{"id":65393,"date":"2015-12-02T09:52:09","date_gmt":"2015-12-02T07:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65393"},"modified":"2015-12-02T09:52:09","modified_gmt":"2015-12-02T07:52:09","slug":"ix-r-46-14-abfindung-ermaessigte-besteuerung-geringfuegigkeit-einer-teilauszahlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-46-14-abfindung-ermaessigte-besteuerung-geringfuegigkeit-einer-teilauszahlung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;46\/14 &#8211; Abfindung &#8211; Erm&auml;&szlig;igte Besteuerung &#8211; Geringf&uuml;gigkeit einer Teilauszahlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.10.2015, IX R 46\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Abfindung &#8211; Erm&auml;&szlig;igte Besteuerung &#8211; Geringf&uuml;gigkeit einer Teilauszahlung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Auszahlung einer einheitlichen Abfindung in zwei Teilbetr&auml;gen steht der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes ausnahmsweise nicht entgegen, wenn sich die Teilzahlungen im Verh&auml;ltnis zueinander eindeutig als Haupt- und Nebenleistung darstellen und wenn die Nebenleistung geringf&uuml;gig ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine Nebenleistung kann unter Ber&uuml;cksichtigung der konkreten individuellen Steuerbelastung als geringf&uuml;gig anzusehen sein, wenn sie niedriger ist als die tarifliche Steuerbeg&uuml;nstigung der Hauptleistung.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 3. November 2014&nbsp;&nbsp;10 K 2655\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war seit 1971 bei demselben Arbeitgeber nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigt. Im Kalenderjahr 2009 betrug sein Bruttoarbeitslohn ca.&nbsp;34.500&nbsp;EUR. Das Arbeitsverh&auml;ltnis endete durch Aufhebungsvertrag mit Wirkung zum 30.&nbsp;September 2010. F&uuml;r den Verlust des Arbeitsplatzes sagte der Arbeitgeber dem Kl&auml;ger eine betriebliche Abfindung in H&ouml;he von 104.800&nbsp;EUR zu sowie eine Tarifabfindung in H&ouml;he von 10.200&nbsp;EUR. Die Tarifabfindung floss dem Kl&auml;ger im Jahr 2010 zu und wurde in voller H&ouml;he besteuert. Der Bruttoarbeitslohn belief sich einschlie&szlig;lich der Tariferm&auml;&szlig;igung im Jahr 2010 auf ca.&nbsp;44.300&nbsp;EUR. Die betriebliche Abfindung floss dem Kl&auml;ger im Streitjahr (2011) zu. Der Arbeitgeber f&uuml;hrte die Lohnsteuer ohne Ber&uuml;cksichtigung der Tariferm&auml;&szlig;igung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2011 machte der Kl&auml;ger geltend, die betriebliche Abfindung sei als Entsch&auml;digung f&uuml;r entgangene Einnahmen mit dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu besteuern. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unterwarf die betriebliche Abfindung davon abweichend dem vollen Steuersatz. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat der Klage stattgegeben. Zwar seien die vereinbarten Leistungen Teile einer einheitlichen Abfindung und komme die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes grunds&auml;tzlich nicht in Betracht, wenn eine einheitliche Abfindung in Teilbetr&auml;gen ausgezahlt werde. Die Auszahlung des Teilbetrags von 10.200&nbsp;EUR im Jahr 2010 hindere hier jedoch ausnahmsweise nicht die erm&auml;&szlig;igte Besteuerung der betrieblichen Abfindung von 104.800&nbsp;EUR im Streitjahr. Der Zweck des Gesetzes, bei zusammengeballten Zahlungszufl&uuml;ssen die Progression zu mildern, gebiete in diesem Fall die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes. Die gesondert ausgezahlte Tarifabfindung sei im Verh&auml;ltnis zu der betrieblichen Abfindung unter Ber&uuml;cksichtigung der individuellen Steuerbelastung noch als geringf&uuml;gig anzusehen und deshalb unsch&auml;dlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Rechtsstreit beigetreten, hat sich jedoch nicht zur Sache ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Ergebnis zu Recht hat das FG der Klage stattgegeben. Die im Streitjahr vom Kl&auml;ger vereinnahmte betriebliche Abfindung von 104.800&nbsp;EUR f&uuml;hrt unter Ber&uuml;cksichtigung seiner individuellen Steuerbelastung zu au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Sind in dem zu versteuernden Einkommen au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte enthalten, so ist nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG die darauf entfallende Einkommensteuer nach einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu bemessen. Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG kommen als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte u.a. Entsch&auml;digungen in Betracht, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG als Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Recht gehen das FG und die Beteiligten &uuml;bereinstimmend davon aus, dass die vom Kl&auml;ger f&uuml;r den Verlust seines Arbeitsplatzes erhaltene einheitliche Abfindung eine Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;34 EStG setzen weiter voraus, dass die Entsch&auml;digung grunds&auml;tzlich in einem Veranlagungszeitraum zuflie&szlig;t und geeignet ist, zu einer einmaligen und au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Progressionssteigerung zu f&uuml;hren. Diese abzumildern ist der Zweck der Billigkeitsregelung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG (vgl. st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4.&nbsp;M&auml;rz 1998 XI&nbsp;R&nbsp;46\/97, BFHE 185, 429, BStBl II 1998, 787, m.w.N.). Dass die Auszahlung der betrieblichen Abfindung beim Kl&auml;ger im Streitjahr zu einer einmaligen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Progressionsspitze gef&uuml;hrt hat, steht au&szlig;er Frage. Fraglich ist allein, ob die Auszahlung in zwei verschiedenen Veranlagungszeitr&auml;umen der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Grunds&auml;tzlich steht die Auszahlung einer einheitlichen Abfindung in zwei Veranlagungszeitr&auml;umen der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes entgegen; denn Teilauszahlungen bewirken stets eine Progressionsmilderung. Dies schlie&szlig;t die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes grunds&auml;tzlich aus und zwar auch dann, wenn die Teilzahlungen jeweils mit anderen laufenden Eink&uuml;nften zusammentreffen und sich daraus ein (nicht blo&szlig; einmaliger) Progressionsnachteil ergibt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2006 XI&nbsp;R&nbsp;58\/05, BFHE 214, 319, BStBl II 2006, 835, m.w.N.). Andernfalls k&ouml;nnte die Grenze zwischen au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;34 EStG und den nach dem Regeltarif zu versteuernden Eink&uuml;nften nicht hinreichend trennscharf gezogen werden (BFH-Urteil vom 2.&nbsp;September 1992 XI&nbsp;R&nbsp;63\/89, BFHE 171, 416, BStBl II 1993, 831).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Davon abweichend kann eine Teilauszahlung ausnahmsweise unsch&auml;dlich sein, wenn andernfalls der Zweck des Gesetzes verfehlt w&uuml;rde. Liegen keine besonderen Umst&auml;nde vor, die die Teilleistung bedingen oder pr&auml;gen (z.B. soziale Motivation, pers&ouml;nliche Notlage), kommt es allein auf die H&ouml;he der Teilleistung an. Die Auszahlung einer einheitlichen Abfindung in zwei Teilbetr&auml;gen steht danach der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes ausnahmsweise nicht entgegen, wenn sich die Teilzahlungen im Verh&auml;ltnis zueinander eindeutig als Haupt- und Nebenleistung darstellen und wenn die Nebenleistung geringf&uuml;gig ist (grundlegend BFH-Urteil vom 25.&nbsp;August 2009 IX&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFHE 226, 265, BStBl II 2011, 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Unter welchen Umst&auml;nden von einer geringf&uuml;gigen Teilleistung auszugehen ist, bestimmt sich nach dem Vorliegen einer Ausnahmesituation in der individuellen Steuerbelastung des einzelnen Steuerpflichtigen. Eine starre Prozentgrenze (im Verh&auml;ltnis der Teilleistungen zueinander oder zur Gesamtabfindung) sieht das Gesetz weder vor noch kann eine solche die gesetzlich geforderte Pr&uuml;fung der Au&szlig;erordentlichkeit im Einzelfall ersetzen (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Januar 2011 IX&nbsp;R&nbsp;20\/10, BFHE 232, 471, BStBl II 2012, 659; vom 8.&nbsp;April 2014 IX&nbsp;R&nbsp;28\/13, BFH\/NV 2014, 1514; BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juni 2011 IX&nbsp;B&nbsp;59\/11, BFH\/NV 2011, 1682).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Teilauszahlung von 10.200&nbsp;EUR im Vorjahr unter den besonderen Bedingungen des Streitfalls noch als geringf&uuml;gige Nebenleistung anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Teilauszahlung bel&auml;uft sich im Streitfall auf 8,87&nbsp;% der Gesamtabfindung oder 9,73&nbsp;% der Hauptleistung. Eine geringf&uuml;gige Nebenleistung hat der Senat nicht mehr angenommen, wenn sie mehr als 10&nbsp;% der Hauptleistung betr&auml;gt (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 1514). Erg&auml;nzend ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Nebenleistung niedriger ist als die Steuerentlastung der Hauptleistung. Mit dieser Begr&uuml;ndung hat der BFH zwar bislang nur eine sozial motivierte, nachtr&auml;gliche Zusatzleistung des Arbeitgebers der H&ouml;he nach als unsch&auml;dlich erachtet (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2002 XI&nbsp;R&nbsp;43\/99, BFHE 197, 522, BStBl II 2004, 442). Der Ma&szlig;stab l&auml;sst sich jedoch zur Konkretisierung der blo&szlig;en Geringf&uuml;gigkeit gleicherma&szlig;en heranziehen. M&uuml;sste unter diesen Umst&auml;nden die Tariferm&auml;&szlig;igung versagt werden, st&uuml;nde der Steuerpflichtige besser da, wenn er die Teilauszahlung nicht erhalten h&auml;tte. Die Teilauszahlung w&uuml;rde (vor Steuern) noch nicht einmal den steuerlichen Nachteil ausgleichen, den sie verursacht hat. Dieses Ergebnis w&uuml;rde zu wirtschaftlich unsinnigen Gestaltungen Veranlassung geben. Dies verdeutlicht, dass die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nach dem Zweck des Gesetzes trotz der Teilzahlung zur Abmilderung der einmaligen individuellen Progressionssteigerung im Streitjahr noch geboten ist. Zu ber&uuml;cksichtigen ist ferner auch, dass der Kl&auml;ger auf die H&ouml;he der Abfindung und die Modalit&auml;ten ihrer Auszahlung offenbar keinen entscheidenden Einfluss hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Urteil des FG erweist sich damit im Ergebnis als zutreffend (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat zur Ermittlung des Streitwerts f&uuml;r das Streitjahr eine Probeberechnung der Einkommensteuer unter Anwendung der Tariferm&auml;&szlig;igung durchgef&uuml;hrt. Danach erm&auml;&szlig;igt sich die Einkommensteuer im Streitfall bei Anwendung des &sect;&nbsp;34 EStG von derzeit 37.273&nbsp;EUR um 10.806&nbsp;EUR auf 26.467&nbsp;EUR. Daraus ergibt sich zugleich, dass die Tariferm&auml;&szlig;igung im Streitfall anzuwenden ist, denn die vom Kl&auml;ger im Vorjahr vereinnahmte Teilzahlung von 10.200&nbsp;EUR ist niedriger als die streitige Steuererm&auml;&szlig;igung der Hauptleistung (10.806&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.10.2015, IX R 46\/14 Abfindung &#8211; Erm&auml;&szlig;igte Besteuerung &#8211; Geringf&uuml;gigkeit einer Teilauszahlung Leits&auml;tze 1. Die Auszahlung einer einheitlichen Abfindung in zwei Teilbetr&auml;gen steht der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes ausnahmsweise nicht entgegen, wenn sich die Teilzahlungen im Verh&auml;ltnis zueinander eindeutig als Haupt- und Nebenleistung darstellen und wenn die Nebenleistung geringf&uuml;gig ist. 2. Eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-46-14-abfindung-ermaessigte-besteuerung-geringfuegigkeit-einer-teilauszahlung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;46\/14 &#8211; Abfindung &#8211; Erm&auml;&szlig;igte Besteuerung &#8211; Geringf&uuml;gigkeit einer Teilauszahlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65393","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65393"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65393\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}