{"id":6543,"date":"2012-11-30T16:08:10","date_gmt":"2012-11-30T14:08:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6543"},"modified":"2012-11-30T16:08:10","modified_gmt":"2012-11-30T14:08:10","slug":"ix-r-8-10-unentgeltliche-anteilsuebertragung-auslegung-von-par-17-abs-1-satz-5-estg-af-par-17-abs-1-satz-4-estg-nf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-8-10-unentgeltliche-anteilsuebertragung-auslegung-von-par-17-abs-1-satz-5-estg-af-par-17-abs-1-satz-4-estg-nf\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;8\/10 &#8211; Unentgeltliche Anteils&uuml;bertragung &#8211; Auslegung von &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.1.2012, IX R 8\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Unentgeltliche Anteils&uuml;bertragung &#8211; Auslegung von &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&sect; 17 Abs. 1 Satz 5 a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 n.F. EStG greift nur bei unentgeltlicher &Uuml;bertragung von bereits verstrickten Anteilen ein.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die in den Streitjahren 2000 und 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger gr&uuml;ndete zusammen mit anderen Gesellschaftern im Jahr 1979 die P-GmbH. Seit dem Jahr 1991 war er mit drei weiteren Gesellschaftern zu je 25 v.H. an dem Stammkapital der P-GmbH beteiligt. Ende des Jahres 1997 wurde die P-GmbH unter Beibehaltung der Beteiligungsverh&auml;ltnisse in eine Aktiengesellschaft, die P-AG, umgewandelt. Der Kl&auml;ger wurde Mitglied des Vorstandes der P-AG. Nach mehreren Kapitalerh&ouml;hungen betrug das Grundkapital der P-AG vor dem B&ouml;rsengang im M&auml;rz 2000 2.814.183 EUR, das in St&uuml;ckaktien von jeweils 1 EUR eingeteilt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger, der bis Mitte 1998 mit 25 v.H. an der P-AG beteiligt war, &uuml;bertrug der Kl&auml;gerin am 24. Dezember 1998&nbsp;&nbsp;29 500 Aktien mit einem Nennwert von je 2,56 EUR (5 DM). Er f&uuml;hrte in einem an die Kl&auml;gerin gerichteten Schreiben vom 24. Dezember 1998 aus: &quot;hiermit schenke ich Dir mit heutigem Datum 29.500 Aktien der P-AG im Wert von DM 315.000,-. Ich w&uuml;nsche Dir eine gl&uuml;ckliche Hand mit den Aktien f&uuml;r das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Au&szlig;erdem w&uuml;nsche ich Dir und uns beiden zusammen alles Gute f&uuml;r die Zukunft [&#8230;]&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die auf diese Aktien entfallenden Anschaffungskosten des Kl&auml;gers hatten 50.277 EUR betragen. Nach einer Umwandlung dieser Aktien hielt die Kl&auml;gerin insgesamt 75 416 Aktien an der P-AG im Nennwert von je 1 EUR. Aufgrund einer Umwandlung von Gewinnr&uuml;cklagen erhielt die Kl&auml;gerin am 7. Juni 1999 weitere 5 414 Aktien. Anschaffungskosten sind hierf&uuml;r nicht entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer am 5. Oktober 1999 durchgef&uuml;hrten Erh&ouml;hung des Grundkapitals der P-AG um 1 228 000 Aktien zu je 1 EUR erwarb die Kl&auml;gerin 112 030 weitere Aktien zum Preis von 1 EUR. Zum gleichen Zeitpunkt waren Mitarbeitern der P-AG Aktien zu einem St&uuml;ckpreis von 14 EUR angeboten worden. Am 17. Februar 2000 erhielt die Kl&auml;gerin aufgrund einer weiteren Umwandlung von Gewinnr&uuml;cklagen weitere 42 135 Aktien, ohne dass ihr daf&uuml;r Anschaffungskosten entstanden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im September 2000 verkaufte die Kl&auml;gerin 20 000 Aktien der P-AG an das Bankhaus B zu einem Preis von 346.800 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit drei Vertr&auml;gen vom 25. Oktober 2001 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin jeweils 72 518 Aktien zu einem Preis von jeweils 246.561,20 EUR (72 518 Aktien x 3,40 EUR). Die Summe der 217 554 Aktien entsprach einem Anteil von 5,05 v.H. am damaligen Grundkapital der P-AG. Nach &sect; 2 Nr. 1 der Vertr&auml;ge sollte der Verkauf mit Wirkung zum 31. Oktober 2001 erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre gaben die Kl&auml;ger im Zusammenhang mit den dargestellten Vorg&auml;ngen keine Eink&uuml;nfte an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Einkommensteuer der Kl&auml;ger zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger kam zu dem Ergebnis, die Kl&auml;gerin habe durch die in den Streitjahren vorgenommenen Ver&auml;u&szlig;erungen von Aktien (Ver&auml;u&szlig;erungs-)Gewinne i.S. des &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung (EStG) in H&ouml;he von 600.023 DM (= 306.787 EUR) &#8211;im Jahr 2000&#8211; und insgesamt 870.940 DM (= 445.305 EUR) &#8211;im Jahr 2001&#8211; erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem den Kl&auml;gern der Pr&uuml;fungsbericht vom 4. M&auml;rz 2005 zugegangen war, schlossen sie am 20. Juli 2005 einen notariell beurkundeten Ehevertrag, in dem sie den gesetzlichen G&uuml;terstand der Zugewinngemeinschaft aufhoben und unter Ausgleich des bisher entstandenen Zugewinns den G&uuml;terstand der G&uuml;tertrennung vereinbarten. Dabei ermittelten die Kl&auml;ger eine Ausgleichsforderung zugunsten der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 298.000 DM. In diesem Zusammenhang rechneten die Kl&auml;ger die von dem Kl&auml;ger der Kl&auml;gerin Ende 1998 &quot;ehebedingt&quot; zugewendeten 29 500 Aktien der P-AG mit einem Nennwert von 5 DM an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA schloss sich der Auffassung des Pr&uuml;fers an und erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre Einkommensteuer&auml;nderungsbescheide, gest&uuml;tzt auf &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des Einspruchsverfahrens setzte das FA die Einkommensteuer der Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr 2001 mit einem auf &sect; 10d Abs. 1 Satz 5 EStG gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheid niedriger fest. Der Einspruch hatte keinen Erfolg, ebenso die Klage, soweit sie sich gegen den Ansatz von Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen der Kl&auml;gerin i.S. von &sect; 17 EStG wandte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 646 ver&ouml;ffentlichten Urteil, das FA habe zu Recht f&uuml;r beide Streitjahre aus den Ver&auml;u&szlig;erungen der Aktien der P-AG durch die Kl&auml;gerin aufgrund der Vertr&auml;ge vom September 2000 und Oktober 2001 gewerbliche Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 1 S&auml;tze 1, 5 EStG zugrunde gelegt (&sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG in der im Streitfall anwendbaren Fassung, vgl. &sect; 52 Abs. 34a EStG). Zwar sei die Kl&auml;gerin selbst in den Streitjahren nicht wesentlich, da unter 10 v.H., an der P-AG beteiligt gewesen. Gleichwohl sei die Ver&auml;u&szlig;erung der 29 500 Aktien, die die Kl&auml;gerin am 24. Dezember 1998 vom Kl&auml;ger erhalten habe und die sp&auml;ter in 75 416 Aktien umgewandelt wurden, gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG steuerbar, denn die Kl&auml;gerin habe die ver&auml;u&szlig;erten Anteile vom Kl&auml;ger unentgeltlich, n&auml;mlich &#8211;wovon der Senat &uuml;berzeugt sei&#8211; durch eine Schenkung erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsvorg&auml;nger der Kl&auml;gerin, n&auml;mlich der Kl&auml;ger, sei auch innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre vor der Ver&auml;u&szlig;erung der Aktien der P-AG durch die Kl&auml;gerin wesentlich i.S. des &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung, d.h. zu mindestens 10 v.H., am Kapital der P-AG beteiligt gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die gesetzliche Absenkung der Grenze f&uuml;r eine Beteiligungsquote seien nicht nur die Anteile des Kl&auml;gers, sondern zugleich auch die zuvor unentgeltlich auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragenen Anteile steuerverstrickt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, mit der diese die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gen. Insbesondere handele es sich bei der Zuwendung der streitbefangenen Aktien an die Kl&auml;gerin nicht um eine Schenkung i.S. des &sect; 516 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, sondern um eine sog. unbenannte, ehebedingte Zuwendung, d.h. nicht um eine unentgeltliche &Uuml;bertragung i.S. des &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen komme eine Besteuerung der streitbefangenen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne aus Gr&uuml;nden des Vertrauensschutzes nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG insoweit aufzuheben, als dem Klageantrag auf Festsetzung der Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Gewerbebetrieb (Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn) f&uuml;r die Jahre 2000 und 2001 mit 0 DM nicht entsprochen wurde, also<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Einkommensteuerbescheide 2000 und 2001 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 25. April 2006 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Gewerbebetrieb (Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn) mit jeweils 0 DM angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung des &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG werde nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Kl&auml;ger zum Zeitpunkt der Schenkung (1998) noch nicht wesentlich i.S. des &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG in der f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1998 geltenden Fassung an der Gesellschaft beteiligt gewesen sei. Bei der Vorschrift des &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG handele es sich um eine Rechtsfolgenverweisung, so dass sich die Frage, ob der Rechtsvorg&auml;nger der Kl&auml;gerin wesentlich beteiligt gewesen sei, ausschlie&szlig;lich nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG bestimme, dies nach Ma&szlig;gabe der im Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt geltenden Gesetzesfassung. Damit sei der Rechtsvorg&auml;nger der Kl&auml;gerin innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre wesentlich an der Gesellschaft beteiligt gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), soweit das FG zu Unrecht von steuerbaren Anteilsver&auml;u&szlig;erungen der Kl&auml;gerin ausgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Da die Kl&auml;gerin zu keinem Zeitpunkt selbst ma&szlig;geblich i.S. von &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG n.F. an der P-AG beteiligt war &#8211;die ma&szlig;gebliche Beteiligungsgrenze von 1 v.H. gilt erst f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungen ab 2002 (&sect; 52 Abs. 34a Satz 1 EStG; Gosch in Kirchhof, EStG, 10. Aufl., &sect; 17 Rz 11)&#8211;, k&ouml;nnten ihre streitbefangenen Anteilsver&auml;u&szlig;erungen nur gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. steuerbar sein. Die Voraussetzungen hierf&uuml;r liegen indes nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. gilt &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG entsprechend, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer den ver&auml;u&szlig;erten Anteil innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre vor der Ver&auml;u&szlig;erung unentgeltlich erworben hat und der Rechtsvorg&auml;nger innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre wesentlich (Streitjahr 2000) bzw. i.S. von Satz 1 (Streitjahr 2001) beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. erfassen ihrem Wortlaut nach nur solche &#8211;ver&auml;u&szlig;erten&#8211; Anteile, die der selbst nicht wesentlich beteiligte Ver&auml;u&szlig;erer innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre vor der Ver&auml;u&szlig;erung unentgeltlich von einem Rechtsvorg&auml;nger erworben hat, der seinerseits innerhalb dieses Zeitraums wesentlich beteiligt gewesen ist. Der jeweilige Tatbestand erfasst also &#8211;anders als &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG&#8211; nicht alle Anteile einer Beteiligung (&quot;von Anteilen&quot;), sondern nur die in besonders qualifizierter Weise erlangten Anteile. Er verweist (&quot;so gilt Satz 1 entsprechend&quot;) auch nicht allgemein auf &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG, sondern lediglich entsprechend auf die Rechtsfolge des Abs. 1 Satz 1 dieser Vorschrift, wonach der Gewinn\/Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb geh&ouml;rt. Die Beteiligung bleibt eine unwesentliche Beteiligung. Es handelt sich um eine Rechtsfolgen- und nicht um eine Rechtsgrundverweisung. Der Ver&auml;u&szlig;erer muss sich lediglich die Verh&auml;ltnisse seines Rechtsvorg&auml;ngers bez&uuml;glich der in &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. bestimmten Anteile zurechnen lassen. Die Vorschrift ist objektbezogen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29. Juli 1997 VIII R 80\/94, BFHE 184, 74, BStBl II 1997, 727, m.w.N.); sie dient dem Zweck, Anteile eines wesentlich Beteiligten nicht aus der Steuerverhaftung allein dadurch zu entlassen, dass sie unentgeltlich &uuml;bertragen werden. In einem solchen Fall muss sich der sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erer als Rechtsnachfolger die Besitzzeit des wesentlich beteiligten Rechtsvorg&auml;ngers anrechnen lassen (Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect; 17 Rz 26). So soll vermieden werden, dass ein wesentlich\/ ma&szlig;geblich i.S. von &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG Beteiligter seine Beteiligung aufteilen und unentgeltlich auf mehrere Personen &uuml;bertragen kann, die diese dann ohne Versteuerung des Gewinns ver&auml;u&szlig;ern k&ouml;nnten (stv. Zimmermann\/Zimmermann-Schwier in Bordewin\/Brandt, EStG, &sect; 17 Rz 171; Eilers\/R. Schmidt, in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 17 EStG Rz 158).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall greift &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. nicht ein; die genannten Regelungen sind dahingehend auszulegen, dass sie den Streitfall, in dem der unwesentlich\/nicht ma&szlig;geblich i.S. von &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG beteiligte Kl&auml;ger erst nach der unentgeltlichen &Uuml;bertragung qua Gesetzes&auml;nderung wesentlich\/ma&szlig;geblich beteiligt wird, nicht erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dieser Zweck von &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 a.F.\/Satz 4 n.F. EStG spricht daf&uuml;r, dass die wesentliche\/ma&szlig;gebliche Beteiligung des &Uuml;bertragenden bereits vor dem unentgeltlichen Erwerb des sp&auml;teren Ver&auml;u&szlig;erers bestanden haben muss. Denn nur die unentgeltliche Weitergabe eines Teils eines steuerverhafteten Anteils kann dazu dienen, eine steuerbare Anteilsver&auml;u&szlig;erung zu vermeiden. In &quot;besonders qualifizierter Weise erlangt&quot; (BFH-Urteil in BFHE 184, 74, BStBl II 1997, 727) sind nur Anteile aus einer wesentlichen Beteiligung. Soll sich der sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erer als Rechtsnachfolger die Besitzzeit seines wesentlich\/ma&szlig;geblich beteiligten Rechtsvorg&auml;ngers anrechnen lassen, setzt dies voraus, dass diese wesentliche Beteiligung im Zeitpunkt der unentgeltlichen &Uuml;bertragung bereits bestand. Andernfalls kommt eine Rechtsnachfolge in einen bereits steuerverhafteten Anteil nicht in Betracht. Demgegen&uuml;ber w&uuml;rde eine Auslegung, die auch denjenigen unentgeltlichen Erwerber in die Steuerverhaftung seines unwesentlichen Anteils br&auml;chte, der diesen von einem &#8211;zu diesem Zeitpunkt&#8211; unwesentlich\/ma&szlig;geblich Beteiligten erworben hat, der ratio legis nicht gerecht; sie w&uuml;rde zudem in nicht gerechtfertigter Weise Vertrauensschutzinteressen des unentgeltlichen Erwerbers verletzen. Denn die Steuerverhaftung seiner Anteile hinge von der Erlangung einer wesentlichen\/ma&szlig;geblichen Beteiligung durch den unentgeltlich &Uuml;bertragenden ab, die der unentgeltliche Erwerber typischerweise nicht beherrschen oder auch nur kennen kann. Abzustellen ist danach auf die Wesentlichkeit der Beteiligung des Kl&auml;gers im Zeitpunkt der unentgeltlichen &Uuml;bertragung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der Gesetzesfassung 1998 war der Kl&auml;ger nicht wesentlich beteiligt. Hieran &auml;ndert auch die Senkung der Wesentlichkeitsgrenze ab 1999 bzw. 2001 nichts. &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. ist insoweit veranlagungszeitraumbezogen auszulegen. Nur so kann dem Interesse des unentgeltlichen Erwerbers an Planungssicherheit Rechnung getragen werden. Best&auml;tigt wird dieses Ergebnis durch die Gesetzesfassung von &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F., wenn gerade nicht wie in &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. auf &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG n.F. w&ouml;rtlich Bezug genommen wird (vgl. dazu Strahl in Korn, &sect; 17 EStG Rz 66); die Formulierung des letzten Halbsatzes &quot;wesentlich beteiligt war&quot; legt eine veranlagungszeitraumbezogene Auslegung nahe. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, dass &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG keinen entsprechenden Veranlagungszeitraumbezug aufweist. Auch &sect; 17 Abs. 2 Satz 4 Buchst. b EStG hat der Senat veranlagungszeitraumbezogen betrachtet (BFH-Urteil vom 29. Mai 2008 IX R 62\/05, BFHE 221, 227, BStBl II 2008, 856).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist, auch soweit sie das FG hinsichtlich der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne der Kl&auml;gerin abgewiesen hat, stattzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.1.2012, IX R 8\/10 Unentgeltliche Anteils&uuml;bertragung &#8211; Auslegung von &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 EStG a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG n.F. Leits&auml;tze &sect; 17 Abs. 1 Satz 5 a.F.\/&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 n.F. EStG greift nur bei unentgeltlicher &Uuml;bertragung von bereits verstrickten Anteilen ein. 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