{"id":6527,"date":"2012-11-30T16:08:12","date_gmt":"2012-11-30T14:08:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6527"},"modified":"2012-11-30T16:08:12","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:12","slug":"iv-r-19-08-schuldzinsenabzug-bei-auf-ein-kontokorrentkonto-ausgezahltem-investitionsdarlehen-finanzierungszusammenhang-zwischen-auszahlung-der-darlehensmittel-und-bezahlung-der-wirtschaftsgueter-anwen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-19-08-schuldzinsenabzug-bei-auf-ein-kontokorrentkonto-ausgezahltem-investitionsdarlehen-finanzierungszusammenhang-zwischen-auszahlung-der-darlehensmittel-und-bezahlung-der-wirtschaftsgueter-anwen\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;19\/08 &#8211; Schuldzinsenabzug bei auf ein Kontokorrentkonto ausgezahltem Investitionsdarlehen &#8211; Finanzierungszusammenhang zwischen Auszahlung der Darlehensmittel und Bezahlung der Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG &#8211; Aufteilung und Zuordnung betrieblicher Kontokorrentzinsen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 19\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Schuldzinsenabzug bei auf ein Kontokorrentkonto ausgezahltem Investitionsdarlehen &#8211; Finanzierungszusammenhang zwischen Auszahlung der Darlehensmittel und Bezahlung der Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG &#8211; Aufteilung und Zuordnung betrieblicher Kontokorrentzinsen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ob Schuldzinsen i.S. des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG f&uuml;r Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungskosten oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens vorliegen, bestimmt sich ausschlie&szlig;lich nach der tats&auml;chlichen Verwendung der Darlehensmittel.<\/p>\n<p>2. Es wird unwiderlegbar vermutet, dass auf ein Kontokorrentkonto ausgezahlte Darlehensmittel zur Finanzierung solcher Anschaffungskosten oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens verwendet wurden, die innerhalb von 30 Tagen vor oder nach Auszahlung der Darlehensmittel tats&auml;chlich &uuml;ber das entsprechende Kontokorrentkonto finanziert wurden. Betr&auml;gt der Zeitraum mehr als 30 Tage, muss der Steuerpflichtige den erforderlichen Finanzierungszusammenhang zwischen Auszahlung der Darlehensmittel und Bezahlung der Wirtschaftsg&uuml;ter nachweisen.<\/p>\n<p>3. Die Finanzierung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens durch Belastung des Kontokorrentkontos reicht aus, um die dadurch veranlassten Schuldzinsen von der &Uuml;berentnahmeregelung auszunehmen (entgegen Tz. 27 des BMF-Schreibens vom 17. November 2005, BStBl I 2005, 1019).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine KG. Ihr Gewinn im Streitjahr 2002 wurde zun&auml;chst mit Bescheid vom 7. August 2003 gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 1 der Abgabenordnung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2002 durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung stellte der Pr&uuml;fer u.a. fest, dass die Kl&auml;gerin am 12. November 2001, am 22. Februar 2002 und am 16. April 2002 bei der Sparkasse D drei Darlehen &uuml;ber insgesamt 355.000 EUR aus KfW-Mittelstandsprogrammen aufgenommen hatte. Die f&uuml;r die Darlehen im Streitjahr aufgewendeten Schuldzinsen waren als Betriebsausgaben verbucht worden. Der Pr&uuml;fer kam zu dem Ergebnis, dass die Darlehen nicht als nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) beg&uuml;nstigte Investitionsdarlehen zu behandeln seien, da der in Tz. 27 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 22. Mai 2000 IV C 2 -S 2144- 60\/00 (BStBl I 2000, 588) i.d.F. des BMF-Schreibens vom 28. M&auml;rz 2001 IV A 6 -S 2144- 34\/01 (BStBl I 2001, 245) geforderte enge zeitliche und betragsm&auml;&szlig;ige Zusammenhang mit Investitionen in Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens nicht festgestellt werden k&ouml;nne. Die Darlehensmittel seien auf das Kontokorrentkonto bei der Sparkasse D ausgezahlt und f&uuml;r laufende Betriebsmittel verbraucht worden. Die nach &sect; 4 Abs. 4a EStG nicht abziehbaren Schuldzinsen ermittelte der Pr&uuml;fer unter Ber&uuml;cksichtigung aller &Uuml;ber- und Unterentnahmen in den Jahren 1999 bis 2002 f&uuml;r das Streitjahr 2002 mit 12.903 EUR und rechnete sie nach &sect; 4 Abs. 4a EStG dem Gewinn hinzu, so dass sich f&uuml;r das Streitjahr 2002 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 259.779,02 EUR ergaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Feststellungen der Betriebspr&uuml;fung folgend erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unter dem 30. November 2004 auch f&uuml;r das Streitjahr 2002 einen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies er durch Einspruchsentscheidung vom 6. Juli 2005 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage der Kl&auml;gerin mit Urteil vom 2. April 2008 als unbegr&uuml;ndet ab (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2008, 1270).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG und f&uuml;hrt zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den KfW-Darlehen handele es sich um zweckgebundene Darlehen. Sie seien zur Schaffung von Voll- und Teilzeitarbeitspl&auml;tzen sowie f&uuml;r die Anschaffung diverser Maschinen und Ger&auml;te gew&auml;hrt worden. F&uuml;r die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen zwangsl&auml;ufig erforderliche Investitionen k&ouml;nnten nicht innerhalb der von der Verwaltung in Tz. 27 des BMF-Schreibens vom 17. November 2005 IV B 2 -S 2144- 50\/05 (BStBl I 2005, 1019) vorgegebenen 30-Tage-Frist erfolgen. Dem FG sei exemplarisch die Investitionsplanung der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 2002 vorgelegt worden. Aus dieser erg&auml;ben sich f&uuml;r jenes Jahr geplante Investitionen in H&ouml;he von 290.000 EUR. Den handschriftlichen Erg&auml;nzungen sei zu entnehmen, dass verschiedene dieser Investitionen in der Zeit vom 18. Februar bis zum 3. September 2002 get&auml;tigt worden seien. Zudem seien auch andere als die urspr&uuml;nglich geplanten Investitionen und ebenso nicht dem Anlageverm&ouml;gen zuzuordnende Investitionen get&auml;tigt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie sich aus der der Revisionsbegr&uuml;ndung beigef&uuml;gten Investitionszusammenstellung der Jahre 2001 und 2002 ergebe, k&ouml;nnten selbst unter Ber&uuml;cksichtigung des 30-Tage-Zeitraums Darlehensmittel aus den KfW-Darlehen in H&ouml;he von 71.290,23 EUR beg&uuml;nstigten Investitionen i.S. des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG zugeordnet werden. Ber&uuml;cksichtige man die in der Praxis &uuml;bliche Vorlaufzeit von 90 Tagen und eine Nachlaufzeit von 30 Tagen, ergebe sich sogar ein Betrag von 161.389,20 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die bisherigen Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine Pr&uuml;fung, ob und ggf. in welcher H&ouml;he der Kl&auml;gerin entstandene Schuldzinsen nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG privilegiert sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Schuldzinsen sind als Betriebsausgaben nur abziehbar, wenn sie betrieblich veranlasst sind (&sect; 4 Abs. 4 EStG) und ihr Abzug nicht im Hinblick auf &Uuml;berentnahmen nach &sect; 4 Abs. 4a EStG eingeschr&auml;nkt ist. Die steuerliche Abziehbarkeit von Schuldzinsen ist danach zweistufig zu pr&uuml;fen. In einem ersten Schritt ist zu kl&auml;ren, ob und inwieweit Schuldzinsen &uuml;berhaupt zu den betrieblich veranlassten Aufwendungen geh&ouml;ren. Danach ist in einem zweiten Schritt zu pr&uuml;fen, ob der Betriebsausgabenabzug im Hinblick auf &Uuml;berentnahmen durch &sect; 4 Abs. 4a EStG eingeschr&auml;nkt ist (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. September 2005 X R 46\/04, BFHE 211, 238, BStBl II 2006, 125, und vom 3. M&auml;rz 2011 IV R 53\/07, BFHE 233, 127, BStBl II 2011, 688). Eine Ausnahme von der Abzugsbeschr&auml;nkung sieht der Gesetzgeber lediglich in &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG vor. Nach dieser Vorschrift bleibt der Abzug von Schuldzinsen f&uuml;r Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens unber&uuml;hrt. Ihr Abzug ist also unbeschr&auml;nkt m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ob Schuldzinsen i.S. des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG f&uuml;r Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens vorliegen, bestimmt sich ausschlie&szlig;lich nach der tats&auml;chlichen Verwendung der Darlehensmittel. Auf die Mittelverwendungsabsicht des Darlehensnehmers oder eine der Darlehensvereinbarung zu Grunde liegende Zweckbindung des Darlehens kommt es demgegen&uuml;ber nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG privilegiert der Gesetzgeber Aufwendungen f&uuml;r betriebliche Investitionen in Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens. Solche Investitionen sollen durch die Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect; 4 Abs. 4a EStG nicht behindert werden (vgl. BFH-Urteil vom 23. M&auml;rz 2011 X R 28\/09, BFHE 233, 404, BStBl II 2011, 753). Privilegiert wird damit nicht die Aufnahme des &#8211;ggf. auch zweckgebundenen&#8211; Darlehens, sondern erst die tats&auml;chliche Verwendung der Darlehensmittel f&uuml;r die beg&uuml;nstigte Investition, d.h. f&uuml;r die Anschaffung bzw. Herstellung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens. Der erforderliche Zurechnungszusammenhang zwischen dem finanzierten Wirtschaftsgut und der Kreditaufnahme wird also &#8211;ebenso wie bei der Zuordnung von Wirtschaftsg&uuml;tern zur Erwerbs- oder zur Privatsph&auml;re (vgl. hierzu z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88, BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817)&#8211; nicht bereits durch eine entsprechende willentliche Zuordnung durch den Steuerpflichtigen, sondern erst durch die tats&auml;chliche Verwendung der Darlehensmittel zur Finanzierung des Wirtschaftsguts hergestellt. Das steuerrechtliche Schicksal von Schuldzinsen h&auml;ngt allein von der tats&auml;chlichen Verwendung der Darlehensmittel ab; nur diese ist der Besteuerung zu Grunde zu legen (vgl. z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 8. Dezember 1997 GrS 1-2\/95, BFHE 184, 7, BStBl II 1998, 193, und BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 22\/10, BFH\/NV 2012, 14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Feststellung, wof&uuml;r ein Darlehen im Einzelfall tats&auml;chlich verwendet wurde, obliegt dem FG als Tatsacheninstanz. Die objektive Beweislast (Feststellungslast) f&uuml;r das Vorliegen des erforderlichen Zurechnungszusammenhangs als Voraussetzung f&uuml;r die steuermindernde Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Schuldzinsen trifft den Steuerpflichtigen (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2012, 14, und vom 17. Dezember 2003 XI R 19\/01, BFH\/NV 2004, 1277).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im vorliegenden Fall wurden die Darlehensmittel aus den drei KfW-Darlehen nicht auf ein gesondertes Konto, auf das bis zu ihrem vollst&auml;ndigen Verbrauch keine weiteren Zahlungseing&auml;nge erfolgt sind, sondern auf das Kontokorrentkonto der Kl&auml;gerin bei der Sparkasse D &uuml;berwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werden Darlehensmittel zun&auml;chst auf ein betriebliches Kontokorrentkonto &uuml;berwiesen, von dem sodann die Anlageg&uuml;ter bezahlt werden, oder wird zun&auml;chst das Kontokorrentkonto belastet und anschlie&szlig;end eine Umschuldung in ein langfristiges Darlehen vorgenommen, kann nach Auffassung der Finanzverwaltung ein Finanzierungszusammenhang zur Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens nur angenommen werden, wenn ein enger zeitlicher und betragsm&auml;&szlig;iger Zusammenhang zwischen der Belastung auf dem Kontokorrentkonto und der Darlehensaufnahme besteht. Einen engen zeitlichen Zusammenhang nimmt die Finanzverwaltung dabei nur an, wenn zwischen der &Uuml;berweisung der Darlehensmittel auf das Konto und der Abbuchung zur Bezahlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten ein Zeitraum von nicht mehr als 30 Tagen liegt. Der Nachweis hierf&uuml;r ist vom Steuerpflichtigen zu erbringen (Tz. 27 des BMF-Schreibens in BStBl I 2005, 1019, das nach seiner Tz. 39 an die Stelle der BMF-Schreiben in BStBl I 2000, 588, und in BStBl I 2001, 245 tritt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem schlie&szlig;t sich der Senat insoweit an, als danach eine unwiderlegbare Vermutung daf&uuml;r besteht, dass auf ein Kontokorrentkonto ausgezahlte Darlehensmittel zur Finanzierung solcher Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens verwendet wurden, die innerhalb von 30 Tagen vor oder nach Auszahlung der Darlehensmittel tats&auml;chlich &uuml;ber das entsprechende Kontokorrentkonto finanziert wurden. Betr&auml;gt der entsprechende Zeitraum mehr als 30 Tage, bleibt dem Steuerpflichtigen nach Ansicht des Senats jedoch die M&ouml;glichkeit, den erforderlichen Finanzierungszusammenhang zwischen Auszahlung der Darlehensmittel auf ein Kontokorrentkonto und Bezahlung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens im Einzelfall nachzuweisen. Dieser Nachweis wird allerdings umso schwieriger zu f&uuml;hren sein, je gr&ouml;&szlig;er die Anzahl und der Umfang der Zahlungsvorg&auml;nge auf dem Kontokorrentkonto ist. Insoweit ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass Darlehensmittel nicht zur Finanzierung solcher Investitionen verwendet worden sein k&ouml;nnen, die bei Auszahlung der Darlehensmittel bereits abschlie&szlig;end finanziert waren (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2012, 14, und vom 9. Februar 2010 VIII R 21\/07, BFHE 229, 108, BStBl II 2011, 257). Da es in einem solchen Fall an einer (Vor-)Finanzierung durch ein anderes Darlehen fehlt, kann die Aufnahme eines (weiteren) Darlehens auch keine Umschuldung darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Seine Entscheidung war daher aufzuheben. Der Senat kann mangels Spruchreife jedoch nicht in der Sache selbst entscheiden. Denn das FG hat, ausgehend von seiner materiellen Sicht, bislang keine Feststellungen dazu getroffen, ob und ggf. in welcher H&ouml;he die Kl&auml;gerin innerhalb der Frist von 30 Tagen vor bzw. nach Auszahlung der jeweiligen Darlehensmittel aus den streitigen KfW-Darlehen auf das Kontokorrentkonto bei der Sparkasse D von diesem Konto Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens bezahlt hat. Soweit entsprechende Belastungen des Kontokorrentkontos gegeben sind, gelten die Darlehensmittel nach den oben unter B.I.2.a genannten Grunds&auml;tzen als tats&auml;chlich zur Finanzierung dieser Kosten verwendet. In entsprechendem Umfang sind die auf die KfW-Darlehen entfallenden Schuldzinsen nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG von der Abzugsbeschr&auml;nkung ausgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Im zweiten Rechtsgang muss das FG dar&uuml;ber hinaus ermitteln, ob und ggf. in welchem Umfang durch die Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen &uuml;ber Kontokorrentkonten Kontokorrentzinsen entstanden sind, die unbeschr&auml;nkt nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin auch im Streitjahr 2002 Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens &uuml;ber Kontokorrentkonten bezahlt. Ist durch die entsprechende Belastung des Kontokorrentkontos dessen Saldo negativ geworden oder hat sich dadurch ein bereits vorhandener negativer Saldo erh&ouml;ht, sind die insoweit entstandenen Kontokorrentzinsen nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG unbeschr&auml;nkt abzugsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Ansicht des erkennenden Senats setzt der unbegrenzte Schuldzinsenabzug nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG nicht voraus, dass ein gesondertes Darlehen aufgenommen wird. Die Vorschrift findet vielmehr ebenso Anwendung, wenn die Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens &uuml;ber ein Kontokorrentkonto finanziert wird und dadurch auf diesem ein negativer Saldo entsteht oder sich erh&ouml;ht (entgegen Tz. 27 des BMF-Schreibens in BStBl I 2005, 1019).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung handelt es sich auch bei einer Kontokorrentverbindlichkeit um ein Darlehen. Entsteht eine solche Verbindlichkeit durch betrieblich veranlasste Auszahlungen oder &Uuml;berweisungen, d&uuml;rfen die darauf entfallenden Schuldzinsen als Betriebsausgaben abgezogen werden (z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817). Diese Grunds&auml;tze finden auch im Rahmen des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem Wortlaut des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG l&auml;sst sich die von der Finanzverwaltung vertretene Auffassung, die Belastung eines Kontokorrentkontos zur Finanzierung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens reiche nicht aus, um die darauf entfallenden Kontokorrentzinsen von der Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect; 4 Abs. 4a EStG auszunehmen, nicht entnehmen. Die Norm setzt lediglich Schuldzinsen f&uuml;r ein &quot;Darlehen&quot; voraus. Wie dargelegt, handelt es sich auch bei einer Kontokorrentverbindlichkeit um ein Darlehen und bei den darauf entfallenden Kontokorrentzinsen um Schuldzinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch Sinn und Zweck des &sect; 4 Abs. 4a EStG erfordern keine einschr&auml;nkende Auslegung des Begriffs des Darlehens i.S. des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 4 Abs. 4a EStG begrenzt den Schuldzinsenabzug. Ohne nachteilige Folgen f&uuml;r den betrieblichen Schuldzinsenabzug soll der Unternehmer nicht mehr die gesamten Betriebseinnahmen, sondern lediglich den im Unternehmen erwirtschafteten Gewinn sowie die geleisteten Einlagen entnehmen k&ouml;nnen (z.B. BFH-Urteil in BFHE 233, 127, BStBl II 2011, 688). Von diesem Grundsatz sieht der Gesetzgeber nur in &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG eine Ausnahme vor und nimmt Schuldzinsen f&uuml;r Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens von der Abzugsbeschr&auml;nkung aus. Anstehende betriebliche Investitionen in das Anlageverm&ouml;gen sollen durch die Begrenzung des Schuldzinsenabzugs nicht erschwert werden (BFH-Urteil in BFHE 233, 404, BStBl II 2011, 753). Im Hinblick auf diesen Gesetzeszweck macht es aber keinen Unterschied, ob die nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG privilegierten Schuldzinsen f&uuml;r die Aufnahme eines gesonderten Darlehens zur Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen anfallen oder aber &#8211;in Form von Kontokorrentzinsen&#8211; f&uuml;r die Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen durch Inanspruchnahme eines Kontokorrentkredits (z.B. Paus, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2000, 957, 969, und Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2001, 548; Kanzler, Die Information f&uuml;r Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer 2000, 513, 516 f.; Wendt, FR 2006, 282, 283; Korn in Korn, &sect; 4 EStG Rz 853.1; Schallmoser in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect; 4 EStG Rz 1076; Deussen in Bordewin\/Brandt, &sect; 4 EStG Rz 2115).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&auml;llt demnach auch die Finanzierung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens &uuml;ber ein Kontokorrentkonto in den Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG, bleibt zu kl&auml;ren, nach welchen Grunds&auml;tzen die f&uuml;r ein solches Konto anfallenden betrieblichen Kontokorrentzinsen auf die Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens einerseits und auf die Finanzierung von sonstigem betrieblichem Aufwand andererseits aufzuteilen sind. Insofern handelt es sich um ein vergleichbares Zuordnungsproblem wie bei der Aufteilung der f&uuml;r ein gemischtes Kontokorrentkonto entrichteten Schuldzinsen in einen betrieblichen und einen privat veranlassten Teil. In beiden F&auml;llen geht es um die Zuordnung von Schuldzinsen zu den Verbindlichkeiten, durch die sie veranlasst wurden. Dies spricht daf&uuml;r, die f&uuml;r die Zuordnung von Zinsen zur Erwerbs- bzw. Privatsph&auml;re entwickelten Grunds&auml;tze auch auf die Aufteilung der betrieblichen Schuldzinsen in solche, die durch die Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen und solche, die durch die Finanzierung von sonstigen betrieblichen Aufwendungen veranlasst sind, zu &uuml;bertragen. Die Aufteilung ist deshalb auch insoweit nach der Zinszahlenstaffelmethode bzw. ggf. durch Sch&auml;tzung vorzunehmen (vgl. hierzu z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C.II.5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist Anlageverm&ouml;gen &uuml;ber ein gemischtes Kontokorrentkonto finanziert worden, ist f&uuml;r die Berechnung der darauf entfallenden Schuldzinsen das Kontokorrentkonto daher entsprechend den privat veranlassten, den durch die Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen veranlassten und den durch die Finanzierung sonstiger betrieblicher Aufwendungen veranlassten Sollbuchungen rechnerisch in drei Unterkonten aufzuteilen; diesen sind die entsprechenden Sollbuchungen zuzuordnen (vgl. Paus, DStZ 2001, 548, 549). Dem Erfahrungssatz entsprechend, dass ein Steuerpflichtiger im Zweifel die f&uuml;r ihn steuerlich g&uuml;nstigste Gestaltung w&auml;hlen wird (vgl. z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 184, 7, BStBl II 1998, 193, und BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 1277), kann dabei &#8211;soweit der Steuerpflichtige keine andere Zuordnungsentscheidung trifft&#8211; unterstellt werden, dass durch eingehende Betriebseinnahmen und Einlagen vorrangig die privaten Schuldenteile, und soweit solche nicht oder nicht mehr vorhanden sind, in zweiter Linie die durch sonstige betriebliche Aufwendungen entstandenen Schuldenteile und erst zuletzt die durch die Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens entstandenen Schuldenteile getilgt werden (vgl. Paus, DStZ 2001, 548 und FR 2000, 957, 969).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die auf diese Weise ermittelten, auf die Finanzierung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens entfallenden Kontokorrentzinsen bleiben nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG von der Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect; 4 Abs. 4a EStG unber&uuml;hrt, sind also &#8211;ebenso wie Schuldzinsen, die auf ein gesondert aufgenommenes und zur Finanzierung von Anlageverm&ouml;gen verwendetes Darlehen entfallen&#8211; in vollem Umfang als Betriebsausgaben abziehbar. Sie gehen nicht in die Berechnung nach &sect; 4 Abs. 4a S&auml;tze 1 bis 4 EStG ein. Das bedeutet, dass sie vorab von den insgesamt entstandenen betrieblichen Schuldzinsen abgezogen und nur die &uuml;brigen betrieblich veranlassten Zinsen der Abzugsbeschr&auml;nkung nach &sect; 4 Abs. 4a EStG unterworfen werden (ebenso FG M&uuml;nster, Urteil vom 29. M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;1 K 3456\/04 F, EFG 2006, 1152; FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 27. September 2005 I 309\/2002, EFG 2006, 804; Schmidt\/Heinicke, EStG, 30. Aufl., &sect; 4 Rz 533).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die bisherigen Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine Pr&uuml;fung, ob und ggf. in welchem Umfang der Kl&auml;gerin infolge der Finanzierung von Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens &uuml;ber Kontokorrentkonten nach &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG in vollem Umfang als Betriebsausgaben abziehbare Kontokorrentzinsen entstanden sind. Das FG erh&auml;lt daher die Gelegenheit, auch die insoweit erforderlichen Feststellungen zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Im zweiten Rechtsgang muss das FG schlie&szlig;lich feststellen, ob die Kl&auml;gerin in Wirtschaftsjahren, die vor dem 1. Januar 1999 geendet haben, Unterentnahmen get&auml;tigt hat. Sollte dies der Fall sein, wird es entscheiden m&uuml;ssen, ob &sect; 52 Abs. 11 Satz 2 EStG i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3794) jedenfalls f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2001 &#8211;und somit auch f&uuml;r das Streitjahr 2002&#8211; eine verfassungsrechtlich nicht zul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung beinhaltet (vgl. hierzu z.B. BFH-Beschluss vom 21. Mai 2010 IV B 88\/09, BFH\/NV 2010, 1613, und BFH-Urteil in BFHE 233, 127, BStBl II 2011, 688; FG M&uuml;nster, Urteil vom 10. Februar 2005&nbsp;&nbsp;8 K 3745\/03 F, EFG 2005, 1177; FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 26. Januar 2006&nbsp;&nbsp;10 K 99\/03, EFG 2006, 1817, Revision anh&auml;ngig unter X R 30\/06).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, IV R 19\/08 Schuldzinsenabzug bei auf ein Kontokorrentkonto ausgezahltem Investitionsdarlehen &#8211; Finanzierungszusammenhang zwischen Auszahlung der Darlehensmittel und Bezahlung der Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4a Satz 5 EStG &#8211; Aufteilung und Zuordnung betrieblicher Kontokorrentzinsen Leits&auml;tze 1. 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