{"id":6528,"date":"2012-11-30T16:09:34","date_gmt":"2012-11-30T14:09:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6528"},"modified":"2012-11-30T16:09:34","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:34","slug":"v-r-59-09-zum-ausschliesslichkeitserfordernis-nach-par-56-ao-auslegung-von-par-12-abs-2-nr-8-buchst-a-satz-2-ustg-beschaeftigung-von-behinderten-zur-abschoepfung-und-weitergabe-steuerlicher-vorteile-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-59-09-zum-ausschliesslichkeitserfordernis-nach-par-56-ao-auslegung-von-par-12-abs-2-nr-8-buchst-a-satz-2-ustg-beschaeftigung-von-behinderten-zur-abschoepfung-und-weitergabe-steuerlicher-vorteile-a\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;59\/09 &#8211; Zum Ausschlie&szlig;lichkeitserfordernis nach &sect; 56 AO &#8211; Auslegung von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a Satz 2 UStG &#8211; Besch&auml;ftigung von Behinderten zur Absch&ouml;pfung und Weitergabe steuerlicher Vorteile an eine nicht gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, V R 59\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Ausschlie&szlig;lichkeitserfordernis nach &sect; 56 AO &#8211; Auslegung von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a Satz 2 UStG &#8211; Besch&auml;ftigung von Behinderten zur Absch&ouml;pfung und Weitergabe steuerlicher Vorteile an eine nicht gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine K&ouml;rperschaft dient nicht ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzigen Zwecken, wenn die Besch&auml;ftigung Behinderter im Rahmen eines Integrationsprojekts nach der Vertragsgestaltung erkennbar dazu dient, den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz zugunsten einer nicht gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft zu nutzen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft (GmbH) der Stiftung XY (XY). Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin war P, einer der beiden gemeinsam zur Vertretung berechtigten Vorst&auml;nde der XY. Die Kl&auml;gerin erbrachte mit Hilfe der A-GmbH Leasingleistungen (&quot;Subleasingvertr&auml;ge&quot;), f&uuml;r die sie im Streitjahr 2005 den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz beansprucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>XY schloss am 11. November 2004 mit der A-GmbH einen Kooperationsvertrag. Um neue Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r behinderte Menschen zu schaffen und f&uuml;r die A-GmbH neue Kunden zu gewinnen, sollte die als Zweckbetrieb anerkannte Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen der XY ausschlie&szlig;lich f&uuml;r die A-GmbH Investitionsg&uuml;ter an Endkunden weiterverleasen. Die Finanzdienstleistungsprodukte der XY wurden unter dem Namen &quot;Leasing-X&quot; in den Markt eingef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie bereits in &sect; 1 Abs. 2 des Kooperationsvertrages vom 11. November 2004 geplant, wurde am 21. Dezember 2004 die Kl&auml;gerin als &quot;gemeinn&uuml;tzige GmbH&quot; gegr&uuml;ndet, um die &quot;Leasing-X&quot;-Gesch&auml;fte der XY in eine eigene gesellschaftsrechtliche Struktur au&szlig;erhalb der XY auszugliedern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesellschaftszweck der Kl&auml;gerin ist gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages die Besch&auml;ftigung k&ouml;rper- und schwerbehinderter Menschen im Rahmen eines Integrationsprojektes i.S. des &sect; 68 Nr. 3 Buchst. c der Abgabenordnung in der im Streitjahr 2005 geltenden Fassung (AO) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und die daf&uuml;r erforderliche Qualifizierung dieses Personenkreises. Am 31. Januar 2005 schloss die A-GmbH mit der Kl&auml;gerin einen Kooperationsvertrag, der inhaltlich dem mit der XY geschlossenen Kooperationsvertrag vom 11. November 2004 entsprach. In &sect; 1 Abs. 1 des Vertrages gingen die Parteien davon aus, dass die Kl&auml;gerin ein &quot;Zweckbetrieb im Sinne des &sect; 68 Ziff. 3c AO&quot; sei, innerhalb dessen eine Fachabteilung Leasing eingerichtet werden sollte. Um &quot;den Vertragszweck der F&ouml;rderung behinderter Menschen nicht zu gef&auml;hrden&quot;, hatte die Kl&auml;gerin nach &sect; 1 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages daf&uuml;r zu sorgen, dass sie als Integrationsunternehmen i.S. des &sect; 68 Nr. 3 Buchst. c AO anerkannt wird und die Voraussetzungen eines Zweckbetriebes erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie schon zuvor XY sollte die Kl&auml;gerin Investitionsg&uuml;ter an Endkunden weiterverleasen (Subleasingvertr&auml;ge), die von der A-GmbH an sie verleast wurden (Headleasingvertr&auml;ge). Die Kl&auml;gerin verpflichtete sich, s&auml;mtliche Leasinggesch&auml;fte w&auml;hrend der Dauer des Kooperationsvertrages ausschlie&szlig;lich zusammen mit der A-GmbH durchzuf&uuml;hren und abzuwickeln und gegen&uuml;ber den Endkunden vollumf&auml;nglich die Funktion eines Leasinggebers &uuml;bernehmen (&sect; 2 Abs. 1). Nach &sect; 2 Abs. 2 des Kooperationsvertrages hatte die Kl&auml;gerin den Leasingbetrieb so zu organisieren und auszustatten, dass er organisatorisch und personell in der Lage war, die sich aus dem Kooperationsvertrag ergebenden unternehmerischen Aufgaben zu bew&auml;ltigen. Vereinbarungsgem&auml;&szlig; bediente sie sich dazu der Hilfe der A-GmbH, die gegen eine Verg&uuml;tung in Form einer Marge von 0,4 % Dienstleistungen f&uuml;r die Kl&auml;gerin &uuml;bernahm; neben der Beratung und Mitarbeiterschulung in der Gr&uuml;ndungsphase sollte die A-GmbH den Vertrieb der Leasingprodukte &uuml;bernehmen, Leasingnehmer an die Kl&auml;gerin vermitteln, die Vertr&auml;ge kalkulieren und nach der Beendigung von Leasingvertr&auml;gen die Sicherstellung und R&uuml;ckf&uuml;hrung der Mietgegenst&auml;nde veranlassen. Vereinbarungsgem&auml;&szlig; sollten die Parteien bereits im Vorfeld der Vertragsabschl&uuml;sse mit den Endkunden die Konditionen der abzuschlie&szlig;enden Head- und Subleasingvertr&auml;ge aufeinander abstimmen und nach &sect; 3 Abs. 3 des Kooperationsvertrages jeweils so gestalten, dass bei der Kl&auml;gerin jeweils eine Marge von 2 % des Nettoinvestitionsvolumens eines Leasingvertrages verblieb (&sect; 7 Abs. 1 des Kooperationsvertrages). Nach &sect; 4 des Kooperationsvertrages haftete die A-GmbH f&uuml;r die Verit&auml;t der Forderungen der Kl&auml;gerin an die Endkunden und trug das Bonit&auml;tsrisiko.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11. August 2004 erteilte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) XY die verbindliche Auskunft, dass der Betrieb des neuen Dienstleistungssegmentes &quot;Leasing-X&quot; ein Zweckbetrieb i.S. des &sect; 68 Nr. 3 AO sei und deshalb die Ums&auml;tze hieraus nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterl&auml;gen. Nach dem Widerruf der verbindlichen Auskunft am 16. Dezember 2004 mit Wirkung f&uuml;r die Zukunft schlossen die Kl&auml;gerin, XY und die A-GmbH am 31. Januar 2005 eine &quot;Zusatzvereinbarung&quot;. Falls der Kl&auml;gerin die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes auf ihre Leasingums&auml;tze versagt werde, sollten sie und XY eine eventuelle Nachforderung des Differenzbetrages zwischen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz und dem Regelsteuersatz nur bis zur H&ouml;he von 40.000 EUR &uuml;bernehmen; die dar&uuml;ber hinausgehenden Umsatzsteuerverbindlichkeiten sollten zu Lasten der A-GmbH gehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 1. Februar 2005 nahm die Kl&auml;gerin ihre Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit auf. Zum 1. Juli 2005 trat sie in die Leasingvertr&auml;ge ein, die XY aufgrund des Kooperationsvertrages mit der A-GmbH geschlossen hatte. Ab diesem Zeitpunkt war XY nicht mehr im Leasinggesch&auml;ft t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben ihrem &#8211;unentgeltlich t&auml;tigen&#8211; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer besch&auml;ftigte die Kl&auml;gerin ab 1. Februar 2005 zwei Arbeitnehmerinnen. Frau M war nicht behindert und zuvor bei der A-GmbH angestellt gewesen. Bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bezog sie ein Bruttogehalt in H&ouml;he von 2.253 EUR. Frau C war wegen einer Rheumaerkrankung schwerbehindert (Grad der Behinderung 70 v.H.). C arbeitete 40 Wochenstunden und erhielt daf&uuml;r ein Bruttogehalt in H&ouml;he von 2.000 EUR. Ab 5. Dezember 2005 stellte die Kl&auml;gerin den Schwerbehinderten N als zu 50 % teilzeitbesch&auml;ftigten Sachbearbeiter ein. Dabei handelte es sich um ein bis zum 28. Februar 2006 befristetes Probearbeitsverh&auml;ltnis zur Eingliederung des Betroffenen in den allgemeinen Arbeitsmarkt, bei dem Lohn und Sozialabgaben von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &uuml;bernommen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin wurden von Anfang an vom Integrationsfachdienst W betreut. Weitere Betreuung erfuhren sie durch den Sozialdienst der XY. Die Betreuung war mit Empfehlungen an die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vom Kommunalverband f&uuml;r Jugend und Soziales (KVJS) erhielt die Kl&auml;gerin auf entsprechende Anfrage mit Schreiben vom 24. M&auml;rz 2005 die Mitteilung, dass das F&ouml;rderrecht f&uuml;r Integrationsprojekte weder eine formale Anerkennung noch die Erteilung von Bescheinigungen vorsehe. Dem FA teilte der KVJS am 2. Mai 2005 mit, dass die Kl&auml;gerin derzeit die F&ouml;rdervoraussetzungen als Integrationsprojekt i.S. von &sect; 132 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) nicht erf&uuml;lle. Lediglich f&uuml;r ein betriebswirtschaftliches Gutachten war zuvor eine F&ouml;rderung erfolgt. Eine weiter gehende F&ouml;rderung konnte die Kl&auml;gerin nicht erhalten, da sie die daf&uuml;r erforderliche Zahl von acht Besch&auml;ftigten nicht erreichte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2005) wandte die Kl&auml;gerin auf ihre Ums&auml;tze in H&ouml;he von 5.238.425 EUR den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz an. Das FA folgte dem im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung nicht und unterwarf die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin dem Regelsteuersatz, weil sie kein Zweckbetrieb sei und ihre Ums&auml;tze deshalb nicht von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG umfasst w&uuml;rden. Im Pr&uuml;fungszeitraum 1. M&auml;rz 2005 bis 31. M&auml;rz 2006 habe die Kl&auml;gerin einen Steuervorteil in H&ouml;he von 846.210,02 EUR erlangt, dem die Besch&auml;ftigung lediglich zweier Behinderter gegen&uuml;bergestanden habe, von denen &uuml;berdies nur einer zu 50 % teilzeitbesch&auml;ftigt gewesen sei. Auch die Umsatz- bzw. Betragsgrenzen des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 2. M&auml;rz 2006 (BStBI I 2006, 242) seien um ein Vielfaches &uuml;berschritten worden. Die Besch&auml;ftigung der Behinderten erfolge nicht im Erwerbsbereich, sondern lediglich in einer reinen Hilfsfunktion. Die Gesch&auml;fte der Kl&auml;gerin seien nicht auf die Belange der Behinderten abgestimmt gewesen, sondern darauf, Steuervorteile zu erzielen und mit diesen gezielt zu werben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung seines in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2010, 532 ver&ouml;ffentlichten Urteils f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) im Wesentlichen aus, die Kl&auml;gerin sei zu Recht als Steuerschuldnerin in Anspruch genommen worden, weil sie keine Organgesellschaft der XY sei. Insoweit fehle es an der organisatorischen Eingliederung der Kl&auml;gerin. Diese setze voraus, dass nach den zwischen Organtr&auml;ger und Organgesellschaft bestehenden Beziehungen sichergestellt sei, dass eine vom Willen des Organtr&auml;gers abweichende Willensbildung bei der Organtochter ausgeschlossen sei. Das sei bei der Kl&auml;gerin nicht der Fall. Theoretisch k&ouml;nne ihr alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer P Ma&szlig;nahmen durchsetzen, f&uuml;r die es an der Zustimmung des Mitvorstandes bei der XY fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne f&uuml;r ihre Ums&auml;tze aus den Subleasingvertr&auml;gen nicht den erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz in Anspruch nehmen. Sie betreibe einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb i.S. des &sect; 14 AO, sei aber kein Zweckbetrieb i.S. des &sect; 68 Nr. 3 Buchst. c AO. Die Frage, ob sie ein Integrationsprojekt i.S. des &sect; 132 Abs. 1 SGB IX sei, k&ouml;nne dahingestellt bleiben. Denn auch wenn &sect; 68 AO gegen&uuml;ber &sect; 65 AO als rechtssystematisch vorrangige Spezialvorschrift zu verstehen sei, sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu pr&uuml;fen, ob sich die Einrichtung in ihrer Gesamtrichtung noch als Zweckbetrieb darstelle (BFH-Urteil vom 4. Juni 2003 I R 25\/02, BFHE 202, 391, BStBl II 2004, 660). Das sei bei der Kl&auml;gerin nicht der Fall, weil die Ums&auml;tze in H&ouml;he von mehr als 5 Mio. EUR nicht auf der Besch&auml;ftigung von Behinderten, sondern der T&auml;tigkeit der A-GmbH beruhten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Das FG versto&szlig;e in vielf&auml;ltiger Weise gegen das Grundgesetz (GG). Es liege eine Verletzung des Art. 2 Abs. 1 GG vor, weil sie in ihrer wirtschaftlichen Entfaltungsfreiheit beeintr&auml;chtigt werde. Au&szlig;erdem versto&szlig;e das FG-Urteil gegen das in Art. 3 Abs. 1 GG verankerte Prinzip der Steuergleichheit. Ferner liege eine unzul&auml;ssige Berufsaus&uuml;bungsregelung (Art. 12 GG) und durch die &quot;geradezu sklavische Anwendung&quot; des BMF-Schreibens in BStBI I 2006, 242 sowohl ein Versto&szlig; gegen den Gesetzesvorbehalt des Art. 20 Abs. 3 GG als auch gegen den Grundsatz der Gewaltenteilung nach Art. 20 Abs. 2 Satz 2 GG vor. Das FG habe auch nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sie, die Kl&auml;gerin, von Anfang an die Besch&auml;ftigung mehrerer behinderter Menschen beabsichtigt habe. Sowohl C als auch N seien besonders betroffene schwerbehinderte Menschen i.S. des &sect; 132 Abs. 2 Nr. 3 SGB IX. Neben der Besch&auml;ftigung habe auch eine arbeitsbegleitende Betreuung i.S. des &sect; 133 SBG IX f&uuml;r Behinderte vorgelegen. Diese sei durch den Sozialdienst der XY und den Integrationsfachdienst in R erfolgt. Die F&ouml;rderung des Gutachtens nach dem SGB IX indiziere die Eigenschaft als Integrationsprojekt. Unsch&auml;dlich sei hingegen, dass die H&ouml;chstgrenze des &sect; 132 SGB IX (ein Anteil von h&ouml;chstens 50 % behinderter Menschen) &uuml;berschritten worden sei, weil diese H&ouml;chstgrenze nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut nur eine Sollvorschrift sei. Der Wettbewerbsvorbehalt des &sect; 65 Nr. 3 AO sei im Rahmen des &sect; 68 AO ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil und die Einspruchsentscheidung vom 12. September 2006 aufzuheben und die Umsatzsteuer unter &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheides 2005 auf .\/. 427.408,87 EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es verteidigt die Vorentscheidung und f&uuml;hrt im Wesentlichen aus, &sect; 68 AO gehe nicht der allgemeinen Regelung in &sect; 65 AO vor. Vielmehr werde &sect; 65 AO durch die &sect;&sect; 66 bis 68 AO erg&auml;nzt. Deshalb sei es geboten, in Zweifelsf&auml;llen auch f&uuml;r die in &sect; 68 AO genannten einzelnen Zweckbetriebe die allgemeinen Anforderungen des &sect; 65 AO zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet; sie war deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze zu Recht dem Regelsteuersatz unterworfen, weil sie kein steuerbeg&uuml;nstigter Zweckbetrieb i.S. des &sect; 68 Nr. 3 Buchst. c AO ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG geht zu Recht davon aus, dass die Kl&auml;gerin nicht unselbst&auml;ndige Organgesellschaft der XY war. Nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen eines anderen Unternehmers eingegliedert ist (Organschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtlich beruht diese Vorschrift auf Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, jedoch durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Annahme einer Organschaft fehlt es entgegen der Auffassung des FG schon an der erforderlichen wirtschaftlichen Eingliederung. Das FG geht zu Recht davon aus, hierf&uuml;r gen&uuml;ge, dass zwischen der Organgesellschaft und dem Unternehmen des Organtr&auml;gers ein vern&uuml;nftiger wirtschaftlicher Zusammenhang im Sinne einer wirtschaftlichen Einheit, Kooperation oder Verflechtung vorhanden ist und die T&auml;tigkeiten von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft aufeinander abgestimmt sind und sich dabei f&ouml;rdern und erg&auml;nzen. Entscheidend ist f&uuml;r die wirtschaftliche Eingliederung somit die Art und der Umfang der zwischen den Unternehmensbereichen von Organtr&auml;ger und Organgesellschaft bestehenden Verflechtungen. Daher liegt z.B. keine wirtschaftliche Eingliederung vor, wenn entgeltlichen Leistungen des Gesellschafters f&uuml;r die Unternehmenst&auml;tigkeit der Untergesellschaft nur eine unwesentliche Bedeutung zukommt (BFH-Urteil vom 20. August 2009 V R 30\/06, BFHE 226, 465, BStBl II 2010, 863). Im vorliegenden Fall hat das FG die wirtschaftliche Eingliederung bejaht, weil die Kl&auml;gerin &quot;&#8230; gem&auml;&szlig; dem Willen des XY in engem wirtschaftlichem Zusammenhang mit diesem t&auml;tig &#8230;&quot; geworden sei, es hat aber keine entgeltlichen Leistungen zwischen XY und der Kl&auml;gerin festgestellt, aus denen sich die wirtschaftliche Eingliederung herleiten lie&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Leistungen nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Umsatzsteuer u.a. f&uuml;r die Leistungen der K&ouml;rperschaften, die ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dienen (&sect;&sect; 51 bis 68 AO). Die Steuererm&auml;&szlig;igung in &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a UStG beruht auf Art. 12 Abs. 3 Buchst. a Unterabs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten nur auf Lieferungen von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen der in Anhang H genannten Kategorien einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anwenden. In der Anlage H der Richtlinie 77\/388\/EWG sind steuerpflichtige Leistungen durch von den Mitgliedstaaten anerkannte gemeinn&uuml;tzige Einrichtungen f&uuml;r wohlt&auml;tige Zwecke und im Bereich der sozialen Sicherheit (Nr. 14 der Anlage H) genannt. Neben der unionsrechtlichen Grundlage ist bei der Auslegung von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a Satz 2 UStG zu ber&uuml;cksichtigen, dass grunds&auml;tzlich der normale Steuersatz gilt und der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz die Ausnahme ist. Dementsprechend sind Tatbestandsmerkmale, die zu dieser Ausnahme f&uuml;hren, eng auszulegen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union -EuGH- vom 18. Januar 2001 C-83\/99, Kommission\/Spanien, BFH\/NV Beilage 2001, 124, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des EuGH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gew&auml;hrt ein Gesetz eine Steuerverg&uuml;nstigung, weil eine K&ouml;rperschaft ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzige, mildt&auml;tige oder kirchliche Zwecke verfolgt, so gelten die &sect;&sect; 52 ff. AO (&sect; 51 AO in der im Streitjahr geltenden Fassung). Nach &sect; 52 Abs. 1 Satz 1 AO verfolgt eine K&ouml;rperschaft gemeinn&uuml;tzige Zwecke, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu f&ouml;rdern. Dabei setzt die Steuerbeg&uuml;nstigung voraus, dass die K&ouml;rperschaft ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dient. Zu den gemeinn&uuml;tzigen Zwecken geh&ouml;rt nach &sect; 52 Abs. 2 Nr. 2 AO u.a. das Wohlfahrtswesen. Dieses umfasst auch die Besch&auml;ftigung von Behinderten (Koenig in Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, 1. Aufl. 2004, &sect; 52 Rz 65). Best&auml;tigt wird dies durch &sect; 52 Abs. 2 Nr. 10 AO in der erst nach dem Streitjahr, ab 1. Januar 2007 geltenden Fassung; diese nennt die F&ouml;rderung der Hilfe f&uuml;r Behinderte ausdr&uuml;cklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin diente aber nicht ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzigen Zwecken. Eine K&ouml;rperschaft dient gem&auml;&szlig; &sect; 56 AO ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzigen Zwecken, wenn sie nur ihre gemeinn&uuml;tzigen satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke verfolgt. Dabei ist es f&uuml;r das vorliegende Verfahren ohne Bedeutung, ob die Kl&auml;gerin vom FA als gemeinn&uuml;tzig &quot;anerkannt&quot; worden ist, weil &uuml;ber das Vorliegen der Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung oder Steuerverg&uuml;nstigung aufgrund der Verfolgung steuerbeg&uuml;nstigter Zwecke i.S. der &sect;&sect; 51 bis 68 AO allein im Veranlagungsverfahren f&uuml;r die jeweilige Steuer und dem jeweiligen Veranlagungszeitraum zu entscheiden ist (BFH-Urteil vom 30. November 1995 V R 29\/91, BFHE 179, 447, BStBl II 1997, 189). Eine T&auml;tigkeit, die gegen das Gebot der Ausschlie&szlig;lichkeit verst&ouml;&szlig;t, f&uuml;hrt zum vollst&auml;ndigen Verlust der Steuerbeg&uuml;nstigung (BFH-Urteil vom 10. April 1991 I R 77\/87, BFHE 164, 478, BStBl II 1992, 41 zur Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 KVStG 1972; Gersch in Klein, AO, 10. Aufl., &sect; 56 Rz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl&auml;gerin hat nicht ausschlie&szlig;lich (&sect; 51 Abs. 1 Satz 1, &sect; 56 AO) gemeinn&uuml;tzigen Zwecken durch F&ouml;rderung des Wohlfahrtswesens (in Gestalt der F&ouml;rderung Behinderter) gedient, sondern sie ist zumindest auch gegr&uuml;ndet worden, um die wirtschaftliche T&auml;tigkeit der A-GmbH zu f&ouml;rdern und um den umsatzsteuerrechtlichen Vorteil, der sich aus dem vollen Vorsteuerabzug aus den Eingangsleistungen und der Versteuerung der eigenen Ums&auml;tze zum beg&uuml;nstigten Steuersatz ergibt, zu nutzen und der nicht gemeinn&uuml;tzigen A-GmbH zuzuf&uuml;hren. Neben ihren gemeinn&uuml;tzigen Zwecken hat die Kl&auml;gerin mit dieser gezielten Nutzung eines steuerlichen Vorteils durch eine eigens darauf ausgerichtete Gestaltung auch einen nicht gemeinn&uuml;tzigen Zweck verfolgt. Darin liegt ein Versto&szlig; gegen das Ausschlie&szlig;lichkeitsgebot (&sect; 56 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG ist die Kl&auml;gerin nicht nur gegr&uuml;ndet worden, um neue Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r behinderte Menschen zu schaffen, sondern auch um f&uuml;r die A-GmbH neue Kunden zu gewinnen. Die vollst&auml;ndige Einbindung der Kl&auml;gerin in die wirtschaftliche Zielsetzung der A-GmbH wird best&auml;tigt durch die Verpflichtung der Kl&auml;gerin, s&auml;mtliche Leasinggesch&auml;fte w&auml;hrend der Dauer des Kooperationsvertrages ausschlie&szlig;lich zusammen mit der A-GmbH durchzuf&uuml;hren und abzuwickeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte im Rahmen des Leasinggesch&auml;fts auch keinen eigenen Aufgabenbereich. Nach den Feststellungen des FG sollte die A-GmbH den Vertrieb der Leasingprodukte &uuml;bernehmen, Leasingnehmer an die Kl&auml;gerin vermitteln, die Vertr&auml;ge kalkulieren und nach der Beendigung von Leasingvertr&auml;gen die Sicherstellung und R&uuml;ckf&uuml;hrung der Mietgegenst&auml;nde veranlassen. Au&szlig;er dem Abschluss der Leasingvertr&auml;ge mit den Endkunden, der zur Erlangung der Steuererm&auml;&szlig;igung durch die Kl&auml;gerin erfolgen musste, blieben danach &#8211;neben reiner Verwaltungst&auml;tigkeit&#8211; keine Aufgaben f&uuml;r die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch wirtschaftlich kam ihr kaum eine eigene Bedeutung zu. Die Konditionen der einzelnen Head- und Subleasingvertr&auml;ge waren von den Vertragsparteien so zu gestalten, dass bei der Kl&auml;gerin jeweils lediglich eine Marge von 2 % des Nettoinvestitionsvolumens eines Leasingvertrages verblieb (&sect; 7 Abs. 1 des Kooperationsvertrages). Der Vorteil, der sich aus der Differenz zwischen dem vollen Vorsteuerabzug aus den Eingangsleistungen und dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz auf die Ausgangsleistungen ergab, wurde damit an die nicht gemeinn&uuml;tzige A-GmbH geleitet. Im Gegenzug trug die Kl&auml;gerin wirtschaftlich faktisch kein Risiko, weil die A-GmbH f&uuml;r die Verit&auml;t der Forderungen der Kl&auml;gerin an die Endkunden haftete und das Bonit&auml;tsrisiko trug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Vor dem Hintergrund dieser Vertragsgestaltung und deren tats&auml;chlicher Durchf&uuml;hrung verdeutlicht auch das Missverh&auml;ltnis zwischen dem steuerlichen Vorteil in H&ouml;he von 846.210 EUR (im Zeitraum 1. M&auml;rz 2005 bis 31. M&auml;rz 2006) und der tats&auml;chlich geringf&uuml;gigen F&ouml;rderung behinderter Arbeitnehmer durch Besch&auml;ftigung im ganz &uuml;berwiegenden Teil des Streitjahres (bis 5. Dezember 2005) nur einer behinderten Mitarbeiterin zu einem Bruttogehalt von 2000 EUR, dass die Absch&ouml;pfung des steuerlichen Vorteils und dessen Weiterleitung an die A-GmbH im Vordergrund der T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin gestanden hat. Best&auml;tigt wird dies durch ihre ausdr&uuml;ckliche gegen&uuml;ber der A-GmbH bestehende vertragliche Verpflichtung, f&uuml;r eine Anerkennung als Integrationsprojekt i.S. des &sect; 68 Nr. 3 Buchst. c AO Sorge zu tragen. Diese mit der A-GmbH im Kooperationsvertrag getroffene Regelung ist nur verst&auml;ndlich, wenn der A-GmbH der sich aus einer Anerkennung der Kl&auml;gerin als Integrationsprojekt ergebende steuerliche Vorteil zuflie&szlig;en sollte. Andernfalls w&auml;re diese Frage f&uuml;r die A-GmbH ohne jedes Interesse gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Es liegt auch keine lediglich verm&ouml;gensverwaltende T&auml;tigkeit vor, deren Verfolgung nicht gegen das Ausschlie&szlig;lichkeitsgebot verst&ouml;&szlig;t (vgl. BFH-Urteil vom 23. Oktober 1991 I R 19\/91, BFHE 165, 484, BStBl II 1992, 62).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2012, V R 59\/09 Zum Ausschlie&szlig;lichkeitserfordernis nach &sect; 56 AO &#8211; Auslegung von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a Satz 2 UStG &#8211; Besch&auml;ftigung von Behinderten zur Absch&ouml;pfung und Weitergabe steuerlicher Vorteile an eine nicht gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft Leits&auml;tze Eine K&ouml;rperschaft dient nicht ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzigen Zwecken, wenn die Besch&auml;ftigung Behinderter im &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-59-09-zum-ausschliesslichkeitserfordernis-nach-par-56-ao-auslegung-von-par-12-abs-2-nr-8-buchst-a-satz-2-ustg-beschaeftigung-von-behinderten-zur-abschoepfung-und-weitergabe-steuerlicher-vorteile-a\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;59\/09 &#8211; Zum Ausschlie&szlig;lichkeitserfordernis nach &sect; 56 AO &#8211; Auslegung von &sect; 12 Abs. 2 Nr. 8 Buchst. a Satz 2 UStG &#8211; Besch&auml;ftigung von Behinderten zur Absch&ouml;pfung und Weitergabe steuerlicher Vorteile an eine nicht gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6528","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6528\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}