{"id":65392,"date":"2015-12-02T09:51:58","date_gmt":"2015-12-02T07:51:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65392"},"modified":"2015-12-02T09:51:58","modified_gmt":"2015-12-02T07:51:58","slug":"x-r-32-13-verteilung-eines-uebergangsgewinns-par-163-ao-korrekturen-bei-uebergang-von-der-einnahmen-ueberschuss-rechnung-zum-betriebsvermoegensvergleich-billigkeitsentscheidung-als-sonstiger-verwaltun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-32-13-verteilung-eines-uebergangsgewinns-par-163-ao-korrekturen-bei-uebergang-von-der-einnahmen-ueberschuss-rechnung-zum-betriebsvermoegensvergleich-billigkeitsentscheidung-als-sonstiger-verwaltun\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;32\/13 &#8211; Verteilung eines &Uuml;bergangsgewinns &#8211; &sect; 163 AO &#8211; Korrekturen bei &Uuml;bergang von der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung zum Betriebsverm&ouml;gensvergleich &#8211; Billigkeitsentscheidung als sonstiger Verwaltungsakt &#8211; keine Bindung an Tatsachengericht bei Pr&uuml;fung der Frage, ob der Inhalt einer beh&ouml;rdlichen Erkl&auml;rung einen Verwaltungsakt darstellt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2015, X R 32\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Verteilung eines &Uuml;bergangsgewinns &#8211; &sect; 163 AO &#8211; Korrekturen bei &Uuml;bergang von der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung zum Betriebsverm&ouml;gensvergleich &#8211; Billigkeitsentscheidung als sonstiger Verwaltungsakt &#8211; keine Bindung an Tatsachengericht bei Pr&uuml;fung der Frage, ob der Inhalt einer beh&ouml;rdlichen Erkl&auml;rung einen Verwaltungsakt darstellt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Billigkeitsentscheidung &uuml;ber die Verteilung eines &Uuml;bergangsgewinns bindet auch hinsichtlich dessen H&ouml;he.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Billigkeitsentscheidung kann in dem Steuerbescheid des &Uuml;bergangsjahres enthalten sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 30. April 2013&nbsp;&nbsp;9 K 9114\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr mit einem Handelsunternehmen Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Er ermittelte bis 2006 seinen Gewinn durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung, seit 2007 durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 2007 reichte er die Er&ouml;ffnungsbilanz zum 1.&nbsp;Januar 2007 ein und erkl&auml;rte einen &Uuml;bergangsgewinn von 86.568,79&nbsp;EUR, den er auf die n&auml;chsten Veranlagungsjahre, beginnend mit 2007, verteilen wolle. Auf seine Steuererkl&auml;rung setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Einkommensteuer und Gewerbesteuermessbetrag 2007 bei laufenden Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 65.751&nbsp;EUR mit unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Bescheiden vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2009 antragsgem&auml;&szlig; fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kurz darauf f&uuml;hrte das FA eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007 durch. In dem Pr&uuml;fungsbericht vom 4.&nbsp;Mai 2009 errechnete der Pr&uuml;fer unter Tz.&nbsp;13 einen &Uuml;bergangsgewinn von 95.568,79&nbsp;EUR (&quot;+9.000&nbsp;EUR &sect;7g-R&uuml;cklage&quot;) und vermerkte dazu &quot;Ansatz mit 1\/3 = 31.856,26&nbsp;EUR\/Jahr 2007-2009&quot;. Unter Aufhebung des Nachpr&uuml;fungsvorbehalts erging am 9.&nbsp;Juni 2009 ein ge&auml;nderter Einkommensteuerbescheid 2007, in dessen Erl&auml;uterungen es hei&szlig;t: &quot;Der Festsetzung\/Feststellung liegen die Ergebnisse der bei Ihnen durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung zu Grunde (siehe Pr&uuml;fungsbericht vom 4.05.2009).&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit wiederum unter Nachpr&uuml;fungsvorbehalt stehenden Bescheiden vom 14.&nbsp;September 2010 bzw. vom 10.&nbsp;September 2010 setzte das FA die Einkommensteuer bzw. den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres 2008 in der Weise fest, dass es den erkl&auml;rten Gewinn um 31.856&nbsp;EUR (1\/3 des &Uuml;bergangsgewinns) erh&ouml;hte. Seinen Einspruch, mit dem er eine Erh&ouml;hung um nur 28.856&nbsp;EUR begehrte (dem urspr&uuml;nglich erkl&auml;rten &Uuml;bergangsgewinn entsprechend) nahm der Kl&auml;ger mit Eingang 1.&nbsp;Februar 2011 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit am 1.&nbsp;April 2011 eingegangenen Schrifts&auml;tzen beantragte der nunmehr anderweit vertretene Kl&auml;ger die &Auml;nderung der Einkommensteuer- und der Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r 2007 und 2008 und legte eine ge&auml;nderte &Uuml;bergangsgewinnberechnung vor. Die Er&ouml;ffnungsbilanz und der ermittelte &Uuml;bergangsgewinn zum 1.&nbsp;Januar 2007 seien unzutreffend. Zutreffend sei ein &Uuml;bergangsverlust in H&ouml;he von 12.374,90&nbsp;EUR. Das FA lehnte alle Antr&auml;ge mit Bescheid vom 7.&nbsp;April 2011 und f&uuml;r das Jahr 2007 mit Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Mai 2011 ab, da eine &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) nicht bestehe. Im &Uuml;brigen sei wegen der fehlenden &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r 2007 der ermittelte &Uuml;bergangsgewinn auch f&uuml;r 2008 und 2009 ma&szlig;geblich. Mit seinem Einspruch hinsichtlich des Jahres 2008 machte der Kl&auml;ger geltend, mangels gesonderter Feststellung &uuml;ber die Ermittlung und Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns gebe es keine Bindungswirkung f&uuml;r die Jahre 2008 und 2009. Mit Einspruchsentscheidung vom 20.&nbsp;September 2011 wies das FA den Einspruch in diesem Punkte ebenfalls zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben. Es existiere keine Rechtsgrundlage, den Gewinn des Jahres 2008 um einen anteiligen &Uuml;bergangsgewinn aus dem Jahre 2007 zu erh&ouml;hen. Ein Grundlagenbescheid &uuml;ber eine abweichende Festsetzung nach &sect;&nbsp;163 AO sei auch im Rahmen des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das &Uuml;bergangsjahr 2007 nicht ergangen. Allein die nur anteilige Ber&uuml;cksichtigung des &Uuml;bergangsgewinns gen&uuml;ge nicht, da die Berechnung kein regelnder Ausspruch sei. Dies sei in der finanzgerichtlichen Rechtsprechung bereits mehrfach entschieden worden. Ebenso wenig sei der allgemeine Hinweis auf die Ergebnisse der Au&szlig;enpr&uuml;fung ausreichend, da dieser Hinweis generell Bescheiden nach Au&szlig;enpr&uuml;fung beigef&uuml;gt werde. Unerheblich sei, ob ein konkreter Hinweis auf Tz.&nbsp;13 des Pr&uuml;fungsberichts gen&uuml;gt h&auml;tte, da ein solcher fehle. Dies werde durch den Vortrag des FA, bereits der Pr&uuml;fungsbericht habe ggf. den Grundlagenbescheid enthalten, best&auml;tigt, denn der erforderliche konkrete regelnde Ausspruch k&ouml;nne nicht wahlweise im Pr&uuml;fungsbericht oder im Bescheid nach Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangen sein. Der Pr&uuml;fungsbericht enthalte aber wie &uuml;blich nur die der nachfolgenden Veranlagung zugrunde zu legenden Werte und lasse selbst keinen entsprechenden Regelungswillen erkennen. Die &Uuml;bereinstimmung der Beteiligten &uuml;ber die Pr&uuml;fungsfeststellungen ersetze den Grundlagenbescheid nicht. Es versto&szlig;e auch nicht gegen Treu und Glauben, wenn der Kl&auml;ger sich nunmehr auf den fehlenden Grundlagenbescheid berufe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das FA geltend, die Bestandskraft der Veranlagung des &Uuml;bergangsjahres 2007 binde hinsichtlich H&ouml;he und Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns f&uuml;r die Folgejahre 2008 und 2009, selbst wenn dieser fehlerhaft ermittelt worden sei (grundlegend Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5.&nbsp;Oktober 1973 VIII&nbsp;R&nbsp;20\/68, BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303). Zudem k&ouml;nne der Bescheid des &Uuml;bergangsjahres auch ohne ausdr&uuml;cklichen Hinweis auf eine Billigkeitsma&szlig;nahme eine solche enthalten (dazu BFH-Beschluss nach &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211; vom 12.&nbsp;Juli 2012 I&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 237, 307, BStBl II 2015, 175). W&auml;hrend das FG alle Aspekte jeweils isoliert betrachtet habe, k&ouml;nne tats&auml;chlich der bestandskr&auml;ftige Bescheid 2007 bei der gebotenen Gesamtschau aller Umst&auml;nde nur so ausgelegt werden, dass er auch den die Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns regelnden Grundlagenbescheid nach &sect;&nbsp;163 AO enthalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe bei der Auslegung des Bescheids 2007 die dazu in der BFH-Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tze zutreffend angewandt und die Existenz eines Grundlagenbescheids verneint. Allein die M&ouml;glichkeit, aus der H&ouml;he der Steuerfestsetzung auf die anteilige Ber&uuml;cksichtigung des &Uuml;bergangsgewinns zu schlie&szlig;en, gen&uuml;ge nicht, da dies nicht erkennen lasse, inwieweit auch in den Folgejahren von der gesetzlichen Steuer abgewichen werden solle. Der Verweis auf die Ergebnisse der Au&szlig;enpr&uuml;fung sei in allen Steuerbescheiden nach Au&szlig;enpr&uuml;fung enthalten. Nachdem das FA selbst vorgetragen habe, schon der Pr&uuml;fungsbericht enthalte die Billigkeitsentscheidung, fehle dem Bescheid 2007 auch der Regelungswille, da die Regelung nach Auffassung des FA bereits getroffen war. Das BFH-Urteil in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303 betreffe noch den Geltungsbereich der Reichsabgabenordnung (RAO), nach der die Billigkeitsentscheidung keinen selbst&auml;ndigen Verwaltungsakt darstellte. Daraus lasse sich nichts herleiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die Revision des FA ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen. Das FA hat zu Recht im Streitjahr 2008 ein Drittel des &Uuml;bergangsgewinns angesetzt, der bereits der Veranlagung 2007 zugrunde lag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch den Wechsel von der Gewinnermittlung durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung zur Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ist im Jahre 2007 ein &Uuml;bergangsgewinn entstanden, der grunds&auml;tzlich in diesem Jahr zu versteuern w&auml;re (dazu 1.). Ist jedoch eine Billigkeitsentscheidung dar&uuml;ber getroffen worden, dass der &Uuml;bergangsgewinn in bestimmter H&ouml;he auf mehrere Jahre verteilt wird, so bindet diese auch f&uuml;r die Folgejahre und ist in deren Veranlagungen zu &uuml;bernehmen (dazu 2.). Diese Entscheidung kann nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO mit der Steuerfestsetzung des &Uuml;bergangsjahres verbunden und zudem konkludent ausgesprochen werden (dazu 3.). Im Streitfall hat das FA im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung 2007 eine solche Entscheidung getroffen, die f&uuml;r das Streitjahr 2008 zu ber&uuml;cksichtigen ist (dazu 4.), ohne dass etwa vorzunehmende Bilanzberichtigungen des Jahres 2008 hieran etwas &auml;ndern k&ouml;nnten (dazu 5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wechselt der Steuerpflichtige die Gewinnermittlungsart, ist ein &Uuml;bergangsgewinn zu ermitteln, der auch ein &Uuml;bergangsverlust sein kann. Da die verschiedenen Gewinnermittlungsarten wegen des Zufluss-Abfluss-Prinzips auf der einen Seite und des Realisationsprinzips auf der anderen Seite zu unterschiedlichen Periodengewinnen f&uuml;hren k&ouml;nnen, sind Zu- und Abrechnungen vorzunehmen, damit sich Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle weder doppelt noch &uuml;berhaupt nicht auswirken (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;September 2001 IV&nbsp;R&nbsp;13\/01, BFHE 196, 546, BStBl II 2002, 287, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem &Uuml;bergang von der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung zum Betriebsverm&ouml;gensvergleich sind die Korrekturen im Jahr des &Uuml;bergangs vorzunehmen. F&auml;llt der Wechsel mit dem Wechsel des Wirtschaftsjahres zusammen, so ist der &Uuml;bergangsgewinn in dem neuen Wirtschaftsjahr zu erfassen, da es sich bereits um einen Teil des durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermittelten Gewinns handelt (vgl. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Juni 1970 IV&nbsp;340\/65, BFHE 99, 531, BStBl II 1970, 755, und vom 1.&nbsp;Juli 1981 I&nbsp;R&nbsp;134\/78, BFHE 134, 20, BStBl II 1981, 780, sowie der dem BFH-Urteil in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303 zugrunde liegende Sachverhalt), und zwar um einen Teil des laufenden Gewerbeertrags (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 1972 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/67, BFHE 108, 39, BStBl II 1973, 233). Mithin war bei dem Kl&auml;ger im Jahr 2007 ein &Uuml;bergangsgewinn zu ermitteln und in diesem Jahr grunds&auml;tzlich auch zu versteuern. Dies steht prinzipiell zwischen den Beteiligten nicht im Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Entscheidung der Finanzbeh&ouml;rde nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO &uuml;ber H&ouml;he und Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns auf mehrere Jahre ist in die Veranlagungen aller betroffenen Jahre zu &uuml;bernehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO kann mit Zustimmung des Steuerpflichtigen bei Steuern vom Einkommen zugelassen werden, dass einzelne Besteuerungsgrundlagen, soweit sie die Steuer erh&ouml;hen, bei der Steuerfestsetzung erst zu einer sp&auml;teren Zeit ber&uuml;cksichtigt werden. Eine solche Ma&szlig;nahme wirkt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO, soweit sie die gewerblichen Eink&uuml;nfte als Grundlage f&uuml;r die Festsetzung der Steuer vom Einkommen beeinflusst, auch f&uuml;r den Gewerbeertrag als Grundlage f&uuml;r die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags. Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO kann die Entscheidung &uuml;ber die abweichende Festsetzung mit der Steuerfestsetzung verbunden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzverwaltung hat diese Regelungen f&uuml;r &Uuml;bergangsgewinne im Rahmen der Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) ausgef&uuml;llt. Nach der heutigen R&nbsp;4.6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStR 2014 (insoweit wortgleich mit der in den Jahren 2007 bis 2009 geltenden R&nbsp;4.6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStR) kann bei dem &Uuml;bergang zur Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich zur Vermeidung von H&auml;rten auf Antrag des Steuerpflichtigen der &Uuml;bergangsgewinn (Saldo aus Zu- und Abrechnungen) gleichm&auml;&szlig;ig entweder auf das Jahr des &Uuml;bergangs und das folgende Jahr oder auf das Jahr des &Uuml;bergangs und die beiden folgenden Jahre verteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Entscheidung &uuml;ber die in der abweichenden Verteilung liegende Billigkeitsma&szlig;nahme ist nach der AO auch dann Gegenstand eines gesonderten Verwaltungsverfahrens und damit eines gesonderten Bescheids, wenn &auml;u&szlig;erlich beide Entscheidungen in einem Bescheid zusammengefasst werden. &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO regelt dies zwar nicht unmittelbar, setzt es aber voraus. Der Bescheid betreffend die Billigkeitsma&szlig;nahme ist seinerseits ein f&uuml;r die Festsetzung einer Steuer bindender Verwaltungsakt und damit Grundlagenbescheid f&uuml;r die Steuerfestsetzung i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO, die folglich nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO anzupassen ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;September 2000 IV&nbsp;R&nbsp;54\/99, BFHE 193, 301, BStBl II 2001, 178; vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;33\/02, BFHE 205, 270, BStBl II 2004, 927, m.w.N.; von Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;163 AO Rz&nbsp;136&nbsp;ff.; Oellerich in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;218; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;163 AO Rz&nbsp;20&nbsp;f.; Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;37, 38; Klein\/R&uuml;sken, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;2, 125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bindungswirkung einer Billigkeitsentscheidung, die den &Uuml;bergangsgewinn auf mehrere Jahre verteilt, bezieht sich nicht nur auf die Verteilung, sondern erstreckt sich auch auf die H&ouml;he dieses Gewinns.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH ist w&auml;hrend des Geltungsbereichs der RAO davon ausgegangen, dass der &Uuml;bergangsgewinn ausschlie&szlig;lich im Rahmen der Veranlagung des &Uuml;bergangsjahres zu ermitteln war. Wenn er dort ber&uuml;cksichtigt wurde und diese Veranlagung in Bestandskraft erwuchs, so war die Berichtigung des &Uuml;bergangsgewinns nur im Rahmen der verfahrensrechtlichen &Auml;nderungsvorschriften m&ouml;glich. Nichts anderes galt, wenn der &Uuml;bergangsgewinn aus Billigkeitsgr&uuml;nden auf mehrere Jahre verteilt wurde. Mit der Veranlagung des &Uuml;bergangsjahres wurde bindend auch &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns und damit &uuml;ber die H&ouml;he des in den Folgejahren zu ber&uuml;cksichtigenden &Uuml;bergangsgewinnanteils entschieden. War die Veranlagung des &Uuml;bergangsjahres bestandskr&auml;ftig, so war folglich in den Steuerfestsetzungen der Folgejahre eine berichtigte Ermittlung des &Uuml;bergangsgewinns nicht mehr m&ouml;glich (im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Indes betrachtete der BFH, worauf der Kl&auml;ger zu Recht hinweist, in der Zeit vor Inkrafttreten der AO die Entscheidung &uuml;ber die Billigkeitsma&szlig;nahme nicht als selbst&auml;ndig anfechtbaren Verwaltungsakt. Die Billigkeitspr&uuml;fung war in das Veranlagungsverfahren integriert und so Bestandteil eines insgesamt eingleisigen Verfahrens (vgl. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Mai 1971 IV&nbsp;R&nbsp;59\/69, BFHE 102, 493, BStBl II 1971, 664, sowie in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303). Es w&auml;re bei diesem Verst&auml;ndnis nicht erforderlich und nur schwer m&ouml;glich gewesen, hinsichtlich Reichweite und Bindungswirkung zwischen der Billigkeitsentscheidung auf der einen Seite und der Steuerfestsetzung bzw. Feststellung auf der anderen Seite zu differenzieren. Die entsprechende Frage stellte sich schon nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach Auffassung des Senats gelten die Grunds&auml;tze des BFH-Urteils in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303 auch nach Einf&uuml;hrung des zweigleisigen Verfahrens durch die AO mit der Ma&szlig;gabe fort, dass eine Billigkeitsentscheidung, die den &Uuml;bergangsgewinn auf zwei oder drei Jahre verteilt, sowohl &uuml;ber die Verteilung als auch &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns eine &#8211;bindende&#8211; Entscheidung trifft. Soweit es die Verteilung betrifft, folgt dies unmittelbar und unproblematisch aus &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO. Die Zuordnung von Teilen des &Uuml;bergangsgewinns auf ein oder zwei sp&auml;tere Jahre ist die teilweise Ber&uuml;cksichtigung des &#8211;die Steuer erh&ouml;henden&#8211; &Uuml;bergangsgewinns zu einer sp&auml;teren Zeit im Sinne dieser Vorschrift. Damit ist die Verteilung notwendiger Regelungsgegenstand einer entsprechenden Billigkeitsentscheidung. Mit ihr ist aber die Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he des zu verteilenden &Uuml;bergangsgewinns untrennbar verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar &auml;ndert eine Verteilung im Billigkeitswege nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO bzw. R&nbsp;4.6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 bzw. 4 EStR die H&ouml;he des insgesamt zu ber&uuml;cksichtigenden &Uuml;bergangsgewinns nicht. Es handelt sich um eine Besteuerungsgrundlage, die ihrerseits den gesetzlichen Vorschriften entsprechend ermittelt und angesetzt wird. Dies spr&auml;che grunds&auml;tzlich daf&uuml;r, die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns nicht als Teil des regelnden Inhalts einer Billigkeitsentscheidung anzusehen und folglich auch nicht an deren Bindungswirkung teilhaben zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Verteilung einer Besteuerungsgrundlage setzt aber denknotwendig diese Besteuerungsgrundlage voraus und folgt ihr nach. Die H&ouml;he des zu verteilenden Gewinns ist erst Grundlage f&uuml;r eine Entscheidung, insbesondere eine ermessensgerechte Entscheidung &uuml;ber die Verteilung. &quot;H&ouml;he und Verteilung&quot; eines &Uuml;bergangsgewinns sind zwei untrennbare Bestandteile ein und derselben Entscheidung. Wie aus &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO als ma&szlig;gebender gesetzlicher Grundlage deutlich wird, ist Gegenstand der Billigkeitsma&szlig;nahme nicht die &quot;Verteilung&quot; von Gewinnen oder Besteuerungsgrundlagen, sondern die Ber&uuml;cksichtigung einer einzelnen Besteuerungsgrundlage zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt. Im Falle eines nach Ma&szlig;gabe von R&nbsp;4.6 EStR verteilten &Uuml;bergangsgewinns enth&auml;lt also eine Billigkeitsma&szlig;nahme die Entscheidung, dass die H&auml;lfte bzw. zwei Drittel dieses Gewinns in dem dem &Uuml;bergangsjahr folgenden bzw. jeweils zur H&auml;lfte in den beiden dem &Uuml;bergangsjahr folgenden Jahren zu ber&uuml;cksichtigen ist. Eine Entscheidung &uuml;ber die Ber&uuml;cksichtigung einer Besteuerungsgrundlage, hier eines anteiligen &Uuml;bergangsgewinns, in einem sp&auml;teren Zeitpunkt schlie&szlig;t aber die Entscheidung &uuml;ber diese Besteuerungsgrundlage selbst ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das zeigt sich bereits daran, dass &uuml;ber die Verteilung eines &Uuml;bergangsverlusts nach anderen Kriterien zu entscheiden w&auml;re als &uuml;ber die Verteilung eines &Uuml;bergangsgewinns. Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO d&uuml;rfte ein &Uuml;bergangsverlust, da er die Steuer mindert, nicht zu einem sp&auml;teren, sondern nur zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt ber&uuml;cksichtigt werden (so auch ausdr&uuml;cklich Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;163 AO Rz&nbsp;17). Nach Verwaltungsauffassung gilt nichts anderes (vgl. H&nbsp;4.6 &quot;Keine Verteilung des &Uuml;bergangsverlusts&quot;; gebilligt durch BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 242, 134, BStBl II 2013, 820). Wenn sich etwa im Rahmen des Veranlagungsverfahrens in einem der Verteilungsjahre herausstellte, dass statt eines &Uuml;bergangsgewinns ein &Uuml;bergangsverlust eingetreten ist und die Billigkeitsentscheidung hinsichtlich der Verteilung, nicht aber hinsichtlich der H&ouml;he Bindungswirkung entfaltete, so entst&uuml;nden verfahrensrechtliche Wertungswiderspr&uuml;che. Es w&auml;re entweder entgegen &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO ein Verlust auf Folgejahre zu verteilen oder der zu verteilende &Uuml;bergangsgewinn zur Vermeidung von Konflikten mit &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO mit mindestens Null anzusetzen oder aber die Billigkeitsentscheidung &uuml;ber die Verteilung aufzuheben. Aber auch im Falle eines positiven &Uuml;bergangsgewinns kann eine sinnvolle Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Verteilung zur Vermeidung von H&auml;rten erforderlich ist, nur bei Kenntnis der H&ouml;he dieses Gewinns getroffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Jede anderweitige L&ouml;sung w&auml;re verfahrensrechtlich mit erheblichen Schwierigkeiten behaftet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Das gilt zun&auml;chst f&uuml;r die denkbare M&ouml;glichkeit, dass im Rahmen der Steuerfestsetzung oder Feststellung des &Uuml;bergangsjahres &#8211;und nicht im Rahmen der Billigkeitsentscheidung&#8211; bindend auch f&uuml;r die Folgejahre der Verteilung &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns entschieden wird. Die Feststellung der Besteuerungsgrundlagen bildet nach &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO einen mit Rechtsbehelfen nicht selbst&auml;ndig anfechtbaren Teil des Steuerbescheids, soweit die Besteuerungsgrundlagen nicht gesondert festgestellt werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass die einzelne Besteuerungsgrundlage nicht mit dem Steuerbescheid in Bestandskraft erw&auml;chst. Wenn dem Steuerbescheid des &Uuml;bergangsjahres hinsichtlich der H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns isolierte Bindungswirkung beigemessen w&uuml;rde, so w&auml;re dies in der Sache eine solche gesonderte Feststellung. Daf&uuml;r bed&uuml;rfte es aber nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1 AO einer Rechtsgrundlage. Als solche k&auml;me allein &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO in Betracht. &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 AO enth&auml;lt zwar eine Verordnungserm&auml;chtigung zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen, die sich erst sp&auml;ter auswirken. Darunter w&auml;re auch ein zu verteilender &Uuml;bergangsgewinn zu verstehen. Die Verordnung &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;2 AO enth&auml;lt aber eine entsprechende Vorschrift nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Das gilt aber auch f&uuml;r die weitere denkbare M&ouml;glichkeit, dass &uuml;berhaupt keine jahres&uuml;bergreifend bindende Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns getroffen, vielmehr in allen Verteilungsjahren selbst&auml;ndig und ohne Bindung an die Beurteilung des\/der anderen Jahre(s) &uuml;ber die H&ouml;he des (anteiligen) &Uuml;bergangsgewinns entschieden wird. Mit diesem Ergebnis w&auml;re eine Billigkeitsma&szlig;nahme nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO mit Folgen verbunden, die ihr nicht zukommen und von dem Gesetz nicht gedeckt sind, und zwar auch und gerade dann, wenn die Billigkeitsentscheidung auf die Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns und nicht dessen H&ouml;he abzielt (s.o. unter (1)). Wenn die Verteilung materiell-rechtlich oder verfahrensrechtlich dazu f&uuml;hrte, dass ein &Uuml;bergangsgewinn in anderer H&ouml;he zugrunde gelegt w&uuml;rde als ohne Verteilung, so reichte dies &uuml;ber die mit der Billigkeitsma&szlig;nahme verfolgten Zwecke hinaus. Dazu kann es aber kommen, wenn in zwei bis drei aufeinanderfolgenden Jahren in selbst&auml;ndigen Verfahren wiederholt, ggf. auch im Rechtsmittelverfahren, &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns zu befinden w&auml;re. Insofern &ouml;ffnete gerade die Beschr&auml;nkung der Bindungswirkung der Billigkeitsentscheidung auf die Verteilung ein Tor f&uuml;r Streitigkeiten &uuml;ber die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns, die nicht m&ouml;glich w&auml;ren, g&auml;be es die Billigkeitsentscheidung nicht. Dies ist nur vermeidbar, wenn sie auch die H&ouml;he des &Uuml;bergangsgewinns fixiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch wenn Steuerfestsetzung und Billigkeitsma&szlig;nahme unter dem Geltungsbereich des &sect;&nbsp;163 AO zwei voneinander zu unterscheidende Verwaltungsakte sind, die folglich Gegenstand zweier unterschiedlicher Verfahren sein k&ouml;nnen (s.o. 2.b), so d&uuml;rfen beide Verfahren doch miteinander verbunden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;3 AO gestattet ausdr&uuml;cklich die Verbindung der Entscheidung &uuml;ber die abweichende Festsetzung mit der Steuerfestsetzung. Zur abweichenden Festsetzung im Sinne dieser Vorschrift geh&ouml;ren die Billigkeitsma&szlig;nahmen sowohl nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO als auch nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO. Im Falle eines &Uuml;bergangsgewinns bedeutet das insbesondere, dass die Billigkeitsma&szlig;nahme auch mit der Steuerfestsetzung des &Uuml;bergangsjahres verbunden sein kann, in der der &Uuml;bergangsgewinn zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re, g&auml;be es die Billigkeitsma&szlig;nahme nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da die Billigkeitsentscheidung kein Steuerbescheid, sondern ein sonstiger Verwaltungsakt ist, gelten lediglich die Formvorschriften der &sect;&sect;&nbsp;118&nbsp;ff. AO, nicht die des &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;1 AO. Die Billigkeitsentscheidung kann daher auch konkludent im Rahmen einer Steuerfestsetzung oder Feststellung getroffen werden (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil in BFHE 205, 270, BStBl II 2004, 927; Oellerich in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;219; Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;163 AO Rz&nbsp;25, 25a; Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;42; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;163 Rz&nbsp;110, 112), muss aber als Verwaltungsakt nach &sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1 AO inhaltlich hinreichend bestimmt sein. Dies schlie&szlig;t zwar nicht aus, dass ihr Inhalt durch Auslegung ermittelt werden muss; erforderlich ist aber, dass sie klar, eindeutig und widerspruchslos erkennen l&auml;sst, welche Rechtswirkungen sie entfalten soll. Einer Billigkeitsentscheidung muss danach zu entnehmen sein, ob und in welchem Umfang von der an sich gesetzlich vorgesehenen Steuerfestsetzung abgewichen worden ist. Dazu muss nicht die Steuer vor und nach der Billigkeitsma&szlig;nahme angegeben werden. Es kann gen&uuml;gen, dass sich die abweichende Steuerfestsetzung aus der H&ouml;he der festgesetzten Steuer ermitteln l&auml;sst (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 237, 307, BStBl II 2015, 175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung 2007 eine Entscheidung nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;2 AO des Inhalts getroffen worden, dass ein im Jahre 2007 entstandener &Uuml;bergangsgewinn in H&ouml;he von 95.568,79&nbsp;EUR zu jeweils einem Drittel (31.856&nbsp;EUR) in den Jahren 2007, 2008 und 2009 zu ber&uuml;cksichtigen ist. Dieser anteilige &Uuml;bergangsgewinn ist nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO i.V.m. &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO in dem Einkommensteuerbescheid 2008 und &uuml;ber &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auch in dem streitgegenst&auml;ndlichen Gewerbesteuermessbescheid 2008 anzusetzen. F&uuml;r die Anpassungsverpflichtung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO kommt es auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Billigkeitsentscheidung als Grundlagenbescheid nicht an. Ob der &Uuml;bergangsgewinn zutreffend berechnet wurde, ist daher unerheblich. F&uuml;r eine Nichtigkeit nach &sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 AO bestehen keine Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat ist selbst zur Auslegung des Einkommensteuerbescheids 2007 berechtigt und verpflichtet. Bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob der Inhalt einer beh&ouml;rdlichen Erkl&auml;rung einen Verwaltungsakt darstellt, ist das Revisionsgericht nicht an eine Wertung durch das Tatsachengericht gebunden. Es handelt sich nicht um eine Tat-, sondern um eine Rechtsfrage (vgl. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Juni 2008 I&nbsp;R&nbsp;72\/07, BFH\/NV 2008, 1977, und vom 15.&nbsp;Januar 2015 I&nbsp;R&nbsp;69\/12, BFHE 249, 99, BFH\/NV 2015, 1037). Dasselbe gilt f&uuml;r die Frage, welchen Inhalt der Verwaltungsakt hat (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;November 2000 XI&nbsp;R&nbsp;28\/99, BFHE 193, 494, BStBl II 2001, 303, unter II.3.b, und vom 14.&nbsp;Januar 2004 X&nbsp;R&nbsp;19\/02, BFHE 205, 87, BStBl II 2004, 711, unter II.3.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit dem Einkommensteuerbescheid 2007 war eine Billigkeitsentscheidung des vorgenannten Inhalts verkn&uuml;pft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Frage, ob ein Bescheid eine weitere &#8211;konkludente&#8211; Entscheidung in Gestalt einer Billigkeitsma&szlig;nahme enth&auml;lt, k&ouml;nnen dessen Einzelaspekte nicht isoliert, sondern nur als Gesamtheit betrachtet werden. Nur so kann der nach &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs ma&szlig;gebende wirkliche Wille ermittelt werden. Im Streitfall handelt es sich zum einen um die tats&auml;chliche Ber&uuml;cksichtigung des &Uuml;bergangsgewinns zu lediglich einem Drittel, mit der das FA zu verstehen gab, dem Antrag des Kl&auml;gers auf entsprechende Verteilung zu folgen. Dazu ist es dem Grunde nach nur befugt, wenn ein entsprechender Bescheid nach &sect;&nbsp;163 AO ergangen ist. Andernfalls fehlte der Grundlagenbescheid, der eine Steuerfestsetzung, die entgegen &sect;&nbsp;85 Satz&nbsp;1 AO von der gesetzlich entstandenen Steuer abweicht, &uuml;berhaupt erst rechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen wurde in dem Bescheid auf die Ergebnisse der Au&szlig;enpr&uuml;fung Bezug genommen. Dabei ist unerheblich, dass dieser Hinweis bei Bescheiden nach Au&szlig;enpr&uuml;fung &uuml;blich ist, da es von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt, wie er zu verstehen ist. Welchen Inhalt der Hinweis hat, ob hierin lediglich eine Begr&uuml;ndung des Bescheids zu sehen ist oder ob er ausnahmsweise eine weiterreichende Bedeutung hat, ist nur angesichts des konkreten in Bezug genommenen Pr&uuml;fungsberichts zu beurteilen. Ebenfalls unerheblich ist es, dass der Hinweis sich nicht allein auf Tz.&nbsp;13 des Berichts bezog, der sich mit der Verteilung befasste. Wenn der Bescheid Bezug auf den gesamten Pr&uuml;fungsbericht nimmt, ist die Verweisung auf Tz.&nbsp;13 darin enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dieser Wertung steht nicht entgegen, dass das FA im Prozess zweigleisig vorgetragen hat, indem es entweder in dem Pr&uuml;fungsbericht selbst oder in dem Einkommensteuerbescheid die fragliche Entscheidung erblicken wollte. Es ist ein prozessual &uuml;blicher und zul&auml;ssiger Vorgang, in rechtlicher Hinsicht zwei Alternativen zu eigenen Gunsten vorzutragen, die nicht beide gleichzeitig zutreffen k&ouml;nnen, um so das Gericht zumindest auf diese Optionen aufmerksam zu machen. Die im Gerichtsverfahren vorgetragene Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt auch nicht dazu, dem FA einen in dem Einkommensteuerbescheid 2007 enthaltenen und auf die Billigkeitsma&szlig;nahme bezogenen Regelungswillen absprechen zu m&uuml;ssen. Abgesehen davon, dass es sich lediglich um eine Alternativ&uuml;berlegung handelt, besteht der von dem Kl&auml;ger gesehene denklogische Widerspruch nicht, da es durchaus m&ouml;glich ist, eine bereits getroffene Entscheidung ein zweites Mal vorsorglich f&uuml;r den Fall entscheiden zu wollen, dass die erste Entscheidung aus welchem Grunde auch immer nicht wirksam geworden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen k&ouml;nnte auch eine nachtr&auml;gliche ggf. fehlerhafte Einsch&auml;tzung im Prozess einen fr&uuml;heren Regelungswillen weder begr&uuml;nden noch r&uuml;ckg&auml;ngig machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine andere Wertung vermag der Senat auch nicht mit Hilfe der seitens des FG herangezogenen finanzgerichtlichen Entscheidungen vorzunehmen, die ihn nicht nur nicht binden, sondern auch signifikant abweichende Gestaltungen betreffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG N&uuml;rnberg ist in seinem Urteil vom 2.&nbsp;August 2000 V&nbsp;166\/98 (nicht ver&ouml;ffentlicht) in einem noch nicht einmal tragenden Teil der Entscheidung davon ausgegangen, die Billigkeitsentscheidung nach &sect;&nbsp;163 AO sei nach der Formvorschrift des &sect;&nbsp;157 AO und nicht des &sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;2 AO zu beurteilen &#8211;was der Senat f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt&#8211;, und hatte &uuml;berdies im Unterschied zum Streitfall einen Sachverhalt zu beurteilen, in dem neben dem Ansatz der H&ouml;he nach keine Hinweise auf die durch Billigkeit motivierte Abweichung vorlagen. Letzteres lag auch dem Urteil des FG M&uuml;nster vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2001&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;1500\/99&nbsp;AO (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2001, 764) zugrunde. Das FG Berlin-Brandenburg schlie&szlig;lich hatte sich in seinem Urteil vom 26.&nbsp;Juni 2007&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;6413\/03&nbsp;B (EFG 2007, 1714) mit der sehr speziellen Frage auseinanderzusetzen, ob eine konkludente Billigkeitsma&szlig;nahme auch f&uuml;r den Fall abweichender rechtlicher Beurteilung einer nach seiner Auffassung (anders das nachgehende Revisionsurteil des BFH vom 16.&nbsp;Dezember 2009 IV&nbsp;R&nbsp;49\/07, BFH\/NV 2010, 945) vorgreiflichen Rechtsfrage vorliegt, und dies verneint. Erkenntnisse hieraus sind f&uuml;r den Streitfall nicht zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Stattdessen verweist der Senat auf das Urteil des FG M&uuml;nster vom 31.&nbsp;Mai 2001&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;5014\/98&nbsp;G,F (EFG 2001, 1342), in dem dieses in einem schlicht erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; ergangenen Bescheid eine Billigkeitsma&szlig;nahme erblickte, nachdem in der Erkl&auml;rung eine solche in Anspruch genommen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Eine weitere gegenl&auml;ufige Gewinn&auml;nderung aufgrund einer etwa vorzunehmenden Bilanzkorrektur im Jahre 2008 findet nicht statt. Sollte die Er&ouml;ffnungsbilanz zum 1.&nbsp;Januar 2007 tats&auml;chlich unzutreffend gewesen sein und dies in das Jahr 2008 fortwirken, so w&auml;ren Fehler zwar, sollte die Veranlagung des Jahres 2007 nicht mehr &auml;nderbar sein, im Jahre 2008 zu berichtigen. Dies k&ouml;nnte aber nicht durch eine erfolgswirksame Korrektur der Schlussbilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2008, sondern nur unter Durchbrechung des formellen Bilanzenzusammenhangs durch erfolgsneutrale Korrektur der Anfangsbilanz zum 1.&nbsp;Januar 2008 stattfinden. Die Korrektur an der Fehlerquelle im Jahre 2007 w&auml;re nur in Bezug auf die Ermittlung des &Uuml;bergangsgewinns, nicht aber in Bezug auf den laufenden Gewinn erfolgswirksam. Die Korrektur der der &Uuml;bergangsrechnung gedanklich erst nachfolgenden Er&ouml;ffnungsbilanz 2007 w&auml;re daher erfolgsneutral, so dass die Korrektur 2008 ebenfalls erfolgsneutral sein muss. Im &Uuml;brigen w&uuml;rde andernfalls der Geltungsanspruch der Entscheidung nach &sect;&nbsp;163 AO, der sich auf H&ouml;he und Verteilung des &Uuml;bergangsgewinns erstreckt, zunichte gemacht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 111, 40, BStBl II 1974, 303; im Ergebnis ebenso Urteil des FG M&uuml;nchen vom 30.&nbsp;September 2009&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;1693\/07, EFG 2010, 1678).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.10.2015, X R 32\/13 Verteilung eines &Uuml;bergangsgewinns &#8211; &sect; 163 AO &#8211; Korrekturen bei &Uuml;bergang von der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung zum Betriebsverm&ouml;gensvergleich &#8211; Billigkeitsentscheidung als sonstiger Verwaltungsakt &#8211; keine Bindung an Tatsachengericht bei Pr&uuml;fung der Frage, ob der Inhalt einer beh&ouml;rdlichen Erkl&auml;rung einen Verwaltungsakt darstellt Leits&auml;tze 1. 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