{"id":65185,"date":"2015-11-06T16:59:41","date_gmt":"2015-11-06T14:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65185"},"modified":"2015-11-06T16:59:41","modified_gmt":"2015-11-06T14:59:41","slug":"vi-r-54-14-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-54-14-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;54\/14 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2015, VI R 54\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 12. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;3 K 786\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zum T&auml;tigkeitsort als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte oder nach Reisekostengrunds&auml;tzen (einschlie&szlig;lich Verpflegungsmehraufwendungen) zu ber&uuml;cksichtigen sind, insbesondere, ob der T&auml;tigkeitsort eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r das Streitjahr 2011 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger trat zum &#8230;&nbsp;Januar 2011 ein neues Dienstverh&auml;ltnis an. Laut Arbeitsvertrag vom 11.&nbsp;Januar 2011 war dieser bis zum &#8230;&nbsp;Januar 2013 befristet. Die ersten sechs Monate galten als Probezeit. F&uuml;r diese T&auml;tigkeit machte der Kl&auml;ger zun&auml;chst in der Einkommensteuererkl&auml;rung bei den Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;19 des Einkommensteuergesetzes (EStG) Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte f&uuml;r 208&nbsp;Arbeitstage bei einer einfachen Entfernung von 83&nbsp;km als Werbungskosten geltend, die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Rahmen des Einkommensteuerbescheids 2011 vom 25.&nbsp;April 2012 antragsgem&auml;&szlig; ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen ihres hiergegen gerichteten Einspruchs begehrten die Kl&auml;ger die Fahrtkosten innerhalb der Probezeit als Reisekosten und f&uuml;r drei Monate Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen, da w&auml;hrend der Probezeit keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte vorliege. Au&szlig;erdem wandten sie sich gegen den begrenzten Abzug der Beitr&auml;ge f&uuml;r Arbeitslosenversicherung als Sonderausgaben; insoweit nahm das FA in der Einspruchsentscheidung einen Vorl&auml;ufigkeitsvermerk auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach dem im &Uuml;brigen erfolglosen Einspruch erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1873 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das angefochtene Urteil des FG Th&uuml;ringen vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;786\/13 und die Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;August 2013 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2011 vom 25.&nbsp;April 2012 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit mit dem eigenen PKW get&auml;tigten Fahrten zum Betriebssitz des Arbeitgebers w&auml;hrend der Probezeit von sechs Monaten und der Zeit der Befristung des Arbeitsverh&auml;ltnisses auf zwei Jahre nach Reisekostengrunds&auml;tzen mit 0,30&nbsp;EUR je gefahrenem Kilometer in H&ouml;he von (208&nbsp;Fahrten &times; 83&nbsp;km &times; 2 &times; 0,30&nbsp;EUR =) 10.358,40&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt und Verpflegungsmehraufwendungen f&uuml;r die ersten drei Monate in H&ouml;he von (60&nbsp;Tagen &times; 6&nbsp;EUR =) 360&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r Fahrten zwischen seiner Wohnung und seinem Arbeitsplatz nur im Rahmen der Entfernungspauschale als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen und Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung ebenfalls nicht eink&uuml;nftemindernd anzusetzen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in H&ouml;he des daf&uuml;r tats&auml;chlich entstandenen Aufwands als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Erwerbsaufwendungen in diesem Sinne sind auch die Kosten des Arbeitnehmers f&uuml;r seine Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte. Allerdings d&uuml;rfen diese Kosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung nur nach Ma&szlig;gabe einer Entfernungspauschale als Werbungskosten in Abzug gebracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte kann nur eine ortsfeste, dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers sein, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) aufsucht. Regelm&auml;&szlig;ig handelt es sich dabei um den Betrieb des Arbeitgebers oder einen Zweigbetrieb, nicht aber um die T&auml;tigkeitsst&auml;tte in einer betrieblichen Einrichtung des Kunden des Arbeitgebers (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2014 VI&nbsp;R&nbsp;74\/13, BFHE 245, 56, BStBl II 2014, 854, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist der Arbeitnehmer nicht an einer solchen dauerhaften betrieblichen Einrichtung t&auml;tig, liegt regelm&auml;&szlig;ig eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit vor, weil der Arbeitnehmer entweder vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem ortsgebundenen Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit entfernt t&auml;tig wird oder weil er schon &uuml;ber keinen dauerhaft angelegten ortsgebundenen Bezugspunkt f&uuml;r seine berufliche T&auml;tigkeit verf&uuml;gt, sondern nur an st&auml;ndig wechselnden T&auml;tigkeitsst&auml;tten oder auf einem Fahrzeug eingesetzt wird (z.B. Senatsurteile vom 26.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;54\/13, BFH\/NV 2014, 1199, und VI&nbsp;R&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2014, 1029, jeweils m.w.N.). Folge einer solchen Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit ist, dass die Kosten f&uuml;r beruflich veranlasste Fahrten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG uneingeschr&auml;nkt zum Abzug zuzulassen sind. Denn ein Arbeitnehmer, der ausw&auml;rts t&auml;tig ist, hat typischerweise nicht die M&ouml;glichkeit, seine Wegekosten gering zu halten (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 10.&nbsp;April 2014 VI&nbsp;R&nbsp;11\/13, BFHE 245, 218, BStBl II 2014, 804, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht darauf erkannt, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht ausw&auml;rts, sondern am Betriebssitz &#8211;einer dauerhaften betrieblichen Einrichtung&#8211; seines Arbeitgebers und damit in einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG t&auml;tig war. Denn der Kl&auml;ger hat diese Einrichtung w&auml;hrend seines Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) aufgesucht. Der Umstand, dass der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeit dort nur auf zwei Jahre befristet ausge&uuml;bt hat und zudem die ersten sechs Monate seines Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses mit einer Probezeit belegt waren, steht der Dauerhaftigkeit der Zuordnung nach dem Betriebssitz des Arbeitgebers nicht entgegen. Denn ein in einer dauerhaften, ortsfesten betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers t&auml;tiger Arbeitnehmer ist nicht allein deshalb ausw&auml;rts, also vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem ortsgebundenen Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit entfernt t&auml;tig, weil er eine Probezeit vereinbart hat, unbedingt versetzungsbereit oder befristet besch&auml;ftigt ist (Senatsurteile vom 15.&nbsp;Mai 2013 VI&nbsp;R&nbsp;18\/12, BFHE 241, 374, BStBl II 2013, 838, und vom 6.&nbsp;November 2014 VI&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFHE 247, 427, BStBl II 2015, 338; Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 7.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;135\/12, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2014, 525; Geserich, Finanz-Rundschau 2012, 783, 785&nbsp;f.; a.A. Schmidt\/Loschelder, EStG, 33.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;116 betreffend Probearbeitsverh&auml;ltnisse). Er sucht vielmehr auch in diesen F&auml;llen die T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht nur gelegentlich, sondern &#8211;wenn auch nur f&uuml;r die Dauer seines befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses oder in der Probezeit&#8211; fortdauernd und immer wieder auf. Der Einwand des Kl&auml;gers, in solchen F&auml;llen fehle es an der f&uuml;r eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte erforderlichen &quot;Planungssicherheit&quot;, trifft zwar in der Sache zu, vermag sein Tun aber nicht aus dem Regeltypus einer &quot;Innendienstt&auml;tigkeit&quot; (Leistungsort im Betrieb oder einer Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers) herauszul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen weist der Senat darauf hin, dass die Vorhersehbarkeit wechselnder T&auml;tigkeitsst&auml;tten und die &quot;M&ouml;glichkeit&quot;, Wegekosten zu mindern, nicht Tatbestandsmerkmale der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG geregelten Entfernungspauschale sind. Der Umstand, dass sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise auf die immer gleichen Wege einstellen und so auf eine Minderung der Wegekosten etwa durch die Bildung von Fahrgemeinschaften, die Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und gegebenenfalls sogar durch die entsprechende Wohnsitznahme hinwirken kann, beschreibt lediglich generalisierend und typisierend den Regelfall, nach der sich die Regelung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip erweist (Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juni 2010 VI&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852, m.w.N.). Individuelle Zuf&auml;lligkeiten und Besonderheiten in der tats&auml;chlichen Ausgestaltung eines Arbeitsverh&auml;ltnisses &#8211;insbesondere dessen zeitliche Befristung&#8211; bleiben hierbei unber&uuml;cksichtigt (Senatsurteil in BFHE 247, 427, BStBl II 2015, 338, m.w.N.). Demnach sind die streitigen Wegekosten lediglich im Rahmen der Entfernungspauschale und Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aus den Senatsentscheidungen vom 8.&nbsp;August 2013 VI&nbsp;R&nbsp;72\/12 (BFHE 242, 358, BStBl II 2014, 68) und VI&nbsp;R&nbsp;27\/12 (BFH\/NV 2014, 308) sowie vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;51\/12 (BFHE 243, 215, BStBl II 2014, 342) ergibt sich nichts anderes. Zwar hat der Senat dort entschieden, dass ein Arbeitnehmer, der f&uuml;r ein oder zwei Jahre (wiederholt) befristet seiner Berufst&auml;tigkeit an einer anderen betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers nachgeht, und ein Beamter, der von seinem Arbeitgeber f&uuml;r drei Jahre an eine andere als seine bisherige T&auml;tigkeitsst&auml;tte abgeordnet oder versetzt wird, an den neuen T&auml;tigkeitsorten keine regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tten begr&uuml;nden. F&uuml;r das Auffinden einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte bei einem befristeten oder Probearbeitsverh&auml;ltnis lassen sich hieraus jedoch keine Erkenntnisse gewinnen. Insbesondere rechtfertigen diese Entscheidungen den Schluss der Kl&auml;ger nicht, dass bei (bis zu drei Jahren) befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen oder in der Probezeit stets keine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG vorliege. Denn in den genannten Verfahren stand in Streit, ob der Arbeitnehmer lediglich &#8211;unter Beibehaltung seiner bisherigen regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&#8211; &quot;vor&uuml;bergehend&quot; in einer anderen betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers t&auml;tig wurde oder von Anbeginn dauerhaft an den neuen Besch&auml;ftigungsort entsandt worden ist und dort eine (neue) regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte begr&uuml;ndet hat. Ein solcher Sachverhalt liegt jedoch im Streitfall ersichtlich nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2015, VI R 54\/14 Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 12. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;3 K 786\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob Aufwendungen f&uuml;r Fahrten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-54-14-regelmaessige-arbeitsstaette-in-der-probezeit-oder-bei-befristeter-beschaeftigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;54\/14 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte in der Probezeit oder bei befristeter Besch&auml;ftigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}