{"id":6522,"date":"2012-11-30T21:51:34","date_gmt":"2012-11-30T19:51:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6522"},"modified":"2012-11-30T21:51:34","modified_gmt":"2012-11-30T19:51:34","slug":"iii-r-67-09-verfassungsmaessigkeit-der-beschraenkten-abziehbarkeit-von-kinderbetreuungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-67-09-verfassungsmaessigkeit-der-beschraenkten-abziehbarkeit-von-kinderbetreuungskosten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;67\/09 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der beschr&auml;nkten Abziehbarkeit von Kinderbetreuungskosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 67\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der beschr&auml;nkten Abziehbarkeit von Kinderbetreuungskosten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die in &sect;&sect; 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG i.d.F. des Gesetzes zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26. April 2006 (BGBl I 2006, 1091) enthaltene Beschr&auml;nkung des Abzugs erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten auf zwei Drittel der Aufwendungen und einen H&ouml;chstbetrag von 4.000 EUR je Kind verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das Grundgesetz.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr 2006 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger war ganzj&auml;hrig nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Die Kl&auml;gerin war teilweise berufst&auml;tig, in den Monaten M&auml;rz bis Juli 2006 befand sie sich in Mutterschutz. Im Haushalt der Eheleute lebten zwei Kinder, n&auml;mlich die im April des Streitjahres geborene gemeinsame Tochter und der 2001 geborene Sohn (S) des Kl&auml;gers, der aus einer fr&uuml;heren Beziehung zu einer anderen Frau stammt. S besuchte einen Kindergarten. Dem Kl&auml;ger erwuchsen daraus Betreuungskosten in H&ouml;he von 837 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Festsetzung der Einkommensteuer ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten in H&ouml;he von zwei Dritteln der get&auml;tigten Aufwendungen (558 EUR). Dem Begehren der Kl&auml;ger, die Betreuungskosten in voller H&ouml;he wie Werbungskosten abzuziehen, entsprachen weder das FA noch das Finanzgericht (FG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision machen sie weiterhin geltend, dass der volle Abzug der erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten verfassungsrechtlich geboten sei. Die in &sect; 9 Abs. 5 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) i.V.m. &sect; 4f Satz 1 EStG vorgesehene doppelte Einschr&auml;nkung der Abziehbarkeit auf zwei Drittel der Aufwendungen und einen H&ouml;chstbetrag von 4.000 EUR sei weder durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt noch mit dem objektiven Nettoprinzip in Einklang zu bringen. Der Tatbestand des &sect; 4f EStG sei richtigerweise als ein durch das objektive Nettoprinzip gebotener Abzug von Erwerbsaufwendungen zu verstehen. Daher m&uuml;ssten die tats&auml;chlichen Kosten in voller H&ouml;he abzugsf&auml;hig sein, ohne dass es auf ihre Notwendigkeit oder Angemessenheit ankomme. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) habe die um die zumutbare Eigenbelastung gek&uuml;rzte Abziehbarkeit der Betreuungskosten als verfassungswidrig beurteilt. Demzufolge sei auch die K&uuml;rzung um ein Drittel verfassungswidrig. Diese Abzugsbeschr&auml;nkung k&ouml;nne nicht mit der privaten Mitveranlassung der Betreuungskosten gerechtfertigt werden. Ohne die aufwandsbegr&uuml;ndende Kinderbetreuung sei die Einkunftserzielung n&auml;mlich &uuml;berhaupt nicht m&ouml;glich. Die Kosten seien also ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst und in der H&ouml;he angemessen. Mit der Einschr&auml;nkung der Abziehbarkeit w&uuml;rden also nicht lediglich Kosten ausgeschieden, die nicht notwendig oder nicht realit&auml;tsgerecht seien. Daher sei &sect; 4f Satz 1 EStG verfassungskonform dahin auszulegen, dass der erwerbst&auml;tige Steuerpflichtige die Kinderbetreuungskosten in voller H&ouml;he geltend machen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 28. August 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29. Mai 2009 dahin abzu&auml;ndern, dass weitere Kinderbetreuungskosten in H&ouml;he von 279 EUR wie Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach &sect; 4f Satz 1 EStG k&ouml;nnen unter anderem bei Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Aufwendungen f&uuml;r Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen geh&ouml;renden Kindes i.S. des &sect; 32 Abs. 1 EStG, die wegen Erwerbst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen anfallen, in H&ouml;he von zwei Dritteln der Aufwendungen, h&ouml;chstens 4.000 EUR je Kind, bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbst&auml;ndiger Arbeit wie Betriebsausgaben abgezogen werden. Nach &sect; 9 Abs. 5 Satz 1 EStG gilt &sect; 4f EStG sinngem&auml;&szlig;. Daraus folgt, dass erwerbsbedingte Betreuungskosten unter den dort genannten Voraussetzungen auch bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit wie Werbungskosten abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwischen den Beteiligten ist zu Recht unstreitig, dass das FG den Abzug der erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten rechtsfehlerfrei ber&uuml;cksichtigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat ist nicht davon &uuml;berzeugt, dass die mit dem Gesetz zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26. April 2006 (BGBl I 2006, 1091) eingef&uuml;hrten Vorschriften der &sect;&sect; 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG mit der darin enthaltenen Beschr&auml;nkung des Abzugs erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten verfassungswidrig sind. Eine Aussetzung des Verfahrens und die Vorlage an das BVerfG gem&auml;&szlig; Art. 100 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) kommt daher nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das BVerfG hat mit Beschluss vom 16. M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2 BvL 7\/00 (BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622, betr. K&uuml;rzung der Kinderbetreuungskosten Alleinerziehender 1997 bis 1999 um eine zumutbare Belastung) entschieden, dass die durch erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten entstandene tats&auml;chliche Minderung der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit zu ber&uuml;cksichtigen sei. Dem Gesetzgeber werde freigestellt, ob er den Abzug wegen der Veranlassung durch die Erwerbst&auml;tigkeit den Werbungskosten und Betriebsausgaben zuordne oder als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung erlaube. Die erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten m&uuml;ssten als zwangsl&auml;ufige Aufwendungen der grundrechtlich gesch&uuml;tzten privaten Lebensf&uuml;hrung grunds&auml;tzlich in realit&auml;tsgerechter H&ouml;he abziehbar sein. Der Gesetzgeber k&ouml;nne aber mit einer sachgerechten Pauschalierung eine Obergrenze festlegen und damit bestimmen, wieweit die dem Grunde nach zwangsl&auml;ufigen Kinderbetreuungskosten im typischen Fall auch der H&ouml;he nach zwangsl&auml;ufig seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem weiteren Beschluss vom 20. Oktober 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 2064\/08 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2011, 208) hat das BVerfG die Begrenzung der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung erwerbsbedingten Betreuungsaufwands f&uuml;r Kinder nach &sect; 33c EStG i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074) &#8211;EStG a.F.&#8211; f&uuml;r verfassungsgem&auml;&szlig; erachtet. Die in &sect; 33c EStG a.F. enthaltene Regelung, nach der Kinderbetreuungskosten nur insoweit ber&uuml;cksichtigt werden, als sie je Kind bei zusammenlebenden, beiderseitig berufst&auml;tigen Elternteilen den Betrag von 1.548 EUR und bei nicht zusammenlebenden Elternteilen den Betrag von 774 EUR je Elternteil &uuml;bersteigen, sei verfassungsgem&auml;&szlig;. Denn hiermit werde lediglich eine doppelte steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Betreuungsaufwand durch den Betreuungsfreibetrag des &sect; 32 Abs. 6 EStG und &sect; 33c EStG a.F. ausgeschlossen. Auch die Begrenzung auf einen H&ouml;chstbetrag von 1.500 EUR je Kind versto&szlig;e nicht gegen das GG, weil der Gesetzgeber zu einer sachgerechten Pauschalierung berechtigt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind &sect; 4f EStG und &sect; 9 Abs. 5 Satz 1 EStG &#8211;soweit dort die sinngem&auml;&szlig;e Anwendung des &sect; 4f EStG angeordnet wird&#8211; im Zusammenspiel mit dem Freibetrag f&uuml;r den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf &#8211;BEA-Freibetrag&#8211; (&sect; 32 Abs. 6 EStG) verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BEA-Freibetrag von 1.080 EUR je Kind und Elternteil deckt sowohl Betreuungsleistungen der Eltern selbst als auch Betreuungsleistungen Dritter ab (BVerfG-Beschluss in HFR 2011, 208; Urteile des Bundesfinanzhofs vom 29. Mai 2008 III R 108\/07, BFH\/NV 2008, 1822, m.w.N.; vom 23. April 2009 VI R 60\/06, BFHE 225, 28, BStBl II 2010, 267). Der Betreuungsbedarf muss als notwendiger Teil des famili&auml;ren Existenzminimums einkommensteuerlich stets unbelastet bleiben, ohne dass danach unterschieden werden d&uuml;rfte, in welcher Weise dieser Bedarf gedeckt wird. Damit ist zugleich ausgesagt, dass nicht nur der Eigenbetreuungsbedarf, sondern auch tats&auml;chlich angefallener Fremdbetreuungsbedarf von der Entlastungswirkung des BEA-Freibetrags erfasst wird und zur Vermeidung einer doppelten Aufwandsber&uuml;cksichtigung &#8211;durch den Freibetrag einerseits und den Abzug gem&auml;&szlig; &sect; 4f EStG andererseits&#8211; die Entlastungswirkung beider Regelungen zur Beantwortung der Frage, ob das einfache Recht den realit&auml;tsgerechten Abzug erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten sicherstellt, zusammenzurechnen sind (vgl. BVerfG-Beschluss in HFR 2011, 208; gegen die &quot;Anrechnung&quot; des BEA-Freibetrags z.B. H&ouml;lzer, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2008, 2145; Jachmann, Finanz-Rundschau 2010, 123). Das gem&auml;&szlig; &sect; 4f Satz 1 EStG nicht abziehbare Drittel der Aufwendungen entspricht der Sache nach dem fr&uuml;heren Sockelbetrag des &sect; 33c EStG a.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zusammenlebende, beiderseits erwerbst&auml;tige Eltern, denen Kinderbetreuungskosten erwachsen, wurden danach im Veranlagungszeitraum 2006 pro Kind bis zu einer H&ouml;he von 6.160 EUR entlastet: Der BEA-Freibetrag betr&auml;gt je Elternteil und Kind 1.080 EUR, zusammen 2.160 EUR. Hinzu kommt der Abzug gem&auml;&szlig; &sect; 4f EStG mit einem H&ouml;chstbetrag von 4.000 EUR je Kind, der bei der gesetzlich vorgesehenen Beschr&auml;nkung auf zwei Drittel der Aufwendungen bei Betreuungskosten von 6.000 EUR und mehr erreicht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts der Tatsache, dass das BVerfG die weit ung&uuml;nstigeren Abzugsm&ouml;glichkeiten nach &sect; 33c EStG a.F. als verfassungskonform erachtet hat (BVerfG-Beschluss in HFR 2011, 208), spricht nichts daf&uuml;r, dass die vom Gesetzgeber im Jahr 2006 gew&auml;hrte steuerliche Entlastung bei typisierender Betrachtung nicht ausreichend w&auml;re, um die notwendigen Kinderbetreuungskosten zu decken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die von der Revision vertretene Auffassung, die erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten seien ab dem Inkrafttreten der &sect;&sect; 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zu qualifizieren, die daher ohne Versto&szlig; gegen das objektive Nettoprinzip nur in voller H&ouml;he zum Abzug zugelassen werden k&ouml;nnten, rechtfertigt keine abweichende verfassungsrechtliche W&uuml;rdigung. Das BVerfG hat seine Anforderungen zum Abzug erwerbsbedingter Betreuungskosten unabh&auml;ngig von der einfach-rechtlichen Ausgestaltung des Abzugs erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten formuliert und darauf hingewiesen, dass dem Gesetzgeber die einfach-rechtliche Zuordnung grunds&auml;tzlich freisteht (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622). Es muss vorliegend somit nicht entschieden werden, ob der Gesetzgeber mit &sect;&sect; 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG die Aufwendungen angesichts des Gesetzeswortlauts &quot;wie Betriebsausgaben&quot; und der dem Nettoprinzip fremden Abzugsbeschr&auml;nkungen &uuml;berhaupt als &quot;normalen&quot; Erwerbsaufwand qualifiziert wissen wollte. Jedenfalls w&auml;ren auch bei einer Zuordnung zu den Erwerbsaufwendungen die gesetzlichen Abzugsbeschr&auml;nkungen, insbesondere eine Obergrenze (vgl. Hey, NJW 2006, 2001, 2004), verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, weil ein Abzug in realit&auml;tsgerechter H&ouml;he gew&auml;hrleistet ist und der Gesetzgeber die doppelte steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Betreuungsaufwands versagen darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 67\/09 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der beschr&auml;nkten Abziehbarkeit von Kinderbetreuungskosten Leits&auml;tze Die in &sect;&sect; 4f und 9 Abs. 5 Satz 1 EStG i.d.F. des Gesetzes zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26. 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