch &sect;&nbsp;42 AO sei deshalb nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung sowie die Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;April 2009 aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2008 vom 28.&nbsp;Mai 2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird, sowie festzustellen, dass die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung f&uuml;r 2009 auf 0&nbsp;EUR h&auml;tte festgesetzt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung verweist es im Wesentlichen auf die Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Arzneimittellieferungen an deutsche Abnehmer im Wesentlichen steuerbar und steuerpflichtig waren. Soweit keine Steuerbarkeit der Ums&auml;tze vorlag, war die Abweisung der Klage durch das FG wegen der von ihm vorgenommenen Saldierung rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin als Unternehmerin i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG Arzneimittellieferungen i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ausgef&uuml;hrt. Dar&uuml;ber besteht zwischen den Beteiligten zu Recht kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zutreffend hat das FG angenommen, dass der Ort der Lieferungen an Privatpersonen im Inland liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird bei einer Lieferung der Gegenstand durch den Lieferer oder einen von ihm beauftragten Dritten aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates oder aus dem &uuml;brigen Gemeinschaftsgebiet in die in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 UStG bezeichneten Gebiete bef&ouml;rdert oder versendet, so gilt nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG die Lieferung nach Ma&szlig;gabe der Abs&auml;tze&nbsp;2 bis 5 dort als ausgef&uuml;hrt, wo die Bef&ouml;rderung oder Versendung endet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG ist &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG anzuwenden, wenn der Abnehmer nicht zu den in &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG genannten Personen geh&ouml;rt oder die in &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG genannten Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei sind die in &sect;&nbsp;1a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG genannten Personen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Besteuerung des innergemeinschaftlichen Erwerbs entweder Unternehmer, die den Gegenstand f&uuml;r ihr Unternehmen erwerben, oder juristische Personen, die nicht Unternehmer sind oder die den Gegenstand nicht f&uuml;r ihr Unternehmen erwerben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG sieht vor, dass &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG nicht anzuwenden ist, wenn bei dem Lieferer der Gesamtbetrag der Entgelte, der den Lieferungen in einem Mitgliedstaat zuzurechnen ist, die ma&szlig;gebliche Lieferschwelle im laufenden Kalenderjahr nicht &uuml;berschreitet und im vorangegangenen Kalenderjahr nicht &uuml;berschritten hat. Ma&szlig;gebende Lieferschwelle ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG im Fall der Beendigung der Bef&ouml;rderung oder Versendung im Inland oder in den in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 UStG bezeichneten Gebieten der Betrag von 100.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird die ma&szlig;gebende Lieferschwelle nicht &uuml;berschritten, gilt die Lieferung nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG auch dann am Ort der Beendigung der Bef&ouml;rderung oder Versendung als ausgef&uuml;hrt, wenn der Lieferer auf die Anwendung des &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;3 UStG verzichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Art.&nbsp;33 MwStSystRL enth&auml;lt die unionsrechtliche Grundlage f&uuml;r die sog. Versandhandelsregelung: Danach gilt abweichend von Art.&nbsp;32 MwStSystRL als Ort einer Lieferung von Gegenst&auml;nden, die durch den Lieferer oder f&uuml;r dessen Rechnung von einem anderen Mitgliedstaat als dem der Beendigung der Versendung oder Bef&ouml;rderung aus versandt oder bef&ouml;rdert werden, der Ort, an dem sich die Gegenst&auml;nde bei Beendigung der Versendung oder Bef&ouml;rderung an den Erwerber befinden, sofern bestimmte in Art.&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und b MwStSystRL genannte Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. Die unionsrechtlichen Vorgaben zur Lieferschwelle sind in Art.&nbsp;34 MwStSystRL enthalten. Die Regelung entspricht der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2006 geltenden Bestimmung in Art.&nbsp;28b Teil&nbsp;B der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Protokoll der Tagung des ECOFIN-Rates vom 16.&nbsp;Dezember 1991 ist folgende Protokollerkl&auml;rung zu Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;22 der &Auml;nderungs-Richtlinie 91\/680\/EWG zu Art.&nbsp;28b Teil&nbsp;B der Richtlinie 77\/388\/EWG vorgesehen: &quot;Der Rat und die Kommission erkl&auml;ren, dass die Sonderregelung f&uuml;r Fernverk&auml;ufe in allen F&auml;llen zur Anwendung gelangt, in denen die Gegenst&auml;nde direkt oder indirekt vom Lieferer oder in dessen Auftrag versandt oder bef&ouml;rdert werden.&quot; (vgl. z.B. Lohse\/Peltner, 6. MwSt-Richtlinie und Rechtsprechung des EuGH, 2.&nbsp;Aufl. 1999, Art.&nbsp;28b 6.&nbsp;USt-RL, S.&nbsp;5; Erkenntnis des &Ouml;sterreichischen VwGH vom 26.&nbsp;Juli 2007&nbsp;&nbsp;2005\/15\/0003, www.ris.bka.gv.at).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall sind die Voraussetzungen der Ortsbestimmung in &sect;&nbsp;3c UStG f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber den einzelnen Privatpersonen als Leistungsempf&auml;nger und Abnehmer ausgef&uuml;hrten Arzneimittellieferungen erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass Leistungsempf&auml;nger nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grunds&auml;tzlich derjenige ist, der aus dem der Leistung zugrunde liegenden Schuldverh&auml;ltnis als Auftraggeber berechtigt und verpflichtet wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 28.&nbsp;August 2013 XI&nbsp;R&nbsp;4\/11, BFHE 243, 41, BStBl II 2014, 282, Rz&nbsp;34, und vom 28.&nbsp;August 2014 V&nbsp;R&nbsp;49\/13, BFHE 247, 283, BFH\/NV 2015, 128, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat vor diesem Hintergrund in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise angenommen, dass bei Bestellungen von privat krankenversicherten Personen Kaufvertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;433 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) zwischen der Kl&auml;gerin und den Bestellern zustande gekommen sind, so dass diese auch umsatzsteuerrechtlich Leistungsempf&auml;nger wurden (vgl. dazu auch BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Februar 2015 V&nbsp;B&nbsp;147\/14, BFHE 248, 478, BFH\/NV 2015, 768). Diese W&uuml;rdigung ist m&ouml;glich, verfahrensfehlerfrei zustande gekommen und enth&auml;lt keinen Versto&szlig; gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze. Sie bindet daher den Senat (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die Ausf&uuml;hrungen des FG zur Bestimmung der Leistungsempf&auml;nger und Abnehmer i.S. von &sect;&nbsp;3c UStG bei Bestellungen gesetzlich krankenversicherter Personen begegnen insoweit keinen revisionsrechtlichen Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Bei Lieferungen nicht rezeptpflichtiger Arzneimittel an gesetzlich Versicherte wurden nach der revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden W&uuml;rdigung des FG gleichfalls Kaufvertr&auml;ge i.S. von &sect;&nbsp;433 BGB vereinbart. Das FG hat insoweit ebenso zutreffend angenommen, dass diese als eigenst&auml;ndige Leistungsempf&auml;nger und damit als Abnehmer i.S. von &sect;&nbsp;3c UStG anzusehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch die Auffassung des FG, dass gesetzlich krankenversicherte Personen, die rezeptpflichtige (erstattungsf&auml;hige) Medikamente bei der Kl&auml;gerin bestellt haben, grunds&auml;tzlich selbst Vertragspartner und damit Abnehmer i.S. von &sect;&nbsp;3c UStG waren, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar findet insoweit bei Abschluss eines zwischen den Apotheken und den GKVen geschlossenen &ouml;ffentlich-rechtlichen Vertrages nach &sect;&nbsp;129 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;V) oder eines &ouml;ffentlich-rechtlichen Einzelvertrages gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;140e SGB&nbsp;V zwischen der Apotheke als leistendem Unternehmer und der GKV als Leistungsempf&auml;nger ein Leistungsaustausch statt (Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 28.&nbsp;September 2010 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;3\/10&nbsp;R, BSGE 106, 303, Rz&nbsp;13, 14), wobei der Kunde das Medikament in Erf&uuml;llung des Versicherungsvertrages von seiner GKV als Sachleistung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;V erh&auml;lt (sog. Sachleistungsprinzip, vgl. dazu auch BFH-Beschluss in BFHE 248, 478, BFH\/NV 2015, 768). Das FG hat hierzu aber festgestellt, dass die Kl&auml;gerin dem zwischen den Spitzenverb&auml;nden der Krankenkassen und dem Deutschen Apothekerverband e.V. vereinbarten &quot;Rahmenvertrag &uuml;ber die Arzneimittelversorgung nach &sect;&nbsp;129 Absatz&nbsp;2 SGB&nbsp;V in der Fassung vom 17.&nbsp;Januar 2008&quot; erst zum 1.&nbsp;Februar 2010 und somit nach Ablauf der Streitjahre beigetreten war. Ferner ergibt sich aus den Feststellungen des FG, dass die Kl&auml;gerin trotz der insoweit f&uuml;r sie bestehenden M&ouml;glichkeit (BSG-Urteil vom 28.&nbsp;Juli 2008 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;4\/08&nbsp;R, BSGE 101, 161) grunds&auml;tzlich keine entsprechenden Einzelvertr&auml;ge mit den GKVen vereinbart hatte. Daher ist die Schlussfolgerung des FG, dass auch in diesen F&auml;llen zwischen der Kl&auml;gerin und den gesetzlich Versicherten ein Leistungsaustausch auf der Grundlage eines privatrechtlichen Kaufvertrages nach &sect;&sect;&nbsp;433&nbsp;ff. BGB stattgefunden hat, m&ouml;glich und demnach revisionsrechtlich unbedenklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ob die Annahme des FG zutrifft, dass im Hinblick auf die mit der Y-Krankenkasse (Y) am 1.&nbsp;September 2008 geschlossene &quot;Vereinbarung zur Arzneimittellieferung zwischen der X und der Y&quot; ein Leistungsaustausch zwischen der Kl&auml;gerin und der Y vorliegt, so dass die entsprechenden Kunden nicht als Abnehmer i.S. von &sect;&nbsp;3c UStG in Betracht kommen, bedarf im Streitfall keiner Entscheidung. Das FG hat der Klage insoweit stattgegeben und das FA keine Revision eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Hinsichtlich der einzelnen Lieferungen waren die in &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 UStG genannten Voraussetzungen erf&uuml;llt, da weder die Abnehmer zu dem in &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG genannten Personenkreis geh&ouml;ren noch die in &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG aufgef&uuml;hrten Bedingungen gegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Die Arzneimittel sind als Liefergegenst&auml;nde i.S. von &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;1 UStG aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates (den Niederlanden) in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates (Deutschland) bef&ouml;rdert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>gg) Au&szlig;erdem hat die Kl&auml;gerin auch die nach &sect;&nbsp;3c Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG ma&szlig;gebliche Lieferschwelle von 100.000&nbsp;EUR &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FG hat ferner zutreffend angenommen, dass die Arzneimittel durch die Kl&auml;gerin als Lieferer von den Niederlanden nach Deutschland bef&ouml;rdert oder versendet wurden und der jeweilige Transport nicht durch die Abnehmer veranlasst wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass es f&uuml;r die Frage, wer die Bef&ouml;rderung oder Versendung der Arzneimittel durchgef&uuml;hrt hat, in erster Linie darauf ankommt, wem der jeweilige Transport im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls nach objektiven Kriterien zuzurechnen ist, und dass in diesem Zusammenhang ggf. auch vergleichbare Regelungen des innergemeinschaftlichen Verbrauchsteuerrechts und die hierzu ergangene Rechtsprechung des EuGH herangezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 92\/12\/EWG entsteht bei der Lieferung von verbrauchsteuerpflichtigen Waren, die bereits in einem Mitgliedstaat in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;bergef&uuml;hrt worden sind und die vom Verk&auml;ufer oder auf dessen Gebiet direkt oder indirekt an eine in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassene Person nach Absatz&nbsp;1 versandt oder bef&ouml;rdert werden, die Verbrauchsteuer im Bestimmungsmitgliedstaat. Der EuGH hat hierzu entschieden, dass diese Bestimmung nicht nur den Fall der Bef&ouml;rderung oder des Versandes durch den Verk&auml;ufer selbst, sondern auch und in viel weiterem Sinne s&auml;mtliche F&auml;lle des Versandes oder der Bef&ouml;rderung auf Gefahr des Verk&auml;ufers umfasst (EuGH-Urteil EMU Tabac, EU:C:1998:152, HFR 1998, 599, Rz&nbsp;45). Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Initiative f&uuml;r die Bef&ouml;rderung nicht vom Verk&auml;ufer, sondern von der Privatperson ausgeht, die die verbrauchsteuerpflichtigen Waren erworben hat (EuGH-Urteile EMU Tabac, EU:C:1998:152, HFR 1998, 599, Rz&nbsp;48, 49, und Joustra vom 23.&nbsp;November 2006 C-5\/05, EU:C:2006:733, HFR 2007, 179, Rz&nbsp;49). Dabei ist der EuGH davon ausgegangen, dass das Zivilrecht sich nicht notwendigerweise f&uuml;r die Anwendung des Steuerrechts eignet, das eigenst&auml;ndigen Zwecken dient (EuGH-Urteil EMU Tabac, EU:C:1998:152, HFR 1998, 599, Rz&nbsp;30, 31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zwar unterscheidet sich die Formulierung in Art.&nbsp;33 MwStSystRL in der deutschen Sprachfassung insofern von Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 92\/12\/EWG, als in Art.&nbsp;33 MwStSystRL die Versendung bzw. Bef&ouml;rderung &quot;durch den Lieferer oder f&uuml;r dessen Rechnung&quot; erfolgen muss, w&auml;hrend Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 92\/12\/EWG die Versendung bzw. Bef&ouml;rderung &quot;vom Verk&auml;ufer oder <span style=\"text-decoration:underline\">auf dessen Gefahr<\/span>&quot; fordert. Das FG hat aber zutreffend darauf hingewiesen, dass andere Sprachfassungen in beiden Richtlinien jeweils identische Begriffe verwenden, so dass es auf diesen sprachlichen Unterschied nicht ankommen kann (englisch: &quot;<span style=\"text-decoration:underline\">by or on behalf<\/span> of the supplier&quot;, franz&ouml;sisch: &quot;par le fournisseur ou <span style=\"text-decoration:underline\">pour son compte (propre)<\/span>&quot;, vgl. zu Art.&nbsp;33 MwStSystRL Lohse\/Peltner, Mehrwertsteuersystem-Richtlinie 2007, und zur englischen und franz&ouml;sischen Sprachfassung der Richtlinie 92\/12\/EWG Official Journal of the European Communities 23.3.92 No&nbsp;L&nbsp;76\/1, Journal officiel des Communaut&eacute;s europ&eacute;ennes 23.3.92 No&nbsp;L&nbsp;76\/1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) F&uuml;r die &Uuml;bertragung der zu Bef&ouml;rderungen und Versendungen im verbrauchsteuerrechtlichen Sinne ergangenen Rechtsprechung des EuGH auf &sect;&nbsp;3c UStG spricht au&szlig;erdem die Protokollerkl&auml;rung des Rates und der Kommission vom 16.&nbsp;Dezember 1991 zur umsatzsteuerrechtlichen Versandhandelsregelung, wonach diese alle F&auml;lle erfassen solle, in denen die Gegenst&auml;nde &quot;direkt&quot; oder &quot;indirekt&quot; vom Lieferer oder in dessen Auftrag versandt oder bef&ouml;rdert worden sind. Diese Formulierung ist derjenigen in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 92\/12\/EWG vergleichbar. Es ist daher davon auszugehen, dass auch bei der Versandhandelsregelung entsprechende Liefervorg&auml;nge und Bef&ouml;rderungen erfasst werden sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auch der &Ouml;sterreichische VwGH hat im &Uuml;brigen die Rechtsauffassung best&auml;tigt, dass es unter Ber&uuml;cksichtigung der genannten Rechtsprechung des EuGH zu Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 92\/12\/EWG unabh&auml;ngig von der zivilrechtlichen Rechtslage auch bei der umsatzsteuerrechtlichen Versandhandelsregelung darauf ankommt, ob der Lieferant ggf. die Transportleistung des Dritten organisiert bzw. dem potentiellen K&auml;ufer der Ware die M&ouml;glichkeit der Transportleistung angeboten hat (VwGH, Erkenntnis vom 22.&nbsp;April 2009&nbsp;&nbsp;2008\/15\/0181, www.ris.bka.gv.at).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die hiergegen von der Kl&auml;gerin erhobenen Einwendungen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, diese Sichtweise stehe im Widerspruch zur Rechtsprechung des BFH zu den innergemeinschaftlichen Reihengesch&auml;ften, ist zun&auml;chst darauf hinzuweisen, dass im Streitfall die in &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;5 UStG genannten Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines umsatzsteuerrechtlichen Reihengesch&auml;fts nicht vorliegen, so dass die von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte fr&uuml;here Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;August 2011 V&nbsp;R&nbsp;3\/10, BFHE 235, 43, BFH\/NV 2011, 2208; vgl. aber auch BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFHE 242, 84, BFH\/NV 2013, 1524) nicht anwendbar ist. Aber auch bei &Uuml;bertragung der zum Reihengesch&auml;ft aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tze auf die Fragestellung des Streitfalls st&uuml;tzt die neuere Senatsrechtsprechung die Auffassung, dass es f&uuml;r die personelle Zurechnung der Transportleistung in erster Linie auf die objektiven Umst&auml;nde ankommt (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/14, BFHE 249, 343, BFH\/NV 2015, 772, Mehrwertsteuerrecht 2015, 384, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch das Vorbringen der Kl&auml;gerin, Deutschland habe seinerzeit die Einf&uuml;hrung des Ursprungslandprinzips anstelle des Bestimmungslandprinzips angestrebt (vgl. dazu Gutachten der Ursprungslandkommission, Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen Nr.&nbsp;52, S.&nbsp;28&nbsp;ff.), weshalb die Anwendung der Versandhandelsregelung restriktiv erfolgen solle, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Denn das FG hat in diesem Zusammenhang zutreffend ausgef&uuml;hrt, dass die aufgezeigte Versandhandelsregelung jedenfalls eine Besteuerung der entsprechenden Ums&auml;tze im Bestimmungsmitgliedstaat nach Ma&szlig;gabe der dort geltenden Steuers&auml;tze sicherstellen solle. W&uuml;rde man der Auffassung der Kl&auml;gerin folgen, w&auml;ren die von ihr ausgef&uuml;hrten Arzneimittellieferungen indes weder in den Niederlanden noch in Deutschland steuerbar. Dieses Ergebnis w&uuml;rde eindeutig dem Sinn und Zweck der Versandhandelsregelung widersprechen (vgl. dazu im Einzelnen Rondorf, Deutsches Steuerrecht 1992, 1457).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin kann die genannte Protokollerkl&auml;rung vom 16.&nbsp;Dezember 1991, wonach die Sonderregelung f&uuml;r Fernverk&auml;ufe in allen F&auml;llen zur Anwendung gelangt, in denen die Gegenst&auml;nde direkt oder indirekt vom Lieferer oder in dessen Auftrag versandt oder bef&ouml;rdert werden (vgl. z.B. Lohse\/Peltner, 6.&nbsp;MwSt-Richtlinie und Rechtsprechung des EuGH, 2.&nbsp;Aufl. 1999), bei der Auslegung der unionsrechtlichen Regelung ber&uuml;cksichtigt werden. Zwar ist diese Protokollerkl&auml;rung nicht Bestandteil der Richtlinienbestimmung geworden. Diese Protokollerkl&auml;rung weist aber die Besonderheit auf, dass sie vom Rat und der Kommission abgegeben wurde, wobei im Rat (ECOFIN-Rat) als Beschlussorgan der Europ&auml;ischen Union alle Mitgliedstaaten vertreten sind. Im Unterschied zu von einzelnen Mitgliedstaaten abgegebenen Erkl&auml;rungen ist die betreffende Protokollerkl&auml;rung damit einstimmig von allen bei der Entscheidung &uuml;ber die sog. Binnenmarktrichtlinie vertretenen Mitgliedstaaten und von der Kommission verabschiedet worden. Dies bedeutet, dass insoweit ein allgemeiner Konsens &uuml;ber die Auslegung der unionsrechtlichen Regelung bestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auch die von der Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang zitierte EuGH-Rechtsprechung steht dem nicht entgegen: Zum einen hat die Kl&auml;gerin selbst hervorgehoben, dass der EuGH bei seiner Entscheidung Kommission\/Belgien vom 10.&nbsp;April 1984&nbsp;&nbsp;324\/82 (EU:C:1984:152, Slg. 1984, 1861, Rz&nbsp;26, 33) eine vom Rat und von der Kommission gemeinsam abgegebene Protokollerkl&auml;rung erw&auml;hnt und in seine Entscheidung einbezogen hat. Dagegen ist bei der im EuGH-Urteil Antonissen vom 26.&nbsp;Februar 1991 C-292\/89 (EU:C:1991:80, Europ&auml;ische Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht 1991, 351, Rz&nbsp;18) genannten Protokollerkl&auml;rung nicht ersichtlich, wer diese abgegeben hat. Zudem geht es bei diesem Fall um keine steuerrechtliche Fragestellung, f&uuml;r die bei der entsprechenden Beschlussfassung durch den ECOFIN-Rat &uuml;ber indirekte Steuern das Einstimmigkeitsprinzip gilt (vgl. dazu Art.&nbsp;113 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union). Im &Uuml;brigen hat der von der Kl&auml;gerin zitierte Generalanwalt in seinen Schlussantr&auml;gen zu Antonissen, EU:C:1990:387, Rz&nbsp;27 differenzierend ausgef&uuml;hrt, dass eine Protokollerkl&auml;rung zur Auslegung einer unionsrechtlichen Bestimmung erg&auml;nzend herangezogen werden kann, soweit es um eine Klarstellung geht. Dies ist im Streitfall gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen ist die vom FG im Streitfall vorgenommene W&uuml;rdigung, wonach von einer Versendung der Arzneimittel durch die Kl&auml;gerin auszugehen ist, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat insoweit im Wesentlichen ausgef&uuml;hrt, dass die Mitwirkung der Abnehmer an der Medikamentenbef&ouml;rderung sich im Ankreuzen des von der Kl&auml;gerin vorgefertigten und zur Verf&uuml;gung gestellten Bestellformulars ersch&ouml;pft habe, mit welchem diese der Kl&auml;gerin Vollmacht f&uuml;r die entsprechenden Beauftragungen erteilt h&auml;tten. Selbst die Kl&auml;gerin habe einger&auml;umt, dass die M&ouml;glichkeit der Abholung der &auml;u&szlig;erst seltene Ausnahmefall sei, was sich auch aus der H&ouml;he der angemeldeten sonstigen nichtsteuerbaren Ums&auml;tze in H&ouml;he von lediglich 471&nbsp;EUR in 2008 ergebe. Das vorgesehene Transportsystem sei von der Kl&auml;gerin bereits generell im Vertrag mit der B vom 20.\/22.&nbsp;M&auml;rz 2008 vorab f&uuml;r alle nachfolgenden F&auml;lle festgelegt worden. Die Kl&auml;gerin allein habe die Auswahl des Transporteurs bereits vor der Vollmachterteilung vorgenommen. Der Transporteur sei &uuml;berdies die (100%ige) Muttergesellschaft der Kl&auml;gerin, die zumindest im streitbefangenen Zeitraum denselben Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gehabt habe. Ferner habe die Kl&auml;gerin die H&ouml;he der Transportkosten f&uuml;r die Abnehmer verbindlich vorgegeben und auch mit der B vorab vereinbart. Ort und Zeitpunkt der Abholung der Medikamente seien diesen gar nicht bekannt gemacht worden. Sie h&auml;tten auch keine M&ouml;glichkeit gehabt, den Auslieferungsort zu beeinflussen. Die Ware sei immer &#8211;entsprechend der Vorgabe der Kl&auml;gerin&#8211; an die jeweilige Partnerapotheke ausgeliefert worden. Ferner lasse sich die H&ouml;he der Transportkosten von 0,45&nbsp;EUR bei einer Entfernung von ca. 110&nbsp;km bis 140&nbsp;km auch nur erkl&auml;ren, wenn der Spediteur von Anfang an fest damit rechne, seine t&auml;glichen Transportfahrten vollst&auml;ndig mit den vermittelten Auftr&auml;gen der Kl&auml;gerin f&uuml;llen zu k&ouml;nnen. Einen einzelnen Transportauftrag auf dieser Preisbasis h&auml;tte er nicht rentabel durchf&uuml;hren k&ouml;nnen, da bereits die Benzinkosten wesentlich h&ouml;her seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Vor diesem Hintergrund kann uner&ouml;rtert bleiben, ob die von der Kl&auml;gerin gew&auml;hlte Vertragsgestaltung ggf. auch unter dem Gesichtspunkt eines Gestaltungsmissbrauchs i.S. von &sect;&nbsp;42 AO entsprechend dem vom FG gefundenen Ergebnis gew&uuml;rdigt werden m&uuml;sste (vgl. dazu EuGH-Urteile Halifax u.a., EU:C:2006:121, UR 2006, 232; Newey vom 20.&nbsp;Juni 2013 C-653\/11, EU:C:2013:409, HFR 2013, 851; RBS Deutschland Holding, EU:C:2010:810, UR 2011, 222). Die Annahme eines Gestaltungsmissbrauchs erscheint im Streitfall schon deshalb als naheliegend, weil die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber den niederl&auml;ndischen Finanzbeh&ouml;rden die entsprechenden Ums&auml;tze in den Niederlanden gem&auml;&szlig; der Versandhandelsregelung f&uuml;r nicht steuerbar erkl&auml;rte, w&auml;hrend sie f&uuml;r dieselben Ums&auml;tze bei den deutschen Finanzbeh&ouml;rden die Erteilung einer verbindlichen Auskunft dahingehend begehrte, dass die Regelung in &sect;&nbsp;3c UStG nicht anwendbar sei, weil der Ort der Lieferungen sich nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG in den Niederlanden befinde. Die Kl&auml;gerin strebte mit der von ihr gew&auml;hlten Gestaltung damit eine Nichtsteuerbarkeit ihrer Lieferungen an, was mit dem unionsrechtlichen Umsatzsteuersystem nicht im Einklang steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann im &Uuml;brigen offen lassen, ob im Hinblick auf die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 2009 die vom FG f&uuml;r zul&auml;ssig gehaltene Fortsetzungsfeststellungsklage i.S. von &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO statthaft war (a.A. f&uuml;r Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide z.B. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 2005 V&nbsp;R&nbsp;31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter 1.). Denn insoweit gelten die vorstehenden Ausf&uuml;hrungen zum Streitjahr 2008 entsprechend; die Revision der Kl&auml;gerin war auch diesbez&uuml;glich zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, XI R 2\/13 Zur Anwendung der sog. Versandhandelsregelung auf Arzneimittellieferungen Leits&auml;tze F&uuml;hrt eine in einem anderen EU-Mitgliedstaat ans&auml;ssige Apotheke Arzneimittellieferungen an in Deutschland wohnhafte Privatpersonen aus, k&ouml;nnen diese Lieferungen nach der sog. Versandhandelsregelung in Deutschland selbst dann steuerbar und steuerpflichtig sein, wenn die Abnehmer eine formularm&auml;&szlig;ige Vollmacht zur Beauftragung eines Kurierdienstes &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-2-13-zur-anwendung-der-sog-versandhandelsregelung-auf-arzneimittellieferungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;2\/13 &#8211; Zur Anwendung der sog. 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