{"id":65189,"date":"2015-11-06T16:59:52","date_gmt":"2015-11-06T14:59:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65189"},"modified":"2015-11-06T16:59:52","modified_gmt":"2015-11-06T14:59:52","slug":"i-r-17-14-verdeckte-gewinnausschuettung-erdienbarkeit-der-endgehaltsabhaengigen-pensionszusage-bei-mittelbarer-erhoehung-infolge-von-gehaltssteigerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-17-14-verdeckte-gewinnausschuettung-erdienbarkeit-der-endgehaltsabhaengigen-pensionszusage-bei-mittelbarer-erhoehung-infolge-von-gehaltssteigerungen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;17\/14 &#8211; Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung: Erdienbarkeit der endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage bei mittelbarer Erh&ouml;hung infolge von Gehaltssteigerungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 17\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung: Erdienbarkeit der endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage bei mittelbarer Erh&ouml;hung infolge von Gehaltssteigerungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz, nach dem sich der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft einen Pensionsanspruch innerhalb der verbleibenden Arbeitszeit bis zum vorgesehenen Eintritt in den Ruhestand noch erdienen muss, gilt sowohl f&uuml;r Erstzusagen einer Versorgungsanwartschaft als auch f&uuml;r nachtr&auml;gliche Erh&ouml;hungen einer bereits erteilten Zusage (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 23. September 2008 I R 62\/07, BFHE 223, 64, BStBl II 2013, 39). Um eine nachtr&auml;gliche Erh&ouml;hung kann es sich auch handeln, wenn ein endgehaltsabh&auml;ngiges Pensionsversprechen infolge einer Gehaltsaufstockung mittelbar erh&ouml;ht wird und das der H&ouml;he nach einer Neuzusage gleichkommt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ma&szlig;gebend bei der Ermittlung des Erdienenszeitraums ist der in der Pensionszusage vereinbarte fr&uuml;hestm&ouml;gliche Zeitpunkt des Pensionsbezuges.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 9. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;6 K 1754\/10 K,G wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens fallen der Kl&auml;gerin zur Last.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine 1982 errichtete GmbH. Ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer waren vom Jahre 1982 bis zum Jahre 2006 AR sowie &#8211;dieser gesamtvertretungsberechtigt&#8211; JK. AR hielt seitdem 9,12&nbsp;v.H. der Gesch&auml;ftsanteile. Weitere Anteile von 8,35&nbsp;v.H. hielten dessen Ehefrau und Sohn, die ihre Anteile im Jahr 2001 in die in jenem Jahr errichtete R&nbsp;Holding GmbH eingebracht hatten und die auch deren alleinige Anteilseigner waren (die Ehefrau zu 62,28&nbsp;v.H., der Sohn zu 37,72&nbsp;v.H.); AR wurde seinerzeit zum Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der R&nbsp;Holding GmbH auf Lebenszeit bestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem am &#8230;&nbsp;September 1943 geborenen AR war von seinem damaligen Arbeitgeber am 22.&nbsp;Dezember 1978 eine Pensionszusage erteilt worden, die die Kl&auml;gerin im Jahre 1982 bei ihrer Errichtung und der Bestellung von AR &uuml;bernommen hatte. Der Versorgungsfall sollte danach bei Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres eintreten. AR konnte die versprochene Altersrente mit entsprechender K&uuml;rzung auch bereits nach Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres beanspruchen. Die Rente orientierte sich am Endgehalt, wobei sich die Rentenh&ouml;he auf Basis des durchschnittlichen Bruttogehalts von AR in den letzten 12&nbsp;Monaten vor dem Versorgungsfall oder dem Ausscheiden bemessen sollte. Nach einem Gesellschafterbeschluss vom 16.&nbsp;Dezember 1997 sollte AR beim Ausscheiden mit Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres so gestellt werden, als w&uuml;rde er nach Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres ausscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 14.&nbsp;Mai 2001 wurde die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerverg&uuml;tung f&uuml;r AR von zuvor 424.000&nbsp;DM mit Wirkung ab 1.&nbsp;Mai 2001 auf 600.000&nbsp;DM erh&ouml;ht. Die aus der Gehaltserh&ouml;hung resultierende Erh&ouml;hung des ruhegehaltsf&auml;higen Einkommens wurde gestaffelt und in zwei Schritten auf zun&auml;chst 474.000&nbsp;DM und ab 1.&nbsp;M&auml;rz 2002 auf 524.000&nbsp;DM begrenzt. Zuk&uuml;nftige Gehaltserh&ouml;hungen sollten nach dem Nachtrag zur Pensionszusage vom 19.&nbsp;Dezember 2001 nicht mehr vollst&auml;ndig, sondern nur noch zu 50&nbsp;v.H. auf das ruhegehaltsf&auml;hige Einkommen angerechnet werden. Diese Kappungsvereinbarung f&uuml;r die Pensionsbemessung wurde am 28.&nbsp;Februar 2005 auf &#8211;so das Finanzgericht (FG)&#8211; &quot;nachhaltigen Druck&quot; des AR wieder aufgehoben. Im Jahre 2003 wurde eine weitere Gehaltserh&ouml;hung f&uuml;r AR vereinbart. Die anschlie&szlig;ende Suche von Nachfolgern f&uuml;r AR gestaltete sich als schwierig. Erst im Alter von 63&nbsp;Jahren &#8211;Ende 2006&#8211; schied AR tats&auml;chlich als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin aus und wurde durch insgesamt vier Personen in der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ersetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte am 1.&nbsp;Januar 1995 gleichfalls dem am &#8230;&nbsp;November 1954 geborenen JK eine Pensionszusage auf das vollendete 65.&nbsp;Lebensjahr gegeben. Auch dessen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerverg&uuml;tung wurde am 14.&nbsp;Mai 2001 erh&ouml;ht, und zwar von 380.000&nbsp;DM auf 500.000&nbsp;DM, und auch bei ihm wirkte sich diese Erh&ouml;hung auf die Altersversorgung aus. Diese Versorgung bema&szlig; sich nach einem &#8211;im Vergleich zu AR&#8211; begrenzten Vomhundertsatz des Arbeitseinkommens oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Bei einem vorzeitigen Ausscheiden nach Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahrs verblieb es bei ihm bei Versorgungsabz&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte die R&uuml;ckstellungen, welche die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Pensionszusage an AR gebildet hatte, in den Streitjahren 2001 bis 2004 in jenem Umfang als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA), in welchem sie auf die Erh&ouml;hung der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerverg&uuml;tung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war. In der Vereinbarung vom 14.&nbsp;Mai 2001 sei eine nachtr&auml;gliche Erh&ouml;hung der erteilten Pensionszusage zu sehen, f&uuml;r die wie bei einer Erstzusage das Kriterium der sog. Erdienbarkeit erf&uuml;llt sein m&uuml;sse. Diese fehle aber im Streitfall, weil der Zeitraum zwischen der Erh&ouml;hung der Pension und dem vorgesehenen Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand mit 60&nbsp;Jahren nicht mindestens drei Jahre betragen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen die hiernach ge&auml;nderten K&ouml;rperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheide blieb erfolglos. Das FG D&uuml;sseldorf wies sie mit Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1754\/10 K,G als unbegr&uuml;ndet ab; das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 860 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil des FG aufzuheben und die angefochtenen Steuerbescheide dahingehend abzu&auml;ndern, dass die K&ouml;rperschaftsteuer auf Basis eines zu versteuernden Einkommens von 5.023.502&nbsp;DM (2001), von 4.078.977&nbsp;EUR (2002), von 5.965.383&nbsp;EUR (2003) und von 7.810.550&nbsp;EUR (2004) sowie die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge auf 451.940&nbsp;DM (2001), 203.480&nbsp;EUR (2002), 295.740&nbsp;EUR (2003) und 394.755&nbsp;EUR (2004) festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine dem Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH erteilte Pensionszusage kann nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats u.a. nur dann steuerlich anerkannt werden, wenn die Zusage von dem Beg&uuml;nstigten (noch) erdient werden kann. Nach ebenfalls st&auml;ndiger Spruchpraxis des Senats ist das bei einem beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Fall, wenn zwischen dem Zusagezeitpunkt und dem vorgesehenen Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand mindestens zehn Jahre liegen (vgl. hierzu z.B. Senatsurteile vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2000 I&nbsp;R&nbsp;40\/99, BFHE 191, 330, BStBl II 2000, 504; vom 18.&nbsp;August 1999 I&nbsp;R&nbsp;10\/99, BFH\/NV 2000, 225, 226; vom 30.&nbsp;Januar 2002 I&nbsp;R&nbsp;56\/01, BFH\/NV 2002, 1055; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 I&nbsp;R&nbsp;63\/08, BFH\/NV 2009, 1841; zuletzt vom 11.&nbsp;September 2013 I&nbsp;R&nbsp;26\/12, BFH\/NV 2014, 728, jeweils m.w.N.), bei einem nicht beherrschenden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer &uuml;berdies dann, wenn dieser Zeitraum zwar mindestens drei Jahre betr&auml;gt, der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer dem Betrieb aber mindestens zw&ouml;lf Jahre angeh&ouml;rt (Senatsurteil in BFHE 191, 330, BStBl II 2000, 504, m.w.N.). Allerdings k&ouml;nnen diese Fristen mangels eindeutiger gesetzlicher Vorgaben nicht im Sinne allgemeing&uuml;ltiger zwingender Voraussetzungen verstanden werden, die unabdingbar w&auml;ren (vgl. Senatsurteile vom 24.&nbsp;April 2002 I&nbsp;R&nbsp;43\/01, BFHE 199, 157, BStBl II 2003, 416; vom 23.&nbsp;Juli 2003 I&nbsp;R&nbsp;80\/02, BFHE 203, 114, BStBl II 2003, 926; in BFH\/NV 2014, 728). Ist aufgrund der Gegebenheiten des Einzelfalles anderweitig sichergestellt, dass mit der Zusage die k&uuml;nftige Arbeitsleistung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers abgegolten werden soll, ist dies deshalb auch dann anzunehmen, wenn die besagten Zeitr&auml;ume nicht erreicht werden (z.B. Senatsurteil in BFHE 199, 157, BStBl II 2003, 416; s.a. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 13.&nbsp;Mai 2003, BStBl I 2003, 300).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall war AR in jenem Zeitpunkt, in dem infolge der Erh&ouml;hung des laufenden Gehalts die ihm versprochene endgehaltsabh&auml;ngige Versorgung &quot;mittelbar&quot; ihrerseits erh&ouml;ht worden war, rund 57&nbsp;1\/2 Jahre alt. Seit der &Auml;nderung der Versorgungszusage am 16.&nbsp;Dezember 1997 war es seiner Entscheidung &uuml;berlassen, aus dem Unternehmen bereits mit seinem vollendeten 60.&nbsp;Lebensjahr auszuscheiden. Verlangt man &#8211;mit dem FA und dem FG&#8211; das Erdienenserfordernis nach Ma&szlig;gabe der beschriebenen Zeitgr&ouml;&szlig;en, dann konnte er die &quot;mittelbar&quot; erh&ouml;hte Versorgungszusage sonach vom jenem Zeitpunkt an nicht mehr erdienen. Das liegt auf der Hand und bedarf rechnerisch keiner weiteren Erl&auml;uterung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Erdienensdauer ist dann auch nicht auf das 63.&nbsp;Lebensjahr zu projizieren. Ausschlaggebend ist allein, dass AR das besagte Wahlrecht zustand, mit Vollendung seines 60.&nbsp;Lebensjahres aus dem Unternehmen auszuscheiden. Daran &auml;ndert auch das Urteil des Senats vom 23.&nbsp;Januar 1991 I&nbsp;R&nbsp;113\/88 (BFHE 163, 207, BStBl II 1991, 379) nichts. Danach sind Pensionsr&uuml;ckstellungen f&uuml;r beherrschende Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer auch dann grunds&auml;tzlich nach einem Ruhestandsalter von 65&nbsp;Jahren zu berechnen, wenn der Beg&uuml;nstigte auf Antrag bereits ab dem 63.&nbsp;Lebensjahr seine T&auml;tigkeit aufgeben und Pensionsbez&uuml;ge beanspruchen k&ouml;nnte. Allerdings bezieht sich diese Aussage allein darauf, auf welchen Zeitraum die R&uuml;ckstellungsbetr&auml;ge bei vern&uuml;nftiger kaufm&auml;nnischer Beurteilung nach Wahrscheinlichkeitsgesichtspunkten zu verteilen sind. Die Gesichtspunkte der vGA bleiben davon, wie der Senat in jenem Urteil (dort unter II.3.b der Entscheidungsgr&uuml;nde) ausdr&uuml;cklich hervorhebt, unber&uuml;hrt (s.a. Senatsurteil vom 11.&nbsp;September 2013 I&nbsp;R&nbsp;72\/12, BFHE 244, 236). Ebensowenig beachtlich ist, ob AR &#8211;seinen an der Kl&auml;gerin gehaltenen Anteilen entsprechend&#8211; als nichtbeherrschender Gesellschafter anzusehen ist, oder aber &#8211;so das FA&#8211; infolge seiner &quot;faktischen&quot; Stellung, ggf. auch unter Einbeziehung der von seiner Ehefrau und seinem Sohn &quot;beherrschten&quot; R&nbsp;Holding GmbH als Hauptgesellschafterin der Kl&auml;gerin und damit &uuml;ber den Gesichtspunkt gleichgerichteter Interessen, als beherrschender.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist allerdings fraglich, ob FA wie FG das Erdienenserfordernis in der Situation der Verg&uuml;tungserh&ouml;hung zu Recht herangezogen haben. Zwar kommt bei einer endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage die Verg&uuml;tungserh&ouml;hung im Ergebnis einer Erh&ouml;hung des Versorgungsversprechens gleich, und sowohl in der einen wie in der anderen Situation w&uuml;rde ein ordentlicher und gewissenhafter Gesch&auml;ftsleiter deswegen bei Erteilung des Versprechens die Erdienbarkeitsgrunds&auml;tze auch gleicherma&szlig;en anwenden (vgl. Senatsurteil vom 23.&nbsp;September 2008 I&nbsp;R&nbsp;62\/07, BFHE 223, 64, BStBl II 2013, 39; Gosch, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1099; Otto in Blomeyer\/Rolfs\/Otto, Betriebsrentengesetz, 6.&nbsp;Aufl., StR&nbsp;F Rz&nbsp;52). Allerdings ist die &quot;Wechselbez&uuml;glichkeit&quot; zwischen Verg&uuml;tungs- und Rentenniveau einer endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage &quot;immanent&quot; und als solche von vornherein in der Zusage angelegt. Auf diese Weise soll gew&auml;hrleistet werden, dass die sp&auml;tere Rente an dem letzten Gehaltsniveau partizipiert und ein Kaufkraftverlust parallel ausgeglichen wird. Das ist auch aus Sicht des K&ouml;rperschaftsteuerrechts prinzipiell nicht zu beanstanden. Deswegen kann bei der Bemessung der endgehaltsabh&auml;ngigen Pension auch nicht auf eine fiktive Jahresnettopr&auml;mie abgestellt werden (s.a. H&nbsp;38 &quot;Angemessenheit&quot; KStH 2004). Vielmehr ist &#8211;zun&auml;chst&#8211; eine Angemessenheitspr&uuml;fung anhand allgemeiner Grunds&auml;tze vorzunehmen. Gerade deswegen muss sich die wechselwirkende Zusageerh&ouml;hung jedoch an dem orientieren, was auch ansonsten &uuml;blich ist. &Uuml;bersteigt sie dieses Ma&szlig; &#8211;infolge ihrer Abh&auml;ngigkeit von einer sprunghaft und fremdun&uuml;blich ansteigenden laufenden Verg&uuml;tung&#8211;, dann ist auch die Versorgungszusage bei isolierter Betrachtung nicht mehr als angemessen anzusehen (s.a. Senatsurteil vom 15.&nbsp;September 2004 I&nbsp;R&nbsp;62\/03, BFHE 207, 443, BStBl II 2005, 176; Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;810a&nbsp;a.E.), auch dann nicht, wenn der &quot;Gehaltssprung&quot; auf eine gestiegene Verantwortung oder eine &Auml;nderung der Funktionen des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Aber selbst dann, wenn sich die Gehaltsaufstockung als solche als angemessen darstellt, und unabh&auml;ngig davon kann die damit einhergehende Erh&ouml;hung der Versorgungsanwartschaft bei einer endgehaltsabh&auml;ngig ausgestalteten Pensionszusage an dem Erdienbarkeitserfordernis zu messen sein, wenn sie dadurch einer Neuzusage gleichkommt (Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1099; Otto in Blomeyer\/Rolfs\/Otto, a.a.O., StR&nbsp;F Rz&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Ma&szlig;gaben n&ouml;tigt im Streitfall der &quot;Gehaltssprung&quot; von zuvor 424.000&nbsp;DM um rund 41,5&nbsp;v.H. auf 600.000&nbsp;DM im Jahr 2001, der in der Folgezeit &#8211;wie das FA wohl zutreffend errechnet&#8211; kontinuierlich ansteigt, zu einer konkreten Veranlassungspr&uuml;fung. Ob das laufende Gehalt des zusagebeg&uuml;nstigten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers als Ausgangsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die Pensionszusage aber tats&auml;chlich in unangemessener Weise angehoben worden ist, muss positiv feststehen. Daran mangelt es im Streitfall indessen, das FG hat dazu nichts weiter festgestellt. Die Sache ist aber unabh&auml;ngig davon spruchreif, weil der mit dem &quot;Gehaltssprung&quot; einhergehende relative &quot;Pensionssprung&quot; um einen Vomhundertsatz von 23,6 (der nach den Berechnungen des FA sogar noch h&ouml;her ausf&auml;llt) auch bei isolierter Beurteilung die Grenze einer Neuzusage &uuml;bersteigt und damit die Anwendung der Erdienbarkeitsgrunds&auml;tze ausl&ouml;st. Auf die von der Kl&auml;gerin hervorgehobenen besonderen betrieblichen Umst&auml;nde kommt es in Anbetracht dessen nicht an, ebensowenig wie auf die Frage, ob die erst am 19.&nbsp;Dezember 2001 &#8211;bezogen auf verg&uuml;tungsbedingte Erh&ouml;hungen&#8211; vereinbarte Kappungsgrenze der Rentenanwartschaft &uuml;berhaupt ernstlich gemeint gewesen ist. Indizielle Zweifel daran k&ouml;nnten bestehen, weil diese Grenze, wie vom FG dargetan, &quot;auf Druck&quot; von AR bereits in 2005 &#8211;und vergleichsweise kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen&#8211; wieder aufgehoben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Gleicherma&szlig;en kann unbeachtet bleiben, ob die Versorgungszusage wom&ouml;glich auch aus anderen Gr&uuml;nden im Gesellschaftsrechtsverh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin zu AR gr&uuml;nden k&ouml;nnte. Zu denken w&auml;re in diesem Zusammenhang beispielsweise daran, dass die Versorgungszusage ausweislich der tatrichterlichen Feststellungen von dem fr&uuml;heren Arbeitgeber des AR &uuml;bernommen worden ist, offenbar ohne Einhaltung der allgemein gebotenen sog. Probezeit bei einem neu errichteten Unternehmen (z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;April 2010 I&nbsp;R&nbsp;78\/08, BFHE 229, 234, BStBl II 2013, 41). Oder auch, ob sich eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis bereits &quot;dem Grunde&quot; der Versorgungsleistung nach daraus ableiten l&auml;sst, dass dem versorgungsbeg&uuml;nstigten AR die freie Wahl zugestanden worden ist, bereits mit vollendetem 60.&nbsp;Lebensjahr &#8211;statt mit dem andernfalls &uuml;blichen 63. oder 65.&nbsp;Lebensjahr (s. dazu Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1092; Otto in Blomeyer\/Rolfs\/Otto, a.a.O., StR F Rz&nbsp;290, m.w.N.)&#8211; aus dem Unternehmen auszuscheiden und den Versorgungsfall auszul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.5.2015, I R 17\/14 Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung: Erdienbarkeit der endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage bei mittelbarer Erh&ouml;hung infolge von Gehaltssteigerungen Leits&auml;tze 1. Der von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz, nach dem sich der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Kapitalgesellschaft einen Pensionsanspruch innerhalb der verbleibenden Arbeitszeit bis zum vorgesehenen Eintritt in den Ruhestand noch erdienen muss, gilt sowohl f&uuml;r Erstzusagen einer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-17-14-verdeckte-gewinnausschuettung-erdienbarkeit-der-endgehaltsabhaengigen-pensionszusage-bei-mittelbarer-erhoehung-infolge-von-gehaltssteigerungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;17\/14 &#8211; Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung: Erdienbarkeit der endgehaltsabh&auml;ngigen Pensionszusage bei mittelbarer Erh&ouml;hung infolge von Gehaltssteigerungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65189"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65189\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}