{"id":6521,"date":"2012-11-30T21:51:35","date_gmt":"2012-11-30T19:51:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6521"},"modified":"2012-11-30T21:51:35","modified_gmt":"2012-11-30T19:51:35","slug":"v-r-20-11-ort-der-sonstigen-leistung-bei-buchhaltungstaetigkeiten-bedeutung-der-nationalen-berufsordnungen-ir-von-par-3a-abs-4-nr-3-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-20-11-ort-der-sonstigen-leistung-bei-buchhaltungstaetigkeiten-bedeutung-der-nationalen-berufsordnungen-ir-von-par-3a-abs-4-nr-3-ustg\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;20\/11 &#8211; Ort der sonstigen Leistung bei Buchhaltungst&auml;tigkeiten &#8211; Bedeutung der nationalen Berufsordnungen i.R. von &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, V R 20\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Ort der sonstigen Leistung bei Buchhaltungst&auml;tigkeiten &#8211; Bedeutung der nationalen Berufsordnungen i.R. von &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob an einen im Drittland ans&auml;ssigen Unternehmer erbrachte Buchhaltungsleistungen im Inland ausgef&uuml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine juristische Person in der Rechtsform einer GmbH, die auf dem Gebiet der Herstellung und des Vertriebs &#8230;technischer Produkte unternehmerisch t&auml;tig ist. Sie ist Teil einer Firmengruppe, deren Mitglieder dadurch verbunden sind, dass sie gegenseitige Liefer- und Leistungsbeziehungen unterhalten und ihre Gesellschafter jeweils an mehreren Gesellschaften beteiligt sind. Weitere Mitglieder der Firmengruppe sind die auf dem gleichen Gebiet wie die Kl&auml;gerin t&auml;tige X mit Sitz in Y (Drittstaat) und die Z AG (AG) mit Sitz in C (Deutschland).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zuge des Unternehmensaufbaus in Y (Drittstaat) schlossen die Kl&auml;gerin und die X eine Vereinbarung &uuml;ber die &Uuml;berlassung von Know-how und Freigaben der &#8230;firmen. Hierin verpflichtete sich die Kl&auml;gerin, der X ihr komplettes Know-how f&uuml;r die Herstellung von &#8230; zur Verf&uuml;gung zu stellen und ihr die Freigaben der &#8230;firmen zu &uuml;berlassen. Ferner verpflichtete sich die Kl&auml;gerin, die Produkte fortzuentwickeln, auf dem jeweiligen Stand der Technik zu halten, die Freigaben der &#8230;firmen aufrechtzuerhalten und notwendige neue Freigaben zu erwirken. Als Verg&uuml;tung hierf&uuml;r wurde ein monatlich zu zahlendes, umsatzabh&auml;ngiges Entgelt vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus schlossen die Kl&auml;gerin und die X einen &quot;Lieferungs- und Dienstleistungs-Vertrag&quot;, nach dessen &sect; 5 die Kl&auml;gerin f&uuml;r erbrachte Dispositions- und Beschaffungsleistungen, Beratung und Unterst&uuml;tzung in den Bereichen Technik, Organisation und Betriebsf&uuml;hrung sowie Verwaltungsarbeiten u.&auml;. eine monatlich zu zahlende umsatzabh&auml;ngige Pauschale erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen unterst&uuml;tzte die Kl&auml;gerin die X im Streitjahr mit Hinweisen im Vertriebsbereich, erteilte Ausk&uuml;nfte bei Fertigungs- und Qualit&auml;tsproblemen sowie bei Problemen im EDV-Bereich und beteiligte sich an Zertifizierungsverfahren (T&Uuml;V). Zudem wurde eine neue Firmensoftware installiert und Datenmaterial aus Y (Drittstaat) auf dem Server der Kl&auml;gerin verarbeitet. Weiter beriet die Kl&auml;gerin die X bei der Beschaffung von Betriebs- und Hilfsstoffen sowie Ersatzteilen, &uuml;bernahm die Bestellung und lieferte die gew&uuml;nschten Produkte an die X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus unterst&uuml;tzte die Kl&auml;gerin die X auf dem Gebiet der Finanzbuchhaltung. Durch Buchhalter der AG wurden s&auml;mtliche Belege der X erfasst und kontiert sowie Vorbereitungsarbeiten f&uuml;r die Abschlusserstellung durchgef&uuml;hrt. Die T&auml;tigkeiten wurden im Rahmen einer Umlage, die die AG von der Kl&auml;gerin erhob, abgerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Bezugnahme auf die Vereinbarungen stellte die Kl&auml;gerin der X im Streitjahr 2004 &quot;f&uuml;r Know-how Transfer u.a.&quot; und &quot;f&uuml;r Dienstleistungen&quot; jeweils &#8230; EUR ohne gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer in Rechnung. Sie behandelte die Ums&auml;tze als in Deutschland nicht steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, dass die Dienstleistungen aufgrund der Vereinbarung &uuml;ber Lieferungen und Dienstleistungen steuerbar seien, da es sich nicht um Leistungen i.S. von &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) handele, und erlie&szlig; entsprechend ge&auml;nderte Vorauszahlungsbescheide. Der hiergegen gerichtete Einspruch der Kl&auml;gerin blieb insoweit ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der in der Folge eingereichten Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r 2004 stimmte das FA zun&auml;chst zu. Auf Hinweis der Kl&auml;gerin erlie&szlig; das FA einen ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2004, in dem es weitere steuerpflichtige Ums&auml;tze in H&ouml;he von &#8230; EUR (= &#8230; EUR Umsatzsteuer) ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die mit Zustimmung des FA zum Finanzgericht (FG) gem&auml;&szlig; &sect; 45 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erhobene Sprungklage hatte teilweise Erfolg. Das FG f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung seines in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1656 ver&ouml;ffentlichten Urteils im Wesentlichen aus, dass sich mit Ausnahme der Buchf&uuml;hrungsarbeiten keine im Inland steuerbaren Lieferungen und Leistungen ergeben h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Unterst&uuml;tzung bei Fertigungs- und Qualit&auml;tsproblemen sei eine beratende T&auml;tigkeit eines Ingenieurs i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG, die die Kl&auml;gerin bereits nach dem Know-how-Vertrag schulde. Die Beratung bei der Beschaffung von Betriebs- und Hilfsstoffen sowie Ersatzteilen sei typische Nebenleistung der Lieferungen der Kl&auml;gerin an die X. Im &Uuml;brigen handele es sich um technische Beratung nach &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG, um Leistungen der Datenverarbeitung i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 4 UStG und um &Uuml;berlassung von Informationen i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 4 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r die X ausgef&uuml;hrten Buchhaltungsleistungen seien demgegen&uuml;ber keine sonstigen Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigter, Wirtschaftspr&uuml;fer, vereidigter Buchpr&uuml;fer oder &auml;hnliche Leistungen anderer Unternehmer i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG. Zwar biete nahezu jeder Steuerberater und Steuerbevollm&auml;chtigte auch Buchf&uuml;hrungsleistungen f&uuml;r seine Mandantschaft an. Es sei jedoch zu ber&uuml;cksichtigen, dass Buchf&uuml;hrungsleistungen nur in seltenen F&auml;llen vom Berufstr&auml;ger selber erbracht w&uuml;rden, sondern &uuml;blicherweise von Angestellten, die &uuml;ber eine Ausbildung als Steuerfachgehilfe oder Bilanzbuchhalter verf&uuml;gten. Ferner sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass nach &sect; 6 Nr. 4 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) das Buchen laufender Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle nicht Steuerberatern vorbehalten sei und in vielen F&auml;llen von angestellten Buchhaltungskr&auml;ften in den Unternehmen oder Firmengruppen selbst ausgef&uuml;hrt werde. Diese Auslegung werde durch den Wortlaut des Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage (Richtlinie 77\/388\/EWG) unterst&uuml;tzt, der nur Berater und Buchpr&uuml;fer erw&auml;hne. Soweit ein Steuerberater im Wesentlichen mechanische Buchf&uuml;hrungst&auml;tigkeiten vornehme, sei er nicht beratend t&auml;tig. Aus &sect; 33 Satz 2 StBerG ergebe sich nichts Abweichendes. Zwar werde vertreten, dass auch die Durchf&uuml;hrung mechanischer Arbeitsg&auml;nge bei der Buchf&uuml;hrung Teil der steuerberatenden T&auml;tigkeit sei. Jedoch handele es sich insoweit um eine Auslegung des deutschen Standesrechts, das f&uuml;r die Auslegung des europarechtlich gepr&auml;gten Umsatzsteuerrechts nicht ma&szlig;geblich sei. Allein der Umstand, dass eine T&auml;tigkeit standesrechtlich zu den zul&auml;ssigen Aufgaben der Steuerberater geh&ouml;re, f&uuml;hre nicht dazu, dass es sich um haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich zum Beruf der Steuerberater geh&ouml;rende T&auml;tigkeiten handele. Nur die grundlegende Einrichtung der Buchf&uuml;hrung, die Bearbeitung schwieriger Einzelfragen und die Auswertung der Buchf&uuml;hrung durch die Erstellung von Jahresabschl&uuml;ssen geh&ouml;rten zu den den Steuerberatern vorbehaltenen Aufgaben. Nur solche T&auml;tigkeiten w&uuml;rden von der Rechtsprechung als f&uuml;r die Zulassung zur Steuerberaterpr&uuml;fung qualifizierend i.S. des &sect; 36 Abs. 3 StBerG angesehen. Erst recht handele es sich nicht um Beratung, wenn Personen, die nicht zu den steuerberatenden Berufen geh&ouml;ren, Buchf&uuml;hrungsarbeiten ausf&uuml;hrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Dienstleistungsvertrag vereinbarte Pauschalpreis sei im Wege der Sch&auml;tzung auf die steuerbaren und nicht steuerbaren Ums&auml;tze aufzuteilen, da es sich nicht um eine einheitliche Gesamtleistung handele. Die Einzelleistungen h&auml;tten f&uuml;r die X jeweils ihren eigenst&auml;ndigen Wert und seien aus deren Sicht nicht untrennbar miteinander verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Beweisaufnahme gelangte das FG zu der &Uuml;berzeugung, dass der zeitliche Umfang der Buchf&uuml;hrungsarbeiten im Streitjahr 36 Stunden und der &uuml;brigen (selbst&auml;ndigen) Leistungen neun Stunden betragen habe. Unter Ber&uuml;cksichtigung des erheblichen Aufwands f&uuml;r die Datenverarbeitung (ca. &#8230; EUR f&uuml;r das Gesamtprojekt ohne Hardware) und dem h&ouml;heren Gehaltsaufwand f&uuml;r die in leitenden Positionen t&auml;tigen Angestellten, sch&auml;tze das FG den Anteil des auf die Buchf&uuml;hrungsarbeiten entfallenden Entgelts auf 50 v.H.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist der Auffassung, dass der Leistungsort der Buchhaltungsleistungen nach &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG i.V.m. mit &sect; 3a Abs. 3 UStG zu bestimmen sei. F&uuml;r den steuerberatenden Beruf habe der Bundesfinanzhof (BFH) wiederholt entschieden, dass zu den berufstypischen Aufgaben eines Steuerberaters die in &sect; 33 StBerG genannten T&auml;tigkeiten geh&ouml;ren, also auch die Hilfeleistung bei der Erf&uuml;llung von Buchf&uuml;hrungspflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch eine richtlinienkonforme Auslegung unter Heranziehung des Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG k&ouml;nne zu keinem anderen Ergebnis f&uuml;hren. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) werde nicht auf die in der Vorschrift genannten Berufe abgestellt. Mit der Verwendung der Berufsgruppen seien lediglich die Arten der von dieser Vorschrift erfassten Leistungen definiert worden. Die ausf&uuml;hrende Person m&uuml;sse nicht den genannten Berufsgruppen angeh&ouml;ren (EuGH-Urteil vom 15. M&auml;rz 2001 C-108\/00, SPI, Slg. 2001, I-2361, BFH\/NV 2001, Beilage 2, 136). Folglich m&uuml;sse es auch ohne Bedeutung sein, ob diese T&auml;tigkeiten ausschlie&szlig;lich von einer Berufsgruppe erbracht werden. Die vom FG vorgenommene Einschr&auml;nkung der typischen Berufsfelder auf sog. Vorbehaltsaufgaben widerspreche deshalb dem Auslegungsverst&auml;ndnis des EuGH. Ebenso d&uuml;rfe nicht zwischen den typischen Aufgabenfeldern nach qualitativen Merkmalen oder danach, ob ein Berufstr&auml;ger diese Arbeiten &uuml;blicherweise selbst oder durch Personal ausf&uuml;hren l&auml;sst, differenziert werden. Dies widerspreche dem Grundgedanken, dass im Abgrenzungsbereich des Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG keine enge Auslegung erfolgen solle (EuGH-Urteil SPI in Slg. 2001, I-2361, BFH\/NV 2001, Beilage 2, 136).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG verwendete Begriff des Beraters stelle einen Oberbegriff dar, der in den nationalen Gesetzen unter Ber&uuml;cksichtigung landestypischer Merkmale spezifiziert werden k&ouml;nne. Dies werde durch die englische und franz&ouml;sische Sprachfassung best&auml;tigt. Der englische Begriff &quot;accountant&quot; sei zu &uuml;bersetzen mit Buchhalter, Rechnungsf&uuml;hrer, Kalkulator und der franz&ouml;sische Begriff &quot;experts comptables&quot; mit Wirtschaftspr&uuml;fer, Buch- und Rechnungspr&uuml;fer. Mit der begrifflichen Ausgestaltung des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG bewege sich das nationale Recht im Rahmen der Richtlinie. Zudem sei eine Begriffsauslegung abweichend von den nationalen Begriffen zum Nachteil des Steuerpflichtigen nicht zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Bedeutung sei, dass Buchhaltungsleistungen nicht nur von den steuerberatenden Berufen, sondern aufgrund von &sect; 6 Nr. 4 StBerG auch von Personen au&szlig;erhalb dieses Berufsstandes erbracht werden d&uuml;rfen. Die Regelung diene allein dem Zweck, diese Aufgaben auch f&uuml;r andere Berufsgruppen zug&auml;nglich zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ausdr&uuml;ckliche Erw&auml;hnung der Hilfeleistung bei der Erf&uuml;llung der Buchf&uuml;hrungspflichten in &sect; 33 Satz 2 StBerG entspreche der Bedeutung des Arbeitsgebietes f&uuml;r Steuerberater. Dies werde durch die berufsst&auml;ndische DATEV sowie dadurch belegt, dass eigene Geb&uuml;hrentatbest&auml;nde und Geb&uuml;hrentabellen existieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine andere Sichtweise sei auch nicht im Hinblick auf die Rechtsprechung zu T&auml;tigkeiten eines Steuerberaters als Testamentsvollstrecker, Nachlass-, Insolvenz-, Zwangs- oder Verm&ouml;gensverwalters gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch komme der Frage, ob die Buchhaltungst&auml;tigkeiten als f&uuml;r die Zulassung zur Steuerberaterpr&uuml;fung qualifizierend i.S. des &sect; 36 Abs. 3 StBerG angesehen werden k&ouml;nnten, keine Bedeutung zu. Nach dieser Vorschrift w&uuml;rden zeitliche und qualitative Mindestanforderungen an die bisherige T&auml;tigkeit f&uuml;r die Berufszulassung gestellt. Dies sei f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Leistungsortbestimmung irrelevant, da es hierf&uuml;r auf das typische (&quot;gesamte&quot;) Aufgabengebiet des Steuerberaters ankomme. In den vom FG zitierten Urteilen (BFH-Urteil vom 7. November 1995 VII R 58\/95, BFHE 178, 524, BStBl II 1996, 331; Urteil des S&auml;chsischen FG vom 12. Mai 2005&nbsp;&nbsp;6 K 1771\/03, juris) sei ausschlie&szlig;lich zu beurteilen gewesen, ob die Wahrnehmung von Buchhaltungsarbeiten als T&auml;tigkeit auf dem Gebiet der Steuern zu qualifizieren sei und nicht, ob diese Aufgabe zu den typischen Aufgaben eines Steuerberaters geh&ouml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit es die Klage abgewiesen hat, und den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2004 vom 21. Mai 2007 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Ums&auml;tze f&uuml;r 2004 um weitere &#8230; EUR vermindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das mechanische Buchen von Belegen z&auml;hle nicht zu den haupts&auml;chlichen und gew&ouml;hnlichen T&auml;tigkeiten eines Steuerberaters. Vorgenannte T&auml;tigkeiten dienten nicht dem Zweck der steuerlichen Beratung. Gem&auml;&szlig; &sect; 33 StBerG h&auml;tten Steuerberater die Aufgabe, ihre Auftraggeber in Steuersachen zu beraten, zu vertreten, ihnen bei der Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten und bei der Erf&uuml;llung ihrer steuerlichen Pflichten Hilfe zu leisten. Nur solche Leistungen w&uuml;rden von der Rechtsprechung als f&uuml;r die Zulassung zur Steuerberaterpr&uuml;fung qualifizierend i.S. des &sect; 36 Abs. 3 StBerG angesehen (BFH-Urteil in BFHE 178, 524, BStBl II 1996, 331). Die pr&auml;genden Leistungen eines Steuerberaters best&uuml;nden danach in der steuerlichen Beratung. F&uuml;r routinem&auml;&szlig;ige Buchungsaufgaben seien keine steuerlichen Beratungsleistungen erforderlich. Buchungsaufgaben seien dem Steuerberater nicht fremd, aber sie seien keine die Steuerberatung in besonderer Weise charakterisierende T&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Das FG geht zutreffend davon aus, dass die Kl&auml;gerin mit den streitigen Buchhaltungsleistungen im Inland steuerbare Leistungen i.S. des &sect; 3a Abs. 1 UStG erbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG unterliegen der Umsatzsteuer Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat mit den Buchhaltungsleistungen sonstige Leistungen i.S. des &sect; 3 Abs. 9 UStG erbracht. Insbesondere hat das FG die Buchhaltungsleistungen zu Recht als selbst&auml;ndige Leistung beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jede Dienstleistung ist in der Regel als eigene, selbst&auml;ndige Leistung zu betrachten; andererseits darf aber eine wirtschaftlich einheitliche Dienstleistung nicht k&uuml;nstlich aufgespalten werden (z.B. EuGH-Urteil vom 25. Februar 1999 C-349\/96, Card Protection Plan Ltd., Slg. 1999, I-973, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 1999, 157 Rdnrn. 29 ff.; BFH-Urteil vom 2. M&auml;rz 2006 V R 25\/03, BFHE 213, 134, BStBl II 2006, 788, unter II.2.a bb). Nach dem Wesen des fraglichen Umsatzes ist zu ermitteln und festzustellen, ob eine einheitliche Leistung oder mehrere Leistungen vorliegen. Die hierbei erforderliche Gesamtbetrachtung ist im Wesentlichen das Ergebnis einer tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung durch das FG, die den BFH grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindet (BFH-Urteil vom 13. Januar 2011 V R 63\/09, BFHE 233, 64, BStBl II 2011, 461, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat den Sachverhalt dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die Einzelleistungen trotz des einheitlichen Entgelts aus Sicht der Leistungsempf&auml;ngerin jeweils ihren eigenst&auml;ndigen Wert behalten h&auml;tten und nicht untrennbar miteinander verbunden seien. Diese W&uuml;rdigung ist aufgrund der tats&auml;chlichen Feststellungen, die nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffen werden, m&ouml;glich und verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch gegen Erfahrungss&auml;tze (&sect; 118 Abs. 2 FGO). Sie bindet den Senat daher.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine von &sect; 3a Abs. 1 UStG abweichende Ortsbestimmung nach &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG hat das FG zu Recht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 3a Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 UStG werden u.a. die sonstigen Leistungen aus der T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt, Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigter, Wirtschaftspr&uuml;fer und vereidigter Buchpr&uuml;fer sowie &auml;hnliche Leistungen anderer Unternehmer, insbesondere die rechtliche, wirtschaftliche und technische Beratung, sofern deren Empf&auml;nger ein Unternehmer ist, dort ausgef&uuml;hrt, wo der Empf&auml;nger sein Unternehmen betreibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Norm dient der Umsetzung von Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG. Abweichend von der Grundregel des Leistungsortes f&uuml;r sonstige Leistungen in Abs. 1 gilt danach als Ort der Leistungen von Beratern, Ingenieuren, Studienb&uuml;ros, Anw&auml;lten, Buchpr&uuml;fern und sonstigen &auml;hnlichen Leistungen der Ort, an dem der Empf&auml;nger den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit oder eine feste Niederlassung hat, f&uuml;r welche die Dienstleistung erbracht worden ist, oder in Ermangelung eines solchen Sitzes oder einer solchen Niederlassung sein Wohnort oder sein &uuml;blicher Aufenthaltsort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG bezieht sich nach der Rechtsprechung des EuGH nicht auf Berufe wie Anwalt, Berater, Buchpr&uuml;fer oder Ingenieur, sondern auf Leistungen. Der Unionsgesetzgeber habe nicht s&auml;mtliche T&auml;tigkeiten, sondern nur die haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich zu diesem Beruf geh&ouml;renden Leistungen erfassen wollen. Entscheidend sei deshalb, ob die betreffenden Leistungen zu den Leistungen geh&ouml;ren, die haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich im Rahmen der in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG angef&uuml;hrten Berufe erbracht werden (EuGH-Urteile vom 7. Oktober 2010 C-222\/09, Kronospan, BFH\/NV 2010, 2377 Rdnr. 19; vom 6. Dezember 2007 C-401\/06, Kommission Deutschland, Slg. 2007, I-10609 Rdnrn. 31 und 33; vom 16. September 1997 C-145\/96, Hoffmann, Slg. 1997, I-4857 Rdnrn. 16 und 17; vom 27. Oktober 05 C-41\/04, Levob, Slg. 2005, I-9433, BFH\/NV Beilage 2006, 38 Rdnr. 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Unionsgesetzgeber zieht die in dieser Bestimmung aufgef&uuml;hrten Berufe heran, um die dort angesprochenen Arten von Leistungen zu definieren. Die Worte &quot;sonstige &auml;hnliche Leistungen&quot; beziehen sich daher nicht auf ein Element, das den in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG aufgef&uuml;hrten unterschiedlichen T&auml;tigkeiten gemeinsam ist, sondern auf Leistungen, die irgendeiner dieser T&auml;tigkeiten, gesondert betrachtet, &auml;hnlich sind. Eine Leistung ist dann einer in dieser Vorschrift aufgef&uuml;hrten T&auml;tigkeit &auml;hnlich, wenn beide T&auml;tigkeiten dem gleichen Zweck dienen (z.B. EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland in Slg. 2007, I-10609 Rdnr. 31, m.w.N.). Dieser Rechtsprechung hat sich der Senat f&uuml;r die Auslegung des &sect; 3a Abs. 3 und Abs. 4 UStG angeschlossen (vgl. BFH-Urteile vom 5. Juni 2003 V R 25\/02, BFHE 202, 191, BStBl II 2003, 734, unter II.2.b; vom 3. April 2008 V R 62\/05, BFHE 221, 433, BStBl II 2008, 900, unter II.1.b; vom 18. Juni 2009 V R 57\/07, BFHE 226, 374, BStBl II 2010, 83, unter II.2.b; vom 10. November 2010 V R 40\/09, BFH\/NV 2011, 1026, unter II.2.b; in BFHE 233, 64, BStBl II 2011, 461, unter II.2.b aa; in BFHE 221, 433, BStBl II 2008, 900, unter II.2.). Soweit der Senat zur Beschreibung der T&auml;tigkeiten der in &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG genannten Berufe die T&auml;tigkeitsbeschreibung in der nationalen Berufsordnung erw&auml;hnt hat, kommt dem Inhalt der nationalen Berufsordnungen keine entscheidende Bedeutung zu; unerheblich ist insbesondere, ob und inwieweit eine nationale berufsrechtliche Regelung die &Uuml;bernahme einer erg&auml;nzenden oder zus&auml;tzlichen T&auml;tigkeit erlaubt oder ihr nicht entgegensteht (Klarstellung zu BFH-Urteilen in BFHE 202, 191, BStBl II 2003, 734, unter II.3., und in BFHE 221, 433, BStBl II 2008, 900, unter II.3.c). Es kann daher dahinstehen, ob das in &sect; 33 StBerG beschriebene Berufsbild auch die streitigen Leistungen umfasst bzw. ob sich aus &sect; 6 Nr. 4 StBerG oder &sect; 36 StBerG insoweit eine Einschr&auml;nkung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zu Recht entschieden, dass es sich bei den im Streitfall zu beurteilenden Buchhaltungsleistungen nicht um solche handelt, die haupts&auml;chlich und gew&ouml;hnlich zu den in &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG bzw. in Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG genannten Berufen geh&ouml;ren. Sie stellen auch keine &quot;&auml;hnlichen Leistungen&quot; dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sowohl das Erfassen und Kontieren von Belegen als auch die Vorbereitung der Abschlussarbeiten stellen &#8211;anders als das Einrichten der Buchf&uuml;hrung und die Aufstellung des Jahresabschlusses selbst&#8211; routinem&auml;&szlig;ige Verwaltungsarbeiten dar, die im Regelfall nicht durch besondere rechtliche Erw&auml;gungen gepr&auml;gt sind, sondern durch einen bereits vorgegebenen Kontenrahmen bestimmt werden. Die zugrunde liegenden Sachverhalte sind &uuml;berwiegend einfach gelagert und wiederholen sich im Laufe der Zeit st&auml;ndig in gleicher Weise. Die hierf&uuml;r notwendigen Kenntnisse werden regelm&auml;&szlig;ig im Rahmen einer kaufm&auml;nnischen Ausbildung vermittelt und pr&auml;gen das Berufsbild eines Kaufmanns.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kenntnisse auf diesem Gebiet sind zwar auch f&uuml;r Steuerberater, Wirtschaftspr&uuml;fer und Buchpr&uuml;fer i.S. von &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG bzw. Buchpr&uuml;fer i.S. von Art. 9 Abs. 2 Buchst. e dritter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG (vgl. z.B. auch &quot;accountants&quot; in der englischen und niederl&auml;ndischen Sprachfassung, &quot;experts comptables&quot; in der franz&ouml;sischen Sprachfassung, &quot;periti contabili&quot; in der italienischen Sprachfassung und &quot;expertos contables&quot; in der spanischen Sprachfassung) erforderlich, da das Erfassen und Kontieren von Belegen und die Vorbereitung der Abschlussarbeiten eine Grundlage f&uuml;r deren T&auml;tigkeit bilden. Berufstypisch sind diese Arbeiten jedoch nicht. Es handelt sich vielmehr um typische Vorbereitungsarbeiten, die regelm&auml;&szlig;ig durch andere Berufsgruppen erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es handelt sich daher auch nicht um &quot;sonstige &auml;hnliche Leistungen&quot; i.S. des &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG. Damit sind nur Leistungen gemeint, die irgendeiner der in dieser Vorschrift ausdr&uuml;cklich aufgef&uuml;hrten T&auml;tigkeiten &auml;hnlich sind. Das ist nur dann der Fall, wenn beide T&auml;tigkeiten dem gleichen Zweck dienen (vgl. EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland in Slg. 2007, I-10609 Rdnr. 31, m.w.N.). Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sch&auml;tzung des FG zur H&ouml;he des auf die Buchhaltungsleistungen entfallenden Entgelts ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sch&auml;tzung geh&ouml;rt zu den tats&auml;chlichen Feststellungen i.S. des &sect; 118 Abs. 2 FGO. Der BFH kann sie nur darauf &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie zul&auml;ssig war, ob sie verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen ist, und ob das FG anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze beachtet hat, d.h. ob das Ergebnis der Sch&auml;tzung schl&uuml;ssig und plausibel ist (vgl. BFH-Urteil vom 17. Oktober 2001 I R 103\/00, BFHE 197, 68, BStBl II 2004, 171).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ergibt sich die Sch&auml;tzungsbefugnis aus &sect; 162 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung, da die Kl&auml;gerin keine ausreichenden Aufkl&auml;rungen &uuml;ber die Verteilung des pauschalen Entgelts auf die einzelnen Leistungen zu geben vermag. Bei der Sch&auml;tzung der H&ouml;he nach hat sich das FG am zeitlichen, finanziellen und personellen Aufwand orientiert, der mit der Erbringung der jeweiligen Leistungen verbunden war. Dies l&auml;sst weder Verfahrensfehler erkennen noch ist dies unschl&uuml;ssig oder unplausibel. Im &Uuml;brigen besteht hier&uuml;ber zwischen den Parteien auch kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, V R 20\/11 Ort der sonstigen Leistung bei Buchhaltungst&auml;tigkeiten &#8211; Bedeutung der nationalen Berufsordnungen i.R. von &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, ob an einen im Drittland ans&auml;ssigen Unternehmer erbrachte Buchhaltungsleistungen im Inland ausgef&uuml;hrt werden. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine juristische &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-20-11-ort-der-sonstigen-leistung-bei-buchhaltungstaetigkeiten-bedeutung-der-nationalen-berufsordnungen-ir-von-par-3a-abs-4-nr-3-ustg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;20\/11 &#8211; Ort der sonstigen Leistung bei Buchhaltungst&auml;tigkeiten &#8211; Bedeutung der nationalen Berufsordnungen i.R. von &sect; 3a Abs. 4 Nr. 3 UStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6521\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}