{"id":6539,"date":"2012-11-30T16:08:11","date_gmt":"2012-11-30T14:08:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6539"},"modified":"2012-11-30T16:08:11","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:11","slug":"vii-b-47-11-zessionar-als-vorrangiger-rueckforderungsschuldner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-47-11-zessionar-als-vorrangiger-rueckforderungsschuldner\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;47\/11 &#8211; Zessionar als vorrangiger R&uuml;ckforderungsschuldner"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, VII B 47\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zessionar als vorrangiger R&uuml;ckforderungsschuldner<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zugunsten der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist durch Beschluss des Amtsgerichts ein Erstattungsanspruch des X betreffend Einkommensteuer, Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchensteuer 2007 in H&ouml;he von rd. &#8230; EUR gepf&auml;ndet worden. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat diesen Betrag aufgrund der Pf&auml;ndung an die Kl&auml;gerin ausgezahlt. Er hat jedoch sp&auml;ter festgestellt, dass das Erstattungsguthaben, das auf &uuml;berzahlter Lohnsteuer beruhte, Frau X zugestanden hat und den angefochtenen R&uuml;ckforderungsbescheid erlassen. Die hiergegen gerichtete Klage hat das Finanzgericht (FG) abgewiesen. Es f&uuml;hrt in seinem Urteil u.a. aus, sei aufgrund eines Pf&auml;ndungs- und &Uuml;berweisungsbeschlusses eine Steuererstattung ohne Rechtsgrund an den Pf&auml;ndungsgl&auml;ubiger gezahlt worden, so k&ouml;nne dieser &#8211;ebenso wie der Pf&auml;ndungsschuldner&#8211; in Anspruch genommen werden. Die Ermessensentscheidung des FA, im Streitfall die Kl&auml;gerin in Anspruch zu nehmen, sei rechtlich nicht zu beanstanden. Sie sei vom FA damit begr&uuml;ndet worden, dass die R&uuml;ckforderung bei demjenigen, der den Erstattungsbetrag vereinnahmt hat, f&uuml;r die Finanzverwaltung einfacher und erfolgversprechender sei als die Inanspruchnahme des Pf&auml;ndungsschuldners. Das sei eine ausreichende Ermessenserw&auml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Nichtzulassung der Revision in diesem Urteil richtet sich die Beschwerde der Kl&auml;gerin, die der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung beimisst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde (&sect; 116 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist, sofern man von Bedenken wegen einer den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;genden Begr&uuml;ndung absehen und die Beschwerde damit als zul&auml;ssig ansehen kann, unbegr&uuml;ndet. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 oder Nr. 2 FGO zuzulassen. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der beschlie&szlig;ende Senat entnimmt dem Beschwerdevorbringen, dass die Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren die Frage gekl&auml;rt wissen m&ouml;chte, ob es, gemessen am Zweck des &sect; 37 Abs. 2 Satz 3 der Abgabenordnung (AO), eine ausreichende Begr&uuml;ndung der Ermessensentscheidung, den Pf&auml;ndungsgl&auml;ubiger anstelle des Pf&auml;ndungsschuldners in Anspruch zu nehmen, sei, darauf abzustellen, jenem sei der Erstattungsbetrag zugeflossen. Diese Frage ist indes zweifellos zu bejahen, sodass sie nicht der Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Wortlaut vorgenannter Vorschrift legt nahe, dass der Pf&auml;ndungsschuldner nach Vorstellung des Gesetzgebers nur subsidi&auml;r f&uuml;r die R&uuml;ckzahlung eines an den Pf&auml;ndungsgl&auml;ubiger ausgezahlten Erstattungsbetrages einstehen soll. Dementsprechend wird, wie die entsprechenden Nachweise im FG-Urteil zeigen, weder im Schrifttum noch in der zu diesem Problem bisher ergangenen Rechtsprechung die Auffassung vertreten, der Pf&auml;ndungsschuldner bzw. der Zedent einer Erstattungsforderung sei vorrangig vor dem Pf&auml;ndungsgl&auml;ubiger bzw. dem Zessionar in Anspruch zu nehmen. Dessen Inanspruchnahme ist grunds&auml;tzlich Vorrang vor der Inanspruchnahme des Pf&auml;ndungsschuldners\/Zedenten einzur&auml;umen (vgl. Senatsurteil vom 19. August 2008 VII R 36\/07, BFHE 222, 205, BStBl II 2009, 90, auf das bereits das FG hingewiesen hat) bzw. &sect; 37 Abs. 2 Satz 3 AO ein diesbez&uuml;glich intendiertes Ermessen zu entnehmen. So wenig wie in dem letzten Fall die Inanspruchnahme des Pf&auml;ndungsgl&auml;ubigers\/Zessionars &uuml;berhaupt einer Begr&uuml;ndung der diesbez&uuml;glichen Auswahlentscheidung bed&uuml;rfte, so wenig kann es unter der Annahme, Pf&auml;ndungsschuldner und Pf&auml;ndungsgl&auml;ubiger st&uuml;nden gleichrangig als m&ouml;gliche Schuldner eines Erstattungsanspruchs nebeneinander, einer weiteren oder eingehenderen Begr&uuml;ndung der Auswahlentscheidung zulasten des Letzteren bed&uuml;rfen als derjenigen, dass dieser den Erstattungsbetrag tats&auml;chlich erhalten habe und dadurch durch die rechtsgrundlose Ma&szlig;nahme des FA am meisten beg&uuml;nstigt sei. Weshalb, wie die Beschwerde meint, damit keine Auswahlentscheidung getroffen bzw. f&uuml;r eine solche Entscheidung keine nachvollziehbare Begr&uuml;ndung gegeben worden sein soll, vermag der beschlie&szlig;ende Senat nicht erkennen. Denn diese, vom FG als ausreichend angesehene Begr&uuml;ndung stellt nicht infrage, dass nach &sect; 37 Abs. 2 AO f&uuml;r die R&uuml;ckforderung des Erstattungsbetrages grunds&auml;tzlich zwei Schuldner zur Verf&uuml;gung stehen und die Finanzbeh&ouml;rde zwischen diesen beiden eine Auswahl nach ihrem Ermessen treffen muss. Wenn sie diese Auswahl gleichsam ohne Ansehen des Einzelfalls danach trifft, wer den Erstattungsbetrag tats&auml;chlich erhalten hat, folgt sie damit lediglich &#8211;in einer dem Gleichheitssatz entsprechenden Weise&#8211; einer von ihr (wenn denn nicht schon vom Gesetz) aufgestellten Ermessensrichtlinie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2012, VII B 47\/11 Zessionar als vorrangiger R&uuml;ckforderungsschuldner Tatbestand 1&nbsp; I. 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Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat diesen Betrag aufgrund der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-47-11-zessionar-als-vorrangiger-rueckforderungsschuldner\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;47\/11 &#8211; Zessionar als vorrangiger R&uuml;ckforderungsschuldner<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6539","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6539"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6539\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}