{"id":65181,"date":"2015-11-06T16:59:50","date_gmt":"2015-11-06T14:59:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65181"},"modified":"2015-11-06T16:59:50","modified_gmt":"2015-11-06T14:59:50","slug":"i-r-75-14-nachtraegliche-einkuenfte-einer-aufgegebenen-auslandsbetriebsstaette-besteuerungsrecht-fuer-den-ertrag-aus-der-aufloesung-einer-rueckstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-75-14-nachtraegliche-einkuenfte-einer-aufgegebenen-auslandsbetriebsstaette-besteuerungsrecht-fuer-den-ertrag-aus-der-aufloesung-einer-rueckstellung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;75\/14 &#8211; Nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte einer aufgegebenen Auslandsbetriebsst&auml;tte &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r den Ertrag aus der Aufl&ouml;sung einer R&uuml;ckstellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 75\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte einer aufgegebenen Auslandsbetriebsst&auml;tte &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r den Ertrag aus der Aufl&ouml;sung einer R&uuml;ckstellung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 16. September 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1717\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Rechtsstreits fallen dem Beklagten zur Last.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co. KG, die im Streitjahr 2009 als Organtr&auml;gerin einer Tochtergesellschaft, der B GmbH, nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect;&nbsp;14&nbsp;ff. des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794, BStBl I 2009, 74) organschaftlich verbunden war. Die B GmbH hatte in Belgien jedenfalls bis 2000 eine Betriebsst&auml;tte unterhalten und im Zusammenhang mit deren T&auml;tigkeit R&uuml;ckstellungen (f&uuml;r ungewisse Verbindlichkeiten) gebildet. Eine dieser R&uuml;ckstellungen wurde im Streitjahr teilweise aufgel&ouml;st. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging davon aus, dass die Betriebsst&auml;tte im Jahr 2000 aufgegeben worden war. Deswegen f&auml;nden Verstrickungsregeln Anwendung und unterfalle der aus der R&uuml;ckstellungsaufl&ouml;sung resultierende Ertrag der deutschen Besteuerung. Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich Belgien zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und zur Regelung verschiedener anderer Fragen auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen einschlie&szlig;lich der Gewerbesteuer und der Grundsteuern vom 11.&nbsp;April 1967 (BGBl II 1969, 18, BStBl I 1969, 39) &#8211;DBA-Belgien 1969&#8211; sei unbeschadet dessen, dass die R&uuml;ckstellungsbildung seinerzeit durch die belgische Betriebsst&auml;tte veranlasst worden sei, nicht (mehr) einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen den hiernach ergangenen Gewinnfeststellungsbescheid war erfolgreich. Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz gab ihr &#8211;unter Hinweis auf die Senatsurteile vom 28.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;99\/08 (BFHE 227, 83, BStBl II 2011, 1019) und I&nbsp;R&nbsp;28\/08 (BFH\/NV 2010, 432)&#8211; durch Urteil vom 16.&nbsp;September 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1717\/13 statt; das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 188 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts und st&uuml;tzt das vor allem auf die in Textziffer&nbsp;2.6.1 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 25.&nbsp;August 2009 (BStBl I 2009, 888) niedergelegte Verwaltungspraxis. Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gegenstand der gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; bis zur &Auml;nderung durch das Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 22.&nbsp;Dezember 2014, BGBl I 2014, 2417 &#8211;AO a.F.&#8211;) sind die in gesamth&auml;nderischer Verbundenheit durch die gewerbliche T&auml;tigkeit der Gesellschafter der Kl&auml;gerin erzielten inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG 2009&#8211;). Durch eine T&auml;tigkeit im Ausland erzielte Eink&uuml;nfte sind in die Eink&uuml;nftefeststellung einzubeziehen, wenn sie nicht kraft ausdr&uuml;cklicher Anordnung im Inland steuerfrei sind (z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;April 2010 I&nbsp;R&nbsp;81\/09, BFHE 229, 252, BStBl II 2014, 754). Nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der Bemessungsgrundlage ausgenommene Eink&uuml;nfte, die bei der Festsetzung der Steuern der beteiligten Personen z.B. mit Blick auf die Anwendung eines Progressionsvorbehalts von Bedeutung sind, sind Gegenstand einer besonderen gesonderten Feststellung (&sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO a.F.). Jene Feststellung kann mit der Eink&uuml;nftefeststellung des &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO a.F. verbunden werden (z.B. Senatsurteil vom 26.&nbsp;Februar 2014 I&nbsp;R&nbsp;56\/12, BFHE 245, 143, BStBl II 2014, 703, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Ertrag, der im Streitfall aus der Teilaufl&ouml;sung der R&uuml;ckstellung resultiert (nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG 2009 i.V.m. den Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung), ist nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 DBA-Belgien 1969 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) von der Steuer befreit. Er ist ebenso wie die R&uuml;ckstellung selbst durch die in Belgien unterhaltene Betriebsst&auml;tte veranlasst und dieser als Betriebseinnahme zuzurechnen. Sollte die Betriebsst&auml;tte in Belgien zwischenzeitlich &#8211;im Jahr 2000&#8211; tats&auml;chlich aufgegeben worden sein, so w&uuml;rde sich daran nichts &auml;ndern. Die betreffende Betriebseinnahme w&auml;re ungeachtet dessen als nachtr&auml;gliche Einnahme der Betriebsst&auml;tte zuzurechnen, und das Besteuerungsrecht hieran geb&uuml;hrt ausschlie&szlig;lich Belgien. Der entsprechende &#8211;und ma&szlig;gebende&#8211; Veranlassungszusammenhang bleibt unver&auml;ndert gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit dem (z.B. von Ditz in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;7 [2008] Rz&nbsp;188; Edelmann in L&ouml;wenstein\/Looks, Betriebsst&auml;ttenbesteuerung, 1.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;915&nbsp;ff.; F.&nbsp;Wassermeyer in Wassermeyer\/Andresen\/Ditz, Betriebsst&auml;tten-Handbuch, Rz&nbsp;5.18; derselbe in Wassermeyer, DBA, MA Vor Art.&nbsp;6 bis 22 Rz&nbsp;17, 46) entgegengehalten wird, es bed&uuml;rfe, um diese Rechtsfolge auszul&ouml;sen, einer gegenw&auml;rtig existenten Betriebsst&auml;tte, so ist dem nicht zu folgen. Zwar bestimmt Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Belgien 1969 die Zuweisung des Besteuerungsrechts an Unternehmensgewinnen f&uuml;r eine Betriebsst&auml;tte, durch welche das Unternehmen eines Vertragsstaats seine Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit im anderen Vertragsstaat &quot;aus&uuml;bt&quot;, also unter Verwendung der zeitlichen Gegenwartsform. Doch wird dadurch lediglich der Bezug zu einer unterhaltenen Betriebsst&auml;tte im Quellenstaat sichergestellt. Es verbleibt jedoch dabei, dass nachlaufende Einnahmen (und Ausgaben) nach nationalem Steuerrecht (vgl. Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 DBA-Belgien 1969) zu ermitteln und dass die Einnahmen und Ausgaben danach veranlassungsbezogen zuzuordnen sind (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 EStG 2009, &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 und 4 EStG 2009). Ob das Unternehmen als solches oder ob dessen (Auslands-) Betriebsst&auml;tte bereits eingestellt wurde, ist unbeachtlich (vgl. ausf&uuml;hrlich m.w.N. Schuch, Die Zeit im Recht der Doppelbesteuerungsabkommen, 2002, S.&nbsp;183&nbsp;ff., S.&nbsp;186&nbsp;ff.). Das allein korrespondiert mit dem in Art.&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 DBA-Belgien 1969 angelegten Fremdvergleichsgedanken. Daf&uuml;r, dass die Aufgabe der Betriebsst&auml;tte &#8211;sofort oder nach einer gewissen Zeit (BMF-Schreiben vom 24.&nbsp;Dezember 1999, BStBl I 1999, 1076 Tz.&nbsp;2.9.2: bis zum Ende des Wirtschaftsjahrs, das auf das Jahr der Betriebsst&auml;ttenaufl&ouml;sung folgt)&#8211; die veranlassungsgetragene Verbindung mit der Betriebsst&auml;tte l&ouml;sen w&uuml;rde, ist nicht ersichtlich. Daf&uuml;r fehlt jegliche Rechtsgrundlage. Gleicherma&szlig;en fehlt die Rechtsgrundlage f&uuml;r eine von der Finanzverwaltung (fr&uuml;her, ebenfalls im BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 1076 Tz.&nbsp;2.9.2) eingeforderte &quot;Liquidationsbilanz&quot;, die auf den Zeitpunkt der Betriebsst&auml;ttenaufgabe aufzustellen w&auml;re. Und ebenso wenig finden (nunmehr, BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 888 Tz.&nbsp;2.6.1&nbsp;f.; s.a. BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;November 2011, BStBl I 2011, 1278) die Rechtsgrunds&auml;tze der Entstrickung (bei der Betriebsst&auml;tte) und &#8211;damit einhergehend&#8211; der Verstrickung (beim sog. Stammhaus) Anwendung; auch daf&uuml;r gibt es im gesetzten Recht jedenfalls im Streitjahr keine Grundlage (z.B. Schuch, a.a.O., S.&nbsp;188&nbsp;ff.; Hemmelrath in Vogel\/Lehner, DBA, 6.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;7 Rz&nbsp;45, 143; D&uuml;rrschmidt, ebenda, Vor Art.&nbsp;6 bis 22 Rz&nbsp;8a; M.&nbsp;Lang, Steuer und Wirtschaft International 1999, 282; Buciek in Flick\/ Wassermeyer\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art.&nbsp;7 Rz&nbsp;208&nbsp;ff., 213&nbsp;ff.; Schaumburg, Internationales Steuerrecht, 3.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;18.34&nbsp;ff.; Gosch in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;49 Rz&nbsp;107a; Girlich\/Philipp, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2015, 459, jeweils m.w.N.). Das entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats (vgl. z.B. Senatsurteile in BFHE 227, 83, BStBl II 2011, 1019, und in BFH\/NV 2010, 432; in BFHE 245, 143, BStBl II 2014, 703; Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;B&nbsp;186\/09, BFH\/NV 2010, 1864) und daran ist uneingeschr&auml;nkt festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob sich das infolge neuerer Regelungen, wie sie einerseits durch &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;2 EStG 2002 i.d.F. des Gesetzes &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2782, BStBl I 2007, 4) &#8211;EStG 2002\/2006&#8211;, andererseits durch &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;3a EStG 2009 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) &#8211;EStG 2009\/2010&#8211; geschaffen worden sind, ge&auml;ndert haben k&ouml;nnte, kann dahinstehen. Beide Vorschriften waren bei der (etwaigen) Aufgabe der belgischen Betriebsst&auml;tte im Jahre 2000 noch nicht anzuwenden: &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;2 EStG 2002\/2006 betrifft erstmals nach dem 31.&nbsp;Dezember 2005 endende Wirtschaftsjahre (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;8b EStG 2002\/2006). Durch die Aufgabe der belgischen Betriebsst&auml;tte wurde &#8211;wovon auch das FA ausgeht&#8211; bezogen auf die Verbindlichkeitsr&uuml;ckstellung schon deshalb kein Besteuerungsrecht Deutschlands hinsichtlich des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Wirtschaftsguts begr&uuml;ndet; nur f&uuml;r diesen Fall fingiert &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 Halbsatz&nbsp;2 EStG 2002\/2006 aber eine Einlage. Und &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;3a EStG 2009\/2010, wonach einer Aufgabe des Gewerbebetriebs der Ausschluss oder die Beschr&auml;nkung des Besteuerungsrechts Deutschlands hinsichtlich des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung s&auml;mtlicher Wirtschaftsg&uuml;ter des Betriebs oder eines Teilbetriebs gleichsteht, ist nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;34 Satz&nbsp;5 EStG 2009\/2010 zwar in allen offenen F&auml;llen anzuwenden; es ist aber nichts daf&uuml;r ersichtlich, dass das f&uuml;r den hier insoweit ma&szlig;gebenden Veranlagungszeitraum 2000 noch der Fall w&auml;re. Begr&uuml;ndeten Zweifeln gegen&uuml;ber der Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3a EStG 2009\/2010 in den F&auml;llen der Betriebsaufgabe (vgl. dazu einerseits z.B. Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;36 Rz&nbsp;26; Ditz in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, a.a.O., Art.&nbsp;7 [2008] Rz&nbsp;161&nbsp;ff., 163, jeweils m.w.N.; andererseits z.B. Rei&szlig; in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;207; Schmidt\/Wacker, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;175; BMF-Schreiben vom 20.&nbsp;Mai 2009, BStBl I 2009, 671; in BStBl I 2011, 1278) braucht also auch nicht weiter nachgegangen zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Konsequenz all dessen ist im Streitfall, dass der Ertrag aus der Teilaufl&ouml;sung der von der Kl&auml;gerin f&uuml;r die ungewisse Verbindlichkeit gebildeten R&uuml;ckstellung dem belgischen Besteuerungsrecht unterf&auml;llt, nicht aber dem deutschen (ebenso und der Vorinstanz folgend Girlich\/Philipp, DB 2015, 459). Denn die betreffende Verbindlichkeit war nach den tatrichterlichen Feststellungen urs&auml;chlich auf die seinerzeitige belgische Betriebsst&auml;tte zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und die R&uuml;ckstellung war infolgedessen durch jene Betriebsst&auml;tte veranlasst. Eine nach Grund und\/oder H&ouml;he ungewisse Verbindlichkeit des Betriebsverm&ouml;gens bleibt aber nach Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe des Betriebs oder der Betriebsst&auml;tte grunds&auml;tzlich mindestens bis zu dem Zeitpunkt notwendiges Betriebsverm&ouml;gen, in dem sie zu einer nach Grund und H&ouml;he gewissen Verbindlichkeit wird (vgl. z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;Februar 1990 I&nbsp;R&nbsp;205\/85, BFHE 159, 523, BStBl II 1990, 537).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 75\/14 Nachtr&auml;gliche Eink&uuml;nfte einer aufgegebenen Auslandsbetriebsst&auml;tte &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r den Ertrag aus der Aufl&ouml;sung einer R&uuml;ckstellung Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 16. September 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1717\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des gesamten Rechtsstreits fallen dem Beklagten zur Last. 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