{"id":65372,"date":"2015-12-02T09:51:51","date_gmt":"2015-12-02T07:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65372"},"modified":"2015-12-02T09:51:51","modified_gmt":"2015-12-02T07:51:51","slug":"ii-r-31-13-gesonderte-und-einheitliche-feststellung-des-grundbesitzwertes-gegenueber-mehreren-miterben-nichtigkeit-des-feststellungsbescheids-bei-unzureichender-benennung-der-inhaltsadressaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-31-13-gesonderte-und-einheitliche-feststellung-des-grundbesitzwertes-gegenueber-mehreren-miterben-nichtigkeit-des-feststellungsbescheids-bei-unzureichender-benennung-der-inhaltsadressaten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;31\/13 &#8211; Gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes gegen&uuml;ber mehreren Miterben &#8211; Nichtigkeit des Feststellungsbescheids bei unzureichender Benennung der Inhaltsadressaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.9.2015, II R 31\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes gegen&uuml;ber mehreren Miterben &#8211; Nichtigkeit des Feststellungsbescheids bei unzureichender Benennung der Inhaltsadressaten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Feststellungsbescheide m&uuml;ssen ebenso wie Steuerbescheide hinreichend deutlich erkennen lassen, f&uuml;r wen sie inhaltlich bestimmt sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes erfolgt gegen&uuml;ber der Erbengemeinschaft in Vertretung f&uuml;r die Miterben. Inhaltsadressaten der Feststellung sind die Miterben, f&uuml;r deren Besteuerung der Grundbesitzwert von Bedeutung ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes bei mehreren Miterben muss klar und eindeutig entnommen werden k&ouml;nnen, gegen welche Beteiligten der Erbengemeinschaft sich die Feststellungen richten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 29. Mai 2013&nbsp;&nbsp;3 K 4298\/11 F wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte sind die Ehefrau (Kl&auml;gerin zu&nbsp;2.) und die S&ouml;hne (Kl&auml;ger zu 3. und 4.) des im Jahr 2009 verstorbenen Erblassers sowie die aus den Erben bestehende Erbengemeinschaft (Kl&auml;gerin zu 1.). Zum Nachlass geh&ouml;rten mehrere Grundst&uuml;cke. Die am 13.&nbsp;Mai 2011 beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingereichte Erkl&auml;rung zur Feststellung des Bedarfswertes f&uuml;r eines dieser Grundst&uuml;cke unterzeichnete nur die Kl&auml;gerin zu 2. als Erwerberin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 26.&nbsp;Mai 2011 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer bewertete das FA das Grundst&uuml;ck als Ein- oder Zweifamilienhaus im Sachwertverfahren, stellte den Grundbesitzwert gesondert und einheitlich auf 285.418&nbsp;EUR fest und rechnete ihn der Kl&auml;gerin zu 1. zu. Den Bescheid gab das FA der Kl&auml;gerin zu 2. als Empfangsbevollm&auml;chtigte f&uuml;r die &quot;O.-Erbengemeinschaft&quot; bekannt. Der Bescheid enth&auml;lt den Zusatz:<br \/>&quot;Der Bescheid ergeht mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Erbengemeinschaft und alle Miterben.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch der Kl&auml;ger wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;November 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Als Einspruchsf&uuml;hrer bezeichnete das FA die &quot;Erbengemeinschaft nach H.O., bestehend aus W.O., S.O. und R.O., &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Der Bescheid sei nichtig, da der Inhaltsadressat nicht hinreichend bestimmt sei. Die Bezeichnung &quot;O-Erbengemeinschaft&quot; reiche daf&uuml;r nicht aus. Es fehle an der namentlichen Benennung der Erben. Ob der Bescheid ordnungsgem&auml;&szlig; bekannt gegeben worden sei, k&ouml;nne offenbleiben. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 1634 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Das FG gehe zu Unrecht davon aus, dass die Bewertung des Grundbesitzes gegen&uuml;ber einer Erbengemeinschaft im Wege der gesonderten und einheitlichen Feststellung nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) zu erfolgen habe. Tats&auml;chlich erfolge die Feststellung des Grundbesitzwertes in Form einer einheitlichen Feststellung nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO. Der Gesetzgeber habe in &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (BewG) ausdr&uuml;cklich klargestellt, dass die Feststellung in solchen F&auml;llen gegen&uuml;ber der Erbengemeinschaft in Vertretung der Miterben zu erfolgen habe. Die Bezeichnung der Erbengemeinschaft im Feststellungsbescheid sei ausreichend, da der Inhaltsadressat bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung zweifelsfrei habe bestimmt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Feststellungsbescheid vom 26.&nbsp;Mai 2011 den Inhaltsadressaten nicht hinreichend genau bezeichnet und daher nichtig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin zu 1. als Erbengemeinschaft und die Kl&auml;ger zu&nbsp;2. bis 4. als Miterben konnten jeweils gesondert gegen den Bescheid vom 26.&nbsp;Mai 2011 vorgehen. Dies folgt aus dem Anschein der Rechtswirksamkeit des Bescheids, der nach seinem Wortlaut ausdr&uuml;cklich mit Wirkung f&uuml;r und gegen die Erbengemeinschaft und alle Miterben ergangen ist. Dagegen k&ouml;nnen sich alle Betroffenen mit dem Einspruch und der Klage wenden, um den Anschein der Rechtswirksamkeit zu beseitigen (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Verwaltungsakt ist nichtig, soweit er an einem besonders schwerwiegenden Fehler leidet und dies bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung aller in Betracht kommenden Umst&auml;nde offenkundig ist (&sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO). Diese Voraussetzung ist erf&uuml;llt, wenn der Verwaltungsakt inhaltlich nicht hinreichend bestimmt ist (&sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1 AO). Die Angabe des Inhaltsadressaten ist konstituierender Bestandteil jedes Verwaltungsaktes, denn es muss unzweifelhaft feststehen, gegen&uuml;ber wem der Einzelfall geregelt werden soll. Ist der Inhaltsadressat im Verwaltungsakt nicht hinreichend bestimmt angegeben, ist der Verwaltungsakt nichtig, ohne dass er in der Einspruchsentscheidung geheilt werden k&ouml;nnte (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Juni 1992 X&nbsp;R&nbsp;47\/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;122 AO Rz&nbsp;19, &sect;&nbsp;125 AO Rz&nbsp;7; S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;179 AO Rz&nbsp;162).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Inhaltsadressat eines Verwaltungsaktes ist derjenige, gegen den er sich richtet, f&uuml;r den er bestimmt ist und gegen den er wirken soll (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;122 AO Rz&nbsp;18). Bei Steuerbescheiden ist dies der Steuerschuldner, bei Feststellungsbescheiden der Feststellungsbeteiligte, gegen den sich die Feststellungen richten (vgl. &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO). Feststellungsbescheide m&uuml;ssen ebenso wie Steuerbescheide hinreichend deutlich erkennen lassen, f&uuml;r wen sie inhaltlich bestimmt sind (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;September 1997 II&nbsp;R&nbsp;49\/95, BFH\/NV 1998, 417; vom 2.&nbsp;Juli 2004 II&nbsp;R&nbsp;73\/01, BFH\/NV 2005, 214, und vom 7.&nbsp;Juli 2004 II&nbsp;R&nbsp;77\/01, BFH\/NV 2005, 73). Der Feststellungsbeteiligte ist regelm&auml;&szlig;ig identisch mit demjenigen, dem der Gegenstand der Feststellung bei der Besteuerung zuzurechnen ist (&sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO; vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1998, 417, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG sind Grundbesitzwerte gesondert festzustellen, wenn die Werte f&uuml;r die Erbschaftsteuer oder eine andere Feststellung im Sinne dieser Vorschrift von Bedeutung sind. Beim Erwerb durch eine Erbengemeinschaft erfolgt die Zurechnung in Vertretung der Miterben auf die Erbengemeinschaft (&sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Inhaltsadressat der Feststellung des Grundbesitzwertes (&sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG) ist der Erbe, f&uuml;r dessen Besteuerung die Feststellung des Grundbesitzwertes von Bedeutung ist. &sect;&nbsp;151 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 BewG regelt den Fall der gesonderten und einheitlichen Feststellung des Grundbesitzwertes bei mehreren Erben. Die Regelung soll bewirken, dass der Feststellungsbescheid f&uuml;r die durch die Erbengemeinschaft vertretenen Miterben Bindungswirkung hinsichtlich der Art der wirtschaftlichen Einheit und des festgestellten Wertes hat sowie dar&uuml;ber, dass die wirtschaftliche Einheit allen Miterben zuzurechnen ist (BTDrucks 16\/7918, S.&nbsp;40). Damit wird die Erbengemeinschaft jedoch nicht zum Inhaltsadressaten des Feststellungsbescheids, denn die zu treffenden Feststellungen sind nicht f&uuml;r die Besteuerung der Erbengemeinschaft selbst, sondern bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer gegen die von den Feststellungen betroffenen Miterben von Bedeutung. Inhaltsadressaten der gesonderten Feststellung bleiben die Miterben auch, wenn die Feststellung gegen&uuml;ber der Erbengemeinschaft in Vertretung f&uuml;r die Miterben erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Miterben sind als Steuerschuldner der Erbschaftsteuer auch am Feststellungsverfahren beteiligt. F&uuml;r Bewertungsstichtage nach dem 30.&nbsp;Juni 2011 (vgl. &sect;&nbsp;205 Abs.&nbsp;1 BewG i.d.F. des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 vom 1.&nbsp;November 2011, BGBl I 2011, 2131, &#8211;BewG&nbsp;n.F.&#8211;) folgt dies ausdr&uuml;cklich aus &sect;&nbsp;154 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 BewG&nbsp;n.F., wonach diejenigen, die eine Steuer schulden, f&uuml;r die die Wertfeststellung von Bedeutung ist, am Feststellungsverfahren beteiligt sind. F&uuml;r fr&uuml;here Bewertungsstichtage folgt dies aus der Rechtsprechung des BFH, wonach den in Betracht kommenden Steuerschuldnern der Gegenstand der Wertfeststellung i.S. des &sect;&nbsp;154 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 BewG zuzurechnen ist und diese Steuerpflichtigen am Feststellungsverfahren beteiligt sind (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2011 II&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 234, 107, BStBl II 2012, 5, Rz&nbsp;24 und&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes bei mehreren Miterben muss klar und eindeutig entnommen werden k&ouml;nnen, gegen welche Beteiligten der Erbengemeinschaft sich die Feststellungen richten. Dabei ist es ausreichend, wenn sich die Beteiligten zwar nicht aus dem Adressfeld, wohl aber aus dem weiteren Inhalt des Bescheids ergeben, z.B. aus einer Anlage (vgl. Brandis in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;179 AO Rz&nbsp;8, m.w.N.), aus den Erl&auml;uterungen des Bescheids oder aus einem in Bezug genommenen Bericht &uuml;ber eine Au&szlig;enpr&uuml;fung (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;November 2005 III&nbsp;R&nbsp;8\/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Formalismus und Wortklauberei sind unangebracht; entscheidend ist vielmehr, ob sich der Inhaltsadressat sicher identifizieren l&auml;sst (BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 73). Daher ist die Bezeichnung Erbengemeinschaft mit dem Zusatz der Namen der Erben ausreichend, denn die Mitglieder der Erbengemeinschaft k&ouml;nnen einem solchen Bescheid entnehmen, dass dieser sich gegen sie als Erbengemeinschaft richtet (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Letztlich k&ouml;nnen an die Bezeichnung des Inhaltsadressaten bei einem Feststellungsbescheid keine geringeren Anforderungen gestellt werden als in den F&auml;llen, in denen gegen die Erbengemeinschaft &#8211;ausnahmsweise&#8211; als Steuerschuldnerin oder Gesamtrechtsnachfolgerin des Steuerschuldners Steuerbescheide erlassen werden. Auch in diesen F&auml;llen muss der an die Erbengemeinschaft gerichtete Steuerbescheid mangels Rechtsf&auml;higkeit der Erbengemeinschaft zur Identifizierung grunds&auml;tzlich den Namen des Erblassers und die Namen der einzelnen Miterben enthalten (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 1972 II&nbsp;R&nbsp;42\/67, BFHE 108, 257, BStBl II 1973, 372, zur Grunderwerbsteuer, und BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;November 1987 V&nbsp;B&nbsp;111\/87, BFH\/NV 1988, 682, zur Umsatzsteuer). Die Finanzverwaltung folgt dieser Rechtsprechung (vgl. 2.4.1.3 des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung zu &sect;&nbsp;122).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus &sect;&nbsp;154 Abs.&nbsp;3 BewG kann nicht hergeleitet werden, dass die Bezeichnung der Miterben im Feststellungsbescheid entbehrlich w&auml;re. Diese Vorschrift enth&auml;lt lediglich Regelungen &uuml;ber die (erleichterte) Bekanntgabe des Feststellungsbescheids, trifft aber keine Regelung &uuml;ber dessen Inhaltsadressaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Im Streitfall ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass der Feststellungsbescheid vom 26.&nbsp;Mai 2011 den Inhaltsadressaten nicht hinreichend genau bezeichnet und daher nichtig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder aus dem Adressfeld, noch aus der Bezeichnung &quot;O-Erbengemeinschaft&quot; noch aus den weiteren Erl&auml;uterungen des Bescheids l&auml;sst sich entnehmen, aus welchen Mitgliedern die Erbengemeinschaft besteht. Der Bescheid enth&auml;lt zwar den Hinweis, dass er mit Wirkung f&uuml;r und gegen alle Mitglieder der Erbengemeinschaft ergeht. Namentlich bezeichnet sind die Miterben jedoch nicht. Es kann dahinstehen, ob die sp&auml;tere Bezeichnung in der Einspruchsentscheidung den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gt, denn eine Heilung der mangelnden Bezeichnung der Inhaltsadressaten in der Einspruchsentscheidung war nicht m&ouml;glich (BFH-Urteil in BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;122 AO Rz&nbsp;19, &sect;&nbsp;125 AO Rz&nbsp;7; S&ouml;hn in HHSp, a.a.O., &sect;&nbsp;179 AO Rz&nbsp;162).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.9.2015, II R 31\/13 Gesonderte und einheitliche Feststellung des Grundbesitzwertes gegen&uuml;ber mehreren Miterben &#8211; Nichtigkeit des Feststellungsbescheids bei unzureichender Benennung der Inhaltsadressaten Leits&auml;tze 1. Feststellungsbescheide m&uuml;ssen ebenso wie Steuerbescheide hinreichend deutlich erkennen lassen, f&uuml;r wen sie inhaltlich bestimmt sind. 2. 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