{"id":65187,"date":"2015-11-06T16:59:44","date_gmt":"2015-11-06T14:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65187"},"modified":"2015-11-06T16:59:44","modified_gmt":"2015-11-06T14:59:44","slug":"viii-r-19-14-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1252015-viii-r-35-14-besteuerung-des-gewinns-aus-der-veraeusserung-von-xetra-gold-inhaberschuldverschreibungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-19-14-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1252015-viii-r-35-14-besteuerung-des-gewinns-aus-der-veraeusserung-von-xetra-gold-inhaberschuldverschreibungen\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;19\/14 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.5.2015 VIII R 35\/14 &#8211; Besteuerung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2015, VIII R 19\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.5.2015 VIII R 35\/14 &#8211; Besteuerung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 27. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1406\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erwarb im September 2008 Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen (Xetra-Gold), die sie im April 2011 mit einem Gewinn in H&ouml;he von 18.936,76&nbsp;EUR ver&auml;u&szlig;erte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Xetra-Gold handelte es sich um ein b&ouml;rsenf&auml;higes Wertpapier in Form einer nennwertlosen, in ihrer Laufzeit unbefristeten Inhaberschuldverschreibung. Jede Teilschuldverschreibung von Xetra-Gold gew&auml;hrte dem Inhaber das Recht auf Auslieferung eines Gramms Gold, das jederzeit unter Einhaltung einer Lieferfrist von zehn Tagen gegen&uuml;ber der Hausbank geltend gemacht werden konnte. Daneben bestand die M&ouml;glichkeit, die Wertpapiere an der B&ouml;rse zu ver&auml;u&szlig;ern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Besicherung und Erf&uuml;llbarkeit der Auslieferungsanspr&uuml;che war die Inhaberschuldverschreibung jederzeit durch Gold gedeckt. Dabei &uuml;berschritt der tats&auml;chlich physisch eingelagerte Goldbestand stets die gem&auml;&szlig; Anleihebedingungen vorgegebene Mindestgrenze von 95&nbsp;%. Der verbleibende Teil wurde durch kurzfristige Lieferanspr&uuml;che auf Gold gesichert. Eine Kapitalr&uuml;ckzahlung war nach den Emissionsbedingungen ausgeschlossen. Lediglich Anleger, die durch Gesetz, Verordnung, Satzung oder Anlagerichtlinien nicht in den Besitz physischen Goldes gelangen durften, konnten Xetra-Gold an das emissionsbegleitende Institut zur&uuml;ckgeben, welches das f&uuml;r die Wertpapiere hinterlegte Gold am Markt verwertete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr (2011) legte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den von der Kl&auml;gerin erzielten Gewinn aus dem Verkauf der Xetra-Gold als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) der Besteuerung zugrunde. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren hat das Finanzgericht (FG) der dagegen gerichteten Klage mit Urteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1406\/13 stattgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der &#8211;vom FG zugelassenen&#8211; Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Bei wirtschaftlicher Betrachtung sei die Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold als sonstige Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG zu qualifizieren, so dass der Gewinn aus deren Ver&auml;u&szlig;erung nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG steuerpflichtig sei. Xetra-Gold sei weder ein reines Finanzprodukt noch eine direkte Anlage in den Rohstoff Gold, sondern eine Verbindung beider Anlageformen. Da die Auslieferung von Gold nach den Emissionsbedingungen mit erheblichen Kosten verbunden sei, w&uuml;rde ein Gro&szlig;teil der Anleger den Lieferanspruch nicht geltend machen, sondern die Kurssteigerungen des Wertpapiers an der B&ouml;rse realisieren. Durch den Auffangtatbestand des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 EStG habe der Gesetzgeber klargestellt, dass nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG Ertr&auml;ge aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Kapitalforderungen unabh&auml;ngig von ihrer Bezeichnung oder zivilrechtlichen Ausgestaltung steuerlich erfasst werden sollten. Danach falle auch Xetra-Gold unter die Regelung. Sollte dies zu verneinen sein, w&auml;re der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn jedoch als Termingesch&auml;ft i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b EStG zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der von der Kl&auml;gerin erzielte Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Xetra-Gold f&uuml;hrt nicht zu steuerbaren Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG, da die Schuldverschreibung nicht als sonstige Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG zu beurteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von sonstigen Kapitalforderungen jeder Art i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG. Nach letztgenannter Vorschrift geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen Ertr&auml;ge aus sonstigen Kapitalforderungen jeder Art, wenn die R&uuml;ckzahlung des Kapitalverm&ouml;gens oder ein Entgelt f&uuml;r die &Uuml;berlassung des Kapitalverm&ouml;gens zur Nutzung zugesagt oder geleistet worden ist, auch wenn die H&ouml;he der R&uuml;ckzahlung oder des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngt. Dies gilt unabh&auml;ngig von der Bezeichnung und der zivilrechtlichen Ausgestaltung der Kapitalanlage (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine Besteuerung nach diesen Regelungen im Streitfall nicht gegeben sind, da die von der Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;erten Xetra-Gold keine Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unter den Begriff der Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG fallen alle auf eine Geldleistung gerichteten Forderungen, deren Steuerbarkeit sich nicht bereits aus einem anderen Tatbestand i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis&nbsp;6 oder&nbsp;8 bis&nbsp;11 EStG ergibt, und zwar ohne R&uuml;cksicht auf die Dauer der Kapital&uuml;berlassung oder den Rechtsgrund des Anspruchs (vgl. Senatsurteile vom 5.&nbsp;November 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/11, BFHE 248, 5, BStBl II 2015, 276; vom 4.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFHE 219, 339, BStBl II 2008, 563; vom 26.&nbsp;Juni 1996 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/95, BFH\/NV 1997, 175; vom 12.&nbsp;September 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;306\/81, BFHE 145, 320, BStBl II 1986, 252, jeweils m.w.N.; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;100). Nicht darunter fallen indes Anspr&uuml;che auf die Lieferung anderer Wirtschaftsg&uuml;ter, insbesondere auf eine Sachleistung gerichtete Forderungen (Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;280; Geurts in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;326; Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;C\/7&nbsp;98; Storg in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;160; Jachmann\/ Lindenberg in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;392, 423; Bl&uuml;mich\/ Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;308; Buge in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;295, Stichwort: Lieferschuldverschreibungen mit physischer Deckung; Haisch, Betriebs-Berater 2014, 2333, 2334&nbsp;f.; a.A. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 22.&nbsp;Dezember 2009 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/08\/10004, BStBl I 2010, 94, und vom 9.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/10\/10013, BStBl I 2012, 953, jeweils Rz&nbsp;57; Dornheim, Der Betrieb 2014, 2312, 2314&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach sind die von der Kl&auml;gerin ver&auml;u&szlig;erten Xetra-Gold keine sonstigen Kapitalforderungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG, da sie nicht einen Anspruch auf Geld, sondern auf eine Sachleistung verk&ouml;rpern. Nach den Emissionsbedingungen hatte die Kl&auml;gerin gegen die Emittentin der Inhaberschuldverschreibungen ausschlie&szlig;lich einen Anspruch auf die Lieferung von Gold. Die Zahlung von Geld war ausgeschlossen. Zudem war die Emittentin nach den Emissionsbedingungen nicht berechtigt, &uuml;ber das von ihr bei der Ausgabe der Inhaberschuldverschreibungen eingesammelte Kapital frei zu verf&uuml;gen, da sie verpflichtet war, dieses zur Besicherung der verbrieften Auslieferungsanspr&uuml;che zu mindestens 95&nbsp;% in physisches Gold zu investieren. Sie hatte danach kein eigenst&auml;ndiges Kapitalnutzungsrecht i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG (vgl. Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;281).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Anspruch der Kl&auml;gerin auf die Lieferung von Gold wird auch nicht dadurch zu einem Anspruch auf Geld, dass sie nach den Emissionsbedingungen die M&ouml;glichkeit hatte, Xetra-Gold am Sekund&auml;rmarkt zu ver&auml;u&szlig;ern. Die Ver&auml;u&szlig;erung begr&uuml;ndet lediglich ein weiteres Rechtsverh&auml;ltnis, das unabh&auml;ngig vom schuldrechtlichen Lieferungsanspruch, der Gegenstand der Inhaberschuldverschreibung ist, zu beurteilen ist. F&uuml;r rechtlich unerheblich erachtet der Senat in diesem Zusammenhang, dass &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; eine Vielzahl von Anlegern Xetra-Gold und damit den Lieferanspruch am Sekund&auml;rmarkt ver&auml;u&szlig;erten, um die Kosten f&uuml;r die Auslieferung des physischen Goldes zu sparen. Es steht jedem Steuerpflichtigen frei, sich f&uuml;r die nach seiner Auffassung f&uuml;r ihn g&uuml;nstigste Handlungsalternative zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da keine sonstige Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG vorliegt, sind auch die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG nicht erf&uuml;llt. Aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung zur Neureglung dieser Vorschrift durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) wird deutlich, dass Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anspr&uuml;chen auf Sachleistungen von der Vorschrift nicht erfasst werden sollen, da die Regelung als Auffangtatbestand gestaltet wurde, um &quot;die Besteuerung des Verm&ouml;genszuflusses aus der Ver&auml;u&szlig;erung, Abtretung oder Endeinl&ouml;sung von sonstigen Kapitalforderungen zu sichern&quot; (BTDrucks&nbsp;16\/4841, S.&nbsp;56; BRDrucks&nbsp;220\/07, S.&nbsp;89). F&uuml;r diese Auslegung spricht auch die Anwendungsregelung in &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;6 bis&nbsp;8 EStG, nach der &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG erstmals auf nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;ende Kapitalertr&auml;ge aus der Ver&auml;u&szlig;erung sonstiger Kapitalforderungen anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Besteuerung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b EStG ist unabh&auml;ngig davon, ob dessen Voraussetzungen vorliegend &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sind, ausgeschlossen, weil die Vorschrift nach der Anwendungsregelung in &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;3 EStG erstmals auf Gewinne aus Termingesch&auml;ften anzuwenden ist, bei denen der Rechtserwerb nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 erfolgt ist. Die Kl&auml;gerin hat die in Rede stehenden Inhaberschuldverschreibungen im September 2008 erworben, d.h. vor diesem Zeitpunkt. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b EStG findet daher in dem hier zu entscheidenden Fall schon zeitlich keine Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Ergebnis sind der Erwerb und die Einl&ouml;sung oder der Verkauf von Xetra-Gold wie ein unmittelbarer Erwerb und unmittelbarer Verkauf physischen Goldes zu beurteilen. Dass die Kl&auml;gerin nicht Eigent&uuml;merin des Goldes war, sondern nur einen schuldrechtlichen Lieferanspruch besa&szlig;, &auml;ndert daran nichts. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat derartige &quot;Goldgesch&auml;fte&quot; im Geltungsbereich der Vorg&auml;ngerregelung stets als private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte i.S. von &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG angesehen (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;62\/10, BFHE 236, 362, BStBl II 2012, 564; Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;280; Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;C\/7&nbsp;98; HHR\/Buge, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;295, Stichwort: Lieferschuldverschreibungen mit physischer Deckung; Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;308). Im Streitfall ist die insoweit ma&szlig;gebliche Jahresfrist zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung jedoch &uuml;berschritten, so dass auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Besteuerung nach dieser Vorschrift nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.5.2015, VIII R 19\/14 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 12.5.2015 VIII R 35\/14 &#8211; Besteuerung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Xetra-Gold Inhaberschuldverschreibungen Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 27. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1406\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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